Seilbahn Rigiblick

Aus Helvetia Wiki – Die Enzyklopädie der Schweiz
Version vom 3. August 2026, 15:54 Uhr von Nick Frei (Diskussion | Beiträge) (Die Seite wurde neu angelegt: «{| class="wikitable float-right" style="float:right; width:320px; margin:0 0 1em 1em;" ! colspan="2" | Seilbahn Rigiblick |- ! Verkehrsmittel | Standseilbahn |- ! Ort | Zürich, Quartier Oberstrass |- ! Betreiber | Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) |- ! Verkehrsverbund | Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) |- ! Liniennummer | 23 |- ! Eröffnung | 4. April 1901 |- ! Heutige Strecke eröffnet | 29. Mai 1979 |- ! Talstation | Seilbahn Rigiblick |-…»)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Seilbahn Rigiblick
Verkehrsmittel Standseilbahn
Ort Zürich, Quartier Oberstrass
Betreiber Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ)
Verkehrsverbund Zürcher Verkehrsverbund (ZVV)
Liniennummer 23
Eröffnung 4. April 1901
Heutige Strecke eröffnet 29. Mai 1979
Talstation Seilbahn Rigiblick
Bergstation Rigiblick
Zwischenstationen Goldauerstrasse, Hadlaubstrasse, Germaniastrasse
Anzahl Stationen 5
Streckenlänge 385 m
Höhendifferenz 94 m
Spurweite 1000 mm
Maximale Steigung ca. 36 %
Höchstgeschwindigkeit 5,0 m/s
Fahrzeit 122 Sekunden ohne Zwischenhalt
Fahrzeuge 2 Kabinen
Fassungsvermögen 33 Personen je Kabine
Förderleistung maximal 720 Personen pro Stunde
Betriebsart vollautomatisch

Die Seilbahn Rigiblick ist eine vollautomatisch betriebene Standseilbahn im Zürcher Quartier Oberstrass. Sie verbindet die Talstation an der Universitätsstrasse mit dem höher gelegenen Rigiblick auf dem Zürichberg. Die Bahn gehört zum öffentlichen Verkehrsnetz der Stadt Zürich und wird als Linie 23 von den Verkehrsbetrieben Zürich (VBZ) betrieben.[1]

Auf einer Strecke von 385 Metern überwindet die Bahn 94 Höhenmeter. Zwischen der Tal- und der Bergstation liegen die drei Zwischenstationen Goldauerstrasse, Hadlaubstrasse und Germaniastrasse. Mit jährlich rund 700'000 Fahrgästen dient die Seilbahn sowohl dem Quartierverkehr als auch der Erschliessung des Zürichbergs als Wohn- und Naherholungsgebiet.[2]

Geschichte

Planungen und Eröffnung

Bereits 1893 reichte die Firma A. Grether & Cie. ein Gesuch für den Bau einer Tramlinie ein. Diese sollte von der Bergstation des Polybähnlis über den Rigiplatz, die Rigistrasse und die Germaniastrasse bis zum Germaniahügel führen. Mit der Verbindung wollte man die bauliche Entwicklung von Oberstrass fördern und den Zürichberg als Naherholungsgebiet besser erschliessen.[3]

Das Tramprojekt wurde nicht verwirklicht. Stattdessen entstand eine kürzere Standseilbahn zwischen der Universitätsstrasse und der Germaniastrasse. Sie nahm am 4. April 1901 unter dem Namen Seilbahn Rigiviertel den Betrieb auf. Bereits im ersten Betriebsjahr führte sie rund 18'000 Fahrten durch und beförderte etwa 95'000 Personen.[3]

Die ersten Fahrzeuge besassen hölzerne Wagenkästen. In den Jahren 1950 und 1951 wurden diese zerlegt und durch neue rote Wagenkästen mit metallener Verkleidung ersetzt.

Ausbau zum Rigiblick

Zwischen 1978 und 1979 wurde die Anlage grundlegend modernisiert. Die frühere Bergstation an der Germaniastrasse wurde umgebaut und die Strecke um ungefähr 80 Meter bis zum heutigen Endpunkt Rigiblick verlängert. Gleichzeitig erhielt die Bahn zwei neue blau-weisse Kabinen und den heutigen Namen Seilbahn Rigiblick.[3]

Die erneuerte Bahn wurde am 29. Mai 1979 eröffnet. Sie galt als erste vollautomatische, konzessionierte Seilbahn der Schweiz mit Zwischenstationen. Durch die Automatisierung konnte der Betrieb ohne Begleitpersonal in den Fahrzeugen durchgeführt werden.

Erneuerung von 2011

Im Jahr 2011 ersetzten die VBZ die veraltete elektronische Steuerung und den Antrieb. Zudem wurden die Wagenkästen und Fahrwerke umfassend saniert. Die Arbeiten ermöglichten den Weiterbetrieb der Fahrzeuge aus dem Jahr 1979, deren grundlegende Konstruktion jedoch zunehmend an technische und gesetzliche Grenzen stiess.[3]

Modernisierung von 2025

Im Sommer 2023 erhielt das Schweizer Seilbahnunternehmen Garaventa den Auftrag, zwei neue Kabinen herzustellen und die Steuerung der Anlage zu erneuern. Die Kosten für die neue Steuerung und die Fahrzeuge beliefen sich auf rund vier Millionen Franken. In einem separaten Projekt wurden auch die Stationen saniert und an veränderte feuerpolizeiliche Anforderungen angepasst.[2]

