Lancy

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Lancy
Staat Schweiz
Kanton Genf
BFS-Nummer 6628
Postleitzahlen 1212, 1213, 1227
Koordinaten 46° 11′ N, 6° 07′ E
Höhe etwa 405 m ü. M.
Fläche 4,78 km²
Einwohner 37'669 (31. Dezember 2025)
Bevölkerungsdichte 7'888 Einwohner pro km²
Sprache Französisch
Stadtpräsidentin Salima Moyard (2026/27)
Website lancy.ch

Lancy ist eine politische Gemeinde und Stadt im Kanton Genf in der Schweiz. Sie liegt unmittelbar südwestlich der Stadt Genf und gehört zum dicht besiedelten Kern der grenzüberschreitenden Agglomeration Grand Genève. Mit 37'669 Einwohnern Ende 2025 ist Lancy nach Genf und Vernier die drittbevölkerungsreichste Gemeinde des Kantons.[1]

Das Gemeindegebiet umfasst unter anderem die historisch gewachsenen Ortsteile Grand-Lancy und Petit-Lancy sowie die Quartiere La Praille, Pont-Rouge, Bachet, Palettes, La Chapelle, La Caroline, Tivoli und Saint-Georges. Die früher ländlich geprägte Gemeinde entwickelte sich besonders seit der Mitte des 20. Jahrhunderts zu einer urbanen Wohn-, Gewerbe- und Dienstleistungsstadt.

Durch die beiden Bahnhöfe Lancy-Pont-Rouge und Lancy-Bachet, mehrere Tram- und Buslinien sowie die Nähe zum Genfer Autobahnnetz ist Lancy eng mit der Stadt Genf und dem französisch-schweizerischen Umland verbunden. Zu den überregional bekannten Einrichtungen gehören das Stade de Genève, die Villa Bernasconi und die Ferme de la Chapelle.

Geographie

Lancy liegt im zentralen Teil des Kantons Genf auf der linken Seite der Rhone. Das Gemeindegebiet schliesst unmittelbar an die Stadt Genf an und ist Teil eines nahezu durchgehend bebauten Siedlungsraums. Nachbargemeinden sind Genf, Carouge, Onex, Vernier und Plan-les-Ouates.

Die Gemeinde besitzt eine Fläche von 478 Hektaren beziehungsweise 4,78 Quadratkilometern. Mit einer Bevölkerungsdichte von knapp 7'900 Einwohnern pro Quadratkilometer gehört Lancy zu den am dichtesten besiedelten Gemeinden der Schweiz.[1]

Das Gelände wird durch mehrere Höhenstufen und kleinere Flusstäler gegliedert. Von besonderer landschaftlicher Bedeutung ist das Tal der Aire, das Grand-Lancy und Petit-Lancy voneinander trennt. Im südlichen und südöstlichen Teil der Gemeinde verläuft zudem die Drize. Trotz der starken Urbanisierung bestehen entlang der Wasserläufe, in den historischen Parkanlagen und auf bewaldeten Böschungen zusammenhängende Grünräume.

Grand-Lancy liegt überwiegend südlich und östlich des Aire-Tals. Petit-Lancy erstreckt sich auf dem höher gelegenen Plateau im Nordwesten der Gemeinde. Zwischen diesen älteren Siedlungskernen entstanden im 20. und 21. Jahrhundert zahlreiche neue Wohn- und Gewerbequartiere.

Stadtgliederung

Grand-Lancy

Grand-Lancy bildet den historischen und administrativen Mittelpunkt der Gemeinde. Hier befinden sich die Mairie, das kommunale Verwaltungszentrum, mehrere Schulen, die Villa Bernasconi und ausgedehnte Parkanlagen. Der alte Ortskern bewahrt trotz der umliegenden städtischen Bebauung teilweise einen dörflichen Charakter.

Südlich des Zentrums entstanden die dicht bebauten Quartiere Les Palettes, Les Pontets, Bachet und Voirets. In diesem Gebiet befinden sich bedeutende Verkehrsanlagen, darunter der Bahnhof Lancy-Bachet und mehrere Tramendstationen.

Petit-Lancy

Petit-Lancy liegt nordwestlich des Aire-Tals und grenzt unmittelbar an die Stadt Genf und an Onex. Zum Ortsteil gehören unter anderem die Quartiere La Caroline, Tivoli, Les Esserts, Saint-Georges und Surville.

