Servette FC

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Servette FC
Vollständiger Name Servette Football Club 1890 SA
Kurzname Servette FC, SFC
Gründung 20. März 1890
Ort Genf, Kanton Genf
Vereinsfarben Granatrot
Spitzname Les Grenat
Präsident Hervé Broch
Cheftrainer Jocelyn Gourvennec
Stadion Stade de Genève
Kapazität 30'000 Plätze
Liga Super League
Schweizer Meister 17-mal
Schweizer Cupsieger 8-mal
Website servettefc.ch

Der Servette Football Club, gewöhnlich Servette FC oder kurz SFC genannt, ist ein Schweizer Fussballverein aus Genf. Der am 20. März 1890 gegründete Klub gehört zu den traditionsreichsten und erfolgreichsten Vereinen des Schweizer Fussballs. Seine erste Mannschaft spielt in der Super League, der höchsten Spielklasse der Schweiz.

Die Vereinsfarbe ist Granatrot. Deshalb werden die Mannschaft und ihre Anhängerschaft im französischsprachigen Raum als Les Grenat bezeichnet. Mit 17 Schweizer Meistertiteln und acht Siegen im Schweizer Cup zählt Servette zu den erfolgreichsten Fussballklubs des Landes.[1]

Seit 2003 trägt Servette seine Heimspiele im Stade de Genève im Stadtteil La Praille auf dem Gebiet der Gemeinde Lancy aus. Zuvor war das Stade des Charmilles während mehr als sieben Jahrzehnten die sportliche Heimat des Vereins.

Name und Identität

Der Verein trägt den Namen des Genfer Quartiers Servette, in dem er gegründet wurde. Die historische Bezeichnung lautete zunächst Football Club de la Servette. Der Name blieb auch erhalten, nachdem sich der Klub vom Rugby dem Assoziationsfussball zuwandte.

Das Granatrot der Trikots entwickelte sich zum wichtigsten Erkennungszeichen des Vereins. Der Begriff Grenat wird nicht nur für die Mannschaft, sondern auch für ihre Anhängerschaft, die Vereinskultur und die mit Servette verbundenen Sportorganisationen verwendet.

Das Vereinswappen besteht in seiner modernen Form aus einem stilisierten weissen Buchstaben «S» auf granatrotem Grund. Je nach Epoche wurde das Emblem in unterschiedlichen Formen verwendet. Die Verbindung von Farbe, Vereinsnamen und Genfer Herkunft bildet jedoch seit Jahrzehnten den Kern der Identität des Klubs.

Geschichte

Gründung als Rugbyklub

Der Servette FC wurde am 20. März 1890 von Schülern einer Genfer Berufsschule gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten Marc Perrenod, Charles Liomin, Albert Fiala, Emile Bally, Emile Fiala, John Dethurens und John Damond.[2]

In seinen ersten Jahren spielte der Verein nicht den heute üblichen Assoziationsfussball, sondern Rugby beziehungsweise football-rugby. Die ersten Spiele fanden auf dem Pré Wendt statt. Später zog der Klub auf die Prairie und anschliessend auf die Plaine de Plainpalais um.

Da es in der Schweiz nur wenige Rugbygegner gab, gründete Servette 1899 eine Fussballsektion. Diese entwickelte sich rasch zum wichtigsten Teil des Vereins. Im Jahr 1900 trat Servette dem damaligen Schweizerischen Fussballverband bei. 1902 wurde beim Pré Cayla ein eigener Sportplatz eröffnet, der in der Nähe des späteren Stade des Charmilles lag.[2]

Aufstieg zu einem Schweizer Spitzenklub

In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts etablierte sich Servette als führender Verein der Westschweiz. Der Klub gewann mehrere regionale Meisterschaften und 1907 erstmals die Schweizer Meisterschaft. Weitere Titel folgten 1918, 1922, 1925 und 1926.

Eine wichtige Rolle spielte der englische Trainer Teddy Duckworth, der Servette in mehreren Amtszeiten betreute und zugleich die Schweizer Fussballnationalmannschaft trainierte. Unter seiner Leitung entwickelte der Verein einen technisch geprägten und offensiven Spielstil.

