Bahnhof Stäfa

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Bahnhof Stäfa
Ort Stäfa
Bezirk Meilen
Kanton Zürich
Lage im Netz Zwischenbahnhof
Bauform Durchgangsbahnhof
Eröffnung 14. März 1894
Bahnsteiggleise 2
Bahnsteig 1 Mittelperron
Spurweite 1435 mm
Stromsystem 15 kV, 16,7 Hz Wechselstrom
Höhe rund 415 m ü. M.
Abkürzung STAE
IBNR 8503107
Bahnstrecke Rechtsufrige Zürichseebahn
Tarifverbund Zürcher Verkehrsverbund
Eigentümerin SBB
Personenverkehr S-Bahn Zürich, Linien S7 und S20
Nacht-S-Bahn SN7
Anschlussverkehr Buslinien 925, 950, 951, 952 und 955
Nachtbus N95
Adresse Bahnhofstrasse 25
8712 Stäfa
Website sbb.ch

Der Bahnhof Stäfa ist ein Bahnhof der Schweizerischen Bundesbahnen in der Gemeinde Stäfa im Bezirk Meilen des Kantons Zürich. Er liegt an der rechtsufrigen Zürichseebahn zwischen den Bahnhöfen Männedorf und Uerikon.

Der Bahnhof wird im regulären Personenverkehr durch die Linien S7 und S20 der S-Bahn Zürich bedient. Die S7 verbindet Stäfa im Halbstundentakt mit Rapperswil, Zürich, Kloten und Winterthur. Die S20 ergänzt das Angebot während der Hauptverkehrszeiten mit beschleunigten Verbindungen nach Zürich Hardbrücke und Uerikon.[1]

Unmittelbar neben dem Bahnhof liegt ein regionaler Busknoten der Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland. Von dort verkehren Busse nach Meilen, Männedorf, Uetikon am See, Oetwil am See, Uerikon und Hombrechtikon.

Das heutige Aufnahmegebäude wurde in den 1960er-Jahren nach Plänen des SBB-Architekten Max Vogt errichtet. Von Februar 2026 bis voraussichtlich Ende 2028 bauen die SBB den Bahnhof umfassend um. Dabei werden der Mittelperron verbreitert, die Zugänge erneuert und die Station stufenfrei gestaltet.[2]

Lage

Der Bahnhof befindet sich im zentralen Siedlungsgebiet von Stäfa zwischen der Bahnhofstrasse auf der Seeseite und den höher gelegenen Wohnquartieren am Hang des Pfannenstiels.

Das historische Dorfzentrum mit der reformierten Kirche liegt südöstlich des Bahnhofs. Das Zürichseeufer, der Hafen und die Schiffstation Stäfa sind zu Fuss in wenigen Minuten erreichbar.

In der unmittelbaren Umgebung befinden sich:

  • Wohn- und Geschäftshäuser;
  • Einkaufs- und Dienstleistungsbetriebe;
  • das Gemeindehaus;
  • Schulen und öffentliche Einrichtungen;
  • die Bahnhofstrasse als wichtige innerörtliche Verkehrsachse;
  • Busanlagen und Veloabstellplätze;
  • Parkplätze und Carsharing-Angebote.

Die Bahnstrecke verläuft im Bereich des Bahnhofs annähernd von Nordwesten nach Südosten. In Richtung Zürich folgen die Stationen Männedorf, Uetikon am See, Meilen und Küsnacht. In Richtung Rapperswil führt die Strecke über Uerikon, Feldbach und Kempraten.

Der Bahnhof liegt etwas oberhalb des Seeufers. Zwischen den Ortsteilen am See und den Wohngebieten am Hang bestehen deutliche Höhenunterschiede, die bei der Gestaltung der Zugänge und Busverbindungen berücksichtigt werden müssen.

Bahnhofanlage

Personenanlage

Die für Reisende genutzte Anlage besteht aus zwei durchgehenden Gleisen und einem Mittelperron. Die Bahnsteiggleise tragen die Nummern 3 und 4.

Der Mittelperron ist durch zwei Personenunterführungen erreichbar:

  • die Hauptunterführung im westlichen Teil des Bahnhofs;
  • die östliche Unterführung in Richtung Harmoniestrasse.

