Stein am Rhein: Unterschied zwischen den Versionen

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! colspan="2" style="text-align:center; font-size:120%;" | Schweizer Bauernkrieg
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| '''Zeitraum'''
! colspan="2" style="padding:0.7em; background:#cfe8f3; text-align:center; font-size:125%;" | Stein am Rhein
| Januar bis Juni 1653; vereinzelter Widerstand bis Oktober 1653
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| '''Schauplätze'''
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| [[Entlebuch]], Luzerner Landschaft, [[Emmental]], [[Oberaargau]], Berner Aargau, Solothurner und Basler Landschaft, [[Freie Ämter]]
| style="padding:0.35em;" | [[Schweiz]]
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| '''Konfliktparteien'''
! style="text-align:left; padding:0.35em;" | Kanton
| Huttwiler Bauernbund gegen die städtischen Obrigkeiten und Truppen der [[Tagsatzung]]
| style="padding:0.35em;" | [[Kanton Schaffhausen|Schaffhausen]]
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| '''Bedeutende Anführer der Bauern'''
! style="text-align:left; padding:0.35em;" | Region
| [[Niklaus Leuenberger]], [[Christian Schybi]], [[Hans Emmenegger]]
| style="padding:0.35em;" | Oberer Kantonsteil
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| '''Bedeutende Heerführer der Obrigkeit'''
! style="text-align:left; padding:0.35em;" | BFS-Nummer
| [[Hans Konrad Werdmüller]], [[Sigmund von Erlach]]
| style="padding:0.35em;" | 2964
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| '''Entscheidende Gefechte'''
! style="text-align:left; padding:0.35em;" | Postleitzahl
| [[Gefecht bei Wohlenschwil]], Gefecht bei Herzogenbuchsee
| style="padding:0.35em;" | 8260
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| '''Ausgang'''
! style="text-align:left; padding:0.35em;" | Höhe
| Militärischer Sieg der Obrigkeiten und Auflösung des Huttwiler Bauernbunds
| style="padding:0.35em;" | 413 m ü. M.
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| '''Folgen'''
! style="text-align:left; padding:0.35em;" | Fläche
| Hinrichtungen, Verbannungen, Galeerenstrafen, hohe Bussen und vorsichtigere Herrschaftspolitik gegenüber der Landbevölkerung
| style="padding:0.35em;" | 5,75 km² ohne Seeanteil
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! style="text-align:left; padding:0.35em;" | Einwohner
| style="padding:0.35em;" | 3'993
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! style="text-align:left; padding:0.35em;" | Einwohnerstand
| style="padding:0.35em;" | 31. Dezember 2025
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! style="text-align:left; padding:0.35em;" | Stadtpräsidentin
| style="padding:0.35em;" | Corinne Ullmann
|-
! style="text-align:left; padding:0.35em;" | Partei
| style="padding:0.35em;" | [[Schweizerische Volkspartei|SVP]]
|-
! style="text-align:left; padding:0.35em;" | Gewässer
| style="padding:0.35em;" | [[Rhein]], [[Untersee (Bodensee)|Untersee]]
|-
! style="text-align:left; padding:0.35em;" | Website
| style="padding:0.35em;" | [https://www.steinamrhein.ch/ steinamrhein.ch]
|}
|}


Der '''Schweizer Bauernkrieg''' war ein grosser Aufstand der ländlichen Untertanen in der [[Alte Eidgenossenschaft|Alten Eidgenossenschaft]] im Jahr 1653. Er begann im [[Entlebuch]], erfasste grosse Teile der Luzerner und Berner Landschaft und breitete sich auf Untertanengebiete der Orte Solothurn und Basel sowie auf Teile des Aargaus aus.
'''Stein am Rhein''' ist eine politische Gemeinde und historische Kleinstadt im oberen Kantonsteil des [[Kanton Schaffhausen|Kantons Schaffhausen]]. Sie liegt dort, wo der [[Rhein]] den [[Untersee (Bodensee)|Untersee]] verlässt und als [[Hochrhein]] westwärts in Richtung [[Schaffhausen]] und [[Basel]] fliesst. Der Ort ist besonders für seine weitgehend erhaltene mittelalterliche Altstadt, die reich bemalten Bürgerhäuser am Rathausplatz, das ehemalige [[Kloster St. Georgen]], die [[Burg Hohenklingen]] und seine Lage am Rhein bekannt.


Der Konflikt war die tiefgreifendste Infragestellung der bestehenden Herrschaftsordnung in der frühneuzeitlichen Eidgenossenschaft. Die Aufständischen wandten sich zunächst gegen die Abwertung von Münzen, neue Steuern, hohe Geldbussen, wirtschaftliche Einschränkungen und die zunehmende Verschuldung der bäuerlichen Betriebe. Im Verlauf der Erhebung rückten politische Forderungen in den Vordergrund. Die Bauern verlangten die Anerkennung ihrer alten Rechte, eigene Versammlungen und eine stärkere Beteiligung an politischen Entscheidungen.<ref name="HLS">Andreas Suter: [https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/008909 Bauernkrieg (1653)], Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 23. Juli 2026.</ref>
Die Stadt gehört zusammen mit [[Buch SH|Buch]], [[Hemishofen]] und [[Ramsen SH|Ramsen]] zum räumlich vom übrigen Kantonsgebiet getrennten oberen Kantonsteil. Stein am Rhein grenzt unmittelbar an Gemeinden des [[Kanton Thurgau|Kantons Thurgau]] und an [[Deutschland]]. Diese Lage zwischen Untersee, Rhein, Thurgau und dem deutschen [[Hegau]] prägt die Verkehrswege, die Wirtschaft und die regionale Zusammenarbeit.


Am 14. Mai 1653 schlossen Vertreter der Untertanen aus den Herrschaftsgebieten Luzerns, Berns, Solothurns und Basels in [[Huttwil]] einen überregionalen Bauernbund. Dieser sogenannte '''Huttwiler Bauernbund''' verstand sich als dauerhafte Schwurgemeinschaft und stellte dem Bündnis der eidgenössischen Obrigkeiten eine eigene Organisation der ländlichen Untertanen gegenüber.
Die kompakte Altstadt am rechten Rheinufer zählt zu den bedeutendsten historischen Ortsbildern der Schweiz. Sie ist im [[Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung]] verzeichnet. 1972 erhielt Stein am Rhein als erste Gemeinde den neu geschaffenen [[Wakkerpreis]] des Schweizer Heimatschutzes für den vorbildlichen Umgang mit seinem baulichen Erbe.<ref>{{Internetquelle
|url=https://www.heimatschutz.ch/fileadmin/bilder/03-was_wir_tun/wakkerpreis/Bisherige_Wakkerpreise/1972-Wakkerpreis-Stein-am-Rhein-D.pdf
|titel=Stein am Rhein – ein musterhaftes Vorbild
|werk=Schweizer Heimatschutz
|abruf=2026-07-23
}}</ref>


Nach anfänglichen Verhandlungserfolgen wurden die Bauern Anfang Juni 1653 bei Wohlenschwil und Herzogenbuchsee militärisch besiegt. Die Obrigkeiten lösten den Bauernbund auf und bestraften seine führenden Mitglieder mit grosser Härte. Insgesamt wurden nach zeitgenössischen und historischen Darstellungen rund 45 Aufständische hingerichtet. Hunderte weitere wurden verhört, gefoltert, verbannt, zu Zwangsdiensten verurteilt oder mit hohen Geldbussen belegt.<ref name="Strafen">Kurt Messmer: [https://blog.nationalmuseum.ch/2018/05/das-letzte-wort-hat-der-uf-der-blauwen-dillen/ Das letzte Wort hat «der uf der blauwen dillen»!], Schweizerisches Nationalmuseum, 18. Mai 2018, aktualisiert am 17. Dezember 2025, abgerufen am 23. Juli 2026.</ref>
== Name ==


Obwohl die städtischen Obrigkeiten militärisch siegten, zeigte der Bauernkrieg ihre Abhängigkeit von den ländlichen Untertanen. In den folgenden Jahrzehnten gingen mehrere Regierungen bei Steuern, Bussen und der Tätigkeit ihrer Landvögte vorsichtiger vor. In der Geschichtsforschung wird deshalb die These vertreten, der Aufstand habe die Ausbildung einer stärker absolutistischen Herrschaftsordnung in der Eidgenossenschaft begrenzt.
Der Ortsname setzt sich aus dem Grundwort '''Stein''' und dem Zusatz '''am Rhein''' zusammen. Der Name «Stein» bezeichnete vermutlich zunächst die felsige beziehungsweise befestigte Stelle am Rheinübergang.


== Bezeichnung ==
In der um 835 verfassten Lebensbeschreibung des heiligen [[Otmar von St. Gallen]] wird ein Ort namens Stein erwähnt. Der Abt und Gelehrte [[Walahfrid Strabo]] berichtet darin, dass Otmar auf die gegenüberliegende [[Insel Werd]] verbannt worden und dort gestorben sei.


Die Bezeichnung ''Schweizer Bauernkrieg'' entstand in der späteren Geschichtsschreibung. Zeitgenössische Quellen verwendeten Ausdrücke wie ''Bauernaufruhr'', ''Empörung'', ''Rebellion'' oder ''Untertanenkrieg''.
Historische lateinische Bezeichnungen wie ''Lithopolis'' wurden vor allem in gelehrten Texten verwendet. Im örtlichen Dialekt wird Stein am Rhein häufig kurz '''Staa''' genannt.


Das Wort ''schweizerisch'' bedeutet nicht, dass sich die gesamte Bevölkerung der Eidgenossenschaft am Aufstand beteiligte. Das eigentliche Aufstandsgebiet lag hauptsächlich zwischen [[Aare]] und [[Reuss]] sowie in Teilen der Nordwestschweiz.
Der Zusatz «am Rhein» unterscheidet die Stadt von anderen Orten mit dem Namen Stein und verweist auf ihre Lage an einem der wichtigsten Flussübergänge zwischen Bodensee und Hochrhein.


Die ländlichen Gebiete von Zürich, der Ostschweiz, der Innerschweiz und der Westschweiz blieben weitgehend ausserhalb der Bewegung. Die Zürcher Obrigkeit verhinderte gezielt, dass der Bauernbund auf ihr eigenes Herrschaftsgebiet übergriff.
== Geographie ==


Vom Schweizer Bauernkrieg von 1653 ist der [[Deutscher Bauernkrieg|Deutsche Bauernkrieg]] von 1524 bis 1526 zu unterscheiden. Während der deutsche Aufstand eng mit der Reformation und feudalen Belastungen verbunden war, entstand die Erhebung von 1653 unter den besonderen wirtschaftlichen und politischen Bedingungen der Alten Eidgenossenschaft nach dem Dreissigjährigen Krieg.
=== Lage ===


== Politische Ordnung der Alten Eidgenossenschaft ==
Stein am Rhein liegt am westlichen Ende des Untersees. Im Bereich der Stadt verengt sich der See und geht in den Hochrhein über. Der Fluss durchquert das Gemeindegebiet von Osten nach Westen.


Die Alte Eidgenossenschaft war kein einheitlicher Bundesstaat, sondern ein Geflecht weitgehend selbstständiger Orte und Bündnisse. Die einzelnen Orte besassen eigene Regierungen, Gerichte, Münzen, Steuern und Untertanengebiete.
Der historische Stadtkern befindet sich am rechten, nördlichen Rheinufer. Südlich des Flusses liegen der Ortsteil '''Vor der Brugg''', der Bahnhof, Wohn- und Gewerbequartiere sowie das Gebiet Burg.


In den Stadtorten Bern, Luzern, Solothurn und Basel konzentrierte sich die politische Macht bei vergleichsweise kleinen Gruppen städtischer Familien. Diese patrizischen oder zunftbürgerlichen Eliten kontrollierten die Regierung, die Verwaltung und die höheren Gerichte.
Das Gemeindegebiet umfasst:


Die Bewohner der Landschaft waren Untertanen der jeweiligen Stadt. Sie verfügten nur über begrenzte Möglichkeiten, an politischen Entscheidungen mitzuwirken. Landvögte und andere städtische Beamte verwalteten die ländlichen Ämter, erhoben Abgaben, führten Gerichtsverfahren und vollzogen die Anordnungen der Regierung.
* den historischen Stadtkern;
* den linksrheinischen Ortsteil Vor der Brugg;
* neuere Wohnquartiere;
* Rebberge und Waldflächen am Klingen;
* landwirtschaftlich genutzte Flächen;
* Einzelhöfe;
* Teile der unteren Werdinseln.


Zwischen den städtischen Bürgern und der Landbevölkerung bestanden erhebliche rechtliche und wirtschaftliche Unterschiede. Städtische Handwerker und Kaufleute genossen Privilegien, während den ländlichen Untertanen zahlreiche gewerbliche Tätigkeiten und Handelsmöglichkeiten eingeschränkt wurden.
Die Hauptinsel Werd mit der St.-Othmar-Kapelle liegt unmittelbar vor Stein am Rhein, gehört politisch jedoch zur thurgauischen Gemeinde [[Eschenz]].


Die Obrigkeiten begründeten ihre Herrschaft mit überliefertem Recht, göttlicher Ordnung und dem Schutz des Gemeinwesens. Die Bauern beriefen sich dagegen auf alte Freiheitsbriefe, lokale Gewohnheitsrechte und die eidgenössische Befreiungstradition.
=== Oberer Kantonsteil ===


== Ursachen ==
Stein am Rhein bildet zusammen mit Buch, Hemishofen und Ramsen eine Exklave des Kantons Schaffhausen. Zwischen diesem Gebiet und dem Hauptteil des Kantons liegt deutsches Staatsgebiet.


Der Bauernkrieg hatte keine einzelne Ursache. Wirtschaftliche Not, soziale Ungleichheit, politische Ausgrenzung und langjährige Konflikte zwischen Stadt und Land verstärkten sich gegenseitig.
Die Stadt ist deshalb eng mit dem benachbarten Thurgau und dem deutschen Landkreis Konstanz verbunden. Direkte Nachbargemeinden sind unter anderem Hemishofen, Eschenz, [[Wagenhausen TG|Wagenhausen]] und die deutsche Gemeinde [[Öhningen]].


