Schwyzer Kantonalbank

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Schwyzer Kantonalbank
Abkürzung SZKB
Rechtsform Selbstständige Anstalt des kantonalen öffentlichen Rechts
Gründung 1890
Sitz Schwyz
Eigentümer Kanton Schwyz
Staatsgarantie Unbeschränkt, mit gesetzlichen Ausnahmen
Bankpräsident August Benz
Vorsitzender der Geschäftsleitung Michel Degen
Filialen 22
Vollzeitstellen 565
Bilanzsumme 24,16 Milliarden Franken
Jahresgewinn 84,52 Millionen Franken
Kennzahlenstand 31. Dezember 2025
Rating AA+ von Standard & Poor’s
Website www.szkb.ch

Die Schwyzer Kantonalbank (SZKB) ist die Kantonalbank des Kantons Schwyz. Sie wurde 1890 gegründet und hat ihren Sitz an der Bahnhofstrasse in Schwyz. Die Bank ist als selbstständige Anstalt des kantonalen öffentlichen Rechts organisiert und befindet sich vollständig im Eigentum des Kantons Schwyz.

Die SZKB betreibt das Geschäft einer Universalbank. Sie bietet Privatpersonen, Unternehmen, öffentlich-rechtlichen Körperschaften und institutionellen Kunden Dienstleistungen in den Bereichen Zahlungsverkehr, Sparen, Finanzierung, Vorsorge, Anlageberatung, Vermögensverwaltung und Private Banking an. Ihr geografischer Schwerpunkt liegt im Kanton Schwyz, in dem sich auch sämtliche Filialen befinden.

Der Kanton Schwyz haftet grundsätzlich für die Verbindlichkeiten der Bank, sofern deren eigene Mittel nicht ausreichen. Diese Staatsgarantie bildet zusammen mit dem öffentlichen Leistungsauftrag und dem vom Kanton bereitgestellten Dotationskapital ein wesentliches Merkmal der SZKB.[1]

Ende 2025 verfügte die Bank über eine Bilanzsumme von 24,16 Milliarden Franken, Kundenausleihungen von 19,38 Milliarden Franken und eigene Mittel von 2,44 Milliarden Franken. Sie betrieb 22 Filialen und beschäftigte im Jahresdurchschnitt umgerechnet 565 Vollzeitmitarbeitende.[2]

Rechtsform und Eigentum

Die Schwyzer Kantonalbank ist keine Aktiengesellschaft, sondern eine selbstständige Anstalt des kantonalen öffentlichen Rechts. Ihre rechtlichen Grundlagen sind im Gesetz über die Schwyzer Kantonalbank geregelt.

Der Kanton Schwyz ist alleiniger Eigentümer. Die Bank besitzt keine börsenkotierten Aktien oder anderen Beteiligungstitel. Private Personen und Unternehmen können sich deshalb nicht als Aktionäre am Kapital der SZKB beteiligen.

Das vom Kanton bereitgestellte Grundkapital wird als Dotationskapital bezeichnet. Ende 2025 betrug es 50 Millionen Franken. Ein Kantonsratsbeschluss von 1990 ermöglicht grundsätzlich eine Erhöhung auf bis zu 200 Millionen Franken.[2]

Neben dem Dotationskapital bildet die Bank eigene Mittel insbesondere durch:

  • gesetzliche Gewinnreserven;
  • Reserven für allgemeine Bankrisiken;
  • Gewinnvorträge;
  • zurückbehaltene Jahresgewinne;
  • gegebenenfalls nachrangige Verbindlichkeiten.

Die SZKB verfügt über keine Tochtergesellschaft, deren Aktien die öffentlich-rechtliche Stellung der Bank ersetzen würden. Sie kann gemäss Gesetz jedoch Tochtergesellschaften gründen und sich an anderen Unternehmen beteiligen.

Öffentlicher Leistungsauftrag

Die Bank muss nach kaufmännischen Grundsätzen geführt werden und einen angemessenen Gewinn anstreben. Gleichzeitig besitzt sie einen gesetzlich festgelegten öffentlichen Auftrag.