Vor dem Umbau von 2026 bis 2028 waren die Zugänge überwiegend über Treppen und steile Rampen möglich. Ein Aufzug bestand nicht. Dadurch entsprach der Bahnhof nicht vollständig den Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes.[2]

Auf dem Mittelperron befinden beziehungsweise befanden sich:

  • zwei Wartehäuschen;
  • Sitzgelegenheiten;
  • digitale Abfahrtsanzeigen;
  • Lautsprecheranlagen;
  • Beleuchtung;
  • Informationstafeln;
  • Billettautomaten;
  • eine Bahnhofsuhr.

Die beiden Streckengleise ermöglichen einen dichten S-Bahn-Betrieb in beiden Richtungen. Überholungen und Wendefahrten sind aufgrund der vorhandenen Gleis- und Sicherungsanlagen grundsätzlich möglich, spielen im planmässigen Tagesverkehr jedoch nur eine untergeordnete Rolle.

Weitere Gleise

Neben den beiden Bahnsteiggleisen besitzt das Bahnhofareal zusätzliche Betriebs- und Nebengleise. Sie wurden früher für Güterverkehr, Rangierfahrten und die Abstellung von Fahrzeugen genutzt.

Ein Teil der Gleise wurde im Laufe des 20. Jahrhunderts entfernt oder vereinfacht. Der Bahnhof blieb jedoch betrieblich ein vollwertiger Bahnhof mit Weichen und Signalen.

Das bis 2026 verwendete Relaisstellwerk vom Typ Domino 55 steuerte die Weichen, Signale und Fahrstrassen. Im Rahmen des laufenden Umbaus werden die Stellwerke von Stäfa und Feldbach aufgehoben und in einem neuen elektronischen Stellwerk in Uerikon zusammengeführt.[2]

Aufnahmegebäude

Das heutige Aufnahmegebäude wurde 1967 beziehungsweise 1968 nach Plänen des SBB-Architekten Max Vogt errichtet. Es ersetzte das ursprüngliche Stationsgebäude aus der Zeit der Schweizerischen Nordostbahn.

Max Vogt entwarf zwischen den späten 1950er- und den 1980er-Jahren zahlreiche Bahnhöfe, Stellwerke und Dienstgebäude für die SBB. Seine Bauten sind häufig durch Sichtbeton, klar gegliederte Baukörper und eine enge Verbindung von Architektur und Bahnbetrieb gekennzeichnet.

Das Gebäude in Stäfa besteht aus mehreren unterschiedlich hohen Baukörpern. Die kräftige Betonkonstruktion, die horizontalen Fensterbänder und die markanten Dachformen entsprechen Vogts Architektur der 1960er-Jahre.

Im Aufnahmegebäude befinden oder befanden sich:

  • ein SBB-Reisezentrum;
  • Verkaufs- und Dienstleistungsflächen;
  • ein Wartbereich;
  • technische und betriebliche Räume;
  • Büroräume;
  • sanitäre Anlagen.

Der Bahnhof verfügt weiterhin über einen bedienten Verkaufsschalter. Dort werden Billette, Abonnemente, internationale Fahrkarten, Freizeitangebote und Gepäckdienstleistungen angeboten.[3]

Das Aufnahmegebäude ist ein wichtiges Beispiel für die Nachkriegsarchitektur der SBB. Es prägt gemeinsam mit dem Mittelperron, dem Güterschuppen und den Unterführungen das Erscheinungsbild des Bahnhofareals.

Güterschuppen

Westlich beziehungsweise nordwestlich des Aufnahmegebäudes steht der historische Güterschuppen. Er stammt aus der frühen Betriebszeit der rechtsufrigen Zürichseebahn und steht unter Denkmalschutz.

Der Güterschuppen diente ursprünglich der Annahme, Zwischenlagerung und Ausgabe von Stückgut. Er war über ein Ladegleis mit dem Bahnnetz verbunden und besass eine erhöhte Rampe für die Be- und Entladung von Güterwagen und Fuhrwerken.

Im Güterschuppen wurden unter anderem umgeschlagen:

  • landwirtschaftliche Erzeugnisse;
  • Wein und Obst;
  • Baumaterialien;
  • Kohle und Brennstoffe;
  • Maschinen;
  • Waren für den örtlichen Handel;
  • Stückgut und Gepäck.

