Nidwaldner Kantonalbank
| Nidwaldner Kantonalbank | |
|---|---|
| Kurzbezeichnung | NKB |
| Rechtsform | Selbständige Anstalt des kantonalen öffentlichen Rechts |
| Gründung | 1879 |
| Ursprünglicher Name | Kantonale Spar- und Leihkasse Nidwalden |
| Sitz | Stans |
| Hauptsitz | Stansstaderstrasse 54, 6370 Stans |
| Tätigkeitsgebiet | Vorwiegend Kanton Nidwalden und angrenzende Regionen |
| Branche | Bankwesen |
| Banktyp | Universalbank und Kantonalbank |
| Bankratspräsident | Daniel Bieri |
| Vorsitzender der Geschäftsleitung | Urs Pfluger |
| Mitarbeitende | rund 200 |
| Geschäftsstellen | 7 |
| Bilanzsumme | 7,23 Milliarden Franken Ende 2025 |
| Kundenvermögen | 7,29 Milliarden Franken Ende 2025 |
| Staatsgarantie | Ja |
| Dotationskapital | 33,33 Millionen Franken |
| Partizipationskapital | 14,17 Millionen Franken |
| Bankenclearing | 00779 |
| BIC | NIKACH22XXX |
| Website | www.nkb.ch |
Die Nidwaldner Kantonalbank (NKB) ist die Kantonalbank des Kantons Nidwalden mit Sitz in Stans. Sie wurde 1879 als kantonale Spar- und Leihkasse gegründet und trägt seit 1909 ihren heutigen Namen. Die NKB ist als selbständige Anstalt des kantonalen öffentlichen Rechts organisiert und verfügt über eine Staatsgarantie des Kantons Nidwalden.
Als regional verankerte Universalbank bietet sie Dienstleistungen in den Bereichen Zahlungsverkehr, Sparen, Finanzieren, Hypotheken, Anlagen, Vermögensverwaltung und Vorsorge an. Zu ihrer Kundschaft gehören Privatpersonen, kleine und mittlere Unternehmen, öffentlich-rechtliche Körperschaften sowie institutionelle Anleger.
Das Geschäftsgebiet konzentriert sich auf den Kanton Nidwalden und die angrenzende Zentralschweiz. Die Bank unterhält sieben Geschäftsstellen und beschäftigt rund 200 Mitarbeitende. Ende 2025 betrug ihre Bilanzsumme 7,23 Milliarden Franken.[1]
Rechtliche Stellung
Die Nidwaldner Kantonalbank ist eine selbständige juristische Person des kantonalen öffentlichen Rechts. Ihre rechtliche Grundlage bildet das Gesetz über die Nidwaldner Kantonalbank vom 25. April 1982.
Die Bank ist organisatorisch von der kantonalen Verwaltung getrennt. Sie besitzt eigenes Vermögen, kann Verträge abschliessen, Personal beschäftigen und vor Gericht auftreten. Gleichzeitig steht sie unter der politischen Oberaufsicht des Kantons.
Das Kantonalbankgesetz legt insbesondere fest:
- Rechtsform und Sitz der Bank
- öffentlichen und wirtschaftlichen Auftrag
- Zusammensetzung des Eigenkapitals
- Umfang der Staatsgarantie
- zulässige Bankgeschäfte
- Organisation von Bankrat und Geschäftsleitung
- Aufsicht durch Regierungsrat und Landrat
- Verwendung des Jahresgewinns
Neben dem kantonalen Recht untersteht die NKB dem eidgenössischen Banken-, Finanzmarkt-, Geldwäscherei- und Datenschutzrecht. Die bankaufsichtsrechtliche Kontrolle wird durch die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht ausgeübt.[2]
Öffentlicher Auftrag
Die Nidwaldner Kantonalbank soll die Bevölkerung und Wirtschaft des Kantons mit Bankdienstleistungen versorgen und zur volkswirtschaftlichen Entwicklung Nidwaldens beitragen.