1928 gewann Servette erstmals den Schweizer Cup. Im Final setzte sich die Genfer Mannschaft gegen den Grasshopper Club Zürich durch.

Zeit im Stade des Charmilles

1930 wurde das Stade des Charmilles eröffnet. Das Stadion entwickelte sich zu einem der bekanntesten Fussballorte der Schweiz und blieb bis 2002 die Heimstätte des Servette FC.

Gleich im Eröffnungsjahr gewann Servette einen weiteren Meistertitel. Es folgten die Meisterschaften von 1933, 1934 und 1940. Der Verein konnte seine Stellung als eine der dominierenden Mannschaften des Schweizer Fussballs damit festigen.

In den 1940er-Jahren prägte eine offensiv ausgerichtete Mannschaft um Spieler wie Jacques «Jacky» Fatton, Jacques Belli, Eugène Facchinetti, Albert Tamini und Georges «Lulu» Pasteur den Klub. Die als Tourbillon bekannte Angriffsreihe führte Servette 1946 zum zehnten Meistertitel. 1949 gewann der Klub den Schweizer Cup und 1950 erneut die Meisterschaft.[2]

Erfolge der 1960er-Jahre

Unter dem französischen Trainer Jean Snella gewann Servette 1961 und 1962 zwei Schweizer Meisterschaften in Folge. Zu den prägenden Spielern dieser Epoche gehörten Jacky Fatton sowie mehrere ungarische Fussballer, die nach politischen Unruhen in ihrer Heimat in der Schweiz geblieben waren.

In der Saison 1961/62 nahm Servette am Europapokal der Landesmeister teil. Im Achtelfinal traf die Mannschaft auf Dukla Prag. Das Hinspiel in Genf gewann Servette nach einem zwischenzeitlichen Rückstand mit 4:3. Im Rückspiel unterlagen die Genfer jedoch mit 0:2 und schieden aus.

Auch in den folgenden Jahren war Servette regelmässig in europäischen Wettbewerben vertreten. 1967 erreichte der Klub den Viertelfinal des Europapokals der Cupsieger.

Erfolgreiche 1970er-Jahre

Die 1970er-Jahre gehörten zu den erfolgreichsten Perioden der Vereinsgeschichte. Servette gewann 1971 den Schweizer Cup sowie 1973, 1975, 1976 und 1978 den Alpenpokal. Hinzu kamen mehrere Spitzenplatzierungen in der Meisterschaft.

Den Höhepunkt bildete die Saison 1978/79. Unter Trainer Péter Pázmándy gewann Servette vier Wettbewerbe: die Schweizer Meisterschaft, den Schweizer Cup, den Schweizer Ligacup und den Alpenpokal. Eine solche Kombination von vier Titeln innerhalb einer Saison war im Schweizer Fussball aussergewöhnlich.[2]

Im Europapokal der Cupsieger erreichte Servette in derselben Saison den Viertelfinal. Nach Erfolgen gegen PAOK Thessaloniki und die AS Nancy schied der Klub gegen Fortuna Düsseldorf aufgrund der Auswärtstorregel aus. Beide Begegnungen endeten unentschieden.

Zu den bekannten Spielern dieser Mannschaft gehörten Umberto Barberis, Lucien Favre, Claude Andrey, Hans-Jörg Pfister, Marc Schnyder und Piet Hamberg.

Meisterschaften von 1985, 1994 und 1999

Nach dem Cupsieg von 1984 gewann Servette 1985 unter Trainer Guy Mathez die Schweizer Meisterschaft. Der Titel war das Ergebnis einer Saison mit 19 Siegen und lediglich drei Niederlagen in 30 Meisterschaftsspielen.

In den frühen 1990er-Jahren geriet der Verein zeitweise in finanzielle Schwierigkeiten. Unter dem Unternehmer Paul-Annik Weiller stabilisierte sich der Klub jedoch wieder. 1994 gewann Servette unter Trainer Ilija Petković seinen 16. Meistertitel. Die Entscheidung fiel am letzten Spieltag mit einem 4:1-Auswärtssieg gegen den BSC Young Boys.