Das Gebiet wurde bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts als Wohnstandort erschlossen. Neben grossen Wohnüberbauungen sind Quartiere mit Einfamilienhäusern, Schulen, Sportanlagen und historischen Landsitzen erhalten geblieben.

La Praille und Pont-Rouge

La Praille liegt im östlichen Teil der Gemeinde an der Grenze zu Carouge und Genf. Das Gebiet entwickelte sich im 20. Jahrhundert zu einem bedeutenden Standort des Güterverkehrs, der Industrie und des Grosshandels. Der Güterbahnhof La Praille und ausgedehnte Lager- und Gewerbeanlagen prägten das Quartier über Jahrzehnte.

Seit Beginn des 21. Jahrhunderts wird das Gebiet im Rahmen des kantonalen Stadtentwicklungsprojekts Praille–Acacias–Vernets schrittweise umgestaltet. Rund um den Bahnhof Lancy-Pont-Rouge entstand ein neues, dicht bebautes Stadtquartier mit Wohnungen, Büros, Geschäften und öffentlichen Räumen. Pont-Rouge bildet einen der wichtigsten Entwicklungsschwerpunkte der Genfer Agglomeration.[2]

La Chapelle

Das Quartier La Chapelle liegt im Süden der Gemeinde an der Grenze zu Plan-les-Ouates. Seit den 2010er Jahren entstanden dort zahlreiche Wohngebäude und öffentliche Einrichtungen. Gemeinsam mit den benachbarten Entwicklungsgebieten von Plan-les-Ouates bildet La Chapelle einen neuen städtischen Siedlungsschwerpunkt.

Geschichte

Ur- und Frühgeschichte

Archäologische Funde belegen eine frühe Besiedlung des heutigen Gemeindegebiets. Im Gebiet La Praille wurden 1936 Überreste aus der Jungsteinzeit entdeckt. Weitere Funde weisen darauf hin, dass das Gebiet auch während späterer vorgeschichtlicher Perioden genutzt wurde.

Eine alte Verkehrsverbindung, die von Genf über Carouge, Lancy und Seyssel in Richtung Lyon führte, könnte bereits in römischer Zeit bestanden haben. Die genaue Bedeutung der Siedlungen auf dem heutigen Gemeindegebiet während der Römerzeit ist jedoch nicht vollständig geklärt.[3]

Mittelalter

Lancy wurde 1097 unter der Bezeichnung Lanciaco erstmals urkundlich erwähnt. Der Name erscheint im Zusammenhang mit einem gleichnamigen Adelsgeschlecht, dessen Angehörige in der Region Genf begütert waren.

Im Mittelalter war das Gebiet in mehrere Lehen aufgeteilt. Zu den Grundherren gehörten die Familien von Lancy, Sacconay und Ternier sowie das Genfer Domkapitel. Die Besitz- und Herrschaftsverhältnisse wechselten im Laufe der Jahrhunderte mehrfach.

Zu den mittelalterlichen Befestigungen gehörten La Tour und La Bottière. Beide Anlagen wurden wiederholt zerstört und neu errichtet. Von den ursprünglichen Bauwerken sind nur wenige Spuren erhalten geblieben.

Reformation und Konflikte mit Savoyen

Während der Reformation säkularisierte die Stadt Genf die Besitzungen des Domkapitels. Lancy befand sich danach im Grenz- und Konfliktgebiet zwischen der protestantischen Republik Genf und dem katholischen Herzogtum Savoyen.

Im Jahr 1589 besetzten savoyische Truppen das Dorf. Als Vergeltung für die Besetzung wurde Lancy 1593 von Genfer Truppen weitgehend zerstört. Die wiederkehrenden militärischen Auseinandersetzungen erschwerten eine dauerhafte wirtschaftliche und demografische Entwicklung.

Nach der Reformation blieb die konfessionelle Situation lange Zeit komplex. Katholiken, Reformierte und später auch Christkatholiken unterhielten eigene Kirchgemeinden und Kultstätten.

Französische Zeit und Anschluss an Genf

Nach der Annexion Genfs durch Frankreich im Jahr 1798 gehörte Lancy zum französischen Département du Léman. Mit dem Ende der napoleonischen Herrschaft wurde die politische Zugehörigkeit der Genfer Landschaft neu geregelt.