Dieser Auftrag umfasst insbesondere:
- sichere Anlage- und Sparmöglichkeiten
- Finanzierung von selbstbewohntem Wohneigentum
- Kredite für Gewerbe und Unternehmen
- Unterstützung von Unternehmensgründungen und Nachfolgeregelungen
- Abwicklung des Zahlungsverkehrs
- Anlage- und Vorsorgedienstleistungen
- Bereitstellung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen
- finanzielle Ablieferungen an den Kanton
- Unterstützung gesellschaftlicher, kultureller und sportlicher Aktivitäten
Die Bank wird gleichzeitig nach kaufmännischen Grundsätzen geführt und muss dauerhaft rentabel, sicher und wettbewerbsfähig arbeiten. Der öffentliche Auftrag bedeutet nicht, dass Kredite ohne ausreichende Bonität oder wirtschaftliche Tragbarkeit vergeben werden müssen.
Eigentum und Eigenkapital
Da die NKB keine Aktiengesellschaft ist, besitzt sie keine Aktionärinnen und Aktionäre im gewöhnlichen Sinn. Das Grundkapital setzt sich aus dem Dotationskapital des Kantons und dem von privaten Anlegern gehaltenen Partizipationskapital zusammen.
Dotationskapital
Das Dotationskapital wird vom Kanton Nidwalden zur Verfügung gestellt. Es betrug Ende 2025 insgesamt 33,33 Millionen Franken.
Der Kanton besitzt über das Dotationskapital sämtliche Stimm- und Wahlrechte, die sich aus der Eigentümerstellung ergeben. Er erhält für das eingesetzte Kapital eine jährliche Ausschüttung, sofern das Geschäftsergebnis und die Eigenmittellage dies erlauben.
Partizipationskapital
Die Nidwaldner Kantonalbank verfügt über ein Partizipationskapital von 14,17 Millionen Franken. Die Partizipationsscheine befinden sich überwiegend im Besitz privater Anlegerinnen und Anleger.
Ein Partizipationsschein ist wirtschaftlich mit einer stimmrechtslosen Aktie vergleichbar. Seine Inhaberin oder sein Inhaber ist am Gewinn und am Liquidationsergebnis beteiligt, besitzt jedoch keine Stimmrechte und kann die Zusammensetzung des Bankrats nicht mitbestimmen.
Die Partizipationsscheine der NKB tragen die ISIN CH0001344685 und die Valorennummer 134468. Sie werden ausserbörslich über die Handelsplattform OTC-X der Berner Kantonalbank gehandelt.[3]
Die Partizipantinnen und Partizipanten werden jährlich zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Diese Versammlung ist keine Generalversammlung und verfügt über keine Beschlusskompetenz, ermöglicht jedoch den Austausch mit Bankrat und Geschäftsleitung.
Staatsgarantie
Der Kanton Nidwalden haftet für die Verbindlichkeiten der Nidwaldner Kantonalbank, soweit deren eigene Mittel nicht ausreichen.
Von der Staatsgarantie ausgenommen sind:
- das Partizipationskapital
- nachrangige Verbindlichkeiten
Die Garantie stellt eine subsidiäre Haftung dar. Zunächst müssen die eigenen Aktiven, Reserven und übrigen Eigenmittel der Bank zur Deckung möglicher Verluste eingesetzt werden.
Für die Staatsgarantie bezahlt die NKB dem Kanton eine jährliche Entschädigung. Diese entspricht gemäss Kantonalbankgesetz 0,5 Prozent des gesetzlichen Eigenmittelbedarfs nach der eidgenössischen Bankengesetzgebung.[2]
Für das Geschäftsjahr 2025 erhielt der Kanton eine Garantieabgeltung von rund 1,5 Millionen Franken.[4]
Die Staatsgarantie besteht zusätzlich zur schweizerischen Einlagensicherung Esisuisse. Sie darf nicht mit einer Garantie für Wertpapierkurse, Partizipationsscheine oder Anlageprodukte verwechselt werden.
