BSC Young Boys
| Vollständiger Name | Berner Sport Club Young Boys |
|---|---|
| Kurzname | BSC Young Boys, YB |
| Frühere Bezeichnung | FC Young Boys |
| Sitz | Bern, Kanton Bern |
| Gegründet | 14. März 1898 |
| Vereinsfarben | Gelb und Schwarz |
| Stadion | Stadion Wankdorf |
| Plätze | 31'500 |
| Liga | Super League |
| Cheftrainer | Gerry Seoane |
| Schweizer Meister | 17-mal |
| Schweizer Cupsieger | 8-mal |
| Website | www.bscyb.ch |
Der BSC Young Boys, kurz YB, ist ein Schweizer Fussballverein aus der Bundesstadt Bern. Der 1898 als FC Young Boys gegründete Club trägt die Farben Gelb und Schwarz und gehört zu den erfolgreichsten und mitgliederstärksten Fussballvereinen der Schweiz. Die erste Mannschaft spielt in der Super League, der höchsten Spielklasse des Schweizer Fussballs.[1]
Die Young Boys wurden bisher 17-mal Schweizer Meister und gewannen achtmal den Schweizer Cup. Zu den bedeutendsten internationalen Erfolgen gehört das Erreichen des Halbfinals im Europapokal der Landesmeister 1958/59. Seit 2018 entwickelte sich YB erneut zum dominierenden Verein des Schweizer Fussballs und gewann innerhalb von sieben Spielzeiten sechs Meistertitel.[2]
Die Heimspiele trägt der Club im Stadion Wankdorf aus. Das heutige Stadion wurde 2005 eröffnet und steht am Ort des früheren Wankdorfstadions, in dem 1954 der Final der Fussball-Weltmeisterschaft zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Ungarn ausgetragen wurde.
Name
Der Verein wurde am 14. März 1898 unter der Bezeichnung FC Young Boys gegründet. Der Name entstand in Anlehnung an den damals bekannten Basler Fussballclub Old Boys. Auch die gelb-schwarzen Vereinsfarben wurden von den Baslern übernommen.[3]
1925 änderte der Verein seinen Namen in Berner Sport Club Young Boys. Die neue Bezeichnung sollte den inzwischen polysportiven Charakter des Clubs zum Ausdruck bringen. Die Abkürzung BSC steht seitdem für Berner Sport Club.
Im allgemeinen Sprachgebrauch wird der Verein fast ausschliesslich als YB bezeichnet. Die Aussprache der beiden Buchstaben richtet sich nach dem Deutschen und nicht nach der englischen Aussprache des vollständigen Namens. Gebräuchliche Beinamen sind «die Young Boys», «die Berner» und «die Gelb-Schwarzen».
Geschichte
Gründung und erste Jahre
Die Gymnasiasten Max Schwab, Hermann Bauer, Franz Kehrli und Oskar Schwab gründeten den FC Young Boys am 14. März 1898. Nach Angaben der Clubchronik fand das erste Spiel am 17. Juni desselben Jahres gegen den FC Viktoria statt und endete mit einem Sieg der Young Boys.[3]
Zu Beginn traten die Young Boys als Schülerteam des bereits bestehenden FC Bern auf. Mehrere ihrer Spieler wurden bald auch in der ersten Mannschaft des FC Bern eingesetzt. Dadurch entstanden Spannungen mit den älteren Vereinsmitgliedern. Die Young Boys mussten sich schliesslich zwischen einer vollständigen Eingliederung in den FC Bern und der Weiterführung als selbstständiger Club entscheiden. Die Mehrheit sprach sich gegen eine Fusion aus.
1900 wurde der FC Young Boys in die damalige Schweizerische Fussball-Association aufgenommen. In der Saison 1900/01 nahm der Club erstmals an einer offiziellen Meisterschaft teil. Er begann in der Serie B und stieg unmittelbar in die höchste Spielklasse auf.
Bereits 1903 errang YB den ersten Schweizer Meistertitel. Weitere Meisterschaften folgten 1909, 1910 und 1911. Mit drei aufeinanderfolgenden Titeln von 1909 bis 1911 gelang dem Verein der erste Meisterschafts-Hattrick seiner Geschichte.
