SIX Group

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SIX Group
Offizieller Name SIX Group AG
Markenname SIX
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 2008
Sitz Zürich
Adresse Hardturmstrasse 201, 8005 Zürich
Branche Finanzmarktinfrastruktur und Finanzdienstleistungen
Geschäftsbereiche Exchanges, Securities Services, Financial Information und Banking Services
Verwaltungsratspräsident André Helfenstein
Chief Executive Officer Bjørn Sibbern
Mitarbeitende 4'177 Vollzeitstellen (2025)
Netto-Betriebsertrag 1,4965 Milliarden Franken (2025)
Eigentümer rund 120 in- und ausländische Finanzinstitute
Website six-group.com

Die SIX Group AG, im Marktauftritt meist kurz SIX genannt, ist eine international tätige Betreiberin von Finanzmarktinfrastrukturen mit Sitz in Zürich. Das Unternehmen betreibt Börsen und Handelsplattformen, erbringt Dienstleistungen für die Abwicklung und Verwahrung von Wertschriften, liefert Finanzinformationen und stellt zentrale Infrastrukturen für den schweizerischen Zahlungsverkehr bereit.[1]

Zu den bekanntesten Einrichtungen der Gruppe gehören die SIX Swiss Exchange, die spanische Börsengruppe Bolsas y Mercados Españoles (BME), die britische Aquis Exchange, die digitale Finanzmarktinfrastruktur SIX Digital Exchange sowie die Zentralverwahrerin SIX SIS. Im Auftrag und unter der Aufsicht der Schweizerischen Nationalbank betreibt SIX zudem das Swiss-Interbank-Clearing-System, über das Zahlungen in Schweizer Franken zwischen Finanzinstituten abgewickelt werden.[2]

SIX ist nicht börsenkotiert. Die Aktien befinden sich im Besitz von rund 120 schweizerischen und ausländischen Finanzinstituten, die gleichzeitig zu den wichtigsten Nutzern der Infrastruktur gehören. Kein einzelner Eigentümer und keine Bankengruppe verfügt über eine absolute Mehrheit.[3]

Bezeichnung

Die rechtlich eingetragene Muttergesellschaft heisst SIX Group AG. Im öffentlichen Auftritt verwendet sie überwiegend den Namen SIX. Die Bezeichnung wird auch in den Namen zahlreicher Tochtergesellschaften und Angebote verwendet, darunter SIX Swiss Exchange, SIX SIS, SIX x-clear und SIX Digital Exchange.

Die Gesellschaft ist von der SIX Swiss Exchange zu unterscheiden. SIX Swiss Exchange ist eine von der Gruppe betriebene Schweizer Börse, während SIX Group AG als Holdinggesellschaft mehrere Börsen, Abwicklungsinfrastrukturen, Datenanbieter und Zahlungssysteme kontrolliert.

Auch die früher unter der Marke SIX Payment Services geführten Händler- und Kartenakzeptanzdienste sind nicht mehr vollständig Bestandteil der Gruppe. Dieses Geschäft wurde 2018 an den französischen Zahlungsdienstleister Worldline übertragen.[4]

Geschichte

Historische Wurzeln

Die Geschichte der heutigen SIX reicht über ihre formelle Gründung im Jahr 2008 hinaus. Ihre Vorgängerorganisationen entstanden aus der Zusammenarbeit schweizerischer Banken bei Börsenhandel, Wertschriftenabwicklung, Finanzinformationen und Zahlungsverkehr.

Zu den historischen Wurzeln gehören:

  • die regionalen Börsen der Schweiz;
  • die spätere Schweizer Börse SWX;
  • die Finanzinformationsanbieterin Telekurs;
  • die Wertschriftenabwicklungsgruppe SIS;
  • die schweizerischen Interbank-Zahlungssysteme.

Telekurs entwickelte sich aus einer 1930 von Schweizer Banken geschaffenen Organisation zur Beschaffung und Verbreitung von Börsenkursen. Mit der zunehmenden Automatisierung des Finanzwesens erweiterte das Unternehmen seine Tätigkeit auf elektronische Finanzinformationen, Kartendienste und Zahlungsverkehr.

Die regionalen Börsen von Zürich, Basel und Genf wurden in den 1990er-Jahren in einer gemeinsamen Schweizer Börsenorganisation zusammengeführt. Zwischen Dezember 1995 und August 1996 stellte die Schweizer Börse den Handel vollständig auf ein elektronisches System um. Sie gehörte damit zu den ersten grossen Börsen, die den traditionellen Ringhandel vollständig durch elektronischen Handel ersetzten.[5]

Die SIS-Gruppe war auf die Abrechnung, Abwicklung und Verwahrung von Wertschriften spezialisiert. Sie betrieb zentrale Systeme, mit denen Banken und andere Finanzmarktteilnehmer Transaktionen nach dem Börsenabschluss erfüllen konnten.

Gründung von SIX

Im Jahr 2008 wurden die SWX Group, die SIS Group und Telekurs zur neuen SIX Group zusammengeführt. Die fusionierte Gesellschaft deckte damit wesentliche Teile der Wertschöpfungskette des Finanzmarkts ab: Börsenhandel, Clearing, Wertschriftenabwicklung, Verwahrung, Finanzinformationen und Zahlungsverkehr.[6]

Die Zusammenführung sollte Doppelstrukturen beseitigen, technische Plattformen vereinheitlichen und die Wettbewerbsfähigkeit der schweizerischen Finanzmarktinfrastruktur erhöhen. Gleichzeitig blieb die Gruppe im Eigentum ihrer wichtigsten Nutzer, insbesondere von Banken.