=== Wirtschaftliche Entwicklung während des Dreissigjährigen Kriegs ===
Trotz der politischen Trennung bestehen gute Verkehrsverbindungen nach Schaffhausen. Die regionale Lage führt zugleich zu einer engen Zusammenarbeit bei Feuerwehr, Schulen, öffentlichem Verkehr, Tourismus und Versorgung.


Während des [[Dreissigjähriger Krieg|Dreissigjährigen Kriegs]] von 1618 bis 1648 blieb das Gebiet der Eidgenossenschaft weitgehend von direkten grossflächigen Verwüstungen verschont.
=== Landschaft ===


Die kriegführenden Gebiete Europas benötigten Lebensmittel, Vieh, Käse, Textilien und weitere Waren. Viele Schweizer Bauern konnten ihre Erzeugnisse zu hohen Preisen verkaufen. Die landwirtschaftliche Produktion wurde ausgeweitet, und zahlreiche Betriebe nahmen Kredite auf, um Land, Vieh oder Gebäude zu erwerben.
Nördlich der Stadt erhebt sich der bewaldete Klingenberg. Auf einem vorspringenden Höhenzug steht die Burg Hohenklingen. Die Hänge unterhalb der Burg werden teilweise für den Weinbau genutzt.


Ein erheblicher Teil dieser Kredite stammte von städtischen Bürgern und Amtsträgern. Als Sicherheit dienten Grundstücke und Bauernhöfe. Dadurch verstärkte sich die wirtschaftliche Abhängigkeit der Landbevölkerung von städtischen Geldgebern.<ref name="Nationalmuseum1">Kurt Messmer: [https://blog.nationalmuseum.ch/2018/05/bauernkrieg-teil1/ Was beginnt, hat immer vorher schon begonnen], Schweizerisches Nationalmuseum, 14. Mai 2018, aktualisiert am 17. Dezember 2025, abgerufen am 23. Juli 2026.</ref>
Südlich des Rheins geht die Landschaft in die sanften Höhenzüge des Thurgaus über. Der Fluss, die Uferbereiche, die Werdinseln und die angrenzenden Feuchtgebiete bilden wertvolle Lebensräume für Wasservögel, Fische und zahlreiche Pflanzenarten.


=== Wirtschaftskrise nach 1648 ===
Die Lage am Ausfluss des Untersees führt zu einem vergleichsweise gleichmässigen Wasserstand. Trotzdem können Hochwasser des Bodensees und des Rheins die Uferzonen und die Schifffahrt beeinträchtigen.


Nach dem Ende des Dreissigjährigen Kriegs brach die ausländische Nachfrage ein. Die Preise für Getreide, Vieh und andere landwirtschaftliche Erzeugnisse sanken stark.
== Geschichte ==


Die Einnahmen der Bauern gingen zurück, während Schulden, Zinsen und Abgaben weiterhin bezahlt werden mussten. Besonders verschuldete Betriebe gerieten in existenzielle Schwierigkeiten.
=== Urgeschichte und römische Zeit ===


Gleichzeitig versuchten die städtischen Regierungen, ihre Einnahmen durch neue Steuern, Zölle und Geldbussen zu erhöhen. Die Landbevölkerung empfand diese Belastungen als besonders ungerecht, weil die städtischen Eliten über politische Privilegien verfügten und teilweise selbst als Kreditgeber auftraten.
Die Umgebung von Stein am Rhein war bereits in der Jungsteinzeit besiedelt. An den flachen Ufern des Untersees und im Bereich der Werdinseln wurden Reste prähistorischer Pfahlbausiedlungen nachgewiesen. Fundstellen der Bodenseeregion gehören zum UNESCO-Welterbe [[Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen]].


=== Münzabwertung ===
Um 15 v. Chr. geriet die Bodenseeregion unter römische Herrschaft. Im benachbarten heutigen Eschenz entstand der römische Ort '''Tasgetium'''. Eine Brücke verband die Ufer über den Bereich der Werdinseln.


Den unmittelbaren Anlass für den Aufstand bildete die Abwertung minderwertiger Kleinmünzen. Während des Dreissigjährigen Kriegs waren grosse Mengen schlecht geprägter Kupfermünzen in Umlauf gelangt.
In der spätrömischen Zeit wurde auf dem südlich des Rheins gelegenen Hügel Burg eine Befestigungsanlage errichtet. Das Kastell sollte den Rheinübergang und die Verkehrsverbindungen sichern. Archäologische Funde umfassen Mauern, Gräber, Münzen, Keramik und eine reich verzierte Glasschale mit Jagdszenen.


Ende 1652 wertete Bern den verbreiteten Kupferbatzen auf die Hälfte seines bisherigen Nennwerts ab. Andere Orte, darunter Luzern, Solothurn und Freiburg, erliessen ebenfalls Münzmandate.
Nach dem Rückzug der römischen Herrschaft liessen sich alemannische Bevölkerungsgruppen im Gebiet nieder. Innerhalb der Kastellmauern entstand spätestens im 7. Jahrhundert eine Holzkirche. Sie gehört zu den frühesten archäologisch nachgewiesenen Kirchenbauten auf dem Gebiet der heutigen Schweiz.<ref>{{Internetquelle
|url=https://www.steinamrhein.ch/stadt/geschichte.html/652
|titel=Geschichte von Stein am Rhein
|werk=Stadt Stein am Rhein
|abruf=2026-07-23
}}</ref>


Die Umtauschfristen waren kurz. Viele städtische Kaufleute, Amtsträger und gut informierte Gläubiger konnten ihre Münzen rechtzeitig weitergeben oder gegen wertbeständigere Zahlungsmittel tauschen.
=== Frühmittelalter ===


Die Landbevölkerung erfuhr häufig erst später von der Abwertung. Bauern, Handwerker und Wirte verloren dadurch einen erheblichen Teil ihres Bargeldvermögens. Zugleich mussten sie Schulden und Steuern weiterhin zum bisherigen Wert begleichen.<ref name="Batzen">Kurt Messmer: [https://blog.nationalmuseum.ch/2018/05/von-wegen-ganzen-batzen-ist-dieser-krieg-herkon/ «Von wegen ganzen Batzen ist dieser Krieg herkon»], Schweizerisches Nationalmuseum, 15. Mai 2018, aktualisiert am 17. Dezember 2025, abgerufen am 23. Juli 2026.</ref>
Die erste schriftliche Erwähnung des Ortsnamens findet sich in der um 835 entstandenen Otmarslegende. Otmar, der erste Abt des [[Kloster St. Gallen|Klosters St. Gallen]], war 759 auf die Insel Werd verbannt worden und dort gestorben.


=== Bussen und obrigkeitliche Kontrolle ===
Der Rheinübergang blieb auch nach dem Ende der römischen Herrschaft bedeutsam. Auf beiden Seiten des Flusses bestanden Siedlungen, Kirchen und herrschaftliche Besitzungen.


Die Regierungen intensivierten seit dem späten 16. Jahrhundert ihre Verwaltung der Landschaft. Neue Vorschriften regelten Handel, Wirtshausbetrieb, Kleidung, kirchliches Leben, Sitten und das Verhalten an Sonn- und Feiertagen.
=== Gründung des Klosters St. Georgen ===


Verstösse wurden mit Geldbussen geahndet. Die Bauern warfen den Landvögten und Gerichten vor, Bussen nicht nur zur Wahrung der Ordnung, sondern als Einnahmequelle zu verwenden.
Eine entscheidende Veränderung erfolgte zu Beginn des 11. Jahrhunderts. König [[Heinrich II. (HRR)|Heinrich II.]] liess ein zuvor auf dem [[Hohentwiel]] bestehendes Benediktinerkloster nach Stein am Rhein verlegen.


Besonders im Entlebuch, im Amt Willisau und im Emmental bestanden ältere Widerstandstraditionen. Bereits vor 1653 war es dort zu Konflikten über Steuern, Herrschaftsrechte und die Tätigkeit der Landvögte gekommen.
Am 1. November 1007 übertrug Heinrich II. das Kloster dem von ihm neu gegründeten [[Bistum Bamberg]]. Die Abtei erhielt umfangreichen Besitz und verschiedene Herrschaftsrechte.


=== Politische Benachteiligung ===
Die Verlegung des Klosters förderte die Entwicklung der Siedlung am rechten Rheinufer. Das Kloster wurde zum geistlichen, wirtschaftlichen und politischen Mittelpunkt der Umgebung.


Die Landbevölkerung forderte nicht von Anfang an eine vollständige Abschaffung der städtischen Herrschaft. Viele Begehren richteten sich zunächst auf die Wiederherstellung bestimmter alter Rechte.
Die Abtei besass Grundbesitz, Gerichtsrechte, Zehntansprüche und Einkünfte aus Handel und Landwirtschaft. Handwerker, Kaufleute und Dienstleute liessen sich in ihrer Nähe nieder.


Im Verlauf des Aufstands wurden die Forderungen jedoch grundsätzlicher. Die Bauern verlangten:
=== Entwicklung zur Stadt ===


* die Anerkennung eigener Landsgemeinden;
Im 13. Jahrhundert entwickelte sich die Siedlung zur befestigten Stadt. Eine Rheinbrücke, Stadtmauern, Tore und Türme wurden errichtet oder erneuert.
* die freie Wahl bestimmter lokaler Amtsträger;
* die Kontrolle über Steuern und Bussen;
* wirtschaftliche und gewerbliche Freiheiten;
* die Beachtung alter Freiheitsbriefe;
* Schutz vor willkürlichen Entscheidungen der Landvögte;
* eine politische Organisation der Untertanen über die Grenzen der städtischen Herrschaftsgebiete hinweg.


Damit stellten sie den Anspruch der Obrigkeiten infrage, ohne Zustimmung der Untertanen Gesetze und Abgaben festzulegen.
Die Stadt erhielt Markt-, Zoll- und Münzrechte. Ihre Lage am Übergang vom Bodensee in den Rhein machte sie zu einem wichtigen Umschlagplatz. Waren, die auf dem See transportiert wurden, mussten teilweise umgeladen oder für die Weiterfahrt auf dem Fluss neu verteilt werden.


== Beginn im Entlebuch ==
Die Äbte von St. Georgen waren die Stadtherren. Die Freiherren von Hohenklingen übten als Vögte verschiedene weltliche Herrschaftsrechte aus. Ihre Burg über der Stadt sicherte den Übergang und die Handelswege.


Das Entlebuch gehörte zum Herrschaftsgebiet der Stadt Luzern. Die Region besass eine ausgeprägte Erinnerung an ältere Freiheitsrechte und an frühere Konflikte mit der städtischen Regierung.
Im 14. und 15. Jahrhundert wuchs die politische und wirtschaftliche Selbständigkeit der Bürgerschaft. Handwerker, Kaufleute und wohlhabende Familien gewannen Einfluss auf die städtische Verwaltung.


Im Dezember 1652 kam es zu ersten geheimen Zusammenkünften. Eine Delegation der Entlebucher reiste im Januar 1653 nach Luzern, um eine Entschädigung für die Verluste aus der Münzabwertung und die Aufhebung weiterer Belastungen zu verlangen.
=== Erwerb der Herrschaftsrechte ===


Die Regierung behandelte die Gesandten aus Sicht der Entlebucher abweisend. Das Misstrauen gegenüber der Obrigkeit wuchs.
Die Herren von Hohenklingen verkauften ihre Rechte zu Beginn des 15. Jahrhunderts an die Herren von Klingenberg. Wegen finanzieller Schwierigkeiten veräusserten diese 1457 die Herrschaft Stein an die Stadt selbst.


Am 10. Februar 1653 versammelten sich zahlreiche Bewohner des Entlebuchs beim Wallfahrtsort Heiligkreuz oberhalb von Hasle. Nach dem Gottesdienst hielten sie eine Landsgemeinde ab, obwohl politische Versammlungen der Untertanen ohne obrigkeitliche Erlaubnis verboten waren.
Mit dem Erwerb der Herrschaftsrechte erlangten die Bürger eine weitgehende Selbständigkeit. Stein am Rhein war jedoch von stärkeren Nachbarn umgeben und suchte politischen Schutz.


Die Versammlung beschwor einen ersten Bund und forderte die Anerkennung überlieferter Rechte. Zu den führenden Persönlichkeiten gehörten der Wirt und ehemalige Söldner Christian Schybi sowie der wohlhabende Bauer und Bannerherr Hans Emmenegger.
1459 schloss die Stadt ein Bündnis mit [[Zürich]] und [[Schaffhausen]]. Nach dessen Ablauf erneuerte Zürich 1484 das Schutzverhältnis. Stein am Rhein wurde dadurch Teil des zürcherischen Stadtstaates, behielt aber zahlreiche kommunale Rechte.


Der Aufstand griff rasch auf weitere luzernische Ämter über. Zehn der dreizehn Ämter der Luzerner Landschaft beteiligten sich zumindest zeitweise an der Bewegung.<ref name="Willisau">Staatsarchiv Luzern: [https://staatsarchiv.lu.ch/schaufenster/quellen/bauernkrieg_1653/akt_13_3587 Forderungen von Stadt und Amt Willisau an die städtische Obrigkeit, 21. Februar 1653], abgerufen am 23. Juli 2026.</ref>
=== Reformation ===


== Wolhuser Bund ==
Die Reformation wurde in Stein am Rhein 1524 und 1525 eingeführt. Der letzte Abt des Klosters St. Georgen, David von Winkelsheim, gab sein Amt auf, und das Kloster wurde aufgehoben.


Am 26. Februar 1653 versammelten sich Vertreter der aufständischen Luzerner Ämter in [[Wolhusen]]. Sie schlossen einen gemeinsamen Bund, der als '''Wolhuser Bund''' bezeichnet wird.
Die ehemalige Klosterkirche wurde zur reformierten Stadtkirche. Die Klostergebäude und ihre Einkünfte kamen unter zürcherische Verwaltung.