Gemäss dem Kantonalbankgesetz soll sie unter besonderer Berücksichtigung der Bedürfnisse der Bevölkerung, der Wirtschaft und der öffentlichen Hand zu einer ausgewogenen und nachhaltigen Entwicklung des Kantons Schwyz beitragen.[1]

Dieser Auftrag umfasst insbesondere:

  • die Versorgung der Bevölkerung mit Bank- und Finanzdienstleistungen;
  • die Finanzierung von Wohneigentum;
  • die Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen;
  • die Betreuung kantonaler und kommunaler Körperschaften;
  • die Bereitstellung von Spar-, Vorsorge- und Anlagemöglichkeiten;
  • die Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung des Kantons;
  • die Erhaltung einer regional verankerten Beratungs- und Vertriebsstruktur.

Der Leistungsauftrag bedeutet nicht, dass die Bank Kredite unabhängig von Bonität und Risiko gewähren muss. Sie hat die bankengesetzlichen Vorschriften, ihre Risikopolitik und kaufmännische Grundsätze einzuhalten.

Geografischer Geschäftsbereich

Der geografische Geschäftsbereich umfasst in erster Linie den Kanton Schwyz. Geschäfte in der übrigen Schweiz und im Ausland sind erlaubt, sofern daraus keine unverhältnismässigen Risiken entstehen und die Erfüllung des Leistungsauftrags im Kanton nicht beeinträchtigt wird.

Die Auslandaktiven dürfen nach dem Kantonalbankgesetz in der Regel höchstens fünf Prozent der Bilanzsumme betragen.[1]

Ende 2025 entfielen rund 2,7 Prozent der Bilanzaktiven auf Auslandpositionen. Der überwiegende Teil dieser Engagements befand sich nach Angaben der Bank in Ländern mit hoher Bonität.[2]

Der regionale Schwerpunkt zeigt sich besonders im Kreditgeschäft. Ein grosser Teil der Hypotheken, Unternehmenskredite und Kundeneinlagen steht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Wirtschafts- und Immobilienraum des Kantons Schwyz.

Staatsgarantie

Der Kanton Schwyz haftet gemäss Gesetz für alle Verbindlichkeiten der SZKB, soweit deren eigene Mittel nicht ausreichen. Ausgenommen sind nachrangige Verbindlichkeiten.

Die Staatsgarantie umfasst insbesondere:

  • Guthaben auf Privat-, Lohn- und Sparkonten;
  • Festgelder;
  • Kassenobligationen;
  • von der SZKB ausgegebene Obligationenanleihen;
  • bestimmte Freizügigkeits- und Säule-3a-Guthaben, die über angeschlossene Stiftungen geführt werden.

Nicht unter die Staatsgarantie fallen Wertschriften, die lediglich in einem Kundendepot verwahrt werden. Solche Vermögenswerte gehören den Kunden und werden im Konkursfall grundsätzlich aus der Konkursmasse ausgesondert.[3]

Die Staatsgarantie kommt erst zum Tragen, wenn die eigenen Mittel der Bank nicht ausreichen. Sie ersetzt daher nicht die Pflicht der SZKB, ausreichende Eigenmittel und Liquiditätsreserven zu halten.

Abgeltung

Die Bank bezahlt dem Kanton eine jährliche Entschädigung für die Staatsgarantie. Diese beträgt gesetzlich ein Prozent der bundesrechtlich erforderlichen eigenen Mittel.

Für das Geschäftsjahr 2025 belief sich die Abgeltung der Staatsgarantie auf rund 14,12 Millionen Franken.[2]

Die Entschädigung soll den wirtschaftlichen Wert der Garantie berücksichtigen. Gleichzeitig profitiert die Bank bei der Mittelbeschaffung von der hohen Bonität des Kantons und dem dadurch gestärkten Vertrauen der Gläubiger.

Aufsicht

Die Schwyzer Kantonalbank besitzt eine Bankbewilligung der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht und untersteht der schweizerischen Bankenaufsicht. Die FINMA führt sie als Bank der Aufsichtskategorie 3.[4]

Für die aufsichtsrechtlichen Anforderungen gelten insbesondere:

  • das Bankengesetz;
  • die Bankenverordnung;
  • die Eigenmittel- und Liquiditätsvorschriften;
  • die Rechnungslegungsvorschriften der FINMA;
  • die Bestimmungen zur Geldwäschereibekämpfung;
  • die Vorschriften über Finanzdienstleistungen und Finanzinstitute;
  • die Regeln zum Anleger- und Einlegerschutz.

