Luzerner Kantonalbank
| Luzerner Kantonalbank AG | |
|---|---|
| Kurzbezeichnung | LUKB |
| Unternehmensform | Aktiengesellschaft |
| Gründung | 16. Januar 1850 |
| Aufnahme des Geschäftsbetriebs | 6. Mai 1850 |
| Sitz | Luzern |
| Hauptsitz | Pilatusstrasse 12, 6003 Luzern |
| Branche | Bank |
| Banktyp | Kantonalbank, Universalbank |
| Verwaltungsratspräsident | Markus Hongler |
| Geschäftsführer | Daniel Salzmann |
| Mitarbeitende | rund 1400 |
| Geschäftsstellen | 23 |
| Bilanzsumme | 62,249 Milliarden Franken (2025) |
| Konzerngewinn | 295,5 Millionen Franken (2025) |
| Mehrheitsaktionär | Kanton Luzern mit 61,5 % |
| Staatsgarantie | ja |
| Börsenkotierung | SIX Swiss Exchange |
| Aktiensymbol | LUKN |
| ISIN | CH1252930610 |
| Website | www.lukb.ch |
Die Luzerner Kantonalbank AG, kurz LUKB, ist eine Schweizer Kantonalbank mit Sitz in Luzern. Sie wurde 1850 als öffentlich-rechtliche «Kantonale Spar- und Leihkasse» gegründet und ist heute als privatrechtliche, börsenkotierte Aktiengesellschaft organisiert. Der Kanton Luzern hält 61,5 Prozent des Aktienkapitals und muss gemäss kantonalem Recht dauerhaft mindestens 51 Prozent der Aktien und Stimmrechte besitzen.[1]
Die LUKB ist eine Universalbank. Ihre wichtigsten Tätigkeitsgebiete sind das Geschäft mit Privat- und Gewerbekunden, die Immobilien- und Unternehmensfinanzierung, das Private Banking, die Anlage- und Vermögensberatung, die Vorsorge sowie das Kapitalmarktgeschäft. Im Kanton Luzern besitzt sie ein dichtes Geschäftsstellennetz und nimmt eine führende Stellung im regionalen Bankenmarkt ein.[2]
Per Ende 2025 wies der Konzern eine Bilanzsumme von rund 62,25 Milliarden Franken, Kundenausleihungen von 46,35 Milliarden Franken und verwaltete Kundenvermögen von 42,61 Milliarden Franken aus. Der Konzerngewinn erreichte mit 295,5 Millionen Franken den bis dahin höchsten Wert in der Geschichte der Bank.[3]
Auftrag und Geschäftsmodell
Die LUKB wurde ursprünglich geschaffen, um der Bevölkerung sichere Sparmöglichkeiten zu bieten und die wirtschaftliche Entwicklung des Kantons Luzern zu fördern. Dieser regionale Auftrag ist auch nach der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft ein wesentlicher Bestandteil ihrer Tätigkeit geblieben.
Das kantonale Umwandlungsgesetz schreibt vor, dass die LUKB als gewinnorientierte Universalbank geführt wird. Gleichzeitig muss sie die besonderen Bedürfnisse der Bevölkerung und der Wirtschaft des Kantons Luzern berücksichtigen. Die Bank soll wettbewerbsfähig arbeiten, eine angemessene Rendite erzielen und zugleich einen volkswirtschaftlichen Nutzen für den Kanton schaffen.[4]
Das Geschäftsmodell besteht aus zwei miteinander verbundenen Bereichen. Im Wirtschafts- und Lebensraum Luzern betreibt die LUKB ein breit abgestütztes Universalbankgeschäft. Darüber hinaus bietet sie ausgewählte spezialisierte Dienstleistungen in der ganzen Schweiz an, insbesondere im Private Banking, im Anlagegeschäft, im Kapitalmarktgeschäft und für institutionelle Kunden.
Die Erträge stammen hauptsächlich aus dem Zinsengeschäft, dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft sowie dem Handelsgeschäft. Das Kreditgeschäft ist stark von Hypothekarfinanzierungen geprägt. Daneben finanziert die Bank Unternehmen, Gewerbebetriebe, öffentliche Körperschaften und Immobilienprojekte.