Mit der Verlagerung des Güterverkehrs auf die Strasse verlor das Gebäude seine ursprüngliche Funktion. Es blieb jedoch als Zeugnis der Verkehrsgeschichte erhalten.

Im Rahmen des Bahnhofumbaus von 2026 bis 2028 wird der Güterschuppen renoviert und für eine neue Nutzung vorbereitet. Nach den Planungen der SBB soll darin ein Convenience-Shop eingerichtet werden.[4]

Ausstattung

Der Bahnhof verfügt über verschiedene Angebote für Reisende und die kombinierte Mobilität.

Zu den Einrichtungen gehören:

  • bedientes Reisezentrum;
  • Billettautomaten;
  • digitale Fahrgastinformationen;
  • gedeckte Wartebereiche;
  • öffentliches WLAN;
  • Geschäfte und Dienstleistungsbetriebe;
  • Veloabstellplätze;
  • Autoabstellplätze;
  • Mobility- und weitere Carsharing-Angebote;
  • Bushaltestellen.

Nach Angaben der SBB bestanden vor Beginn des Umbaus 80 gedeckte Veloabstellplätze sowie 16 zusätzliche gedeckte Abstellplätze für Zweiräder.[3]

Die P+Rail-Anlage umfasste 65 reguläre Parkplätze und einen Parkplatz für Menschen mit Behinderung. Wegen der Bauarbeiten wurde der bisherige Standort im Januar 2026 vorübergehend aufgehoben. Als Ersatz richteten die SBB beim ehemaligen Bahnwärterhaus eine kleinere Zahl von Parkplätzen ein.[3]

Während des Umbaus werden Veloabstellplätze, Fusswege und Zugänge mehrfach provisorisch verlegt. Die endgültige Gestaltung wird mit dem kommunalen Projekt für den neuen Bushof und den Bahnhofplatz abgestimmt.

Bahnverkehr

S-Bahn-Linie S7

Die wichtigste Bahnverbindung ist die Linie S7 der S-Bahn Zürich:[5]

S7: Winterthur – Kemptthal – Effretikon – Bassersdorf – Kloten – Kloten Balsberg – Opfikon – Zürich Oerlikon – Zürich Hardbrücke – Zürich Hauptbahnhof – Zürich Stadelhofen – Meilen – Uetikon am See – Männedorf – Stäfa – Uerikon – Feldbach – Kempraten – Rapperswil.

Die S7 verkehrt grundsätzlich im Halbstundentakt. Sie hält zwischen Zürich Stadelhofen und Meilen nicht an sämtlichen Stationen und übernimmt auf der rechtsufrigen Zürichseebahn die Funktion einer beschleunigten S-Bahn-Linie.

Von Stäfa bestehen direkte Verbindungen unter anderem nach:

  • Rapperswil;
  • Zürich Stadelhofen;
  • Zürich Hauptbahnhof;
  • Zürich Hardbrücke;
  • Zürich Oerlikon;
  • Kloten;
  • Effretikon;
  • Winterthur.

Die Fahrt nach Zürich Hauptbahnhof dauert ungefähr 25 bis 30 Minuten. Rapperswil wird in rund 15 Minuten erreicht.

S-Bahn-Linie S20

Die S20 verkehrt hauptsächlich während der Hauptverkehrszeiten und ergänzt die S7:[6]

S20: Zürich Hardbrücke – Zürich Hauptbahnhof – Zürich Stadelhofen – Küsnacht ZH – Meilen – Männedorf – Stäfa – Uerikon.

Die Linie bedient nur ausgewählte Stationen und bietet dadurch schnelle Verbindungen zwischen dem rechten Zürichseeufer und der Stadt Zürich.

Einzelne Fahrten beginnen oder enden in Stäfa. Der Bahnhof besitzt deshalb neben seiner Funktion als Zwischenstation auch eine gewisse Bedeutung als betrieblicher Wendepunkt.

Nachtverkehr

In den Nächten vor Samstagen und Sonntagen wird Stäfa von der Nacht-S-Bahn SN7 bedient.

Die SN7 verbindet das rechte Zürichseeufer mit Zürich und dem Gebiet nördlich der Stadt. Im Jahresfahrplan 2026 führt die Linie von Stäfa beziehungsweise Rapperswil über Meilen, Zürich Stadelhofen und Zürich Hauptbahnhof in Richtung Bassersdorf.