Neben der eidgenössischen Bankenaufsicht besteht eine kantonale Oberaufsicht. Der Schwyzer Kantonsrat wählt den Bankrat, genehmigt die Revisionsstelle und behandelt den Jahresbericht sowie die Jahresrechnung.

Eine besondere kantonsrätliche Aufsichtskommission unterstützt den Kantonsrat bei der Wahrnehmung seiner Aufgaben. Sie erhält Einsicht in Berichte der Revisionsstelle und kann zusätzliche Abklärungen beantragen.

Geschäftstätigkeit

= Privatkundengeschäft

Das Privatkundengeschäft umfasst Dienstleistungen für den täglichen Zahlungsverkehr, das Sparen, die Finanzierung von Wohneigentum sowie die private Vorsorge.

Zu den Angeboten gehören:

  • Privat-, Lohn- und Sparkonten;
  • Debit- und Kreditkarten;
  • E-Banking und Mobile Banking;
  • Hypotheken;
  • Bau- und Renovationskredite;
  • Konsum- und Lombardkredite;
  • Säule-3a- und Freizügigkeitslösungen;
  • Wertschriftendepots;
  • Anlageberatung und Vermögensverwaltung.

Die Finanzierung von Wohneigentum gehört zu den bedeutendsten Geschäftsbereichen. Der grösste Teil der Kundenausleihungen besteht aus Hypothekarforderungen.

Ende 2025 beliefen sich die Hypothekarforderungen auf rund 18,20 Milliarden Franken. Weitere Forderungen gegenüber Kunden erreichten rund 1,18 Milliarden Franken.[2]

= Firmenkundengeschäft

Die SZKB betreut Unternehmen unterschiedlicher Grösse, wobei kleine und mittlere Unternehmen aus dem Kanton einen besonderen Stellenwert besitzen.

Das Firmenkundengeschäft umfasst unter anderem:

  • Betriebskredite;
  • Investitionsfinanzierungen;
  • Immobilienfinanzierungen;
  • Konten und Zahlungsverkehr;
  • Devisen- und Zinsabsicherungen;
  • Bürgschaften und Garantien;
  • Lösungen für Unternehmensgründungen;
  • Beratung bei Nachfolgeregelungen;
  • Firmenvorsorge;
  • Liquiditäts- und Vermögensmanagement.

Die Bank arbeitet mit kantonalen Wirtschaftsorganisationen, Gewerbeverbänden und Bildungsanbietern zusammen. Sie führt ausserdem die Geschäftsstelle des Bürgschaftsfonds des Kantons Schwyz.

= Private Banking und Anlagegeschäft

Das Private Banking richtet sich an vermögende Privatpersonen, Familien, Unternehmer und institutionelle Kunden.

Die Bank bietet:

  • Anlageberatung;
  • Vermögensverwaltungsmandate;
  • Finanz- und Vorsorgeplanung;
  • Nachlass- und Nachfolgeplanung;
  • eigene Anlagefonds;
  • Wertschriftenhandel;
  • Depot- und Verwahrungsdienstleistungen;
  • Beratung externer Vermögensverwalter.

Das Anlagegeschäft wurde seit den 2010er-Jahren gezielt ausgebaut. Ende 2025 erreichte das Depotvermögen 12,5 Milliarden Franken. Das gesamte Kundenvermögen belief sich auf rund 29,32 Milliarden Franken.[2]

Zu den eigenen Produkten gehören Strategie-, Aktien-, Dividenden-, Vorsorge- und weitere Anlagefonds. Die Fonds werden im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften von bewilligten Fondsleitungen verwaltet.

= Institutionelle Kunden und öffentliche Hand

Die SZKB betreut Gemeinden, Bezirke, öffentlich-rechtliche Anstalten, Pensionskassen, Stiftungen und weitere institutionelle Kunden.

Zu den Dienstleistungen gehören:

  • Kontoführung;
  • Zahlungsverkehr;
  • Anlageberatung;
  • Vermögensverwaltung;
  • Finanzierungen;
  • Kapitalmarkttransaktionen;
  • Liquiditätsplanung;
  • Verwahrung von Wertschriften.

Aufgrund ihrer Eigentumsstruktur unterhält die Bank enge wirtschaftliche Beziehungen zum Kanton. Die Kredit- und Anlageentscheide müssen dennoch nach den bankinternen Kompetenz- und Risikovorschriften erfolgen.