Eigentumsverhältnisse
Der Kanton Luzern ist mit einem Anteil von 61,5 Prozent der grösste Aktionär der Bank. Die übrigen 38,5 Prozent der Aktien befinden sich im Streubesitz privater und institutioneller Anleger.[1]
Das Gesetz über die Umwandlung der Luzerner Kantonalbank verpflichtet den Kanton, mindestens 51 Prozent des Aktienkapitals und der Stimmrechte zu halten. Der Kanton kann seine Mehrheitsbeteiligung daher nicht ohne eine Änderung der gesetzlichen Grundlagen aufgeben.[4]
Per 31. März 2026 waren insgesamt 49'583'333 Namenaktien ausgegeben. Rund 95,4 Prozent der Aktien waren im Aktienregister eingetragen. Die Bank zählte zu diesem Zeitpunkt mehr als 33'000 eingetragene Aktionärinnen und Aktionäre.[1]
Die Eigentümerrolle des Kantons wird durch eine vom Regierungsrat verabschiedete Eignerstrategie konkretisiert. Darin werden unter anderem Erwartungen an die wirtschaftliche Stabilität, die Ausschüttungspolitik, die Risikofähigkeit, die Unternehmensführung und die Berücksichtigung regionaler Interessen formuliert.
Staatsgarantie und Einlagensicherung
Die LUKB verfügt über eine Staatsgarantie des Kantons Luzern. Der Kanton haftet für die Verbindlichkeiten der Bank, soweit deren eigene Mittel nicht ausreichen. Die Garantie umfasst insbesondere Einlagen auf Privat-, Spar- und Festgeldkonten sowie Verpflichtungen aus Kassenobligationen.[4]
Für diese Garantie entrichtet die Bank eine jährlich nach einer gesetzlichen Formel berechnete Abgeltung an den Kanton. Für das Geschäftsjahr 2025 betrug sie 11,2 Millionen Franken.[5]
Unabhängig von der Staatsgarantie ist die LUKB dem schweizerischen Einlegerschutzsystem angeschlossen. Dieses schützt im Konkursfall privilegierte Kundeneinlagen bis zu einem gesetzlich festgelegten Höchstbetrag von 100'000 Franken pro Kunde und Bank.
Die Staatsgarantie bedeutet nicht, dass sämtliche Anlageprodukte gegen Wertverluste abgesichert sind. Wertschriften, Fonds, strukturierte Produkte und andere Anlagen unterliegen weiterhin den jeweiligen Markt- und Emittentenrisiken.
Geschichte
Gründung als Spar- und Leihkasse
Am 16. Januar 1850 beschloss der Grosse Rat des Kantons Luzern die Gründung der Kantonalen Spar- und Leihkasse. Der erste Schalter wurde am 6. Mai 1850 im Luzerner Regierungsgebäude an der Bahnhofstrasse 15 eröffnet.[6]
Die Gründung fiel in eine Zeit tiefgreifender politischer und wirtschaftlicher Veränderungen. Nach der Entstehung des Schweizer Bundesstaates von 1848 bestand ein wachsender Bedarf an sicheren Sparmöglichkeiten und an Krediten für Landwirtschaft, Gewerbe, Handel und öffentliche Infrastruktur.
Private Banken waren ausserhalb der grösseren Handelszentren nur begrenzt präsent. Mit der kantonalen Spar- und Leihkasse sollte auch Personen mit kleineren Vermögen ein verlässlicher Zugang zum Bankwesen ermöglicht werden. Die Staatsgarantie stärkte das Vertrauen in die neue Institution.
Die Bank nahm Spareinlagen entgegen und gewährte zunächst vor allem hypothekarisch gesicherte Kredite. Ein Teil ihrer Erträge wurde für öffentliche und gemeinnützige Aufgaben verwendet.
Erweiterung des Geschäftsbetriebs
Eine Gesetzesrevision von 1870 legte fest, dass die Reinerträge der Bank zur Unterstützung grösserer gemeinnütziger Vorhaben von kantonaler Bedeutung verwendet werden sollten. Ab 1871 flossen Mittel unter anderem in die Finanzierung der geplanten kantonalen psychiatrischen Klinik.[6]
1876 wurden die Geschäftsmöglichkeiten erweitert. Die Bank durfte nun unter anderem Banknoten ausgeben, Wechsel diskontieren und Darlehen an gut verwaltete Gemeinden und Genossenschaften gewähren. Damit entwickelte sie sich schrittweise von einer reinen Spar- und Hypothekarinstitution zu einer breiter aufgestellten Bank.
Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert baute die Bank ihr Filialnetz aus. Zweigstellen wurden 1887 in Willisau, 1894 in Schüpfheim, 1897 in Sursee und 1907 in Hochdorf eröffnet. Damit war die Bank in allen damaligen Amtshauptorten des Kantons vertreten.[6]
Umbenennung und neuer Hauptsitz
Im Jahr 1892 erhielt die Kantonale Spar- und Leihkasse den Namen Luzerner Kantonalbank. Die Umbenennung verdeutlichte ihre Entwicklung zu einer Bank mit einem umfassenderen kantonalen Auftrag.
1909 zog die Bank aus dem Regierungsgebäude in einen repräsentativen neobarocken Neubau an der Pilatusstrasse 12. Das Gebäude spiegelte die gewachsene wirtschaftliche Bedeutung der Bank wider und lag in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs Luzern.
Das historische Bankgebäude wurde später durch einen modernen Neubau ersetzt. 1973 bezog die LUKB den heutigen Hauptsitz an derselben Adresse. Der Gebäudekomplex wurde in den folgenden Jahrzehnten mehrfach umgebaut und an veränderte betriebliche, technische und sicherheitsbezogene Anforderungen angepasst.
Entwicklung zur Universalbank
Im Laufe des 20. Jahrhunderts weitete die Bank ihre Geschäftstätigkeit erheblich aus. Neben dem Spar- und Hypothekargeschäft gewannen Firmenkredite, Zahlungsverkehr, Wertschriftengeschäfte, Vorsorgeprodukte und Vermögensverwaltung an Bedeutung.
Die wirtschaftliche Entwicklung des Kantons Luzern führte zu einer zunehmenden Nachfrage nach Unternehmens-, Gewerbe- und Immobilienfinanzierungen. Die Bank eröffnete weitere Geschäftsstellen und entwickelte sich zu einem wichtigen Finanzierungspartner für Privatpersonen, Unternehmen, Gemeinden und Institutionen.
1987 gab die LUKB erstmals Partizipationsscheine aus. Damit erhielten private Anleger die Möglichkeit, sich wirtschaftlich an der Bank zu beteiligen, ohne dass die Bank ihren öffentlich-rechtlichen Charakter aufgab.
1996 wurde die LUKB Expert Fondsleitung AG gegründet. Sie übernahm Aufgaben bei der Gründung, Verwaltung und Administration von Anlagefonds.
Umwandlung in eine Aktiengesellschaft
Am 8. Mai 2000 verabschiedete der Luzerner Kantonsrat das Gesetz über die Umwandlung der Luzerner Kantonalbank in eine Aktiengesellschaft. Die Luzerner Stimmbevölkerung stimmte der Vorlage am 24. September 2000 zu.[6]
Am 1. Januar 2001 wurde die bisherige öffentlich-rechtliche Anstalt in eine privatrechtliche Aktiengesellschaft nach dem Schweizerischen Obligationenrecht umgewandelt. Der öffentliche Auftrag, die kantonale Mehrheitsbeteiligung und die Staatsgarantie blieben bestehen.[4]
Die Aktien wurden im März 2001 an der Schweizer Börse kotiert. Der erste Handelstag war der 12. März 2001. Der Börsengang erhöhte die unternehmerische Flexibilität und ermöglichte eine breitere Beteiligung privater und institutioneller Anleger.
Entwicklung seit 2001
Nach der Umwandlung setzte die LUKB den Ausbau des Anlage-, Private-Banking- und Firmenkundengeschäfts fort. Gleichzeitig investierte sie verstärkt in digitale Dienstleistungen, elektronische Vertriebskanäle, Datenverarbeitung und Automatisierung.
2023 führte die Bank eine Kapitalerhöhung durch. Im selben Jahr wurden die Aktien im Verhältnis eins zu fünf geteilt. Dadurch erhöhte sich die Zahl der ausgegebenen Aktien, während der rechnerische Gesamtwert der Beteiligungen unverändert blieb.[7]
Im Jahr 2025 feierte die Bank ihr 175-jähriges Bestehen. Im Jubiläumsjahr organisierte sie mehrere öffentliche Veranstaltungen im Kanton Luzern. Gleichzeitig schloss sie ihre Strategieperiode 2021 bis 2025 mit einem Rekordgewinn ab.