Der Zusammenschluss übertrug die ursprüngliche Bewegung des Entlebuchs auf einen grossen Teil der Luzerner Landschaft. Die Beteiligten verpflichteten sich, einander gegen Zwangsmassnahmen der Obrigkeit zu unterstützen.
Die Aufhebung des Klosters veränderte die Machtverhältnisse grundlegend. Der Stadtrat übernahm zusätzliche Aufgaben, während Zürich seinen Einfluss auf Verwaltung, Kirche und Gerichtswesen verstärkte.


Die Bauern stellten gemeinsame Forderungen auf und organisierten Boten, Versammlungen und bewaffnete Kontingente. Der Bund besass damit bereits Merkmale einer politischen Gegenorganisation.
Stein am Rhein blieb bis zum Ende der Alten Eidgenossenschaft 1798 unter zürcherischer Herrschaft.


Die Luzerner Regierung versuchte zunächst, die Bewegung durch Verhandlungen, einzelne Zugeständnisse und Vermittlung der katholischen Orte zu beruhigen. Gleichzeitig bereitete sie militärische Massnahmen vor.
=== Wirtschaft in der frühen Neuzeit ===


== Ausbreitung auf das Bernbiet ==
Die Stadt lebte von ihrer Lage am Rhein und an wichtigen Landwegen. Zu den bedeutenden Erwerbszweigen gehörten:


Die Entlebucher unterhielten enge wirtschaftliche und persönliche Beziehungen zum benachbarten Emmental. Nachrichten über den Aufstand verbreiteten sich deshalb rasch über die Herrschaftsgrenze.
* Transithandel;
* Schifffahrt;
* Zollwesen;
* Weinbau und Weinhandel;
* Gerberei;
* Fischerei;
* Mühlen und weitere Handwerke;
* Landwirtschaft im Umland.


Auch die Berner Landbevölkerung litt unter der Münzabwertung, sinkenden Preisen, hohen Schulden und obrigkeitlichen Belastungen. In mehreren Ämtern fanden Versammlungen statt, und die Bauern formulierten Beschwerden gegen die Regierung.
Getreide und Salz wurden über den Bodensee und den Rhein transportiert. In der Gegenrichtung gelangten Wein und gewerbliche Produkte in andere Regionen.


Zum wichtigsten Anführer der Berner Bauern wurde [[Niklaus Leuenberger]], ein wohlhabender Bauer aus Rüderswil im Emmental. Er gehörte zur ländlichen Oberschicht und besass Erfahrung in lokalen Gerichts- und Verwaltungsangelegenheiten.<ref name="Leuenberger">Hans Braun: [https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/018844 Leuenberger, Niklaus], Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 23. Juli 2026.</ref>
Stein am Rhein erwarb im Laufe der Zeit Nieder- und teilweise Hochgerichtsrechte in umliegenden Gebieten, darunter Hemishofen, Ramsen, Wagenhausen, Kaltenbach, Etzwilen und Rheinklingen.


Die Bewegung erfasste das Emmental, den Oberaargau, Teile des Berner Aargaus und weitere bernische Untertanengebiete.
=== Helvetik und Kantonswechsel ===


In Solothurn und Basel kam es ebenfalls zu Unruhen. Bäuerliche Abgeordnete aus verschiedenen Herrschaftsgebieten begannen, sich über die Grenzen der einzelnen Orte hinweg abzusprechen.
Mit dem französischen Einmarsch von 1798 endete die zürcherische Herrschaft. In der [[Helvetische Republik|Helvetischen Republik]] wechselte Stein am Rhein mehrmals seine administrative Zugehörigkeit.


== Huttwiler Bauernbund ==
Die Stadt gehörte zeitweise zu unterschiedlichen helvetischen Verwaltungskantonen. Die häufigen Neuordnungen stiessen in der Bevölkerung auf Widerstand und erschwerten die Verwaltung.


Am 23. April 1653 trafen sich Vertreter aus den Luzerner, Berner, Basler und Solothurner Landschaften in [[Sumiswald]]. Sie beschlossen eine gegenseitige Unterstützung.
Durch die [[Mediationsakte]] von 1803 wurden Stein am Rhein, Hemishofen und Ramsen endgültig dem Kanton Schaffhausen zugeteilt. Diese Entscheidung schuf den bis heute bestehenden oberen Kantonsteil.


Am 14. Mai fand in Huttwil eine grosse Landsgemeinde mit mehreren Tausend Teilnehmern statt. Die Abgeordneten beschworen einen dauerhaften Bund und verabschiedeten den '''Huttwiler Bundesbrief'''.<ref name="Bauernbund">Kurt Messmer: [https://blog.nationalmuseum.ch/2018/05/unerhoert-bauernbund-gegen-herrenbund/ Unerhört: Bauernbund gegen Herrenbund!], Schweizerisches Nationalmuseum, 16. Mai 2018, aktualisiert am 17. Dezember 2025, abgerufen am 23. Juli 2026.</ref>
=== Stadtbrand von 1863 ===


Der Bundesbrief verband die Untertanen unterschiedlicher Konfessionen und Herrschaftsgebiete. Katholische Entlebucher und reformierte Emmentaler stellten ihre gemeinsamen wirtschaftlichen und politischen Interessen über die konfessionellen Gegensätze.
1863 zerstörte ein grosser Brand zahlreiche Gebäude. Das Feuer bedrohte auch den historischen Stadtkern.


Die Mitglieder verpflichteten sich:
Beim Wiederaufbau wurden Teile der mittelalterlichen Bausubstanz verändert. Die Stadt behielt dennoch ihr geschlossenes historisches Erscheinungsbild.


* einander militärisch und politisch zu unterstützen;
Der Brand verstärkte das Bewusstsein für Feuerschutz und eine besser organisierte Wasserversorgung.
* keine getrennten Friedensverträge mit den Obrigkeiten zu schliessen;
* ihre alten Rechte gemeinsam zu verteidigen;
* Bussen, neue Steuern und ungerechtfertigte Belastungen zurückzuweisen;
* den Bund auf weitere Landschaften der Eidgenossenschaft auszudehnen.


Niklaus Leuenberger wurde zu einem der wichtigsten Leiter des Bauernbunds gewählt. Christian Schybi übernahm eine führende militärische Rolle bei den Luzerner Bauern.
=== Eisenbahn und Industrialisierung ===


Der Bauernbund betrachtete sich nicht als vollständiger Ersatz der Eidgenossenschaft. Er beanspruchte jedoch eine eigenständige politische Stellung und erwartete von den Obrigkeiten dieselbe Anerkennung, die er selbst der Tagsatzung entgegenbringen wollte.
Die Eisenbahn erreichte Stein am Rhein 1875. Neue Strecken verbanden die Stadt mit Winterthur, Kreuzlingen, Schaffhausen und dem deutschen Grenzraum.


Diese Forderung war für die damalige europäische Ständeordnung aussergewöhnlich. Sie hätte das ausschliessliche Gesetzgebungs- und Gewaltmonopol der städtischen Regierungen erheblich eingeschränkt.
Die Stadt beteiligte sich finanziell an der Schweizerischen Nationalbahn. Deren Konkurs im Jahr 1878 verursachte Stein am Rhein erhebliche Verluste.


== Reaktion der Obrigkeiten ==
Die Industrialisierung entwickelte sich langsamer als in Schaffhausen oder Winterthur. Zu den bedeutenden Betrieben gehörten zeitweise:


Die städtischen Regierungen erkannten im überregionalen Bauernbund eine unmittelbare Bedrohung ihrer Herrschaft.
* die Teigwarenfabrik Lieb;
* die Schuhfabrik Henke;
* die Uhrenschalenfabrik Oechslin;
* die Möbelfabrik Dietiker.


Die Tagsatzung beriet über ein gemeinsames Vorgehen. Die Orte Zürich, Uri, Schwyz, Unterwalden und andere nicht vom Aufstand betroffene Stände sagten den bedrängten Regierungen militärische Unterstützung zu.
Neben der Industrie blieben Landwirtschaft, Weinbau, Gewerbe und Handel wichtig.


Die Obrigkeiten verfolgten eine doppelte Strategie. Einerseits führten sie Verhandlungen und versprachen die Prüfung einzelner Beschwerden. Andererseits mobilisierten sie Truppen und versuchten, die regionalen Gruppen der Bauern voneinander zu trennen.
=== Bombardierung von 1945 ===


Besonders wichtig war es, ein Übergreifen der Bewegung auf die Zürcher Landschaft zu verhindern. Ein Beitritt der bevölkerungsreichen Zürcher Untertanengebiete hätte das Kräfteverhältnis erheblich verändern können.
Am 22. Februar 1945 wurde Stein am Rhein von amerikanischen Flugzeugen bombardiert. Der Angriff erfolgte wenige Monate vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs und traf die neutrale Schweiz.


== Bewaffnete Zuspitzung ==
Neun Menschen kamen ums Leben. Weitere Personen wurden verletzt, und zahlreiche Gebäude erlitten schwere Schäden. Besonders betroffen waren Bereiche beim Untertor und ausserhalb des eigentlichen Altstadtkerns.


Im Mai 1653 mobilisierten die Bauern grosse bewaffnete Verbände. Ihre Heere bestanden überwiegend aus Landbewohnern, die eigene Waffen, Werkzeuge oder sogenannte Bauernwehren mitbrachten.
Die Bombardierung wurde später als Irrtum erklärt. Die zerstörten oder beschädigten Gebäude wurden nach dem Krieg wiederaufgebaut beziehungsweise restauriert.<ref>{{Internetquelle
|url=https://www.steinamrhein.ch/public/upload/assets/774/Steiner_Heimatblatt_6_Bombardierung.pdf
|titel=Die Bombardierung von Stein am Rhein
|werk=Steiner Heimatblatt
|abruf=2026-07-23
}}</ref>


Die Bauern besassen militärisch erfahrene ehemalige Söldner, litten jedoch unter einem Mangel an Artillerie, Kavallerie, einheitlicher Führung und dauerhafter Versorgung.
=== Entwicklung zum Tourismusort ===


Bauernverbände zogen vor Bern, Luzern, Burgdorf und andere Städte. Sie sperrten Verkehrswege und versuchten, die Lebensmittelzufuhr zu unterbrechen.
Seit dem frühen 20. Jahrhundert gewann der Tourismus stark an Bedeutung. Die Altstadt, das Kloster St. Georgen, die Burg Hohenklingen und die Schifffahrt zogen zunehmend Gäste an.


Vor Bern lagerte ein Bauernheer auf dem Murifeld. Die Stadt verfügte nur über begrenzte Truppen und sah sich deshalb zu Verhandlungen gezwungen.
Restaurierungen und Schutzbestimmungen trugen dazu bei, das historische Ortsbild zu bewahren. Der motorisierte Durchgangsverkehr wurde schrittweise aus der Altstadt verlagert.
 
Heute besuchen jährlich mehrere Hunderttausend Menschen die Stadt. Der starke Besucherverkehr bringt wirtschaftliche Vorteile, führt aber auch zu Belastungen durch Verkehr, Parkierung und hohe Besucherzahlen im kleinen historischen Zentrum.
 
== Bevölkerung ==
 
Stein am Rhein zählte Ende 2025 gemäss kommunaler Einwohnerstatistik 3'993 Einwohnerinnen und Einwohner. Diese Zahl umfasst neben der ständigen Wohnbevölkerung auch weitere bei der Gemeinde registrierte Personengruppen und kann deshalb von den Zahlen des Bundesamts für Statistik abweichen.<ref>{{Internetquelle
|url=https://www.steinamrhein.ch/stadt/zahlen-fakten.html/636
|titel=Zahlen und Fakten
|werk=Stadt Stein am Rhein
|abruf=2026-07-23
}}</ref>
 
{| class="wikitable"
|+ Bevölkerungsentwicklung
|-
! Jahr
! Einwohner
|-
| 1850
| 1'469
|-
| 1880
| 1'347
|-
| 1910
| 1'988
|-
| 1950
| 2'352
|-
| 1970
| 2'751
|-
| 1999
| 3'081
|-
| 2010
| 3'308
|-
| 2020
| 3'564
|-
| 2025
| 3'993
|}


== Murifeldvertrag ==
Die Bevölkerung nahm im 19. Jahrhundert zunächst nur langsam zu. Gründe waren die begrenzten wirtschaftlichen Möglichkeiten, die Krise traditioneller Gewerbe und die Auswanderung.


Am 28. Mai 1653 schlossen Vertreter der Berner Regierung und Niklaus Leuenberger den sogenannten '''Murifeldvertrag'''.
Mit dem Ausbau des Verkehrs, der Entstehung von Industriebetrieben und der Entwicklung zur Wohngemeinde wuchs die Einwohnerzahl im 20. Jahrhundert deutlich.


Bern versprach, zahlreiche finanzielle Beschwerden der Bauern zu prüfen und gewisse Belastungen aufzuheben. Im Gegenzug sollten die Bauern ihre Truppen entlassen und den Huttwiler Bauernbund auflösen.
Amtssprache ist Deutsch. Im Alltag wird neben Standarddeutsch ein ostschweizerisch beziehungsweise schaffhausisch geprägter alemannischer Dialekt gesprochen.


Der Vertrag brachte Leuenberger in einen schwierigen Gegensatz zu den übrigen Bundesgenossen. Der Huttwiler Bundesbrief hatte getrennte Friedensschlüsse verboten.
Die Bevölkerung war seit der Reformation überwiegend reformiert. Durch Zuwanderung nahm der Anteil der römisch-katholischen Bevölkerung und der Menschen ohne Religionszugehörigkeit zu.