Geschichte
Gründung als Spar- und Leihkasse
Die Bank wurde 1879 unter dem Namen «Kantonale Spar- und Leihkasse Nidwalden» gegründet. Ziel war es, der Bevölkerung sichere Sparmöglichkeiten zu bieten und Landwirtschaft, Gewerbe sowie private Bauvorhaben mit Krediten zu versorgen.
Vor der Gründung bestanden im Kanton nur begrenzte Möglichkeiten, Kapital bei einer regionalen Institution anzulegen oder Kredite zu erhalten. Viele Geschäfte wurden über private Geldgeber oder Banken ausserhalb Nidwaldens abgewickelt.
Die neue Anstalt erhielt eine kantonale Rechtsgrundlage und wurde eng mit den politischen Behörden verbunden. Der Kanton stellte Kapital bereit und übernahm die Haftung für die Verbindlichkeiten.
1887 zog die Bank an den Rathausplatz in Stans um. Mit der wirtschaftlichen Entwicklung des Kantons nahmen Einlagen, Hypotheken und gewerbliche Kredite schrittweise zu.[5]
Umbenennung
1909 erhielt die Spar- und Leihkasse den Namen «Nidwaldner Kantonalbank». Die neue Bezeichnung verdeutlichte ihre Stellung als kantonales Finanzinstitut und ihre zunehmende Bedeutung für die gesamte Nidwaldner Wirtschaft.
Im Verlauf des 20. Jahrhunderts wurde das Dienstleistungsangebot erweitert. Zum traditionellen Spar- und Hypothekargeschäft kamen Kontokorrentkredite, Zahlungsverkehr, Wertschriftenhandel, Vorsorgelösungen und Vermögensverwaltung hinzu.
Ausbau des Filialnetzes
Die Bank eröffnete schrittweise Geschäftsstellen in verschiedenen Gemeinden. Dadurch mussten Kundinnen und Kunden ihre alltäglichen Bankgeschäfte nicht mehr ausschliesslich am Hauptsitz in Stans erledigen.
Der Ausbau des Filialnetzes stand in engem Zusammenhang mit dem Bevölkerungswachstum, dem zunehmenden Tourismus und der Entwicklung von Industrie- und Dienstleistungsbetrieben.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Nachfrage nach Hypotheken stark. Neue Wohnquartiere entstanden insbesondere in Stans, Hergiswil, Stansstad, Buochs und Ennetbürgen.
Modernisierung und Digitalisierung
Seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden Buchhaltung, Zahlungsverkehr und Kundenverwaltung zunehmend elektronisch abgewickelt.
Später führte die Bank unter anderem ein:
- Bank- und Kreditkarten
- Bancomaten und Einzahlungsgeräte
- elektronischen Zahlungsverkehr
- E-Banking
- Mobile Banking
- eigene TWINT-Anbindung
- elektronische Kontoeröffnung
- digitale Anlage- und Vorsorgedienstleistungen
- elektronische Steuerunterlagen
Trotz der zunehmenden Digitalisierung hielt die NKB an einem flächendeckenden Beratungsangebot im Kanton fest. Die Geschäftsstellen wurden seit den frühen 2020er-Jahren schrittweise erneuert und stärker auf persönliche Beratung sowie Selbstbedienungsangebote ausgerichtet.
Strategie «Uisblick»
Für die Periode von 2022 bis 2026 setzte die Bank die Unternehmensstrategie «Uisblick» um.
Zu deren Schwerpunkten gehörten:
- Weiterentwicklung der persönlichen Beratung
- Ausbau digitaler Angebote
- Modernisierung des Geschäftsstellennetzes
- stärkere Verbindung der Beratungs- und Vertriebskanäle
- Ausbau des Anlagegeschäfts
- neue Dienstleistungen für Unternehmen und Ärztinnen und Ärzte
- Verbesserung interner Abläufe
- stärkere Berücksichtigung von Nachhaltigkeit
Bis Ende 2025 waren fünf der sieben Geschäftsstellen nach dem neuen Konzept modernisiert worden. Die Geschäftsstelle Hergiswil wurde nach einem Umbau am 1. Juli 2026 wiedereröffnet.[6]
Geschäftstätigkeit
Zahlungsverkehr und Sparen
Die NKB führt Privat-, Jugend-, Spar-, Vorsorge- und Geschäftskonten. Zum Angebot gehören Debit- und Kreditkarten, Daueraufträge, Lastschriftverfahren, eBill, Mobile Payment und internationale Zahlungen.