Filialnetz

Ende 2025 betrieb die Schwyzer Kantonalbank 22 Filialen und mehrere Fachzentren. Alle Standorte befinden sich im Kanton Schwyz.[2]

Das Geschäftsstellennetz deckt sowohl Innerschwyz als auch Ausserschwyz ab. Filialen bestehen unter anderem in:

  • Schwyz;
  • Brunnen;
  • Goldau;
  • Küssnacht;
  • Einsiedeln;
  • Muotathal;
  • Pfäffikon;
  • Lachen;
  • Wollerau;
  • Altendorf;
  • Reichenburg;
  • Schindellegi;
  • Wangen.

Die Funktion der Filialen veränderte sich mit der Digitalisierung. Bargeld- und Standardtransaktionen werden zunehmend über Bancomaten, Onlinekanäle und mobile Anwendungen abgewickelt. In den Geschäftsstellen stehen deshalb persönliche Beratung, Finanzierungen, Vorsorge und Anlagen stärker im Vordergrund.

Im Juni 2026 eröffnete die SZKB in Wangen ihre erste Filiale nach einem neuen Raum- und Beratungskonzept. Dieses soll schrittweise als Grundlage für weitere Erneuerungen des Geschäftsstellennetzes dienen.[5]

Digitale Dienstleistungen

Die Bank bietet E-Banking, Mobile Banking, TWINT, mobile Zahlungslösungen und verschiedene Onlineprodukte an.

Zu den digitalen Angeboten gehören:

  • Konto- und Vermögensübersichten;
  • elektronische Zahlungen;
  • Verwaltung von Karten;
  • Wertschriftenhandel;
  • digitale Dokumente;
  • Onlineeröffnung von Privat- und Sparkonten;
  • Onlinebestellung von Debitkarten;
  • digitale Säule 3a;
  • elektronische Hypothekenanfragen;
  • kontaktlose Bargeldbezüge mit Smartphone oder Smartwatch.

Im Oktober 2025 löste eine neue Mobile-Banking-Anwendung die bisherige App vollständig ab. Seit März 2025 können an entsprechend ausgerüsteten Bancomaten kontaktlose Bargeldbezüge ohne physische Karte vorgenommen werden.[2]

Ende 2025 bestanden rund 108'500 Digital-Banking-Kundenstämme. Im selben Jahr wurden ungefähr 9,8 Millionen elektronische Zahlungen verarbeitet.

Die Digitalisierung ergänzt nach Darstellung der Bank die persönliche Beratung, soll diese aber nicht vollständig ersetzen.

Organe

Die gesetzlichen Organe der Schwyzer Kantonalbank sind:

  1. der Bankrat;
  2. die Geschäftsleitung;
  3. die Revisionsstelle.

Bankrat

Der Bankrat ist das oberste Leitungs- und Aufsichtsorgan der SZKB. Er legt die Strategie fest, erlässt Reglemente, überwacht die Geschäftsleitung und entscheidet über Geschäfte, die ihm nach Gesetz oder Organisationsreglement zugewiesen sind.

Er besteht aus dem Bankpräsidenten und acht weiteren Mitgliedern. Die Mitglieder werden vom Kantonsrat für eine Amtsdauer von vier Jahren gewählt.

Zu den Aufgaben des Bankrats gehören insbesondere:

  • Festlegung der Geschäftsstrategie;
  • Erlass der Organisations- und Risikoreglemente;
  • Ernennung und Abberufung der Mitglieder der Geschäftsleitung;
  • Überwachung der Geschäftsführung;
  • Genehmigung der Risikopolitik;
  • Vorbereitung von Jahresbericht und Jahresrechnung;
  • Antrag zur Gewinnverwendung;
  • Einsetzung der Bankratsausschüsse.

Bankpräsident ist August Benz, Vizepräsident ist Stefan Pfyl. Nach Angaben der SZKB erfüllen sämtliche Mitglieder die Unabhängigkeitskriterien der FINMA für Bankverwaltungsorgane.[6]

Der Bankrat verfügt unter anderem über einen Prüfungs- und einen Risikoausschuss. Die Ausschüsse bereiten Geschäfte vor und unterstützen die Kontrolle von Rechnungslegung, Revision und Risikomanagement.

Geschäftsleitung

Die Geschäftsleitung führt das operative Geschäft. Sie setzt die Strategie des Bankrats um und trägt die Verantwortung für den laufenden Bankbetrieb.