Der Nachtverkehr wird durch den Nachtbus N95 ergänzt.

Busverkehr

Die Haltestelle Stäfa, Bahnhof liegt auf der Seeseite des Bahnareals. Sie bildet den wichtigsten Knoten des regionalen Busverkehrs in der Gemeinde.

Im Jahresfahrplan 2026 wird sie von folgenden Linien der Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland bedient:[7]

Linie Streckenführung beziehungsweise Hauptfunktion
925 Stäfa – Männedorf – Uetikon am See – Meilen
950 Stäfa – Lattenberg – Oetwil am See
951 Stäfa – Stäfa Dorf – Laubisrüti – Uerikon
952 Stäfa – Kehlhof – Uerikon
955 Stäfa – Laubisrüti – Uerikon – Hombrechtikon
N95 Stäfa – Uerikon – Feldbach – Hombrechtikon – Wolfhausen – Bubikon

Die Linie 925 erschliesst die Siedlungsgebiete entlang des rechten Zürichseeufers und verbindet Stäfa mit dem Spital Männedorf und dem Bahnhof Meilen.

Die Linie 950 führt durch die höher gelegenen Wohnquartiere von Stäfa nach Oetwil am See. Sie stellt eine wichtige Verbindung zwischen dem Zürichseeufer und dem Pfannenstielraum her.

Die Linien 951 und 952 übernehmen einen wesentlichen Teil der innerkommunalen Erschliessung zwischen Stäfa und Uerikon. Sie benutzen unterschiedliche Routen und bedienen sowohl die Wohn- und Arbeitsplatzgebiete am Hang als auch die Ortsteile in Seenähe.

Die Linie 955 verbindet den Bahnhof über Uerikon mit Hombrechtikon. Der Nachtbus N95 führt darüber hinaus bis Bubikon.

Geschichte

Planung der rechtsufrigen Zürichseebahn

Die Gemeinden am rechten Zürichseeufer bemühten sich seit der Mitte des 19. Jahrhunderts um einen Anschluss an das schweizerische Eisenbahnnetz.

Die linksufrige Zürichseebahn war bereits 1875 eröffnet worden. Das rechte Seeufer blieb dagegen weiterhin hauptsächlich auf die Schifffahrt, Postkutschen und Strassenverbindungen angewiesen.

Am 30. April 1871 wurde in Meilen die Gesellschaft zur Begründung einer rechtsufrigen Zürichseebahn gegründet. Die geplante Strecke sollte Zürich über Zollikon, Küsnacht, Meilen und Stäfa mit Rapperswil verbinden.

Die Schweizerische Nordostbahn übernahm Planung und Bau. Eine schwere Finanzkrise der Gesellschaft führte jedoch zu einem jahrelangen Unterbruch der Arbeiten.

Erst nach politischen und rechtlichen Interventionen wurden die Bauarbeiten Ende der 1880er-Jahre wieder aufgenommen. Die Strecke erforderte zahlreiche Einschnitte, Stützmauern, Brücken und Tunnel.

Eröffnung 1894

Die rechtsufrige Zürichseebahn wurde am 14. März 1894 feierlich eröffnet. Der erste Festzug fuhr am Mittag von Zürich Stadelhofen nach Rapperswil.[8]

Mit der Strecke nahm auch der Bahnhof Stäfa seinen Betrieb auf. Der Bahnanschluss verbesserte die Verbindung der Gemeinde mit Zürich, Rapperswil und den übrigen Seegemeinden grundlegend.

Die Eisenbahn erleichterte insbesondere den Transport von:

  • Wein;
  • Obst und Gemüse;
  • Textilien;
  • Maschinen;
  • Baustoffen;
  • Brennstoffen;
  • Gütern für Handel und Gewerbe.

Die Eröffnung förderte das Wachstum der Gemeinde und begünstigte die Entwicklung Stäfas zu einem Wohn- und Industriestandort.

Übernahme durch die SBB

Die Schweizerische Nordostbahn wurde 1902 verstaatlicht. Strecke und Bahnhof gingen damit in das Eigentum der neu gegründeten Schweizerischen Bundesbahnen über.