Geschäftsfelder
Privat- und Gewerbekunden
Das Geschäft mit Privatpersonen und kleineren Gewerbebetrieben bildet einen wesentlichen Bestandteil der regionalen Tätigkeit. Zum Angebot gehören Konten, Karten, Zahlungsverkehr, Sparprodukte, Konsumkredite, Hypotheken, Vorsorgelösungen und Anlageberatung.
Die Bank betreut sowohl selbständig Erwerbende und kleinere Unternehmen als auch Privatkunden in unterschiedlichen Lebensphasen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Finanzierung von selbstbewohntem Wohneigentum und Renditeliegenschaften.
Die Beratung erfolgt über Geschäftsstellen, Telefon, Videoberatung und digitale Kanäle. Viele alltägliche Dienstleistungen können über das Onlinebanking und die mobile Bankanwendung genutzt werden.
Immobiliengeschäft
Die Immobilienfinanzierung gehört zu den grössten Geschäftsfeldern der LUKB. Ende 2025 beliefen sich die Hypothekarforderungen auf rund 40,92 Milliarden Franken. Sie machten damit den überwiegenden Teil der gesamten Kundenausleihungen aus.[8]
Die Bank finanziert Einfamilienhäuser, Stockwerkeigentum, Mehrfamilienhäuser, Geschäftsimmobilien und grössere Entwicklungsprojekte. Neben klassischen Hypotheken bietet sie Beratungsleistungen für Investoren, Immobilienunternehmen und institutionelle Eigentümer an.
Die starke Stellung im Immobiliengeschäft führt zu einer engen Verbindung mit der Bau-, Wohnungs- und Raumentwicklung im Kanton Luzern. Gleichzeitig stellen Konzentrationsrisiken, Zinsänderungen und Veränderungen auf dem Immobilienmarkt wichtige Bestandteile des Risikomanagements dar.
Firmenkundengeschäft
Die LUKB betreut kleine und mittlere Unternehmen sowie grössere Firmenkunden. Zu den Dienstleistungen gehören Betriebskredite, Investitionsfinanzierungen, Immobilienkredite, Zahlungsverkehr, Devisengeschäfte, Leasing, Nachfolgeplanung und betriebliche Vorsorgelösungen.
Unter der Bezeichnung «Unternehmerbank» bündelt die LUKB verschiedene Angebote für Unternehmen, Eigentümer und Führungspersonen. Dabei werden geschäftliche Finanzierungen mit privaten Vermögens-, Vorsorge- und Nachfolgefragen verbunden.
Die regionale Wirtschaft ist von kleinen und mittleren Unternehmen geprägt. Die Bank besitzt deshalb eine bedeutende Stellung bei der Finanzierung von Gewerbe, Industrie, Handel, Tourismus, Landwirtschaft und Dienstleistungen.
Private Banking und Vermögensverwaltung
Im Private Banking betreut die LUKB vermögende Privatpersonen, Unternehmerfamilien und weitere Kunden mit umfassendem Beratungsbedarf. Zum Angebot gehören Anlageberatung, Vermögensverwaltung, Finanzplanung, Vorsorgeberatung, Steuerplanung sowie Erbschafts- und Nachfolgelösungen.
Das Anlagegeschäft wird sowohl im Kanton Luzern als auch überregional betrieben. Die Bank bietet eigene und externe Anlageprodukte an und verwaltet individuelle Beratungs- und Vermögensverwaltungsmandate.
Ende 2025 beliefen sich die verwalteten Kundenvermögen auf 42,61 Milliarden Franken. Im Verlauf des Jahres flossen der Bank netto rund 1,29 Milliarden Franken neue Kundengelder zu.[3]
Kapitalmarkt- und institutionelles Geschäft
Die LUKB ist im Handel mit Devisen, Obligationen, Aktien und strukturierten Produkten tätig. Sie bietet Kapitalmarktfinanzierungen und Absicherungslösungen für Unternehmen und institutionelle Kunden an.
Zu den Kunden gehören Pensionskassen, Versicherungen, Stiftungen, Vermögensverwalter und weitere professionelle Marktteilnehmer. Externen Vermögensverwaltern stellt die Bank Depotbankdienstleistungen, Handelszugänge und technische Infrastruktur zur Verfügung.[9]
Die Diversifikation in zinsunabhängige Geschäftsfelder soll die Abhängigkeit der Bank vom traditionellen Zins- und Hypothekargeschäft verringern.
