Albert Einstein: Unterschied zwischen den Versionen

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! style="text-align:left; padding:0.35em;" | Geboren
! style="text-align:left; padding:0.35em;" | Geboren
| style="padding:0.35em;" | 14. März 1879<br />[[Ulm]], Königreich Württemberg, Deutsches Reich
| style="padding:0.35em;" | 14. März 1879 in [[Ulm]]
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! style="text-align:left; padding:0.35em;" | Gestorben
! style="text-align:left; padding:0.35em;" | Gestorben
| style="padding:0.35em;" | 18. April 1955<br />[[Princeton (New Jersey)|Princeton]], New Jersey, Vereinigte Staaten
| style="padding:0.35em;" | 18. April 1955 in [[Princeton (New Jersey)|Princeton]], New Jersey
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! style="text-align:left; padding:0.35em;" | Staatsangehörigkeit
! style="text-align:left; padding:0.35em;" | Beruf
| style="padding:0.35em;" | württembergisch beziehungsweise deutsch bis 1896<br />staatenlos 1896–1901<br />schweizerisch ab 1901<br />amerikanisch ab 1940
| style="padding:0.35em;" | Theoretischer Physiker, Hochschullehrer
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! style="text-align:left; padding:0.35em;" | Heimatort
! style="text-align:left; padding:0.35em;" | Fachgebiet
| style="padding:0.35em;" | [[Zürich]]
| style="padding:0.35em;" | Theoretische Physik
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! style="text-align:left; padding:0.35em;" | Beruf
! style="text-align:left; padding:0.35em;" | Staatsangehörigkeit
| style="padding:0.35em;" | Theoretischer Physiker
| style="padding:0.35em;" | Schweizer seit 1901; zusätzlich deutsch bis 1933 und US-amerikanisch seit 1940
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! style="text-align:left; padding:0.35em;" | Fachgebiete
| style="padding:0.35em;" | Relativitätstheorie, Quantentheorie, statistische Physik, Kosmologie
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! style="text-align:left; padding:0.35em;" | Ausbildung
! style="text-align:left; padding:0.35em;" | Ausbildung
| style="padding:0.35em;" | Kantonsschule Aarau<br />Eidgenössisches Polytechnikum Zürich<br />Universität Zürich
| style="padding:0.35em;" | Kantonsschule Aarau, Eidgenössisches Polytechnikum Zürich
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! style="text-align:left; padding:0.35em;" | Akademischer Grad
! style="text-align:left; padding:0.35em;" | Doktorat
| style="padding:0.35em;" | Dr. phil., Universität Zürich, 1906
| style="padding:0.35em;" | [[Universität Zürich]], 1906
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! style="text-align:left; padding:0.35em;" | Wirkungsstätten
! style="text-align:left; padding:0.35em;" | Wirkungsorte
| style="padding:0.35em;" | Eidgenössisches Amt für geistiges Eigentum<br />Universität Bern<br />Universität Zürich<br />Deutsche Universität Prag<br />ETH Zürich<br />Preussische Akademie der Wissenschaften<br />Institute for Advanced Study
| style="padding:0.35em;" | [[Bern]], [[Zürich]], Prag, Berlin, Princeton
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! style="text-align:left; padding:0.35em;" | Bekannt für
! style="text-align:left; padding:0.35em;" | Bekannt für
| style="padding:0.35em;" | Spezielle und allgemeine Relativitätstheorie<br />Lichtquantenhypothese<br />photoelektrischer Effekt<br />Brownsche Bewegung<br />Masse-Energie-Äquivalenz<br />Bose-Einstein-Statistik
| style="padding:0.35em;" | Spezielle und allgemeine Relativitätstheorie, Lichtquantenhypothese, Erklärung der Brownschen Bewegung, Masse-Energie-Äquivalenz, Bose-Einstein-Statistik
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! style="text-align:left; padding:0.35em;" | Nobelpreis
! style="text-align:left; padding:0.35em;" | Nobelpreis
| style="padding:0.35em;" | Nobelpreis für Physik 1921
| style="padding:0.35em;" | Physik 1921
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! style="text-align:left; padding:0.35em;" | Ehepartnerinnen
! style="text-align:left; padding:0.35em;" | Ehepartnerinnen
| style="padding:0.35em;" | Mileva Marić <small>(1903–1919)</small><br />Elsa Einstein <small>(1919–1936)</small>
| style="padding:0.35em;" | Mileva Marić, Elsa Einstein
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! style="text-align:left; padding:0.35em;" | Kinder
! style="text-align:left; padding:0.35em;" | Kinder
| style="padding:0.35em;" | Lieserl, Hans Albert und Eduard
| style="padding:0.35em;" | Lieserl, Hans Albert und Eduard Einstein
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! style="text-align:left; padding:0.35em;" | Unterschrift
| style="padding:0.35em; text-align:center;" | [[Datei:Albert Einstein signature 1934.svg|160px|Unterschrift Albert Einsteins]]
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'''Albert Einstein''' (* 14. März 1879 in [[Ulm]]; † 18. April 1955 in [[Princeton (New Jersey)|Princeton]]) war ein schweizerisch-amerikanischer theoretischer Physiker deutscher Herkunft. Er gehört zu den bedeutendsten Naturwissenschaftlern der Neuzeit und prägte mit seinen Arbeiten das physikalische Weltbild des 20. Jahrhunderts.
'''Albert Einstein''' (* 14. März 1879 in [[Ulm]], Königreich Württemberg; † 18. April 1955 in [[Princeton (New Jersey)|Princeton]], New Jersey) war ein schweizerisch-deutsch-amerikanischer theoretischer Physiker. Er zählt zu den einflussreichsten Naturwissenschaftlern des 20. Jahrhunderts und prägte mit seinen Arbeiten die moderne Vorstellung von Raum, Zeit, Gravitation, Licht und Materie.


Einstein begründete 1905 die spezielle Relativitätstheorie und formulierte die Äquivalenz von Masse und Energie, die durch die Formel E = mc<sup>2</sup> bekannt wurde. 1915 vollendete er die allgemeine Relativitätstheorie, in der die Gravitation als Folge der Krümmung von Raum und Zeit beschrieben wird. Darüber hinaus lieferte er grundlegende Beiträge zur Quantentheorie, zur statistischen Physik, zur Molekülphysik und zur Kosmologie.
Einstein entwickelte 1905 die spezielle Relativitätstheorie und leitete daraus die Äquivalenz von Masse und Energie ab, die gewöhnlich durch die Formel <math>E=mc^2</math> ausgedrückt wird. Mit seiner Lichtquantenhypothese lieferte er einen grundlegenden Beitrag zur Entstehung der Quantentheorie. Seine Erklärung der Brownschen Bewegung stärkte die physikalischen Belege für die Existenz von Atomen und Molekülen.


Für seine Verdienste um die theoretische Physik und insbesondere für die Entdeckung des Gesetzes des photoelektrischen Effekts erhielt Einstein den Nobelpreis für Physik des Jahres 1921. Der Preis wurde ihm 1922 zugesprochen und später überreicht.<ref name="Nobel">[https://www.nobelprize.org/prizes/physics/1921/einstein/facts/ Nobel Prize: Albert Einstein – Facts], abgerufen am 23. Juli 2026.</ref>
1915 vollendete Einstein die allgemeine Relativitätstheorie. Darin beschrieb er die Gravitation nicht mehr als gewöhnliche Kraft, sondern als Folge der Krümmung von Raum und Zeit durch Materie und Energie. Die Theorie veränderte die Grundlagen der Physik und wurde zu einem zentralen Ausgangspunkt der modernen Kosmologie.


Die Schweiz spielte in Einsteins Leben eine zentrale Rolle. Er besuchte die Kantonsschule in [[Aarau]], studierte am Eidgenössischen Polytechnikum in [[Zürich]], arbeitete am Patentamt in [[Bern]], promovierte an der [[Universität Zürich]] und lehrte an der Universität Zürich sowie an der [[ETH Zürich]]. 1901 wurde er Schweizer Bürger mit Heimatort Zürich. Er behielt das Schweizer Bürgerrecht bis zu seinem Tod.<ref name="HLS">[https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/028814/ Günter Scharf: Einstein, Albert. Historisches Lexikon der Schweiz], abgerufen am 23. Juli 2026.</ref>
Für seine Verdienste um die theoretische Physik, insbesondere für die Entdeckung des Gesetzes des photoelektrischen Effekts, erhielt Einstein den Nobelpreis für Physik des Jahres 1921. Der Preis wurde ihm 1922 zugesprochen und überreicht.<ref name="Nobel">[https://www.nobelprize.org/prizes/physics/1921/einstein/facts/ Nobel Prize: Albert Einstein – Facts], abgerufen am 23. Juli 2026.</ref>


== Leben ==
Einsteins wissenschaftliche und persönliche Entwicklung war eng mit der [[Schweiz]] verbunden. Er besuchte die Kantonsschule in [[Aarau]], studierte am Eidgenössischen Polytechnikum in [[Zürich]], wurde 1901 Schweizer Bürger, arbeitete am Eidgenössischen Amt für geistiges Eigentum in [[Bern]] und lehrte an der [[Universität Zürich]] sowie an der [[ETH Zürich]]. Seine Schweizer Staatsangehörigkeit behielt er bis zu seinem Tod.


=== Herkunft und Kindheit ===
== Herkunft und Familie ==


Albert Einstein wurde am 14. März 1879 in Ulm im Königreich Württemberg geboren. Seine Eltern waren Hermann Einstein und Pauline Einstein, geborene Koch. Die Familie war jüdischer Herkunft, lebte jedoch weitgehend säkular.
Albert Einstein wurde als Sohn von Hermann Einstein und Pauline Einstein, geborene Koch, in Ulm geboren. Die Familie war jüdischer Herkunft, lebte ihre Religion jedoch nur wenig traditionell.


Hermann Einstein war Kaufmann und Unternehmer. Gemeinsam mit seinem Bruder Jakob gründete er Unternehmen der Elektrotechnik. Pauline Einstein war musikalisch gebildet und förderte insbesondere das Violinspiel ihres Sohnes.
Sein Vater und dessen Bruder Jakob Einstein waren als Unternehmer in der elektrotechnischen Industrie tätig. Sie betrieben zunächst in München und später in Italien Unternehmen, die elektrische Anlagen und Gleichstrommaschinen herstellten.


Albert hatte eine jüngere Schwester, Maria, genannt Maja, die 1881 geboren wurde. Zwischen den Geschwistern bestand lebenslang eine enge Beziehung.
Einsteins jüngere Schwester Maria, genannt Maja, wurde 1881 geboren. Zwischen den Geschwistern bestand bis zu Majas Tod 1951 eine enge Beziehung.


Kurz nach Alberts Geburt zog die Familie nach München. Dort betrieben Hermann und Jakob Einstein eine elektrotechnische Firma, die Gleichstromanlagen und elektrische Beleuchtungssysteme herstellte.
1880 zog die Familie von Ulm nach München. Dort gründeten Hermann und Jakob Einstein eine elektrotechnische Firma. Albert wuchs in einem bürgerlichen Umfeld auf, das von technischem Unternehmertum, Musik und einer weitgehend liberalen Weltanschauung geprägt war.


Albert besuchte zunächst eine katholische Volksschule und anschliessend das Luitpold-Gymnasium. Die stark autoritäre Unterrichtsform und der militärische Ton des damaligen deutschen Schulwesens widerstrebten ihm.
== Kindheit und Schulzeit ==


Schon als Kind interessierte er sich für Naturerscheinungen. Ein Kompass, den ihm sein Vater zeigte, hinterliess einen tiefen Eindruck, weil sich die Nadel ohne sichtbaren mechanischen Kontakt bewegte. Im Alter von ungefähr zwölf Jahren beschäftigte er sich selbstständig mit Geometrie, Algebra und naturwissenschaftlicher Literatur.
Einstein besuchte zunächst eine katholische Volksschule und danach das Luitpold-Gymnasium in München. Schon als Kind interessierte er sich stark für mathematische und naturwissenschaftliche Fragen.


Seine spätere Berühmtheit führte zur Legende, Einstein sei ein schlechter Schüler gewesen. Tatsächlich erzielte er besonders in Mathematik und Physik sehr gute Leistungen. Schwierigkeiten hatte er vor allem mit autoritären Lehrmethoden und mit Fächern, die ihn weniger interessierten.
Eine oft wiederholte Behauptung, Einstein sei ein schlechter Schüler gewesen oder in Mathematik durchgefallen, trifft nicht zu. Seine Leistungen in Mathematik und Physik waren ausgezeichnet. Schwierigkeiten hatte er vor allem mit dem autoritären Schulbetrieb und mit Unterrichtsfächern, die stark auf Auswendiglernen ausgerichtet waren.


=== Italien und Staatenlosigkeit ===
Als Jugendlicher beschäftigte er sich selbstständig mit Geometrie, Algebra, Physik und philosophischen Fragen. Ein entscheidendes Erlebnis war nach seinen späteren Erinnerungen die Betrachtung eines Kompasses. Die unsichtbare Kraft, welche die Nadel ausrichtete, weckte sein Interesse an physikalischen Feldern.


Die Firma der Familie geriet in wirtschaftliche Schwierigkeiten. 1894 zogen die Eltern mit Maja zunächst nach Mailand und später nach Pavia. Albert blieb vorerst in München, verliess das Gymnasium jedoch ohne Abschluss und folgte seiner Familie nach Italien.
1894 übersiedelte die Familie wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten nach Italien. Albert blieb zunächst in München, verliess das Gymnasium jedoch ohne Abschluss und folgte seiner Familie nach Mailand und Pavia.


1895 bewarb sich der erst sechzehnjährige Einstein um die Aufnahme am Eidgenössischen Polytechnikum in Zürich, der späteren ETH Zürich. Da er keine anerkannte Matura besass, musste er eine Aufnahmeprüfung ablegen.
Um dem deutschen Militärdienst und den damit verbundenen staatsbürgerlichen Pflichten zu entgehen, beantragte er die Entlassung aus der württembergischen Staatsangehörigkeit. Von 1896 bis 1901 war er staatenlos.


In Mathematik und Physik erzielte er ausgezeichnete Ergebnisse, bestand die Prüfung insgesamt aber nicht, weil seine Leistungen in mehreren sprachlichen und allgemeinbildenden Fächern nicht genügten.
== Ausbildung in der Schweiz ==


Auf Empfehlung des Polytechnikums besuchte er anschliessend die Kantonsschule Aarau, um eine schweizerische Matura zu erwerben.
=== Aufnahmeprüfung am Polytechnikum ===


1896 beantragte Einstein die Entlassung aus der württembergischen Staatsangehörigkeit. Bis zu seiner Einbürgerung in der Schweiz im Jahr 1901 war er staatenlos.
1895 bewarb sich Einstein im Alter von sechzehn Jahren um die Aufnahme am Eidgenössischen Polytechnikum in Zürich, der heutigen [[ETH Zürich]].


=== Schulzeit in Aarau ===
Da er noch keinen anerkannten Mittelschulabschluss besass, musste er eine Aufnahmeprüfung ablegen. In Mathematik und Physik erzielte er sehr gute Ergebnisse. Seine Leistungen in Sprachen, Literatur und weiteren allgemeinbildenden Fächern reichten jedoch nicht für die sofortige Zulassung aus.


In Aarau lebte Einstein bei der Familie des Lehrers Jost Winteler. Die offene und liberale Atmosphäre des Hauses unterschied sich stark von seinen Erfahrungen am Münchner Gymnasium.
Der Direktor des Polytechnikums empfahl ihm, zunächst eine schweizerische Mittelschule zu besuchen und die Maturität abzulegen.


Die Aargauer Kantonsschule legte Wert auf selbstständiges Denken, Anschauungsunterricht und Diskussion. Diese pädagogische Umgebung beeinflusste Einstein nachhaltig.
=== Kantonsschule Aarau ===


Während seiner Zeit in Aarau entwickelte er eines seiner bekanntesten Gedankenexperimente: Er fragte sich, was ein Beobachter wahrnehmen würde, wenn er sich mit der Geschwindigkeit des Lichts neben einer Lichtwelle bewegte. Diese Überlegung wurde später für seine Beschäftigung mit Raum, Zeit und Elektrodynamik bedeutsam.
Einstein trat 1895 in die Kantonsschule Aarau ein. Während seines Aufenthalts wohnte er bei der Familie seines Lehrers Jost Winteler.


1896 bestand Einstein die schweizerische Maturitätsprüfung. Im selben Jahr wurde er am Eidgenössischen Polytechnikum in Zürich aufgenommen.
Der Unterricht in Aarau unterschied sich deutlich vom autoritären Schulmodell, das Einstein in München erlebt hatte. Die Schule förderte selbstständiges Denken, Diskussionen und anschauliche Experimente.


=== Studium am Polytechnikum Zürich ===
In Aarau beschäftigte sich Einstein mit Gedankenexperimenten, die später für seine Relativitätstheorie bedeutsam wurden. Er fragte sich unter anderem, wie eine Lichtwelle erscheinen würde, wenn sich ein Beobachter mit Lichtgeschwindigkeit neben ihr bewegte.


Von Oktober 1896 bis 1900 studierte Einstein am Eidgenössischen Polytechnikum in der Abteilung für Fachlehrer in mathematisch-physikalischer Richtung.<ref name="ETHStudium">[https://ethz.ch/de/news-und-veranstaltungen/eth-news/news/2021/07/vom-maessigen-studenten-zum-nobelpreistraeger.html ETH Zürich: Albert Einstein – vom mässigen Studenten zum Nobelpreisträger], abgerufen am 23. Juli 2026.</ref>
1896 bestand Einstein die schweizerische Maturitätsprüfung. Seine besten Noten erhielt er in Mathematik und Physik.<ref name="ETHZürich">[https://ethz.ch/content/dam/ethz/associates/ethlibrary-dam/documents/Standorteundmedien/Plattformen/EinsteinOnline/flyer_albert-einsteins_zurich.pdf ETH-Bibliothek: Albert Einstein’s Zurich], abgerufen am 23. Juli 2026.</ref>


Zu seinen Mitstudierenden gehörten Marcel Grossmann, Michele Besso und Mileva Marić. Marić stammte aus dem damaligen Österreich-Ungarn und gehörte zu den ersten Frauen, die am Polytechnikum ein naturwissenschaftliches Studium aufnahmen.
=== Studium in Zürich ===


Einstein besuchte Vorlesungen nicht immer regelmässig. Er arbeitete bevorzugt selbstständig und studierte die Schriften von James Clerk Maxwell, Ludwig Boltzmann, Heinrich Hertz, Gustav Kirchhoff und Ernst Mach.
Im Oktober 1896 begann Einstein am Eidgenössischen Polytechnikum das Studium in der Fachlehrerabteilung für Mathematik und Physik.


Die sorgfältigen Vorlesungsnotizen Marcel Grossmanns halfen ihm bei der Vorbereitung auf Prüfungen. Grossmann wurde später zu einem wichtigen mathematischen Mitarbeiter bei der Entwicklung der allgemeinen Relativitätstheorie.
Zu seinen Mitstudierenden gehörten:


Im Jahr 1900 erhielt Einstein das Diplom als Fachlehrer für Mathematik und Physik. Seine Diplomarbeit behandelte die Wärmeleitung.
* Marcel Grossmann;
* Michele Besso;
* Jakob Ehrat;
* Louis Kollros;
* Mileva Marić.


Trotz seines Abschlusses fand er zunächst keine Assistentenstelle am Polytechnikum. Mehrere Professoren lehnten seine Bewerbungen ab. Gründe waren vermutlich sein eigenwilliges Auftreten, Konflikte mit Lehrpersonen und seine geringe Erfahrung in der experimentellen Laborarbeit.
Mileva Marić stammte aus dem damaligen Österreich-Ungarn und war eine der wenigen Frauen, die zu dieser Zeit am Polytechnikum Naturwissenschaften studierten. Zwischen ihr und Einstein entstand eine enge persönliche und intellektuelle Beziehung.


=== Schweizer Bürgerrecht und erste Anstellungen ===
Einstein interessierte sich besonders für theoretische Physik und las eigenständig Arbeiten von James Clerk Maxwell, Ludwig Boltzmann, Gustav Kirchhoff, Hermann von Helmholtz und Heinrich Hertz.


Am 21. Februar 1901 wurde Einstein in das Bürgerrecht der Stadt Zürich aufgenommen. Damit erhielt er gleichzeitig das Bürgerrecht des Kantons Zürich und das Schweizer Bürgerrecht.<ref name="HLS" />
Den regulären Vorlesungsbetrieb besuchte er nicht immer zuverlässig. Er bevorzugte selbstständiges Lernen und nutzte teilweise die sorgfältigen Mitschriften Marcel Grossmanns.


