Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch

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Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch
Der Grosse Aletschgletscher im UNESCO-Welterbe Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch
Art UNESCO-Weltnaturerbe
UNESCO-Bezeichnung Swiss Alps Jungfrau-Aletsch
Frühere Bezeichnung Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn
Staaten Schweiz
Kantone Bern und Wallis
Gebirge Berner Alpen
Aufnahme 2001
Erweiterung 2007
UNESCO-Nummer 1037bis
Aufnahmekriterien (vii), (viii) und (ix)
Fläche 82'400 ha beziehungsweise 824 km²
Welterbe-Gemeinden 23
Höhenbereich 809 bis 4'274 m ü. M.
Höchster Punkt Finsteraarhorn, 4'274 m ü. M.
Managementzentrum Naters
Besucherzentrum World Nature Forum, Naters
Website jungfraualetsch.ch

Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch ist ein 824 Quadratkilometer grosses UNESCO-Weltnaturerbe in den Berner Alpen. Es erstreckt sich über Teile der Kantone Bern und Wallis und umfasst eine der eindrücklichsten Hochgebirgs- und Gletscherlandschaften der Alpen.

Das Welterbe reicht von den berühmten Nordwänden von Eiger, Mönch und Jungfrau über das stark vergletscherte Zentrum der Berner Hochalpen bis zu den trockenen inneralpinen Tälern und Felsensteppen an der Walliser Südseite. Im Zentrum liegt der Grosse Aletschgletscher, der grösste und längste Gletscher der Alpen. Weitere prägende Landschaftselemente sind das Finsteraarhorn, das Aletschhorn, das Bietschhorn, die Blüemlisalp, die Aargletscher, der Fieschergletscher und der Aletschwald.

Die UNESCO nahm das damals als Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn bezeichnete Gebiet im Jahr 2001 in die Liste des Welterbes auf. Es war das erste anerkannte Weltnaturerbe des Alpenraums. Nach einer Erweiterung nach Osten und Westen im Jahr 2007 wuchs die Fläche von 53'900 auf 82'400 Hektaren. Seit 2008 lautet die offizielle internationale Bezeichnung Swiss Alps Jungfrau-Aletsch.[1]

Das Gebiet erfüllt drei der vier möglichen UNESCO-Kriterien für Naturgüter. Anerkannt wurden seine aussergewöhnliche landschaftliche Schönheit, seine geologische und glazialgeschichtliche Bedeutung sowie die Vielfalt natürlicher ökologischer Prozesse.[2]

Lage und Ausdehnung

Das Welterbe liegt im zentralen Teil der Berner Alpen. Der Alpenhauptkamm trennt den niederschlagsreichen Norden im Berner Oberland von den wesentlich trockeneren inneralpinen Tälern des Wallis.

Im Norden beginnt das Gebiet an den steilen Bergflanken oberhalb von Grindelwald, Lauterbrunnen, Kandersteg und dem Haslital. Die weithin sichtbare Hochalpenfront mit Eiger, Mönch und Jungfrau bildet einen der bekanntesten Landschaftsräume der Schweiz.

Im Zentrum erstrecken sich ausgedehnte Firn- und Gletscherflächen. Am Konkordiaplatz vereinigen sich mehrere Eisströme zum Grossen Aletschgletscher. Der Gletscher fliesst von dort in südlicher Richtung zum Aletschgebiet oberhalb des Rhonetals.

Im Westen reicht das Welterbe über das Bietschhorn, das Lötschental, den Petersgrat und die Blüemlisalp bis in die Umgebung von Kandersteg und Reichenbach im Kandertal.

Der östliche Teil umfasst Gebiete um das Finsteraarhorn, die Aargletscher, das Lauteraarhorn, das Schreckhorn, das Wetterhorn sowie die Hochgebirgslandschaften oberhalb von Guttannen, Innertkirchen, Meiringen und Schattenhalb.

Auf der Walliser Südseite gehören unter anderem das Aletschgebiet, der Aletschwald, die Täler von Baltschieder und Gredetsch sowie Teile der Lötschberg-Südrampe zum Welterbe.

Räumliche Grunddaten
Merkmal Angabe
Fläche des eigentlichen Welterbegebiets 824 km²
Fläche der erweiterten Welterbe-Region rund 1'748 km²
Anteil oberhalb von 2'000 m ü. M. rund 85 %
Fels-, Eis- und weitgehend vegetationslose Flächen rund 90 %
Gipfel über 3'500 m ü. M. rund 50
Gipfel über 4'000 m ü. M. 9
Welterbe-Gemeinden 23

Der eigentliche Welterbeperimeter besteht überwiegend aus wenig beeinflussten Hochgebirgslandschaften. Nur wenige Gebiete sind dauerhaft oder saisonal bewohnt. Dazu gehören einzelne Alpen, Berghütten, Forschungs- und Verkehrsanlagen sowie Teile des Hinteren Lauterbrunnentals und der Lötschberg-Südrampe.[2]

Landschaftsräume

Jungfraugebiet

Das Jungfraugebiet bildet den bekanntesten nördlichen Teil des Welterbes. Die Bergkette von Eiger, Mönch und Jungfrau erhebt sich steil über den Tälern von Grindelwald und Lauterbrunnen.