Der Börsenbereich trat zunächst unter der Bezeichnung SWX Swiss Exchange und später als SIX Swiss Exchange auf. Auch zahlreiche weitere Gruppengesellschaften erhielten den Namensbestandteil SIX.

Verkauf des Kartengeschäfts an Worldline

Im Mai 2018 vereinbarten SIX und Worldline die Zusammenführung ihres Zahlungsverkehrsgeschäfts. Worldline übernahm SIX Payment Services, die unter anderem Kartentransaktionen, Händlerakzeptanz und Zahlungsdienstleistungen in mehreren europäischen Ländern anbot.

Die Transaktion wurde am 30. November 2018 abgeschlossen. SIX erhielt als Gegenleistung eine Beteiligung von rund 27 Prozent an Worldline und zunächst zwei Sitze im Verwaltungsrat des französischen Unternehmens.[4]

In den folgenden Jahren reduzierte SIX ihre Beteiligung schrittweise. Im November 2025 teilte die Gruppe mit, die verbleibende Worldline-Beteiligung künftig als Finanzanlage und nicht mehr als strategische Beteiligung zu behandeln.[7]

SIX blieb dennoch in Bereichen des schweizerischen Zahlungsverkehrs aktiv. Dazu gehören Interbankzahlungen, Debitkarteninfrastruktur, Rechnungsstellung, Bankomaten, Zahlungsstandards und Open Banking.

Übernahme der spanischen Börsengruppe BME

Im November 2019 kündigte SIX ein öffentliches Übernahmeangebot für Bolsas y Mercados Españoles an. BME betrieb die spanischen Wertpapierbörsen sowie Infrastrukturen für Derivate, festverzinsliche Wertpapiere, Clearing, Abwicklung und Finanzinformationen.

Nach der Zustimmung der spanischen Behörden schloss SIX die Übernahme einer kontrollierenden Beteiligung im Juni 2020 ab. Insgesamt wurden zunächst 93,16 Prozent des Aktienkapitals für rund 2,57 Milliarden Euro erworben.[8]

Durch die Transaktion erhielt SIX neben der Schweiz einen zweiten bedeutenden europäischen Heimatmarkt. Die Gruppe erweiterte ihr Angebot insbesondere um:

  • spanische Aktien- und Anleihenmärkte;
  • Derivatehandel;
  • Clearing- und Abwicklungsdienste in Euro;
  • iberische und lateinamerikanische Finanzinformationen;
  • die spanischen Leitindizes der IBEX-Familie.

BME blieb als spanische Unternehmensgruppe und Marktmarke bestehen. Ihre regulierten Einrichtungen unterstehen den zuständigen spanischen und europäischen Aufsichtsbehörden.

SIX Digital Exchange

SIX begann 2018 mit dem Aufbau einer regulierten Infrastruktur für digitale Vermögenswerte. Das Projekt wurde unter der Bezeichnung SIX Digital Exchange beziehungsweise SDX entwickelt.

Am 10. September 2021 erteilte die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht den zuständigen SDX-Gesellschaften Bewilligungen zum Betrieb einer Börse und eines Zentralverwahrers für digitale Vermögenswerte. Die Plattform verbindet die Ausgabe, den Handel, die Abwicklung und die Verwahrung tokenisierter Wertrechte.[9]

Im November 2021 platzierte SIX über die neue Infrastruktur eine eigene digitale Anleihe im Umfang von 150 Millionen Franken. Die Anleihe wurde sowohl an der traditionellen SIX Swiss Exchange als auch auf der digitalen SDX-Plattform zugelassen.[10]

SDX bietet Dienstleistungen für tokenisierte Anleihen und andere digitale Vermögenswerte. Die Infrastruktur richtet sich hauptsächlich an beaufsichtigte Finanzinstitute und institutionelle Marktteilnehmer.

Übernahme von Aquis

Im November 2024 kündigte SIX die geplante Übernahme der britischen Aquis Exchange an. Die Transaktion wurde am 1. Juli 2025 abgeschlossen.[11]

Aquis betreibt unter anderem:

  • multilaterale Handelssysteme für europäische Aktien;
  • einen britischen Börsenmarkt für kleinere Wachstumsunternehmen;
  • Börsen- und Handelstechnologie für externe Kunden;
  • sogenannte Dark-Pool- und Auktionsangebote.

Nach Angaben von SIX ermöglichte die Übernahme den Zugang zu Handelsplätzen in 16 europäischen Märkten. Die Gruppe betreibt seither Börsen- und MTF-Infrastrukturen in der Schweiz, der Europäischen Union und im Vereinigten Königreich.

Im Oktober 2025 gab SIX bekannt, die von Aquis entwickelte Handelstechnologie künftig als Grundlage für eine gemeinsame Plattform der SIX Swiss Exchange, BME Exchange und Aquis zu verwenden.[12]

Eigentümerstruktur

SIX Group AG ist eine nicht kotierte Aktiengesellschaft mit Sitz in Zürich. Ihre Aktien befinden sich im Besitz von rund 120 in- und ausländischen Finanzinstituten. Diese Unternehmen sind gleichzeitig Nutzer und Kunden der von SIX betriebenen Infrastrukturen.[3]

Die Eigentümerstruktur folgt dem Grundsatz user-owned, user-governed. Damit soll die Infrastruktur langfristig an den Bedürfnissen des Finanzplatzes ausgerichtet werden. Eine Aktionärsvereinbarung schränkt die Übertragbarkeit der Aktien ein und soll eine stabile Eigentümerstruktur gewährleisten.