1996 wurde der Verein vom französischen Medienunternehmen Canal+ übernommen. Drei Jahre später gewann Servette unter dem Genfer Trainer Gérard Castella die Meisterschaft von 1999. Es war der 17. und bis heute letzte Schweizer Meistertitel des Vereins.

2001 gewann Servette unter Trainer Lucien Favre den Schweizer Cup. Im Final in Basel besiegten die Genfer Yverdon Sport FC mit 3:0.

Letzte Jahre in den Charmilles

In der Saison 2001/02 absolvierte Servette einen erfolgreichen Lauf im UEFA-Pokal. Der Verein setzte sich gegen Slavia Prag, Real Saragossa und Hertha BSC durch. Im Achtelfinal scheiterte die Mannschaft am späteren Finalisten Valencia CF.

Das Stade des Charmilles genügte am Ende seiner Nutzung den modernen Anforderungen nicht mehr. Das letzte Servette-Spiel im Stadion fand am 8. Dezember 2002 gegen die Young Boys statt und endete 4:4.

Im März 2003 zog der Verein in das neu errichtete Stade de Genève um. Das Eröffnungsspiel des Stadions zwischen Servette und den Young Boys fand vor rund 30'000 Zuschauerinnen und Zuschauern statt.[3]

Konkurs von 2005 und Neubeginn

Der Umzug in das neue Stadion konnte die schweren finanziellen Probleme des Vereins nicht lösen. Im Februar 2005 wurde die professionelle Betriebsgesellschaft des Servette FC wegen hoher Schulden für konkurs erklärt.[4]

Die erste Mannschaft wurde aus der höchsten Spielklasse ausgeschlossen. Der Klub musste auf der Grundlage seiner Nachwuchsabteilung in der drittklassigen 1. Liga neu beginnen. Trotz des sportlichen Abstiegs blieb die Unterstützung in Genf vergleichsweise gross.

Servette stieg bereits 2006 in die Challenge League auf. Nach mehreren Jahren in der zweiten Liga gelang 2011 über die Barrage gegen die AC Bellinzona die Rückkehr in die Super League.

Erneute finanzielle Krisen

Nach dem Aufstieg von 2011 geriet Servette erneut in finanzielle Schwierigkeiten. Im März 2012 übernahm der kanadische Unternehmer Hugh Quennec den Verein und verhinderte zunächst einen weiteren Konkurs. Gleichzeitig beteiligten sich zahlreiche Anhänger an einer Spendenaktion, bei der symbolische Steine einer «Mauer der Solidarität» verkauft wurden.

Sportlich konnte sich Servette nicht dauerhaft in der Super League halten. Am Ende der Saison 2012/13 stieg die Mannschaft wieder in die Challenge League ab.

2015 folgte eine weitere schwere Krise. Die Swiss Football League verweigerte dem Verein die Lizenz für die folgende Saison. Servette wurde administrativ in die drittklassige Promotion League zurückgestuft.

Eine Genfer Gruppe um Didier Fischer übernahm den Klub über die neu geschaffene Fondation 1890. Die Stiftung stabilisierte die Finanzen und verband den Servette FC organisatorisch mit weiteren Sportvereinen der Region.

Rückkehr in die Super League

2016 gewann Servette die Promotion League und stieg wieder in die Challenge League auf. Im Juni 2018 übernahm der frühere Servette-Spieler und Schweizer Nationalspieler Alain Geiger das Amt des Cheftrainers.

In der Saison 2018/19 gewann Servette die Challenge League. Die Rückkehr in die höchste Spielklasse wurde am 10. Mai 2019 mit einem 3:1-Heimsieg gegen den FC Lausanne-Sport vor mehr als 20'000 Zuschauerinnen und Zuschauern gesichert.[2]

Bereits in der ersten Saison nach dem Aufstieg erreichte der Klub den vierten Rang und qualifizierte sich für die Europa League. In den folgenden Jahren etablierte sich Servette wieder in der oberen Hälfte der Super League.