Aufgrund des Vertrags von Turin kam Lancy 1816 zusammen mit mehreren anderen savoyischen Gemeinden zum Kanton Genf und damit zur Schweizerischen Eidgenossenschaft. Die heutige politische Gemeinde entstand im Zusammenhang mit dieser territorialen Neuordnung. Die kantonale Statistik gibt als Gründungszeitraum 1815–1816 an.[1]

Landwirtschaft und Landsitze

Bis ins 19. Jahrhundert war Lancy vorwiegend landwirtschaftlich geprägt. Bereits seit dem 14. Jahrhundert sind Ziegeleien nachgewiesen; daneben bestanden zeitweise Kalköfen. Später dominierten Ackerbau, Viehzucht, Obstbau und die Versorgung des nahe gelegenen Genfer Marktes.

1798 erwarb der Genfer Diplomat und Politiker Charles Pictet de Rochemont in Lancy ein Landgut. Er widmete sich dort der Zucht von Merinoschafen und führte neue landwirtschaftliche Methoden ein. Sein Betrieb entwickelte sich zu einem überregional beachteten Musterbetrieb.

Zwischen 1817 und 1819 liess Pictet de Rochemont ein Herrenhaus errichten, das um 1830 durch die Maison de l’Horloge ergänzt wurde. Seit 1957 dienen die Gebäude als Sitz der Gemeindeverwaltung.

Verkehrserschliessung

Die Verbindung zwischen Grand-Lancy und Petit-Lancy wurde 1829 durch eine Holzbrücke über die Aire verbessert. Diese wurde 1835 durch eine steinerne Bogenbrücke ersetzt.

Der 1884 über die Arve errichtete Pont de Saint-Georges stärkte die Verbindung zur Stadt Genf. 1889 erhielt Lancy eine Tramverbindung nach Genf. Der Pont Butin über die Rhone wurde 1924 eröffnet und schuf eine direkte Verbindung in Richtung Aïre und Vernier.

Mit der fortschreitenden Verkehrserschliessung verlor die Gemeinde ihren isolierten ländlichen Charakter. Der Ausbau des Strassen- und Tramnetzes erleichterte die Ansiedlung neuer Wohnquartiere und Betriebe.

Industrialisierung und Urbanisierung

Die ersten planmässig angelegten Wohnsiedlungen entstanden gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Die 1899 fertiggestellte Gartenstadt Epargne in Petit-Lancy war als Wohnquartier für Arbeiterfamilien konzipiert. Eine ähnliche Siedlung wurde 1931 in Bachet-de-Pesay errichtet.

Von 1919 bis 1921 befand sich auf dem Plateau von Saint-Georges der erste dauerhaft betriebene Flugplatz des Kantons Genf. Von dort wurden unter anderem Linienflüge nach Paris angeboten. Wegen der fortschreitenden Überbauung und der Entwicklung anderer Flughafenstandorte verlor die Anlage bald ihre Bedeutung.

In den 1930er Jahren wurden Teile der Feuchtgebiete von La Praille durch die Regulierung der Aire und der Drize trockengelegt. Zwischen 1941 und 1949 entstand der Güterbahnhof La Praille. Der neue Verkehrsknoten förderte die Ansiedlung von Industrie-, Lager- und Handelsbetrieben.

Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte ein aussergewöhnlich starkes Bevölkerungswachstum ein. Rund um Grand-Lancy und Petit-Lancy wurden grossflächige Wohnüberbauungen errichtet. Besonders die Quartiere Les Palettes, La Caroline, Les Esserts und Les Pontets veränderten das Erscheinungsbild der Gemeinde.

1963 überschritt Lancy die Marke von 10'000 Einwohnern und erhielt den statistischen Status einer Stadt. Innerhalb weniger Jahre verwandelte sich die frühere Landgemeinde in einen dicht besiedelten Vorort der Stadt Genf.

Entwicklung seit 1970

Als Ausgleich zur starken Überbauung legte die Gemeinde neue Grünanlagen an und öffnete frühere Privatparks für die Bevölkerung. Zwischen 1979 und 1989 entstand unter der Leitung des Landschaftsarchitekten Georges Descombes der Parc en Sauvy.

2003 wurde in La Praille das Stade de Genève eröffnet. Drei Jahre später wurde Lancy wieder an das Genfer Tramnetz angeschlossen. Einen weiteren Entwicklungsschub brachte der Ausbau der Bahnstrecke Cornavin–Eaux-Vives–Annemasse, der sogenannten CEVA.