Kein einzelner Aktionär und keine einzelne Bankenkategorie darf eine absolute Mehrheit kontrollieren. Änderungen der Aktionärsstruktur bedürfen der Zustimmung des Verwaltungsrates.

Die Eigentümerstruktur unterscheidet SIX von börsenkotierten Börsenkonzernen wie der Deutsche Börse AG, der London Stock Exchange Group oder Nasdaq. Der Konzern verfolgt dennoch kommerzielle Ziele und zahlt seinen Aktionären Dividenden aus.

Unternehmensführung

Verwaltungsrat

Der Verwaltungsrat ist das oberste Leitungsorgan der SIX Group. Er überwacht die Geschäftsleitung, bestimmt die strategische Ausrichtung und entscheidet über Geschäfte von grundlegender Bedeutung.

Der Verwaltungsrat besteht aus zehn nicht exekutiven Mitgliedern. Sieben Mitglieder vertreten Finanzinstitute, drei weitere Mitglieder werden aufgrund ihrer unabhängigen Fachkenntnisse gewählt. Die Amtsdauer beträgt grundsätzlich drei Jahre.[13]

Seit Januar 2026 ist André Helfenstein Präsident des Verwaltungsrates. Er war zuvor unter anderem Leiter der Schweizer Einheit der Credit Suisse. Vizepräsident ist Søren Mose.

Der Verwaltungsrat verfügt über folgende ständige Ausschüsse:

  • Nominations- und Vergütungsausschuss;
  • Prüfungsausschuss;
  • Risikoausschuss.

Die Zusammensetzung des Verwaltungsrates soll sowohl die Eigentümer- und Nutzerstruktur als auch die Anforderungen an eine unabhängige Überwachung widerspiegeln.

Geschäftsleitung

Die Geschäftsleitung führt die operativen Tätigkeiten und setzt die Strategie des Verwaltungsrates um. Chief Executive Officer ist seit dem 1. Januar 2025 Bjørn Sibbern. Er leitete zuvor den Börsenbereich von SIX und war davor bei Nasdaq für europäische Märkte sowie Daten- und Indexgeschäfte verantwortlich.[14]

Zur Geschäftsleitung gehörten im August 2026 unter anderem:

Funktion Person
Chief Executive Officer Bjørn Sibbern
Global Head Exchanges Tomas Kindler
Head Financial Information Marion Leslie
Head Securities Services ad interim Marion Leslie
Head Banking Services Christoph Müller
Chief Financial Officer Markus Habbel
Chief Information Officer David Brupbacher
Chief Risk Officer Markus Gumpfer
Chief Human Resources Officer Hannah Zaunmüller
General Counsel Fabienne-Anne Rehulka

Markus Habbel übernahm die Funktion des Finanzchefs am 1. Juni 2026. Marion Leslie führt den Geschäftsbereich Securities Services seit Juni 2026 zusätzlich zu Financial Information vorübergehend, nachdem Rafael Moral Santiago das Unternehmen verlassen hatte.[15][16]

Geschäftsbereiche

SIX gliedert ihre operative Tätigkeit in vier Geschäftsbereiche:

Geschäftsbereich Hauptaufgaben
Exchanges Börsen, Handelsplätze, Kotierung, Handelstechnologie und Marktüberwachung
Securities Services Clearing, Abwicklung, Verwahrung, Securities Finance, Steuerdienste und Transaktionsregister
Financial Information Referenz-, Kurs-, Unternehmens-, Index-, Steuer-, Regulierungs- und ESG-Daten
Banking Services Interbankzahlungen, Rechnungsstellung, Debitkarten, Bankomaten, Open Banking und Zahlungsstandards

Die Geschäftsbereiche werden durch zentrale Funktionen für Informationstechnologie, Finanzen, Risiko, Recht, Personal und Kommunikation unterstützt.

Exchanges

Der Geschäftsbereich Exchanges umfasst traditionelle Börsen, multilaterale Handelssysteme und digitale Marktinfrastrukturen.

SIX Swiss Exchange

Hauptartikel: SIX Swiss Exchange

Die SIX Swiss Exchange ist der wichtigste regulierte Handelsplatz für Schweizer Aktien, Anleihen, Anlagefonds, börsengehandelte Fonds, strukturierte Produkte und weitere Wertschriften.

Zu den an der Börse kotierten Unternehmen gehören zahlreiche international bedeutende Schweizer Konzerne. Der Börsenplatz dient Unternehmen, Kantonen, Banken und anderen Emittenten zur Aufnahme von Eigen- und Fremdkapital.

Bekannte von SIX berechnete Schweizer Börsenindizes sind:

  • Swiss Market Index (SMI);
  • Swiss Performance Index (SPI);
  • Swiss Leader Index (SLI);
  • Swiss Bond Index;
  • verschiedene Branchen-, Nachhaltigkeits- und Strategieindizes.

Die SIX Swiss Exchange ist eine rechtlich selbständige und von der FINMA bewilligte Börse. Der Handelsplatz unterliegt dem schweizerischen Finanzmarktinfrastrukturrecht.

BME Exchange

BME betreibt die zentralen Wertpapiermärkte Spaniens. Dazu gehören die Börsen von Madrid, Barcelona, Bilbao und Valencia sowie Märkte für Anleihen, Derivate und kleinere Unternehmen.

Zu den bekanntesten spanischen Indizes gehört der IBEX 35. Er bildet die 35 liquidesten Aktien des spanischen Markts ab.

BME verfügt neben dem Handelsgeschäft über Clearing-, Abwicklungs-, Daten- und Technologiedienste. Die Gruppe bildet einen wesentlichen Bestandteil der spanischen Finanzmarktinfrastruktur.