Aus den frühen Jahren stammt auch der Ausdruck «YB-Viertelstunde». Er bezeichnet die letzte Viertelstunde eines Spiels, in der die Mannschaft wiederholt entscheidende Tore erzielt haben soll. Der Begriff entwickelte sich zu einem festen Bestandteil der Clubkultur und wird von den Anhängern bis heute verwendet.
Spielstätten vor dem Wankdorf
Die Young Boys trugen ihre ersten Spiele auf verschiedenen Plätzen in Bern aus. Zu den frühen Spielorten gehörten das Kirchenfeld, die Allmend und der Spitalacker.
Der Sportplatz Spitalacker wurde zur ersten längerfristigen Heimstätte des Vereins. Nachdem er während des Ersten Weltkriegs nicht regulär genutzt werden konnte, wurde die Anlage 1920 wiederhergestellt und mit einer neuen Tribüne versehen.
Der wachsende Zuschauerzuspruch machte jedoch den Bau eines grösseren Stadions notwendig. 1925 zog der Club in das neu errichtete Wankdorfstadion um. Im selben Jahr erfolgte die Umbenennung vom FC Young Boys zum BSC Young Boys.
Erfolge zwischen den Weltkriegen
Nach den vier frühen Meistertiteln blieb YB auch in den folgenden Jahrzehnten ein bedeutender Schweizer Fussballclub. 1920 und 1929 gewann der Verein seine fünfte beziehungsweise sechste Meisterschaft.
1930 erreichten die Young Boys erstmals den Final des neu geschaffenen Schweizer Cups. Im Endspiel besiegten sie den FC Aarau und gewannen den Wettbewerb erstmals.
Ein weiterer Cupsieg folgte 1945. Während dieser Zeit gehörte YB regelmässig zur nationalen Spitze, ohne die Meisterschaft in gleicher Weise zu dominieren wie zu Beginn des Jahrhunderts.
Goldene Ära unter Albert Sing
Die zweite grosse Erfolgsperiode begann in den 1950er-Jahren. Eine zentrale Rolle spielte der deutsche Trainer Albert Sing, der zunächst als Spielertrainer und später ausschliesslich als Trainer arbeitete.
1953 gewann YB den Schweizer Cup. Von 1957 bis 1960 folgten vier Schweizer Meistertitel in Serie. Damit gelang dem Club eine der erfolgreichsten Titelserien in der Geschichte des Schweizer Fussballs. 1958 gewann die Mannschaft zusätzlich den Schweizer Cup und erreichte damit erstmals das Double aus Meisterschaft und Cup.[2]
Zum Meisterteam dieser Zeit gehörten unter anderem Heinz Schneiter, Willy Steffen, Eugen «Geni» Meier, Marcel Flückiger, Walter Eich und Kurt Linder.
Die Erfolge fielen in eine Zeit, in der das Wankdorfstadion zu den bedeutendsten Fussballarenen Europas gehörte. Im Hinblick auf die Weltmeisterschaft 1954 war es vollständig neu gebaut worden und bot mehr als 60'000 Personen Platz.
Halbfinal im Europapokal der Landesmeister
In der Saison 1958/59 erzielte YB seinen grössten internationalen Erfolg. Im Europapokal der Landesmeister, dem Vorgängerwettbewerb der UEFA Champions League, stiessen die Berner bis in den Halbfinal vor.
Nach Erfolgen gegen MTK Budapest und den SC Wismut Karl-Marx-Stadt trafen die Young Boys auf Stade Reims. Das Hinspiel im Wankdorf gewannen sie vor rund 60'000 Zuschauern durch ein Tor von Geni Meier mit 1:0. Im Rückspiel in Paris setzte sich Stade Reims jedoch mit 3:0 durch und zog in den Final ein.[4]
Das Erreichen des Halbfinals blieb über Jahrzehnte die beste Platzierung eines Schweizer Clubs im wichtigsten europäischen Vereinswettbewerb.