Die Obrigkeiten nutzten den Separatfrieden, um die gemeinsame Front der Aufständischen zu schwächen. Nachdem die militärische Gefahr überwunden war, erklärte der Berner Rat den Vertrag für ungültig.
== Politik und Verwaltung ==


== Obrigkeitliches Heer ==
Stein am Rhein ist eine Einwohnergemeinde nach dem Recht des Kantons Schaffhausen. Obwohl sie traditionell als Stadt bezeichnet wird, unterscheidet sich ihr rechtlicher Status nicht grundsätzlich von jenem anderer politischer Gemeinden.


Die Tagsatzung stellte ein Heer unter dem Zürcher General [[Hans Konrad Werdmüller]] auf. Es bestand aus ungefähr 8'000 bis 9'000 Mann, Kavallerie und 18 Kanonen.
Die Exekutive bildet der fünfköpfige '''Stadtrat'''. Seine Mitglieder werden für eine vierjährige Amtsdauer gewählt. Für die Amtsperiode 2025–2028 steht Stadtpräsidentin Corinne Ullmann dem Stadtrat vor.<ref>{{Internetquelle
|url=https://www.steinamrhein.ch/politik/stadtrat.html/541
|titel=Stadtrat
|werk=Stadt Stein am Rhein
|abruf=2026-07-23
}}</ref>


Werdmüllers Truppen zogen in Richtung Aargau und besetzten am 31. Mai den wichtigen Reussübergang bei [[Mellingen]]. Dadurch verhinderten sie eine Ausweitung der Bauernbewegung nach Osten und trennten Teile der Aufständischen voneinander.
Die legislative Behörde ist der '''Einwohnerrat'''. Er berät Budget, Rechnung, Reglemente, Bauvorhaben und weitere Geschäfte. Bestimmte Beschlüsse unterliegen dem obligatorischen oder fakultativen Referendum.


Ein grosses Bauernheer unter Leuenberger und Schybi sammelte sich westlich von Mellingen im Gebiet von Wohlenschwil, Büblikon und Othmarsingen.
Die Stimmberechtigten entscheiden zudem an der Urne über kommunale Wahlen, Volksinitiativen und Sachvorlagen. Damit verbindet die Gemeinde ein parlamentarisches System mit den Instrumenten der direkten Demokratie.


== Gefecht bei Wohlenschwil ==
== Wappen ==


Am 3. Juni 1653 griffen Teile des Bauernheers die obrigkeitlichen Truppen bei [[Wohlenschwil]] an.
Das Stadtwappen zeigt den heiligen Georg als Ritter im Kampf mit dem Drachen. Der Heilige war der Schutzpatron des ehemaligen Klosters St. Georgen.


Die Bauern waren zahlenmässig stark, verfügten aber kaum über Artillerie und waren unzureichend koordiniert. Werdmüllers Heer konnte Kavallerie und Kanonen einsetzen.
Die Darstellung erscheint in unterschiedlichen historischen Formen auf Siegeln, Gebäuden, Fahnen und amtlichen Dokumenten. Sie erinnert an die enge Verbindung zwischen der Stadt und dem Benediktinerkloster.


Der Angriff scheiterte. Mindestens 50 Bauern sollen gefallen sein, während die Verluste des Tagsatzungsheers wesentlich geringer waren. Im Verlauf des Gefechts wurden Wohlenschwil und Büblikon geplündert und teilweise niedergebrannt.<ref name="Wohlenschwil">Gemeinde Wohlenschwil: [https://www.wohlenschwil.ch/fileadmin/00_website/images/Bilder/Freizeit/Steckbrief_Geschichte_Bauernkrieg.pdf Wohlenschwil und der Bauernkrieg], abgerufen am 23. Juli 2026.</ref>
== Wirtschaft ==


Nach der Niederlage mussten die Bauern am 4. Juni den '''Frieden von Mellingen''' unterzeichnen. Sie verpflichteten sich:
=== Historische Wirtschaftsgrundlagen ===


* die Waffen niederzulegen;
Die mittelalterliche und frühneuzeitliche Wirtschaft beruhte wesentlich auf Handel, Zoll, Schifffahrt und Handwerk.
* nach Hause zurückzukehren;
* den Huttwiler Bauernbund aufzulösen;
* die obrigkeitliche Herrschaft wieder anzuerkennen.


Der Vertrag enthielt Zusicherungen für das Leben und Eigentum der gewöhnlichen Teilnehmer. Die führenden Personen waren von der Amnestie jedoch weitgehend ausgeschlossen.
Der Übergang zwischen Untersee und Rhein machte Stein am Rhein zu einem natürlichen Umschlagplatz. Waren mussten wegen unterschiedlicher Schiffe und Strömungsverhältnisse teilweise neu verladen werden.


== Gefecht bei Herzogenbuchsee ==
Der Weinbau an den Hängen des Klingen und der Handel mit Wein besassen grosse Bedeutung. Hinzu kamen Gerbereien, Mühlen, Fischerei, Gastwirtschaften und landwirtschaftliche Betriebe.


Nach der Niederlage bei Wohlenschwil zogen sich zahlreiche Berner Bauern nach Westen zurück.
=== Gegenwärtige Wirtschaft ===


Ein Berner Heer unter [[Sigmund von Erlach]] rückte mit etwa 6'000 Mann und 19 Kanonen gegen die aufständischen Gebiete vor. Die Truppen führten eine Strafexpedition durch, plünderten Höfe und zerstörten Befestigungen.
Heute wird die Wirtschaft durch Dienstleistungen, Gewerbe, Tourismus, Gastronomie und kleinere Industriebetriebe geprägt.


Am 7. Juni 1653 traf das Berner Heer bei [[Herzogenbuchsee]] auf ungefähr 2'000 zurückweichende Bauern. Die Aufständischen wurden geschlagen, und ihr organisierter militärischer Widerstand brach zusammen.<ref name="Militaer">[https://blog.nationalmuseum.ch/2020/11/koenig-der-bauern/ König der Bauern], Schweizerisches Nationalmuseum, 30. November 2020, aktualisiert am 17. Dezember 2025, abgerufen am 23. Juli 2026.</ref>
Wichtige Bereiche sind:


Niklaus Leuenberger floh, wurde jedoch verraten und kurze Zeit später von den Berner Behörden festgenommen.
* Hotellerie und Gastronomie;
* Detailhandel;
* Bau- und Ausbaugewerbe;
* Metall-, Möbel- und Maschinenbau;
* Gesundheits- und Sozialwesen;
* öffentliche Verwaltung und Bildung;
* Landwirtschaft und Weinbau;
* Kultur- und Freizeitangebote.


== Ende des Widerstands ==
Viele Einwohnerinnen und Einwohner pendeln zur Arbeit nach Schaffhausen, Frauenfeld, Winterthur, in den Thurgau oder in den deutschen Grenzraum.


Nach den Niederlagen bei Wohlenschwil und Herzogenbuchsee lösten sich die meisten Bauernverbände auf.
=== Tourismus ===


Im Entlebuch hielt sich der Widerstand länger. Einzelne Gruppen versteckten sich in abgelegenen Tälern und Berggebieten. Die Obrigkeit setzte Suchtrupps ein und versprach Belohnungen für die Festnahme flüchtiger Anführer.
Der Tourismus ist für Geschäfte, Restaurants, Museen, Schifffahrt und Beherbergungsbetriebe von grosser Bedeutung.


Im September 1653 verübten die sogenannten [[Drei Tellen]] einen Anschlag auf Vertreter der Luzerner Obrigkeit. Dabei wurde ein Amtsträger getötet, während der neue Landvogt entkam.
Die meisten Gäste besuchen die Stadt im Rahmen eines Tagesausflugs. Besonders stark frequentiert sind der Rathausplatz, die Rheinpromenade, das Kloster St. Georgen und die Burg Hohenklingen.


Die letzten führenden Mitglieder dieser Widerstandsgruppe wurden im Oktober aufgespürt und getötet. Damit endeten die bewaffneten Nachwirkungen des Bauernkriegs.
Die Herausforderung besteht darin, die touristische Nutzung mit den Bedürfnissen der Wohnbevölkerung und dem Schutz der historischen Bausubstanz zu vereinbaren.


== Strafgerichte ==
== Verkehr ==


Nach dem militärischen Sieg gingen die Obrigkeiten mit grosser Härte gegen die Aufständischen vor.
=== Eisenbahn ===


Hunderte Personen wurden verhört. Dabei kam häufig Folter zum Einsatz. Die Urteile umfassten:
Der Bahnhof Stein am Rhein liegt südlich des Rheins. Von dort bestehen Bahnverbindungen in Richtung Schaffhausen, Kreuzlingen, Winterthur und in weitere Teile der Ostschweiz.


* Todesstrafen;
Die Eisenbahnstrecken wurden 1875 eröffnet und verbesserten die Erreichbarkeit der bis dahin stark auf Schifffahrt und Strassenverkehr angewiesenen Stadt.
* Verbannung;
* Hausarrest;
* hohe Geldbussen;
* Einziehung von Eigentum;
* Zwangsdienst in fremden Armeen;
* Ruderdienst auf venezianischen Galeeren;
* öffentliche Ehrstrafen;
* Zerstörung von Häusern.


Die unterlegenen Ämter und Gemeinden mussten zudem erhebliche Kriegskosten bezahlen. Waffen wurden eingezogen, Versammlungen verboten und lokale politische Rechte eingeschränkt.
Der Bahnhof ist über die Rheinbrücke und Fusswege mit der Altstadt verbunden.


Nach Angaben des Schweizerischen Nationalmuseums wurden 45 als Rädelsführer bezeichnete Untertanen hingerichtet: 23 im bernischen Herrschaftsgebiet, 13 im luzernischen, acht im baslerischen und einer im solothurnischen Gebiet.<ref name="Strafen" />
=== Strassenverkehr ===


=== Christian Schybi ===
Stein am Rhein liegt an regionalen Strassenverbindungen zwischen Schaffhausen, dem Thurgau, dem Hegau und dem westlichen Bodenseegebiet.


Christian Schybi wurde gefangen genommen, in Sursee verhört und gefoltert. Die Obrigkeit versuchte unter anderem, von ihm Aussagen über die Ziele und Verbindungen des Bauernbunds zu erhalten.
Die historische Rheinbrücke beziehungsweise ihre modernen Nachfolgebauten bilden eine wichtige Verbindung zwischen den beiden Stadtteilen.


Er wurde im Juli 1653 mit dem Schwert hingerichtet. Spätere Darstellungen, insbesondere eine Zeichnung von [[Martin Disteli]], machten den gefolterten Schybi zu einem Symbol des bäuerlichen Widerstands.<ref>Walter Troxler: [https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/014500 Schybi, Christian], Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 23. Juli 2026.</ref>
Der motorisierte Verkehr wird weitgehend um die Altstadt geführt. Innerhalb des historischen Zentrums gelten Verkehrsbeschränkungen, die dem Schutz des Ortsbilds und der Aufenthaltsqualität dienen.


=== Hans Emmenegger ===
=== Schifffahrt ===


Hans Emmenegger gehörte als Bannerherr und wohlhabender Grossbauer zur ländlichen Führungsschicht des Entlebuchs.
Die Schifffahrt auf Untersee und Rhein besitzt sowohl touristische als auch historische Bedeutung.


Er stellte sich nach Vermittlungsversuchen freiwillig, weil ihm eine milde Behandlung in Aussicht gestellt worden war. Die Luzerner Regierung liess ihn dennoch wegen Hochverrats hinrichten.<ref>Walter Troxler: [https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/014112 Emmenegger, Hans], Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 23. Juli 2026.</ref>
Während der Sommersaison verkehren Kursschiffe zwischen Kreuzlingen, Stein am Rhein und Schaffhausen. Die Strecke durch die Flusslandschaft des Hochrheins gehört zu den bekanntesten Schifffahrtsrouten der Schweiz.


=== Niklaus Leuenberger ===
Die Schiffländi befindet sich unmittelbar am Rand der Altstadt.


Niklaus Leuenberger wurde nach seiner Flucht festgenommen und nach Bern gebracht.
=== Fuss- und Veloverkehr ===


Am 6. September 1653 wurde er enthauptet und gevierteilt. Sein Kopf wurde zusammen mit einem Exemplar des Huttwiler Bundesbriefs öffentlich am Galgen ausgestellt.
Mehrere nationale und regionale Wander- und Velorouten führen durch Stein am Rhein.


Die aussergewöhnlich harte Strafe sollte deutlich machen, dass die Obrigkeit den Bauernbund als Hochverrat und Angriff auf die gesamte politische Ordnung betrachtete.
Beliebte Wege verlaufen entlang des Rheins, um den Untersee, zur Insel Werd, nach Hemishofen und zur Burg Hohenklingen.


== Unmittelbare Folgen ==
== Altstadt ==


Kurzfristig war der Bauernkrieg eine vollständige Niederlage der Aufständischen.
Die Altstadt besitzt einen weitgehend erhaltenen mittelalterlichen Grundriss. Schmale Gassen verbinden die Stadttore, den Rathausplatz, das Kloster und das Rheinufer.


Der Huttwiler Bauernbund wurde aufgelöst, seine Dokumente wurden eingezogen und seine führenden Mitglieder getötet oder vertrieben. Die städtischen Regierungen schränkten die politischen Handlungsmöglichkeiten der Landschaft weiter ein.
Viele Gebäude stammen in ihrem Kern aus dem Mittelalter oder der frühen Neuzeit. Ihre heutige Gestalt wurde durch Umbauten, Fassadenmalereien und Restaurierungen geprägt.


Die betroffenen Gemeinden mussten Kriegskosten, Bussen und Entschädigungen bezahlen. Die wirtschaftliche Lage vieler Familien verschlechterte sich dadurch zusätzlich.
Charakteristisch sind:


Die Strafverfahren vertieften die Kluft zwischen den städtischen Obrigkeiten und der Landbevölkerung. Die Regierungen gingen davon aus, dass abschreckende Strafen weitere Erhebungen verhindern würden.
* Fachwerkkonstruktionen;
* Erker;
* steile Ziegeldächer;
* bemalte Fassaden;
* Zunft- und Hauszeichen;
* historische Brunnen;
* gepflasterte Gassen.