Einstein blieb bis zu seinem Lebensende Schweizer Staatsbürger. Als er 1940 zusätzlich die Staatsbürgerschaft der Vereinigten Staaten annahm, behielt er das Schweizer Bürgerrecht.
Im Jahr 1900 schloss Einstein sein Studium mit dem Fachlehrerdiplom für Mathematik und Physik ab. Trotz seiner starken fachlichen Begabung erhielt er keine Assistentenstelle am Polytechnikum.


Nach dem Studium arbeitete er zeitweise als Aushilfslehrer am Technikum Winterthur und als Lehrer an einer Privatschule in Schaffhausen. Daneben erteilte er Privatunterricht und setzte seine theoretischen Studien fort.
== Schweizer Bürgerrecht ==


1901 veröffentlichte er seinen ersten wissenschaftlichen Aufsatz über Folgerungen aus den Kapillaritätserscheinungen.
Einstein hatte bereits während seines Studiums die Absicht, Schweizer Bürger zu werden. Von seinem geringen Einkommen legte er regelmässig Geld für die Einbürgerungsgebühren zurück.


=== Umzug nach Bern ===
Am 21. Februar 1901 erhielt er das Schweizer Bürgerrecht. Gleichzeitig wurde er Bürger der Stadt Zürich.<ref name="ETHZürich" />


1902 zog Einstein nach Bern. Zunächst verdiente er seinen Lebensunterhalt mit Privatunterricht. In Zeitungsanzeigen bot er Unterricht in Mathematik und Physik an.
Die Schweizer Staatsangehörigkeit blieb ein dauerhafter Bestandteil seiner Identität. Auch als er später erneut eine deutsche und danach die US-amerikanische Staatsangehörigkeit besass, behielt er den Schweizer Pass.


Durch die Vermittlung seines Studienfreundes Marcel Grossmann und dessen Vater erhielt Einstein eine Stelle am Eidgenössischen Amt für geistiges Eigentum, das umgangssprachlich als Patentamt bezeichnet wurde.
Bei der militärischen Musterung wurde Einstein aus gesundheitlichen Gründen für dienstuntauglich erklärt.


Am 23. Juni 1902 trat er die Stelle als technischer Experte dritter Klasse an. Seine Aufgabe bestand darin, Patentanmeldungen zu prüfen und technische Erfindungen verständlich, logisch und rechtlich eindeutig zu beurteilen.<ref name="Patentamt">[https://www.ige.ch/de/ueber-uns/geschichte-des-ige/einstein/einstein-am-patentamt Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum: Einstein am Patentamt], abgerufen am 23. Juli 2026.</ref>
== Erste Berufsjahre ==


Die Arbeit betraf unter anderem elektrische Apparate, Messgeräte, Schreibmaschinen und Systeme zur Zeitübertragung. Die Beschäftigung mit der Synchronisierung von Uhren und mit elektrotechnischen Problemen dürfte Einsteins Denken über Zeitmessung und Gleichzeitigkeit zusätzlich angeregt haben.
Nach dem Studienabschluss fand Einstein zunächst keine dauerhafte wissenschaftliche Stelle.


Einstein arbeitete bis 1909 am Patentamt. 1906 wurde er zum technischen Experten zweiter Klasse befördert.
Er arbeitete zeitweise als Aushilfslehrer in Winterthur und Schaffhausen. Daneben gab er Privatunterricht und bereitete wissenschaftliche Veröffentlichungen vor.
 
Ende 1901 bewarb er sich auf Empfehlung der Familie seines Studienfreunds Marcel Grossmann um eine Stelle beim Eidgenössischen Amt für geistiges Eigentum in Bern.
 
Im Juni 1902 erhielt er die Anstellung als technischer Experte dritter Klasse. Seine Aufgabe bestand darin, Patentanmeldungen insbesondere für elektrotechnische und mechanische Erfindungen auf Neuheit, Funktionsweise und ausreichende Beschreibung zu prüfen.<ref name="Patentamt">[https://www.ige.ch/de/ueber-uns/die-geschichte-des-ige/einstein/einstein-beim-amt Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum: Einstein beim Amt], abgerufen am 23. Juli 2026.</ref>
 
== Jahre in Bern ==
 
=== Leben am Patentamt ===
 
Einstein arbeitete von 1902 bis 1909 am Eidgenössischen Amt für geistiges Eigentum.
 
Die Tätigkeit verlangte, technische Ideen rasch auf ihre wesentlichen Prinzipien zu reduzieren. Diese Art des abstrakten Denkens entsprach Einsteins wissenschaftlicher Arbeitsweise.
 
Seine Vorgesetzten bewerteten ihn als zuverlässigen und fachlich begabten Mitarbeiter. 1906 wurde er zum technischen Experten zweiter Klasse befördert.
 
Die reguläre Anstellung gab Einstein wirtschaftliche Sicherheit und liess ihm ausserhalb der Arbeitszeit genügend Raum für theoretische Forschungen.
 
Das Patentamt befand sich damals an der Ecke Speichergasse und Genfergasse in Bern. Einstein arbeitete dort an einem Stehpult und prüfte unter anderem Erfindungen zur elektrischen Signalübertragung, Zeitmessung und Synchronisierung.<ref name="Patentamt" />


=== Akademie Olympia ===
=== Akademie Olympia ===


In Bern traf sich Einstein regelmässig mit Maurice Solovine und Conrad Habicht zu gemeinsamen Lektüren und Diskussionen.
In Bern gründete Einstein mit seinen Freunden Maurice Solovine und Conrad Habicht einen informellen Gesprächskreis, den sie scherzhaft '''Akademie Olympia''' nannten.
 
Die Mitglieder trafen sich regelmässig, lasen wissenschaftliche und philosophische Werke und diskutierten über Physik, Erkenntnistheorie, Literatur und Gesellschaft.


Die Freunde gaben ihrem informellen Kreis scherzhaft den Namen '''Akademie Olympia'''. Gelegentlich nahm auch Michele Besso an den Gesprächen teil.
Zu den behandelten Autoren gehörten:


Gelesen und diskutiert wurden Werke von David Hume, Baruch de Spinoza, Ernst Mach, Henri Poincaré, Miguel de Cervantes und weiteren Philosophen, Naturwissenschaftlern und Schriftstellern.
* David Hume;
* Ernst Mach;
* Henri Poincaré;
* Baruch de Spinoza;
* Miguel de Cervantes;
* Sophokles.


Die Akademie Olympia war keine formelle wissenschaftliche Gesellschaft. Sie bot Einstein jedoch einen lebendigen intellektuellen Austausch ausserhalb der etablierten Hochschulen.
Die Gespräche der Akademie Olympia waren für Einsteins geistige Entwicklung wichtig. Solovine und Habicht blieben ihm auch nach dem Ende der Berner Jahre freundschaftlich verbunden.


=== Ehe mit Mileva Marić ===
=== Ehe mit Mileva Marić ===


Einstein und Mileva Marić hatten sich während des Studiums kennengelernt. Aus ihrer Beziehung ging 1902 eine Tochter hervor, die in den erhaltenen Briefen als Lieserl bezeichnet wird.
Albert Einstein und Mileva Marić heirateten am 6. Januar 1903 in Bern.
 
Bereits 1902 war ihre Tochter Lieserl geboren worden. Über ihr weiteres Leben liegen nur wenige gesicherte Informationen vor. Es ist nicht geklärt, ob sie früh starb oder zur Adoption freigegeben wurde.


Über das weitere Schicksal des Kindes ist nichts Sicheres bekannt. Wahrscheinlich blieb es bei der Familie Marić, wurde zur Adoption freigegeben oder starb im frühen Kindesalter. Albert Einstein hat Lieserl möglicherweise nie persönlich gesehen.
1904 kam der Sohn Hans Albert Einstein zur Welt. Er wurde später ein bedeutender Ingenieur und Professor für Wasserbau an der University of California in Berkeley.


Am 6. Januar 1903 heirateten Einstein und Marić in Bern. Am 14. Mai 1904 wurde ihr Sohn Hans Albert geboren. Der zweite Sohn Eduard kam am 28. Juli 1910 in Zürich zur Welt.
Der zweite Sohn, Eduard Einstein, wurde 1910 in Zürich geboren. Er studierte Medizin, erkrankte jedoch als junger Erwachsener schwer und verbrachte einen erheblichen Teil seines späteren Lebens in psychiatrischer Behandlung.


Hans Albert Einstein studierte später an der ETH Zürich Bauingenieurwesen und wurde ein anerkannter Fachmann für Sedimenttransport und Flussbau. Eduard begann ein Medizinstudium an der Universität Zürich, erkrankte jedoch schwer und verbrachte einen grossen Teil seines späteren Lebens in psychiatrischer Behandlung.
Von 1903 bis 1905 lebte die Familie an der Kramgasse 49 in der Berner Altstadt. In der damaligen Wohnung befindet sich heute das Einstein-Haus Bern.<ref name="EinsteinBern">[https://www.einstein-bern.ch/einstein-and-bern/ Einstein-Haus Bern: Einstein und Bern], abgerufen am 23. Juli 2026.</ref>


== Das Wunderjahr 1905 ==
== Das Wunderjahr 1905 ==


Das Jahr 1905 wird als Einsteins '''Annus mirabilis''' oder Wunderjahr bezeichnet. Während er weiterhin am Berner Patentamt arbeitete, veröffentlichte er innerhalb weniger Monate mehrere Arbeiten, welche die Grundlagen der modernen Physik veränderten.<ref name="UZHNobel">[https://www.uzh.ch/de/researchinnovation/excellence/nobelprize/einstein.html Universität Zürich: Albert Einstein – Nobelpreis für Physik 1921], abgerufen am 23. Juli 2026.</ref>
Das Jahr 1905 wird als Einsteins '''Annus mirabilis''' oder Wunderjahr bezeichnet.
 
Während er weiterhin vollzeitlich am Patentamt arbeitete, veröffentlichte er innerhalb weniger Monate mehrere Arbeiten, welche die Grundlagen der modernen Physik veränderten.
 
{| class="wikitable"
|+ Einsteins wichtigste Arbeiten des Jahres 1905
! Thema
! Deutscher Titel
! Bedeutung
|-
| Lichtquanten
| ''Über einen die Erzeugung und Verwandlung des Lichtes betreffenden heuristischen Gesichtspunkt''
| Erklärung des photoelektrischen Effekts und grundlegender Beitrag zur Quantentheorie
|-
| Brownsche Bewegung
| ''Über die von der molekularkinetischen Theorie der Wärme geforderte Bewegung von in ruhenden Flüssigkeiten suspendierten Teilchen''
| Physikalische Bestätigung der atomistischen Materietheorie
|-
| Spezielle Relativitätstheorie
| ''Zur Elektrodynamik bewegter Körper''
| Neue Theorie von Raum, Zeit und Bewegung
|-
| Masse und Energie
| ''Ist die Trägheit eines Körpers von seinem Energieinhalt abhängig?''
| Herleitung der Masse-Energie-Äquivalenz
|-
| Dissertation
| ''Eine neue Bestimmung der Moleküldimensionen''
| Verfahren zur Bestimmung molekularer Grössen
|}


=== Lichtquantenhypothese ===
=== Lichtquantenhypothese ===


In der Arbeit ''Über einen die Erzeugung und Verwandlung des Lichtes betreffenden heuristischen Gesichtspunkt'' schlug Einstein vor, dass Licht bei bestimmten Vorgängen nicht nur als kontinuierliche Welle, sondern als aus einzelnen Energiepaketen bestehend betrachtet werden müsse.
Max Planck hatte 1900 angenommen, dass Materie Energie nur in bestimmten Portionen aufnehmen oder abgeben könne.
 
Einstein ging 1905 einen entscheidenden Schritt weiter. Er schlug vor, dass sich auch Licht unter bestimmten Umständen so verhalte, als bestehe es aus einzelnen Energiequanten.
 
Die Energie eines solchen Lichtquants ist proportional zur Frequenz des Lichts:


Die Energie eines solchen Lichtquants hängt von der Frequenz des Lichts ab. Einstein übertrug damit Max Plancks Quantenhypothese auf das Licht selbst.
:<math>E=h\nu</math>


Mit dieser Vorstellung erklärte er den photoelektrischen Effekt. Dabei werden Elektronen aus einem Material gelöst, wenn Licht mit ausreichend hoher Frequenz auf dessen Oberfläche trifft.
Dabei bezeichnet <math>h</math> das Plancksche Wirkungsquantum und <math>\nu</math> die Frequenz.


Die Intensität des Lichts bestimmt vor allem die Zahl der ausgelösten Elektronen. Ihre maximale Energie hängt dagegen von der Frequenz des einfallenden Lichts ab.
Mit dieser Annahme erklärte Einstein den photoelektrischen Effekt. Trifft Licht auf bestimmte Metalloberflächen, können Elektronen herausgelöst werden. Entscheidend ist dabei nicht allein die Intensität, sondern vor allem die Frequenz des Lichts.


Die Lichtquantenhypothese war ein grundlegender Schritt zur modernen Quantentheorie. Für diese Arbeit und nicht unmittelbar für die Relativitätstheorie erhielt Einstein später den Nobelpreis.
Diese Arbeit wurde zum Ausgangspunkt des späteren Photonenbegriffs und war der wichtigste konkrete Grund für die Verleihung des Nobelpreises.<ref name="Nobel" />


=== Brownsche Bewegung ===
=== Brownsche Bewegung ===


In einer weiteren Arbeit erklärte Einstein die unregelmässige Bewegung kleiner Teilchen in Flüssigkeiten als Folge ständiger Zusammenstösse mit unsichtbaren Molekülen.
Unter der Brownschen Bewegung versteht man die unregelmässige Bewegung sehr kleiner Teilchen in Flüssigkeiten oder Gasen.


Die nach dem Botaniker Robert Brown benannte Brownsche Bewegung lieferte einen messbaren Nachweis für die molekulare Struktur der Materie.
Einstein zeigte mathematisch, dass diese Bewegung durch zufällige Zusammenstösse mit unsichtbaren Molekülen erklärt werden kann.


Einsteins mathematische Vorhersagen wurden später unter anderem durch Jean Perrin experimentell bestätigt. Damit wurde die bis dahin noch umstrittene Realität von Atomen und Molekülen überzeugend gestützt.
Seine Theorie ermöglichte es, aus beobachtbaren Bewegungen die Grösse von Molekülen und die Avogadro-Konstante zu bestimmen.
 
Die späteren experimentellen Bestätigungen durch Jean Perrin lieferten überzeugende Belege dafür, dass Atome und Moleküle reale physikalische Einheiten sind. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war ihre tatsächliche Existenz unter einigen Wissenschaftlern noch umstritten.


=== Spezielle Relativitätstheorie ===
=== Spezielle Relativitätstheorie ===


In der Arbeit ''Zur Elektrodynamik bewegter Körper'' entwickelte Einstein die spezielle Relativitätstheorie.
Die spezielle Relativitätstheorie beruht auf zwei Grundannahmen:
 
* Die Gesetze der Physik besitzen in allen gleichförmig bewegten Bezugssystemen dieselbe Form.
* Die Lichtgeschwindigkeit im Vakuum ist für alle gleichförmig bewegten Beobachter gleich.
 
Aus diesen Prinzipien ergeben sich weitreichende Konsequenzen.
 
Zeitabstände und Längen sind nicht für alle Beobachter identisch. Bewegte Uhren erscheinen langsamer, bewegte Gegenstände in Bewegungsrichtung verkürzt. Ereignisse, die für einen Beobachter gleichzeitig stattfinden, müssen für einen anderen Beobachter nicht gleichzeitig sein.
 
Raum und Zeit bilden somit keine voneinander unabhängigen, absolut feststehenden Grössen. Hermann Minkowski fasste diese Erkenntnis später im Begriff der vierdimensionalen Raumzeit zusammen.


Sie beruht auf zwei Grundannahmen:
=== Masse-Energie-Äquivalenz ===


# Die Gesetze der Physik gelten in allen gleichförmig bewegten Bezugssystemen in derselben Form.
In einer kurzen Ergänzung zur speziellen Relativitätstheorie zeigte Einstein, dass Masse und Energie zwei Erscheinungsformen derselben physikalischen Grösse sind.
# Die Lichtgeschwindigkeit im Vakuum besitzt für alle gleichförmig bewegten Beobachter denselben Wert.


Daraus folgen Ergebnisse, die der Alltagserfahrung widersprechen können. Zeitabstände und Längen sind nicht für alle Beobachter gleich, sondern hängen vom Bewegungszustand ab.
Die Beziehung wird in ihrer bekanntesten Form geschrieben als:


Zwei Ereignisse, die für einen Beobachter gleichzeitig stattfinden, müssen für einen anders bewegten Beobachter nicht gleichzeitig sein. Bewegte Uhren erscheinen langsamer, und bewegte Körper werden in Bewegungsrichtung verkürzt gemessen.
:<math>E=mc^2</math>


Raum und Zeit sind daher nicht voneinander unabhängige absolute Grössen. Sie bilden gemeinsam die vierdimensionale Raumzeit.
Dabei bezeichnet <math>E</math> die Energie, <math>m</math> die Masse und <math>c</math> die Lichtgeschwindigkeit.


=== Masse und Energie ===
Da die Lichtgeschwindigkeit sehr gross ist, entspricht bereits eine geringe Masse einer ausserordentlich grossen Energiemenge.


Im kurzen Aufsatz ''Ist die Trägheit eines Körpers von seinem Energieinhalt abhängig?'' zeigte Einstein, dass Masse und Energie äquivalent sind.
Die Formel bildet eine Grundlage für das Verständnis von Kernreaktionen, Sternenenergie und Teilchenphysik. Sie bedeutet jedoch nicht, dass Einstein die Atombombe erfunden hätte. An deren technischer Entwicklung war er nicht beteiligt.


Die später berühmt gewordene Beziehung lautet:
== Doktorat an der Universität Zürich ==


:E = mc<sup>2</sup>
Einstein reichte seine Dissertation ''Eine neue Bestimmung der Moleküldimensionen'' 1905 an der Universität Zürich ein.


Dabei bezeichnet E die Energie, m die Masse und c die Lichtgeschwindigkeit.
Das Eidgenössische Polytechnikum besass damals noch kein eigenes Promotionsrecht. Deshalb musste die Arbeit bei der Universität Zürich eingereicht werden.


Schon eine kleine Masse entspricht wegen des sehr grossen Werts von c<sup>2</sup> einer erheblichen Energiemenge. Die Formel bildet eine Grundlage für das Verständnis von Kernreaktionen, Teilchenphysik und der Energieerzeugung in Sternen.
Am 15. Januar 1906 wurde Einstein der Doktortitel verliehen.<ref name="UZH">[https://www.uzh.ch/de/researchinnovation/excellence/nobelprize/einstein/doctorate Universität Zürich: Einsteins Dissertation], abgerufen am 23. Juli 2026.</ref>


Sie bedeutet jedoch nicht, dass Einstein die Atombombe erfunden habe. Die Entwicklung von Kernwaffen beruhte auf späteren Entdeckungen der Kernphysik und auf umfangreicher experimenteller und technischer Arbeit.
Die Dissertation entwickelte ein Verfahren zur Berechnung molekularer Dimensionen aus den Eigenschaften von Zuckerlösungen. Sie wurde zu einer seiner am häufigsten praktisch verwendeten wissenschaftlichen Arbeiten.


=== Dissertation ===
Einsteins Doktoratsurkunde gelangte nach mehreren Besitzerwechseln ins Ausland und kehrte im 21. Jahrhundert an die Universität Zürich zurück.


1905 reichte Einstein an der Universität Zürich die Dissertation ''Eine neue Bestimmung der Moleküldimensionen'' ein.
== Beginn der akademischen Laufbahn ==


Darin entwickelte er eine Methode zur Berechnung der Grösse von Molekülen und der Avogadro-Konstante aus messbaren Eigenschaften von Flüssigkeiten.
1908 habilitierte sich Einstein an der Universität Bern. Danach lehrte er dort als Privatdozent.


Am 15. Januar 1906 verlieh ihm die Universität Zürich den Doktortitel. Die Dissertation wurde später zu einer seiner meistzitierten Arbeiten.<ref name="Doktorat">[https://www.uzh.ch/de/researchinnovation/excellence/nobelprize/einstein/doctorate.html Universität Zürich: Einsteins Dissertation], abgerufen am 23. Juli 2026.</ref>
Die Vorlesungen waren zunächst nur schwach besucht. Ein Teil seiner Lehrveranstaltungen fand vor wenigen Studenten statt.


== Akademische Laufbahn in der Schweiz ==
1909 erhielt Einstein seine erste ordentliche akademische Stellung als ausserordentlicher Professor für theoretische Physik an der Universität Zürich. Im Herbst desselben Jahres verliess er das Patentamt.<ref name="Patentamt" />


=== Universität Bern ===
Von 1909 bis 1911 forschte und lehrte er im damaligen Physikgebäude der Universität Zürich an der Rämistrasse 69.<ref name="UZH" />


Einsteins erster Versuch, sich 1907 an der Universität Bern zu habilitieren, scheiterte an formalen Anforderungen.
1911 nahm Einstein eine Professur an der Deutschen Universität in Prag an. Bereits 1912 kehrte er nach Zürich zurück und wurde Professor für theoretische Physik am Eidgenössischen Polytechnikum.