Jahre ohne Meistertitel
Nach dem Ende der erfolgreichen Ära unter Albert Sing blieb YB häufig in der oberen Tabellenhälfte, konnte jedoch lange keinen weiteren Meistertitel gewinnen. Der Schweizer Fussball wurde zeitweise vor allem vom FC Basel, vom FC Zürich und vom Grasshopper Club Zürich geprägt.
1977 gewann YB unter Trainer Kurt Linder den Schweizer Cup. Im Final bezwangen die Berner den FC St. Gallen. Es war der erste Titel seit der Meisterschaft von 1960.
Trotz dieses Erfolgs blieb die sportliche Entwicklung wechselhaft. Trainerwechsel, finanzielle Belastungen und schwankende Leistungen prägten die folgenden Jahre.
Meisterschaft 1986
1984 übernahm Alexander Mandziara die erste Mannschaft. Der deutsch-polnische Trainer setzte auf offensiven Fussball und eine intensive körperliche Vorbereitung.
In der Saison 1985/86 führte Mandziara die Young Boys überraschend zum Schweizer Meistertitel. Es war die erste Meisterschaft des Clubs seit 26 Jahren. Der dänische Stürmer Lars Lunde wurde Torschützenkönig der Liga. Weitere wichtige Spieler waren Georges Bregy, Urs Bamert, Robert Prytz, Dario Zuffi und Martin Weber.
Als Schweizer Meister traf YB im Europapokal der Landesmeister 1986/87 auf Real Madrid. Das Hinspiel im Wankdorf gewannen die Berner mit 1:0. Im Rückspiel setzte sich Real Madrid deutlich durch und verhinderte das Weiterkommen von YB.
1987 folgte der nächste nationale Titel. Im Cupfinal bezwangen die Young Boys Servette FC mit 4:2 nach Verlängerung.
Im Europapokal der Pokalsieger 1987/88 erreichte YB nach Erfolgen gegen DAC Dunajská Streda und den FC Den Haag den Viertelfinal. Dort unterlagen die Berner Ajax Amsterdam.
Abstieg und Rückkehr
In den 1990er-Jahren verschlechterte sich die sportliche und wirtschaftliche Situation des Clubs. YB stieg aus der höchsten Liga ab und musste mehrere Spielzeiten in der Nationalliga B verbringen.
Die finanzielle Lage war zeitweise angespannt. Gleichzeitig erschwerte der bevorstehende Ersatz des alten Wankdorfstadions die langfristige Planung. Um den Profibetrieb wirtschaftlich neu zu organisieren, wurde dieser 1999 in eine Aktiengesellschaft ausgegliedert.
2000 gewann YB die Meisterschaft der Nationalliga B. Der Wiederaufstieg in die höchste Spielklasse gelang im Sommer 2001. Seither gehört die erste Mannschaft ohne Unterbruch der obersten Schweizer Liga an.[2]
Nach dem Abbruch des alten Wankdorfstadions trug YB seine Heimspiele von 2001 bis 2005 im Stadion Neufeld aus.
Etablierung in der Super League
Nach dem Wiederaufstieg etablierte sich YB schrittweise wieder in der nationalen Spitzengruppe. Unter Trainer Hans-Peter Zaugg wurde die Mannschaft in der Saison 2003/04 Schweizer Vizemeister und qualifizierte sich für die Champions-League-Qualifikation. Dort scheiterte sie an Roter Stern Belgrad.
2005 bezog der Club das neu gebaute Stade de Suisse Wankdorf. Die moderne Infrastruktur und steigende Zuschauerzahlen schufen wichtige Voraussetzungen für die weitere sportliche und wirtschaftliche Entwicklung.
Unter Trainern wie Gernot Rohr, Martin Andermatt und Vladimir Petković erreichte YB regelmässig die europäischen Wettbewerbe. Zwischen 2008 und 2010 wurde der Verein dreimal in Folge Schweizer Vizemeister.
Besonders knapp verpassten die Young Boys den Titel in der Saison 2009/10. Vor dem letzten Spieltag lagen sie an der Tabellenspitze, verloren jedoch das entscheidende Heimspiel gegen den FC Basel und mussten dem direkten Konkurrenten die Meisterschaft überlassen.