Mit der Inbetriebnahme des Léman Express im Dezember 2019 erhielten die Bahnhöfe Lancy-Pont-Rouge und Lancy-Bachet direkte Verbindungen in zahlreiche Teile des Kantons Genf sowie nach Frankreich und in den Kanton Waadt. Gleichzeitig entstanden rund um die Bahnhöfe neue Wohn- und Geschäftsquartiere.

Bevölkerung

Die Einwohnerzahl entwickelte sich im 19. Jahrhundert zunächst langsam. 1850 lebten weniger als 800 Menschen in Lancy. Durch die Nähe zur Stadt Genf und die verbesserte Verkehrsanbindung nahm die Bevölkerung seit dem Ende des 19. Jahrhunderts deutlich zu.

Das stärkste Wachstum erfolgte in den 1960er Jahren. Zwischen 1960 und 1970 verdreifachte sich die Einwohnerzahl nahezu. Nach einer vorübergehenden Stagnation in den 1980er und 1990er Jahren setzte seit der Jahrtausendwende erneut ein starkes Wachstum ein.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1850 778
1900 1'918
1920 3'894
1941 5'042
1950 5'792
1960 6'967
1970 20'523
1980 23'527
1990 22'960
2000 25'688
2025 37'669

Die Bevölkerung ist sprachlich und kulturell vielfältig. Französisch ist die vorherrschende Alltagssprache. Aufgrund der Lage in der internationalen Genfer Agglomeration lebt in Lancy ein hoher Anteil ausländischer Staatsangehöriger. Zu den verbreiteten weiteren Sprachen gehören Portugiesisch, Italienisch, Spanisch, Englisch und Deutsch.

Die Einwohner werden auf Französisch als Lancéennes und Lancéens bezeichnet.

Politik und Verwaltung

Lancy besitzt wie die anderen grösseren Genfer Gemeinden eine Exekutive, die als Conseil administratif bezeichnet wird. Sie besteht aus drei Mitgliedern, die für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt werden. Das Stadtpräsidium, französisch Maire, wechselt jährlich zwischen den Mitgliedern der Exekutive.

Für die Legislaturperiode 2025–2030 gehören Salima Moyard, Damien Bonfanti und Corinne Gachet dem Conseil administratif an. Im Amtsjahr 2026/27 ist Salima Moyard Stadtpräsidentin.[4]

Die Legislative bildet der 37 Mitglieder umfassende Conseil municipal. Die Sitze verteilen sich in der Legislaturperiode 2025–2030 wie folgt:[5]

Sitzverteilung im Conseil municipal 2025–2030
Partei oder Gruppierung Sitze
Parti socialiste 10
Le Centre – Les Vert'libéraux 6
Mouvement Citoyens Genevois 6
PLR Les Libéraux-Radicaux 6
Les Vertes et les Verts 5
Union démocratique du centre 4

Die Gemeindeverwaltung befindet sich an der Route du Grand-Lancy. Sie ist unter anderem für Raumplanung, kommunale Strassen, soziale Angebote, Kinderbetreuung, Kultur, Sport, Grünanlagen, Sicherheit und die Verwaltung des gemeindeeigenen Immobilienbestands zuständig.

Wirtschaft

Lancy ist ein bedeutender Arbeits- und Wirtschaftsstandort innerhalb der Genfer Agglomeration. Die traditionelle Landwirtschaft spielt heute nur noch eine geringe Rolle. Die Wirtschaft wird von Dienstleistungen, Handel, Verkehr, Baugewerbe und öffentlichen Einrichtungen geprägt.

Auf dem Gemeindegebiet befinden sich mehr als 2'400 Unternehmen und Organisationen, die zusammen über 27'000 Arbeitsplätze anbieten. Ein grosser Teil der Beschäftigten arbeitet im Dienstleistungssektor.[6]

Wichtige Wirtschaftsgebiete befinden sich in La Praille, Pont-Rouge und entlang der Grenze zu Plan-les-Ouates. Die traditionelle Industrie- und Gewerbezone von La Praille umfasst Lagerhäuser, Logistikbetriebe, Autohäuser, Grosshandelsunternehmen und Werkstätten.