Die neuen Kabinen wurden im August 2025 angeliefert und am 19. August öffentlich vorgestellt. Nach Abschluss des Testbetriebs nahm die erneuerte Seilbahn am 26. September 2025 den regulären Betrieb auf.[4]

Die Fahrzeuge sind im für die VBZ charakteristischen Blau-Weiss gestaltet und orientieren sich äusserlich an den modernen Flexity-Trams. Jede Kabine bietet Platz für 33 Personen, darunter acht Sitzplätze. Gegenüber den früheren Fahrzeugen verfügen sie über mehr Bewegungsraum, moderne Fahrgastinformationssysteme und ein Oberlicht, dessen Gestaltung vom nahe gelegenen Theater Rigiblick inspiriert wurde. Die Kabinen entsprechen den Anforderungen des Behindertengleichstellungsgesetzes.[4]

Strecke und Stationen

Die Strecke beginnt an der Talstation Seilbahn Rigiblick an der Universitätsstrasse. Dort bestehen Umsteigemöglichkeiten zum Zürcher Tram- und Busnetz. Von der Talstation steigt das Trassee durch das dicht bebaute Wohnquartier Oberstrass zum Zürichberg an.

Die beiden gegenläufig fahrenden Kabinen begegnen sich im Bereich der Station Hadlaubstrasse. Die ehemalige Endstation Germaniastrasse dient seit der Streckenverlängerung von 1979 als Zwischenstation.

Station Funktion und Lage
Seilbahn Rigiblick Talstation an der Universitätsstrasse mit Anschluss an das Tram- und Busnetz
Goldauerstrasse Zwischenstation im unteren Abschnitt der Strecke
Hadlaubstrasse Zwischenstation im Bereich der Kreuzungsstelle der beiden Fahrzeuge
Germaniastrasse Zwischenstation und frühere Bergstation der Strecke von 1901
Rigiblick Bergstation auf dem Zürichberg in der Nähe des Theaters Rigiblick

Von der Bergstation führen Fusswege in die Wald- und Erholungsgebiete des Zürichbergs. Der Rigiblick ist zugleich ein Ausgangspunkt für Spaziergänge in Richtung Dolder und Adlisberg. Von der Umgebung der Bergstation bietet sich an zahlreichen Stellen eine Aussicht über die Stadt Zürich, den Zürichsee und bei klarer Witterung bis zu den Alpen.[5]

Technik

Die Seilbahn Rigiblick ist eine meterspurige Standseilbahn mit zwei durch ein Zugseil verbundenen Kabinen. Während eine Kabine bergwärts fährt, bewegt sich die andere talwärts. Der Betrieb erfolgt vollautomatisch und ohne Fahrpersonal an Bord.

Die schräge Streckenlänge beträgt 385 Meter, die Höhendifferenz 94 Meter. Die durchschnittliche Steigung liegt bei rund 25 Prozent, während die maximale Steigung ungefähr 36 Prozent erreicht. Auf der freien Strecke können die Fahrzeuge mit bis zu 5,0 Metern pro Sekunde beziehungsweise etwa 18 Kilometern pro Stunde fahren. Im Bereich der Kreuzungsstelle wird die Geschwindigkeit reduziert.[2]

Eine Fahrt ohne Halt an den Zwischenstationen dauert 122 Sekunden. Die maximale Förderleistung beträgt 720 Personen pro Stunde. Eine Kabine besitzt ein Leergewicht von rund 5500 Kilogramm und kann bis zu 2475 Kilogramm zuladen.[2]

Betrieb und Bedeutung

Die Seilbahn ist vollständig in den Tarif des Zürcher Verkehrsverbunds integriert. Sie verkehrt täglich von frühmorgens bis nach Mitternacht und übernimmt eine ähnliche Funktion wie eine kurze städtische Quartierlinie. Anders als viele touristisch geprägte Standseilbahnen wird sie regelmässig für alltägliche Wege zur Arbeit, zur Schule und zu Wohngebieten am Zürichberg benutzt.

Gleichzeitig besitzt sie Bedeutung für den Freizeitverkehr. Zusammen mit der Polybahn und der Dolderbahn gehört sie zu den charakteristischen Bergbahnen innerhalb der Stadt Zürich. Die drei Bahnen zeigen, wie der öffentliche Verkehr die ausgeprägten Höhenunterschiede im Zürcher Stadtgebiet überwindet.[5]

Aufgrund ihrer Eröffnung im Jahr 1901, der Automatisierung von 1979 und der ungewöhnlichen Kombination aus drei Zwischenstationen und starkem Gefälle nimmt die Seilbahn Rigiblick innerhalb der Schweizer Standseilbahnen eine besondere Stellung ein.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Reisen mit Gehbehinderung: Seilbahn Rigiblick, Linie 23, Zürcher Verkehrsverbund, abgerufen am 3. August 2026.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 Faktenblatt Seilbahn Rigiblick, Verkehrsbetriebe Zürich, 2025, abgerufen am 3. August 2026.
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 Seilbahn Rigiblick: Geschichte und technische Daten, Verkehrsbetriebe Zürich, abgerufen am 3. August 2026.
  4. 4,0 4,1 Neue Kabinen für die Seilbahn Rigiblick, Verkehrsbetriebe Zürich, abgerufen am 3. August 2026.
  5. 5,0 5,1 Bergbahnen in der Stadt Zürich, Zürcher Verkehrsverbund, abgerufen am 3. August 2026.

Wikimedia Commons Wikimedia Commons: Medien zu Seilbahn Rigiblick