Europäische Auftritte in den 2000er- und 2010er-Jahren
YB nahm ab den 2000er-Jahren regelmässig am UEFA-Cup beziehungsweise an der UEFA Europa League teil. Die Berner erreichten mehrmals die Gruppenphase und stiessen in den Spielzeiten 2010/11 und 2014/15 bis in den Sechzehntelfinal vor.
Zu den bekannten europäischen Gegnern gehörten Tottenham Hotspur, Liverpool FC, Zenit St. Petersburg, Everton FC, AS Monaco, Schachtar Donezk und Dynamo Kiew.
2010 verpasste YB die Champions-League-Gruppenphase gegen Tottenham Hotspur. Die Berner gewannen das Hinspiel im Wankdorf nach einer zwischenzeitlichen 3:0-Führung mit 3:2, verloren jedoch das Rückspiel in London.
Unter Trainer Adi Hütter entwickelte sich die Mannschaft ab 2015 sportlich weiter. YB qualifizierte sich mehrfach für die Europa League und gewann in den Champions-League-Qualifikationen gegen Schachtar Donezk und Dynamo Kiew.
Ende der 32-jährigen Wartezeit
In der Saison 2017/18 durchbrach YB die langjährige Vorherrschaft des FC Basel. Unter Trainer Adi Hütter spielte die Mannschaft eine ausserordentlich konstante Meisterschaft.
Am 28. April 2018 besiegten die Young Boys den FC Luzern im ausverkauften Wankdorf mit 2:1. Das entscheidende Tor erzielte Jean-Pierre Nsame in der 89. Minute. Mit diesem Sieg stand YB fünf Runden vor Saisonende als Schweizer Meister fest.
Es war der zwölfte Meistertitel der Vereinsgeschichte und der erste seit 1986. Die Meisterschaft löste in Bern grosse Feierlichkeiten aus und gilt als einer der bedeutendsten Momente der jüngeren Clubgeschichte.[3]
Nach der Saison wechselte Adi Hütter zu Eintracht Frankfurt. Sein Nachfolger wurde der frühere YB-Spieler Gerry Seoane.
Meisterserie von 2018 bis 2021
Unter Gerry Seoane setzte YB seine Erfolgsserie fort. 2019 verteidigten die Berner den Meistertitel mit grossem Vorsprung. Bereits acht Runden vor Saisonende war die Mannschaft rechnerisch nicht mehr einzuholen.
Auch 2020 gewann YB die Meisterschaft. Die Spielzeit war wegen der COVID-19-Pandemie während mehrerer Monate unterbrochen worden. Jean-Pierre Nsame erzielte 32 Meisterschaftstore und stellte damit einen Rekord für die 2003 eingeführte Super League auf.
Im August 2020 besiegte YB den FC Basel im Cupfinal mit 2:1. Damit gewann der Club erstmals seit 1987 wieder den Schweizer Cup und sicherte sich nach 1958 das zweite Double seiner Geschichte.
2021 folgte der vierte Meistertitel in Serie. YB stand bereits in der 29. von 36 Runden als Meister fest. Wegen der Pandemie fand das entscheidende Heimspiel gegen den FC Lugano ohne Zuschauer statt.
Champions League
Die Young Boys qualifizierten sich erstmals in der Saison 2018/19 für die Gruppenphase der Champions League. In den Play-offs setzte sich die Mannschaft gegen Dinamo Zagreb durch. In der Gruppe traf YB auf Juventus Turin, Manchester United und Valencia CF. Am letzten Spieltag gewann der Schweizer Meister im Wankdorf mit 2:1 gegen Juventus.
2021/22 gelang die zweite Teilnahme. Im ersten Gruppenspiel besiegte YB Manchester United mit 2:1. Der entscheidende Treffer von Jordan Siebatcheu fiel in der Nachspielzeit.
In der Saison 2023/24 erreichten die Berner zum dritten Mal die Gruppenphase. Hinter Manchester City und RB Leipzig belegten sie den dritten Platz und wechselten in die Europa League. Dort schieden sie gegen Sporting Lissabon aus.