Konzernstruktur
Das Stammhaus des Konzerns ist die Luzerner Kantonalbank AG. Zum Konzern gehört als vollständig kontrollierte Tochtergesellschaft die LUKB Expert Fondsleitung AG.[10]
Die LUKB Expert Fondsleitung AG übernimmt die Leitung und Administration von Anlagefonds. Ihre Dienstleistungen richten sich sowohl an die LUKB als auch an externe Anbieter und institutionelle Auftraggeber.
Die frühere Tochtergesellschaft Refinum AG wurde per 31. Januar 2025 in das Stammhaus integriert. Ihre Dienstleistungen für externe Vermögensverwalter und institutionelle Kunden werden seither innerhalb der Luzerner Kantonalbank AG weitergeführt.[8]
Organisation und Führung
Die strategische Leitung und Aufsicht liegen beim Verwaltungsrat. Die Mitglieder werden jährlich von der Generalversammlung gewählt. Seit der Generalversammlung 2021 ist Markus Hongler Präsident des Verwaltungsrates.[11]
Nach der Generalversammlung vom 13. April 2026 besteht der Verwaltungsrat aus neun Mitgliedern. Neu gewählt wurde Bernadette Koch. Markus Hongler wurde als Präsident bestätigt.[12]
Die operative Führung obliegt einer fünfköpfigen Geschäftsleitung. Sie bildet zugleich die operative Konzernleitung. Seit 2014 ist Daniel Salzmann Chief Executive Officer und Leiter des Präsidialdepartements.[13]
Der Geschäftsleitung gehören im August 2026 an:
- Daniel Salzmann, Chief Executive Officer und Leiter des Präsidialdepartements;
- Marcel Hurschler, Stellvertreter des CEO, Chief Financial Officer und Leiter Finanzen und Investment;
- Stefan Studer, Leiter Privat- und Gewerbekunden;
- Désirée von Michaelis, Leiterin Private Banking und Firmenkunden;
- Simon Kauth, Leiter Technologie und Services.
Désirée von Michaelis trat am 1. März 2026 die Nachfolge von Beat Hodel an, der nach langjähriger Tätigkeit in den Ruhestand ging.[14]
Geschäftsstellennetz
Die LUKB betreibt 23 Geschäftsstellen. Der Schwerpunkt des Filialnetzes liegt im Kanton Luzern.[15]
Neben dem Hauptsitz und weiteren Standorten in der Stadt Luzern ist die Bank in den regionalen Zentren und zahlreichen grösseren Gemeinden vertreten. Geschäftsstellen bestehen unter anderem in Sursee, Willisau, Schüpfheim, Hochdorf, Emmenbrücke, Kriens, Horw, Ebikon, Root, Sempach und Wolhusen.
Das Geschäftsstellennetz wird durch Bancomaten, Selbstbedienungszonen, telefonische Beratung und digitale Angebote ergänzt. Während einfache Transaktionen zunehmend elektronisch ausgeführt werden, konzentrieren sich die physischen Geschäftsstellen stärker auf Beratungsgespräche.
Der Hauptsitz befindet sich an der Pilatusstrasse 12 in der Stadt Luzern. Das Gebäude enthält neben Arbeitsplätzen und betrieblichen Einrichtungen eine Kundenhalle, Beratungsbereiche, Gastronomie- und Veranstaltungsflächen.
Börsenkotierung und Aktie
Die Namenaktien der LUKB sind an der SIX Swiss Exchange kotiert. Das Börsensymbol lautet LUKN, die ISIN-Nummer CH1252930610 und die Valorennummer 125 293 061.[7]
Das Aktienkapital betrug Ende 2025 rund 183,5 Millionen Franken. Es war in 49'583'333 Namenaktien mit einem Nennwert von jeweils 3,70 Franken eingeteilt.[16]
Die Generalversammlung 2026 genehmigte für das Geschäftsjahr 2025 eine Ausschüttung von 2,70 Franken pro Aktie. Davon wurden 1,35 Franken als ordentliche Dividende und 1,35 Franken als verrechnungssteuerfreie Rückzahlung aus gesetzlichen Kapitalreserven ausbezahlt.[12]
Da der Kanton Luzern 61,5 Prozent der Aktien besitzt, erhält er den grössten Anteil der ausgeschütteten Gewinne. Die übrigen Ausschüttungen gehen an private und institutionelle Aktionäre.