Sparprodukte richten sich an Privatpersonen, Familien, Jugendliche, Vereine und Unternehmen. Neben gewöhnlichen Sparkonten bietet die Bank Kassenobligationen und zeitlich gebundene Anlagen an.
Hypotheken und Immobilienfinanzierung
Das Hypothekargeschäft ist der wichtigste Tätigkeitsbereich der Bank.
Finanziert werden unter anderem:
- Einfamilienhäuser
- Eigentumswohnungen
- Mehrfamilienhäuser
- Bauprojekte
- Renovationen und energetische Sanierungen
- Gewerbe- und Geschäftsliegenschaften
- landwirtschaftliche Immobilien
Die Vergabe erfolgt auf Grundlage von Belehnungswert, Eigenmitteln, Einkommen und langfristiger Tragbarkeit. Wegen der hohen Immobilienpreise im Kanton Nidwalden besitzt die Prüfung der finanziellen Belastbarkeit eine besondere Bedeutung.
Ende 2025 beliefen sich die Hypothekarforderungen auf rund 5,17 Milliarden Franken. Sie machten damit den grössten Teil der gesamten Kundenausleihungen aus.[1]
Firmenkundengeschäft
Die Bank betreut Gewerbebetriebe, kleine und mittlere Unternehmen, Landwirtschaftsbetriebe, Tourismusunternehmen und öffentlich-rechtliche Institutionen.
Das Angebot umfasst:
- Geschäfts- und Kontokorrentkonten
- Betriebskredite
- Investitionsfinanzierungen
- Immobilien- und Baufinanzierungen
- Zahlungsverkehr
- Devisengeschäfte
- Unternehmensgründung
- Unternehmensnachfolge
- Vorsorgelösungen
- Anlage überschüssiger Liquidität
Der regionale Schwerpunkt ermöglicht eine enge Kenntnis der wirtschaftlichen Strukturen und des Immobilienmarkts. Gleichzeitig führt diese Konzentration zu einer erhöhten Abhängigkeit von der Entwicklung der Nidwaldner Wirtschaft.
Anlagegeschäft
Im Anlagegeschäft bietet die NKB unterschiedliche Beratungs- und Verwaltungsmodelle an.
Dazu gehören:
- Wertschriftendepots
- Anlageberatung
- Vermögensverwaltungsmandate
- Anlagefonds
- Fondssparpläne
- strukturierte Produkte
- Obligationen
- Aktien
- Vorsorgeanlagen
- Finanz- und Pensionsplanung
Das Depotvolumen stieg 2025 um 14,1 Prozent auf rund 3,16 Milliarden Franken. Der Netto-Neugeldzufluss betrug 138 Millionen Franken.[4]
Vorsorge
Die Bank berät Privatpersonen und Unternehmen in Fragen der privaten und beruflichen Vorsorge.
Zum Angebot gehören Säule-3a-Konten, Vorsorgefonds, Freizügigkeitslösungen, Pensionsplanung und Beratung bei Pensionierung, Erbschaft oder Unternehmensnachfolge.
Geschäftsstellen
Die Nidwaldner Kantonalbank verfügt über sieben Geschäftsstellen:
- Stans Hauptsitz an der Stansstaderstrasse 54
- Stans Länderpark
- Stansstad
- Hergiswil
- Beckenried
- Buochs/Ennetbürgen
- Wolfenschiessen
Die Geschäftsstelle Buochs/Ennetbürgen ersetzte 2022 die zuvor getrennten Standorte in Buochs und Ennetbürgen.