Als Schweizer Meister 2024 setzte sich YB in den Play-offs der Champions League 2024/25 gegen Galatasaray Istanbul durch und nahm an der erstmals ausgetragenen Ligaphase teil.[5]
Weitere Meistertitel und drittes Double
Nach vier Meisterschaften in Serie belegte YB 2021/22 den dritten Tabellenplatz. Trainer David Wagner wurde während der Saison freigestellt.
Unter Raphael Wicky kehrten die Young Boys in der Saison 2022/23 an die nationale Spitze zurück. Mit einem 5:1-Heimsieg gegen den FC Luzern sicherten sie sich vorzeitig den 16. Meistertitel.
Im Cupfinal 2023 bezwang YB den FC Lugano mit 3:2. Damit gewann der Verein zum dritten Mal nach 1958 und 2020 das Double aus Meisterschaft und Schweizer Cup.
In der Saison 2023/24 verteidigten die Berner den Meistertitel. Nach der Trennung von Raphael Wicky übernahm U21-Trainer Joël Magnin die erste Mannschaft interimistisch. Ein 1:0-Auswärtssieg gegen Servette machte den 17. Meistertitel perfekt.
Spielzeiten 2024 bis 2026
Die Saison 2024/25 begann für den amtierenden Meister mit sechs Punkten aus den ersten neun Meisterschaftsspielen. Trainer Patrick Rahmen wurde freigestellt und zunächst durch Joël Magnin ersetzt. Im Dezember 2024 übernahm Giorgio Contini die Mannschaft.
YB verbesserte sich im Verlauf der Rückrunde und beendete die Meisterschaft auf dem dritten Tabellenplatz. International nahm der Club an der Ligaphase der Champions League teil, blieb dort aber ohne Punktgewinn.
Auch in der Saison 2025/26 fand die Mannschaft nicht zu ihrer früheren Konstanz zurück. Giorgio Contini wurde im Oktober 2025 freigestellt. Als Nachfolger verpflichtete der Club erneut Gerry Seoane, der einen Vertrag bis 2028 erhielt.[6]
Die Young Boys erreichten 2025/26 die Ligaphase der Europa League, beendeten die Schweizer Meisterschaft jedoch lediglich auf dem sechsten Rang. In der Saison 2026/27 spielt YB weiterhin in der Super League und wird von Gerry Seoane trainiert.[7]
Stadion Wankdorf
Erstes Wankdorfstadion
Das erste Wankdorfstadion wurde 1925 errichtet. Der Spatenstich erfolgte im März, bereits am 18. Oktober konnte die Anlage eröffnet werden. Das Stadion verfügte ursprünglich über rund 22'000 Plätze. Spätere Erweiterungen erhöhten das Fassungsvermögen auf etwa 40'000 Personen.[8]
Für die Fussball-Weltmeisterschaft 1954 wurde das alte Stadion weitgehend abgebrochen und durch eine grössere Anlage ersetzt.
Wankdorfstadion von 1954
Das zweite Wankdorfstadion wurde am Pfingstmontag 1954 eröffnet. Während der Weltmeisterschaft bot es mehr als 60'000 Personen Platz.
Am 4. Juli 1954 fand dort der WM-Final zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Ungarn statt. Deutschland gewann die als «Wunder von Bern» bekannt gewordene Partie mit 3:2.
Das Stadion war über Jahrzehnte eines der wichtigsten Fussballstadien der Schweiz. Es war Austragungsort zahlreicher Länderspiele, Schweizer Cupfinals und internationaler Begegnungen. Neben dem WM-Final fanden dort auch der Final des Europapokals der Landesmeister 1961 und der Final des Europapokals der Pokalsieger 1989 statt.
Für YB bildete das Stadion den Mittelpunkt der erfolgreichen Meisterjahre von 1957 bis 1960 sowie der Titelgewinne von 1977, 1986 und 1987.
Das letzte Spiel im alten Wankdorf fand am 7. Juli 2001 zwischen YB und dem FC Lugano statt. Anschliessend wurde das Stadion abgebrochen.
Heutiges Stadion
Während der Bauzeit der neuen Arena spielte YB im Stadion Neufeld. Das heutige Stadion wurde im Sommer 2005 unter dem Namen Stade de Suisse Wankdorf eröffnet.