== Langfristige Folgen ==
Die Geschlossenheit des Ortsbildes beruht nicht nur auf einzelnen bedeutenden Bauten, sondern auf dem Zusammenspiel von Bürgerhäusern, Kloster, Rathaus, Toren, Stadtmauer und Rhein.


Trotz des militärischen Siegs konnten die Obrigkeiten nicht einfach zur früheren Herrschaftspraxis zurückkehren.
== Sehenswürdigkeiten ==


Der Aufstand hatte gezeigt, dass ein grosser Teil der Landbevölkerung über regionale und konfessionelle Grenzen hinweg mobilisiert werden konnte. Die Städte waren wirtschaftlich und militärisch auf ihre Untertanen angewiesen.
=== Rathausplatz ===


Mehrere Regierungen erfüllten in den folgenden Jahren zumindest teilweise ursprüngliche finanzielle Forderungen der Bauern. Steuern wurden gesenkt oder anders verteilt, besonders belastende Vorschriften geändert und einzelne Landvögte wegen Amtsmissbrauchs untersucht.
Der Rathausplatz bildet das Zentrum der Altstadt. Er wird von reich bemalten Bürgerhäusern und dem Rathaus umgeben.


Die Behörden wiesen ihre Vertreter teilweise an, weniger prunkvoll und weniger provozierend aufzutreten. Konflikte sollten künftig früher erkannt und durch Verhandlungen entschärft werden.
Die Fassaden zeigen historische, allegorische, religiöse und mythologische Szenen. Einige Malereien gehen auf ältere Vorbilder zurück, andere wurden im 19. und 20. Jahrhundert erneuert oder neu geschaffen.


Der Historiker Andreas Suter vertritt die These, dass der Bauernkrieg die Entwicklung eines ausgeprägten Absolutismus in der Eidgenossenschaft begrenzte. Die städtischen Eliten behielten zwar ihre politische Macht, mussten die Interessen der Landschaft aber stärker berücksichtigen.<ref name="HLS" />
Zu den bekannten Häusern gehören:


Nach 1653 kam es in den betroffenen Herrschaftsgebieten für längere Zeit zu keinen Aufständen vergleichbarer Grösse. Erst im späten 18. Jahrhundert entstanden wieder Bewegungen, die grundsätzlich politische Gleichberechtigung zwischen Stadt und Land forderten.
* das Haus zum Weissen Adler;
* das Haus zur Sonne;
* das Haus zum Roten Ochsen;
* das Haus zur Vorderen Krone;
* das Haus zum Steinbock.


== Politische Bedeutung ==
In der Mitte des Platzes steht der Stadtbrunnen mit der Figur eines geharnischten Kriegers.


Der Bauernkrieg war keine moderne demokratische Revolution. Die Aufständischen verlangten weder allgemeine Menschenrechte noch gleiche politische Rechte für alle Einwohner.
=== Rathaus ===


Ihre Vorstellungen beruhten auf lokalen Freiheiten, traditionellen Rechten, christlicher Ordnung und dem eidgenössischen Bundesgedanken.
Das Rathaus wurde in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts errichtet. Es diente als Sitz von Rat, Gericht und Verwaltung.


Dennoch enthielt der Huttwiler Bauernbund neuartige politische Elemente. Die Untertanen organisierten sich unabhängig von ihren Obrigkeiten, überwanden konfessionelle Grenzen und beanspruchten das Recht, verbindliche Bündnisse zu schliessen.
Die reich gegliederte Fassade, der Dachreiter mit Uhr und die Innenräume spiegeln die politische Bedeutung der städtischen Bürgerschaft wider.


Der Bauernbund stellte damit die Frage, ob politische Herrschaft allein von den städtischen Regierungen ausgehen durfte oder ob die Landbevölkerung als eigenständiger politischer Teil der Eidgenossenschaft anerkannt werden musste.
Das Gebäude wird weiterhin von der Stadtverwaltung und für politische sowie repräsentative Anlässe genutzt.


== Konfessionelle Dimension ==
=== Kloster St. Georgen ===


Die Alte Eidgenossenschaft war seit der Reformation in katholische und reformierte Orte geteilt.
Das ehemalige Benediktinerkloster St. Georgen gehört zu den besterhaltenen mittelalterlichen Klosteranlagen der Schweiz.


Der Bauernkrieg durchbrach diese konfessionelle Spaltung teilweise. Katholische Entlebucher, reformierte Emmentaler sowie Untertanen aus Solothurn und Basel arbeiteten zusammen.
Die Anlage umfasst:


Die gemeinsame wirtschaftliche und politische Lage war für die Bauern zeitweise wichtiger als ihre unterschiedliche Konfession.
* die ehemalige Klosterkirche;
* den Kreuzgang;
* Konventsgebäude;
* Kapitelsaal und Refektorium;
* Abtsräume;
* Wirtschaftsgebäude;
* einen Kräutergarten.


Die Obrigkeiten unterstützten sich ebenfalls über Konfessionsgrenzen hinweg. Das reformierte Zürich half dem katholischen Luzern gegen dessen Untertanen. Damit zeigte sich, dass die Wahrung der bestehenden Herrschaftsordnung für die Regierungen Vorrang vor konfessionellen Gegensätzen hatte.
Besonders bedeutend sind die spätgotischen Räume und die Wandmalereien im Festsaal des Abthauses.


Nur wenige Jahre später standen sich katholische und reformierte Orte im [[Erster Villmergerkrieg|Ersten Villmergerkrieg]] von 1656 erneut militärisch gegenüber.
Nach der Aufhebung des Klosters wurden die Gebäude unterschiedlich genutzt. Heute ist die Anlage als Museum zugänglich und vermittelt die Geschichte des Klosters, des mittelalterlichen Alltags und der Reformation.<ref>{{Internetquelle
|url=https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/011601/
|titel=Stein am Rhein – Kloster
|werk=Historisches Lexikon der Schweiz
|abruf=2026-07-23
}}</ref>


== Erinnerungskultur ==
=== Stadtkirche St. Johann ===


Die Bewertung des Bauernkriegs veränderte sich im Lauf der Jahrhunderte.
Die reformierte Stadtkirche St. Johann war die Kirche des Benediktinerklosters.


Die Obrigkeiten stellten die Aufständischen zunächst als Rebellen, Eidbrecher und Bedrohung der gottgewollten Ordnung dar. In ländlichen Überlieferungen galten führende Bauern dagegen als Verteidiger alter Rechte.
Der Bau wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach verändert. Nach der Reformation diente er der reformierten Kirchgemeinde.


Im 19. Jahrhundert erhielten Niklaus Leuenberger und Christian Schybi zunehmend den Rang von Freiheitskämpfern. Liberale und demokratische Bewegungen deuteten den Bauernkrieg als Vorstufe des späteren Kampfs um politische Gleichberechtigung.
Kirche und Kloster bilden am Rheinufer eine städtebauliche Einheit.


1903 wurden zum 250. Jahrestag mehrere Gedenkveranstaltungen durchgeführt. In Wohlenschwil entstand ein Denkmal für die gefallenen Bauern. Auch im Entlebuch erinnern Denkmäler und Darstellungen an Schybi und Emmenegger.
=== Burg Hohenklingen ===


Zum 300. Jahrestag 1953 und zum 350. Jahrestag 2003 fanden Ausstellungen, Theateraufführungen, historische Umzüge, Tagungen und Publikationen statt.
Die Burg Hohenklingen liegt auf einem Höhenzug rund 200 Meter über der Stadt.


Der Bauernkrieg wird heute als komplexer sozialer und politischer Konflikt verstanden. Im Mittelpunkt stehen nicht nur die militärischen Ereignisse, sondern auch Verschuldung, Staatsbildung, politische Kommunikation, Herrschaftspraxis und die Handlungsmöglichkeiten der ländlichen Bevölkerung.
Ihre Ursprünge reichen in das Hochmittelalter zurück. Die Freiherren von Hohenklingen bauten die Anlage zu einem Herrschaftssitz aus.


== Kalenderfragen ==
1457 gelangte die Burg an die Stadt Stein am Rhein. Später wurde sie in das zürcherische Hochwachtennetz einbezogen.


Die Datierung einzelner Ereignisse unterscheidet sich in historischen Quellen teilweise.
Die weitgehend erhaltene Anlage umfasst Bergfried, Wohnbauten, Mauern, Toranlagen und einen Innenhof. Von der Burg bietet sich ein weiter Blick über die Altstadt, den Untersee, den Rhein und den Hegau.<ref>{{Internetquelle
|url=https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/010954/
|titel=Hohenklingen
|werk=Historisches Lexikon der Schweiz
|abruf=2026-07-23
}}</ref>


Die katholischen Orte verwendeten 1653 bereits den gregorianischen Kalender, während die reformierten Orte noch nach dem julianischen Kalender rechneten. Zwischen beiden Kalendern bestand ein Unterschied von zehn Tagen.
=== Museum Lindwurm ===


Moderne Darstellungen geben die Daten gewöhnlich nach dem gregorianischen Kalender an. Ältere bernische oder baslerische Quellen können deshalb abweichende Daten nennen.
Das Museum Lindwurm befindet sich in einem historischen Bürgerhaus in der Understadt.


== Zeittafel ==
Die Ausstellung zeigt das Leben einer bürgerlich-landwirtschaftlichen Familie um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Wohnräume, Werkstätten, Stallungen, Vorratsräume und landwirtschaftliche Geräte bilden ein zusammenhängendes historisches Hausensemble.


{| class="wikitable"
Das Museum wurde 1993 eröffnet.
! Datum
 
! Ereignis
=== Kirche Burg ===
|-
 
| Dezember 1652
Die Kirche Burg steht südlich des Rheins auf dem Gelände des spätrömischen Kastells.
| Abwertung des Berner Batzens und weiterer Kleinmünzen; starke Vermögensverluste bei der Landbevölkerung
 
|-
Archäologische Untersuchungen wiesen mehrere Vorgängerbauten nach. Zu ihnen gehört eine frühmittelalterliche Holzkirche.
| Januar 1653
 
| Entlebucher Delegationen richten Beschwerden an die Luzerner Regierung
Die heutige Kirche und der umgebende Friedhof bilden einen bedeutenden archäologischen und kulturgeschichtlichen Ort.
|-
 
| 10. Februar 1653
=== Stadttore und Türme ===
| Landsgemeinde und erster Bund der Entlebucher auf Heiligkreuz
 
|-
Von der mittelalterlichen Befestigung sind mehrere Tore, Türme und Mauerabschnitte erhalten oder nach Zerstörungen wiederaufgebaut worden.
| 21. Februar 1653
 
| Landsgemeinde des Amts Willisau in Schötz
Zu den bekannten Anlagen gehören das Obertor, das Untertor und der Chretzeturm.
|-
 
| 26. Februar 1653
Das Untertor wurde beim Bombenangriff von 1945 schwer beschädigt und später rekonstruiert.
| Abschluss des Wolhuser Bundes der Luzerner Ämter
 
|-
=== Insel Werd ===
| März 1653
 
| Ausbreitung des Aufstands auf das Emmental, den Oberaargau und weitere Untertanengebiete
Die Insel Werd liegt unmittelbar oberhalb des Rheinausflusses und ist über einen Steg vom thurgauischen Ufer erreichbar.
|-
 
| 23. April 1653
Auf der Insel befindet sich eine dem heiligen Otmar geweihte Kapelle. Otmar soll dort 759 in der Verbannung gestorben sein.
| Vertreter der Luzerner, Berner, Basler und Solothurner Landschaften vereinbaren in Sumiswald gegenseitige Unterstützung
 
|-
Die Insel gehört politisch nicht zu Stein am Rhein, ist aber eng mit der Geschichte und dem Landschaftsbild der Stadt verbunden.
| 14. Mai 1653
 
| Grosse Landsgemeinde in Huttwil und Beschwörung des Huttwiler Bauernbunds
== Ortsbildschutz ==
|-
 
| Mai 1653
Die Altstadt von Stein am Rhein ist ein Ortsbild von nationaler Bedeutung. Zahlreiche Einzelbauten stehen unter kantonalem oder eidgenössischem Schutz.
| Mobilisierung der Bauernheere und Blockaden vor Bern, Luzern und weiteren Städten
 
|-
Der Ortsbildschutz umfasst nicht nur Fassaden und einzelne Baudenkmäler. Er berücksichtigt auch:
| 28. Mai 1653
 
| Abschluss des Murifeldvertrags zwischen der Berner Regierung und Niklaus Leuenberger
* historische Bauvolumen;
|-
* Dächer und Dachlandschaften;
| 31. Mai 1653
* Gassen und Plätze;
| Das Tagsatzungsheer besetzt den Reussübergang bei Mellingen
* die Beziehung zwischen Stadt und Rhein;
|-
* die ehemaligen Befestigungsanlagen;
| 3. Juni 1653
* Rebberge und Waldhänge;
| Niederlage der Bauern im Gefecht bei Wohlenschwil
* Sichtachsen zur Burg Hohenklingen.
|-
 
| 4. Juni 1653
1972 erhielt Stein am Rhein als erste Gemeinde den Wakkerpreis. Ausgezeichnet wurden die langfristige Pflege der Altstadt, die Zusammenarbeit zwischen Behörden und Bevölkerung sowie die früh eingeführten Bau- und Schutzbestimmungen.
| Unterzeichnung des Friedens von Mellingen und Verpflichtung zur Auflösung des Bauernbunds
 
|-
Die Erhaltung der Altstadt bleibt eine dauerhafte Aufgabe. Moderne Wohnansprüche, Brandschutz, Energieeffizienz, Verkehr und Tourismus müssen mit dem Schutz der historischen Substanz vereinbart werden.
| 7. Juni 1653
 
| Niederlage der Berner Bauern bei Herzogenbuchsee
== Kultur ==
|-
 
| Juni 1653
Das kulturelle Leben wird von Museen, Vereinen, Kirchen, Musikgruppen und wiederkehrenden Veranstaltungen getragen.
| Zusammenbruch des organisierten Aufstands und Beginn umfassender Strafaktionen
 
|-
Bekannt ist das Freilichtspiel '''No e Wili'''. Es beruht auf einer örtlichen Sage und behandelt die Bedrohung der Stadt durch adlige Gegner im Mittelalter.
| Juli 1653
 
| Hinrichtungen mehrerer Luzerner Bauernführer, darunter Christian Schybi und Hans Emmenegger
Weitere kulturelle Angebote umfassen Konzerte, Ausstellungen, Stadtführungen, Märkte und Veranstaltungen im Bürgerasyl, im Kloster und auf dem Rathausplatz.
|-
 
| 6. September 1653
Die bemalten Hausfassaden, historischen Wirtshausschilder und Brunnen prägen die öffentliche Wahrnehmung der Stadt ebenso stark wie ihre Museen.
| Hinrichtung und Vierteilung von Niklaus Leuenberger in Bern
 
|-
== Bildung ==
| 28. September 1653
 
| Anschlag der Drei Tellen auf Vertreter der Luzerner Obrigkeit
Stein am Rhein verfügt über Kindergärten, Primarschule und Oberstufe. Die Schulen dienen teilweise auch Schülerinnen und Schülern aus benachbarten Gemeinden.
|-
 
| Oktober 1653
Berufs- und Mittelschulen befinden sich unter anderem in Schaffhausen, Frauenfeld und Winterthur.
| Tod der letzten führenden Mitglieder der Tellenbewegung und Ende des bewaffneten Widerstands
 
|}
Die kleine Stadtbibliothek, Museen und kulturellen Einrichtungen ergänzen das Bildungsangebot.
 
