Monthey
| Monthey | |
|---|---|
| Staat | Schweiz |
| Kanton | Wallis |
| Bezirk | Monthey |
| BFS-Nummer | 6153 |
| Postleitzahlen | 1870 Monthey 1871 Choëx |
| Koordinaten | 46° 15′ N, 6° 57′ O |
| Höhe | 405 m ü. M. |
| Fläche | 28,63 km² |
| Einwohner | 19'180 |
| Einwohnerstand | 31. Dezember 2024 |
| Bevölkerungsdichte | rund 670 Einwohner je km² |
| Amtssprache | Französisch |
| Stadtpräsident | Fabrice Thétaz |
| Website | monthey.ch |
Monthey ist eine politische Gemeinde und Stadt im französischsprachigen Teil des Kantons Wallis in der Schweiz. Sie ist der Hauptort des gleichnamigen Bezirks Monthey und bildet eines der wichtigsten städtischen, wirtschaftlichen und kulturellen Zentren des Chablais.
Die Stadt liegt am Ausgang des Val d’Illiez auf dem Schwemmkegel der Vièze am linken Rand des Rhonetals. Das Gemeindegebiet umfasst neben dem eigentlichen Stadtgebiet das Dorf Choëx, die höher gelegenen Siedlungen Outrevièze und Les Giettes, mehrere kleinere Weiler sowie räumlich vom Hauptgebiet getrennte Exklaven. Eine dieser Exklaven liegt im oberen Val de Morgins an der französischen Grenze.
Monthey gehört zu den bevölkerungsreichsten Gemeinden des Wallis. Ende 2024 zählte die Stadt 19'180 Personen mit Wohnsitz in der Gemeinde.[1] Die Bevölkerung ist kulturell und sprachlich vielfältig. In der Gemeinde leben Menschen aus mehr als hundert Staaten; ungefähr 36 Prozent besitzen keine Schweizer Staatsangehörigkeit.[2]
Überregional bekannt ist Monthey vor allem durch seinen grossen Chemie- und Industriepark, den Karneval von Monthey, das Théâtre du Crochetan und seine Lage am Zugang zu den Tourismusgebieten der Dents du Midi und der Portes du Soleil. Die Stadt verbindet eine lange industrielle Tradition mit einer bedeutenden regionalen Funktion in den Bereichen Bildung, Kultur, Handel, Verwaltung und Verkehr.
Geografie
Lage
Monthey liegt im Unterwallis zwischen dem Genfersee und Martigny. Das Stadtzentrum befindet sich am westlichen Rand der Rhoneebene, dort, wo die Vièze aus dem Val d’Illiez austritt. Der Fluss hat einen grossen Schwemmkegel geschaffen, auf dem sich der historische Stadtkern und ein erheblicher Teil der modernen Siedlung entwickelten.
Im Nordosten reicht das Gemeindegebiet bis an die Rhone. Auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses liegt der Kanton Waadt. Die Stadt ist Teil eines zusammenhängenden Siedlungs- und Wirtschaftsraums mit Collombey-Muraz, Massongex, Bex und den Gemeinden des unteren Chablais.
Das Gemeindegebiet grenzt beziehungsweise berührt die Schweizer Gemeinden Bex, Collombey-Muraz, Massongex, Ollon, Troistorrents, Val-d’Illiez und Vérossaz. Die hoch gelegene Exklave im Val de Morgins grenzt zudem an französisches Staatsgebiet.
Monthey liegt an einer seit Jahrhunderten bedeutenden Verkehrsachse. Durch das Rhonetal führen die Verbindungen vom Genferseeraum nach Martigny, zum Grossen St. Bernhard und zum Simplonpass. Über das Val d’Illiez und den Pas de Morgins bestehen Verbindungen in das französische Vallée d’Abondance.
Gemeindegebiet
Das Gebiet der Gemeinde umfasst 28,63 Quadratkilometer. Es ist räumlich ungewöhnlich gegliedert und besteht aus dem zusammenhängenden Hauptgebiet sowie mehreren Exklaven.