Das erste Spiel fand am 16. Juli 2005 im Rahmen des UEFA Intertoto Cups gegen Olympique Marseille statt. Die offizielle Eröffnung folgte am 31. Juli mit einem Turnier, an dem neben YB auch der VfB Stuttgart und Udinese Calcio teilnahmen.
Die Arena verfügt nach einem Umbau des Gästesektors über 31'500 Plätze.[9] Neben Fussballspielen finden im Stadion Konzerte, Kongresse und weitere Grossveranstaltungen statt.
Seit 2020 trägt die Anlage wieder offiziell den Namen Stadion Wankdorf. Die Umbenennung wurde durch eine Partnerschaft zwischen YB und dem Biotechnologieunternehmen CSL Behring ermöglicht.
Vereinsfarben und Wappen
Die Vereinsfarben des BSC Young Boys sind Gelb und Schwarz. Sie wurden bei der Gründung in Anlehnung an die Farben des BSC Old Boys aus Basel gewählt.
Die traditionelle Heimbekleidung besteht überwiegend aus einem gelben Trikot mit schwarzen Elementen, schwarzen Hosen und gelben oder schwarzen Stutzen. Die genaue Gestaltung wechselte im Lauf der Vereinsgeschichte mehrfach.
Das Clubwappen zeigt die Buchstaben «YB» auf gelb-schwarzem Grund. Darüber befindet sich das Gründungsjahr 1898. Das Wappen wurde mehrfach modernisiert, behielt jedoch seine grundlegenden Farben und Buchstaben bei.
Organisation
Der ursprüngliche Verein Berner Sport Club Young Boys besteht weiterhin. Der professionelle Fussballbetrieb wurde 1999 in die BSC Young Boys Betriebs AG ausgegliedert.
Im Rahmen einer späteren strukturellen Neuordnung wurden der Fussballbetrieb und die Vermarktung sowie der Betrieb des Stadions in der BSC Young Boys AG zusammengeführt.[10]
Der Verein BSC Young Boys dient insbesondere als organisatorisches Gefäss für Dauerkartenbesitzer, Fördermitglieder, Mitglieder des Kids Clubs und Unterstützer der Frauenabteilung. Nach Angaben des Clubs zählt er rund 20'000 Mitglieder und ist damit der mitgliederstärkste Fussballverein der Schweiz.[11]
Die BSC Young Boys AG ist neben der ersten Mannschaft auch für die Nachwuchsabteilung, die Frauenmannschaft und den Betrieb des Stadions Wankdorf verantwortlich.
Nachwuchs
Die Nachwuchsabteilung des BSC Young Boys tritt seit 2020 unter der Bezeichnung Youth Base auf. Sie umfasst Mannschaften von der regionalen Talentförderung bis zur U21.
Im Nachwuchsspitzenfussball führt YB Teams in den Altersstufen U15, U16, U17, U19 und U21. Die U21 spielt im nationalen Erwachsenenfussball und bildet die letzte Ausbildungsstufe vor dem Übertritt in die erste Mannschaft.
Der Club arbeitet mit mehreren regionalen Partnerorganisationen zusammen. Dazu gehören das Team Köniz, das Team Oberaargau Emmental, das Team AFF/FFV und der FC Solothurn. Innerhalb dieser Partnerschaft werden mehrere Hundert Juniorinnen und Junioren betreut.[12]
Zur Ausbildung gehören neben technischen, taktischen und athletischen Fähigkeiten auch die schulische oder berufliche Entwicklung und die Persönlichkeitsbildung.
Aus dem Nachwuchs oder dem erweiterten Ausbildungsumfeld von YB gingen zahlreiche spätere Profispieler hervor. Dazu gehören unter anderem Stéphane Chapuisat, Christoph Spycher, Steve von Bergen, François Affolter, Christian Fassnacht, Michel Aebischer, Fabian Rieder und Aurèle Amenda.
YB Frauen
Die Frauenabteilung des BSC Young Boys geht auf den 1970 gegründeten DFC Bern zurück. Dieser war zunächst dem FC Bern angeschlossen und wurde später als FFC Bern selbstständig.