Aquis Exchange

Aquis Exchange hat ihren Hauptsitz in London und betreibt paneuropäische Handelssysteme. Das Unternehmen entwickelte ein alternatives Gebührenmodell, bei dem Handelsteilnehmer für den Zugang zum Markt eine abonnementähnliche Gebühr bezahlen können.

Neben dem Handelsplatzgeschäft bietet Aquis Technologie für Börsen und Finanzmärkte an. Der Bereich Aquis Technologies stellt Handels- und Überwachungssysteme für externe Betreiber bereit.

Mit der Übernahme von Aquis erweiterte SIX ihre Präsenz ausserhalb der Schweiz und Spaniens. Die Gruppe erhielt insbesondere einen stärkeren Zugang zum britischen und gesamteuropäischen Aktienhandel.

SIX Digital Exchange

SIX Digital Exchange bildet einen regulierten Markt für tokenisierte Vermögenswerte. Die Plattform verwendet Distributed-Ledger-Technologie für die Ausgabe, den Handel, die Abwicklung und die Verwahrung digitaler Wertrechte.

Die Infrastruktur soll die Zeit zwischen Handel und endgültiger Abwicklung verkürzen. Bei traditionellen Wertschriftentransaktionen sind Handelsausführung, Clearing, Abwicklung und Verwahrung häufig auf verschiedene Systeme verteilt. SDX versucht, mehrere dieser Schritte technisch enger zu verbinden.

SDX richtet sich vor allem an institutionelle Marktteilnehmer. Die Bezeichnung darf nicht mit einer gewöhnlichen, weitgehend unregulierten Kryptowährungsbörse verwechselt werden.

Securities Services

Der Geschäftsbereich Securities Services umfasst Dienstleistungen, die nach dem Abschluss eines Börsengeschäfts erforderlich sind. Diese Tätigkeiten werden zusammenfassend als Post-Trade-Dienste bezeichnet.[17]

Clearing

Beim Clearing werden die gegenseitigen Verpflichtungen aus einem Handelsgeschäft ermittelt. Eine zentrale Gegenpartei tritt zwischen Käufer und Verkäufer und wird rechtlich zum Käufer gegenüber jedem Verkäufer und zum Verkäufer gegenüber jedem Käufer.

Die Gruppengesellschaft SIX x-clear bietet Clearingdienste für verschiedene Handelsplätze und Anlageklassen an. Sie reduziert durch Risikomanagement, Sicherheitenanforderungen und Verrechnung das Ausfallrisiko der Marktteilnehmer.

Im Dezember 2025 kündigte SIX an, SIX x-clear und BME Clearing zu einer gemeinsamen internationalen und anlageklassenübergreifenden zentralen Gegenpartei zusammenzuführen. Der Hauptsitz der geplanten Gesellschaft soll in Madrid liegen; in Zürich und Oslo sollen weitere Standorte bestehen.[18]

Abwicklung und Verwahrung

SIX SIS ist der zentrale Wertschriftenverwahrer des Schweizer Finanzmarkts. Die Gesellschaft führt Wertschriftenkonten für Banken und andere Finanzinstitute und sorgt dafür, dass Wertschriften und Geld nach einem Geschäft endgültig übertragen werden.

Das zentrale Abwicklungssystem SECOM verarbeitet schweizerische und internationale Wertschriftentransaktionen. Die Abwicklung erfolgt grundsätzlich nach dem Prinzip Lieferung gegen Zahlung. Wertschriften werden nur übertragen, wenn gleichzeitig die entsprechende Zahlung erfolgt.

SIX bietet ausserdem globale Verwahrungsdienste und Verbindungen zu ausländischen Zentralverwahrern und Märkten. Ende 2025 lagen die von SIX verwahrten Vermögenswerte über einer Billion Schweizer Franken.[19]

Securities Finance

Securities Finance umfasst unter anderem Wertschriftenleihe, Repogeschäfte und die Verwaltung von Sicherheiten. Banken und institutionelle Anleger können Wertschriften vorübergehend gegen Gebühren oder andere Sicherheiten übertragen.

Solche Geschäfte dienen der Liquiditätssteuerung, der Erfüllung von Lieferverpflichtungen und der Finanzierung von Wertschriftenpositionen.

Transaktionsregister

SIX betreibt mit REGIS-TR ein europäisches Transaktionsregister. Marktteilnehmer melden dort bestimmte Derivatgeschäfte und andere regulatorisch vorgeschriebene Transaktionsdaten.

SIX übernahm 2022 den zuvor von Clearstream gehaltenen Anteil von 50 Prozent. REGIS-TR befindet sich seither vollständig im Eigentum von SIX.[20]

Financial Information

SIX Financial Information gehört zu den international tätigen Anbietern von Finanzdaten. Die Dienstleistungen richten sich an Banken, Vermögensverwalter, Börsen, Versicherungen, Softwareanbieter und weitere Unternehmen der Finanzindustrie.[21]

Das Angebot umfasst:

  • Stammdaten zu Wertschriften;
  • Echtzeit- und verzögerte Marktdaten;
  • historische Kurse;
  • Informationen über Dividenden, Kapitalerhöhungen und andere Unternehmensereignisse;
  • Steuerdaten;
  • regulatorische Klassifikationen;
  • Risiko- und Compliance-Informationen;
  • ESG- und Nachhaltigkeitsdaten;
  • Index- und Benchmarkdaten;
  • Angaben zu Fonds und börsengehandelten Produkten.