Zum Hauptgebiet gehören:
- das Stadtzentrum von Monthey
- der historische Bereich um Château-Vieux
- das Quartier Outrevièze
- das Dorf Choëx
- die Wohn- und Gewerbegebiete der Rhoneebene
- der Industriepark von Monthey
- die Hänge zwischen Monthey, Choëx und Les Giettes
Zwei kleinere Exklaven befinden sich innerhalb des Gebiets von Collombey-Muraz. Eine grössere Exklave liegt im Quellgebiet der Vièze de Morgins. Sie umfasst Alpweiden, Wald und hochalpine Landschaften und reicht bis zur französischen Grenze.
Der höchste Punkt der Gemeinde ist die 2'249 Meter hohe Pointe de Chésery in der südwestlichen Exklave. Der tiefste Bereich liegt in der Rhoneebene auf ungefähr 390 Metern über Meer.
Vièze
Die Vièze ist das wichtigste Gewässer der Stadt. Sie entspringt im Gebiet von Morgins und fliesst durch das Val d’Illiez nach Monthey. Unterhalb der Stadt mündet sie in die Rhone.
Der Fluss lieferte seit dem Mittelalter Energie für Mühlen, Walkereien, Sägereien, Gerbereien und Hammerwerke. Seine Wasserkraft war damit eine wichtige Voraussetzung für die gewerbliche und später industrielle Entwicklung Montheys.
Die Vièze verursachte jedoch auch wiederholt Überschwemmungen und Schäden. Ihr Lauf wurde deshalb im Stadtgebiet befestigt und teilweise verändert. Moderne Schutzbauten sollen grosse Wassermengen und mitgeführtes Geschiebe kontrolliert durch das dicht bebaute Gebiet führen.
Die Vièzeschlucht oberhalb der Stadt ist heute ein beliebtes Naherholungsgebiet. Ein Wanderweg verbindet Monthey mit den höher gelegenen Gebieten in Richtung Choëx und Val d’Illiez.
Landschaft
Das Gemeindegebiet weist grosse Höhenunterschiede auf. Es reicht von der intensiv genutzten Rhoneebene über besiedelte Hanglagen und Wälder bis in alpine Gebiete.
Die Ebene ist weitgehend durch Siedlungen, Verkehrswege, Industrieanlagen und landwirtschaftliche Flächen geprägt. An den Hängen von Choëx bestehen Wohngebiete, Rebflächen, Obstgärten und Wald. Les Giettes besitzt einen ländlichen und voralpinen Charakter.
In der hoch gelegenen Exklave befinden sich die Alpen They-Neuf, Vieux-They, Sassex, Tovassière und Dronnaire. Die rund fünf Quadratkilometer grosse Landschaft gehört überwiegend der Burgergemeinde Monthey und umfasst Weiden, Wald und unproduktive Hochgebirgsflächen.[3]
Ortsteile und Quartiere
Monthey
Der eigentliche Stadtbereich liegt auf dem Schwemmkegel der Vièze und in der angrenzenden Rhoneebene. Das historische Zentrum erstreckt sich rund um die Place Centrale, das Schloss, das Rathaus und die katholische Pfarrkirche.
Im 19. und 20. Jahrhundert wuchs die Bebauung entlang der Bahnlinien, der Avenue de la Gare, der Avenue de l’Industrie und in Richtung Collombey stark an. Neben älteren Wohnquartieren entstanden Mehrfamilienhäuser, Hochhäuser, Schulen, Sportanlagen, Einkaufsgebiete und grossflächige Gewerbezonen.
Zu den bekannten Stadtgebieten gehören unter anderem:
- Centre-ville
- Château-Vieux
- Outrevièze
- Le Crochetan
- Le Verney
- Les Ilettes
- La Plantaud
- Les Mangettes
- Le Reposieux
- Les Dailles
- Prafenne
- Les Bans
Choëx
Choëx liegt oberhalb von Monthey auf einer Geländeterrasse. Das frühere Dorf besitzt einen eigenen historischen Kern, eine Kirche, traditionelle Wohnhäuser und ehemalige Landwirtschaftsbetriebe.