Die fast senkrechten Felswände markieren den Übergang vom Berner Oberland zu den Hochflächen und Gletschern des Alpenhauptkamms. Die Eigernordwand gehört zu den berühmtesten Felswänden der Welt und spielte eine bedeutende Rolle in der Geschichte des Alpinismus.

Zwischen Mönch und Jungfrau liegt das Jungfraujoch. Die Jungfraubahn erreicht dort auf 3'454 Metern über Meer den höchstgelegenen Bahnhof Europas. Die Station liegt am Rand des Welterbes und ermöglicht den Blick über den Aletschgletscher und die umliegenden Gipfel.

Die Nordseite ist niederschlagsreich. Gletscher, Schneefelder, Wasserfälle, alpine Rasen und Bergwälder prägen die Landschaft. Besonders eindrücklich sind das Lauterbrunnental mit seinen Felswänden und Wasserfällen sowie die Gletscherlandschaften oberhalb von Grindelwald.

Aletschgebiet

Das Aletschgebiet bildet das geografische und glaziologische Zentrum des Welterbes. Mehrere Firnströme vereinigen sich am Konkordiaplatz zum Grossen Aletschgletscher.

Zu den wichtigsten Zuflüssen gehören der Grosse Aletschfirn, der Jungfraufirn und das Ewigschneefeld. Am Konkordiaplatz erreicht das Eis eine Mächtigkeit von mehreren hundert Metern.

Der Grosse Aletschgletscher fliesst in einem weiten Bogen nach Süden. Seine deutlich sichtbaren Mittelmoränen entstehen dort, wo sich die Gletscherströme vereinigen und Gesteinsmaterial zwischen den Eisflächen eingeschlossen wird.

Östlich des Grossen Aletschgletschers liegt der Fieschergletscher. Er gehört ebenfalls zu den längsten Gletschern der Alpen und entwässert Teile des Finsteraarhornmassivs.

Am westlichen Rand des Aletschgletschers befindet sich der Aletschwald. Der alte Bergwald mit Arven, Lärchen, Fichten und Zwergsträuchern steht seit 1933 unter Schutz und wird vom Rückzug des Gletschers fortlaufend verändert.

Bietschhorngebiet

Das 3'934 Meter hohe Bietschhorn bildet einen markanten Mittelpunkt des westlichen Welterbegebiets. Wegen seiner symmetrischen Gipfelform wird es gelegentlich als «König des Wallis» bezeichnet.

Nördlich des Bietschhorns liegt das Lötschental. Der obere Talabschnitt mit Blatten, Fafleralp, Langgletscher und Lötschenlücke besitzt eine weitgehend erhaltene alpine Kulturlandschaft.

Südlich des Bergs gehen die hochalpinen Bereiche in trockene Hänge und Felsensteppen über. Dieser starke landschaftliche Gegensatz auf kurzer Distanz gehört zu den besonderen Merkmalen des Welterbes.

Die Täler von Bietsch, Baltschieder und Gredetsch sind tief in die Südhänge der Berner Alpen eingeschnitten. Historische Suonen führen Wasser aus den Seitentälern zu den trockenen Wiesen und Rebbergen des Rhonetals.

Blüemlisalp und Kandertal

Die Blüemlisalpgruppe liegt im nordwestlichen Teil des Welterbes. Ihre vergletscherten Gipfel erheben sich über Kandersteg, dem Oeschinensee und dem Kiental.

Der Oeschinensee liegt ausserhalb beziehungsweise am Rand des eigentlichen hochalpinen Kernbereichs, bildet aber einen wichtigen Bestandteil der umgebenden Welterbe-Region. See, Felswände, Bergwälder und Alpweiden schaffen einen deutlichen Übergang vom besiedelten Tal zum Hochgebirge.

Der Petersgrat verbindet die Blüemlisalpregion mit dem Lötschental. Er wird als hochalpiner Übergang und als Route für Ski- und Gletschertouren genutzt.

Grimsel- und Aargebiet

Der östliche Teil des Welterbes umfasst die Hochgebirgslandschaft um das Finsteraarhorn und die Aargletscher.

Der Unteraargletscher entsteht aus dem Zusammenfluss von Lauteraar- und Finsteraargletscher. Er spielte eine wichtige Rolle in der frühen Gletscherforschung. Im 19. Jahrhundert untersuchten dort Wissenschaftler wie Louis Agassiz die Bewegung und Geschichte der Gletscher.

Der Oberaargletscher liegt weiter südlich. Stauseen und Kraftwerksanlagen befinden sich teilweise ausserhalb oder am Rand des Welterbeperimeters, während die höher gelegenen Gletscher- und Gipfelregionen weitgehend unerschlossen geblieben sind.

Zum östlichen Gebiet gehören auch die Gletscherschlucht Rosenlaui und die Berglandschaften um Wetterhorn, Schreckhorn und Lauteraarhorn.

Berge

Das Welterbe enthält einen grossen Teil der höchsten Berge der Berner Alpen. Das Finsteraarhorn ist mit 4'274 Metern über Meer der höchste Punkt des Gebiets und zugleich der höchste vollständig im Kanton Bern liegende Berg.