Rückkehr auf die europäische Bühne

In der Saison 2022/23 wurde Servette Schweizer Vizemeister. Damit qualifizierte sich der Verein für die Qualifikation zur UEFA Champions League 2023/24. Nach einem Erfolg gegen den KRC Genk scheiterte Servette an den Glasgow Rangers und wechselte in die Gruppenphase der Europa League.

Dort trafen die Genfer auf Slavia Prag, AS Roma und Sheriff Tiraspol. Als Gruppendritter qualifizierte sich Servette für die K.-o.-Phase der Conference League. Nach einem Erfolg gegen Ludogorez Rasgrad erreichte der Verein den Achtelfinal, in dem er nach einem Penaltyschiessen gegen Viktoria Pilsen ausschied. Es war die erste europäische Achtelfinalteilnahme des Klubs seit der Saison 2001/02.[1]

Am 2. Juni 2024 gewann Servette nach 23 Jahren wieder den Schweizer Cup. Der Final gegen den FC Lugano im Stadion Wankdorf endete nach Verlängerung 0:0. Servette setzte sich im anschliessenden Penaltyschiessen mit 9:8 durch und errang damit seinen achten Cupsieg.

In der Saison 2024/25 wurde Servette erneut Schweizer Vizemeister. Zur Saison 2025/26 übernahm zunächst Thomas Häberli die Mannschaft. Nach seiner Entlassung im August 2025 wurde der Franzose Jocelyn Gourvennec zum Cheftrainer ernannt.[5]

Stadion

Stade des Charmilles

Das Stade des Charmilles wurde 1930 eröffnet und war bis Ende 2002 die Heimstätte des Servette FC. Das kompakte Stadion mit seinen steilen Tribünen war für seine intensive Atmosphäre bekannt.

In den Charmilles gewann der Verein den grössten Teil seiner nationalen Titel und bestritt zahlreiche internationale Begegnungen. Bei wichtigen Spielen kamen zeitweise mehr als 25'000 Zuschauerinnen und Zuschauer ins Stadion.

In den letzten Jahren wurde die Kapazität aufgrund von Sicherheitsanforderungen deutlich reduziert. Nach dem Umzug des Vereins blieb das Gelände zunächst ungenutzt. Das Stadion wurde später abgebrochen und das Areal in einen öffentlichen Park und ein Wohnquartier umgewandelt.

Stade de Genève

Seit 2003 spielt Servette im Stade de Genève im Quartier La Praille. Das Stadion liegt auf dem Gemeindegebiet von Lancy und bietet offiziell rund 30'000 Plätze. Es verfügt über vollständig überdachte Tribünen und ist für internationale Fussballspiele zugelassen.[3]

Während der Fussball-Europameisterschaft 2008 fanden drei Gruppenspiele im Stade de Genève statt. Das Stadion wird ausserdem regelmässig von der Schweizer Nationalmannschaft genutzt.

Für die Saison 2026/27 passte der Servette FC die bei Meisterschaftsspielen genutzte Kapazität durch das Abdecken bestimmter Tribünenbereiche an. Dadurch soll das Stadion bei durchschnittlich besuchten Partien kompakter wirken und eine dichtere Atmosphäre erhalten.[6]

Vereinsorganisation

Die professionelle erste Mannschaft wird von der Servette Football Club 1890 SA betrieben. Die Gesellschaft ist Teil des Umfelds der Fondation 1890, die ab 2015 eine zentrale Rolle bei der finanziellen und organisatorischen Stabilisierung des Vereins übernahm.

Präsident des Servette FC ist seit 2024 Hervé Broch. Für die sportstrategische Beratung wurden 2025 Gérard Bonneau und der frühere Spieler und Trainer Alain Geiger eingesetzt.[7]

Neben dem Männerfussball gehören weitere Sportorganisationen zur Genfer Grenat-Familie. Dazu zählen der Genève-Servette HC im Eishockey, der Servette Rugby Club und der Frauenfussballverein Servette FC Chênois Féminin.

Nachwuchsarbeit

Die Nachwuchsakademie des Servette FC gehört traditionell zu den bedeutenden Ausbildungszentren der Westschweiz. Die Nachwuchsmannschaften trainieren hauptsächlich im Centre sportif de Balexert.