Die Kirche Saint-Sylvestre wurde bereits 1178 erwähnt und gilt als ältestes erhaltenes Gotteshaus der Gemeinde. Ihr heutiges Erscheinungsbild geht wesentlich auf einen Umbau von 1706 zurück.
Choëx ist heute weitgehend eine Wohngemeinde innerhalb der Stadt Monthey. Zwischen dem historischen Dorf und dem Talboden entstanden zahlreiche Einfamilienhäuser und kleinere Wohnüberbauungen. Dennoch sind Teile der traditionellen Kulturlandschaft erhalten geblieben.
Outrevièze
Outrevièze liegt südlich beziehungsweise südwestlich des historischen Zentrums auf der gegenüberliegenden Seite der Vièze. Der Name bedeutet sinngemäss «jenseits der Vièze».
Das Gebiet entwickelte sich von einer locker bebauten Siedlung zu einem städtischen Wohnquartier. Es wird durch mehrere Brücken mit dem Zentrum verbunden und bildet zugleich den Übergang zu den Wegen in Richtung Choëx und Les Giettes.
Les Giettes
Les Giettes liegt hoch über Monthey an der Strasse in Richtung Vérossaz. Die Siedlung besteht aus Weilern, Ferienhäusern, Landwirtschaftsbetrieben und verstreuten Wohngebäuden.
Von Les Giettes bestehen weite Ausblicke über das Rhonetal, den Waadtländer Chablais und die umliegenden Alpen. Das Gebiet ist Ausgangspunkt für Wanderungen und Mountainbiketouren.
Name
Monthey wurde 1215 erstmals urkundlich als Montez erwähnt. Spätere Schreibweisen waren unter anderem Monteyz, Monteys, Montelz, Montetz und Montey.[4]
Der Ortsname wird gewöhnlich mit dem Hügel von Château-Vieux in Verbindung gebracht, um den sich die mittelalterliche Siedlung entwickelte. Die genaue Bedeutung der Endung ist nicht abschliessend geklärt.
Im traditionellen französisch-provenzalischen Dialekt des Wallis wird der Ort als Monta bezeichnet. Die Einwohnerinnen und Einwohner heissen auf Französisch Montheysannes beziehungsweise Montheysans.
Wappen
Das Wappen von Monthey zeigt in goldenem Feld eine grüne Eiche mit naturfarbenem Stamm auf einem grünen Dreiberg.
Die drei Hügel werden mit dem Hang von Choëx, dem Hügel von Château-Vieux und dem Gebiet Les Neyres in Verbindung gebracht. Die Baumart wechselte in historischen Darstellungen. Neben einer Eiche erschienen zeitweise auch ein Pinienbaum, eine Linde oder ein Olivenbaum.
Die heutige Form wird sowohl im Gemeindewappen als auch in der offiziellen visuellen Kommunikation der Stadt verwendet.
Geschichte
Frühzeit und Mittelalter
Die Lage am Ausgang des Val d’Illiez und am Rand des Rhonetals begünstigte eine frühe Besiedlung. Archäologische Funde aus Monthey und den Nachbargemeinden weisen auf menschliche Aktivitäten seit vorgeschichtlicher Zeit hin.
Nach dem Ende der römischen Herrschaft gehörte das Gebiet nacheinander zum burgundischen und fränkischen Machtbereich. Im Mittelalter war die Region eng mit der Abtei Saint-Maurice und später mit dem Haus Savoyen verbunden.
Monthey war spätestens seit dem 12. Jahrhundert im Besitz der Grafen von Savoyen. Der Ort wurde zum Mittelpunkt einer Kastlanei, die auch Teile des Val d’Illiez umfasste. Eine Burg auf dem Hügel Château-Vieux kontrollierte den Zugang zum Tal und die Verkehrswege in der Rhoneebene.