Neben den bedienten Geschäftsstellen betreibt die Bank Bancomaten und Selbstbedienungszonen an weiteren Standorten. Kundinnen und Kunden können einen grossen Teil der Bankgeschäfte zudem über E-Banking und Mobile Banking erledigen.[7]
Organisation
Bankrat
Der Bankrat ist das oberste strategische Führungs- und Aufsichtsorgan der Nidwaldner Kantonalbank.
Er besteht aus sechs Mitgliedern. Sämtliche Mitglieder sowie das Präsidium werden vom Regierungsrat des Kantons Nidwalden gewählt. Die Amtsdauer entspricht grundsätzlich der kantonalen Legislaturperiode.
Der Bankrat ist insbesondere zuständig für:
- Festlegung der Geschäftsstrategie
- Genehmigung der Risikopolitik
- Überwachung der Geschäftsleitung
- Wahl und Entlassung der Geschäftsleitungsmitglieder
- Organisation des internen Kontrollsystems
- Genehmigung wichtiger Reglemente
- Aufsicht über Rechnungslegung und Risikomanagement
- Vorbereitung von Geschäften für die kantonalen Behörden
Für die Amtsperiode 2026–2030 setzt sich der Bankrat wie folgt zusammen:
| Mitglied | Funktion | Wohnort |
|---|---|---|
| Daniel Bieri | Präsident | Stans |
| Andreas W. Kaelin | Mitglied | Luzern |
| Oliver Durrer | Mitglied | Buochs |
| Alice Rieder | Mitglied | Ennetmoos |
| Fabienne Limacher | Mitglied | Fürigen |
| Adrian Schürmann | Mitglied | Ennetbürgen |
Adrian Schürmann trat sein Amt am 1. Juli 2026 als Nachfolger von René Barmettler an. Die übrigen Mitglieder wurden für die neue Amtsperiode bestätigt.[8]
Geschäftsleitung
Die Geschäftsleitung führt das operative Bankgeschäft. Sie setzt die Strategie des Bankrats um, koordiniert die Geschäftsbereiche und ist für Personal, Finanzen, Kreditgeschäft, Produkte, Vertrieb und interne Dienstleistungen verantwortlich.
Seit dem 1. Juli 2026 steht Urs Pfluger der Geschäftsleitung vor. Er folgte auf Heinrich Leuthard, der die Bank während mehr als dreizehn Jahren geleitet hatte.[9]
Zum Stand vom 3. August 2026 gehörten der Geschäftsleitung an:
| Mitglied | Funktion |
|---|---|
| Urs Pfluger | Vorsitzender der Geschäftsleitung und Leiter Banksteuerung |
| Rico Weber | Leiter Privat- und Firmenkunden |
| Stefan Portmann | Leiter Marktleistungen |
Mauro Eicher wurde zum neuen Leiter des Corporate Centers und zum Mitglied der Geschäftsleitung gewählt. Er soll seine Tätigkeit am 1. September 2026 aufnehmen. Er folgt auf Nicole Lüthy, die die Bank Ende Juni 2026 verlassen hatte.[10]
Bankprüfungskommission
Der Landrat übt seine Oberaufsicht insbesondere über die Bankprüfungskommission aus.
Die Kommission prüft unter anderem:
- Einhaltung des gesetzlichen Auftrags
- Jahresbericht und Gewinnverwendung
- Tätigkeit des Bankrats
- Umgang mit der Staatsgarantie
- Erfüllung der kantonalen Eigentümerinteressen
Die Bankprüfungskommission ersetzt nicht die bankenrechtliche Revision oder die Aufsicht der FINMA. Ihre Aufgabe liegt vor allem in der politischen und institutionellen Kontrolle im Auftrag des Kantons.