2009 vereinbarten der BSC Young Boys und der FFC Bern eine Zusammenarbeit. Am 1. Juli 2009 wurde die Frauenmannschaft vollständig in den BSC Young Boys integriert. Seither tritt sie unter der Bezeichnung BSC YB Frauen und in den gelb-schwarzen Clubfarben an.
Unter Einbezug der Erfolge der Vorgängervereine gewann die Frauenmannschaft bis 2026 zwölf Schweizer Meistertitel und 15 Schweizer Cups. Zuletzt wurde sie 2025 Schweizer Meister.[13]
Die erste Frauenmannschaft spielt in der Women's Super League. Daneben unterhält YB mehrere Nachwuchsmannschaften für Juniorinnen.
Fans und Clubkultur
Der BSC Young Boys verfügt über eine grosse Anhängerschaft in der Stadt Bern, im Kanton Bern und in weiteren Teilen der Schweiz. Der deutliche Anstieg der Zuschauerzahlen seit dem Bezug des neuen Wankdorfstadions trug wesentlich zur wirtschaftlichen und sportlichen Entwicklung des Clubs bei.
Die lautstärksten Anhänger stehen bei Heimspielen vor allem in der Ostkurve. Dort werden die Mannschaft und die Vereinsfarben mit Gesängen, Fahnen und Choreografien unterstützt.
Zu den bekanntesten Elementen der YB-Kultur gehört die YB-Viertelstunde. Sie erinnert an die frühen Jahre des Clubs, in denen Spiele angeblich besonders häufig während der letzten 15 Minuten entschieden wurden.
Der Schriftzug «YOUNG BOYS FOREVER» befand sich bereits im alten Wankdorf über dem Spielerausgang. Die verkürzte Form «YB Forever» wird weiterhin als Leitspruch des Clubs verwendet.
Eine weitere gebräuchliche Redewendung lautet «Hie geits um YB». Sie bringt die starke lokale Identifikation des Vereins mit Bern zum Ausdruck.
Rivalitäten
Eine frühe Rivalität bestand mit dem FC Bern. Sie entstand bereits kurz nach der Gründung, als sich die Young Boys gegen eine Eingliederung in den älteren Stadtclub entschieden.
Regionale Begegnungen mit dem FC Thun werden häufig als Berner Derby bezeichnet. Die sportliche Bedeutung dieser Spiele hängt davon ab, ob beide Clubs derselben Liga angehören.
Eine besonders ausgeprägte nationale Rivalität entwickelte sich mit dem FC Basel. Zwischen 2008 und 2017 wurden die Young Boys mehrfach hinter Basel Vizemeister. Der Meistertitel von 2018 beendete schliesslich die achtjährige Basler Titelserie. Seither gehören die Begegnungen zwischen YB und Basel zu den meistbeachteten Spielen der Schweizer Meisterschaft.
Auch Spiele gegen den FC Zürich, die Grasshoppers, Servette und den FC St. Gallen besitzen aufgrund der langen gemeinsamen Ligageschichte eine besondere Bedeutung.
Internationale Wettbewerbe
Der BSC Young Boys nahm seit den 1950er-Jahren regelmässig an europäischen Vereinswettbewerben teil.
Zu den wichtigsten internationalen Ergebnissen gehören:
- Halbfinal im Europapokal der Landesmeister 1958/59
- Viertelfinal im Europapokal der Pokalsieger 1987/88
- Sechzehntelfinal der Europa League 2010/11 und 2014/15
- Teilnahme an der Champions League 2018/19
- Teilnahme an der Champions League 2021/22
- Teilnahme an der Champions League 2023/24
- Teilnahme an der Champions-League-Ligaphase 2024/25
- Teilnahme an der Europa-League-Ligaphase 2025/26
YB traf in europäischen Wettbewerben unter anderem auf Real Madrid, Manchester United, Juventus Turin, Manchester City, Liverpool FC, Ajax Amsterdam, Tottenham Hotspur, AS Monaco, Atalanta Bergamo und Galatasaray Istanbul.