Die Siedlung entwickelte sich am Fuss der Burg und entlang der Vièze. Bereits im 14. Jahrhundert bestanden mehrere Mühlen, Walkereien, Gerbereien, Färbereien und Hammerwerke. Die Wasserkraft des Flusses machte Monthey früh zu einem lokalen Gewerbezentrum.
Graf Amadeus VI. von Savoyen bestätigte beziehungsweise erweiterte 1352 die Rechte und Freiheiten der Bewohner. Die gewährten Privilegien stärkten die Stellung des Marktfleckens innerhalb des savoyischen Chablais.[5]
Herrschaft der Oberwalliser Zenden
Im Jahr 1536 eroberten die sieben Oberwalliser Zenden den östlichen Teil des savoyischen Chablais. Monthey wurde Hauptort des neu gebildeten Untertanengebiets, das als Gouvernement Monthey bezeichnet wurde.
Ein von den Zenden eingesetzter Landvogt beziehungsweise Gouverneur verwaltete das Gebiet. Sein Amtssitz befand sich im Schloss von Monthey. Das Gouvernement umfasste neben Monthey auch zahlreiche Gemeinden des heutigen Bezirks und des Val d’Illiez.
Die Bevölkerung blieb mehrheitlich französischsprachig und katholisch. Zwischen den örtlichen Gemeinden und der Oberwalliser Obrigkeit kam es wiederholt zu Konflikten um Steuern, politische Rechte und wirtschaftliche Belastungen.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurde Monthey zu einem Zentrum der politischen Unzufriedenheit im Unterwallis. Proteste gegen die Herrschaft der Oberwalliser Zenden trugen zu den revolutionären Bewegungen bei, die 1798 die alten Untertanenverhältnisse beendeten.
Revolution, Frankreich und Kantonsbeitritt
Mit der Gründung der Helvetischen Republik im Jahr 1798 wurde Monthey Hauptort eines Distrikts. Die Bewohner erhielten staatsbürgerliche Rechte, und die bisherigen Herrschaftsstrukturen wurden aufgehoben.
Von 1802 bis 1810 gehörte Monthey zur unabhängigen Republik Wallis. Nach der Eingliederung des Wallis in das französische Kaiserreich wurde die Stadt Teil des Département du Simplon.
Die von Napoleon geförderte Verbesserung der Strassenverbindungen führte auch in Monthey zu städtebaulichen Veränderungen. Neue Strassen, Plätze und Brücken erleichterten den Verkehr durch das Chablais.
Nach dem Ende der französischen Herrschaft trat das Wallis 1815 der Schweizerischen Eidgenossenschaft bei. Monthey blieb Hauptort des neu organisierten Bezirks Monthey.
Beginn der Industrialisierung
Die erste grössere industrielle Anlage war eine 1821 eröffnete Glashütte. Sie gab dem späteren Quartier La Verrerie seinen Namen. Die Glashütte verarbeitete unter anderem Sand, Kalk und Brennstoffe aus der weiteren Region.
Im Laufe des 19. Jahrhunderts entstanden weitere Betriebe der Metall-, Textil-, Lebensmittel- und Baustoffindustrie. Die Nutzung der Wasserkraft, der Ausbau des Strassennetzes und der Eisenbahnanschluss verbesserten die wirtschaftlichen Voraussetzungen.
Die Bahnlinie zwischen Saint-Maurice, Monthey und Le Bouveret wurde 1859 eröffnet. Später folgte die Schmalspurbahn von Aigle über Monthey in das Val d’Illiez. Monthey wurde dadurch zu einem bedeutenden regionalen Verkehrsknoten.
Entstehung des Chemiestandorts
Die moderne Industriegeschichte Montheys ist besonders mit der chemischen Industrie verbunden. Nach der Auflösung der Zuckerfabrik Helvétia kaufte der Lausanner Bankier Charles-Emile Masson 1897 deren Anlagen für eine neu gegründete chemische Gesellschaft.