1908 wurde seine Habilitation angenommen. Er erhielt die Lehrberechtigung und hielt als Privatdozent Vorlesungen über Strahlungstheorie und theoretische Physik.
An seiner früheren Hochschule arbeitete er eng mit Marcel Grossmann zusammen. Grossmann machte Einstein mit dem Tensorenkalkül von Gregorio Ricci-Curbastro und Tullio Levi-Civita vertraut. Diese mathematischen Methoden wurden für die Entwicklung der allgemeinen Relativitätstheorie entscheidend.


Anfangs nahmen nur wenige Studierende an seinen Veranstaltungen teil. Einstein arbeitete weiterhin hauptberuflich am Patentamt.
== Berlin und allgemeine Relativitätstheorie ==


=== Universität Zürich ===
1914 wechselte Einstein nach Berlin.


1909 wurde Einstein zum ausserordentlichen Professor für theoretische Physik an der Universität Zürich ernannt. Es war seine erste reguläre Professur.<ref name="UZHUrkunde">[https://www.news.uzh.ch/de/articles/media/2022/Einstein.html Universität Zürich: Albert Einsteins Doktoratsurkunde ist zurück an der UZH], abgerufen am 23. Juli 2026.</ref>
Er wurde Mitglied der Preussischen Akademie der Wissenschaften, Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Physik und Professor ohne reguläre Lehrverpflichtung an der Universität Berlin.


Mit dem Wechsel an die Universität endete seine Tätigkeit am Berner Patentamt.
Mileva und die beiden Söhne folgten ihm zunächst, kehrten jedoch bald nach Zürich zurück. Die Ehe war bereits schwer belastet und zerbrach endgültig.


In Zürich beschäftigte sich Einstein unter anderem mit statistischer Physik, Strahlung, Quantentheorie und den Grundlagen der Gravitation.
=== Weg zur neuen Gravitationstheorie ===


Seine Vorlesungen galten als anschaulich und lebendig. Gleichzeitig wuchs sein Ansehen in der internationalen Fachwelt rasch.
Die spezielle Relativitätstheorie galt nur für gleichförmig bewegte Bezugssysteme und berücksichtigte die Gravitation nicht.


=== Prag ===
Einstein suchte deshalb nach einer umfassenderen Theorie, welche auch beschleunigte Bewegungen und Schwerkraft einbeziehen konnte.


1911 nahm Einstein eine ordentliche Professur an der Deutschen Universität Prag an.
Sein Ausgangspunkt war das Äquivalenzprinzip. Demnach sind die Wirkungen eines gleichförmig beschleunigten Bezugssystems lokal nicht von den Wirkungen eines Gravitationsfeldes zu unterscheiden.


In Prag arbeitete er an einer Theorie der Gravitation und untersuchte die Ablenkung von Licht durch schwere Körper.
Nach jahrelanger Arbeit legte Einstein im November 1915 die endgültigen Feldgleichungen der allgemeinen Relativitätstheorie vor.


Er nahm ausserdem an der ersten Solvay-Konferenz in Brüssel teil, auf der führende Physiker über die entstehende Quantentheorie diskutierten.
In moderner Schreibweise können sie mit kosmologischer Konstante als


=== Rückkehr an die ETH Zürich ===
:<math>G_{\mu\nu}+\Lambda g_{\mu\nu}=\frac{8\pi G}{c^4}T_{\mu\nu}</math>


1912 wurde Einstein als Professor für theoretische Physik an die ETH Zürich berufen. Er trat die Stelle am 1. Oktober 1912 an.<ref name="ETHProfessor">[https://library.ethz.ch/standorte-und-medien/plattformen/einstein-online/professor-an-der-eth-zuerich-1912-1914.html ETH-Bibliothek: Professor an der ETH Zürich 1912–1914], abgerufen am 23. Juli 2026.</ref>
dargestellt werden.


In Zürich arbeitete er eng mit seinem früheren Studienkollegen Marcel Grossmann zusammen. Grossmann machte ihn mit der Tensorrechnung und der Differentialgeometrie vertraut.
Die linke Seite beschreibt die Geometrie der Raumzeit, die rechte Seite die Verteilung von Materie und Energie.


Diese mathematischen Methoden waren entscheidend für die Beschreibung einer gekrümmten Raumzeit. Einstein und Grossmann veröffentlichten 1913 gemeinsam einen Entwurf einer verallgemeinerten Relativitäts- und Gravitationstheorie.
=== Raumzeit und Gravitation ===


Die Zürcher Arbeiten enthielten bereits wesentliche Bausteine der späteren allgemeinen Relativitätstheorie, auch wenn die endgültigen Feldgleichungen noch nicht gefunden waren.
Nach der allgemeinen Relativitätstheorie krümmen Masse und Energie die Raumzeit. Frei bewegte Körper und Lichtstrahlen folgen den durch diese Geometrie bestimmten Bahnen.


== Berliner Jahre ==
Die Theorie erklärte unter anderem eine zuvor nicht vollständig verstandene Abweichung in der Bewegung des Planeten Merkur.


=== Berufung nach Berlin ===
Einstein sagte weitere Effekte voraus:
 
* Ablenkung von Licht im Gravitationsfeld;
* gravitative Zeitdilatation;
* gravitative Rotverschiebung;
* Gravitationswellen;
* Veränderung von Umlaufbahnen durch Raumzeitkrümmung.
 
Diese Vorhersagen wurden im Laufe des 20. und 21. Jahrhunderts durch zahlreiche Beobachtungen und Experimente bestätigt.
 
=== Sonnenfinsternis von 1919 ===


1914 wechselte Einstein nach Berlin. Er wurde Mitglied der Preussischen Akademie der Wissenschaften, erhielt eine Professur ohne regelmässige Lehrverpflichtung und wurde später Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Physik.
Während einer totalen Sonnenfinsternis am 29. Mai 1919 untersuchten britische Expeditionen unter der Leitung von Arthur Eddington und Frank Dyson die scheinbare Position von Sternen nahe der Sonne.


Die günstigen Arbeitsbedingungen ermöglichten ihm, sich weitgehend auf die Forschung zu konzentrieren.
Die Ergebnisse wurden als Bestätigung der von Einstein vorhergesagten Lichtablenkung veröffentlicht.


Mileva Einstein und die beiden Söhne zogen zunächst ebenfalls nach Berlin. Die Ehe war jedoch bereits schwer belastet. Mileva kehrte 1914 mit Hans Albert und Eduard nach Zürich zurück.
Die internationale Presse machte Einstein daraufhin innerhalb weniger Tage weltberühmt. Er wurde zur öffentlichen Symbolfigur einer wissenschaftlichen Revolution.


=== Erster Weltkrieg ===
Die Messungen von 1919 waren weniger genau, als zeitgenössische Berichte teilweise vermuten liessen. Spätere Beobachtungen bestätigten den Effekt jedoch mit wesentlich höherer Präzision.


Zu Beginn des Ersten Weltkriegs unterzeichneten zahlreiche deutsche Wissenschaftler das nationalistische Manifest der 93.
== Ehe mit Elsa Einstein ==


Einstein verweigerte seine Unterstützung. Stattdessen beteiligte er sich an einem Gegenaufruf für europäische Verständigung und eine friedliche Zusammenarbeit der Völker.
Die Ehe von Albert und Mileva Einstein wurde 1919 geschieden.


Seine pazifistische Haltung brachte ihn in Gegensatz zu vielen deutschen Kollegen. Während des Kriegs setzte er sich für internationale Kontakte und politische Verständigung ein.
Im Scheidungsvertrag verpflichtete sich Einstein, ein mögliches künftiges Nobelpreisgeld an Mileva zu übertragen. Nach der Preisverleihung erhielt sie das Geld und verwendete es unter anderem für den Erwerb von Immobilien in Zürich.


=== Allgemeine Relativitätstheorie ===
Noch im Jahr 1919 heiratete Einstein seine Cousine Elsa Löwenthal, geborene Einstein.


Im November 1915 legte Einstein der Preussischen Akademie der Wissenschaften in mehreren Mitteilungen die endgültige Form der allgemeinen Relativitätstheorie vor.
Elsa begleitete ihn auf zahlreichen Reisen und schützte ihn zunehmend vor der grossen Zahl von Besuchern, Briefen und öffentlichen Verpflichtungen.


Die Theorie erweitert die spezielle Relativitätstheorie auf beschleunigte Bewegungen und beschreibt die Gravitation nicht als gewöhnliche Kraft.
Sie starb 1936 in Princeton.


Materie und Energie verändern die Geometrie der Raumzeit. Körper und Licht bewegen sich in dieser gekrümmten Raumzeit auf den ihnen möglichen Bahnen.
== Nobelpreis für Physik ==


Die Theorie erklärte die bis dahin rätselhafte zusätzliche Drehung der Bahn des Planeten Merkur. Sie sagte ausserdem voraus:
Einstein wurde bereits ab 1910 mehrfach für den Nobelpreis vorgeschlagen.


* die Ablenkung von Licht im Gravitationsfeld;
Die Relativitätstheorie war im Nobelkomitee lange umstritten. Einigen Mitgliedern erschien ihre experimentelle Bestätigung noch nicht ausreichend.
* eine gravitationsbedingte Verschiebung von Lichtfrequenzen;
* eine unterschiedliche Geschwindigkeit von Uhren in verschiedenen Gravitationsfeldern;
* die Existenz von Gravitationswellen;
* die Möglichkeit stark gekrümmter Raumzeitstrukturen.


Die allgemeine Relativitätstheorie wurde zur Grundlage der modernen Astrophysik und Kosmologie.
1922 entschied die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften, Einstein den zurückbehaltenen Nobelpreis für Physik des Jahres 1921 zu verleihen.


=== Sonnenfinsternis von 1919 ===
Die offizielle Begründung lautete, der Preis werde für seine Verdienste um die theoretische Physik und insbesondere für die Entdeckung des Gesetzes des photoelektrischen Effekts vergeben.<ref name="Nobel" />


Während der totalen Sonnenfinsternis vom 29. Mai 1919 untersuchten britische Expeditionen unter der Leitung von Arthur Eddington und Frank Dyson die scheinbare Position von Sternen nahe der Sonne.
Einstein befand sich zum Zeitpunkt der Preiszeremonie auf einer Reise in Ostasien und nahm nicht persönlich teil. Seine Nobelvorlesung hielt er 1923 in Göteborg. Dabei sprach er hauptsächlich über die Relativitätstheorie und nicht über den photoelektrischen Effekt.


Die Messungen wurden als Bestätigung der von Einstein vorhergesagten Lichtablenkung interpretiert. Die Genauigkeit der damaligen Daten wurde später ausführlich diskutiert, doch die Ergebnisse stimmten grundsätzlich mit der allgemeinen Relativitätstheorie überein.
== Weitere wissenschaftliche Arbeiten ==


Internationale Zeitungen berichteten über eine wissenschaftliche Revolution. Einstein wurde nahezu über Nacht zu einer weltbekannten Persönlichkeit.<ref>[https://www.amnh.org/explore/ology/ology-cards/176-general-theory-of-relativity American Museum of Natural History: General Theory of Relativity], abgerufen am 23. Juli 2026.</ref>
=== Quantentheorie ===


== Scheidung und zweite Ehe ==
Obwohl Einstein zu den Mitbegründern der Quantentheorie gehörte, lehnte er ihre später verbreitete rein wahrscheinlichkeitstheoretische Deutung ab.


Die Ehe von Albert und Mileva Einstein wurde 1919 geschieden.
Zu seinen wichtigen Beiträgen gehören:


In der Scheidungsvereinbarung verpflichtete sich Einstein, das Geld eines möglichen zukünftigen Nobelpreises Mileva zu überlassen. Nach der Verleihung des Preises wurde das Kapital entsprechend übertragen und hauptsächlich für den Erwerb von Immobilien in Zürich verwendet.
* Einführung der Lichtquantenhypothese;
* Theorie der spezifischen Wärme fester Körper;
* Beschreibung spontaner und stimulierter Emission;
* Grundlagen des Laserprinzips;
* Bose-Einstein-Statistik;
* Vorhersage des Bose-Einstein-Kondensats;
* Untersuchungen zum Welle-Teilchen-Dualismus.


Im Juni 1919 heiratete Einstein seine Cousine Elsa Löwenthal, geborene Einstein. Sie brachte die Töchter Ilse und Margot aus ihrer ersten Ehe mit.
1916 und 1917 entwickelte Einstein eine Theorie der Wechselwirkung zwischen Strahlung und Materie. Dabei führte er die Begriffe der spontanen und stimulierten Emission ein. Die stimulierte Emission bildet die physikalische Grundlage des Lasers.


Elsa begleitete Einstein auf zahlreichen Reisen und übernahm einen grossen Teil der Organisation seines öffentlichen und privaten Lebens. Sie starb 1936 in Princeton.
=== Bose-Einstein-Statistik ===


== Nobelpreis und internationale Berühmtheit ==
1924 sandte der indische Physiker Satyendranath Bose Einstein eine Arbeit über die statistische Behandlung von Lichtquanten.


Der Nobelpreis für Physik des Jahres 1921 wurde Einstein «für seine Verdienste um die theoretische Physik, besonders für seine Entdeckung des Gesetzes des photoelektrischen Effekts» verliehen.<ref name="Nobel" />
Einstein erkannte die Bedeutung des Ansatzes, übersetzte die Arbeit ins Deutsche und sorgte für ihre Veröffentlichung.


Die Relativitätstheorie wurde in der Preisbegründung nicht ausdrücklich genannt. Ein Grund war, dass Teile des Nobelkomitees die Theorie noch nicht als ausreichend experimentell abgesichert betrachteten.
Er übertrug Boses Methode anschliessend auf Teilchen mit ganzzahligem Spin. Die daraus entstandene Bose-Einstein-Statistik beschreibt eine Klasse von Teilchen, die heute Bosonen genannt werden.


Die Entscheidung wurde erst 1922 bekannt gegeben. Einstein hielt sich zu diesem Zeitpunkt auf einer Reise in Japan auf und nahm nicht an der Preiszeremonie teil.
Einstein sagte voraus, dass sich bei sehr tiefen Temperaturen viele solcher Teilchen im gleichen Quantenzustand sammeln können. Dieses Bose-Einstein-Kondensat wurde 1995 erstmals experimentell in verdünnten atomaren Gasen erzeugt.


Seine Nobelvorlesung hielt er 1923 in Göteborg. Dabei sprach er entgegen der engeren Preisbegründung hauptsächlich über die Relativitätstheorie.<ref>[https://www.nobelprize.org/prizes/physics/1921/einstein/lecture/ Nobel Prize: Albert Einstein – Nobel Lecture], abgerufen am 23. Juli 2026.</ref>
=== Debatte mit Niels Bohr ===


In den 1920er-Jahren reiste Einstein durch Europa, Nord- und Südamerika, den Nahen Osten und Asien. Er hielt Vorträge, unterstützte wissenschaftliche Einrichtungen und wurde zu einer öffentlichen Symbolfigur für Wissenschaft und intellektuelle Unabhängigkeit.
Einstein akzeptierte die mathematischen Erfolge der Quantenmechanik, bezweifelte jedoch, dass ihre übliche Deutung eine vollständige Beschreibung der Wirklichkeit liefere.


== Beiträge zur Quantentheorie ==
Besonders auf den Solvay-Konferenzen diskutierte er intensiv mit Niels Bohr.


Obwohl Einstein später zu einem bedeutenden Kritiker der üblichen Deutung der Quantenmechanik wurde, gehörte er zu ihren wichtigsten Wegbereitern.
Einstein entwickelte Gedankenexperimente, mit denen er mögliche Widersprüche oder Unvollständigkeiten der Quantentheorie aufzeigen wollte. Bohr antwortete jeweils mit einer Interpretation im Rahmen der Quantenmechanik.


=== Welle-Teilchen-Dualismus ===
Die Debatte betraf grundlegende Fragen:


Mit der Lichtquantenhypothese zeigte Einstein, dass elektromagnetische Strahlung bei bestimmten Vorgängen teilchenartige Eigenschaften besitzt.
* Besitzen physikalische Grössen unabhängig von einer Messung bestimmte Werte?
* Ist der Zufall ein grundlegender Bestandteil der Natur?
* Kann eine Theorie vollständig sein, wenn sie nur Wahrscheinlichkeiten vorhersagt?
* Welche Rolle spielt der Messvorgang?


Spätere Experimente bestätigten die Existenz der heute als Photonen bezeichneten Lichtquanten.
=== EPR-Paradoxon ===


Die Verbindung von Wellen- und Teilcheneigenschaften wurde zu einem Grundprinzip der Quantenphysik.
1935 veröffentlichten Einstein, Boris Podolsky und Nathan Rosen eine Arbeit, die später als EPR-Paradoxon bekannt wurde.


=== Spezifische Wärme ===
Sie beschrieben zwei miteinander wechselwirkende Quantensysteme, deren Messergebnisse auch nach grosser räumlicher Trennung eng miteinander verbunden bleiben.


1907 entwickelte Einstein ein quantenmechanisches Modell für die Wärmekapazität fester Körper.
Einstein sah darin einen Hinweis, dass die Quantenmechanik unvollständig sein müsse.


Es erklärte, weshalb die Wärmekapazität bei tiefen Temperaturen vom klassischen Wert abweicht. Das Modell war noch vereinfacht, zeigte aber, dass die Quantentheorie nicht nur für Strahlung, sondern auch für Materie notwendig war.
Spätere theoretische und experimentelle Arbeiten, insbesondere die Bellschen Ungleichungen und Versuche zur Quantenverschränkung, zeigten, dass die Natur keine Theorie lokaler verborgener Variablen zulässt.


=== Einstein-Koeffizienten ===
Einsteins Einwände trugen damit wesentlich zur Klärung der Grundlagen der Quantenphysik und zur Entwicklung moderner Quantentechnologien bei.


1916 und 1917 untersuchte Einstein die Wechselwirkung von Atomen und Strahlung.
=== Kosmologie ===


Er unterschied zwischen:
1917 wandte Einstein die allgemeine Relativitätstheorie auf das Universum als Ganzes an.


* Absorption;
Da er zunächst von einem statischen Universum ausging, führte er die kosmologische Konstante <math>\Lambda</math> in seine Gleichungen ein.
* spontaner Emission;
* stimulierter Emission.


Die stimulierte Emission wurde Jahrzehnte später zur physikalischen Grundlage von Maser und Laser.
Beobachtungen von Edwin Hubble und anderen Astronomen zeigten später, dass sich das Universum ausdehnt. Einstein akzeptierte das dynamische Weltbild.


=== Bose-Einstein-Statistik ===
Die kosmologische Konstante wurde gegen Ende des 20. Jahrhunderts erneut bedeutsam, als astronomische Beobachtungen auf eine beschleunigte Expansion des Universums hinwiesen.


1924 erhielt Einstein eine Arbeit des indischen Physikers Satyendranath Bose. Bose hatte eine neue statistische Herleitung des Planckschen Strahlungsgesetzes entwickelt.
=== Gravitationswellen ===


Einstein erkannte die Bedeutung der Arbeit, übersetzte sie ins Deutsche und vermittelte ihre Veröffentlichung.
Einstein erkannte 1916, dass die Feldgleichungen wellenförmige Störungen der Raumzeit zulassen.


Er übertrug Boses Methode auf ein ideales Gas aus nicht unterscheidbaren Teilchen. Daraus entstand die Bose-Einstein-Statistik.
Diese Gravitationswellen breiten sich mit Lichtgeschwindigkeit aus.


Einstein sagte voraus, dass sich bei sehr tiefen Temperaturen viele Teilchen im selben quantenmechanischen Zustand sammeln können. Dieser Zustand wird als Bose-Einstein-Kondensat bezeichnet und wurde 1995 erstmals experimentell erzeugt.
Indirekte Hinweise wurden seit den 1970er-Jahren durch Beobachtungen von Doppelsternsystemen gewonnen. 2015 gelang erstmals der direkte Nachweis von Gravitationswellen, die bei der Verschmelzung zweier Schwarzer Löcher entstanden waren.


== Debatte über die Quantenmechanik ==
=== Vereinheitlichte Feldtheorie ===


Einstein akzeptierte die experimentellen Erfolge der Quantenmechanik, bezweifelte aber, dass ihre damals verbreitete Interpretation eine vollständige Beschreibung der Wirklichkeit darstelle.
In seinen späteren Lebensjahrzehnten suchte Einstein nach einer vereinheitlichten Feldtheorie, welche Gravitation und Elektromagnetismus in einem gemeinsamen mathematischen Rahmen beschreiben sollte.


Besonders die fundamentale Rolle des Zufalls und die Aufgabe einer vom Beobachter unabhängigen physikalischen Realität missfielen ihm.
Er untersuchte verschiedene geometrische Ansätze, konnte jedoch keine allgemein überzeugende Theorie entwickeln.