Mit der Entwicklung des Quartiers Pont-Rouge gewann der Büro- und Dienstleistungssektor zusätzlich an Bedeutung. Der Standort profitiert von der direkten Bahnanbindung, der Nähe zum Stadtzentrum und dem Zugang zum Autobahnnetz.

Das Einkaufszentrum La Praille gehört zu den grösseren Einkaufs- und Freizeitzentren der Region. Es ist baulich mit dem Stade de Genève verbunden.

Verkehr

Eisenbahn

Lancy besitzt zwei Bahnhöfe an der Bahnstrecke zwischen Genève-Cornavin und Annemasse:

Beide Stationen werden vom Léman Express bedient. Direkte Zugverbindungen bestehen unter anderem nach Genève-Cornavin, Coppet, Genève-Eaux-Vives, Annemasse, La Roche-sur-Foron, Évian-les-Bains, Annecy und Saint-Gervais-les-Bains-Le Fayet. Das genaue Angebot unterscheidet sich je nach Linie und Tageszeit.[7]

Der Bahnhof Lancy-Pont-Rouge dient als zentraler Verkehrsknoten des neuen Stadtquartiers Pont-Rouge. Lancy-Bachet ist mit mehreren Tram- und Buslinien verknüpft und erschliesst den Süden der Gemeinde.

Im Quartier La Praille befindet sich ausserdem ein ausgedehnter Güterbahnhof. Dieser spielte lange Zeit eine zentrale Rolle für die Versorgung der Genfer Agglomeration. Teile des Areals sollen langfristig im Rahmen des Projekts Praille–Acacias–Vernets umgenutzt werden.

Tram und Bus

Das Gemeindegebiet wird durch ein dichtes Netz der Transports publics genevois erschlossen. Tramlinien verbinden Lancy mit dem Zentrum von Genf, Carouge, Plan-les-Ouates, Meyrin und weiteren Teilen des Kantons. Bedeutende Umsteigepunkte befinden sich bei Lancy-Pont-Rouge, Lancy-Bachet, Les Palettes und Petit-Lancy.

Zahlreiche städtische und regionale Buslinien ergänzen das Tramnetz. Sie stellen Verbindungen nach Onex, Bernex, Vernier, Carouge und in die südlichen Gemeinden des Kantons her.

Strassenverkehr

Lancy liegt nahe der Autobahn A1 und ihrer südlichen Zufahrten. Wichtige Strassenachsen sind die Route de Saint-Julien, die Route du Grand-Lancy, die Route de Chancy und die Avenue des Communes-Réunies.

Der Pont Butin verbindet Petit-Lancy über die Rhone mit Vernier und dem nordwestlichen Teil des Kantons. Die hohe Verkehrsbelastung auf den Hauptachsen stellt die Gemeinde vor Herausforderungen beim Lärm- und Umweltschutz.

Die kommunale Verkehrspolitik fördert den öffentlichen Verkehr sowie den Fuss- und Veloverkehr. Geplant beziehungsweise im Bau sind zusätzliche Velowege und bessere Verbindungen zu den Nachbargemeinden.

Bildung

Lancy verfügt über zahlreiche öffentliche Kindergärten und Primarschulen. Hinzu kommen Einrichtungen der Sekundarstufe, Berufsschulen und private Bildungsinstitutionen. Die Gemeinde betreibt ausserdem Kinderkrippen, Tagesstrukturen und Angebote für Jugendliche.

Zu den bedeutenden kantonalen Schulen auf dem Gemeindegebiet gehören das Collège de Saussure und die École de culture générale Henry-Dunant. Mehrere Orientierungsschulen dienen der Sekundarstufe I.

Wegen des starken Bevölkerungswachstums werden bestehende Schulanlagen regelmässig erweitert und neue Schulhäuser errichtet. Der Ausbau der Bildungs- und Betreuungsangebote gehört zu den wichtigsten Aufgaben der kommunalen Planung.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Villa Bernasconi

Die Villa Bernasconi ist ein kommunales Zentrum für zeitgenössische Kunst. Sie liegt in einem Park am Ufer der Aire und zeigt wechselnde Ausstellungen mit Werken schweizerischer und internationaler Kunstschaffender. Die historische Villa und ihr Landschaftspark bilden zusammen ein bedeutendes kulturelles Ensemble.