Die Verfügbarkeit von Wasser, Salz und elektrischer Energie ermöglichte die elektrochemische Herstellung von Natronlauge, Chlor, Wasserstoff und weiteren Grundstoffen. Nach einem Konkurs übernahm 1904 die Basler Chemische Fabrik den Betrieb und richtete eine elektrochemische Fabrik ein.[6]
Ab 1911 wurde in Monthey synthetischer Indigo hergestellt. Der Farbstoff wurde unter anderem für die Textilindustrie in Europa, Asien und Nordamerika benötigt. Während des Ersten Weltkriegs wurde das Produktionsprogramm erweitert.
Der Standort gehörte später zu CIBA und nach mehreren Unternehmenszusammenschlüssen zu Ciba-Geigy. Neben Farbstoffen wurden Kunststoffe, Pigmente, optische Aufheller und Pflanzenschutzmittel hergestellt.
Die chemische Industrie führte zu einem starken Bevölkerungswachstum. Neue Wohnquartiere, Schulen, Strassen und soziale Einrichtungen entstanden. Gleichzeitig wurden Fragen der Arbeitssicherheit, der Umweltbelastung und der Abwasserreinigung zunehmend wichtig.
1949 nahm der Chemiebetrieb eine frühe industrielle Abwasserreinigungsanlage in Betrieb. In den folgenden Jahrzehnten wurden weitere Anlagen zur Behandlung von Abwasser, Abluft und Sonderabfällen gebaut.
Maschinen- und Metallindustrie
Neben der chemischen Industrie entwickelte sich Monthey zu einem wichtigen Standort der Maschinen- und Metallverarbeitung. Besonders bekannt wurde die Giovanola Frères SA.
Das Unternehmen stellte Stahlkonstruktionen, Krane, Druckrohrleitungen, Seilbahnen und Anlagen für Vergnügungsparks her. Produkte aus Monthey wurden weltweit eingesetzt. Nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten stellte Giovanola den Betrieb zu Beginn des 21. Jahrhunderts ein.
Aus dem industriellen Umfeld gingen weitere spezialisierte Unternehmen hervor. Dazu gehört das Ingenieurbüro Bolliger & Mabillard, das international für die Planung von Achterbahnen bekannt wurde.
Wandel seit dem späten 20. Jahrhundert
Nach der Fusion von Ciba und Sandoz im Jahr 1996 wurde der Chemiepark in mehrere Unternehmen aufgeteilt. CIMO entstand 1997 als gemeinsame Dienstleistungs- und Infrastrukturgesellschaft.
Heute arbeiten im Chemiepark unter anderem Syngenta, Huntsman, Sun Chemical, Catexel und CIMO. Der Standort produziert Pflanzenschutzmittel, Kunststoffe, Verbundwerkstoffe, Pigmente, optische Aufheller und weitere Spezialchemikalien.[6]
Parallel dazu entwickelte Monthey neue wirtschaftliche Schwerpunkte. Der Technologiepark BioArk fördert Unternehmen und Start-ups aus den Bereichen Biotechnologie, Diagnostik, Pharmazie und regenerative Medizin.
Seit den 1990er-Jahren wurden das Stadtzentrum, die öffentlichen Räume und die Verkehrsverbindungen schrittweise erneuert. Ehemalige Gewerbeflächen erhielten neue Nutzungen, während neue Wohnquartiere in der Ebene und an den Hängen entstanden.
Bevölkerung
Die Bevölkerungsentwicklung wurde stark durch die Industrialisierung geprägt. Im 19. Jahrhundert wuchs Monthey zunächst langsam. Mit der chemischen und metallverarbeitenden Industrie beschleunigte sich das Wachstum deutlich.
| Jahr | Einwohnerzahl |
|---|---|
| 1850 | 1'841 |
| 1900 | 3'392 |
| 1950 | 5'608 |
| 1970 | 10'114 |
| 2000 | 13'933 |
| 2024 | 19'180 |
Die Zahlen bis 2000 beruhen auf den historischen Volkszählungen, die Angaben für 2024 auf dem Einwohnerregister der Stadt.[4][1]
Das stärkste Wachstum im 20. Jahrhundert erfolgte zwischen 1950 und 1970. Der Ausbau der Chemie- und Maschinenindustrie zog zahlreiche Arbeitskräfte aus anderen Regionen der Schweiz sowie aus Italien, Spanien, Portugal und weiteren Staaten an.