Ziel der Akademie ist es, Spieler aus Genf und der umliegenden Region an den professionellen Fussball heranzuführen. Die zweite Mannschaft dient als Übergang zwischen Junioren- und Profibereich und tritt im Ligasystem des Schweizerischen Fussballverbands an.

Aus der Nachwuchsarbeit des Vereins gingen zahlreiche spätere Nationalspieler und Profis hervor. Zu den bekannten Spielern mit einer Verbindung zur Servette-Ausbildung gehören unter anderem Philippe Senderos, Johan Djourou, Kevin Mbabu, Kastriot Imeri, Dereck Kutesa und Edimilson Fernandes.

Frauenfussball

Der Frauenfussball wird im Genfer Grenat-Umfeld durch den Servette FC Chênois Féminin vertreten. Der Verein entstand aus einer Zusammenarbeit mit dem früheren Frauenfussballbereich des CS Chênois und ist organisatorisch vom Männerteam getrennt, tritt jedoch unter den Farben und dem Namen Servette an.

Die Frauenmannschaft entwickelte sich seit dem Ende der 2010er-Jahre zu einem der erfolgreichsten Teams der Schweiz. Sie gewann nationale Meisterschaften und Cups und nahm mehrfach an der UEFA Women’s Champions League teil.

Anhängerschaft und Rivalitäten

Servette verfügt über eine traditionsreiche Anhängerschaft in der Stadt und im Kanton Genf. Die aktivsten Fans stehen im Stade de Genève hauptsächlich auf der Tribune Nord. Granatrote Fahnen, Schals und Choreografien prägen das Erscheinungsbild bei Heimspielen.

Die bedeutendste regionale Rivalität besteht mit dem FC Lausanne-Sport. Die Begegnungen werden häufig als Léman-Derby bezeichnet. Sie stehen für die sportliche Konkurrenz zwischen den beiden grössten Städten am Genfersee und besitzen in der französischsprachigen Schweiz eine besondere Bedeutung.

Eine weitere traditionsreiche Rivalität besteht mit dem FC Sion. Partien zwischen den beiden Vereinen ziehen regelmässig viele Zuschauerinnen und Zuschauer an. Auch Begegnungen mit den historischen Schweizer Spitzenklubs Grasshopper Club Zürich, FC Basel und BSC Young Boys besitzen eine besondere sportliche Bedeutung.

Das Genfer Stadtderby gegen Étoile Carouge FC wurde vor allem in Zeiten ausgetragen, in denen beide Klubs derselben Liga angehörten. Trotz der räumlichen Nähe ist die Rivalität weniger stark ausgeprägt als jene mit Lausanne oder Sion.

Spielkultur

Servette wird traditionell mit technisch anspruchsvollem und offensiv ausgerichtetem Fussball verbunden. Diese Vorstellung entwickelte sich besonders während der erfolgreichen Mannschaften der 1940er-, 1960er- und 1970er-Jahre.

Mehrere bekannte Schweizer Trainer und Spieler prägten diese Kultur. Dazu gehörten Teddy Duckworth, Karl Rappan, Jean Snella, Péter Pázmándy, Lucien Favre und Alain Geiger. Die Erwartung, nicht nur erfolgreich, sondern auch attraktiv zu spielen, ist ein wiederkehrendes Element der Selbstdarstellung des Vereins.

Internationale Wettbewerbe

Servette nahm seit den 1950er-Jahren regelmässig an europäischen Wettbewerben teil. Der Klub spielte unter anderem im Europapokal der Landesmeister, im Europapokal der Cupsieger, im UEFA-Pokal, in der UEFA Europa League und in der UEFA Conference League.

Zu den besten europäischen Ergebnissen zählen:

  • Achtelfinal im Europapokal der Landesmeister 1961/62, 1979/80 und 1985/86
  • Viertelfinal im Europapokal der Cupsieger 1966/67 und 1978/79
  • Achtelfinal im UEFA-Pokal 1965/66, 1982/83 und 2001/02
  • Gruppenphase der UEFA Europa League 2023/24
  • Achtelfinal der UEFA Conference League 2023/24

Im Jahr 2020 bestritt Servette gegen den slowakischen Klub MFK Ružomberok sein 100. Spiel in einem europäischen Wettbewerb.