Geschäftsergebnis 2025
Das Geschäftsjahr 2025 war nach Angaben der Bank das zweitbeste Ergebnis ihrer Geschichte. Das Finanzierungsgeschäft und das verwaltete Kundenvermögen wuchsen deutlich, während das tiefere Zinsniveau und veränderte Refinanzierungsbedingungen das Zinsergebnis belasteten.
| Kennzahl | 2024 | 2025 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Bilanzsumme | 6'560,7 Mio. Fr. | 7'231,4 Mio. Fr. | +10,2 % |
| Kundenausleihungen | 5'157,1 Mio. Fr. | 5'547,5 Mio. Fr. | +7,6 % |
| Hypothekarforderungen | 4'868,6 Mio. Fr. | 5'171,9 Mio. Fr. | +6,2 % |
| Kundengelder | 3'988,7 Mio. Fr. | 4'139,2 Mio. Fr. | +3,8 % |
| Verwaltete Kundenvermögen | rund 6'630 Mio. Fr. | 7'294,5 Mio. Fr. | +10,0 % |
| Depotvolumen | 2'765,6 Mio. Fr. | 3'155,3 Mio. Fr. | +14,1 % |
| Geschäftsertrag | 94,0 Mio. Fr. | 86,7 Mio. Fr. | −7,7 % |
| Geschäftsaufwand | 41,4 Mio. Fr. | 45,4 Mio. Fr. | +9,7 % |
| Geschäftserfolg | 45,8 Mio. Fr. | 34,9 Mio. Fr. | −23,9 % |
| Jahresgewinn | 17,6 Mio. Fr. | 17,0 Mio. Fr. | −3,0 % |
| Eigenmittel nach Gewinnverwendung | 544,7 Mio. Fr. | 567,4 Mio. Fr. | +4,2 % |
Die Dividende für den Kanton belief sich auf 10,4 Millionen Franken. Hinzu kam eine Abgeltung von rund 1,5 Millionen Franken für die Staatsgarantie.
Die Ausschüttung an die privaten Partizipantinnen und Partizipanten betrug unverändert 65 Franken je Partizipationsschein.[4]
Bedeutung für den Kanton Nidwalden
Die Nidwaldner Kantonalbank besitzt für den Kanton eine wirtschaftliche und finanzpolitische Bedeutung, die über ihre Rolle als Kreditinstitut hinausgeht.
Der Kanton profitiert von:
- Dividenden auf dem Dotationskapital
- Abgeltung der Staatsgarantie
- kantonalen und kommunalen Steuern
- regionalen Arbeitsplätzen
- Ausbildungsplätzen
- Finanzierung von Wohnraum und Unternehmen
- Aufträgen an regionale Dienstleister
- Sponsoring und gemeinnützigem Engagement
Für einen kleinen Kanton stellen die jährlichen Ablieferungen einen bedeutenden Beitrag zum öffentlichen Haushalt dar.
Die starke Konzentration auf den Nidwaldner Immobilien- und Hypothekarmarkt schafft zugleich ein gemeinsames wirtschaftliches Risiko für Bank und Kanton. Eine schwere regionale Immobilien- oder Wirtschaftskrise könnte sowohl das Kreditportfolio als auch die kantonalen Finanzen belasten.
Digitalisierung
Die NKB verbindet persönliche Beratung mit digitalen Kanälen.
Zu den digitalen Angeboten gehören:
- E-Banking
- Mobile-Banking-App
- NKB TWINT
- digitale Kontoeröffnung
- elektronische Zahlungen und eBill
- digitales Börsenportal
- elektronische Steuerunterlagen
- Video- und Telefonberatung
- Online-Rechner für Hypotheken und Vorsorge
Ein zunehmender Anteil der alltäglichen Transaktionen wird elektronisch abgewickelt. Die Geschäftsstellen konzentrieren sich deshalb stärker auf Beratung, komplexe Finanzierungen, Vermögensplanung und Vorsorge.
Die Bank investiert gleichzeitig in Cybersicherheit, Betrugserkennung, Datenschutz und die Widerstandsfähigkeit ihrer IT-Systeme.
Nachhaltigkeit
Die Nidwaldner Kantonalbank bezeichnet Nachhaltigkeit als Bestandteil ihrer Unternehmensführung.