Seit dem Ende des 20. Jahrhunderts wuchs die Bevölkerung erneut deutlich. Gründe waren unter anderem die gute Erreichbarkeit, die wirtschaftliche Bedeutung der Region und die Nähe zu den Tourismusgebieten des Chablais.
Ende 2024 besassen 12'304 Einwohnerinnen und Einwohner das Schweizer Bürgerrecht, 6'876 waren ausländische Staatsangehörige. Das Durchschnittsalter betrug rund 42 Jahre.[1]
Französisch ist die Amts- und wichtigste Alltagssprache. Daneben werden unter anderem Portugiesisch, Italienisch, Albanisch, Deutsch, Spanisch und verschiedene südslawische Sprachen gesprochen.
Politik und Verwaltung
Stellung als Bezirkshauptort
Monthey ist Hauptort des Bezirks Monthey. In der Stadt befinden sich Bezirksbehörden, Gerichte, kantonale Dienststellen und verschiedene regionale Einrichtungen.
Die politische Organisation der Gemeinde besteht aus den Stimmberechtigten, dem Generalrat und dem Stadtrat. Daneben besteht eine eigenständige Burgergemeinde.
Generalrat
Der Generalrat ist die Legislative der Stadt. Er besteht aus 60 Mitgliedern, die für jeweils vier Jahre im Verhältniswahlverfahren gewählt werden.
Der Generalrat beschliesst kommunale Reglemente, Budget, Rechnung, Steuerbeschlüsse und grössere Investitionen. Er beaufsichtigt zudem die Tätigkeit des Stadtrats und der Gemeindeverwaltung.
Für die Amtsperiode 2025 bis 2028 verteilen sich die Sitze wie folgt:[7]
| Partei oder Liste | Sitze |
|---|---|
| PLR Monthey-Choëx | 21 |
| Le Centre Monthey-Choëx | 13 |
| Parti Socialiste et Gauche Citoyenne | 13 |
| Monthey Demain | 13 |
Die lokale Liste Monthey Demain vereint Personen aus unterschiedlichen bürgerlichen und kommunalpolitischen Strömungen.
Stadtrat
Der Stadtrat ist die neunköpfige Exekutive. Seine Mitglieder werden vom Volk für vier Jahre gewählt. Jedes Mitglied leitet ein Ressort.[8]
Für die Amtsperiode 2025 bis 2028 setzt sich der Stadtrat wie folgt zusammen:
| Mitglied | Partei oder Liste | Funktion und Ressort |
|---|---|---|
| Fabrice Thétaz | PLR | Stadtpräsident; Allgemeine Verwaltung, Finanzen und Wirtschaftsförderung |
| Karine Bressan | Le Centre | Vizepräsidentin; gesellschaftlicher Zusammenhalt |
| Catherine Nanchen | PLR | Soziales, Alter und Gesundheit |
| Guillaume Sonnati | PS | Kultur, Tourismus und Städtepartnerschaften |
| Pierre Contat | Monthey Demain | Sicherheit |
| Aferdita Bogiqi | PS | Schule und Berufsbildung |
| Arnaud Dubois | PLR | Infrastruktur, Mobilität, Umwelt und Sport |
| Joël Pasquier | Monthey Demain | Raumplanung, Städtebau und Gebäude |
| Fabien Girard | PLR | Elektrizität, Energie und nachhaltige Entwicklung |
Burgergemeinde
Die Burgergemeinde Monthey verwaltet das traditionelle Burgervermögen. Dazu gehören Wald, Alpen, Landwirtschaftsflächen und verschiedene Gebäude.