Zu den bedeutenden Gipfeln gehören:

Viele Gipfel besitzen markante Grate, Nordwände und Felspyramiden. Sie entstanden durch das Zusammenwirken tektonischer Hebung, Verwitterung und glazialer Erosion.

Gletscher

Das Gebiet ist der am stärksten vergletscherte Teil der Alpen. Es umfasst zahlreiche Tal-, Hänge- und Kargletscher sowie ausgedehnte Firnfelder.

Zu den wichtigsten Gletschern gehören:

  • Grosser Aletschgletscher;
  • Fieschergletscher;
  • Unteraargletscher;
  • Oberaargletscher;
  • Finsteraargletscher;
  • Lauteraargletscher;
  • Langgletscher;
  • Kanderfirn;
  • Tschingelfirn;
  • Oberer Grindelwaldgletscher;
  • Unterer Grindelwaldgletscher;
  • Rosenlauigletscher;
  • Gauligletscher;
  • Mittelaletschgletscher;
  • Oberaletschgletscher.

Die Gletscher formten U-Täler, Kare, Moränen, Rundhöcker und scharfe Berggrate. Diese Formen machen das Gebiet zu einem bedeutenden Beispiel für die Wirkung von Eis auf eine Hochgebirgslandschaft.

Der Grosse Aletschgletscher ist das auffälligste Element. Er gilt als grösster Gletscher der Alpen und als einer der bekanntesten Indikatoren des Klimawandels in der Schweiz.

Geologie

Die Berner Hochalpen entstanden durch die Kollision der afrikanischen und der europäischen Kontinentalplatte. Die Hebung und Kompression des Gebirges begann vor ungefähr 20 bis 40 Millionen Jahren und dauert in abgeschwächter Form bis heute an.

Im Welterbe liegen sehr unterschiedliche Gesteinseinheiten dicht nebeneinander. Bis zu rund 400 Millionen Jahre alte kristalline Gesteine wurden während der Alpenbildung über jüngere Sedimentgesteine geschoben.[1]

Das Aar- und Gotthardmassiv besteht hauptsächlich aus kristallinen Gesteinen wie Granit und Gneis. In den nördlichen Randgebieten treten Kalk- und Sedimentgesteine auf. Der Wechsel der Gesteinsarten beeinflusst Geländeform, Bodenbildung und Pflanzenwelt.

Die starke Hebung des Gebirges wurde von fortlaufender Erosion begleitet. Flüsse, Frost, Steinschlag, Bergstürze und Gletscher tragen Gestein ab und formen die Landschaft ständig neu.

Zu den charakteristischen geomorphologischen Formen gehören:

  • U-förmige Trogtäler;
  • glaziale Kare;
  • Moränenwälle;
  • Hängetäler;
  • scharf herausgearbeitete Grate;
  • pyramidenförmige Gipfel;
  • Gletscherschliffe;
  • Felssturz- und Bergsturzgebiete.

Diese Vielfalt war ein zentraler Grund für die Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste.

Klima

Der Alpenhauptkamm bildet eine ausgeprägte Klimagrenze.

Die Nordseite erhält durch feuchte Luftmassen aus westlichen und nördlichen Richtungen grosse Niederschlagsmengen. Im Berner Oberland bestehen deshalb ausgedehnte Wälder, grüne Alpweiden, zahlreiche Bäche und Wasserfälle.

Die Walliser Südseite liegt dagegen im Regenschatten der hohen Berge. Das zentrale Rhonetal gehört zu den trockensten Regionen der Schweiz. Auf kurzer Entfernung geht die Schnee- und Eislandschaft des Hochgebirges in trockene Felsensteppen, Föhrenwälder, Wiesen, Rebberge und mediterran wirkende Vegetation über.

Die grossen Höhenunterschiede schaffen zahlreiche lokale Klimazonen. Während auf den höchsten Gipfeln ganzjährig winterliche Bedingungen herrschen, können an den tiefsten Südhängen wärmeliebende Pflanzen- und Tierarten vorkommen.

Gewässer und Wasserscheiden

Der Alpenhauptkamm bildet eine wichtige europäische Wasserscheide.

Die nördlichen Gewässer fliessen über Lütschine, Kander und Aare zum Rhein und schliesslich in die Nordsee. Die südlichen Gletscher und Bäche entwässern über die Rhone ins Mittelmeer.

Der Grosse Aletschgletscher speist die Massa. Diese fliesst durch die Massaschlucht und mündet bei Brig in die Rhone.

Die Aargletscher bilden ein bedeutendes Quellgebiet der Aare. Weitere wichtige Gewässer sind die Weisse und Schwarze Lütschine, die Kander, die Lonza sowie zahlreiche Seitenbäche des Rhonetals.

Gletscher und Schneefelder speichern grosse Wassermengen. Ihr Rückgang verändert den jahreszeitlichen Abfluss und beeinflusst langfristig Trinkwasserversorgung, Landwirtschaft, Ökosysteme und Wasserkraftnutzung.