Ihre Schwerpunkte umfassen:
- verantwortungsvolle Unternehmensführung
- nachhaltige Anlageberatung
- energetische Gebäudesanierung
- Förderung erneuerbarer Energien
- Reduktion des eigenen Energieverbrauchs
- regionale Beschaffung
- Aus- und Weiterbildung
- gesellschaftliches Engagement
- transparente Berichterstattung
Auf dem Dach des Hauptsitzes in Stans wurde eine Photovoltaikanlage installiert. Bei Umbauten von Geschäftsstellen werden Energieeffizienz, moderne Gebäudetechnik und eine langfristige Nutzung der Liegenschaften berücksichtigt.
Nachhaltigkeitsaspekte werden zudem schrittweise in Anlage- und Finanzierungsentscheidungen integriert.[11]
Gesellschaftliches Engagement
Die NKB unterstützt zahlreiche Organisationen und Veranstaltungen im Kanton Nidwalden.
Gefördert werden insbesondere Bereiche wie:
- Sport
- Kultur
- Musik
- Bildung
- Soziales
- Umwelt
- Jugendförderung
- regionale Wirtschaft
Die Bank ist Sponsoringpartnerin von Vereinen, Sportlerinnen und Sportlern, Theatergesellschaften, Musikformationen und öffentlichen Veranstaltungen.
Zu den bekannten Partnerschaften gehört das Engagement für die Nidwaldner Mountainbikerin Alessandra Keller. Die Bank unterstützt zudem den Breitensport und verschiedene regionale Nachwuchsprojekte.
Risiken
Die wichtigsten Risiken der Nidwaldner Kantonalbank sind:
- Kredit- und Ausfallrisiken
- starke Konzentration auf den Immobilienmarkt
- Zinsänderungsrisiken
- Liquiditäts- und Refinanzierungsrisiken
- Marktpreisrisiken
- operationelle Risiken
- Cyberangriffe
- Geldwäscherei- und Sanktionsrisiken
- regulatorische Veränderungen
- Reputationsrisiken
Das Hypothekargeschäft bildet den grössten Teil der Aktiven. Sinkende Immobilienpreise oder eine steigende Arbeitslosigkeit könnten die Werthaltigkeit der Sicherheiten und die Zahlungsfähigkeit von Kreditnehmern beeinträchtigen.
Der Bankrat legt die Risikopolitik und Risikotoleranz fest. Geschäftsleitung, Kreditkommission, interne Kontrollstellen und externe Revision überwachen die Einhaltung der Limiten.
Kritik und politische Diskussionen
Die Verbindung von öffentlichem Auftrag, Staatsgarantie und kommerziellem Wettbewerb wird regelmässig diskutiert.
Kritische Fragen betreffen unter anderem:
- möglichen Wettbewerbsvorteil durch die Staatsgarantie
- Höhe der Garantieabgeltung
- Einfluss des Regierungsrats auf den Bankrat
- Transparenz der Bankratswahlen
- Konzentration auf Hypotheken
- Vergütung der Führungsgremien
- Verhältnis zwischen Gewinnmaximierung und öffentlichem Auftrag
- Umfang des Geschäfts ausserhalb des Kantons
- Erhaltung des Filialnetzes
Befürworter des bestehenden Modells verweisen auf die regionale Versorgung, die jährlichen Ausschüttungen, die hohe Eigenmittelausstattung und die lokale Verantwortung der Bank.
Bedeutung
Die Nidwaldner Kantonalbank gehört gemessen an der Bilanzsumme zu den kleineren Schweizer Kantonalbanken. Innerhalb Nidwaldens nimmt sie jedoch eine zentrale Stellung ein.
Sie ist zugleich:
- kantonale öffentlich-rechtliche Anstalt
- bedeutende Hypothekarbank
- Finanzpartnerin regionaler Unternehmen
- Arbeitgeberin und Ausbildungsbetrieb
- Quelle regelmässiger Einnahmen des Kantons
- Sponsorin gesellschaftlicher Aktivitäten
- Herausgeberin eines öffentlich gehandelten Partizipationsscheins
Ihre Entwicklung spiegelt den Wandel Nidwaldens von einem vorwiegend landwirtschaftlich geprägten Kanton zu einer modernen Wohn-, Tourismus- und Dienstleistungsregion wider.