Auf den Solvay-Konferenzen führte er berühmte Diskussionen mit Niels Bohr. Einstein entwarf Gedankenexperimente, mit denen er vermeintliche Widersprüche der Quantentheorie aufzeigen wollte. Bohr versuchte jeweils zu zeigen, dass die Theorie konsistent blieb.
Die starke und schwache Kernkraft waren zu dieser Zeit noch nicht ausreichend verstanden. Eine vollständige Vereinheitlichung der fundamentalen Wechselwirkungen blieb daher ausser Reichweite.


1935 veröffentlichte Einstein gemeinsam mit Boris Podolsky und Nathan Rosen den Aufsatz ''Can Quantum-Mechanical Description of Physical Reality Be Considered Complete?''
Obwohl Einsteins konkrete Versuche erfolglos blieben, beeinflusste die Idee einer vereinheitlichten Beschreibung spätere Forschungen in Teilchenphysik und Quantengravitation.


Das sogenannte Einstein-Podolsky-Rosen-Paradoxon sollte zeigen, dass die Quantenmechanik entweder unvollständig sein oder ungewöhnliche Fernbeziehungen zwischen räumlich getrennten Systemen enthalten müsse.
== Politisches und gesellschaftliches Engagement ==


Die später als Quantenverschränkung bezeichneten Beziehungen wurden zu einem wichtigen Forschungsgebiet. Experimente zu den Bellschen Ungleichungen bestätigten, dass die Quantenwelt keine einfache lokal-realistische Beschreibung zulässt.
Einstein beschränkte sich nicht auf wissenschaftliche Fragen. Er äusserte sich regelmässig zu Krieg, Nationalismus, Antisemitismus, Menschenrechten, Bildung und internationaler Zusammenarbeit.


Einsteins Kritik erwies sich damit nicht als Widerlegung der Quantenmechanik, führte aber zu grundlegenden Untersuchungen ihrer begrifflichen Struktur.
=== Pazifismus ===


== Kosmologie ==
Während des Ersten Weltkriegs gehörte Einstein zu den wenigen prominenten deutschen Wissenschaftlern, die sich nicht mit der nationalistischen Kriegsbegeisterung identifizierten.


1917 wandte Einstein die allgemeine Relativitätstheorie auf das Universum als Ganzes an.
Er unterstützte 1914 einen Gegenaufruf zum nationalistischen Manifest der 93 und trat für eine Verständigung zwischen den europäischen Völkern ein.


Da er von einem statischen Kosmos ausging, ergänzte er seine Feldgleichungen um die kosmologische Konstante. Sie sollte eine anziehende Wirkung der Gravitation auf grossen Skalen ausgleichen.
In den 1920er-Jahren engagierte er sich für Abrüstung, Kriegsdienstverweigerung und internationale Organisationen.


In den 1920er-Jahren zeigten Alexander Friedmann und Georges Lemaître, dass Einsteins Gleichungen auch ein expandierendes oder sich zusammenziehendes Universum beschreiben.
Einstein arbeitete zeitweise in der Internationalen Kommission für geistige Zusammenarbeit des Völkerbunds mit. Er stand dabei unter anderem mit Marie Curie und weiteren führenden Wissenschaftlern im Austausch.<ref name="AIP">[https://history.aip.org/exhibits/einstein/ein-info.htm American Institute of Physics: Einstein – Image and Impact], abgerufen am 23. Juli 2026.</ref>


Astronomische Beobachtungen Edwin Hubbles wurden als Beleg für die Expansion des Universums verstanden. Einstein gab daraufhin sein ursprüngliches statisches Modell auf.
Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme gab er seinen uneingeschränkten Pazifismus teilweise auf. Er betrachtete militärischen Widerstand gegen das nationalsozialistische Deutschland als notwendig.


Die kosmologische Konstante gewann gegen Ende des 20. Jahrhunderts erneut Bedeutung, als Beobachtungen auf eine beschleunigte Expansion des Universums hinwiesen.
=== Jüdisches Engagement und Zionismus ===


Einstein untersuchte ausserdem Gravitationswellen, Gravitationslinsen und die Beziehung zwischen Materieverteilung und Geometrie des Kosmos.
Einstein verstand sich kulturell als Jude, war jedoch nicht religiös im traditionellen Sinn.


== Suche nach einer einheitlichen Feldtheorie ==
Er unterstützte den Aufbau jüdischer Bildungs- und Wissenschaftseinrichtungen in Palästina und engagierte sich besonders für die Hebräische Universität Jerusalem.


In seinen späteren Jahrzehnten versuchte Einstein, Gravitation und Elektromagnetismus in einer einheitlichen klassischen Feldtheorie zu verbinden.
1921 reiste er mit Chaim Weizmann in die Vereinigten Staaten, um Spenden für die geplante Universität zu sammeln.


Er hoffte, Materie und physikalische Wechselwirkungen als verschiedene Erscheinungsformen einer gemeinsamen geometrischen Struktur darstellen zu können.
Einstein befürwortete eine kulturelle und wissenschaftliche Erneuerung des Judentums. Gegenüber einem ausschliesslich nationalstaatlich ausgerichteten Zionismus blieb er skeptisch.


Diese Arbeiten führten nicht zu einer allgemein anerkannten Theorie. Einstein blieb zunehmend ausserhalb der Hauptentwicklung der Quantenfeldtheorie und Kernphysik.
Er setzte sich für eine Verständigung und Zusammenarbeit zwischen jüdischer und arabischer Bevölkerung ein.<ref name="Papers">[https://www.einstein.caltech.edu/what-we-do/published-volumes/volume-17 Einstein Papers Project: The Collected Papers of Albert Einstein, Band 17], abgerufen am 23. Juli 2026.</ref>


Seine Suche beeinflusste dennoch spätere Bestrebungen, die fundamentalen Kräfte der Natur mathematisch zu vereinheitlichen.
Nach dem Tod des israelischen Staatspräsidenten Chaim Weizmann wurde Einstein 1952 das Amt des Präsidenten von Israel angeboten. Er lehnte ab und erklärte, ihm fehlten die für ein politisches Amt notwendigen Fähigkeiten und Erfahrungen.


== Flucht aus Deutschland ==
=== Antirassismus und Bürgerrechte ===


=== Nationalsozialistische Machtübernahme ===
In den Vereinigten Staaten setzte sich Einstein gegen Rassismus und Rassentrennung ein.


Als Adolf Hitler im Januar 1933 zum deutschen Reichskanzler ernannt wurde, hielt sich Einstein in den Vereinigten Staaten auf.
Er unterstützte afroamerikanische Bürgerrechtsorganisationen, pflegte Kontakt zu W. E. B. Du Bois und Paul Robeson und trat öffentlich gegen Diskriminierung auf.


Einstein war als Jude, Pazifist, Demokrat und international bekannter Gegner des Nationalsozialismus besonders gefährdet. Nationalsozialistische Organisationen hetzten bereits zuvor öffentlich gegen ihn und bezeichneten die Relativitätstheorie als «jüdische Physik».
Einstein bezeichnete den Rassismus in den Vereinigten Staaten als eine schwere gesellschaftliche Krankheit. Seine Haltung war auch durch die eigene Erfahrung von Antisemitismus und Verfolgung geprägt.


Er erklärte seinen Austritt aus der Preussischen Akademie der Wissenschaften und kehrte nicht mehr nach Deutschland zurück. Sein Eigentum wurde beschlagnahmt, seine Schriften wurden öffentlich verbrannt und seine deutsche Staatsangehörigkeit wurde ihm entzogen beziehungsweise von ihm aufgegeben.
=== Sozialismus und Weltregierung ===


Zeitweise hielt er sich in Belgien und Grossbritannien auf. Im Herbst 1933 liess er sich endgültig in den Vereinigten Staaten nieder.
Einstein kritisierte die starke Konzentration wirtschaftlicher und politischer Macht.


== Princeton ==
1949 veröffentlichte er den Aufsatz ''Why Socialism?'', in dem er für eine demokratisch kontrollierte, sozial orientierte Wirtschaftsordnung eintrat.


Einstein wurde eines der ersten Mitglieder des neu gegründeten Institute for Advanced Study in Princeton.
Nach dem Zweiten Weltkrieg befürwortete er eine überstaatliche politische Ordnung, welche internationale Konflikte begrenzen und die Kontrolle über Atomwaffen ermöglichen sollte.


Von 1933 bis zu seinem Tod 1955 arbeitete er dort als Professor. Das Institut verpflichtete ihn nicht zu regelmässigem Unterricht, sodass er sich auf Forschung, Korrespondenz und öffentliche Aufgaben konzentrieren konnte.<ref name="IAS">[https://www.ias.edu/scholars/einstein Institute for Advanced Study: Albert Einstein], abgerufen am 23. Juli 2026.</ref>
Dabei lehnte er sowohl unkontrollierten Nationalismus als auch autoritäre Herrschaftssysteme ab.


1940 erhielt Einstein die amerikanische Staatsbürgerschaft. Sein Schweizer Bürgerrecht behielt er bei.
== Nationalsozialismus und Emigration ==


1945 trat er offiziell in den Ruhestand, setzte seine wissenschaftliche Arbeit jedoch fort.
Seit den frühen 1920er-Jahren wurde Einstein in Deutschland Ziel antisemitischer und nationalistischer Angriffe.


Einstein lebte in Princeton vergleichsweise zurückgezogen. Gleichzeitig erhielt er täglich zahlreiche Briefe von Wissenschaftlern, Politikern, Hilfesuchenden, Bewunderern und Gegnern.
Gegner bezeichneten die Relativitätstheorie als angeblich «jüdische Physik». Politische Extremisten bedrohten ihn öffentlich.


== Politisches und gesellschaftliches Engagement ==
Als Adolf Hitler im Januar 1933 zum deutschen Reichskanzler ernannt wurde, hielt sich Einstein in den Vereinigten Staaten auf.


=== Pazifismus ===
Er entschied, nicht nach Deutschland zurückzukehren. Im März 1933 erklärte er seinen Austritt aus der Preussischen Akademie der Wissenschaften und verzichtete auf seine deutsche Staatsangehörigkeit.


Einstein war über weite Teile seines Lebens ein entschiedener Gegner von Militarismus und Krieg.
Sein Sommerhaus in Caputh wurde durchsucht, sein Eigentum in Deutschland beschlagnahmt und seine Schriften wurden öffentlich verbrannt.


Nach dem Ersten Weltkrieg unterstützte er internationale Verständigung, Abrüstung und das Recht auf Kriegsdienstverweigerung.
Einstein hielt sich zunächst in Belgien und Grossbritannien auf. Noch 1933 nahm er eine Stellung am neu gegründeten Institute for Advanced Study in Princeton an.<ref name="IAS">[https://www.ias.edu/scholars/einstein Institute for Advanced Study: Albert Einstein], abgerufen am 23. Juli 2026.</ref>


Der Aufstieg des Nationalsozialismus veränderte seine Haltung. Angesichts der militärischen Bedrohung durch Hitler hielt er einen rein absoluten Pazifismus zeitweise nicht mehr für ausreichend.
== Leben in Princeton ==


Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte er sich erneut intensiv für Abrüstung, internationale Kontrolle von Atomwaffen und eine überstaatliche Friedensordnung ein.
Einstein gehörte von 1933 bis zu seinem Tod 1955 dem Institute for Advanced Study an.


=== Zionismus und Judentum ===
Das Institut war keine Abteilung der Princeton University, arbeitete jedoch eng mit der Universität und anderen wissenschaftlichen Einrichtungen zusammen.


Einstein war nicht religiös-orthodox, fühlte sich aber zunehmend mit dem jüdischen Volk und seiner kulturellen Tradition verbunden.
Einstein hatte dort keine regulären Lehrverpflichtungen. Er konnte sich auf Forschung, Korrespondenz und öffentliche Tätigkeiten konzentrieren.


Er unterstützte den Aufbau der Hebräischen Universität Jerusalem und half bei der Einwerbung von Mitteln. Sein wissenschaftlicher und literarischer Nachlass wurde später der Universität übertragen.
Sein Haus befand sich an der Mercer Street 112 in Princeton. Er lebte dort mit Elsa Einstein, seiner Stieftochter Margot und zeitweise seiner Schwester Maja.


Einstein befürwortete eine jüdische kulturelle Heimstätte in Palästina. Gleichzeitig warnte er vor aggressivem Nationalismus und setzte sich für eine friedliche Zusammenarbeit von Juden und Arabern ein.
1940 erhielt Einstein die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Seine Schweizer Staatsangehörigkeit behielt er.


Nach dem Tod Chaim Weizmanns bot ihm die israelische Regierung 1952 das Amt des Staatspräsidenten von Israel an. Einstein lehnte ab und erklärte, ihm fehlten die Erfahrung und die Fähigkeiten für ein politisches Amt.<ref>[https://history.aip.org/exhibits/einstein/inbrief.htm American Institute of Physics: Albert Einstein in Brief], abgerufen am 23. Juli 2026.</ref>
In Princeton arbeitete er weiterhin an Feldtheorien, diskutierte mit jüngeren Wissenschaftlern und nahm zu politischen und gesellschaftlichen Fragen Stellung.


=== Warnung vor der Atombombe ===
== Einstein und die Atombombe ==


Im Sommer 1939 informierten die Physiker Leó Szilárd, Eugene Wigner und Edward Teller Einstein über die Möglichkeit einer nuklearen Kettenreaktion und über die Gefahr, dass das nationalsozialistische Deutschland eine Atombombe entwickeln könnte.
Im Sommer 1939 informierten die aus Europa emigrierten Physiker Leó Szilárd und Eugene Wigner Einstein über die Möglichkeit einer nuklearen Kettenreaktion und die Gefahr, dass das nationalsozialistische Deutschland Atomwaffen entwickeln könnte.


Szilárd entwarf einen Brief an den amerikanischen Präsidenten Franklin D. Roosevelt, den Einstein am 2. August 1939 unterzeichnete.
Szilárd entwarf einen Brief an den amerikanischen Präsidenten Franklin D. Roosevelt, den Einstein am 2. August 1939 unterzeichnete.


Der Brief warnte vor dem militärischen Potenzial der Kernspaltung und empfahl der amerikanischen Regierung, die Forschung auf diesem Gebiet zu unterstützen.
Der Brief wies auf die militärische Bedeutung der Kernspaltung hin und empfahl, die Forschung in den Vereinigten Staaten zu unterstützen.
 
Einstein selbst arbeitete nicht am Manhattan-Projekt und erhielt wegen Sicherheitsbedenken keinen Zugang zu dessen geheimen Forschungen.
 
Nach dem Krieg bedauerte er die Entwicklung atomarer Massenvernichtungswaffen. Er erklärte, seine Unterstützung des Briefs sei durch die Befürchtung motiviert gewesen, Deutschland könne zuerst eine Atombombe bauen.
 
Einstein wurde Vorsitzender des Emergency Committee of Atomic Scientists und setzte sich für internationale Kontrolle der Atomenergie und nukleare Abrüstung ein.


Einstein war nicht am Manhattan-Projekt beteiligt und besass keine Sicherheitsfreigabe für die Entwicklung der amerikanischen Atombombe.<ref name="Nuclear">[https://history.aip.org/exhibits/einstein/nuclear1.htm American Institute of Physics: Einstein and the Nuclear Age], abgerufen am 23. Juli 2026.</ref>
Kurz vor seinem Tod unterzeichnete er das Russell-Einstein-Manifest. Darin warnten Bertrand Russell, Einstein und weitere Wissenschaftler vor den Folgen eines Atomkriegs und riefen zur friedlichen Lösung internationaler Konflikte auf.


Nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki engagierte er sich für internationale Kontrolle der Kernenergie. 1946 übernahm er den Vorsitz des Emergency Committee of Atomic Scientists.
== Persönlichkeit und Interessen ==


=== Weltregierung und Menschenrechte ===
Einstein wurde für seine unkonventionelle Lebensweise, seinen Humor und seine Abneigung gegen gesellschaftliche Förmlichkeit bekannt.


Einstein hielt Nationalstaaten allein nicht für fähig, den Frieden im Zeitalter der Atomwaffen dauerhaft zu sichern.
Er kleidete sich häufig einfach und trug sein Haar lang. Das später weltberühmte Erscheinungsbild entstand vor allem während seiner amerikanischen Jahre.


Er befürwortete eine demokratisch kontrollierte überstaatliche Organisation, die internationale Konflikte friedlich regeln und Atomwaffen überwachen sollte.
Einstein spielte seit seiner Kindheit Violine. Besonders schätzte er die Musik von Wolfgang Amadeus Mozart und Johann Sebastian Bach.


In den Vereinigten Staaten unterstützte er Bürgerrechtsorganisationen und wandte sich gegen Rassismus und Diskriminierung.
Das gemeinsame Musizieren war für ihn sowohl Freizeitbeschäftigung als auch eine Form geistiger Erholung.


Während der antikommunistischen Kampagnen der 1950er-Jahre verteidigte er die Freiheit von Wissenschaft, Lehre und politischer Meinungsäusserung.
Ein weiteres Interesse war das Segeln. Einstein besass zwar keine ausgeprägte technische Begabung als Segler, verbrachte aber gerne Zeit auf Seen und an der Küste.


== Persönlichkeit und Weltanschauung ==
Er pflegte umfangreiche Korrespondenzen mit Wissenschaftlern, Künstlern, Politikern, Kindern und Privatpersonen. Tausende Briefe und Manuskripte sind in Archiven erhalten.


Einstein galt als unkonventionell, humorvoll und gegenüber gesellschaftlichen Rangordnungen skeptisch.
== Religion und Philosophie ==


Er vermied formelle Kleidung, legte wenig Wert auf Besitz und lehnte Personenkult um seine eigene Person ab. Gleichzeitig war er sich seiner öffentlichen Wirkung bewusst und nutzte sie für politische und humanitäre Anliegen.
Einstein lehnte die Vorstellung eines persönlichen Gottes ab, der in menschliche Angelegenheiten eingreife oder Gebete erfülle.


Einstein spielte seit seiner Kindheit Violine. Besonders schätzte er die Musik Johann Sebastian Bachs, Wolfgang Amadeus Mozarts und Ludwig van Beethovens.
Er bezog sich häufig auf Baruch de Spinoza und sprach von einer religiösen Ehrfurcht vor der Ordnung und Verständlichkeit der Natur.


Seine religiöse Haltung war von Spinozas Philosophie beeinflusst. Er lehnte die Vorstellung eines persönlichen Gottes ab, der in menschliche Ereignisse eingreift.
Seine Aussagen über Religion wurden später von sehr unterschiedlichen Gruppen zitiert. Sie lassen sich jedoch weder einfach einer traditionellen Religiosität noch einem kämpferischen Atheismus zuordnen.


Unter Religion verstand er eher ein Gefühl der Ehrfurcht vor der Gesetzmässigkeit, Ordnung und Verständlichkeit der Natur.
Einstein unterschied zwischen institutioneller Religion, persönlichem Glauben und einem kosmischen religiösen Gefühl, das aus dem Staunen über die Natur hervorgehe.


Einstein verwendete in Briefen und Gesprächen häufig religiöse Begriffe wie «Gott», meinte damit jedoch in der Regel keine traditionelle Glaubenslehre.
Er beschäftigte sich ausserdem mit Fragen der Erkenntnistheorie, der wissenschaftlichen Realität und der Beziehung zwischen Erfahrung, Mathematik und Begriffsbildung.


== Krankheit und Tod ==
== Tod ==


Einstein litt in seinen letzten Lebensjahren an gesundheitlichen Problemen. Bereits 1948 war ein Aneurysma der Bauchschlagader operativ behandelt worden.
Einstein litt an einer Erweiterung der Bauchschlagader.


Am 17. April 1955 kam es zu inneren Blutungen infolge des erneut aufgebrochenen Aneurysmas. Einstein lehnte eine weitere Operation ab.
Am 17. April 1955 wurde er in das Krankenhaus von Princeton gebracht. Er lehnte eine weitere Operation ab.


Er starb am frühen Morgen des 18. April 1955 im Krankenhaus von Princeton im Alter von 76 Jahren.
Albert Einstein starb am frühen Morgen des 18. April 1955 im Alter von 76 Jahren.


Sein Leichnam wurde eingeäschert. Die Asche wurde entsprechend seinem Wunsch an einem nicht öffentlich bekannten Ort verstreut, damit kein Grab zu einer Kultstätte werden konnte.
Sein Leichnam wurde noch am selben Tag eingeäschert. Die Asche wurde an einem nicht öffentlich bekannt gegebenen Ort verstreut.


Seine wissenschaftlichen Manuskripte, Briefe und literarischen Rechte vermachte Einstein der Hebräischen Universität Jerusalem.
Der Pathologe Thomas Stoltz Harvey entfernte bei der Obduktion Einsteins Gehirn, ohne zuvor eine eindeutige Zustimmung der Familie eingeholt zu haben. Teile davon wurden später für wissenschaftliche Untersuchungen verwendet. Die Vorgehensweise und der wissenschaftliche Wert dieser Untersuchungen sind bis heute umstritten.