Flora

Der Höhenbereich von rund 800 bis über 4'200 Metern und der Gegensatz zwischen feuchter Nord- und trockener Südseite führen zu einer aussergewöhnlichen Vielfalt an Lebensräumen.

In den tieferen Lagen wachsen Laub- und Mischwälder. Mit zunehmender Höhe folgen Fichten-, Lärchen- und Arvenwälder. Oberhalb der Waldgrenze liegen Zwergstrauchheiden, alpine Rasen, Schuttfluren und Felsvegetation.

Der Aletschwald gehört zu den bekanntesten Naturgebieten. Charakteristisch sind alte Arven mit teilweise verdrehten Stämmen und weit ausladenden Kronen. Einige Bäume erreichen ein sehr hohes Alter.

Auf den frisch eisfrei gewordenen Flächen lässt sich die natürliche Wiederbesiedlung besonders deutlich beobachten. Zunächst treten Flechten, Moose und einzelne Pionierpflanzen auf. Später entwickeln sich Rasen, Sträucher und schliesslich Waldgesellschaften.

Die UNESCO bewertet diese pflanzliche Sukzession als beispielhaften ökologischen Prozess von internationaler Bedeutung.[2]

An den trockenen Walliser Südhängen wachsen wärmeliebende Pflanzenarten. Felsensteppen, Trockenrasen und lichte Föhrenwälder bilden dort einen starken Gegensatz zur hochalpinen Vegetation.

Fauna

Das Welterbe bietet Lebensraum für zahlreiche Tierarten der alpinen und subalpinen Stufen.

Zu den charakteristischen Säugetieren gehören:

  • Alpensteinbock;
  • Gämse;
  • Rothirsch;
  • Reh;
  • Alpenmurmeltier;
  • Schneehase;
  • Hermelin;
  • Rotfuchs.

Unter den Vögeln kommen unter anderem Steinadler, Bartgeier, Schneehuhn, Birkhuhn, Alpendohle und Mauerläufer vor.

Der Bartgeier war in den Alpen zeitweise ausgerottet. Durch internationale Wiederansiedlungsprogramme kehrte er in verschiedene Regionen der Schweizer Alpen zurück und kann auch im Gebiet Jungfrau-Aletsch beobachtet werden.

Die wärmeren Walliser Südhänge beherbergen zudem Reptilien, Insekten und weitere Arten, die in den kühleren nördlichen Gebieten fehlen.

Landschaft und menschliche Nutzung

Obwohl der eigentliche Welterbeperimeter überwiegend aus Naturlandschaften besteht, ist die umgebende Region seit Jahrhunderten vom Menschen geprägt.

Alpwirtschaft, Viehzucht, Forstwirtschaft und Bewässerung formten die Kulturlandschaft. Historische Suonen leiten Schmelz- und Quellwasser über weite Strecken zu Wiesen, Äckern und Rebbergen.

Im Lötschental, im Kandertal, im Lauterbrunnental und an den Walliser Südhängen sind traditionelle Siedlungen, Speicher, Ställe und Alpgebäude erhalten. Viele dieser Bauten bestehen aus Holz oder lokalem Naturstein.

Die Nutzung der Alpen hält offene Weideflächen frei und trägt zur Artenvielfalt bei. Der Rückgang der Landwirtschaft kann dagegen zu Verbuschung, Waldzunahme und zum Verlust traditioneller Landschaftselemente führen.

Zur Welterbe-Region zählen die vollständigen Gemeindegebiete der 23 Trägergemeinden. Sie umfasst rund 1'748 Quadratkilometer und hat ungefähr 35'000 Einwohner.[3]

Geschichte des Alpinismus

Die Berge des heutigen Welterbes spielten eine zentrale Rolle in der Entwicklung des europäischen Alpinismus.

Im 18. und frühen 19. Jahrhundert begannen Naturforscher und Reisende, die Gletscher und Gipfel der Berner Alpen wissenschaftlich zu untersuchen. Die schwer zugänglichen Täler und Eisflächen galten zunächst als bedrohliche und zugleich faszinierende Landschaften.

Die Erstbesteigung der Jungfrau erfolgte 1811 durch Johann Rudolf und Hieronymus Meyer mit einheimischen Begleitern. Das Finsteraarhorn wurde nach mehreren frühen Versuchen 1829 bestiegen. Die Erstbesteigung des Eigers gelang 1858, jene des Bietschhorns 1859.

Bergführer aus Grindelwald, Lauterbrunnen, Kandersteg und dem Wallis erlangten im 19. Jahrhundert internationale Bekanntheit. Gemeinsam mit ausländischen Alpinisten erschlossen sie zahlreiche Gipfel und Übergänge.

Die Eigernordwand wurde 1938 erstmals vollständig durchstiegen. Ihre Geschichte mit erfolgreichen und tragischen Unternehmungen machte sie zu einem Symbol des modernen Bergsteigens.

Der Alpinismus wurde 2019 gemeinsam auf Antrag von Frankreich, Italien und der Schweiz in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen.

Tourismus

Die Landschaft von Jungfrau-Aletsch gehört seit dem 19. Jahrhundert zu den wichtigsten touristischen Regionen der Schweiz.