Ferme de la Chapelle

Die Ferme de la Chapelle ist ein weiteres kommunales Ausstellungszentrum. Das ehemalige landwirtschaftliche Gebäude wird für Ausstellungen zeitgenössischer Kunst, kulturelle Veranstaltungen und Vermittlungsangebote genutzt.

Villa Bernasconi und Ferme de la Chapelle gehören zu den wichtigsten Institutionen der kommunalen Kulturpolitik.[2]

Mairie und Maison de l’Horloge

Der Sitz der Gemeindeverwaltung befindet sich in dem für Charles Pictet de Rochemont erbauten ehemaligen Herrenhaus. Zusammen mit der Maison de l’Horloge und dem umgebenden Park erinnert die Anlage an die Zeit, als wohlhabende Genfer Familien in Lancy Landsitze besassen.

Sakralbauten

Auf dem Gemeindegebiet befinden sich mehrere Kirchen unterschiedlicher Konfessionen. Dazu gehören die katholischen Kirchen Notre-Dame-des-Grâces und Christ-Roi sowie reformierte und christkatholische Kultstätten. Die Vielfalt der Sakralbauten spiegelt die wechselvolle Konfessionsgeschichte der Gemeinde wider.

Parks und Grünräume

Lancy besitzt rund 30 Parks und Promenaden sowie ungefähr 33 Hektaren öffentlich zugängliche Grünflächen.[2] Zu den bedeutenden Anlagen gehören:

  • Parc Bernasconi
  • Parc en Sauvy
  • Parc Navazza-Oltramare
  • Parc Chuit
  • Parc Marignac
  • Parc Adélaïde Sara Pictet de Rochemont

Die Uferbereiche der Aire und der Drize bilden wichtige ökologische Verbindungen. Renaturierungs- und Aufwertungsprojekte sollen die Gewässer als Lebensräume und Naherholungsgebiete erhalten.

Sport

Das bekannteste Sportbauwerk der Gemeinde ist das 2003 eröffnete Stade de Genève in La Praille. Das Stadion bietet rund 30'000 Zuschauerplätze und ist die Heimstätte des Fussballvereins Servette FC. Es war Austragungsort mehrerer Spiele der Fussball-Europameisterschaft 2008.

Mit dem Lancy FC besitzt die Gemeinde einen eigenen traditionsreichen Fussballverein. Weitere Sportangebote umfassen Leichtathletik, Tennis, Schwimmen, Turnen, Basketball, Kampfsport und zahlreiche Vereinssportarten.

Die Piscine de Marignac ist das kommunale Freibad. In verschiedenen Quartieren bestehen Sportplätze, Turnhallen und frei zugängliche Bewegungsanlagen.

Persönlichkeiten

  • Charles Pictet de Rochemont (1755–1824), Diplomat, Politiker und Landwirt; bewirtschaftete ein Mustergut in Lancy
  • Jean Dunand (1877–1942), Lackkünstler, Bildhauer und Kunsthandwerker; in Lancy geboren
  • Fritz Thiébaud (1842–1908), Uhrmacher und Politiker; starb in Petit-Lancy
  • Nicolas Bouvier (1929–1998), Schriftsteller, Fotograf und Reisender; in Grand-Lancy geboren
  • Jean Babel (1921–2005), Politiker und Nationalrat; in Petit-Lancy geboren

Literatur

  • Dominique Zumkeller: Lancy. In: Historisches Lexikon der Schweiz, 2009.
  • Raymond Perrot: Lancy, hier et aujourd’hui. Commune de Lancy, Lancy 1986.
  • Ville de Lancy: Plan directeur communal de Lancy. Lancy 2023.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Office cantonal de la statistique: Lancy – Chiffres clés, abgerufen am 6. August 2026.
  2. 2,0 2,1 2,2 Ville de Lancy: Les atouts de Lancy, abgerufen am 6. August 2026.
  3. Dominique Zumkeller: Lancy, in: Historisches Lexikon der Schweiz, Version vom 10. März 2009.
  4. Ville de Lancy: Conseil administratif 2025–2030, abgerufen am 6. August 2026.
  5. Ville de Lancy: Membres du Conseil municipal 2025–2030, abgerufen am 6. August 2026.
  6. Ville de Lancy: Prestations und Wirtschaftsinformationen, abgerufen am 6. August 2026.
  7. Léman Express: Offizielle Website und Liniennetz, abgerufen am 6. August 2026.

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