Die SBB erweiterten die Gleis-, Sicherungs- und Güteranlagen in den folgenden Jahrzehnten. Mit der zunehmenden Bedeutung des Pendlerverkehrs wurde das Angebot schrittweise verdichtet.

Die Elektrifizierung der rechtsufrigen Zürichseebahn erfolgte im Mai 1926. Seither wird die Strecke mit dem schweizerischen Bahnstromsystem von 15 Kilovolt und 16⅔ beziehungsweise heute 16,7 Hertz betrieben.

Die elektrischen Züge beschleunigten schneller als die bisherigen Dampflokomotiven und ermöglichten kürzere Fahrzeiten und dichtere Fahrpläne.

Vorläufer der S-Bahn

Das starke Bevölkerungswachstum am rechten Zürichseeufer führte nach dem Zweiten Weltkrieg zu einer erheblichen Zunahme des Pendlerverkehrs.

Der Kanton Zürich unterstützte in den 1960er-Jahren die Beschaffung leistungsfähiger Vorortszüge der Baureihe RABDe 12/12. Wegen ihrer starken Beschleunigung und der charakteristischen Stirnform erhielten sie den Übernamen «Mirage».

1968 führten die SBB auf der rechtsufrigen Zürichseebahn einen regelmässigen Halbstundentakt ein. Gleichzeitig wurden vereinfachte Betriebs- und Kontrollformen erprobt.

Das als «Goldküsten-Express» bekannte Angebot gilt als wichtiger Vorläufer der späteren S-Bahn Zürich. Die Linie zeigte, dass ein dichter Taktfahrplan auch auf einer bestehenden Eisenbahnstrecke einen städtischen Nahverkehr ermöglichen konnte.

Neues Aufnahmegebäude

Im Zuge der Modernisierung wurde das ursprüngliche Stationsgebäude abgebrochen und durch den Neubau von Max Vogt ersetzt.

Das neue Aufnahmegebäude nahm 1967 beziehungsweise 1968 seinen Betrieb auf. Gleichzeitig wurden Stellwerk, Perrons, Kundenbereiche und technische Anlagen erneuert.

Die moderne Architektur sollte den Wandel vom ländlichen Bahnhof zu einer stark frequentierten Vorortsstation sichtbar machen.

S-Bahn Zürich

Am 27. Mai 1990 wurde die S-Bahn Zürich eröffnet. Die bisherigen Vorortszüge der rechtsufrigen Zürichseebahn wurden in das neue Liniennetz integriert.

Stäfa wurde durch die S7 bedient, die Rapperswil über Zürich mit weiteren Teilen des Kantons verband. Durch den unterirdischen Bahnhof Museumstrasse im Zürcher Hauptbahnhof konnten die Züge ohne Richtungswechsel durch Zürich geführt werden.

Die durchgehenden Verbindungen steigerten die Attraktivität des Bahnhofs und trugen zum weiteren Wachstum der Gemeinde bei.

Die Linie S20 wurde später als Ergänzungsangebot für die stark belastete Strecke eingeführt. Sie bietet während der Hauptverkehrszeiten zusätzliche schnelle Verbindungen.

Güterverkehr

Der Bahnhof Stäfa besass früher umfangreichere Anlagen für den Güterverkehr.

Die lokale Landwirtschaft und der Weinbau waren bedeutende Nutzer der Eisenbahn. Trauben, Wein, Obst und weitere Erzeugnisse konnten mit Güterwagen in grössere Absatzgebiete transportiert werden.

Auch die wachsenden Industrie- und Gewerbebetriebe nutzten die Bahn für die Anlieferung von Rohstoffen und den Versand ihrer Produkte.

Mit dem Ausbau des Strassennetzes verlor der lokale Güterverkehr seit den 1960er-Jahren an Bedeutung. Stückgut wurde zunehmend mit Lastwagen transportiert. Ladegleise und Freiverladeanlagen wurden schrittweise stillgelegt oder zurückgebaut.

Der historische Güterschuppen blieb erhalten, während der Bahnhof heute fast ausschliesslich dem Personenverkehr dient.

Bahnhofumbau 2026 bis 2028

Die SBB begannen im Februar 2026 mit dem umfassenden Ausbau des Bahnhofs. Die Arbeiten sollen voraussichtlich Ende 2028 abgeschlossen sein.