Erfolge der ersten Mannschaft
| Wettbewerb | Titel | Jahre |
|---|---|---|
| Schweizer Fussballmeisterschaft | 17 | 1903, 1909, 1910, 1911, 1920, 1929, 1957, 1958, 1959, 1960, 1986, 2018, 2019, 2020, 2021, 2023, 2024 |
| Schweizer Cup | 8 | 1930, 1945, 1953, 1958, 1977, 1987, 2020, 2023 |
| Double aus Meisterschaft und Cup | 3 | 1958, 2020, 2023 |
| Europapokal der Landesmeister | Halbfinal | 1958/59 |
| Europapokal der Pokalsieger | Viertelfinal | 1987/88 |
Bedeutende Trainer
Zu den bedeutenden Trainern der Vereinsgeschichte gehören:
- Albert Sing, viermal Schweizer Meister und zweimal Cupsieger
- Kurt Linder, Cupsieger 1977
- Alexander Mandziara, Schweizer Meister 1986 und Cupsieger 1987
- Vladimir Petković, dreimal Schweizer Vizemeister
- Adi Hütter, Schweizer Meister 2018
- Gerry Seoane, dreimal Schweizer Meister und Cupsieger 2020 während seiner ersten Amtszeit
- Raphael Wicky, Schweizer Meister und Cupsieger 2023
- Joël Magnin, Schweizer Meister 2024 als Interimstrainer
Bedeutende Spieler
Zu den bekannten Spielern, die für den BSC Young Boys eingesetzt wurden, gehören:
- Heinz Schneiter
- Willy Steffen
- Eugen «Geni» Meier
- Georges Bregy
- Lars Lunde
- Stéphane Chapuisat
- Georges Weah
- Hakan Yakin
- Seydou Doumbia
- Scott Sutter
- Marco Wölfli
- Christoph Spycher
- Steve von Bergen
- Guillaume Hoarau
- Miralem Sulejmani
- Jean-Pierre Nsame
- Christian Fassnacht
- Michel Aebischer
- Fabian Rieder
Siehe auch
- Stadion Wankdorf
- Fussball in der Schweiz
- Super League
- Schweizer Cup
- Sport im Kanton Bern
- Liste der Schweizer Fussballmeister
Weblinks
- Offizielle Website des BSC Young Boys
- Geschichte des BSC Young Boys
- Chronologie und Titelliste
- Geschichte der YB-Stadien
- Clubprofil bei der Swiss Football League
- BSC Young Boys bei der UEFA
Einzelnachweise
- ↑ BSC Young Boys, Swiss Football League, abgerufen am 27. Juli 2026.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 Chronologie, offizielle Website des BSC Young Boys, abgerufen am 27. Juli 2026.
- ↑ 3,0 3,1 3,2 Geschichte des BSC Young Boys, offizielle Website des BSC Young Boys, abgerufen am 27. Juli 2026.
- ↑ BSC Young Boys in der UEFA Champions League, UEFA, abgerufen am 27. Juli 2026.
- ↑ Teilnehmer der Champions-League-Ligaphase 2024/25, UEFA, abgerufen am 27. Juli 2026.
- ↑ Gerry Seoane kehrt zu YB zurück, BSC Young Boys, 31. Oktober 2025, abgerufen am 27. Juli 2026.
- ↑ SFL veröffentlicht die Spielpläne der Saison 2026/27, Swiss Football League, abgerufen am 27. Juli 2026.
- ↑ Geschichte der YB-Stadien, offizielle Website des BSC Young Boys, abgerufen am 27. Juli 2026.
- ↑ YB mit neuem Zuschauerrekord, BSC Young Boys, abgerufen am 27. Juli 2026.
- ↑ Strukturbereinigung führt zur BSC Young Boys AG, BSC Young Boys, abgerufen am 27. Juli 2026.
- ↑ Über uns, offizielle Website des BSC Young Boys, abgerufen am 27. Juli 2026.
- ↑ Nachwuchsförderung, offizielle Website des BSC Young Boys, abgerufen am 27. Juli 2026.
- ↑ Allgemeine Informationen und Geschichte der YB Frauen, offizielle Website des BSC Young Boys, abgerufen am 27. Juli 2026.
Wikimedia Commons: Medien zu BSC Young Boys