Referenzdaten enthalten beispielsweise Namen, Währungen, Emittenten, Laufzeiten, Zinssätze und Identifikationsnummern von Finanzinstrumenten. Sie sind für Handel, Abwicklung, Bewertung, Besteuerung und regulatorische Meldungen erforderlich.

SIX ist eine der offiziellen Vergabestellen für die International Securities Identification Number schweizerischer Finanzinstrumente. Die ISIN ermöglicht die eindeutige internationale Identifikation von Wertschriften.

Indizes

SIX entwickelt und berechnet Aktien-, Anleihen-, Strategie-, Nachhaltigkeits- und Referenzindizes. Neben dem SMI und SPI gehören dazu kundenspezifische Benchmarks und Indizes für strukturierte Produkte, Fonds und digitale Vermögenswerte.

Indizes dienen als Marktbarometer und als Grundlage für Anlageprodukte. Anbieter von ETFs, Fonds und Derivaten können einen Index lizenzieren und dessen Wertentwicklung in einem Finanzprodukt nachbilden.

Banking Services

Der Geschäftsbereich Banking Services stellt Infrastrukturen für Banken, Unternehmen und Zahlungsdienstleister bereit. Er konzentriert sich hauptsächlich auf den Schweizer Finanzplatz.[22]

Swiss Interbank Clearing

Das Swiss-Interbank-Clearing-System, kurz SIC, ist das zentrale Zahlungssystem für den Schweizer Franken. SIX Interbank Clearing betreibt das System im Auftrag und unter der Aufsicht der Schweizerischen Nationalbank.

SIC verarbeitet Zahlungen einzeln und in Echtzeit. Eine Transaktion wird nur ausgeführt, wenn das Konto des zahlenden Instituts über genügend Deckung verfügt. Nach der Abwicklung ist die Zahlung grundsätzlich endgültig und unwiderruflich.

Das System wird unter anderem für folgende Zahlungsarten verwendet:

  • Zahlungen zwischen Banken;
  • Kundenzahlungen;
  • Wertschriftentransaktionen;
  • Lohn- und Rentenzahlungen;
  • Karten- und Rechnungszahlungen;
  • Liquiditätsübertragungen.

SIC wurde 1987 in Betrieb genommen und war eines der frühen Echtzeit-Bruttoabwicklungssysteme. Seit der Einführung der fünften Systemgeneration SIC5 können auch Instant Payments abgewickelt werden.[23]

Seit dem 20. August 2024 können teilnehmende Banken Zahlungen ihrer Kundschaft innerhalb weniger Sekunden und rund um die Uhr endgültig ausführen.

Debit- und Bankomatdienste

SIX stellt technische Dienstleistungen für Debitkarten und Geldautomaten bereit. Dazu gehören die Verarbeitung von Transaktionen, Sicherheitsfunktionen, Netzwerkanbindung und verschiedene Dienstleistungen für Kartenherausgeber.

Unter der Marke Bancomat entwickelt SIX gemeinsam mit Banken eine schweizweit nutzbare Infrastruktur für Bargeldautomaten. Ziel ist es, Betrieb, Software und Dienstleistungen stärker zu vereinheitlichen.

eBill

Mit eBill betreibt SIX eine Plattform für elektronische Rechnungen. Unternehmen können Rechnungen direkt in das Online- oder Mobile-Banking ihrer Kundschaft übermitteln. Die Rechnung kann dort geprüft und zur Zahlung freigegeben werden.

Das System wird von zahlreichen Banken und Rechnungsstellern in der Schweiz verwendet. Es ersetzt einen Teil der Papierrechnungen und per E-Mail versandten Rechnungsdokumente.

Zahlungsstandards

SIX koordiniert gemeinsam mit Banken und weiteren Marktteilnehmern Standards für den schweizerischen Zahlungsverkehr. Dazu gehören insbesondere:

  • ISO-20022-Nachrichten;
  • die QR-Rechnung;
  • standardisierte Kontonummern und Referenzen;
  • Schnittstellen für Zahlungsaufträge;
  • Regeln für Instant Payments.

Die Vereinheitlichung soll Zahlungen zwischen Banken, Unternehmen und Privatpersonen vereinfachen und automatisierbar machen.

Open Banking

SIX betreibt mit bLink eine Plattform für standardisierte Programmierschnittstellen. Banken und zugelassene Drittanbieter können darüber Finanzdaten und Dienstleistungen austauschen.

Anwendungsfälle sind unter anderem:

  • Zugriff auf Kontoinformationen;
  • Übermittlung von Zahlungsaufträgen;
  • Multibanking;
  • Buchhaltungsanbindungen;
  • Hypothekar- und Finanzierungsprozesse.

Der Zugang erfolgt auf vertraglicher Grundlage und unter Einhaltung der technischen und sicherheitsbezogenen Vorgaben der Plattform.

Weitere Angebote

Terravis

Terravis ist eine elektronische Plattform für Grundstückinformationen und den Geschäftsverkehr zwischen Banken, Notariaten, Grundbuchämtern und Behörden. Sie ermöglicht unter anderem den digitalen Austausch von Daten zu Grundstücken, Grundpfandrechten und Eigentumsverhältnissen.

Die Plattform verbindet Informationen aus Grundbüchern, der amtlichen Vermessung und dem Kataster der öffentlich-rechtlichen Eigentumsbeschränkungen.

Swiss Finance Museum

SIX betreibt in Zürich das Swiss Finance Museum. Es befasst sich mit der Geschichte des Schweizer Finanzplatzes, des Börsenhandels, der Wertschriften und der Finanzmarktinfrastruktur.