== Einstein und die Schweiz ==
Einsteins schriftlicher Nachlass gelangte gemäss seinem Testament überwiegend an die Hebräische Universität Jerusalem.


=== Bedeutung der Schweizer Jahre ===
== Verhältnis zur Schweiz ==


Einstein verbrachte wichtige Phasen seiner Ausbildung, seines Privatlebens und seiner wissenschaftlichen Entwicklung in der Schweiz.
Die Schweiz nahm in Einsteins Leben eine besondere Stellung ein.


Zu den zentralen Stationen gehörten:
Er verbrachte hier entscheidende Ausbildungs- und Berufsjahre und entwickelte einen grossen Teil seiner grundlegenden wissenschaftlichen Ideen.


{| class="wikitable sortable"
{| class="wikitable"
|+ Albert Einsteins wichtigste Stationen in der Schweiz
|+ Wichtige Stationen Einsteins in der Schweiz
! Zeitraum
! Zeitraum
! Ort
! Ort
! Tätigkeit
! Bedeutung
|-
|-
| 1895–1896
| 1895–1896
| [[Aarau]]
| Aarau
| Schüler an der Kantonsschule und Erwerb der Matura
| Besuch der Kantonsschule und Erwerb der Maturität
|-
|-
| 1896–1900
| 1896–1900
| [[Zürich]]
| Zürich
| Studium am Eidgenössischen Polytechnikum
| Studium am Eidgenössischen Polytechnikum
|-
|-
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| Zürich
| Zürich
| Erwerb des Schweizer Bürgerrechts
| Erwerb des Schweizer Bürgerrechts
|-
| 1901
| [[Winterthur]]
| Aushilfslehrer am Technikum
|-
|-
| 1901–1902
| 1901–1902
| [[Schaffhausen]]
| Winterthur und Schaffhausen
| Lehrer und Privatlehrer
| Tätigkeit als Lehrer
|-
|-
| 1902–1909
| 1902–1909
| [[Bern]]
| Bern
| Technischer Experte am Patentamt
| Arbeit am Eidgenössischen Amt für geistiges Eigentum
|-
| 1903–1905
| Bern, Kramgasse 49
| Familienwohnung und Entstehung der Arbeiten des Wunderjahrs
|-
|-
| 1905–1906
| 1905–1906
Zeile 536: Zeile 629:
| 1909–1911
| 1909–1911
| Zürich
| Zürich
| Ausserordentlicher Professor an der Universität Zürich
| Professor an der Universität Zürich
|-
|-
| 1912–1914
| 1912–1914
| Zürich
| Zürich
| Professor für theoretische Physik an der ETH Zürich
| Professor am Eidgenössischen Polytechnikum
|}
|}


Die Jahre am Berner Patentamt waren wissenschaftlich ausserordentlich produktiv. Einstein entwickelte dort die Arbeiten des Wunderjahrs 1905 und weitere Grundlagen seiner Physik.
Einstein sprach später häufig mit grosser Wertschätzung über die politische Freiheit und die vergleichsweise liberale Atmosphäre der Schweiz.


Zürich war zugleich Studienort, Heimatort und akademische Wirkungsstätte. Seine erste Professur erhielt er an der Universität Zürich, und an der ETH arbeitete er gemeinsam mit Marcel Grossmann an der mathematischen Grundlage der allgemeinen Relativitätstheorie.
Gleichzeitig verlief sein beruflicher Beginn im Land keineswegs geradlinig. Nach dem Studium erhielt er zunächst keine akademische Stelle und musste mehrere Jahre auf eine Hochschulkarriere warten.


=== Einstein-Haus in Bern ===
Seine Tätigkeit am Berner Patentamt verschaffte ihm jedoch die wirtschaftliche Sicherheit, in der die Arbeiten von 1905 entstehen konnten.


Von 1903 bis 1905 lebten Albert und Mileva Einstein mit ihrem Sohn Hans Albert in einer Wohnung an der Kramgasse 49 in der Berner Altstadt.
=== Bern ===


Die frühere Wohnung ist heute als Einstein-Haus öffentlich zugänglich. Sie zeigt Möbel, Dokumente, Fotografien und Informationen über Einsteins Leben in Bern.<ref>[https://www.einstein-bern.ch/ Einstein-Haus Bern], abgerufen am 23. Juli 2026.</ref>
Bern gilt als der wichtigste Schauplatz von Einsteins frühem wissenschaftlichem Durchbruch.


Das Gebäude liegt nur wenige Gehminuten vom damaligen Patentamt entfernt.
An der Kramgasse 49 befindet sich heute das Einstein-Haus. Die ehemalige Wohnung zeigt Dokumente, Möbel und Informationen über sein Berner Leben.


=== Universität Zürich ===
Das Bernische Historische Museum besitzt eine umfangreiche Einstein-Ausstellung. Sie behandelt sowohl seine Biografie als auch die wissenschaftliche und politische Geschichte seiner Zeit.


Einsteins originale Doktoratsurkunde wird seit 2022 im Hauptgebäude der Universität Zürich öffentlich ausgestellt.
Das Eidgenössische Institut für Geistiges Eigentum erinnert mit historischen Dokumenten an Einsteins Tätigkeit als Patentexperte.


Die Universität erinnert damit an seine Promotion von 1906 und an seine Tätigkeit als Professor von 1909 bis 1911.
=== Zürich ===


Seine Dissertation gehört zu den wichtigsten frühen Arbeiten zur Molekülphysik und wurde in zahlreichen späteren Publikationen zitiert.
In Zürich studierte Einstein, lernte Mileva Marić kennen, erwarb das Bürgerrecht, promovierte und übernahm seine ersten bedeutenden Professuren.


=== ETH Zürich ===
Die ETH-Bibliothek verwahrt Briefe, Fotografien und amtliche Dokumente aus Einsteins Zürcher Jahren.


Die ETH Zürich bewahrt umfangreiche Dokumente, Fotografien, Vorlesungsunterlagen und Korrespondenzen zu Einstein auf.
Auch die Universität Zürich besitzt bedeutende Zeugnisse, darunter die zurückgekehrte Doktoratsurkunde.


Ein Teil der Bestände ist über die Plattform Einstein Online der ETH-Bibliothek zugänglich.
Mehrere Wohn- und Wirkungsorte Einsteins sind im Zürcher Hochschulquartier erhalten oder dokumentiert.


Einstein gilt heute als einer der bekanntesten Alumni und früheren Professoren der Hochschule. Seine Studienzeit wird dabei differenziert dargestellt: Er war kein erfolgloser Student, zeigte aber wenig Interesse an vorgeschriebenen Laborübungen und geriet mit einzelnen Professoren in Konflikt.<ref name="ETHStudium" />
=== Aarau ===


=== Aarau ===
Der Aufenthalt an der Kantonsschule Aarau war kurz, aber prägend.


Die Alte Kantonsschule Aarau erinnert mit dem Albert-Einstein-Haus und weiteren Angeboten an ihren berühmten ehemaligen Schüler.
Die offene Unterrichtskultur und das Familienleben bei Jost Winteler unterschieden sich stark von Einsteins Erfahrungen im Deutschen Kaiserreich.


Einsteins Aufenthalt bei der Familie Winteler und die liberale Aargauer Schultradition gelten als prägende Erfahrungen seiner Jugend.
Mit der Familie Winteler blieb er lange verbunden. Seine Schwester Maja heiratete später Paul Winteler, einen Sohn der Familie.


== Wissenschaftliche Bedeutung ==
== Wissenschaftliche Bedeutung ==


Einsteins Arbeiten veränderten mehrere Bereiche der Physik grundlegend.
Einsteins Werk veränderte mehrere Bereiche der Physik grundlegend.
 
Die spezielle Relativitätstheorie vereinigte Mechanik und Elektrodynamik in einer neuen Vorstellung von Raum und Zeit.


Die spezielle Relativitätstheorie führte zu einem neuen Verständnis von Raum, Zeit, Energie und Bewegung.
Die allgemeine Relativitätstheorie ersetzte Newtons Gravitationstheorie nicht für alle praktischen Anwendungen, ordnete sie jedoch als Näherung innerhalb einer umfassenderen Theorie ein.


Die allgemeine Relativitätstheorie ersetzte Newtons Beschreibung der Gravitation in Bereichen mit hohen Geschwindigkeiten, grossen Massen oder starken Gravitationsfeldern.
Die Lichtquantenhypothese eröffnete einen neuen Zugang zur Wechselwirkung von Licht und Materie.


Einsteins Beiträge zur Quantentheorie halfen, Licht, Atome, Moleküle und Wärmestrahlung neu zu verstehen.
Die Erklärung der Brownschen Bewegung verband mikroskopische Teilchenbewegungen mit makroskopisch messbaren Grössen.


Seine statistischen Arbeiten lieferten experimentell überprüfbare Methoden zur Bestimmung molekularer Grössen.
Die Bose-Einstein-Statistik wurde zu einem Grundpfeiler der Quantenphysik.


Moderne Technologien und Forschungsgebiete, die direkt oder indirekt auf Einsteins Arbeiten aufbauen, umfassen:
Auch Einsteins kritische Einwände gegen die Quantenmechanik wirkten wissenschaftlich produktiv. Sie führten zu präziseren Untersuchungen von Verschränkung, Lokalität und Messung.


== Technische Anwendungen ==
Viele moderne Technologien beruhen unmittelbar oder mittelbar auf physikalischen Erkenntnissen, zu denen Einstein beigetragen hat.
Dazu gehören:
* Solarzellen und Lichtsensoren;
* Digitalkameras;
* Laser;
* Halbleitertechnik;
* Satellitennavigation;
* Satellitennavigation;
* Laser;
* Teilchenbeschleuniger;
* Solarzellen und Lichtsensoren;
* Kernenergie;
* Kernenergie;
* Teilchenbeschleuniger;
* medizinische Bildgebung;
* Gravitationswellenastronomie;
* Gravitationswellendetektoren;
* Kosmologie;
* Quanteninformationstechnologie.
* Quantenoptik;
 
* Quanteninformation;
Das globale Satellitennavigationssystem muss sowohl Effekte der speziellen als auch der allgemeinen Relativitätstheorie berücksichtigen. Ohne relativistische Zeitkorrekturen würden sich rasch erhebliche Positionsfehler ergeben.
* Halbleiterphysik.
 
== Auszeichnungen ==


Bei Satellitennavigationssystemen müssen sowohl Effekte der speziellen als auch der allgemeinen Relativitätstheorie berücksichtigt werden. Ohne entsprechende Zeitkorrekturen würden die berechneten Positionen rasch ungenau.
{| class="wikitable sortable"
|+ Auswahl bedeutender Ehrungen
! Jahr
! Auszeichnung
! Verleihende Institution
|-
| 1921
| Nobelpreis für Physik
| Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften
|-
| 1925
| Copley-Medaille
| Royal Society
|-
| 1926
| Goldmedaille
| Royal Astronomical Society
|-
| 1929
| Max-Planck-Medaille
| Deutsche Physikalische Gesellschaft
|-
| 1935
| Franklin-Medaille
| Franklin Institute
|}


== Rezeption und öffentliche Wahrnehmung ==
Einstein erhielt zahlreiche Ehrendoktorate und Mitgliedschaften in wissenschaftlichen Akademien.


Einstein wurde zu einem Symbol des wissenschaftlichen Genies.
Mehrere Auszeichnungen, Forschungseinrichtungen, Schulen, Strassen und astronomische Objekte wurden nach ihm benannt.


Sein Gesicht, seine ungeordnete Frisur und die Formel E = mc<sup>2</sup> gehören zu den bekanntesten Bildzeichen der modernen Wissenschaft.
Das chemische Element Einsteinium mit der Ordnungszahl 99 trägt ebenfalls seinen Namen.


Die populäre Darstellung vereinfacht sein Werk jedoch häufig. Einstein arbeitete nicht isoliert, sondern stand in einem dichten wissenschaftlichen Austausch mit Kollegen wie Marcel Grossmann, Michele Besso, Max Planck, Niels Bohr, Hendrik Lorentz, Paul Ehrenfest und Satyendranath Bose.
== Einstein als öffentliche Symbolfigur ==


Auch seine Theorien entstanden auf Grundlage früherer Arbeiten. Die spezielle Relativitätstheorie knüpfte unter anderem an die Elektrodynamik Maxwells sowie an Untersuchungen von Lorentz und Poincaré an.
Einsteins weltweite Bekanntheit ging weit über die Fachwelt hinaus.


Einsteins besondere Leistung bestand darin, verschiedene physikalische Probleme in einer neuen, begrifflich klaren Struktur zusammenzuführen und weitreichende Folgerungen daraus abzuleiten.
Nach der Bestätigung der allgemeinen Relativitätstheorie im Jahr 1919 stellten Zeitungen ihn als wissenschaftliches Genie dar, das die Grundlagen von Raum und Zeit verändert habe.


== Häufige Irrtümer ==
Sein unverwechselbares Erscheinungsbild, seine pointierten Aussagen und sein politisches Engagement verstärkten diese öffentliche Wirkung.


=== Schlechter Mathematikschüler ===
Zahlreiche Zitate werden Einstein zugeschrieben, ohne dass sich eine zuverlässige Quelle nachweisen lässt. Bei angeblichen Einstein-Zitaten ist deshalb besondere Vorsicht geboten.


Die Behauptung, Einstein sei in Mathematik durchgefallen, ist falsch.
Ein häufig reproduziertes Foto zeigt ihn an seinem 72. Geburtstag im Jahr 1951 mit herausgestreckter Zunge. Das Bild wurde zu einer Ikone der Populärkultur.


Er beherrschte bereits als Jugendlicher grosse Teile der Schulmathematik und erzielte bei der Aufnahmeprüfung des Polytechnikums besonders in Mathematik und Physik sehr gute Resultate.
1999 wählte das amerikanische Magazin ''Time'' Einstein zur Person des Jahrhunderts.


Der Irrtum wird teilweise mit unterschiedlichen schweizerischen Notensystemen erklärt. An manchen Schulen bedeutete die Note 6 die beste Leistung, während in anderen Systemen die 1 die beste Note war.
== Nachlass und Forschung ==


=== Nobelpreis für die Relativitätstheorie ===
Einsteins wissenschaftliche und private Dokumente bilden einen aussergewöhnlich umfangreichen Nachlass.


Einstein erhielt den Nobelpreis nicht ausdrücklich für die Relativitätstheorie.
Die Albert Einstein Archives an der Hebräischen Universität Jerusalem verwahren Zehntausende Manuskriptseiten, Briefe, Notizbücher, Fotografien und persönliche Dokumente.


Die offizielle Begründung nannte seine Verdienste um die theoretische Physik und besonders die Entdeckung des Gesetzes des photoelektrischen Effekts.
Das Einstein Papers Project am California Institute of Technology veröffentlicht seit 1987 die wissenschaftlich kommentierte Gesamtausgabe ''The Collected Papers of Albert Einstein''.<ref>[https://www.einstein.caltech.edu/ Einstein Papers Project am California Institute of Technology], abgerufen am 23. Juli 2026.</ref>


=== Erfinder der Atombombe ===
Die Bände enthalten:


Einstein war weder Konstrukteur der Atombombe noch Mitarbeiter des Manhattan-Projekts.
* wissenschaftliche Veröffentlichungen;
* unveröffentlichte Manuskripte;
* private und berufliche Korrespondenz;
* politische Stellungnahmen;
* Reiseberichte;
* amtliche Dokumente;
* zeitgenössische Reaktionen.


Seine Masse-Energie-Beziehung war für die Kernphysik grundsätzlich bedeutsam. Die konkrete Entwicklung von Kernwaffen beruhte jedoch auf der Entdeckung der Kernspaltung und auf der Arbeit zahlreicher Physiker, Ingenieure und militärischer Einrichtungen.
Digitale Ausgaben ermöglichen den weltweiten Zugang zu einem grossen Teil der Quellen.


Einsteins unmittelbare Rolle beschränkte sich vor allem auf die Unterzeichnung des Warnbriefs an Präsident Roosevelt.
Einsteins Leben und Werk sind weiterhin Gegenstand physikhistorischer, wissenschaftstheoretischer, politischer und biografischer Forschung.


=== Mitarbeit Mileva Marićs ===
== Rezeption und Kontroversen ==


Über einen möglichen wissenschaftlichen Beitrag Mileva Marićs zu Einsteins frühen Arbeiten wird seit Jahrzehnten diskutiert.
Einsteins wissenschaftliche Leistungen werden teilweise in stark vereinfachter Form dargestellt.


Die erhaltenen Briefe zeigen, dass das Paar über physikalische Fragen sprach und Mileva Einsteins wissenschaftliche Interessen teilte.
Die Relativitätstheorie entstand nicht ohne Vorläufer. Arbeiten von Hendrik Antoon Lorentz, Henri Poincaré, Hermann Minkowski, Marcel Grossmann und vielen weiteren Forschern waren für ihre Entwicklung bedeutsam.


Es existieren jedoch keine eindeutigen Quellen, die eine Mitautorschaft an den Veröffentlichungen von 1905 belegen. Die genaue Bedeutung ihres intellektuellen und persönlichen Austauschs bleibt Gegenstand wissenschaftshistorischer Untersuchungen.
Einsteins besondere Leistung bestand darin, bekannte Probleme in einen neuen physikalischen und begrifflichen Zusammenhang zu stellen.


== Auszeichnungen und Ehrungen ==
Auch die Rolle Mileva Marićs wird kontrovers diskutiert. Briefe zeigen, dass das Paar während der Studien- und frühen Ehejahre intensiv über Physik sprach. Für eine Miturheberschaft Marićs an den grundlegenden Arbeiten von 1905 gibt es jedoch keine allgemein anerkannten dokumentarischen Belege.


Einstein erhielt zahlreiche wissenschaftliche Preise, Ehrendoktorate und Mitgliedschaften.
Einige politische Aussagen Einsteins werden aus ihrem historischen Zusammenhang gelöst oder für heutige Debatten vereinnahmt. Seine Positionen veränderten sich im Laufe seines Lebens, insbesondere sein Verhältnis zum Pazifismus angesichts des Nationalsozialismus.


Zu den bedeutendsten Auszeichnungen gehören:
== Bedeutung für die Schweiz ==


{| class="wikitable sortable"
Einstein gehört zu den international bekanntesten Personen der Schweizer Wissenschaftsgeschichte.
|+ Auswahl von Auszeichnungen
! Jahr
! Auszeichnung
|-
| 1920
| Barnard-Medaille
|-
| 1921
| Nobelpreis für Physik
|-
| 1921
| Matteucci-Medaille
|-
| 1925
| Copley-Medaille der Royal Society
|-
| 1926
| Goldmedaille der Royal Astronomical Society
|-
| 1929
| Max-Planck-Medaille
|-
| 1935
| Franklin-Medaille
|}


Er war Mitglied oder Ehrenmitglied zahlreicher Akademien und wissenschaftlicher Gesellschaften.
Obwohl er nicht in der Schweiz geboren wurde, entstanden seine akademische Ausbildung, seine Staatsbürgerschaft und sein wissenschaftlicher Durchbruch wesentlich im schweizerischen Umfeld.


Mehrere Universitäten verliehen ihm die Ehrendoktorwürde, darunter Hochschulen in Europa, Amerika und Asien.
Seine Laufbahn verbindet mehrere bedeutende Institutionen:


Das chemische Element Einsteinium, der Asteroid Einstein, ein Mondkrater und zahlreiche Schulen, Strassen, Institute und Preise tragen seinen Namen.
* Kantonsschule Aarau;
* ETH Zürich;
* Universität Zürich;
* Universität Bern;
* Eidgenössisches Amt für geistiges Eigentum.


== Chronologie ==
Einsteins Lebensweg zeigt zugleich die Bedeutung internationaler Migration und akademischer Offenheit für die Entwicklung der Schweizer Wissenschaft.