Die Eröffnung von Eisenbahnen und Bergbahnen erleichterte den Zugang. Von besonderer Bedeutung waren die Berner-Oberland-Bahnen, die Wengernalpbahn, die Jungfraubahn, die Lötschbergbahn und die Bahnlinien im Rhonetal.

Heute liegen rund um das Welterbe bedeutende Ferienregionen:

  • Jungfrau Region mit Grindelwald, Wengen, Mürren und Lauterbrunnen;
  • Aletsch Arena mit Riederalp, Bettmeralp und Fiesch-Eggishorn;
  • Lötschental;
  • Kandersteg und Kiental;
  • Haslital und Grimselgebiet.

Die Hochgebirgslandschaft wird durch Wandern, Bergsteigen, Skitouren, Gletschertouren und geführte Exkursionen erlebt. Aussichtspunkte befinden sich unter anderem auf Jungfraujoch, Eggishorn, Bettmerhorn, Moosfluh, Riederfurka und Schynige Platte.

Ein grosser Teil des Kerngebiets ist nur zu Fuss oder mit alpiner Ausrüstung erreichbar. Zahlreiche Hütten des Schweizer Alpen-Clubs dienen als Stützpunkte.

Zu den bekannten Hütten gehören:

  • Konkordiahütte;
  • Finsteraarhornhütte;
  • Mönchsjochhütte;
  • Hollandiahütte;
  • Oberaarjochhütte;
  • Lauteraarhütte;
  • Gaulihütte;
  • Glecksteinhütte;
  • Blüemlisalphütte;
  • Baltschiederklause.

Tourismus gehört zugleich zu den wichtigsten Herausforderungen des Welterbemanagements. Besucherströme, Bergbahnen, Wintersport, Helikopterflüge und neue Infrastruktur müssen mit dem Schutz des aussergewöhnlichen universellen Werts vereinbar bleiben.

Entstehung des Welterbes

Idee und Charta vom Konkordiaplatz

Die Idee eines UNESCO-Welterbes entstand in den 1990er Jahren. Gemeinden, Natur- und Landschaftsschutzorganisationen, Tourismusvertreter und Fachpersonen arbeiteten an einer gemeinsamen Kandidatur.

Eine zentrale Grundlage bildete die Charta vom Konkordiaplatz. Darin verpflichteten sich die beteiligten Gemeinden, die Natur- und Kulturlandschaft zu erhalten und die wirtschaftliche Entwicklung nachhaltig zu gestalten.

Die Charta steht für einen partnerschaftlichen Ansatz. Nicht eine zentrale Behörde, sondern Gemeinden, Kantone, Bund und regionale Organisationen sollten gemeinsam Verantwortung übernehmen.

Aufnahme 2001

Der Bundesrat reichte die Kandidatur bei der UNESCO ein. Am 13. Dezember 2001 nahm das Welterbekomitee das Gebiet unter dem Namen Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn in die Welterbeliste auf.

Der ursprüngliche Perimeter umfasste 53'900 Hektaren. Er konzentrierte sich auf das Jungfrau-Aletsch-Gebiet, den Grossen Aletschgletscher und das Bietschhorn.

Die Auszeichnung war die erste Anerkennung eines Naturgebiets im Alpenraum als UNESCO-Welterbe.

Erweiterung 2007

Bereits nach der Aufnahme wurden Pläne für eine Erweiterung entwickelt. Der Perimeter sollte landschaftlich und ökologisch bedeutende Gebiete im Osten und Westen einschliessen.

Die Erweiterung umfasste unter anderem die Blüemlisalpregion, Teile des Kandertals, die Aargletscher, das Grimselgebiet sowie zusätzliche Gebiete im Lötschental und auf der Walliser Südseite.

Am 28. Juni 2007 genehmigte das Welterbekomitee die Erweiterung um 28'500 Hektaren. Die Gesamtfläche stieg damit auf 82'400 Hektaren.[4]

Gleichzeitig wurde der Managementplan anerkannt. Dieser war in einem breit abgestützten Prozess unter Beteiligung der Gemeinden erarbeitet worden.

Namensänderung 2008

Im Jahr 2008 genehmigte das Welterbekomitee die Änderung der internationalen Bezeichnung in Swiss Alps Jungfrau-Aletsch beziehungsweise französisch Alpes suisses Jungfrau-Aletsch.[5]

Die deutsche Trägerschaft verwendet die Bezeichnung UNESCO-Welterbe Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch. Der Name Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn ist in älteren Dokumenten weiterhin verbreitet.

UNESCO-Kriterien

Kriterium vii: aussergewöhnliche Naturschönheit

Das Gebiet gilt als eine der spektakulärsten Hochgebirgslandschaften der Welt.

Die Nordwandkette von Eiger, Mönch und Jungfrau, die grossen Gletscher, die markanten Gipfel und die tief eingeschnittenen Täler bilden ein Landschaftsbild von aussergewöhnlicher ästhetischer Wirkung.

Diese Landschaft beeinflusste europäische Kunst, Literatur, Naturwissenschaft, Bergsteigen und Tourismus. Bilder der Jungfrau, des Eigers und des Aletschgletschers wurden zu international bekannten Darstellungen der Schweiz.