== Natur und Freizeit ==
 
Rhein, Untersee, Rebberge und Waldgebiete bieten zahlreiche Möglichkeiten zur Erholung.
 
Beliebte Freizeitaktivitäten sind:
 
* Wandern;
* Velofahren;
* Schwimmen;
* Rudern und Kanufahren;
* Schifffahrten;
* Fischerei;
* Spaziergänge entlang des Rheins;
* Wanderungen zur Burg Hohenklingen.
 
Die Uferbereiche sind zugleich empfindliche Naturräume. Nutzung, Hochwasserschutz, Schifffahrt und Naturschutz müssen aufeinander abgestimmt werden.
 
== Herausforderungen ==
 
Stein am Rhein steht vor mehreren strukturellen Herausforderungen.
 
Der starke Tourismus führt besonders an Wochenenden und in der Sommersaison zu hohem Verkehrs- und Parkierungsdruck. Gleichzeitig soll die Altstadt ein bewohnter und wirtschaftlich aktiver Ort bleiben.
 
Weitere Aufgaben sind:
 
* die Erhaltung bezahlbaren Wohnraums;
* die Pflege historischer Gebäude;
* die Anpassung an den Klimawandel;
* die Aufwertung der Rhein- und Bahnhofsräume;
* die Sicherung lokaler Geschäfte und Gaststätten;
* die Abstimmung mit Nachbargemeinden und Kantonen;
* die Verbesserung des Fuss- und Veloverkehrs;
* die Begrenzung störender Auswirkungen des Durchgangsverkehrs.
 
Die exponierte Lage im oberen Kantonsteil macht eine Zusammenarbeit über Kantons- und Staatsgrenzen hinweg besonders wichtig.
 
== Persönlichkeiten ==
 
Mit Stein am Rhein verbunden sind unter anderem:
 
* [[Johann Rudolf Schmid von Schwarzenhorn]], Diplomat und kaiserlicher Gesandter;
* [[Johann Georg Müller]], Theologe und Pädagoge;
* [[Ferdinand Vetter]], Germanist und Hochschullehrer;
* [[Jakob und Emma Windler]], Stifter und Förderer der Stadt;
* [[Klingenzell (Adelsgeschlecht)|die Herren von Hohenklingen]], mittelalterliche Vögte und Burgherren.


== Siehe auch ==
== Siehe auch ==


* [[Alte Eidgenossenschaft]]
* [[Kanton Schaffhausen]]
* [[Huttwiler Bauernbund]]
* [[Rhein]]
* [[Niklaus Leuenberger]]
* [[Untersee (Bodensee)]]
* [[Christian Schybi]]
* [[Hochrhein]]
* [[Hans Emmenegger]]
* [[Kloster St. Georgen]]
* [[Entlebuch]]
* [[Burg Hohenklingen]]
* [[Huttwil]]
* [[Insel Werd]]
* [[Gefecht bei Wohlenschwil]]
* [[Tasgetium]]
* [[Drei Tellen]]
* [[Wakkerpreis]]
* [[Tagsatzung]]
* [[Liste der Gemeinden des Kantons Schaffhausen]]
* [[Untertanengebiet]]
* [[Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung]]
* [[Ländliche Unruhen in der Schweiz]]
* [[Erster Villmergerkrieg]]
* [[Geschichte der Schweiz]]


== Literatur ==
== Literatur ==


* Andreas Suter: ''Der schweizerische Bauernkrieg von 1653. Politische Sozialgeschichte – Sozialgeschichte eines politischen Ereignisses''. Bibliotheca Academica, Tübingen 1997.
* Reinhard Frauenfelder: ''Die Kunstdenkmäler des Kantons Schaffhausen. Band 2: Der Bezirk Stein am Rhein.'' Birk.'' Birkhäuser, Basel 1958.
* Andreas Suter: ''Bauernkrieg''. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
* Karl Schib: ''Geschichte der Stadt Stein am Rhein.'' Bern 1952.
* André Holenstein: ''Der Bauernkrieg von 1653. Ursachen, Verlauf und Folgen einer gescheiterten Revolution''. In: Berner Zeitschrift für Geschichte und Heimatkunde, 2004.
* Alfons Raimann, Peter Erni: ''Die Kunstdenkmäler des Kantons Thurgau. Der Bezirk Steckborn.'' Bern 2001.
* Hans Mühlestein: ''Der grosse schweizerische Bauernkrieg 1653''. Celerina 1942; Neuausgabe, Unionsverlag, Zürich 1977.
* Stadt Stein am Rhein: ''Steiner Heimatblätter.'' Stein am Rhein.
* Hermann Wahlen und Ernst Jaggi: ''Der Schweizerische Bauernkrieg 1653 und die seitherige Entwicklung des Bauernstandes''. Bern 1952.
* Museum zu Allerheiligen und Kantonale Denkmalpflege Schaffhausen: ''Stein am Rhein – Geschichte einer Kleinstadt.'' Schaffhausen.
* Marco Polli-Schönborn: ''Frühneuzeitliche Widerstandstradition auf der Luzerner Landschaft''. In: Jahrbuch der Historischen Gesellschaft Luzern, Band 20, 2002.
* Schweizerischer Kunstführer: ''Stein am Rhein, Kloster St. Georgen und Burg Hohenklingen.'' Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern.
* Kurt Messmer: ''Min arme Bauernzüttel. Der Bauernkrieg von 1653''. Beiträge des Schweizerischen Nationalmuseums, 2018.


== Weblinks ==
== Weblinks ==


* [https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/008909 Artikel «Bauernkrieg (1653)» im Historischen Lexikon der Schweiz]
* [https://www.steinamrhein.ch/ Offizielle Website der Stadt Stein am Rhein]
* [https://staatsarchiv.lu.ch/schaufenster/quellen/bauernkrieg_1653 Quellen zum Bauernkrieg im Staatsarchiv Luzern]
* [https://schaffhauserland.ch/de/erleben/stein-am-rhein.html Tourismusinformationen zu Stein am Rhein]
* [https://blog.nationalmuseum.ch/2018/05/bauernkrieg-teil1/ Beitragsreihe des Schweizerischen Nationalmuseums zum Bauernkrieg]
* [https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/001288/ Stein am Rhein im Historischen Lexikon der Schweiz]
* [https://blog.nationalmuseum.ch/2018/05/unerhoert-bauernbund-gegen-herrenbund/ Informationen zum Huttwiler Bauernbund]
* [https://www.heimatschutz.ch/fileadmin/bilder/03-was_wir_tun/wakkerpreis/Bisherige_Wakkerpreise/1972-Wakkerpreis-Stein-am-Rhein-D.pdf Wakkerpreis 1972]
* [https://www.wohlenschwil.ch/fileadmin/00_website/images/Bilder/Freizeit/Steckbrief_Geschichte_Bauernkrieg.pdf Informationen der Gemeinde Wohlenschwil zum Gefecht von 1653]
* [https://api.isos.bak.admin.ch/ob/3053/doc/ISOS_3053.pdf ISOS-Ortsbildaufnahme Stein am Rhein]
* [https://www.burg-hohenklingen.com/ Burg Hohenklingen]
* [https://www.museum-lindwurm.ch/ Museum Lindwurm]


== Einzelnachweise ==
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Aktuelle Version vom 23. Juli 2026, 14:44 Uhr

Stein am Rhein
Staat Schweiz
Kanton Schaffhausen
Region Oberer Kantonsteil
BFS-Nummer 2964
Postleitzahl 8260
Höhe 413 m ü. M.
Fläche 5,75 km² ohne Seeanteil
Einwohner 3'993
Einwohnerstand 31. Dezember 2025
Stadtpräsidentin Corinne Ullmann
Partei SVP
Gewässer Rhein, Untersee
Website steinamrhein.ch

Stein am Rhein ist eine politische Gemeinde und historische Kleinstadt im oberen Kantonsteil des Kantons Schaffhausen. Sie liegt dort, wo der Rhein den Untersee verlässt und als Hochrhein westwärts in Richtung Schaffhausen und Basel fliesst. Der Ort ist besonders für seine weitgehend erhaltene mittelalterliche Altstadt, die reich bemalten Bürgerhäuser am Rathausplatz, das ehemalige Kloster St. Georgen, die Burg Hohenklingen und seine Lage am Rhein bekannt.

Die Stadt gehört zusammen mit Buch, Hemishofen und Ramsen zum räumlich vom übrigen Kantonsgebiet getrennten oberen Kantonsteil. Stein am Rhein grenzt unmittelbar an Gemeinden des Kantons Thurgau und an Deutschland. Diese Lage zwischen Untersee, Rhein, Thurgau und dem deutschen Hegau prägt die Verkehrswege, die Wirtschaft und die regionale Zusammenarbeit.

Die kompakte Altstadt am rechten Rheinufer zählt zu den bedeutendsten historischen Ortsbildern der Schweiz. Sie ist im Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung verzeichnet. 1972 erhielt Stein am Rhein als erste Gemeinde den neu geschaffenen Wakkerpreis des Schweizer Heimatschutzes für den vorbildlichen Umgang mit seinem baulichen Erbe.[1]

Name

Der Ortsname setzt sich aus dem Grundwort Stein und dem Zusatz am Rhein zusammen. Der Name «Stein» bezeichnete vermutlich zunächst die felsige beziehungsweise befestigte Stelle am Rheinübergang.

In der um 835 verfassten Lebensbeschreibung des heiligen Otmar von St. Gallen wird ein Ort namens Stein erwähnt. Der Abt und Gelehrte Walahfrid Strabo berichtet darin, dass Otmar auf die gegenüberliegende Insel Werd verbannt worden und dort gestorben sei.

Historische lateinische Bezeichnungen wie Lithopolis wurden vor allem in gelehrten Texten verwendet. Im örtlichen Dialekt wird Stein am Rhein häufig kurz Staa genannt.

Der Zusatz «am Rhein» unterscheidet die Stadt von anderen Orten mit dem Namen Stein und verweist auf ihre Lage an einem der wichtigsten Flussübergänge zwischen Bodensee und Hochrhein.

Geographie

Lage

Stein am Rhein liegt am westlichen Ende des Untersees. Im Bereich der Stadt verengt sich der See und geht in den Hochrhein über. Der Fluss durchquert das Gemeindegebiet von Osten nach Westen.

Der historische Stadtkern befindet sich am rechten, nördlichen Rheinufer. Südlich des Flusses liegen der Ortsteil Vor der Brugg, der Bahnhof, Wohn- und Gewerbequartiere sowie das Gebiet Burg.

Das Gemeindegebiet umfasst:

  • den historischen Stadtkern;
  • den linksrheinischen Ortsteil Vor der Brugg;
  • neuere Wohnquartiere;
  • Rebberge und Waldflächen am Klingen;
  • landwirtschaftlich genutzte Flächen;
  • Einzelhöfe;
  • Teile der unteren Werdinseln.

Die Hauptinsel Werd mit der St.-Othmar-Kapelle liegt unmittelbar vor Stein am Rhein, gehört politisch jedoch zur thurgauischen Gemeinde Eschenz.

Oberer Kantonsteil

Stein am Rhein bildet zusammen mit Buch, Hemishofen und Ramsen eine Exklave des Kantons Schaffhausen. Zwischen diesem Gebiet und dem Hauptteil des Kantons liegt deutsches Staatsgebiet.

Die Stadt ist deshalb eng mit dem benachbarten Thurgau und dem deutschen Landkreis Konstanz verbunden. Direkte Nachbargemeinden sind unter anderem Hemishofen, Eschenz, Wagenhausen und die deutsche Gemeinde Öhningen.

Trotz der politischen Trennung bestehen gute Verkehrsverbindungen nach Schaffhausen. Die regionale Lage führt zugleich zu einer engen Zusammenarbeit bei Feuerwehr, Schulen, öffentlichem Verkehr, Tourismus und Versorgung.

Landschaft

Nördlich der Stadt erhebt sich der bewaldete Klingenberg. Auf einem vorspringenden Höhenzug steht die Burg Hohenklingen. Die Hänge unterhalb der Burg werden teilweise für den Weinbau genutzt.

Südlich des Rheins geht die Landschaft in die sanften Höhenzüge des Thurgaus über. Der Fluss, die Uferbereiche, die Werdinseln und die angrenzenden Feuchtgebiete bilden wertvolle Lebensräume für Wasservögel, Fische und zahlreiche Pflanzenarten.