Im August 2026 gehörten der Geschäftsleitung an:

Person Funktion
Michel Degen Vorsitzender der Geschäftsleitung und Leiter des Präsidialbereichs
Patrick Caspar Leiter Privat- und Firmenkunden
Michaela Ernst Leiterin Digitalisierung und Services
Lorenz Keller Leiter Private Banking
Jürg Billeter Leiter Finanz- und Risikomanagement ad interim

Michel Degen führt die Bank seit Februar 2025 und wurde am 24. Juni 2025 definitiv zum Vorsitzenden der Geschäftsleitung ernannt.[7]

Im Juli 2026 ernannte der Bankrat Mirco Hager zum neuen Finanzchef und Mitglied der Geschäftsleitung. Er soll die Leitung des Bereichs Finanz- und Risikomanagement spätestens am 1. September 2026 von Jürg Billeter übernehmen.[8]

Revisionsstelle und interne Revision

Die externe Revisionsstelle prüft die Jahresrechnung und die Einhaltung der bankengesetzlichen Vorschriften. Ihre Wahl beziehungsweise Bestätigung erfolgt im Rahmen der gesetzlichen Zuständigkeiten von Bankrat, Kantonsrat und FINMA.

Daneben besitzt die SZKB eine interne Revision, die organisatorisch vom operativen Geschäft unabhängig ist. Sie überprüft interne Prozesse, Kontrollen, Risikomanagement und die Umsetzung von Vorgaben.

Gewinnverwendung

Das Kantonalbankgesetz legt die Reihenfolge der Gewinnverwendung fest.

Der Jahresgewinn wird nach Berücksichtigung eines angemessenen Gewinnvortrags verwendet für:

  1. die Verzinsung des Dotationskapitals;
  2. die Abgeltung der Staatsgarantie;
  3. die Zuweisung von höchstens 50 Prozent des verbleibenden Gewinns an die gesetzliche Reserve;
  4. die Ausschüttung des Restbetrags an den Kanton Schwyz.

Für das Geschäftsjahr 2025 beantragte der Bankrat eine Gesamtablieferung von 56,4 Millionen Franken an den Kanton. Darin enthalten waren:

  • rund 0,39 Millionen Franken Verzinsung des Dotationskapitals;
  • rund 14,12 Millionen Franken Abgeltung der Staatsgarantie;
  • rund 41,88 Millionen Franken zusätzliche Zuweisung an die Staatskasse.

Weitere 28 Millionen Franken sollten der gesetzlichen Gewinnreserve zugewiesen werden.[2]

Die Ablieferungen bilden für den Kanton eine regelmässige Einnahmequelle. Gleichzeitig verbleibt ein Teil der Gewinne in der Bank, um die Eigenkapitalbasis und das zukünftige Wachstum zu finanzieren.

Geschäftszahlen

Die wichtigsten Kennzahlen für 2025 lauteten:[2]

Kennzahl 2025 Veränderung gegenüber 2024
Bilanzsumme 24,16 Mrd. Fr. +1,0 %
Kundenausleihungen 19,38 Mrd. Fr. +2,7 %
Kundengelder 16,82 Mrd. Fr. −0,1 %
Kundenvermögen 29,32 Mrd. Fr. +4,4 %
Depotvermögen 12,5 Mrd. Fr. rund +10,6 %
Eigene Mittel 2,44 Mrd. Fr. +3,5 %
Betriebsertrag 285,26 Mio. Fr. −5,2 %
Geschäftserfolg 139,67 Mio. Fr. −8,3 %
Jahresgewinn 84,52 Mio. Fr. −4,3 %
Vollzeitstellen im Jahresdurchschnitt 565 +0,8 %
Cost/Income Ratio 46,0 % Vorjahr 42,9 %
Gesamtkapitalquote 23,8 %
Liquiditätsdeckungsquote 152 %

Der wichtigste Ertragsbestandteil war weiterhin das Zinsengeschäft. Der Brutto-Zinserfolg sank 2025 infolge des niedrigeren Zinsniveaus auf 172,2 Millionen Franken.

Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft erhöhte sich dagegen auf 72 Millionen Franken. Das Wachstum wurde insbesondere durch das Anlage- und Wertschriftengeschäft getragen.