Kriterium viii: Erdgeschichte und Gebirgsbildung

Das Welterbe dokumentiert die Entstehung der Hochalpen besonders anschaulich.

Tektonische Überschiebungen, Faltungen und Hebungen zeigen die Wirkung der Kollision zwischen afrikanischer und europäischer Platte. Alte kristalline Gesteine wurden über jüngere Sedimentschichten geschoben.

Die Gletscherlandschaft enthält zahlreiche klassische Formen der Eiszeit- und Hochgebirgsmorphologie. Dazu gehören Trogtäler, Kare, Moränen, Gletscherzungen und scharf herausgearbeitete Gipfel.

Kriterium ix: ökologische Prozesse

Der grosse Höhenbereich und die Unterschiede zwischen feuchter Nord- und trockener Südseite ermöglichen eine aussergewöhnliche Vielfalt alpiner und subalpiner Lebensräume.

Besonders gut lässt sich beobachten, wie Pflanzen und Tiere neu freigelegte Flächen nach dem Rückzug der Gletscher besiedeln.

Der Aletschwald zeigt charakteristische obere und untere Waldgrenzen sowie verschiedene Entwicklungsstufen eines natürlichen Bergwaldökosystems.

Welterbe-Gemeinden

Das Welterbe wird von 23 Gemeinden in den Kantonen Bern und Wallis getragen. Acht Gemeinden liegen im Kanton Bern, 15 im Kanton Wallis.[3]

Gemeinden des UNESCO-Welterbes Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch
Gemeinde Kanton Landschaftsraum
Ausserberg Wallis Lötschberg-Südrampe und Walliser Trockengebiet
Baltschieder Wallis Baltschiedertal
Bellwald Wallis Oberes Goms und Fieschergletschergebiet
Bettmeralp Wallis Aletschgebiet
Blatten (Lötschen) Wallis Oberes Lötschental
Eggerberg Wallis Lötschberg-Südrampe und Walliser Trockengebiet
Ferden Wallis Lötschental
Fieschertal Wallis Fieschergletscher und Finsteraarhorngebiet
Grindelwald Bern Eiger-, Wetterhorn- und Gletschergebiet
Guttannen Bern Grimsel- und Aargletschergebiet
Innertkirchen Bern Haslital und Gauligebiet
Kandersteg Bern Blüemlisalp- und Kandertalgebiet
Kippel Wallis Lötschental
Lauterbrunnen Bern Lauterbrunnental und Jungfraugebiet
Meiringen Bern Haslital und Rosenlauigebiet
Naters Wallis Belalp, Aletschwald und Gredetschtal
Niedergesteln Wallis Jolital und Lötschberg-Südrampe
Raron Wallis Bietsch- und Walliser Trockengebiet
Reichenbach im Kandertal Bern Kiental und Blüemlisalpgebiet
Riederalp Wallis Aletschwald und Aletschgebiet
Schattenhalb Bern Rosenlauital
Steg-Hohtenn Wallis Lötschberg-Südrampe
Wiler (Lötschen) Wallis Lötschental

Weitere Gemeinden in der Umgebung arbeiten als Partnergemeinden mit der Trägerschaft zusammen, gehören jedoch nicht zu den 23 eigentlichen Welterbe-Gemeinden.

Trägerschaft und Organisation

Die Verantwortung für die regionale Umsetzung liegt bei der Stiftung UNESCO-Welterbe Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch.

Die Stiftung wird von den beteiligten Gemeinden und weiteren Partnern getragen. Sie arbeitet mit den Kantonen Bern und Wallis, dem Bund, Tourismusorganisationen, wissenschaftlichen Einrichtungen und Naturschutzorganisationen zusammen.

Das Managementzentrum befindet sich an der Bahnhofstrasse 9a in Naters. Es koordiniert Projekte zur Erhaltung des Welterbes, nachhaltigen Regionalentwicklung, Bildung, Forschung und Vermittlung.[6]

Zu den Organen und Einrichtungen gehören:

  • der Stiftungsrat;
  • das Managementzentrum;
  • ein Patronatskomitee;
  • Arbeitsgruppen und Fachkommissionen;
  • das Besucherzentrum World Nature Forum.

Die Gemeinden verpflichten sich mit der Charta vom Konkordiaplatz zur gemeinsamen Erhaltung des Gebiets und zu einer nachhaltigen Entwicklung der umgebenden Region.

Schutz

Die Aufnahme in die UNESCO-Welterbeliste schafft in der Schweiz kein eigenständiges neues Schutzgesetz. Der Schutz stützt sich auf bestehende eidgenössische, kantonale und kommunale Vorschriften.

Grosse Teile des Gebiets sind bereits durch verschiedene Instrumente geschützt. Dazu gehören:

  • Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung;
  • nationale und kantonale Naturschutzgebiete;
  • Jagdbanngebiete;
  • Waldreservate;
  • Moor- und Auenschutzgebiete;
  • kommunale Schutz- und Nutzungsplanungen;
  • Gewässerschutz;
  • Natur- und Heimatschutzgesetz;
  • Raumplanungsgesetz.