Titel und Erfolge

Schweizer Meisterschaft

Servette wurde 17-mal Schweizer Meister:

1907, 1918, 1922, 1925, 1926, 1930, 1933, 1934, 1940, 1946, 1950, 1961, 1962, 1979, 1985, 1994 und 1999.[1]

Schweizer Cup

Der Verein gewann den Schweizer Cup achtmal:

1928, 1949, 1971, 1978, 1979, 1984, 2001 und 2024.[1]

Schweizer Ligacup

Servette gewann den ehemaligen Schweizer Ligacup dreimal:

1977, 1979 und 1980.[1]

Alpenpokal

Den internationalen Alpenpokal gewann Servette viermal:

1973, 1975, 1976 und 1978.[1]

Erfolge in unteren Ligen

Nach den finanziell bedingten Abstiegen gewann Servette unter anderem:

  • die Promotion League 2015/16
  • die Challenge League 2018/19

Bekannte Spieler

Zu den Spielern, die den Servette FC in verschiedenen Epochen prägten, gehören:

  • Jacky Fatton
  • Umberto Barberis
  • Lucien Favre
  • Alain Geiger
  • Karl-Heinz Rummenigge
  • Martin Chivers
  • Sonny Anderson
  • Oliver Neuville
  • Kubilay Türkyılmaz
  • Alexander Frei
  • Sébastien Fournier
  • Philippe Senderos
  • Johan Djourou
  • Miroslav Stevanović
  • Timothé Cognat

Jacky Fatton gilt als eine der grössten Persönlichkeiten der Vereinsgeschichte. Der langjährige Servette-Stürmer war mehrfach Torschützenkönig der Schweizer Meisterschaft und absolvierte mehr als 50 Länderspiele für die Schweiz.

Bekannte Trainer

Zu den bekannten Trainern des Servette FC zählen:

  • Teddy Duckworth
  • Karl Rappan
  • Jean Snella
  • Béla Guttmann
  • Péter Pázmándy
  • Guy Mathez
  • Ilija Petković
  • Gérard Castella
  • Lucien Favre
  • Alain Geiger
  • René Weiler
  • Thomas Häberli
  • Jocelyn Gourvennec

Bedeutung für Genf

Der Servette FC gehört zu den wichtigsten Sportinstitutionen des Kantons Genf. Der Verein repräsentiert die Stadt seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert auf nationaler und internationaler Ebene.

Die Geschichte des Klubs ist eng mit der Entwicklung des Genfer Vereinssports, den Stadien Charmilles und La Praille sowie der gesellschaftlichen Identität der Stadt verbunden. Besonders während der finanziellen Krisen von 2005, 2012 und 2015 zeigte sich die starke Bindung zwischen dem Verein und Teilen der Genfer Bevölkerung.

Neben dem Profifussball beteiligt sich der Klub an sozialen und gemeinschaftlichen Projekten. Dazu gehören Angebote für Kinder und Jugendliche, Aktionen zugunsten gemeinnütziger Organisationen sowie Massnahmen zur Förderung von Inklusion und Nachhaltigkeit.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 Servette FC: Palmarès, abgerufen am 28. Juli 2026.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 Servette FC: Histoire, abgerufen am 28. Juli 2026.
  3. 3,0 3,1 Servette FC: Stade de Genève, abgerufen am 28. Juli 2026.
  4. UEFA: Servette go out of business, 4. Februar 2005, abgerufen am 28. Juli 2026.
  5. Servette FC: Jocelyn Gourvennec nommé entraîneur du Servette FC, 11. August 2025, abgerufen am 28. Juli 2026.
  6. Servette FC: Une nouvelle dynamique pour la saison 2026–2027, 18. Juni 2026, abgerufen am 28. Juli 2026.
  7. Servette FC: Communiqué officiel, 29. Mai 2025, abgerufen am 28. Juli 2026.

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