Eigenmittel und Bonität

Ende 2025 verfügte die Bank über eigene Mittel von rund 2,44 Milliarden Franken. Davon entfielen 1,48 Milliarden Franken auf Reserven für allgemeine Bankrisiken.

Die risikogewichtete Gesamtkapitalquote betrug 23,8 Prozent und lag damit deutlich über den regulatorischen Mindestanforderungen. Die Liquiditätsdeckungsquote erreichte 152 Prozent.[2]

Die Ratingagentur Standard & Poor’s bestätigte im November 2025 das langfristige Rating AA+. Das Rating berücksichtigt die eigene finanzielle Stabilität der Bank sowie die Möglichkeit einer Unterstützung durch den Kanton Schwyz.

Ein Rating ist keine Einlagengarantie und keine Empfehlung zum Kauf von Finanzprodukten. Es stellt die Einschätzung einer Ratingagentur zur Kreditwürdigkeit dar und kann verändert werden.

Geschichte

Entstehung

Die Gründung einer kantonalen Bank wurde im 19. Jahrhundert vor allem mit dem Bedarf nach sicheren Sparmöglichkeiten und Krediten für Landwirtschaft, Gewerbe und Bevölkerung begründet.

1879 beschloss der Kanton Schwyz ein erstes Gesetz zur Errichtung einer Kantonalbank. Die praktische Umsetzung dauerte jedoch mehr als zehn Jahre.

1890 wurde die Kantonalbank Schwyz gegründet und der Hauptsitz eröffnet. Aus dem ursprünglichen Institut entwickelte sich später die heutige Schwyzer Kantonalbank.[9]

Ausbau bis 1969

Die Bank baute ihre Tätigkeit schrittweise auf die verschiedenen Regionen des Kantons aus. Sie finanzierte Landwirtschaft, Gewerbe, Wohnbauten und öffentliche Infrastruktur.

Seit 1908 führte sie in Schwyz eine Agentur der Schweizerischen Nationalbank.

1967 bezog sie das Hauptgebäude an der Bahnhofstrasse 3 in Schwyz. Dieses dient weiterhin als Hauptsitz. Ende der 1960er-Jahre überschritt die Bilanzsumme erstmals eine Milliarde Franken.[9]

Technische Modernisierung

1972 nahm die Bank am Hauptsitz ihren ersten Bancomaten in Betrieb. Im selben Jahr führte sie die elektronische Datenverarbeitung ein.

1976 erfolgte der Anschluss an das internationale Nachrichten- und Zahlungsverkehrssystem SWIFT.

In den 1980er-Jahren trat ein neues Kantonalbankgesetz in Kraft. Der Hauptsitz wurde umgebaut und durch zusätzliche Gebäude am Steisteg erweitert.

Anfang der 1990er-Jahre überschritt die Bilanzsumme fünf Milliarden Franken. Gleichzeitig wurden Zahlungsverkehr, Kundenbetreuung und interne Verarbeitung stärker zentralisiert.

Internet und neue Bankplattform

Ab Ende der 1990er-Jahre baute die SZKB ihre digitalen Angebote aus. Dazu gehörten eine Internetbörse, telefonische Kontoinformationen, E-Banking und später Mobile Banking.

2004 wechselte die Bank auf die Kernbankenplattform Finnova. Die Plattform wurde später auch von weiteren Kantonal- und Regionalbanken genutzt.

2005 überschritt das operative Ergebnis erstmals 100 Millionen Franken. Im folgenden Jahr erreichte die Bilanzsumme zehn Milliarden Franken.

Gesetz von 2010

Am 17. Februar 2010 verabschiedete der Kantonsrat ein neues Gesetz über die Schwyzer Kantonalbank. Es trat nach der kantonalen Volksabstimmung am 1. Januar 2011 in Kraft.

Das Gesetz:

  • trennte strategische und operative Führung klarer;
  • ordnete den Bankrat neu;
  • regelte die Gewinnverwendung;
  • bestätigte die öffentlich-rechtliche Rechtsform;
  • führte eine ausdrückliche Entschädigung für die Staatsgarantie ein;
  • definierte den Leistungsauftrag und den geografischen Geschäftsbereich.

Im gleichen Zeitraum erhielt die Bank von Standard & Poor’s zeitweise das Höchstrating AAA.[9]

Digitalisierung und Ausbau des Anlagegeschäfts

2011 führte die SZKB eine erste Mobile-Banking-Anwendung für das iPhone ein. Eine Android-Version folgte 2013.