Der Aletschwald ist ein besonders bekanntes Schutzgebiet. Weitere geschützte Landschaften befinden sich im Lauterbrunnental, im Kiental, im Grimselgebiet und an der Lötschberg-Südrampe.

Die Welterbe-Trägerschaft besitzt keine allgemeine Polizeigewalt. Sie koordiniert, informiert und unterstützt Projekte, während rechtlich verbindliche Entscheide bei Bund, Kantonen und Gemeinden liegen.

Managementstrategie

Die Managementstrategie verbindet den Schutz des aussergewöhnlichen universellen Werts mit einer nachhaltigen Entwicklung der Region.

Wichtige Handlungsfelder sind:

  • Natur- und Landschaftsschutz;
  • nachhaltiger Tourismus;
  • Landwirtschaft und Kulturlandschaftspflege;
  • Mobilität;
  • Bildung und Vermittlung;
  • Forschung und Monitoring;
  • regionale Wertschöpfung;
  • Zusammenarbeit der Gemeinden;
  • Anpassung an den Klimawandel.

Die Strategie wurde in einem partizipativen Prozess entwickelt. Die UNESCO bezeichnete dieses Vorgehen als beispielhaft.[1]

Konkrete Projekte umfassen Landschaftspflegeeinsätze, Bildungsangebote für Schulen, Besucherlenkung, Förderung regionaler Produkte und wissenschaftliche Langzeitbeobachtungen.

World Nature Forum

Das World Nature Forum in Naters ist das Besucher-, Studien- und Kongresszentrum des Welterbes.

Es wurde 2016 eröffnet und vermittelt die Natur- und Kulturlandschaft des Gebiets mit Filmen, Modellen, interaktiven Stationen und historischen Objekten.

Die Ausstellung behandelt unter anderem:

  • Entstehung der Alpen;
  • Gletscher und Klimawandel;
  • Tier- und Pflanzenwelt;
  • Alpwirtschaft und Suonen;
  • Tourismus und Bergsteigen;
  • Schutz und nachhaltige Entwicklung.

Ein besonderer Teil der Ausstellung ist ein historischer Eisenbahnwagen der Jungfraubahn. Das World Nature Forum wurde 2019 beim Europäischen Museumspreis mit dem Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet.[7]

Forschung

Die Region besitzt eine lange wissenschaftliche Tradition.

Im 19. Jahrhundert untersuchten Louis Agassiz und weitere Forscher am Unteraargletscher die Bewegung und Ausdehnung der Gletscher. Ihre Arbeiten trugen wesentlich zur Entwicklung der Eiszeittheorie bei.

Auf dem Jungfraujoch befinden sich seit dem 20. Jahrhundert Forschungsstationen für Meteorologie, Klimaforschung, Astronomie, Medizin und Atmosphärenwissenschaften.

Heute werden unter anderem folgende Themen untersucht:

  • Entwicklung der Gletscher;
  • Permafrost;
  • Naturgefahren;
  • Pflanzenbesiedlung eisfreier Flächen;
  • Waldentwicklung;
  • Veränderungen der Artenvielfalt;
  • Wasserhaushalt;
  • Tourismus und Regionalentwicklung;
  • Wahrnehmung der Landschaft.

Das Gebietsmonitoring soll Veränderungen frühzeitig erkennen und Grundlagen für Schutz- und Managemententscheide bereitstellen.[8]

Klimawandel

Der Klimawandel ist im Welterbe besonders deutlich sichtbar.

Seit dem Ende der Kleinen Eiszeit um die Mitte des 19. Jahrhunderts ziehen sich die meisten Gletscher zurück. In warmen Jahren beschleunigt sich der Verlust von Länge, Fläche und Eisvolumen.

Der Grosse Aletschgletscher hat sich deutlich von seinen historischen Moränen entfernt. An seinen Seiten sind helle Felsflächen sichtbar, die früher vom Eis bedeckt waren.

Der Gletscherrückgang führt zu:

  • neu entstehenden eisfreien Flächen;
  • Veränderungen der Pflanzen- und Tierwelt;
  • instabileren Felsflanken;
  • auftauendem Permafrost;
  • veränderten Abflussmengen;
  • neuen Gletscherseen;
  • Anpassungen von Bergwegen und Hütten;
  • steigenden Naturgefahren.

Die Konkordiahütte wurde ursprünglich nur wenig oberhalb des Gletschers erbaut. Durch das Absinken der Eisoberfläche liegt ihr Zugang heute viele Höhenmeter über dem Gletscher und muss über eine lange Treppenanlage erreicht werden.

Der Klimawandel bedroht nicht nur einzelne Landschaftselemente, sondern verändert langfristig den Charakter des gesamten Welterbes. Gleichzeitig bietet das Gebiet besonders gute Möglichkeiten, diese Entwicklung wissenschaftlich zu beobachten und öffentlich zu vermitteln.

Naturgefahren

Die Hochgebirgslandschaft ist von Lawinen, Steinschlag, Felsstürzen, Murgängen, Hochwasser und Gletscherabbrüchen geprägt.