Das gesamte Projekt umfasst den Bahnhof Stäfa sowie den Ersatz der Stellwerke in Stäfa, Uerikon und Feldbach. Die Kosten betragen rund 58 Millionen Franken und werden über die Leistungsvereinbarung zwischen Bund und SBB finanziert.[2]

Mittelperron

Der bestehende Mittelperron wird verbreitert und an die Anforderungen eines stufenfreien Einstiegs angepasst.

Die bisherigen Wartehäuschen werden ersetzt. Beleuchtung, Fahrgastinformation, Möblierung und Sicherheitsanlagen werden erneuert.

Die neue Anlage soll einen sicheren Aufenthalt auch bei hohem Fahrgastaufkommen ermöglichen.

Hauptunterführung

An der Hauptunterführung entstehen zusätzliche und weniger steile Rampen.

Auf der Seeseite wird der bisherige Verkaufspavillon entfernt. Die vorhandene Überdachung bleibt teilweise bestehen.

Auf der Bergseite führt künftig eine neue Rampe parallel zu den Gleisen in die Unterführung. Die Veloabstellplätze werden verlegt und ersetzt.

Vom Mittelperron führen künftig eine Rampe in Richtung Rapperswil und eine Treppe in Richtung Zürich.

Östliche Unterführung

Die östliche Unterführung erhält einen Aufzug zum Mittelperron. Die bestehenden Rampen werden abgeflacht und die Treppen verbreitert.

Dadurch entsteht erstmals eine vollständig stufenfreie Verbindung zwischen beiden Seiten der Bahnstrecke und dem Bahnsteig.

Güterschuppen und Stellwerk

Der denkmalgeschützte Güterschuppen wird renoviert und für einen Convenience-Shop umgebaut.

Die bisherigen Stellwerke von Stäfa und Feldbach werden aufgehoben. Ein neues elektronisches Linienstellwerk entsteht in Uerikon.

Zusätzlich erneuern die SBB sämtliche Bahnsignale zwischen Stäfa und Feldbach. Fahrleitungen, Kabelanlagen und weitere technische Einrichtungen werden ebenfalls angepasst.

Auswirkungen der Bauarbeiten

Die Arbeiten erfolgen weitgehend bei laufendem Bahnverkehr. Bestimmte Tätigkeiten müssen nachts und an einzelnen Wochenenden ausgeführt werden.

Während verschiedener Bauphasen werden Zugänge, Parkplätze und Veloabstellanlagen vorübergehend geschlossen oder verschoben.

Nach Angaben der SBB waren für das Jahr 2026 zunächst keine längeren Unterbrüche des regulären Personenverkehrs vorgesehen. Kurzfristige Fahrplanänderungen bleiben aufgrund der umfangreichen Arbeiten jedoch möglich.

Neugestaltung des Bahnhofareals

Neben dem SBB-Projekt plant die Gemeinde Stäfa eine umfassende Neugestaltung der öffentlichen Flächen auf der Seeseite des Bahnhofs.

Das kommunale Projekt umfasst insbesondere:

  • neue hindernisfreie Bushaltestellen;
  • eine übersichtlichere Anordnung der Buskanten;
  • eine bessere Verbindung zwischen Bus und Bahn;
  • neue Fuss- und Velowege;
  • zusätzliche Aufenthaltsflächen;
  • eine Aufwertung der Bahnhofstrasse;
  • neue Bäume und Grünflächen;
  • eine bessere Beleuchtung;
  • eine Neuordnung der Kurzzeitparkplätze und Veloanlagen.

Die Gemeinde und die SBB stimmen ihre Projekte aufeinander ab. Ziel ist ein einheitlicher Ankunfts- und Aufenthaltsbereich, der sowohl den Anforderungen des öffentlichen Verkehrs als auch der städtebaulichen Bedeutung des Standorts entspricht.[9]

Die Stäfner Gemeindeversammlung bewilligte 2025 einen Projektierungskredit von 800'000 Franken für die weitere Planung der Bushaltestellen und der Freiraumgestaltung.[10]

Die spätere Realisierung des kommunalen Projekts ist von weiteren Planungs-, Kredit- und Bewilligungsverfahren abhängig.