Die Lage am Ausfluss des Untersees führt zu einem vergleichsweise gleichmässigen Wasserstand. Trotzdem können Hochwasser des Bodensees und des Rheins die Uferzonen und die Schifffahrt beeinträchtigen.

Geschichte

Urgeschichte und römische Zeit

Die Umgebung von Stein am Rhein war bereits in der Jungsteinzeit besiedelt. An den flachen Ufern des Untersees und im Bereich der Werdinseln wurden Reste prähistorischer Pfahlbausiedlungen nachgewiesen. Fundstellen der Bodenseeregion gehören zum UNESCO-Welterbe Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen.

Um 15 v. Chr. geriet die Bodenseeregion unter römische Herrschaft. Im benachbarten heutigen Eschenz entstand der römische Ort Tasgetium. Eine Brücke verband die Ufer über den Bereich der Werdinseln.

In der spätrömischen Zeit wurde auf dem südlich des Rheins gelegenen Hügel Burg eine Befestigungsanlage errichtet. Das Kastell sollte den Rheinübergang und die Verkehrsverbindungen sichern. Archäologische Funde umfassen Mauern, Gräber, Münzen, Keramik und eine reich verzierte Glasschale mit Jagdszenen.

Nach dem Rückzug der römischen Herrschaft liessen sich alemannische Bevölkerungsgruppen im Gebiet nieder. Innerhalb der Kastellmauern entstand spätestens im 7. Jahrhundert eine Holzkirche. Sie gehört zu den frühesten archäologisch nachgewiesenen Kirchenbauten auf dem Gebiet der heutigen Schweiz.[2]

Frühmittelalter

Die erste schriftliche Erwähnung des Ortsnamens findet sich in der um 835 entstandenen Otmarslegende. Otmar, der erste Abt des Klosters St. Gallen, war 759 auf die Insel Werd verbannt worden und dort gestorben.

Der Rheinübergang blieb auch nach dem Ende der römischen Herrschaft bedeutsam. Auf beiden Seiten des Flusses bestanden Siedlungen, Kirchen und herrschaftliche Besitzungen.

Gründung des Klosters St. Georgen

Eine entscheidende Veränderung erfolgte zu Beginn des 11. Jahrhunderts. König Heinrich II. liess ein zuvor auf dem Hohentwiel bestehendes Benediktinerkloster nach Stein am Rhein verlegen.

Am 1. November 1007 übertrug Heinrich II. das Kloster dem von ihm neu gegründeten Bistum Bamberg. Die Abtei erhielt umfangreichen Besitz und verschiedene Herrschaftsrechte.

Die Verlegung des Klosters förderte die Entwicklung der Siedlung am rechten Rheinufer. Das Kloster wurde zum geistlichen, wirtschaftlichen und politischen Mittelpunkt der Umgebung.

Die Abtei besass Grundbesitz, Gerichtsrechte, Zehntansprüche und Einkünfte aus Handel und Landwirtschaft. Handwerker, Kaufleute und Dienstleute liessen sich in ihrer Nähe nieder.

Entwicklung zur Stadt

Im 13. Jahrhundert entwickelte sich die Siedlung zur befestigten Stadt. Eine Rheinbrücke, Stadtmauern, Tore und Türme wurden errichtet oder erneuert.

Die Stadt erhielt Markt-, Zoll- und Münzrechte. Ihre Lage am Übergang vom Bodensee in den Rhein machte sie zu einem wichtigen Umschlagplatz. Waren, die auf dem See transportiert wurden, mussten teilweise umgeladen oder für die Weiterfahrt auf dem Fluss neu verteilt werden.

Die Äbte von St. Georgen waren die Stadtherren. Die Freiherren von Hohenklingen übten als Vögte verschiedene weltliche Herrschaftsrechte aus. Ihre Burg über der Stadt sicherte den Übergang und die Handelswege.

Im 14. und 15. Jahrhundert wuchs die politische und wirtschaftliche Selbständigkeit der Bürgerschaft. Handwerker, Kaufleute und wohlhabende Familien gewannen Einfluss auf die städtische Verwaltung.

Erwerb der Herrschaftsrechte

Die Herren von Hohenklingen verkauften ihre Rechte zu Beginn des 15. Jahrhunderts an die Herren von Klingenberg. Wegen finanzieller Schwierigkeiten veräusserten diese 1457 die Herrschaft Stein an die Stadt selbst.

Mit dem Erwerb der Herrschaftsrechte erlangten die Bürger eine weitgehende Selbständigkeit. Stein am Rhein war jedoch von stärkeren Nachbarn umgeben und suchte politischen Schutz.

1459 schloss die Stadt ein Bündnis mit Zürich und Schaffhausen. Nach dessen Ablauf erneuerte Zürich 1484 das Schutzverhältnis. Stein am Rhein wurde dadurch Teil des zürcherischen Stadtstaates, behielt aber zahlreiche kommunale Rechte.

Reformation

Die Reformation wurde in Stein am Rhein 1524 und 1525 eingeführt. Der letzte Abt des Klosters St. Georgen, David von Winkelsheim, gab sein Amt auf, und das Kloster wurde aufgehoben.

Die ehemalige Klosterkirche wurde zur reformierten Stadtkirche. Die Klostergebäude und ihre Einkünfte kamen unter zürcherische Verwaltung.

Die Aufhebung des Klosters veränderte die Machtverhältnisse grundlegend. Der Stadtrat übernahm zusätzliche Aufgaben, während Zürich seinen Einfluss auf Verwaltung, Kirche und Gerichtswesen verstärkte.

Stein am Rhein blieb bis zum Ende der Alten Eidgenossenschaft 1798 unter zürcherischer Herrschaft.

Wirtschaft in der frühen Neuzeit

Die Stadt lebte von ihrer Lage am Rhein und an wichtigen Landwegen. Zu den bedeutenden Erwerbszweigen gehörten:

  • Transithandel;
  • Schifffahrt;
  • Zollwesen;
  • Weinbau und Weinhandel;
  • Gerberei;
  • Fischerei;
  • Mühlen und weitere Handwerke;
  • Landwirtschaft im Umland.

Getreide und Salz wurden über den Bodensee und den Rhein transportiert. In der Gegenrichtung gelangten Wein und gewerbliche Produkte in andere Regionen.

Stein am Rhein erwarb im Laufe der Zeit Nieder- und teilweise Hochgerichtsrechte in umliegenden Gebieten, darunter Hemishofen, Ramsen, Wagenhausen, Kaltenbach, Etzwilen und Rheinklingen.

Helvetik und Kantonswechsel

Mit dem französischen Einmarsch von 1798 endete die zürcherische Herrschaft. In der Helvetischen Republik wechselte Stein am Rhein mehrmals seine administrative Zugehörigkeit.

Die Stadt gehörte zeitweise zu unterschiedlichen helvetischen Verwaltungskantonen. Die häufigen Neuordnungen stiessen in der Bevölkerung auf Widerstand und erschwerten die Verwaltung.

Durch die Mediationsakte von 1803 wurden Stein am Rhein, Hemishofen und Ramsen endgültig dem Kanton Schaffhausen zugeteilt. Diese Entscheidung schuf den bis heute bestehenden oberen Kantonsteil.

Stadtbrand von 1863

1863 zerstörte ein grosser Brand zahlreiche Gebäude. Das Feuer bedrohte auch den historischen Stadtkern.

Beim Wiederaufbau wurden Teile der mittelalterlichen Bausubstanz verändert. Die Stadt behielt dennoch ihr geschlossenes historisches Erscheinungsbild.

Der Brand verstärkte das Bewusstsein für Feuerschutz und eine besser organisierte Wasserversorgung.

Eisenbahn und Industrialisierung

Die Eisenbahn erreichte Stein am Rhein 1875. Neue Strecken verbanden die Stadt mit Winterthur, Kreuzlingen, Schaffhausen und dem deutschen Grenzraum.

Die Stadt beteiligte sich finanziell an der Schweizerischen Nationalbahn. Deren Konkurs im Jahr 1878 verursachte Stein am Rhein erhebliche Verluste.

Die Industrialisierung entwickelte sich langsamer als in Schaffhausen oder Winterthur. Zu den bedeutenden Betrieben gehörten zeitweise:

  • die Teigwarenfabrik Lieb;
  • die Schuhfabrik Henke;
  • die Uhrenschalenfabrik Oechslin;
  • die Möbelfabrik Dietiker.

Neben der Industrie blieben Landwirtschaft, Weinbau, Gewerbe und Handel wichtig.

Bombardierung von 1945

Am 22. Februar 1945 wurde Stein am Rhein von amerikanischen Flugzeugen bombardiert. Der Angriff erfolgte wenige Monate vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs und traf die neutrale Schweiz.

Neun Menschen kamen ums Leben. Weitere Personen wurden verletzt, und zahlreiche Gebäude erlitten schwere Schäden. Besonders betroffen waren Bereiche beim Untertor und ausserhalb des eigentlichen Altstadtkerns.

Die Bombardierung wurde später als Irrtum erklärt. Die zerstörten oder beschädigten Gebäude wurden nach dem Krieg wiederaufgebaut beziehungsweise restauriert.[3]

Entwicklung zum Tourismusort

Seit dem frühen 20. Jahrhundert gewann der Tourismus stark an Bedeutung. Die Altstadt, das Kloster St. Georgen, die Burg Hohenklingen und die Schifffahrt zogen zunehmend Gäste an.

Restaurierungen und Schutzbestimmungen trugen dazu bei, das historische Ortsbild zu bewahren. Der motorisierte Durchgangsverkehr wurde schrittweise aus der Altstadt verlagert.

Heute besuchen jährlich mehrere Hunderttausend Menschen die Stadt. Der starke Besucherverkehr bringt wirtschaftliche Vorteile, führt aber auch zu Belastungen durch Verkehr, Parkierung und hohe Besucherzahlen im kleinen historischen Zentrum.

Bevölkerung

Stein am Rhein zählte Ende 2025 gemäss kommunaler Einwohnerstatistik 3'993 Einwohnerinnen und Einwohner. Diese Zahl umfasst neben der ständigen Wohnbevölkerung auch weitere bei der Gemeinde registrierte Personengruppen und kann deshalb von den Zahlen des Bundesamts für Statistik abweichen.[4]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1850 1'469
1880 1'347
1910 1'988
1950 2'352
1970 2'751
1999 3'081
2010 3'308
2020 3'564
2025 3'993

Die Bevölkerung nahm im 19. Jahrhundert zunächst nur langsam zu. Gründe waren die begrenzten wirtschaftlichen Möglichkeiten, die Krise traditioneller Gewerbe und die Auswanderung.

Mit dem Ausbau des Verkehrs, der Entstehung von Industriebetrieben und der Entwicklung zur Wohngemeinde wuchs die Einwohnerzahl im 20. Jahrhundert deutlich.

Amtssprache ist Deutsch. Im Alltag wird neben Standarddeutsch ein ostschweizerisch beziehungsweise schaffhausisch geprägter alemannischer Dialekt gesprochen.

Die Bevölkerung war seit der Reformation überwiegend reformiert. Durch Zuwanderung nahm der Anteil der römisch-katholischen Bevölkerung und der Menschen ohne Religionszugehörigkeit zu.

Politik und Verwaltung

Stein am Rhein ist eine Einwohnergemeinde nach dem Recht des Kantons Schaffhausen. Obwohl sie traditionell als Stadt bezeichnet wird, unterscheidet sich ihr rechtlicher Status nicht grundsätzlich von jenem anderer politischer Gemeinden.

Die Exekutive bildet der fünfköpfige Stadtrat. Seine Mitglieder werden für eine vierjährige Amtsdauer gewählt. Für die Amtsperiode 2025–2028 steht Stadtpräsidentin Corinne Ullmann dem Stadtrat vor.[5]

Die legislative Behörde ist der Einwohnerrat. Er berät Budget, Rechnung, Reglemente, Bauvorhaben und weitere Geschäfte. Bestimmte Beschlüsse unterliegen dem obligatorischen oder fakultativen Referendum.

Die Stimmberechtigten entscheiden zudem an der Urne über kommunale Wahlen, Volksinitiativen und Sachvorlagen. Damit verbindet die Gemeinde ein parlamentarisches System mit den Instrumenten der direkten Demokratie.

Wappen

Das Stadtwappen zeigt den heiligen Georg als Ritter im Kampf mit dem Drachen. Der Heilige war der Schutzpatron des ehemaligen Klosters St. Georgen.

Die Darstellung erscheint in unterschiedlichen historischen Formen auf Siegeln, Gebäuden, Fahnen und amtlichen Dokumenten. Sie erinnert an die enge Verbindung zwischen der Stadt und dem Benediktinerkloster.

Wirtschaft

Historische Wirtschaftsgrundlagen

Die mittelalterliche und frühneuzeitliche Wirtschaft beruhte wesentlich auf Handel, Zoll, Schifffahrt und Handwerk.

Der Übergang zwischen Untersee und Rhein machte Stein am Rhein zu einem natürlichen Umschlagplatz. Waren mussten wegen unterschiedlicher Schiffe und Strömungsverhältnisse teilweise neu verladen werden.

Der Weinbau an den Hängen des Klingen und der Handel mit Wein besassen grosse Bedeutung. Hinzu kamen Gerbereien, Mühlen, Fischerei, Gastwirtschaften und landwirtschaftliche Betriebe.

Gegenwärtige Wirtschaft

Heute wird die Wirtschaft durch Dienstleistungen, Gewerbe, Tourismus, Gastronomie und kleinere Industriebetriebe geprägt.

Wichtige Bereiche sind:

  • Hotellerie und Gastronomie;
  • Detailhandel;
  • Bau- und Ausbaugewerbe;
  • Metall-, Möbel- und Maschinenbau;
  • Gesundheits- und Sozialwesen;
  • öffentliche Verwaltung und Bildung;
  • Landwirtschaft und Weinbau;
  • Kultur- und Freizeitangebote.