Kennzahlen
| Kennzahl | 2023 | 2024 | 2025 |
|---|---|---|---|
| Geschäftsertrag | 614,9 Mio. Fr. | 650,5 Mio. Fr. | 691,0 Mio. Fr. |
| Geschäftserfolg | 303,5 Mio. Fr. | 317,8 Mio. Fr. | 333,8 Mio. Fr. |
| Konzerngewinn | 265,4 Mio. Fr. | 286,6 Mio. Fr. | 295,5 Mio. Fr. |
| Kundenausleihungen | 41,738 Mrd. Fr. | 43,374 Mrd. Fr. | 46,353 Mrd. Fr. |
| Kundengelder | 29,090 Mrd. Fr. | 29,384 Mrd. Fr. | 30,216 Mrd. Fr. |
| Verwaltete Kundenvermögen | 38,059 Mrd. Fr. | 39,489 Mrd. Fr. | 42,607 Mrd. Fr. |
| Bilanzsumme | 57,397 Mrd. Fr. | 59,154 Mrd. Fr. | 62,249 Mrd. Fr. |
| Eigenkapital vor Gewinnverwendung | 3,856 Mrd. Fr. | 4,045 Mrd. Fr. | 4,225 Mrd. Fr. |
| Vollzeitstellen | 1134,9 | 1181,0 | 1206,2 |
| Cost-Income-Ratio | 45,6 % | 46,1 % | 46,1 % |
| CET1-Kernkapitalquote | 13,4 % | 13,9 % | 14,7 % |
Quelle: Geschäftsberichte der Luzerner Kantonalbank.[3]
Im Geschäftsjahr 2025 stieg der Geschäftsertrag gegenüber dem Vorjahr um 6,2 Prozent auf 691 Millionen Franken. Der Konzerngewinn nahm um 3,1 Prozent auf 295,5 Millionen Franken zu.[5]
Die Kundenausleihungen wuchsen um 6,9 Prozent. Von den insgesamt 46,35 Milliarden Franken entfielen rund 40,92 Milliarden Franken auf Hypothekarforderungen.[8]
Der Bestand an Vollzeitstellen stieg bis Ende 2025 auf 1206,2. Aufgrund von Teilzeitbeschäftigung und Lernenden lag die tatsächliche Zahl der Mitarbeitenden deutlich höher und wurde von der Bank mit rund 1400 angegeben.[10]
Bedeutung für den Kanton Luzern
Die LUKB ist für den Kanton Luzern nicht nur als Finanzinstitut, sondern auch als Beteiligungsunternehmen von Bedeutung. Der Kanton profitiert von Gewinnausschüttungen, Steuern und der Abgeltung der Staatsgarantie.
Für das Geschäftsjahr 2025 erhielt der Kanton eine Gewinnausschüttung von 82,3 Millionen Franken. Hinzu kamen 7,3 Millionen Franken Kantonssteuern und 11,2 Millionen Franken als Abgeltung der Staatsgarantie. Insgesamt beliefen sich die Zahlungen an den Kanton auf 100,8 Millionen Franken.[12]
Durch ihre Kreditvergabe beeinflusst die Bank die wirtschaftliche Entwicklung des Kantons. Sie finanziert einen erheblichen Teil der privaten Wohnbauten, Gewerbeimmobilien, Unternehmensinvestitionen und kommunalen Projekte.
Die LUKB zählt zudem zu den grösseren Arbeitgeberinnen des Kantons. Sie bildet Lernende aus und beschäftigt Fachkräfte in den Bereichen Bankberatung, Finanzen, Informatik, Datenanalyse, Recht, Compliance und Risikomanagement.
Strategie 2026 bis 2030
Die Unternehmensstrategie für die Jahre 2026 bis 2030 trägt die Bezeichnung LUKB30. Sie soll die Marktführerschaft im Wirtschafts- und Lebensraum Luzern stärken und gleichzeitig ein überregionales Wachstum in ausgewählten Spezialgebieten ermöglichen.[17]
Die Bank konzentriert sich auf fünf strategische Initiativen:
- Anlegen und Private Banking;
- Kapitalmarkt;
- Technologie und Daten;
- Vertrieb der Zukunft;
- Mitarbeitende und Marke.