2014 eröffnete sie ein Onlineportal für Hypotheken. In den folgenden Jahren erweiterte sie ihre Anlage- und Vorsorgeprodukte und lancierte eigene Fonds.

2015 beging die Bank ihr 125-jähriges Bestehen.

2016 wurde die kantonale Volksinitiative «Für eine flächendeckende Präsenz der Schwyzer Kantonalbank» abgelehnt. Die Initiative hatte die Filialpräsenz stärker gesetzlich absichern wollen.

2019 überschritt die Bilanzsumme erstmals 20 Milliarden Franken.

Entwicklungen seit 2020

2020 wurde Susanne Thellung als erste Frau zur Vorsitzenden der Geschäftsleitung gewählt. Im selben Jahr führte die Bank SARON-basierte Finanzierungen und weitere digitale Systeme ein.

2021 überschritt das in den eigenen Anlagefonds verwaltete Vermögen erstmals eine Milliarde Franken. 2022 lancierte die Bank eine eigene TWINT-Anwendung.

2023 erzielte sie das bis dahin höchste Geschäftsergebnis ihrer Geschichte. Das Depotvermögen überschritt erstmals zehn Milliarden Franken. Im selben Zeitraum positionierte sich die Bank verstärkt als Anlage-, Vorsorge- und «Generationenbank».

Im Februar 2025 schied Susanne Thellung aus der Bank aus. Michel Degen übernahm zunächst interimistisch und seit Juni 2025 definitiv den Vorsitz der Geschäftsleitung.

Nachhaltigkeit

Der gesetzliche Auftrag verlangt einen Beitrag zu einer ausgewogenen und nachhaltigen Entwicklung des Kantons.

Die Bank gliedert ihre Nachhaltigkeitspolitik in mehrere Bereiche:

  • verantwortungsvolles Geschäftsverhalten;
  • nachhaltige Finanzierung;
  • nachhaltiges Anlegen;
  • betrieblicher Klima- und Umweltschutz;
  • gesellschaftliches Engagement im Kanton;
  • Mitarbeitendenentwicklung;
  • Risikomanagement für Klima- und Umweltrisiken.

Seit den frühen 2020er-Jahren veröffentlicht die SZKB einen eigenständigen Nachhaltigkeitsbericht. Der Bericht für 2025 wurde nach den Standards der Global Reporting Initiative erstellt. Die Klimaberichterstattung orientierte sich an den Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures.[10]

Im Finanzierungsgeschäft bietet die Bank unter anderem Lösungen für energetische Gebäudesanierungen an. Im Anlagegeschäft berücksichtigt sie je nach Produkt ökologische, soziale und unternehmensbezogene Kriterien.

Die genaue Bedeutung von «nachhaltig» hängt von den Kriterien des jeweiligen Finanzprodukts ab. Nachhaltige Anlagen können weiterhin finanzielle, ökologische und gesellschaftliche Zielkonflikte enthalten.

Engagement im Kanton

Die SZKB unterstützt zahlreiche Projekte und Organisationen in den Bereichen:

  • Sport;
  • Kultur;
  • Bildung;
  • Brauchtum;
  • Jugendförderung;
  • Wirtschaft;
  • gemeinnützige Aktivitäten.

Die Bank ist Sponsorin regionaler Veranstaltungen, Vereine und Kulturinstitutionen. Im Bildungsbereich bietet sie Programme zum Umgang mit Geld und unterstützt Weiterbildungsangebote für kleine und mittlere Unternehmen.

Innovationsstiftung

2006 gründete die SZKB eine Innovationsstiftung mit einem Kapital von 20 Millionen Franken.

Die Stiftung unterstützt innovative Vorhaben mit Bezug zum Kanton Schwyz. Sie soll zur Entwicklung neuer Produkte, Dienstleistungen, Technologien und Geschäftsmodelle beitragen.

Die Stiftung ist rechtlich von der laufenden Geschäftstätigkeit der Bank getrennt. Über Förderbeiträge entscheidet ihr zuständiges Stiftungsorgan.

Diskussion um die gesetzliche Organisation

Die besondere Stellung der Bank führt regelmässig zu politischen Diskussionen über Eigentümerrechte, Staatsgarantie, Filialnetz, Vergütung und Zusammensetzung des Bankrats.