Viele dieser Prozesse sind natürlich und tragen zur Entwicklung der Landschaft bei. Für Siedlungen, Verkehrswege und touristische Anlagen können sie jedoch erhebliche Gefahren darstellen.

Auftauender Permafrost kann Felsbereiche destabilisieren. Rückweichende Gletscher hinterlassen steile Moränen und lockeres Gestein. Neue Seen können zusätzliche Risiken schaffen.

Gemeinden, Kantone, Bund und wissenschaftliche Institutionen betreiben deshalb Messnetze, Gefahrenkartierungen und Frühwarnsysteme.

Erschliessung

Das Welterbe ist von verschiedenen Seiten mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.

Wichtige Zugänge sind:

  • Grindelwald und Lauterbrunnen im Berner Oberland;
  • Kandersteg und Reichenbach im Kandertal;
  • Meiringen, Innertkirchen und Guttannen im Haslital;
  • Blatten im Lötschental;
  • Naters, Riederalp, Bettmeralp und Fiesch im Aletschgebiet;
  • Ausserberg, Eggerberg und Hohtenn an der Lötschberg-Südrampe.

Bahn- und Seilbahnverbindungen führen unter anderem zum Jungfraujoch, zur Riederalp, Bettmeralp, Moosfluh, Bettmerhorn und zum Eggishorn.

Das eigentliche Hochgebirge ist nur über Wanderwege, Bergwege, Gletscher oder Kletterrouten zugänglich. Viele Touren setzen alpine Erfahrung, geeignete Ausrüstung und sichere Wetter- und Lawinenverhältnisse voraus.

Verhalten im Welterbe

Besucherinnen und Besucher sollen zum Schutz der Landschaft bestimmte Grundsätze beachten:

  • markierte Wege und Routen benutzen;
  • Wildruhezonen und Schutzgebiete respektieren;
  • Hunde unter Kontrolle halten;
  • keine Pflanzen pflücken oder Tiere stören;
  • Abfälle wieder mitnehmen;
  • Feuerverbote beachten;
  • Weidetiere nicht bedrängen;
  • keine Steinmandli in empfindlichen Gebieten errichten;
  • hochalpine Touren sorgfältig planen.

Der UNESCO-Status bedeutet nicht, dass das gesamte Gebiet uneingeschränkt zugänglich ist. Lokale Sperrungen können wegen Naturgefahren, Naturschutz, Forstarbeiten oder landwirtschaftlicher Nutzung erforderlich sein.

Bedeutung

Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch vereinigt auf engem Raum viele der charakteristischen Landschaftselemente der Alpen.

Das Gebiet dokumentiert:

  • die Entstehung eines jungen Faltengebirges;
  • die Wirkung von Gletschern und Erosion;
  • natürliche ökologische Sukzession;
  • den Gegensatz zwischen Alpennord- und Alpensüdseite;
  • jahrhundertealte alpine Kulturlandschaften;
  • die Geschichte von Forschung, Bergsteigen und Tourismus;
  • die sichtbaren Folgen des Klimawandels.

Die internationale Anerkennung verpflichtet die Schweiz, den aussergewöhnlichen universellen Wert des Gebiets für kommende Generationen zu bewahren.

Die Verantwortung betrifft nicht nur unberührte Hochgebirgsflächen. Ebenso wichtig sind die Dörfer, Alpen, Wälder, Suonen und traditionellen Nutzungsformen der umgebenden Welterbe-Region.

Siehe auch

Literatur

  • Stiftung UNESCO-Welterbe Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch: Managementstrategie UNESCO-Welterbe Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch. Naters.
  • Stiftung UNESCO-Welterbe Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch: Schlüssel zu den Alpen. Naters.
  • Heinz Veit: Die Alpen. Geoökologie und Landschaftsentwicklung. Ulmer, Stuttgart 2002.
  • Eduard Imhof: Die grossen kalten Berge von Bern. Orell Füssli, Zürich 1974.
  • Schweizer Alpen-Club: Alpine Touren – Berner Alpen. SAC-Verlag, Bern.
  • UNESCO World Heritage Centre: Swiss Alps Jungfrau-Aletsch – Statement of Outstanding Universal Value. Paris.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 UNESCO World Heritage Centre: Swiss Alps Jungfrau-Aletsch, abgerufen am 3. August 2026.
  2. 2,0 2,1 2,2 Stiftung UNESCO-Welterbe Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch: Welterbe-Gebiet, abgerufen am 3. August 2026.
  3. 3,0 3,1 Stiftung UNESCO-Welterbe Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch: Welterbe-Region, abgerufen am 3. August 2026.
  4. Der Bundesrat: Ja zu erweitertem Weltnaturerbe Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn und Managementplan, Medienmitteilung vom 28. Juni 2007.
  5. UNESCO World Heritage Centre: Decision 32 COM 8B.4 – Changes to name of properties inscribed on the World Heritage List, Québec 2008.
  6. Stiftung UNESCO-Welterbe Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch: Trägerschaft, abgerufen am 3. August 2026.
  7. World Nature Forum: World Nature Forum, abgerufen am 3. August 2026.
  8. Stiftung UNESCO-Welterbe Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch: Monitoring, abgerufen am 3. August 2026.