{| class="wikitable sortable"
Die Schweiz bot ihm als jungem Staatenlosen Zugang zu Bildung, Bürgerrecht und einer gesicherten beruflichen Tätigkeit. Einstein trug seinerseits wesentlich zum internationalen Ansehen der schweizerischen Hochschulen und Forschungslandschaft bei.
|+ Zeittafel
! Jahr
! Ereignis
|-
| 1879
| Geburt am 14. März in Ulm
|-
| 1880
| Umzug der Familie nach München
|-
| 1894
| Übersiedlung der Familie nach Italien
|-
| 1895
| Aufnahmeprüfung am Eidgenössischen Polytechnikum und Eintritt in die Kantonsschule Aarau
|-
| 1896
| Schweizer Matura und Beginn des Studiums in Zürich
|-
| 1900
| Diplom am Eidgenössischen Polytechnikum
|-
| 1901
| Erwerb des Schweizer Bürgerrechts mit Heimatort Zürich
|-
| 1902
| Eintritt in das Eidgenössische Patentamt in Bern
|-
| 1903
| Heirat mit Mileva Marić
|-
| 1904
| Geburt des Sohnes Hans Albert
|-
| 1905
| Veröffentlichung der Arbeiten des Wunderjahrs
|-
| 1906
| Promotion an der Universität Zürich
|-
| 1908
| Privatdozent an der Universität Bern
|-
| 1909
| Professor an der Universität Zürich
|-
| 1910
| Geburt des Sohnes Eduard
|-
| 1911
| Professor an der Deutschen Universität Prag
|-
| 1912
| Professor an der ETH Zürich
|-
| 1914
| Übersiedlung nach Berlin
|-
| 1915
| Vollendung der allgemeinen Relativitätstheorie
|-
| 1919
| Scheidung von Mileva und Heirat mit Elsa Einstein; Sonnenfinsternisbeobachtungen
|-
| 1922
| Bekanntgabe des Nobelpreises für Physik des Jahres 1921
|-
| 1924
| Entwicklung der Bose-Einstein-Statistik
|-
| 1933
| Flucht aus Deutschland und Übersiedlung in die Vereinigten Staaten
|-
| 1935
| Veröffentlichung des Einstein-Podolsky-Rosen-Aufsatzes
|-
| 1939
| Unterzeichnung des Briefs an Präsident Roosevelt
|-
| 1940
| Erwerb der amerikanischen Staatsbürgerschaft unter Beibehaltung des Schweizer Bürgerrechts
|-
| 1946
| Vorsitz im Emergency Committee of Atomic Scientists
|-
| 1952
| Ablehnung des Amts des israelischen Staatspräsidenten
|-
| 1955
| Tod am 18. April in Princeton
|}


== Werke ==
== Werke ==


=== Wissenschaftliche Hauptschriften ===
=== Wissenschaftliche Hauptwerke ===


* ''Folgerungen aus den Capillaritätserscheinungen''. 1901.
* ''Folgerungen aus den Capillaritätserscheinungen''. 1901.
* ''Über einen die Erzeugung und Verwandlung des Lichtes betreffenden heuristischen Gesichtspunkt''. 1905.
* ''Über einen die Erzeugung und Verwandlung des Lichtes betreffenden heuristischen Gesichtspunkt''. 1905.
* ''Eine neue Bestimmung der Moleküldimensionen''. 1905.
* ''Über die von der molekularkinetischen Theorie der Wärme geforderte Bewegung von in ruhenden Flüssigkeiten suspendierten Teilchen''. 1905.
* ''Über die von der molekularkinetischen Theorie der Wärme geforderte Bewegung von in ruhenden Flüssigkeiten suspendierten Teilchen''. 1905.
* ''Zur Elektrodynamik bewegter Körper''. 1905.
* ''Zur Elektrodynamik bewegter Körper''. 1905.
* ''Ist die Trägheit eines Körpers von seinem Energieinhalt abhängig?''. 1905.
* ''Ist die Trägheit eines Körpers von seinem Energieinhalt abhängig?''. 1905.
* ''Eine neue Bestimmung der Moleküldimensionen''. Dissertation, Zürich 1905.
* ''Die Grundlage der allgemeinen Relativitätstheorie''. 1916.
* ''Die Grundlage der allgemeinen Relativitätstheorie''. 1916.
* ''Kosmologische Betrachtungen zur allgemeinen Relativitätstheorie''. 1917.
* ''Kosmologische Betrachtungen zur allgemeinen Relativitätstheorie''. 1917.
* ''Quantentheorie des einatomigen idealen Gases''. 1924 und 1925.
* ''Quantentheorie der Strahlung''. 1917.
* Albert Einstein, Boris Podolsky und Nathan Rosen: ''Can Quantum-Mechanical Description of Physical Reality Be Considered Complete?''. 1935.
* ''Quantentheorie des einatomigen idealen Gases''. 1924–1925.
* mit Boris Podolsky und Nathan Rosen: ''Can Quantum-Mechanical Description of Physical Reality Be Considered Complete?''. 1935.


=== Allgemeinverständliche und politische Schriften ===
=== Bücher und allgemeinverständliche Schriften ===


* ''Über die spezielle und die allgemeine Relativitätstheorie''. 1917.
* ''Über die spezielle und die allgemeine Relativitätstheorie''. 1917.
* ''Mein Weltbild''. 1934.
* mit Sigmund Freud: ''Warum Krieg?''. 1933.
* ''The World As I See It''. 1934.
* mit Leopold Infeld: ''Die Evolution der Physik''. 1938.
* Albert Einstein und Sigmund Freud: ''Warum Krieg?''. 1933.
* ''Mein Weltbild''. Sammlung von Essays, Reden und Briefen.
* ''Out of My Later Years''. 1950.
* ''Ideas and Opinions''. Sammlung politischer, philosophischer und wissenschaftlicher Texte.
 
== Nachlass ==
 
Der grösste Teil von Einsteins wissenschaftlichem und persönlichem Nachlass befindet sich im Albert Einstein Archives der Hebräischen Universität Jerusalem.
 
Die Sammlung umfasst:
 
* wissenschaftliche Manuskripte;
* Notizbücher;
* Briefe;
* Fotografien;
* persönliche Dokumente;
* Vortragsmanuskripte;
* politische Stellungnahmen;
* Entwürfe und Berechnungen.
 
Das Einstein Papers Project veröffentlicht seit 1987 eine wissenschaftlich kommentierte Gesamtausgabe seiner Schriften und Korrespondenzen.
 
Auch die ETH-Bibliothek, die Universität Zürich, das Schweizerische Bundesarchiv und die Schweizerische Nationalbibliothek bewahren bedeutende Dokumente zu Einsteins Schweizer Jahren auf.
 
== Bedeutung ==
 
Albert Einstein veränderte das Verständnis von Raum, Zeit, Materie, Energie, Gravitation und Licht.
 
Seine wissenschaftliche Bedeutung beschränkt sich nicht auf eine einzelne Theorie. Er verband grundlegende begriffliche Fragen mit mathematischer Physik und mit experimentell überprüfbaren Vorhersagen.
 
Seine Schweizer Jahre waren für diese Entwicklung entscheidend. Die Ausbildung in Aarau und Zürich, die Arbeit in Bern, die Promotion an der Universität Zürich und die Professur an der ETH bildeten wesentliche Stationen seines wissenschaftlichen Aufstiegs.
 
Einstein war zugleich eine öffentliche Persönlichkeit, die sich zu Krieg, Nationalismus, Atomwaffen, Menschenrechten, jüdischer Kultur und internationaler Zusammenarbeit äusserte.
 
Sein Name steht heute weltweit für wissenschaftliche Kreativität, kritisches Denken und die Fähigkeit, scheinbar selbstverständliche Begriffe grundlegend neu zu untersuchen.


== Literatur ==
== Literatur ==


* Albrecht Fölsing: ''Albert Einstein. Eine Biographie''. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1993.
* Albrecht Fölsing: ''Albert Einstein. Eine Biographie''. Suhrkamp, Frankfurt am Main.
* Jürgen Neffe: ''Einstein. Eine Biographie''. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 2005.
* Jürgen Neffe: ''Einstein. Eine Biographie''. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg.
* Walter Isaacson: ''Einstein. His Life and Universe''. Simon & Schuster, New York 2007.
* Abraham Pais: ''Raffiniert ist der Herrgott. Albert Einstein – eine wissenschaftliche Biographie''. Vieweg, Braunschweig.
* Abraham Pais: ''Raffiniert ist der Herrgott. Albert Einstein. Eine wissenschaftliche Biographie''. Vieweg, Braunschweig 1986.
* Walter Isaacson: ''Einstein. Sein Leben, sein Universum''. C. Bertelsmann, München.
* Max Jammer: ''Einstein und die Religion''. Universitätsverlag Konstanz, Konstanz 1995.
* Thomas Levenson: ''Einstein in Berlin''. Aufbau-Verlag, Berlin.
* Dennis Overbye: ''Einstein in Love''. Viking, New York 2000.
* John Stachel: ''Einstein’s Miraculous Year''. Princeton University Press, Princeton.
* John Stachel: ''Einstein from B to Z''. Birkhäuser, Boston 2002.
* Diana Kormos-Buchwald und Michael D. Gordin: ''Free Creations of the Human Mind. The Worlds of Albert Einstein''. Oxford University Press, Oxford 2025.
* Thomas Levenson: ''Einstein in Berlin''. Bantam Books, New York 2003.
* ''The Collected Papers of Albert Einstein''. Princeton University Press, Princeton, fortlaufende Ausgabe.
* Hubert Goenner: ''Einstein in Berlin 1914–1933''. C. H. Beck, München 2005.
* Universität Zürich: Publikationen zu Einsteins Dissertation und Zürcher Professur.
* The Collected Papers of Albert Einstein. Princeton University Press, Princeton, seit 1987.
* ETH-Bibliothek: ''Albert Einstein’s Zurich''. Zürich.
* Günter Scharf: ''Einstein, Albert''. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
* Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum: Publikationen zu Einstein am Patentamt.


== Siehe auch ==
== Siehe auch ==
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== Weblinks ==
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* [https://hls-dhs-dss.ch/de/articles/028814/ Albert Einstein im Historischen Lexikon der Schweiz]
* [https://www.einstein.caltech.edu/ Einstein Papers Project]
* [https://library.ethz.ch/standorte-und-medien/plattformen/einstein-online.html Einstein Online der ETH-Bibliothek]
* [https://albert-einstein.huji.ac.il/ Albert Einstein Archives der Hebräischen Universität Jerusalem]
* [https://www.uzh.ch/de/researchinnovation/excellence/nobelprize/einstein.html Albert Einstein an der Universität Zürich]
* [https://www.nobelprize.org/prizes/physics/1921/einstein/facts/ Albert Einstein bei Nobelprize.org]
* [https://www.ias.edu/scholars/einstein Albert Einstein beim Institute for Advanced Study]
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* [https://www.einstein-bern.ch/ Einstein-Haus Bern]
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* [https://www.ige.ch/de/ueber-uns/geschichte-des-ige/einstein Albert Einstein beim Eidgenössischen Institut für Geistiges Eigentum]
* [https://history.aip.org/exhibits/einstein/ Einstein – Image and Impact]
* [https://www.nobelprize.org/prizes/physics/1921/einstein/facts/ Albert Einstein auf der Website des Nobelpreises]
* [https://www.ias.edu/scholars/einstein Albert Einstein beim Institute for Advanced Study]
* [https://einsteinpapers.press.princeton.edu/ The Digital Einstein Papers]
* [https://albert-einstein.huji.ac.il/ Albert Einstein Archives]
* [https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Albert_Einstein Bilder und Mediendateien zu Albert Einstein]
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Aktuelle Version vom 23. Juli 2026, 19:52 Uhr

Albert Einstein
Albert Einstein, 1947
Geboren 14. März 1879 in Ulm
Gestorben 18. April 1955 in Princeton, New Jersey
Beruf Theoretischer Physiker, Hochschullehrer
Fachgebiet Theoretische Physik
Staatsangehörigkeit Schweizer seit 1901; zusätzlich deutsch bis 1933 und US-amerikanisch seit 1940
Ausbildung Kantonsschule Aarau, Eidgenössisches Polytechnikum Zürich
Doktorat Universität Zürich, 1906
Wirkungsorte Bern, Zürich, Prag, Berlin, Princeton
Bekannt für Spezielle und allgemeine Relativitätstheorie, Lichtquantenhypothese, Erklärung der Brownschen Bewegung, Masse-Energie-Äquivalenz, Bose-Einstein-Statistik
Nobelpreis Physik 1921
Ehepartnerinnen Mileva Marić, Elsa Einstein
Kinder Lieserl, Hans Albert und Eduard Einstein
Unterschrift Unterschrift Albert Einsteins

Albert Einstein (* 14. März 1879 in Ulm, Königreich Württemberg; † 18. April 1955 in Princeton, New Jersey) war ein schweizerisch-deutsch-amerikanischer theoretischer Physiker. Er zählt zu den einflussreichsten Naturwissenschaftlern des 20. Jahrhunderts und prägte mit seinen Arbeiten die moderne Vorstellung von Raum, Zeit, Gravitation, Licht und Materie.

Einstein entwickelte 1905 die spezielle Relativitätstheorie und leitete daraus die Äquivalenz von Masse und Energie ab, die gewöhnlich durch die Formel <math>E=mc^2</math> ausgedrückt wird. Mit seiner Lichtquantenhypothese lieferte er einen grundlegenden Beitrag zur Entstehung der Quantentheorie. Seine Erklärung der Brownschen Bewegung stärkte die physikalischen Belege für die Existenz von Atomen und Molekülen.

1915 vollendete Einstein die allgemeine Relativitätstheorie. Darin beschrieb er die Gravitation nicht mehr als gewöhnliche Kraft, sondern als Folge der Krümmung von Raum und Zeit durch Materie und Energie. Die Theorie veränderte die Grundlagen der Physik und wurde zu einem zentralen Ausgangspunkt der modernen Kosmologie.

Für seine Verdienste um die theoretische Physik, insbesondere für die Entdeckung des Gesetzes des photoelektrischen Effekts, erhielt Einstein den Nobelpreis für Physik des Jahres 1921. Der Preis wurde ihm 1922 zugesprochen und überreicht.[1]

Einsteins wissenschaftliche und persönliche Entwicklung war eng mit der Schweiz verbunden. Er besuchte die Kantonsschule in Aarau, studierte am Eidgenössischen Polytechnikum in Zürich, wurde 1901 Schweizer Bürger, arbeitete am Eidgenössischen Amt für geistiges Eigentum in Bern und lehrte an der Universität Zürich sowie an der ETH Zürich. Seine Schweizer Staatsangehörigkeit behielt er bis zu seinem Tod.

Herkunft und Familie

Albert Einstein wurde als Sohn von Hermann Einstein und Pauline Einstein, geborene Koch, in Ulm geboren. Die Familie war jüdischer Herkunft, lebte ihre Religion jedoch nur wenig traditionell.

Sein Vater und dessen Bruder Jakob Einstein waren als Unternehmer in der elektrotechnischen Industrie tätig. Sie betrieben zunächst in München und später in Italien Unternehmen, die elektrische Anlagen und Gleichstrommaschinen herstellten.

Einsteins jüngere Schwester Maria, genannt Maja, wurde 1881 geboren. Zwischen den Geschwistern bestand bis zu Majas Tod 1951 eine enge Beziehung.

1880 zog die Familie von Ulm nach München. Dort gründeten Hermann und Jakob Einstein eine elektrotechnische Firma. Albert wuchs in einem bürgerlichen Umfeld auf, das von technischem Unternehmertum, Musik und einer weitgehend liberalen Weltanschauung geprägt war.

Kindheit und Schulzeit

Einstein besuchte zunächst eine katholische Volksschule und danach das Luitpold-Gymnasium in München. Schon als Kind interessierte er sich stark für mathematische und naturwissenschaftliche Fragen.

Eine oft wiederholte Behauptung, Einstein sei ein schlechter Schüler gewesen oder in Mathematik durchgefallen, trifft nicht zu. Seine Leistungen in Mathematik und Physik waren ausgezeichnet. Schwierigkeiten hatte er vor allem mit dem autoritären Schulbetrieb und mit Unterrichtsfächern, die stark auf Auswendiglernen ausgerichtet waren.

Als Jugendlicher beschäftigte er sich selbstständig mit Geometrie, Algebra, Physik und philosophischen Fragen. Ein entscheidendes Erlebnis war nach seinen späteren Erinnerungen die Betrachtung eines Kompasses. Die unsichtbare Kraft, welche die Nadel ausrichtete, weckte sein Interesse an physikalischen Feldern.

1894 übersiedelte die Familie wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten nach Italien. Albert blieb zunächst in München, verliess das Gymnasium jedoch ohne Abschluss und folgte seiner Familie nach Mailand und Pavia.

Um dem deutschen Militärdienst und den damit verbundenen staatsbürgerlichen Pflichten zu entgehen, beantragte er die Entlassung aus der württembergischen Staatsangehörigkeit. Von 1896 bis 1901 war er staatenlos.

Ausbildung in der Schweiz

Aufnahmeprüfung am Polytechnikum

1895 bewarb sich Einstein im Alter von sechzehn Jahren um die Aufnahme am Eidgenössischen Polytechnikum in Zürich, der heutigen ETH Zürich.

Da er noch keinen anerkannten Mittelschulabschluss besass, musste er eine Aufnahmeprüfung ablegen. In Mathematik und Physik erzielte er sehr gute Ergebnisse. Seine Leistungen in Sprachen, Literatur und weiteren allgemeinbildenden Fächern reichten jedoch nicht für die sofortige Zulassung aus.

Der Direktor des Polytechnikums empfahl ihm, zunächst eine schweizerische Mittelschule zu besuchen und die Maturität abzulegen.

Kantonsschule Aarau

Einstein trat 1895 in die Kantonsschule Aarau ein. Während seines Aufenthalts wohnte er bei der Familie seines Lehrers Jost Winteler.

Der Unterricht in Aarau unterschied sich deutlich vom autoritären Schulmodell, das Einstein in München erlebt hatte. Die Schule förderte selbstständiges Denken, Diskussionen und anschauliche Experimente.

In Aarau beschäftigte sich Einstein mit Gedankenexperimenten, die später für seine Relativitätstheorie bedeutsam wurden. Er fragte sich unter anderem, wie eine Lichtwelle erscheinen würde, wenn sich ein Beobachter mit Lichtgeschwindigkeit neben ihr bewegte.

1896 bestand Einstein die schweizerische Maturitätsprüfung. Seine besten Noten erhielt er in Mathematik und Physik.[2]

Studium in Zürich

Im Oktober 1896 begann Einstein am Eidgenössischen Polytechnikum das Studium in der Fachlehrerabteilung für Mathematik und Physik.

Zu seinen Mitstudierenden gehörten:

  • Marcel Grossmann;
  • Michele Besso;
  • Jakob Ehrat;
  • Louis Kollros;
  • Mileva Marić.

Mileva Marić stammte aus dem damaligen Österreich-Ungarn und war eine der wenigen Frauen, die zu dieser Zeit am Polytechnikum Naturwissenschaften studierten. Zwischen ihr und Einstein entstand eine enge persönliche und intellektuelle Beziehung.

Einstein interessierte sich besonders für theoretische Physik und las eigenständig Arbeiten von James Clerk Maxwell, Ludwig Boltzmann, Gustav Kirchhoff, Hermann von Helmholtz und Heinrich Hertz.

Den regulären Vorlesungsbetrieb besuchte er nicht immer zuverlässig. Er bevorzugte selbstständiges Lernen und nutzte teilweise die sorgfältigen Mitschriften Marcel Grossmanns.

Im Jahr 1900 schloss Einstein sein Studium mit dem Fachlehrerdiplom für Mathematik und Physik ab. Trotz seiner starken fachlichen Begabung erhielt er keine Assistentenstelle am Polytechnikum.

Schweizer Bürgerrecht

Einstein hatte bereits während seines Studiums die Absicht, Schweizer Bürger zu werden. Von seinem geringen Einkommen legte er regelmässig Geld für die Einbürgerungsgebühren zurück.

Am 21. Februar 1901 erhielt er das Schweizer Bürgerrecht. Gleichzeitig wurde er Bürger der Stadt Zürich.[2]

Die Schweizer Staatsangehörigkeit blieb ein dauerhafter Bestandteil seiner Identität. Auch als er später erneut eine deutsche und danach die US-amerikanische Staatsangehörigkeit besass, behielt er den Schweizer Pass.

Bei der militärischen Musterung wurde Einstein aus gesundheitlichen Gründen für dienstuntauglich erklärt.

Erste Berufsjahre

Nach dem Studienabschluss fand Einstein zunächst keine dauerhafte wissenschaftliche Stelle.

Er arbeitete zeitweise als Aushilfslehrer in Winterthur und Schaffhausen. Daneben gab er Privatunterricht und bereitete wissenschaftliche Veröffentlichungen vor.

Ende 1901 bewarb er sich auf Empfehlung der Familie seines Studienfreunds Marcel Grossmann um eine Stelle beim Eidgenössischen Amt für geistiges Eigentum in Bern.

Im Juni 1902 erhielt er die Anstellung als technischer Experte dritter Klasse. Seine Aufgabe bestand darin, Patentanmeldungen insbesondere für elektrotechnische und mechanische Erfindungen auf Neuheit, Funktionsweise und ausreichende Beschreibung zu prüfen.[3]

Jahre in Bern

Leben am Patentamt

Einstein arbeitete von 1902 bis 1909 am Eidgenössischen Amt für geistiges Eigentum.

Die Tätigkeit verlangte, technische Ideen rasch auf ihre wesentlichen Prinzipien zu reduzieren. Diese Art des abstrakten Denkens entsprach Einsteins wissenschaftlicher Arbeitsweise.