Bis 2030 soll der Konzerngewinn auf mehr als 340 Millionen Franken steigen. Für die zinsunabhängigen Erträge wird ein Ziel von mehr als 310 Millionen Franken angestrebt. Das Kreditgeschäft soll jährlich netto um 2,5 bis 4 Prozent wachsen, während die Cost-Income-Ratio unter 50 Prozent bleiben soll.[17]
Die LUKB formulierte ausserdem das Ziel, bis 2030 zu den fünf führenden Universalbanken der Schweiz zu gehören. Dieses Ziel bezieht sich nicht ausschliesslich auf die Bilanzsumme, sondern auch auf Ertragskraft, Beratungskompetenz, Digitalisierung und die Stellung in ausgewählten Märkten.
Digitalisierung
Die Digitalisierung betrifft sowohl die Kundenangebote als auch die internen Prozesse. Die LUKB betreibt ein Onlinebanking und mobile Anwendungen für Zahlungsverkehr, Wertschriftengeschäfte, Vorsorge und weitere Dienstleistungen.
Digitale Kanäle ermöglichen die Eröffnung bestimmter Konten und die Durchführung vieler Bankgeschäfte ohne Besuch einer Geschäftsstelle. Gleichzeitig hält die Bank an der persönlichen Beratung und ihrem regionalen Filialnetz fest.
In der Strategieperiode bis 2030 sollen Daten stärker für Beratung, Risikosteuerung und betriebliche Prozesse genutzt werden. Auch Anwendungen der künstlichen Intelligenz sollen Mitarbeitende bei administrativen und analytischen Aufgaben unterstützen.[9]
Die Digitalisierung erhöht zugleich die Anforderungen an Informationssicherheit, Datenschutz, Betrugsprävention und die Stabilität der technischen Infrastruktur. Diese Bereiche gehören deshalb zu den zentralen betrieblichen und regulatorischen Aufgaben der Bank.
Nachhaltigkeit
Die LUKB berücksichtigt ökologische, soziale und unternehmerische Nachhaltigkeitsaspekte in ihrer Geschäftsstrategie. Dazu gehören Klimaschutz, verantwortungsvolle Kredit- und Anlageentscheidungen, Personalentwicklung sowie eine langfristig ausgerichtete Unternehmensführung.[18]
Für die direkten und energiebezogenen betrieblichen Treibhausgasemissionen strebt die Bank bis 2030 eine deutliche Verringerung gegenüber dem Basisjahr 2014 an. Verbleibende Emissionen sollen spätestens ab 2030 kompensiert werden.
Bei Finanzierungen und Anlagen ist die Wirkung auf Umwelt und Gesellschaft komplexer als im eigenen Betrieb. Die Bank entwickelt deshalb Methoden zur Erfassung klimabezogener Risiken und zur Beurteilung besonders emissionsintensiver Wirtschaftsbereiche.
Zur sozialen Nachhaltigkeit zählt die LUKB unter anderem Ausbildung, Weiterbildung, Chancengleichheit und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Sie unterstützt zudem regionale Vereine, Veranstaltungen und gemeinnützige Projekte.
Gesellschaftliches Engagement
Die Bank engagiert sich als Sponsorin und Partnerin in den Bereichen Sport, Kultur, Gesellschaft, Bildung und Wirtschaft. Unterstützt werden sowohl grössere kantonale Institutionen als auch lokale Vereine und Veranstaltungen.
Zum gesellschaftlichen Engagement gehören Veranstaltungen, Kunstprojekte, Nachwuchsförderung und freiwillige Einsätze von Mitarbeitenden. Im Jahr 2025 verband die Bank ihr 175-jähriges Bestehen mit mehreren öffentlichen Jubiläumsveranstaltungen im Kanton Luzern.[19]
Am Hauptsitz zeigt die Bank regelmässig Ausstellungen zeitgenössischer Kunst. Die öffentlich zugänglichen Präsentationen gehören zu ihrem kulturellen Engagement in der Stadt Luzern.
Aufsicht und Regulierung
Als Schweizer Bank untersteht die LUKB der Aufsicht der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA). Sie muss die Vorschriften über Eigenmittel, Liquidität, Risikoverteilung, Geldwäschereibekämpfung und Corporate Governance einhalten.
Die Staatsgarantie ersetzt die aufsichtsrechtlichen Kapital- und Liquiditätsanforderungen nicht. Die Bank muss ausreichende eigene Mittel halten und ihre Risiken unabhängig von der kantonalen Haftung kontrollieren.