Im April 2026 eröffnete der Regierungsrat eine Vernehmlassung zu einer Teilrevision des Kantonalbankgesetzes. Der Entwurf sah unter anderem vor:

  • eine Verkleinerung des Bankrats zu ermöglichen;
  • Amtszeit- und Altersgrenzen einzuführen;
  • die Unabhängigkeit der Mitglieder ausdrücklich im Gesetz zu verankern;
  • die politische Einflussnahme bei der Wahl zu vermindern;
  • obligatorische Abgaben kantonsrätlicher Bankratsmitglieder an Parteien oder Fraktionen auszuschliessen.

Die Vorlage befand sich im August 2026 noch im politischen Gesetzgebungsverfahren und war zu diesem Zeitpunkt nicht geltendes Recht.[11]

Bedeutung für den Kanton

Die Schwyzer Kantonalbank gehört zu den grössten Arbeitgeberinnen und bedeutendsten Finanzinstituten des Kantons Schwyz.

Ihre Bedeutung ergibt sich aus:

  • dem hohen Anteil am kantonalen Kredit- und Hypothekarmarkt;
  • der Finanzierung von Unternehmen und Wohneigentum;
  • dem flächendeckenden Filialnetz;
  • der Beschäftigung von mehr als 600 Mitarbeitenden;
  • den jährlichen Zahlungen an den Kanton;
  • der Verwaltung kantonaler und kommunaler Gelder;
  • der Unterstützung regionaler Projekte;
  • ihrer Rolle in der wirtschaftlichen Vorsorge und Vermögensbildung.

Die Verbindung von öffentlichem Auftrag und gewinnorientierter Universalbanktätigkeit unterscheidet sie von rein privat gehaltenen Banken. Gleichzeitig steht sie im Wettbewerb mit Grossbanken, Raiffeisenbanken, Regionalbanken, Versicherungen und digitalen Finanzdienstleistern.

Siehe auch

Literatur

  • Schwyzer Kantonalbank: Geschäftsbericht 2025. Schwyz 2026.
  • Schwyzer Kantonalbank: Nachhaltigkeitsbericht 2025. Schwyz 2026.
  • Schwyzer Kantonalbank: 125 Jahre Schwyzer Kantonalbank. Schwyz 2015.
  • Kanton Schwyz: Gesetz über die Schwyzer Kantonalbank vom 17. Februar 2010. Schwyz.
  • Verband Schweizerischer Kantonalbanken: Die Kantonalbanken in der Schweiz. Basel.
  • Joseph Jung: Das Schweizer Bankwesen. Geschichte und Entwicklung. Zürich.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Gesetz über die Schwyzer Kantonalbank vom 17. Februar 2010, Systematische Gesetzessammlung des Kantons Schwyz, abgerufen am 3. August 2026.
  2. 2,00 2,01 2,02 2,03 2,04 2,05 2,06 2,07 2,08 2,09 2,10 Geschäftsbericht 2025, Schwyzer Kantonalbank, veröffentlicht am 18. März 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  3. Staatsgarantie der Schwyzer Kantonalbank, abgerufen am 3. August 2026.
  4. Bewilligte Banken und Wertpapierhäuser, Eidgenössische Finanzmarktaufsicht, abgerufen am 3. August 2026.
  5. SZKB eröffnet in Wangen erste Filiale mit neuem Konzept, Schwyzer Kantonalbank, 25. Juni 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  6. Bankrat der Schwyzer Kantonalbank, abgerufen am 3. August 2026.
  7. Bankrat wählt Michel Degen zum neuen CEO, Schwyzer Kantonalbank, 24. Juni 2025, abgerufen am 3. August 2026.
  8. Mirco Hager neuer CFO und Mitglied der Geschäftsleitung, Schwyzer Kantonalbank, 10. Juli 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  9. 9,0 9,1 9,2 Geschichte der Schwyzer Kantonalbank, abgerufen am 3. August 2026.
  10. Nachhaltigkeitsbericht 2025, Schwyzer Kantonalbank, abgerufen am 3. August 2026.
  11. Teilrevision des Gesetzes über die Schwyzer Kantonalbank – Erläuterungsbericht zur Vernehmlassung, Regierungsrat des Kantons Schwyz, April 2026, abgerufen am 3. August 2026.