Chronologie
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1879 | Gründung als kantonale Spar- und Leihkasse Nidwalden |
| 1887 | Umzug an den Rathausplatz in Stans |
| 1909 | Umbenennung in Nidwaldner Kantonalbank |
| 1982 | Erlass des heutigen Kantonalbankgesetzes |
| 1990er-Jahre | Ausbau des Partizipationskapitals und Etablierung der jährlichen Partizipantenversammlung |
| 2000er-Jahre | Ausbau von E-Banking und elektronischem Zahlungsverkehr |
| 2012 | Heinrich Leuthard übernimmt die operative Leitung |
| 2022 | Beginn der Strategieperiode «Uisblick» und Eröffnung der gemeinsamen Geschäftsstelle Buochs/Ennetbürgen |
| 2023 | Wiedereröffnung der modernisierten Geschäftsstelle Beckenried |
| 2024 | Umbau des Hauptsitzes in Stans |
| 2025 | Bilanzsumme steigt erstmals auf mehr als sieben Milliarden Franken |
| 1. Juli 2026 | Urs Pfluger übernimmt den Vorsitz der Geschäftsleitung |
| 1. Juli 2026 | Adrian Schürmann tritt in den Bankrat ein |
| 1. September 2026 | Vorgesehener Amtsantritt von Mauro Eicher als Leiter Corporate Center |
Siehe auch
- Kantonalbank
- Liste der Kantonalbanken der Schweiz
- Kanton Nidwalden
- Stans
- Obwaldner Kantonalbank
- Luzerner Kantonalbank
- Schweizer Finanzplatz
- Verband Schweizerischer Kantonalbanken
- Eidgenössische Finanzmarktaufsicht
- Esisuisse
- Partizipationsschein
Literatur
- Nidwaldner Kantonalbank: Geschäftsbericht 2025. Stans 2026.
- Nidwaldner Kantonalbank: Corporate Governance 2025. Stans 2026.
- Nidwaldner Kantonalbank: Offenlegung 2025. Stans 2026.
- Kanton Nidwalden: Gesetz über die Nidwaldner Kantonalbank. Stans.
- Staatsarchiv Nidwalden: Geschichte der Nidwaldner Kantonalbank. Stans.
- Historischer Verein Nidwalden: Beiträge zur Geschichte Nidwaldens. Stans.
Weblinks
- Offizielle Website der Nidwaldner Kantonalbank
- Geschäftsbericht der Nidwaldner Kantonalbank
- Kantonalbankgesetz des Kantons Nidwalden
- Nidwaldner Kantonalbank beim Kanton Nidwalden
- Informationen zum Partizipationsschein
- Partizipationsschein der NKB bei OTC-X
- Nidwaldner Kantonalbank beim Verband Schweizerischer Kantonalbanken
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 Geschäftsbericht 2025, Nidwaldner Kantonalbank, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 2,0 2,1 Gesetz über die Nidwaldner Kantonalbank, Bereinigte Gesetzessammlung des Kantons Nidwalden, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Partizipationsscheine, Nidwaldner Kantonalbank, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 4,0 4,1 4,2 Geschäftsentwicklung 2025, Nidwaldner Kantonalbank, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Mehr vom Leben – die NKB im Porträt, Nidwaldner Kantonalbank, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Strategie 2022–2026, Nidwaldner Kantonalbank, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Kontakt und Standorte, Nidwaldner Kantonalbank, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Adrian Schürmann neuer Bankrat der Nidwaldner Kantonalbank, Kanton Nidwalden, 3. Juni 2026, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Urs Pfluger wird neuer CEO der Nidwaldner Kantonalbank, Nidwaldner Kantonalbank, 29. Dezember 2025, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Mauro Eicher wird neues Mitglied der Geschäftsleitung, Nidwaldner Kantonalbank, 26. Mai 2026, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Nachhaltigkeit, Nidwaldner Kantonalbank, abgerufen am 3. August 2026.
Wikimedia Commons: Medien zu Nidwaldner Kantonalbank