Bedeutung

Der Bahnhof Stäfa ist der wichtigste Verkehrsknoten der Gemeinde und einer der bedeutenden regionalen Bahnhöfe am rechten Zürichseeufer.

Seine Bedeutung beruht auf:

  • dem Halbstundentakt der S7;
  • den schnellen Ergänzungszügen der S20;
  • direkten Verbindungen nach Zürich, Winterthur und Rapperswil;
  • dem umfangreichen regionalen Busnetz;
  • der Erschliessung der Arbeits- und Wohngebiete von Stäfa;
  • der Verbindung zwischen dem Seeufer und den höher gelegenen Ortsteilen;
  • seiner Funktion als Ausgangspunkt für den Freizeitverkehr.

Neben dem Bahnhof Stäfa besitzt die Gemeinde mit Uerikon eine zweite Bahnstation. Stäfa ist jedoch der deutlich grössere Bus- und Dienstleistungsknoten.

Der Bahnhof trug seit 1894 wesentlich dazu bei, dass sich die frühere Weinbau- und Industriegemeinde zu einem stark mit Zürich und Rapperswil verflochtenen Wohn- und Arbeitsplatzstandort entwickelte.

Freizeitverkehr

Der Bahnhof ist ein Ausgangspunkt für Spaziergänge, Wanderungen und Velotouren am Zürichsee und auf dem Pfannenstiel.

Zu den Zielen in der Umgebung gehören:

  • die historische Dorfmitte von Stäfa;
  • das Zürichseeufer;
  • der Hafen und die Schiffstation;
  • das Strandbad;
  • die Stäfner Rebberge;
  • der Goetheweg;
  • der Lattenberg;
  • der Pfannenstiel;
  • Uerikon und das Ritterhaus;
  • Männedorf und Uetikon am See.

Von der Schiffstation bestehen saisonale Verbindungen der Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft. Dadurch lassen sich Bahn-, Bus- und Schiffsfahrten miteinander kombinieren.

Die S7 ermöglicht zudem eine schnelle Anreise aus Zürich und Winterthur sowie die Weiterfahrt nach Rapperswil.

Siehe auch

Literatur

  • Ruedi Weidmann, Karl Holenstein: Max Vogt. Bauen für die Bahn 1957–1989. Scheidegger & Spiess, Zürich 2008, ISBN 978-3-85881-185-1.
  • Hans G. Wägli: Schienennetz Schweiz und Bahnprofil Schweiz CH+. AS Verlag, Zürich 2010, ISBN 978-3-909111-74-9.
  • Gemeinde Stäfa: Stäfa. Geschichte der Gemeinde. Zwei Bände, Stäfa 1968–1969.
  • Schweizerische Bundesbahnen: Bahnhof Stäfa: Umbau für stufenfreien Zugang zu den Zügen. Zürich.
  • Zürcher Verkehrsverbund: Jahresfahrplan 2026. Zürich.

Einzelnachweise

  1. Haltestellenfahrplan Stäfa, Zürcher Verkehrsverbund, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 Bahnhof Stäfa: Umbau für stufenfreien Zugang zu den Zügen, Schweizerische Bundesbahnen, abgerufen am 3. August 2026.
  3. 3,0 3,1 3,2 Bahnhof Stäfa, Schweizerische Bundesbahnen, abgerufen am 3. August 2026.
  4. Bahnhof Stäfa: Baustart für Ausbau und weitere Arbeiten, Schweizerische Bundesbahnen, abgerufen am 3. August 2026.
  5. S7 Winterthur–Zürich HB–Meilen–Rapperswil, Zürcher Verkehrsverbund, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  6. S20 Zürich Hardbrücke–Uerikon, Zürcher Verkehrsverbund, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  7. Stäfa, Bahnhof, Zürcher Verkehrsverbund, Jahresfahrplan 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  8. 125 Jahre rechtsufrige Zürichseebahn, Zolliker Zumiker Bote, 27. September 2019, abgerufen am 3. August 2026.
  9. Projekt Neugestaltung Bahnhofareal, Gemeinde Stäfa, abgerufen am 3. August 2026.
  10. Beschlüsse der Gemeindeversammlung vom 1. Dezember 2025, Gemeinde Stäfa, abgerufen am 3. August 2026.

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