Ende 2025 betrug die harte Kernkapitalquote 14,7 Prozent. Die Gesamtkapitalquote lag bei 20,6 Prozent, die ungewichtete Eigenmittelquote bei 7,7 Prozent.[3]
Die aktienrechtliche Revisionsstelle ist seit der Generalversammlung 2026 die KPMG AG. Sie löste PricewaterhouseCoopers ab, welche diese Aufgabe seit 2012 ausgeübt hatte.[12]
Bedeutung im Schweizer Bankenwesen
Mit einer Bilanzsumme von mehr als 62 Milliarden Franken gehört die Luzerner Kantonalbank zu den grössten Kantonalbanken und zu den zehn grösseren Banken der Schweiz.[2]
Im Unterschied zu Kantonalbanken, die vollständig im Besitz ihres Kantons stehen, besitzt die LUKB einen bedeutenden privaten Aktionärskreis. Ihre Organisation verbindet daher Elemente eines kantonalen Beteiligungsunternehmens mit jenen einer börsenkotierten Geschäftsbank.
Die LUKB bleibt stark im Kanton Luzern verankert, entwickelt aber zugleich Geschäftsfelder, die nicht an Kantonsgrenzen gebunden sind. Dazu zählen Private Banking, Vermögensverwaltung, Fondsleitung, Kapitalmarktgeschäfte und Dienstleistungen für externe Vermögensverwalter.
Siehe auch
- Liste der Kantonalbanken der Schweiz
- Kantonalbank
- Kanton Luzern
- Banken in der Schweiz
- SIX Swiss Exchange
- Verband Schweizerischer Kantonalbanken
- Finanzplatz Schweiz
Literatur
- Luzerner Kantonalbank AG: Geschäftsbericht 2025. Luzern 2026.
- Luzerner Kantonalbank AG: Nachhaltigkeitsbericht 2025. Luzern 2026.
- Luzerner Kantonalbank AG: 175 Jahre Luzerner Kantonalbank. Luzern 2025.
- Kanton Luzern: Botschaft zur Umwandlung der Luzerner Kantonalbank in eine Aktiengesellschaft. Luzern 2000.
- Luzerner Kantonalbank: 150 Jahre Luzerner Kantonalbank 1850–2000. Luzern 2000.
Weblinks
- Offizielle Website der Luzerner Kantonalbank
- Unternehmensporträt
- Geschichte der Luzerner Kantonalbank
- Informationen für Aktionäre und Investoren
- Geschäftsbericht 2025
- Gesetzliche Grundlagen und Staatsgarantie
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 Luzerner Kantonalbank: Aktionärsstruktur, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 2,0 2,1 Luzerner Kantonalbank: Unternehmensporträt, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 3,0 3,1 3,2 3,3 Luzerner Kantonalbank: Kennzahlen Konzern 2025, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 4,0 4,1 4,2 4,3 Luzerner Kantonalbank: Gesetzliche Grundlagen, Staatsgarantie und Einlagenschutz, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 5,0 5,1 Luzerner Kantonalbank: Jahresergebnis 2025, 5. Februar 2026, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 6,0 6,1 6,2 6,3 Luzerner Kantonalbank: Geschichte, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 7,0 7,1 Luzerner Kantonalbank: LUKB-Aktie, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 8,0 8,1 8,2 Luzerner Kantonalbank: Lagebericht 2025, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 9,0 9,1 Luzerner Kantonalbank: Geschäftsmodell und Strategie, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 10,0 10,1 Luzerner Kantonalbank: Profil und Konzernstruktur, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Luzerner Kantonalbank: Markus Hongler, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 12,0 12,1 12,2 12,3 Luzerner Kantonalbank: Generalversammlung 2026, 13. April 2026, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Luzerner Kantonalbank: Geschäftsleitung, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Luzerner Kantonalbank: Désirée von Michaelis wird Mitglied der Geschäftsleitung, 30. September 2025, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Luzerner Kantonalbank: Geschäftsstellen und Bancomaten, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Luzerner Kantonalbank: Kapitalstruktur, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 17,0 17,1 Luzerner Kantonalbank: Unternehmensstrategie 2026 bis 2030, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Luzerner Kantonalbank: Nachhaltigkeit, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Luzerner Kantonalbank: Engagement für die Region, abgerufen am 3. August 2026.
Wikimedia Commons: Medien zu Luzerner Kantonalbank