Die Ausstellung zeigt historische Aktien, Anleihen, Börsengeräte und elektronische Handelssysteme. Sie erklärt ausserdem die Funktion moderner Finanzmärkte.

ConventionPoint

Der SIX ConventionPoint ist ein Veranstaltungszentrum am Zürcher Hauptsitz. Es wird für Konferenzen, Seminare, Versammlungen und Anlässe der Finanzbranche genutzt.

Regulierung und Aufsicht

SIX Group AG ist als Holdinggesellschaft nicht mit einer einzelnen beaufsichtigten Finanzmarktinfrastruktur gleichzusetzen. Zahlreiche Tochtergesellschaften und Systeme benötigen jedoch staatliche Bewilligungen oder unterstehen einer besonderen Aufsicht.

FINMA

Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht bewilligt und beaufsichtigt unter anderem:

  • SIX Swiss Exchange;
  • SIX Digital Exchange;
  • zentrale Gegenparteien;
  • Zentralverwahrer;
  • Transaktionsregister;
  • weitere regulierte Finanzmarktinfrastrukturen der Gruppe.

Die FINMA prüft insbesondere Organisation, Risikomanagement, Eigenmittel, technische Stabilität und Einhaltung des Finanzmarktinfrastrukturgesetzes.

Schweizerische Nationalbank

Die Schweizerische Nationalbank überwacht Finanzmarktinfrastrukturen, deren Funktionsstörungen die Stabilität des Finanzsystems gefährden könnten. Dazu gehören insbesondere zentrale Zahlungs- und Wertschriftenabwicklungssysteme.

Das SIC-System wird im Auftrag der Nationalbank betrieben. Die SNB ist Systemmanagerin, während SIX die technische und operative Abwicklung übernimmt.[24]

Selbstregulierung der Börse

Das schweizerische Finanzmarktrecht überträgt den Börsen einen Teil der Regulierung ihrer Märkte. SIX Exchange Regulation erlässt Regeln für Kotierung, Offenlegung und Handel und überwacht deren Einhaltung.

Zu den Aufgaben gehören:

  • Prüfung von Kotierungsgesuchen;
  • Überwachung von Ad-hoc-Publizität;
  • Kontrolle der Offenlegung von Management-Transaktionen;
  • Überwachung von Beteiligungsmeldungen;
  • Untersuchung möglicher Verletzungen der Börsenregeln;
  • Überwachung des Handels.

Die Regulierungs- und Überwachungsfunktionen sind organisatorisch vom kommerziellen Börsenbetrieb getrennt. Schwere mögliche Verstösse gegen staatliches Aufsichts- oder Strafrecht können an die FINMA oder die zuständigen Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet werden.

Aufsicht im Ausland

Die Einrichtungen von BME und Aquis unterstehen den jeweiligen spanischen, europäischen und britischen Behörden. Dazu gehören unter anderem die spanische Comisión Nacional del Mercado de Valores und die britische Financial Conduct Authority.

Die internationale Struktur erfordert die Zusammenarbeit mehrerer Aufsichtsbehörden, insbesondere bei grenzüberschreitendem Handel, Clearing und Wertschriftenabwicklung.

Systemische Bedeutung

SIX betreibt wesentliche Teile der technischen Infrastruktur des Schweizer Finanzplatzes. Ein länger dauernder Ausfall zentraler Systeme könnte Zahlungen, Börsenhandel und Wertschriftenabwicklung erheblich beeinträchtigen.

Besonders wichtig sind:

  • das SIC-Zahlungssystem;
  • die Handelsplattform der SIX Swiss Exchange;
  • das Clearing durch SIX x-clear;
  • die Wertschriftenabwicklung über SECOM;
  • die zentrale Verwahrung durch SIX SIS;
  • die Verteilung von Referenz- und Marktdaten.

Die Systeme müssen hohe Anforderungen an Verfügbarkeit, Ausfallsicherheit, Datenschutz, Cyberabwehr und Notfallvorsorge erfüllen. SIX betreibt redundante Rechenzentren und technische Wiederanlaufverfahren.

Die Konzentration zahlreicher Infrastrukturen in einer Unternehmensgruppe ermöglicht eine enge technische Abstimmung, schafft jedoch zugleich Abhängigkeiten. Aufsichtsbehörden und Marktteilnehmer verlangen deshalb umfangreiche Kontrollen, Ausweichverfahren und Krisenpläne.

Informationstechnologie und Cyberrisiken

Der Betrieb von SIX ist stark von komplexen Informationssystemen und Telekommunikationsnetzen abhängig. Börsen- und Zahlungssysteme müssen grosse Datenmengen innerhalb sehr kurzer Zeit verarbeiten.

Zu den technischen Risiken gehören:

  • Cyberangriffe;
  • Softwarefehler;
  • Ausfälle von Rechenzentren;
  • Störungen bei externen Dienstleistern;
  • fehlerhafte Marktdaten;
  • Überlastung bei aussergewöhnlich hohen Handelsvolumen;
  • unbefugter Zugriff auf vertrauliche Informationen.

Der Chief Information Officer verantwortet die Entwicklung und den Betrieb der konzernweiten IT-Dienste. Der Chief Risk Officer überwacht finanzielle und nichtfinanzielle Risiken.

SIX führt Sicherheitsüberprüfungen, Belastungstests und Notfallübungen durch. Bei regulierten Infrastrukturen werden technische Vorfälle den zuständigen Behörden gemeldet.