Seine Vorgesetzten bewerteten ihn als zuverlässigen und fachlich begabten Mitarbeiter. 1906 wurde er zum technischen Experten zweiter Klasse befördert.

Die reguläre Anstellung gab Einstein wirtschaftliche Sicherheit und liess ihm ausserhalb der Arbeitszeit genügend Raum für theoretische Forschungen.

Das Patentamt befand sich damals an der Ecke Speichergasse und Genfergasse in Bern. Einstein arbeitete dort an einem Stehpult und prüfte unter anderem Erfindungen zur elektrischen Signalübertragung, Zeitmessung und Synchronisierung.[3]

Akademie Olympia

In Bern gründete Einstein mit seinen Freunden Maurice Solovine und Conrad Habicht einen informellen Gesprächskreis, den sie scherzhaft Akademie Olympia nannten.

Die Mitglieder trafen sich regelmässig, lasen wissenschaftliche und philosophische Werke und diskutierten über Physik, Erkenntnistheorie, Literatur und Gesellschaft.

Zu den behandelten Autoren gehörten:

  • David Hume;
  • Ernst Mach;
  • Henri Poincaré;
  • Baruch de Spinoza;
  • Miguel de Cervantes;
  • Sophokles.

Die Gespräche der Akademie Olympia waren für Einsteins geistige Entwicklung wichtig. Solovine und Habicht blieben ihm auch nach dem Ende der Berner Jahre freundschaftlich verbunden.

Ehe mit Mileva Marić

Albert Einstein und Mileva Marić heirateten am 6. Januar 1903 in Bern.

Bereits 1902 war ihre Tochter Lieserl geboren worden. Über ihr weiteres Leben liegen nur wenige gesicherte Informationen vor. Es ist nicht geklärt, ob sie früh starb oder zur Adoption freigegeben wurde.

1904 kam der Sohn Hans Albert Einstein zur Welt. Er wurde später ein bedeutender Ingenieur und Professor für Wasserbau an der University of California in Berkeley.

Der zweite Sohn, Eduard Einstein, wurde 1910 in Zürich geboren. Er studierte Medizin, erkrankte jedoch als junger Erwachsener schwer und verbrachte einen erheblichen Teil seines späteren Lebens in psychiatrischer Behandlung.

Von 1903 bis 1905 lebte die Familie an der Kramgasse 49 in der Berner Altstadt. In der damaligen Wohnung befindet sich heute das Einstein-Haus Bern.[4]

Das Wunderjahr 1905

Das Jahr 1905 wird als Einsteins Annus mirabilis oder Wunderjahr bezeichnet.

Während er weiterhin vollzeitlich am Patentamt arbeitete, veröffentlichte er innerhalb weniger Monate mehrere Arbeiten, welche die Grundlagen der modernen Physik veränderten.

Einsteins wichtigste Arbeiten des Jahres 1905
Thema Deutscher Titel Bedeutung
Lichtquanten Über einen die Erzeugung und Verwandlung des Lichtes betreffenden heuristischen Gesichtspunkt Erklärung des photoelektrischen Effekts und grundlegender Beitrag zur Quantentheorie
Brownsche Bewegung Über die von der molekularkinetischen Theorie der Wärme geforderte Bewegung von in ruhenden Flüssigkeiten suspendierten Teilchen Physikalische Bestätigung der atomistischen Materietheorie
Spezielle Relativitätstheorie Zur Elektrodynamik bewegter Körper Neue Theorie von Raum, Zeit und Bewegung
Masse und Energie Ist die Trägheit eines Körpers von seinem Energieinhalt abhängig? Herleitung der Masse-Energie-Äquivalenz
Dissertation Eine neue Bestimmung der Moleküldimensionen Verfahren zur Bestimmung molekularer Grössen

Lichtquantenhypothese

Max Planck hatte 1900 angenommen, dass Materie Energie nur in bestimmten Portionen aufnehmen oder abgeben könne.

Einstein ging 1905 einen entscheidenden Schritt weiter. Er schlug vor, dass sich auch Licht unter bestimmten Umständen so verhalte, als bestehe es aus einzelnen Energiequanten.

Die Energie eines solchen Lichtquants ist proportional zur Frequenz des Lichts:

<math>E=h\nu</math>

Dabei bezeichnet <math>h</math> das Plancksche Wirkungsquantum und <math>\nu</math> die Frequenz.

Mit dieser Annahme erklärte Einstein den photoelektrischen Effekt. Trifft Licht auf bestimmte Metalloberflächen, können Elektronen herausgelöst werden. Entscheidend ist dabei nicht allein die Intensität, sondern vor allem die Frequenz des Lichts.

Diese Arbeit wurde zum Ausgangspunkt des späteren Photonenbegriffs und war der wichtigste konkrete Grund für die Verleihung des Nobelpreises.[1]

Brownsche Bewegung

Unter der Brownschen Bewegung versteht man die unregelmässige Bewegung sehr kleiner Teilchen in Flüssigkeiten oder Gasen.

Einstein zeigte mathematisch, dass diese Bewegung durch zufällige Zusammenstösse mit unsichtbaren Molekülen erklärt werden kann.

Seine Theorie ermöglichte es, aus beobachtbaren Bewegungen die Grösse von Molekülen und die Avogadro-Konstante zu bestimmen.

Die späteren experimentellen Bestätigungen durch Jean Perrin lieferten überzeugende Belege dafür, dass Atome und Moleküle reale physikalische Einheiten sind. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war ihre tatsächliche Existenz unter einigen Wissenschaftlern noch umstritten.

Spezielle Relativitätstheorie

Die spezielle Relativitätstheorie beruht auf zwei Grundannahmen:

  • Die Gesetze der Physik besitzen in allen gleichförmig bewegten Bezugssystemen dieselbe Form.
  • Die Lichtgeschwindigkeit im Vakuum ist für alle gleichförmig bewegten Beobachter gleich.

Aus diesen Prinzipien ergeben sich weitreichende Konsequenzen.

Zeitabstände und Längen sind nicht für alle Beobachter identisch. Bewegte Uhren erscheinen langsamer, bewegte Gegenstände in Bewegungsrichtung verkürzt. Ereignisse, die für einen Beobachter gleichzeitig stattfinden, müssen für einen anderen Beobachter nicht gleichzeitig sein.

Raum und Zeit bilden somit keine voneinander unabhängigen, absolut feststehenden Grössen. Hermann Minkowski fasste diese Erkenntnis später im Begriff der vierdimensionalen Raumzeit zusammen.

Masse-Energie-Äquivalenz

In einer kurzen Ergänzung zur speziellen Relativitätstheorie zeigte Einstein, dass Masse und Energie zwei Erscheinungsformen derselben physikalischen Grösse sind.

Die Beziehung wird in ihrer bekanntesten Form geschrieben als:

<math>E=mc^2</math>

Dabei bezeichnet <math>E</math> die Energie, <math>m</math> die Masse und <math>c</math> die Lichtgeschwindigkeit.

Da die Lichtgeschwindigkeit sehr gross ist, entspricht bereits eine geringe Masse einer ausserordentlich grossen Energiemenge.

Die Formel bildet eine Grundlage für das Verständnis von Kernreaktionen, Sternenenergie und Teilchenphysik. Sie bedeutet jedoch nicht, dass Einstein die Atombombe erfunden hätte. An deren technischer Entwicklung war er nicht beteiligt.

Doktorat an der Universität Zürich

Einstein reichte seine Dissertation Eine neue Bestimmung der Moleküldimensionen 1905 an der Universität Zürich ein.

Das Eidgenössische Polytechnikum besass damals noch kein eigenes Promotionsrecht. Deshalb musste die Arbeit bei der Universität Zürich eingereicht werden.

Am 15. Januar 1906 wurde Einstein der Doktortitel verliehen.[5]

Die Dissertation entwickelte ein Verfahren zur Berechnung molekularer Dimensionen aus den Eigenschaften von Zuckerlösungen. Sie wurde zu einer seiner am häufigsten praktisch verwendeten wissenschaftlichen Arbeiten.

Einsteins Doktoratsurkunde gelangte nach mehreren Besitzerwechseln ins Ausland und kehrte im 21. Jahrhundert an die Universität Zürich zurück.

Beginn der akademischen Laufbahn

1908 habilitierte sich Einstein an der Universität Bern. Danach lehrte er dort als Privatdozent.

Die Vorlesungen waren zunächst nur schwach besucht. Ein Teil seiner Lehrveranstaltungen fand vor wenigen Studenten statt.

1909 erhielt Einstein seine erste ordentliche akademische Stellung als ausserordentlicher Professor für theoretische Physik an der Universität Zürich. Im Herbst desselben Jahres verliess er das Patentamt.[3]

Von 1909 bis 1911 forschte und lehrte er im damaligen Physikgebäude der Universität Zürich an der Rämistrasse 69.[5]

1911 nahm Einstein eine Professur an der Deutschen Universität in Prag an. Bereits 1912 kehrte er nach Zürich zurück und wurde Professor für theoretische Physik am Eidgenössischen Polytechnikum.

An seiner früheren Hochschule arbeitete er eng mit Marcel Grossmann zusammen. Grossmann machte Einstein mit dem Tensorenkalkül von Gregorio Ricci-Curbastro und Tullio Levi-Civita vertraut. Diese mathematischen Methoden wurden für die Entwicklung der allgemeinen Relativitätstheorie entscheidend.

Berlin und allgemeine Relativitätstheorie

1914 wechselte Einstein nach Berlin.

Er wurde Mitglied der Preussischen Akademie der Wissenschaften, Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Physik und Professor ohne reguläre Lehrverpflichtung an der Universität Berlin.

Mileva und die beiden Söhne folgten ihm zunächst, kehrten jedoch bald nach Zürich zurück. Die Ehe war bereits schwer belastet und zerbrach endgültig.

Weg zur neuen Gravitationstheorie

Die spezielle Relativitätstheorie galt nur für gleichförmig bewegte Bezugssysteme und berücksichtigte die Gravitation nicht.

Einstein suchte deshalb nach einer umfassenderen Theorie, welche auch beschleunigte Bewegungen und Schwerkraft einbeziehen konnte.

Sein Ausgangspunkt war das Äquivalenzprinzip. Demnach sind die Wirkungen eines gleichförmig beschleunigten Bezugssystems lokal nicht von den Wirkungen eines Gravitationsfeldes zu unterscheiden.

Nach jahrelanger Arbeit legte Einstein im November 1915 die endgültigen Feldgleichungen der allgemeinen Relativitätstheorie vor.

In moderner Schreibweise können sie mit kosmologischer Konstante als

<math>G_{\mu\nu}+\Lambda g_{\mu\nu}=\frac{8\pi G}{c^4}T_{\mu\nu}</math>

dargestellt werden.

Die linke Seite beschreibt die Geometrie der Raumzeit, die rechte Seite die Verteilung von Materie und Energie.

Raumzeit und Gravitation

Nach der allgemeinen Relativitätstheorie krümmen Masse und Energie die Raumzeit. Frei bewegte Körper und Lichtstrahlen folgen den durch diese Geometrie bestimmten Bahnen.

Die Theorie erklärte unter anderem eine zuvor nicht vollständig verstandene Abweichung in der Bewegung des Planeten Merkur.

Einstein sagte weitere Effekte voraus:

  • Ablenkung von Licht im Gravitationsfeld;
  • gravitative Zeitdilatation;
  • gravitative Rotverschiebung;
  • Gravitationswellen;
  • Veränderung von Umlaufbahnen durch Raumzeitkrümmung.

Diese Vorhersagen wurden im Laufe des 20. und 21. Jahrhunderts durch zahlreiche Beobachtungen und Experimente bestätigt.

Sonnenfinsternis von 1919

Während einer totalen Sonnenfinsternis am 29. Mai 1919 untersuchten britische Expeditionen unter der Leitung von Arthur Eddington und Frank Dyson die scheinbare Position von Sternen nahe der Sonne.

Die Ergebnisse wurden als Bestätigung der von Einstein vorhergesagten Lichtablenkung veröffentlicht.

Die internationale Presse machte Einstein daraufhin innerhalb weniger Tage weltberühmt. Er wurde zur öffentlichen Symbolfigur einer wissenschaftlichen Revolution.

Die Messungen von 1919 waren weniger genau, als zeitgenössische Berichte teilweise vermuten liessen. Spätere Beobachtungen bestätigten den Effekt jedoch mit wesentlich höherer Präzision.

Ehe mit Elsa Einstein

Die Ehe von Albert und Mileva Einstein wurde 1919 geschieden.

Im Scheidungsvertrag verpflichtete sich Einstein, ein mögliches künftiges Nobelpreisgeld an Mileva zu übertragen. Nach der Preisverleihung erhielt sie das Geld und verwendete es unter anderem für den Erwerb von Immobilien in Zürich.

Noch im Jahr 1919 heiratete Einstein seine Cousine Elsa Löwenthal, geborene Einstein.

Elsa begleitete ihn auf zahlreichen Reisen und schützte ihn zunehmend vor der grossen Zahl von Besuchern, Briefen und öffentlichen Verpflichtungen.

Sie starb 1936 in Princeton.

Nobelpreis für Physik

Einstein wurde bereits ab 1910 mehrfach für den Nobelpreis vorgeschlagen.

Die Relativitätstheorie war im Nobelkomitee lange umstritten. Einigen Mitgliedern erschien ihre experimentelle Bestätigung noch nicht ausreichend.

1922 entschied die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften, Einstein den zurückbehaltenen Nobelpreis für Physik des Jahres 1921 zu verleihen.

Die offizielle Begründung lautete, der Preis werde für seine Verdienste um die theoretische Physik und insbesondere für die Entdeckung des Gesetzes des photoelektrischen Effekts vergeben.[1]

Einstein befand sich zum Zeitpunkt der Preiszeremonie auf einer Reise in Ostasien und nahm nicht persönlich teil. Seine Nobelvorlesung hielt er 1923 in Göteborg. Dabei sprach er hauptsächlich über die Relativitätstheorie und nicht über den photoelektrischen Effekt.

Weitere wissenschaftliche Arbeiten

Quantentheorie

Obwohl Einstein zu den Mitbegründern der Quantentheorie gehörte, lehnte er ihre später verbreitete rein wahrscheinlichkeitstheoretische Deutung ab.

Zu seinen wichtigen Beiträgen gehören:

  • Einführung der Lichtquantenhypothese;
  • Theorie der spezifischen Wärme fester Körper;
  • Beschreibung spontaner und stimulierter Emission;
  • Grundlagen des Laserprinzips;
  • Bose-Einstein-Statistik;
  • Vorhersage des Bose-Einstein-Kondensats;
  • Untersuchungen zum Welle-Teilchen-Dualismus.

1916 und 1917 entwickelte Einstein eine Theorie der Wechselwirkung zwischen Strahlung und Materie. Dabei führte er die Begriffe der spontanen und stimulierten Emission ein. Die stimulierte Emission bildet die physikalische Grundlage des Lasers.

Bose-Einstein-Statistik

1924 sandte der indische Physiker Satyendranath Bose Einstein eine Arbeit über die statistische Behandlung von Lichtquanten.

Einstein erkannte die Bedeutung des Ansatzes, übersetzte die Arbeit ins Deutsche und sorgte für ihre Veröffentlichung.

Er übertrug Boses Methode anschliessend auf Teilchen mit ganzzahligem Spin. Die daraus entstandene Bose-Einstein-Statistik beschreibt eine Klasse von Teilchen, die heute Bosonen genannt werden.

Einstein sagte voraus, dass sich bei sehr tiefen Temperaturen viele solcher Teilchen im gleichen Quantenzustand sammeln können. Dieses Bose-Einstein-Kondensat wurde 1995 erstmals experimentell in verdünnten atomaren Gasen erzeugt.

Debatte mit Niels Bohr

Einstein akzeptierte die mathematischen Erfolge der Quantenmechanik, bezweifelte jedoch, dass ihre übliche Deutung eine vollständige Beschreibung der Wirklichkeit liefere.

Besonders auf den Solvay-Konferenzen diskutierte er intensiv mit Niels Bohr.

Einstein entwickelte Gedankenexperimente, mit denen er mögliche Widersprüche oder Unvollständigkeiten der Quantentheorie aufzeigen wollte. Bohr antwortete jeweils mit einer Interpretation im Rahmen der Quantenmechanik.

Die Debatte betraf grundlegende Fragen:

  • Besitzen physikalische Grössen unabhängig von einer Messung bestimmte Werte?
  • Ist der Zufall ein grundlegender Bestandteil der Natur?
  • Kann eine Theorie vollständig sein, wenn sie nur Wahrscheinlichkeiten vorhersagt?
  • Welche Rolle spielt der Messvorgang?

EPR-Paradoxon

1935 veröffentlichten Einstein, Boris Podolsky und Nathan Rosen eine Arbeit, die später als EPR-Paradoxon bekannt wurde.

Sie beschrieben zwei miteinander wechselwirkende Quantensysteme, deren Messergebnisse auch nach grosser räumlicher Trennung eng miteinander verbunden bleiben.

Einstein sah darin einen Hinweis, dass die Quantenmechanik unvollständig sein müsse.

Spätere theoretische und experimentelle Arbeiten, insbesondere die Bellschen Ungleichungen und Versuche zur Quantenverschränkung, zeigten, dass die Natur keine Theorie lokaler verborgener Variablen zulässt.

Einsteins Einwände trugen damit wesentlich zur Klärung der Grundlagen der Quantenphysik und zur Entwicklung moderner Quantentechnologien bei.

Kosmologie

1917 wandte Einstein die allgemeine Relativitätstheorie auf das Universum als Ganzes an.

Da er zunächst von einem statischen Universum ausging, führte er die kosmologische Konstante <math>\Lambda</math> in seine Gleichungen ein.

Beobachtungen von Edwin Hubble und anderen Astronomen zeigten später, dass sich das Universum ausdehnt. Einstein akzeptierte das dynamische Weltbild.

Die kosmologische Konstante wurde gegen Ende des 20. Jahrhunderts erneut bedeutsam, als astronomische Beobachtungen auf eine beschleunigte Expansion des Universums hinwiesen.

Gravitationswellen

Einstein erkannte 1916, dass die Feldgleichungen wellenförmige Störungen der Raumzeit zulassen.

Diese Gravitationswellen breiten sich mit Lichtgeschwindigkeit aus.

Indirekte Hinweise wurden seit den 1970er-Jahren durch Beobachtungen von Doppelsternsystemen gewonnen. 2015 gelang erstmals der direkte Nachweis von Gravitationswellen, die bei der Verschmelzung zweier Schwarzer Löcher entstanden waren.

Vereinheitlichte Feldtheorie

In seinen späteren Lebensjahrzehnten suchte Einstein nach einer vereinheitlichten Feldtheorie, welche Gravitation und Elektromagnetismus in einem gemeinsamen mathematischen Rahmen beschreiben sollte.

Er untersuchte verschiedene geometrische Ansätze, konnte jedoch keine allgemein überzeugende Theorie entwickeln.

Die starke und schwache Kernkraft waren zu dieser Zeit noch nicht ausreichend verstanden. Eine vollständige Vereinheitlichung der fundamentalen Wechselwirkungen blieb daher ausser Reichweite.

Obwohl Einsteins konkrete Versuche erfolglos blieben, beeinflusste die Idee einer vereinheitlichten Beschreibung spätere Forschungen in Teilchenphysik und Quantengravitation.

Politisches und gesellschaftliches Engagement

Einstein beschränkte sich nicht auf wissenschaftliche Fragen. Er äusserte sich regelmässig zu Krieg, Nationalismus, Antisemitismus, Menschenrechten, Bildung und internationaler Zusammenarbeit.

Pazifismus

Während des Ersten Weltkriegs gehörte Einstein zu den wenigen prominenten deutschen Wissenschaftlern, die sich nicht mit der nationalistischen Kriegsbegeisterung identifizierten.

Er unterstützte 1914 einen Gegenaufruf zum nationalistischen Manifest der 93 und trat für eine Verständigung zwischen den europäischen Völkern ein.

In den 1920er-Jahren engagierte er sich für Abrüstung, Kriegsdienstverweigerung und internationale Organisationen.

Einstein arbeitete zeitweise in der Internationalen Kommission für geistige Zusammenarbeit des Völkerbunds mit. Er stand dabei unter anderem mit Marie Curie und weiteren führenden Wissenschaftlern im Austausch.[6]

Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme gab er seinen uneingeschränkten Pazifismus teilweise auf. Er betrachtete militärischen Widerstand gegen das nationalsozialistische Deutschland als notwendig.

Jüdisches Engagement und Zionismus

Einstein verstand sich kulturell als Jude, war jedoch nicht religiös im traditionellen Sinn.

Er unterstützte den Aufbau jüdischer Bildungs- und Wissenschaftseinrichtungen in Palästina und engagierte sich besonders für die Hebräische Universität Jerusalem.