Viele Einwohnerinnen und Einwohner pendeln zur Arbeit nach Schaffhausen, Frauenfeld, Winterthur, in den Thurgau oder in den deutschen Grenzraum.

Tourismus

Der Tourismus ist für Geschäfte, Restaurants, Museen, Schifffahrt und Beherbergungsbetriebe von grosser Bedeutung.

Die meisten Gäste besuchen die Stadt im Rahmen eines Tagesausflugs. Besonders stark frequentiert sind der Rathausplatz, die Rheinpromenade, das Kloster St. Georgen und die Burg Hohenklingen.

Die Herausforderung besteht darin, die touristische Nutzung mit den Bedürfnissen der Wohnbevölkerung und dem Schutz der historischen Bausubstanz zu vereinbaren.

Verkehr

Eisenbahn

Der Bahnhof Stein am Rhein liegt südlich des Rheins. Von dort bestehen Bahnverbindungen in Richtung Schaffhausen, Kreuzlingen, Winterthur und in weitere Teile der Ostschweiz.

Die Eisenbahnstrecken wurden 1875 eröffnet und verbesserten die Erreichbarkeit der bis dahin stark auf Schifffahrt und Strassenverkehr angewiesenen Stadt.

Der Bahnhof ist über die Rheinbrücke und Fusswege mit der Altstadt verbunden.

Strassenverkehr

Stein am Rhein liegt an regionalen Strassenverbindungen zwischen Schaffhausen, dem Thurgau, dem Hegau und dem westlichen Bodenseegebiet.

Die historische Rheinbrücke beziehungsweise ihre modernen Nachfolgebauten bilden eine wichtige Verbindung zwischen den beiden Stadtteilen.

Der motorisierte Verkehr wird weitgehend um die Altstadt geführt. Innerhalb des historischen Zentrums gelten Verkehrsbeschränkungen, die dem Schutz des Ortsbilds und der Aufenthaltsqualität dienen.

Schifffahrt

Die Schifffahrt auf Untersee und Rhein besitzt sowohl touristische als auch historische Bedeutung.

Während der Sommersaison verkehren Kursschiffe zwischen Kreuzlingen, Stein am Rhein und Schaffhausen. Die Strecke durch die Flusslandschaft des Hochrheins gehört zu den bekanntesten Schifffahrtsrouten der Schweiz.

Die Schiffländi befindet sich unmittelbar am Rand der Altstadt.

Fuss- und Veloverkehr

Mehrere nationale und regionale Wander- und Velorouten führen durch Stein am Rhein.

Beliebte Wege verlaufen entlang des Rheins, um den Untersee, zur Insel Werd, nach Hemishofen und zur Burg Hohenklingen.

Altstadt

Die Altstadt besitzt einen weitgehend erhaltenen mittelalterlichen Grundriss. Schmale Gassen verbinden die Stadttore, den Rathausplatz, das Kloster und das Rheinufer.

Viele Gebäude stammen in ihrem Kern aus dem Mittelalter oder der frühen Neuzeit. Ihre heutige Gestalt wurde durch Umbauten, Fassadenmalereien und Restaurierungen geprägt.

Charakteristisch sind:

  • Fachwerkkonstruktionen;
  • Erker;
  • steile Ziegeldächer;
  • bemalte Fassaden;
  • Zunft- und Hauszeichen;
  • historische Brunnen;
  • gepflasterte Gassen.

Die Geschlossenheit des Ortsbildes beruht nicht nur auf einzelnen bedeutenden Bauten, sondern auf dem Zusammenspiel von Bürgerhäusern, Kloster, Rathaus, Toren, Stadtmauer und Rhein.

Sehenswürdigkeiten

Rathausplatz

Der Rathausplatz bildet das Zentrum der Altstadt. Er wird von reich bemalten Bürgerhäusern und dem Rathaus umgeben.

Die Fassaden zeigen historische, allegorische, religiöse und mythologische Szenen. Einige Malereien gehen auf ältere Vorbilder zurück, andere wurden im 19. und 20. Jahrhundert erneuert oder neu geschaffen.

Zu den bekannten Häusern gehören:

  • das Haus zum Weissen Adler;
  • das Haus zur Sonne;
  • das Haus zum Roten Ochsen;
  • das Haus zur Vorderen Krone;
  • das Haus zum Steinbock.

In der Mitte des Platzes steht der Stadtbrunnen mit der Figur eines geharnischten Kriegers.

Rathaus

Das Rathaus wurde in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts errichtet. Es diente als Sitz von Rat, Gericht und Verwaltung.

Die reich gegliederte Fassade, der Dachreiter mit Uhr und die Innenräume spiegeln die politische Bedeutung der städtischen Bürgerschaft wider.

Das Gebäude wird weiterhin von der Stadtverwaltung und für politische sowie repräsentative Anlässe genutzt.

Kloster St. Georgen

Das ehemalige Benediktinerkloster St. Georgen gehört zu den besterhaltenen mittelalterlichen Klosteranlagen der Schweiz.

Die Anlage umfasst:

  • die ehemalige Klosterkirche;
  • den Kreuzgang;
  • Konventsgebäude;
  • Kapitelsaal und Refektorium;
  • Abtsräume;
  • Wirtschaftsgebäude;
  • einen Kräutergarten.

Besonders bedeutend sind die spätgotischen Räume und die Wandmalereien im Festsaal des Abthauses.

Nach der Aufhebung des Klosters wurden die Gebäude unterschiedlich genutzt. Heute ist die Anlage als Museum zugänglich und vermittelt die Geschichte des Klosters, des mittelalterlichen Alltags und der Reformation.[6]

Stadtkirche St. Johann

Die reformierte Stadtkirche St. Johann war die Kirche des Benediktinerklosters.

Der Bau wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach verändert. Nach der Reformation diente er der reformierten Kirchgemeinde.

Kirche und Kloster bilden am Rheinufer eine städtebauliche Einheit.

Burg Hohenklingen

Die Burg Hohenklingen liegt auf einem Höhenzug rund 200 Meter über der Stadt.

Ihre Ursprünge reichen in das Hochmittelalter zurück. Die Freiherren von Hohenklingen bauten die Anlage zu einem Herrschaftssitz aus.

1457 gelangte die Burg an die Stadt Stein am Rhein. Später wurde sie in das zürcherische Hochwachtennetz einbezogen.

Die weitgehend erhaltene Anlage umfasst Bergfried, Wohnbauten, Mauern, Toranlagen und einen Innenhof. Von der Burg bietet sich ein weiter Blick über die Altstadt, den Untersee, den Rhein und den Hegau.[7]

Museum Lindwurm

Das Museum Lindwurm befindet sich in einem historischen Bürgerhaus in der Understadt.

Die Ausstellung zeigt das Leben einer bürgerlich-landwirtschaftlichen Familie um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Wohnräume, Werkstätten, Stallungen, Vorratsräume und landwirtschaftliche Geräte bilden ein zusammenhängendes historisches Hausensemble.

Das Museum wurde 1993 eröffnet.

Kirche Burg

Die Kirche Burg steht südlich des Rheins auf dem Gelände des spätrömischen Kastells.

Archäologische Untersuchungen wiesen mehrere Vorgängerbauten nach. Zu ihnen gehört eine frühmittelalterliche Holzkirche.

Die heutige Kirche und der umgebende Friedhof bilden einen bedeutenden archäologischen und kulturgeschichtlichen Ort.

Stadttore und Türme

Von der mittelalterlichen Befestigung sind mehrere Tore, Türme und Mauerabschnitte erhalten oder nach Zerstörungen wiederaufgebaut worden.

Zu den bekannten Anlagen gehören das Obertor, das Untertor und der Chretzeturm.

Das Untertor wurde beim Bombenangriff von 1945 schwer beschädigt und später rekonstruiert.

Insel Werd

Die Insel Werd liegt unmittelbar oberhalb des Rheinausflusses und ist über einen Steg vom thurgauischen Ufer erreichbar.

Auf der Insel befindet sich eine dem heiligen Otmar geweihte Kapelle. Otmar soll dort 759 in der Verbannung gestorben sein.

Die Insel gehört politisch nicht zu Stein am Rhein, ist aber eng mit der Geschichte und dem Landschaftsbild der Stadt verbunden.

Ortsbildschutz

Die Altstadt von Stein am Rhein ist ein Ortsbild von nationaler Bedeutung. Zahlreiche Einzelbauten stehen unter kantonalem oder eidgenössischem Schutz.

Der Ortsbildschutz umfasst nicht nur Fassaden und einzelne Baudenkmäler. Er berücksichtigt auch:

  • historische Bauvolumen;
  • Dächer und Dachlandschaften;
  • Gassen und Plätze;
  • die Beziehung zwischen Stadt und Rhein;
  • die ehemaligen Befestigungsanlagen;
  • Rebberge und Waldhänge;
  • Sichtachsen zur Burg Hohenklingen.

1972 erhielt Stein am Rhein als erste Gemeinde den Wakkerpreis. Ausgezeichnet wurden die langfristige Pflege der Altstadt, die Zusammenarbeit zwischen Behörden und Bevölkerung sowie die früh eingeführten Bau- und Schutzbestimmungen.

Die Erhaltung der Altstadt bleibt eine dauerhafte Aufgabe. Moderne Wohnansprüche, Brandschutz, Energieeffizienz, Verkehr und Tourismus müssen mit dem Schutz der historischen Substanz vereinbart werden.

Kultur

Das kulturelle Leben wird von Museen, Vereinen, Kirchen, Musikgruppen und wiederkehrenden Veranstaltungen getragen.

Bekannt ist das Freilichtspiel No e Wili. Es beruht auf einer örtlichen Sage und behandelt die Bedrohung der Stadt durch adlige Gegner im Mittelalter.

Weitere kulturelle Angebote umfassen Konzerte, Ausstellungen, Stadtführungen, Märkte und Veranstaltungen im Bürgerasyl, im Kloster und auf dem Rathausplatz.

Die bemalten Hausfassaden, historischen Wirtshausschilder und Brunnen prägen die öffentliche Wahrnehmung der Stadt ebenso stark wie ihre Museen.

Bildung

Stein am Rhein verfügt über Kindergärten, Primarschule und Oberstufe. Die Schulen dienen teilweise auch Schülerinnen und Schülern aus benachbarten Gemeinden.

Berufs- und Mittelschulen befinden sich unter anderem in Schaffhausen, Frauenfeld und Winterthur.

Die kleine Stadtbibliothek, Museen und kulturellen Einrichtungen ergänzen das Bildungsangebot.

Natur und Freizeit

Rhein, Untersee, Rebberge und Waldgebiete bieten zahlreiche Möglichkeiten zur Erholung.

Beliebte Freizeitaktivitäten sind:

  • Wandern;
  • Velofahren;
  • Schwimmen;
  • Rudern und Kanufahren;
  • Schifffahrten;
  • Fischerei;
  • Spaziergänge entlang des Rheins;
  • Wanderungen zur Burg Hohenklingen.

Die Uferbereiche sind zugleich empfindliche Naturräume. Nutzung, Hochwasserschutz, Schifffahrt und Naturschutz müssen aufeinander abgestimmt werden.

Herausforderungen

Stein am Rhein steht vor mehreren strukturellen Herausforderungen.

Der starke Tourismus führt besonders an Wochenenden und in der Sommersaison zu hohem Verkehrs- und Parkierungsdruck. Gleichzeitig soll die Altstadt ein bewohnter und wirtschaftlich aktiver Ort bleiben.

Weitere Aufgaben sind:

  • die Erhaltung bezahlbaren Wohnraums;
  • die Pflege historischer Gebäude;
  • die Anpassung an den Klimawandel;
  • die Aufwertung der Rhein- und Bahnhofsräume;
  • die Sicherung lokaler Geschäfte und Gaststätten;
  • die Abstimmung mit Nachbargemeinden und Kantonen;
  • die Verbesserung des Fuss- und Veloverkehrs;
  • die Begrenzung störender Auswirkungen des Durchgangsverkehrs.

Die exponierte Lage im oberen Kantonsteil macht eine Zusammenarbeit über Kantons- und Staatsgrenzen hinweg besonders wichtig.

Persönlichkeiten

Mit Stein am Rhein verbunden sind unter anderem:

Siehe auch

Literatur

  • Reinhard Frauenfelder: Die Kunstdenkmäler des Kantons Schaffhausen. Band 2: Der Bezirk Stein am Rhein. Birk. Birkhäuser, Basel 1958.
  • Karl Schib: Geschichte der Stadt Stein am Rhein. Bern 1952.
  • Alfons Raimann, Peter Erni: Die Kunstdenkmäler des Kantons Thurgau. Der Bezirk Steckborn. Bern 2001.
  • Stadt Stein am Rhein: Steiner Heimatblätter. Stein am Rhein.
  • Museum zu Allerheiligen und Kantonale Denkmalpflege Schaffhausen: Stein am Rhein – Geschichte einer Kleinstadt. Schaffhausen.
  • Schweizerischer Kunstführer: Stein am Rhein, Kloster St. Georgen und Burg Hohenklingen. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern.

Einzelnachweise

  1. Stein am Rhein – ein musterhaftes Vorbild. In: Schweizer Heimatschutz. Abgerufen am 2026-07-23.
  2. Geschichte von Stein am Rhein. In: Stadt Stein am Rhein. Abgerufen am 2026-07-23.
  3. Die Bombardierung von Stein am Rhein. In: Steiner Heimatblatt. Abgerufen am 2026-07-23.
  4. Zahlen und Fakten. In: Stadt Stein am Rhein. Abgerufen am 2026-07-23.
  5. Stadtrat. In: Stadt Stein am Rhein. Abgerufen am 2026-07-23.
  6. Stein am Rhein – Kloster. In: Historisches Lexikon der Schweiz. Abgerufen am 2026-07-23.
  7. Hohenklingen. In: Historisches Lexikon der Schweiz. Abgerufen am 2026-07-23.