Geschäftszahlen

SIX erzielte 2025 ein Wachstum in allen vier Geschäftsbereichen. Höhere Handelsaktivität, Finanzdaten, Indexdienstleistungen, Steuer- und Regulierungsinformationen sowie Debit- und Rechnungsdienste trugen zur Entwicklung bei.[25]

Kennzahl Wert 2025
Netto-Betriebsertrag 1'496,5 Millionen Franken
EBITDA ohne Transformationskosten 542,3 Millionen Franken
Bereinigter Konzerngewinn 247,2 Millionen Franken
Freier Cashflow 355,6 Millionen Franken
Verhältnis Nettoverschuldung zu bereinigtem EBITDA 1,0
Bereinigte Eigenkapitalquote 60,8 Prozent
Dividende je Aktie 5.30 Franken
Mitarbeitende 4'177 Vollzeitstellen

Die Aktien von SIX Group AG werden nicht öffentlich gehandelt. Die Jahresrechnung und weitere Finanzinformationen veröffentlicht die Gesellschaft insbesondere für Aktionäre, Gläubiger und den Kapitalmarkt.

Standorte

Der Hauptsitz befindet sich an der Hardturmstrasse in Zürich-West. Weitere wichtige Schweizer Standorte bestehen unter anderem in Olten und Genf.

Durch die Übernahmen von BME und Aquis sowie das internationale Datengeschäft verfügt SIX über Standorte in zahlreichen europäischen und aussereuropäischen Ländern. Bedeutende internationale Zentren sind Madrid und London.

Die operative Tätigkeit ist dennoch stark mit der Schweiz verbunden. Zentrale Schweizer Börsen-, Abwicklungs-, Daten- und Zahlungssysteme werden von Gruppengesellschaften mit Sitz in der Schweiz betrieben.

Rolle für den Schweizer Finanzplatz

SIX verbindet Banken, Emittenten, Anleger, Händler, Zahlungsdienstleister und Behörden. Ihre Infrastrukturen ermöglichen die technische Durchführung zahlreicher alltäglicher und institutioneller Finanztransaktionen.

Für Unternehmen stellt die SIX Swiss Exchange einen Zugang zum Kapitalmarkt bereit. Banken nutzen SIX für Handel, Clearing, Wertschriftenverwahrung, Zahlungen, Daten und regulatorische Meldungen. Privatpersonen kommen mit Dienstleistungen der Gruppe meist indirekt in Kontakt, beispielsweise durch:

  • Banküberweisungen;
  • Instant Payments;
  • Debitkartenzahlungen;
  • Bankomaten;
  • elektronische Rechnungen;
  • Wertschriftendepots;
  • Börsenaufträge.

SIX ist damit weniger als klassische Finanzmarke für Privatkunden sichtbar, bildet jedoch einen wesentlichen technischen Unterbau des Schweizer Finanzsystems.

Strategie

SIX verfolgt das Ziel, ihre führende Stellung in den Heimatmärkten Schweiz und Spanien zu sichern und ihr internationales Geschäft auszubauen. Die Strategie umfasst insbesondere:

  • Ausbau des europäischen Börsen- und Handelsgeschäfts;
  • Vereinheitlichung technischer Plattformen;
  • Erweiterung der Wertschriftenabwicklung;
  • Wachstum mit Finanz- und Regulierungsdaten;
  • Entwicklung digitaler Vermögenswerte;
  • Modernisierung des Zahlungsverkehrs;
  • Nutzung gemeinsamer Infrastruktur in mehreren Ländern.

Mit der Übernahme von Aquis verstärkte SIX ihre Position im paneuropäischen Aktienhandel. Die Gruppe plant zudem, Clearingplattformen und Handelssysteme stärker zusammenzuführen.

Der internationale Ausbau soll Skaleneffekte schaffen. Gleichzeitig muss SIX die unterschiedlichen rechtlichen Anforderungen der Schweiz, der Europäischen Union und des Vereinigten Königreichs erfüllen.

Nachhaltigkeit

SIX veröffentlicht Daten und Indizes, die Finanzinstitute bei nachhaltigen Anlagen und regulatorischen Offenlegungspflichten unterstützen. Dazu gehören ESG-Daten, Klimaindikatoren und nachhaltigkeitsbezogene Benchmarks.

Als Betreiberin von Kapitalmarktinfrastrukturen beeinflusst SIX, welche Informationen Emittenten veröffentlichen und welche Produkte an den Börsen gehandelt werden können. Sie stellt Segmente und Kennzeichnungen für grüne, soziale und nachhaltigkeitsgebundene Anleihen bereit.

Die Gruppe verfolgt ausserdem eigene Ziele zur Verringerung von Treibhausgasemissionen und zum Energieverbrauch ihrer Standorte und Rechenzentren.

Die Bewertung der Nachhaltigkeit einzelner Finanzprodukte bleibt jedoch Aufgabe der Emittenten, Datenanbieter, Anleger und zuständigen Aufsichtsbehörden. Eine Kotierung oder Aufnahme in ein SIX-Datenangebot stellt keine Garantie für eine bestimmte ökologische Wirkung dar.

Kritik und Herausforderungen

Die Tätigkeit von SIX wird aufgrund ihrer zentralen Bedeutung regelmässig von Politik, Aufsichtsbehörden und Marktteilnehmern diskutiert.

Zu den wiederkehrenden Themen gehören:

  • Gebühren für Börsen-, Daten- und Abwicklungsdienste;
  • Marktmacht zentraler Finanzmarktinfrastrukturen;
  • Abhängigkeit der Banken von einzelnen technischen Systemen;
  • Risiken durch Cyberangriffe und IT-Ausfälle;
  • Interessenkonflikte zwischen kommerziellem Betrieb und Selbstregulierung;
  • internationale Expansion und Integrationsrisiken;
  • Wettbewerb mit alternativen Handelsplattformen;
  • Umgang mit digitalen Vermögenswerten;
  • Datenschutz und Nutzung von Finanzdaten.