1921 reiste er mit Chaim Weizmann in die Vereinigten Staaten, um Spenden für die geplante Universität zu sammeln.

Einstein befürwortete eine kulturelle und wissenschaftliche Erneuerung des Judentums. Gegenüber einem ausschliesslich nationalstaatlich ausgerichteten Zionismus blieb er skeptisch.

Er setzte sich für eine Verständigung und Zusammenarbeit zwischen jüdischer und arabischer Bevölkerung ein.[7]

Nach dem Tod des israelischen Staatspräsidenten Chaim Weizmann wurde Einstein 1952 das Amt des Präsidenten von Israel angeboten. Er lehnte ab und erklärte, ihm fehlten die für ein politisches Amt notwendigen Fähigkeiten und Erfahrungen.

Antirassismus und Bürgerrechte

In den Vereinigten Staaten setzte sich Einstein gegen Rassismus und Rassentrennung ein.

Er unterstützte afroamerikanische Bürgerrechtsorganisationen, pflegte Kontakt zu W. E. B. Du Bois und Paul Robeson und trat öffentlich gegen Diskriminierung auf.

Einstein bezeichnete den Rassismus in den Vereinigten Staaten als eine schwere gesellschaftliche Krankheit. Seine Haltung war auch durch die eigene Erfahrung von Antisemitismus und Verfolgung geprägt.

Sozialismus und Weltregierung

Einstein kritisierte die starke Konzentration wirtschaftlicher und politischer Macht.

1949 veröffentlichte er den Aufsatz Why Socialism?, in dem er für eine demokratisch kontrollierte, sozial orientierte Wirtschaftsordnung eintrat.

Nach dem Zweiten Weltkrieg befürwortete er eine überstaatliche politische Ordnung, welche internationale Konflikte begrenzen und die Kontrolle über Atomwaffen ermöglichen sollte.

Dabei lehnte er sowohl unkontrollierten Nationalismus als auch autoritäre Herrschaftssysteme ab.

Nationalsozialismus und Emigration

Seit den frühen 1920er-Jahren wurde Einstein in Deutschland Ziel antisemitischer und nationalistischer Angriffe.

Gegner bezeichneten die Relativitätstheorie als angeblich «jüdische Physik». Politische Extremisten bedrohten ihn öffentlich.

Als Adolf Hitler im Januar 1933 zum deutschen Reichskanzler ernannt wurde, hielt sich Einstein in den Vereinigten Staaten auf.

Er entschied, nicht nach Deutschland zurückzukehren. Im März 1933 erklärte er seinen Austritt aus der Preussischen Akademie der Wissenschaften und verzichtete auf seine deutsche Staatsangehörigkeit.

Sein Sommerhaus in Caputh wurde durchsucht, sein Eigentum in Deutschland beschlagnahmt und seine Schriften wurden öffentlich verbrannt.

Einstein hielt sich zunächst in Belgien und Grossbritannien auf. Noch 1933 nahm er eine Stellung am neu gegründeten Institute for Advanced Study in Princeton an.[8]

Leben in Princeton

Einstein gehörte von 1933 bis zu seinem Tod 1955 dem Institute for Advanced Study an.

Das Institut war keine Abteilung der Princeton University, arbeitete jedoch eng mit der Universität und anderen wissenschaftlichen Einrichtungen zusammen.

Einstein hatte dort keine regulären Lehrverpflichtungen. Er konnte sich auf Forschung, Korrespondenz und öffentliche Tätigkeiten konzentrieren.

Sein Haus befand sich an der Mercer Street 112 in Princeton. Er lebte dort mit Elsa Einstein, seiner Stieftochter Margot und zeitweise seiner Schwester Maja.

1940 erhielt Einstein die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Seine Schweizer Staatsangehörigkeit behielt er.

In Princeton arbeitete er weiterhin an Feldtheorien, diskutierte mit jüngeren Wissenschaftlern und nahm zu politischen und gesellschaftlichen Fragen Stellung.

Einstein und die Atombombe

Im Sommer 1939 informierten die aus Europa emigrierten Physiker Leó Szilárd und Eugene Wigner Einstein über die Möglichkeit einer nuklearen Kettenreaktion und die Gefahr, dass das nationalsozialistische Deutschland Atomwaffen entwickeln könnte.

Szilárd entwarf einen Brief an den amerikanischen Präsidenten Franklin D. Roosevelt, den Einstein am 2. August 1939 unterzeichnete.

Der Brief wies auf die militärische Bedeutung der Kernspaltung hin und empfahl, die Forschung in den Vereinigten Staaten zu unterstützen.

Einstein selbst arbeitete nicht am Manhattan-Projekt und erhielt wegen Sicherheitsbedenken keinen Zugang zu dessen geheimen Forschungen.

Nach dem Krieg bedauerte er die Entwicklung atomarer Massenvernichtungswaffen. Er erklärte, seine Unterstützung des Briefs sei durch die Befürchtung motiviert gewesen, Deutschland könne zuerst eine Atombombe bauen.

Einstein wurde Vorsitzender des Emergency Committee of Atomic Scientists und setzte sich für internationale Kontrolle der Atomenergie und nukleare Abrüstung ein.

Kurz vor seinem Tod unterzeichnete er das Russell-Einstein-Manifest. Darin warnten Bertrand Russell, Einstein und weitere Wissenschaftler vor den Folgen eines Atomkriegs und riefen zur friedlichen Lösung internationaler Konflikte auf.

Persönlichkeit und Interessen

Einstein wurde für seine unkonventionelle Lebensweise, seinen Humor und seine Abneigung gegen gesellschaftliche Förmlichkeit bekannt.

Er kleidete sich häufig einfach und trug sein Haar lang. Das später weltberühmte Erscheinungsbild entstand vor allem während seiner amerikanischen Jahre.

Einstein spielte seit seiner Kindheit Violine. Besonders schätzte er die Musik von Wolfgang Amadeus Mozart und Johann Sebastian Bach.

Das gemeinsame Musizieren war für ihn sowohl Freizeitbeschäftigung als auch eine Form geistiger Erholung.

Ein weiteres Interesse war das Segeln. Einstein besass zwar keine ausgeprägte technische Begabung als Segler, verbrachte aber gerne Zeit auf Seen und an der Küste.

Er pflegte umfangreiche Korrespondenzen mit Wissenschaftlern, Künstlern, Politikern, Kindern und Privatpersonen. Tausende Briefe und Manuskripte sind in Archiven erhalten.

Religion und Philosophie

Einstein lehnte die Vorstellung eines persönlichen Gottes ab, der in menschliche Angelegenheiten eingreife oder Gebete erfülle.

Er bezog sich häufig auf Baruch de Spinoza und sprach von einer religiösen Ehrfurcht vor der Ordnung und Verständlichkeit der Natur.

Seine Aussagen über Religion wurden später von sehr unterschiedlichen Gruppen zitiert. Sie lassen sich jedoch weder einfach einer traditionellen Religiosität noch einem kämpferischen Atheismus zuordnen.

Einstein unterschied zwischen institutioneller Religion, persönlichem Glauben und einem kosmischen religiösen Gefühl, das aus dem Staunen über die Natur hervorgehe.

Er beschäftigte sich ausserdem mit Fragen der Erkenntnistheorie, der wissenschaftlichen Realität und der Beziehung zwischen Erfahrung, Mathematik und Begriffsbildung.

Tod

Einstein litt an einer Erweiterung der Bauchschlagader.

Am 17. April 1955 wurde er in das Krankenhaus von Princeton gebracht. Er lehnte eine weitere Operation ab.

Albert Einstein starb am frühen Morgen des 18. April 1955 im Alter von 76 Jahren.

Sein Leichnam wurde noch am selben Tag eingeäschert. Die Asche wurde an einem nicht öffentlich bekannt gegebenen Ort verstreut.

Der Pathologe Thomas Stoltz Harvey entfernte bei der Obduktion Einsteins Gehirn, ohne zuvor eine eindeutige Zustimmung der Familie eingeholt zu haben. Teile davon wurden später für wissenschaftliche Untersuchungen verwendet. Die Vorgehensweise und der wissenschaftliche Wert dieser Untersuchungen sind bis heute umstritten.

Einsteins schriftlicher Nachlass gelangte gemäss seinem Testament überwiegend an die Hebräische Universität Jerusalem.

Verhältnis zur Schweiz

Die Schweiz nahm in Einsteins Leben eine besondere Stellung ein.

Er verbrachte hier entscheidende Ausbildungs- und Berufsjahre und entwickelte einen grossen Teil seiner grundlegenden wissenschaftlichen Ideen.

Wichtige Stationen Einsteins in der Schweiz
Zeitraum Ort Bedeutung
1895–1896 Aarau Besuch der Kantonsschule und Erwerb der Maturität
1896–1900 Zürich Studium am Eidgenössischen Polytechnikum
1901 Zürich Erwerb des Schweizer Bürgerrechts
1901–1902 Winterthur und Schaffhausen Tätigkeit als Lehrer
1902–1909 Bern Arbeit am Eidgenössischen Amt für geistiges Eigentum
1903–1905 Bern, Kramgasse 49 Familienwohnung und Entstehung der Arbeiten des Wunderjahrs
1905–1906 Zürich Dissertation und Promotion an der Universität Zürich
1908–1909 Bern Privatdozent an der Universität Bern
1909–1911 Zürich Professor an der Universität Zürich
1912–1914 Zürich Professor am Eidgenössischen Polytechnikum

Einstein sprach später häufig mit grosser Wertschätzung über die politische Freiheit und die vergleichsweise liberale Atmosphäre der Schweiz.

Gleichzeitig verlief sein beruflicher Beginn im Land keineswegs geradlinig. Nach dem Studium erhielt er zunächst keine akademische Stelle und musste mehrere Jahre auf eine Hochschulkarriere warten.

Seine Tätigkeit am Berner Patentamt verschaffte ihm jedoch die wirtschaftliche Sicherheit, in der die Arbeiten von 1905 entstehen konnten.

Bern

Bern gilt als der wichtigste Schauplatz von Einsteins frühem wissenschaftlichem Durchbruch.

An der Kramgasse 49 befindet sich heute das Einstein-Haus. Die ehemalige Wohnung zeigt Dokumente, Möbel und Informationen über sein Berner Leben.

Das Bernische Historische Museum besitzt eine umfangreiche Einstein-Ausstellung. Sie behandelt sowohl seine Biografie als auch die wissenschaftliche und politische Geschichte seiner Zeit.

Das Eidgenössische Institut für Geistiges Eigentum erinnert mit historischen Dokumenten an Einsteins Tätigkeit als Patentexperte.

Zürich

In Zürich studierte Einstein, lernte Mileva Marić kennen, erwarb das Bürgerrecht, promovierte und übernahm seine ersten bedeutenden Professuren.

Die ETH-Bibliothek verwahrt Briefe, Fotografien und amtliche Dokumente aus Einsteins Zürcher Jahren.

Auch die Universität Zürich besitzt bedeutende Zeugnisse, darunter die zurückgekehrte Doktoratsurkunde.

Mehrere Wohn- und Wirkungsorte Einsteins sind im Zürcher Hochschulquartier erhalten oder dokumentiert.

Aarau

Der Aufenthalt an der Kantonsschule Aarau war kurz, aber prägend.

Die offene Unterrichtskultur und das Familienleben bei Jost Winteler unterschieden sich stark von Einsteins Erfahrungen im Deutschen Kaiserreich.

Mit der Familie Winteler blieb er lange verbunden. Seine Schwester Maja heiratete später Paul Winteler, einen Sohn der Familie.

Wissenschaftliche Bedeutung

Einsteins Werk veränderte mehrere Bereiche der Physik grundlegend.

Die spezielle Relativitätstheorie vereinigte Mechanik und Elektrodynamik in einer neuen Vorstellung von Raum und Zeit.

Die allgemeine Relativitätstheorie ersetzte Newtons Gravitationstheorie nicht für alle praktischen Anwendungen, ordnete sie jedoch als Näherung innerhalb einer umfassenderen Theorie ein.

Die Lichtquantenhypothese eröffnete einen neuen Zugang zur Wechselwirkung von Licht und Materie.

Die Erklärung der Brownschen Bewegung verband mikroskopische Teilchenbewegungen mit makroskopisch messbaren Grössen.

Die Bose-Einstein-Statistik wurde zu einem Grundpfeiler der Quantenphysik.

Auch Einsteins kritische Einwände gegen die Quantenmechanik wirkten wissenschaftlich produktiv. Sie führten zu präziseren Untersuchungen von Verschränkung, Lokalität und Messung.

Technische Anwendungen

Viele moderne Technologien beruhen unmittelbar oder mittelbar auf physikalischen Erkenntnissen, zu denen Einstein beigetragen hat.

Dazu gehören:

  • Solarzellen und Lichtsensoren;
  • Digitalkameras;
  • Laser;
  • Halbleitertechnik;
  • Satellitennavigation;
  • Teilchenbeschleuniger;
  • Kernenergie;
  • medizinische Bildgebung;
  • Gravitationswellendetektoren;
  • Quanteninformationstechnologie.

Das globale Satellitennavigationssystem muss sowohl Effekte der speziellen als auch der allgemeinen Relativitätstheorie berücksichtigen. Ohne relativistische Zeitkorrekturen würden sich rasch erhebliche Positionsfehler ergeben.

Auszeichnungen

Auswahl bedeutender Ehrungen
Jahr Auszeichnung Verleihende Institution
1921 Nobelpreis für Physik Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften
1925 Copley-Medaille Royal Society
1926 Goldmedaille Royal Astronomical Society
1929 Max-Planck-Medaille Deutsche Physikalische Gesellschaft
1935 Franklin-Medaille Franklin Institute

Einstein erhielt zahlreiche Ehrendoktorate und Mitgliedschaften in wissenschaftlichen Akademien.

Mehrere Auszeichnungen, Forschungseinrichtungen, Schulen, Strassen und astronomische Objekte wurden nach ihm benannt.

Das chemische Element Einsteinium mit der Ordnungszahl 99 trägt ebenfalls seinen Namen.

Einstein als öffentliche Symbolfigur

Einsteins weltweite Bekanntheit ging weit über die Fachwelt hinaus.

Nach der Bestätigung der allgemeinen Relativitätstheorie im Jahr 1919 stellten Zeitungen ihn als wissenschaftliches Genie dar, das die Grundlagen von Raum und Zeit verändert habe.

Sein unverwechselbares Erscheinungsbild, seine pointierten Aussagen und sein politisches Engagement verstärkten diese öffentliche Wirkung.

Zahlreiche Zitate werden Einstein zugeschrieben, ohne dass sich eine zuverlässige Quelle nachweisen lässt. Bei angeblichen Einstein-Zitaten ist deshalb besondere Vorsicht geboten.

Ein häufig reproduziertes Foto zeigt ihn an seinem 72. Geburtstag im Jahr 1951 mit herausgestreckter Zunge. Das Bild wurde zu einer Ikone der Populärkultur.

1999 wählte das amerikanische Magazin Time Einstein zur Person des Jahrhunderts.

Nachlass und Forschung

Einsteins wissenschaftliche und private Dokumente bilden einen aussergewöhnlich umfangreichen Nachlass.

Die Albert Einstein Archives an der Hebräischen Universität Jerusalem verwahren Zehntausende Manuskriptseiten, Briefe, Notizbücher, Fotografien und persönliche Dokumente.

Das Einstein Papers Project am California Institute of Technology veröffentlicht seit 1987 die wissenschaftlich kommentierte Gesamtausgabe The Collected Papers of Albert Einstein.[9]

Die Bände enthalten:

  • wissenschaftliche Veröffentlichungen;
  • unveröffentlichte Manuskripte;
  • private und berufliche Korrespondenz;
  • politische Stellungnahmen;
  • Reiseberichte;
  • amtliche Dokumente;
  • zeitgenössische Reaktionen.

Digitale Ausgaben ermöglichen den weltweiten Zugang zu einem grossen Teil der Quellen.

Einsteins Leben und Werk sind weiterhin Gegenstand physikhistorischer, wissenschaftstheoretischer, politischer und biografischer Forschung.

Rezeption und Kontroversen

Einsteins wissenschaftliche Leistungen werden teilweise in stark vereinfachter Form dargestellt.

Die Relativitätstheorie entstand nicht ohne Vorläufer. Arbeiten von Hendrik Antoon Lorentz, Henri Poincaré, Hermann Minkowski, Marcel Grossmann und vielen weiteren Forschern waren für ihre Entwicklung bedeutsam.

Einsteins besondere Leistung bestand darin, bekannte Probleme in einen neuen physikalischen und begrifflichen Zusammenhang zu stellen.

Auch die Rolle Mileva Marićs wird kontrovers diskutiert. Briefe zeigen, dass das Paar während der Studien- und frühen Ehejahre intensiv über Physik sprach. Für eine Miturheberschaft Marićs an den grundlegenden Arbeiten von 1905 gibt es jedoch keine allgemein anerkannten dokumentarischen Belege.

Einige politische Aussagen Einsteins werden aus ihrem historischen Zusammenhang gelöst oder für heutige Debatten vereinnahmt. Seine Positionen veränderten sich im Laufe seines Lebens, insbesondere sein Verhältnis zum Pazifismus angesichts des Nationalsozialismus.

Bedeutung für die Schweiz

Einstein gehört zu den international bekanntesten Personen der Schweizer Wissenschaftsgeschichte.

Obwohl er nicht in der Schweiz geboren wurde, entstanden seine akademische Ausbildung, seine Staatsbürgerschaft und sein wissenschaftlicher Durchbruch wesentlich im schweizerischen Umfeld.

Seine Laufbahn verbindet mehrere bedeutende Institutionen:

  • Kantonsschule Aarau;
  • ETH Zürich;
  • Universität Zürich;
  • Universität Bern;
  • Eidgenössisches Amt für geistiges Eigentum.

Einsteins Lebensweg zeigt zugleich die Bedeutung internationaler Migration und akademischer Offenheit für die Entwicklung der Schweizer Wissenschaft.

Die Schweiz bot ihm als jungem Staatenlosen Zugang zu Bildung, Bürgerrecht und einer gesicherten beruflichen Tätigkeit. Einstein trug seinerseits wesentlich zum internationalen Ansehen der schweizerischen Hochschulen und Forschungslandschaft bei.

Werke

Wissenschaftliche Hauptwerke

  • Folgerungen aus den Capillaritätserscheinungen. 1901.
  • Über einen die Erzeugung und Verwandlung des Lichtes betreffenden heuristischen Gesichtspunkt. 1905.
  • Eine neue Bestimmung der Moleküldimensionen. 1905.
  • Über die von der molekularkinetischen Theorie der Wärme geforderte Bewegung von in ruhenden Flüssigkeiten suspendierten Teilchen. 1905.
  • Zur Elektrodynamik bewegter Körper. 1905.
  • Ist die Trägheit eines Körpers von seinem Energieinhalt abhängig?. 1905.
  • Die Grundlage der allgemeinen Relativitätstheorie. 1916.
  • Kosmologische Betrachtungen zur allgemeinen Relativitätstheorie. 1917.
  • Quantentheorie der Strahlung. 1917.
  • Quantentheorie des einatomigen idealen Gases. 1924–1925.
  • mit Boris Podolsky und Nathan Rosen: Can Quantum-Mechanical Description of Physical Reality Be Considered Complete?. 1935.

Bücher und allgemeinverständliche Schriften

  • Über die spezielle und die allgemeine Relativitätstheorie. 1917.
  • mit Sigmund Freud: Warum Krieg?. 1933.
  • mit Leopold Infeld: Die Evolution der Physik. 1938.
  • Mein Weltbild. Sammlung von Essays, Reden und Briefen.
  • Ideas and Opinions. Sammlung politischer, philosophischer und wissenschaftlicher Texte.

Literatur

  • Albrecht Fölsing: Albert Einstein. Eine Biographie. Suhrkamp, Frankfurt am Main.
  • Jürgen Neffe: Einstein. Eine Biographie. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg.
  • Abraham Pais: Raffiniert ist der Herrgott. Albert Einstein – eine wissenschaftliche Biographie. Vieweg, Braunschweig.
  • Walter Isaacson: Einstein. Sein Leben, sein Universum. C. Bertelsmann, München.
  • Thomas Levenson: Einstein in Berlin. Aufbau-Verlag, Berlin.
  • John Stachel: Einstein’s Miraculous Year. Princeton University Press, Princeton.
  • Diana Kormos-Buchwald und Michael D. Gordin: Free Creations of the Human Mind. The Worlds of Albert Einstein. Oxford University Press, Oxford 2025.
  • The Collected Papers of Albert Einstein. Princeton University Press, Princeton, fortlaufende Ausgabe.
  • Universität Zürich: Publikationen zu Einsteins Dissertation und Zürcher Professur.
  • ETH-Bibliothek: Albert Einstein’s Zurich. Zürich.
  • Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum: Publikationen zu Einstein am Patentamt.

Siehe auch

Einzelnachweise