Die Eigentümerschaft durch Finanzinstitute soll Kundennähe und Stabilität sichern. Kritiker können darin zugleich eine enge Verbindung zwischen Infrastrukturbetreiberin und beaufsichtigten Marktteilnehmern sehen. Organisatorische Trennung, staatliche Aufsicht und gesetzliche Vorgaben sollen mögliche Interessenkonflikte begrenzen.

Die internationale Expansion erhöht die geografische und geschäftliche Diversifikation. Sie bringt jedoch auch Integrationskosten, regulatorische Komplexität und finanzielle Risiken mit sich.

Abgrenzung zu anderen Institutionen

SIX ist von mehreren anderen Institutionen des Schweizer Finanzsystems zu unterscheiden.

Die Schweizerische Nationalbank betreibt die Geld- und Währungspolitik und stellt Zentralbankgeld bereit. SIX betreibt dagegen technische Zahlungssysteme im Auftrag der SNB.

Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht ist eine staatliche Aufsichtsbehörde. SIX und ihre regulierten Tochtergesellschaften sind teilweise Gegenstand dieser Aufsicht.

Die Schweizerische Bankiervereinigung ist ein Branchenverband. SIX ist dagegen ein kommerzielles Infrastrukturunternehmen.

Worldline erbringt Zahlungsdienste für Händler und andere Kunden. Das frühere SIX-Payment-Services-Geschäft gehört seit 2018 zu Worldline.

TWINT betreibt ein mobiles Zahlungssystem. SIX hält über Gruppengesellschaften Beteiligungen an der TWINT-Infrastruktur und erbringt technische Dienstleistungen, TWINT ist jedoch eine eigene Gesellschaft und Marke.

Siehe auch

Literatur

  • SIX Group AG: Geschäftsbericht 2025. Zürich 2026.
  • SIX Group AG: About SIX – The Future of Finance Is Now. Unternehmensbroschüre, Zürich 2026.
  • Schweizerische Nationalbank: Zahlungssysteme und Finanzmarktinfrastrukturen in der Schweiz. Zürich und Bern.
  • Eidgenössische Finanzmarktaufsicht: Aufsicht über Finanzmarktinfrastrukturen. Bern.
  • David Gugerli: Wie die Welt in den Computer kam. Zur Entstehung digitaler Wirklichkeit. S. Fischer, Frankfurt am Main 2018.
  1. SIX Group: Über SIX, abgerufen am 2. August 2026.
  2. SIX Group: SIC-System, abgerufen am 2. August 2026.
  3. 3,0 3,1 SIX Group: Corporate Governance und Eigentümerstruktur, abgerufen am 2. August 2026.
  4. 4,0 4,1 SIX Group: Abschluss der Übernahme von SIX Payment Services durch Worldline, 30. November 2018, abgerufen am 2. August 2026.
  5. SIX Group: Geschichte der Schweizer Börse und des Swiss Market Index, abgerufen am 2. August 2026.
  6. SIX Group: Geschichte von SIX, abgerufen am 2. August 2026.
  7. SIX Group: SIX aktualisiert die Einordnung ihrer Worldline-Beteiligung, 6. November 2025, abgerufen am 2. August 2026.
  8. SIX Group: SIX schliesst Übernahme einer Mehrheitsbeteiligung an BME ab, 11. Juni 2020, abgerufen am 2. August 2026.
  9. SIX Group: FINMA erteilt SIX Digital Exchange Bewilligungen, 10. September 2021, abgerufen am 2. August 2026.
  10. SIX Group: SIX lanciert Digital Exchange mit digitaler Anleihe, 18. November 2021, abgerufen am 2. August 2026.
  11. SIX Group: SIX schliesst Übernahme von Aquis ab, 1. Juli 2025, abgerufen am 2. August 2026.
  12. SIX Group: SIX harmonisiert ihre Handelsplattformen, 29. Oktober 2025, abgerufen am 2. August 2026.
  13. SIX Group: Verwaltungsrat, abgerufen am 2. August 2026.
  14. SIX Group: Geschäftsleitung, abgerufen am 2. August 2026.
  15. SIX Group: Markus Habbel wird CFO von SIX, 31. März 2026, abgerufen am 2. August 2026.
  16. SIX Group: Veränderung in der Geschäftsleitung von SIX, 16. Juni 2026, abgerufen am 2. August 2026.
  17. SIX Group: Securities Services, abgerufen am 2. August 2026.
  18. SIX Group: SIX integriert SIX x-clear und BME Clearing, 4. Dezember 2025, abgerufen am 2. August 2026.
  19. SIX Group: Geschäftsbericht 2025, abgerufen am 2. August 2026.
  20. SIX Group: SIX übernimmt REGIS-TR vollständig, 1. April 2022, abgerufen am 2. August 2026.
  21. SIX Group: Financial Information, abgerufen am 2. August 2026.
  22. SIX Group: Banking Services, abgerufen am 2. August 2026.
  23. SIX Group: Neue Generation des Schweizer Zahlungssystems, 16. Januar 2024, abgerufen am 2. August 2026.
  24. SIX Group: Überwachung und Regulierung, abgerufen am 2. August 2026.
  25. SIX Group: SIX erzielt 2025 starke operative Ergebnisse, 24. März 2026, abgerufen am 2. August 2026.

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