Von besonderer Bedeutung sind die Alpgebiete im oberen Val de Morgins. Die Burgergemeinde setzt sich für deren landwirtschaftliche Nutzung sowie für die Erhaltung der Natur- und Kulturlandschaft ein.
Wirtschaft
Regionales Zentrum
Monthey ist das wichtigste Arbeitsplatz- und Dienstleistungszentrum des Walliser Chablais. Das Einzugsgebiet reicht über die Bezirksgrenzen hinaus bis in den Waadtländer Chablais und in die französischen Nachbarregionen.
Die Wirtschaftsstruktur umfasst:
- chemische und pharmazeutische Industrie
- Maschinen- und Metallbau
- Biotechnologie
- Energie- und Umwelttechnik
- Bauwirtschaft
- Handel und Logistik
- Gesundheits- und Sozialwesen
- Bildung und öffentliche Verwaltung
- Kultur, Freizeit und Tourismus
- Landwirtschaft und Weinbau
Zahlreiche Beschäftigte pendeln aus den umliegenden Gemeinden und aus Frankreich nach Monthey. Gleichzeitig arbeiten Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt in Aigle, Saint-Maurice, Lausanne und weiteren regionalen Zentren.
Chemiepark Monthey
Der Chemiepark ist der bedeutendste Industriestandort der Stadt und einer der grössten Chemiekomplexe der Schweiz. Das Gelände umfasst rund 120 Hektaren, von denen ungefähr die Hälfte bebaut ist.[6]
Zu den auf dem Gelände vertretenen Unternehmen gehören:
- Syngenta
- Huntsman Advanced Materials
- Sun Chemical
- Catexel
- CIMO
CIMO betreibt und koordiniert wichtige gemeinsame Infrastrukturen. Dazu gehören Energieversorgung, Werkstätten, Labore, Abwasser- und Abfallbehandlung, Sicherheitsdienste, Werkschutz und arbeitsmedizinische Angebote.
Der Standort besitzt ein eigenes Schienennetz und umfangreiche Energie- und Rohrleitungssysteme. Die Betriebe bilden gemeinsam mit zahlreichen Zulieferern und externen Dienstleistungsunternehmen einen der wichtigsten Arbeitgeber der Region.
BioArk
BioArk ist ein Technologie- und Innovationsstandort für Biowissenschaften. Er bietet Labor-, Büro- und Produktionsflächen für Start-ups sowie kleine und mittlere Unternehmen.
Der Schwerpunkt liegt auf Biotechnologie, Diagnostik, Wirkstoffentwicklung, personalisierter Medizin und medizintechnischen Anwendungen. BioArk ist Teil des Walliser Innovationsnetzwerks und arbeitet mit Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Industrieunternehmen zusammen.
Handel und Dienstleistungen
Das Stadtzentrum besitzt eine Vielzahl von Geschäften, Restaurants, Banken und persönlichen Dienstleistungen. Der Wochenmarkt findet traditionell auf der Place Centrale statt.
Weitere Einkaufs- und Gewerbegebiete befinden sich entlang der Avenue de la Gare, der Avenue de l’Europe und in den angrenzenden Gemeinden Collombey-Muraz und Massongex.
Monthey erfüllt wichtige regionale Funktionen im Gesundheitswesen, in der Verwaltung und in der Bildung. Das Spitalareal Malévoz ist ein bedeutender Standort der psychiatrischen Versorgung im französischsprachigen Wallis.
Landwirtschaft
Trotz der städtischen und industriellen Prägung wird ein Teil des Gemeindegebiets landwirtschaftlich genutzt. Im Talboden bestehen Acker-, Gemüse- und Grünlandflächen. An den Hängen von Choëx werden Reben, Obst und Viehwirtschaft gepflegt.
In den höher gelegenen Gebieten dominieren Wald-, Alp- und Weidewirtschaft. Die Alpen im Val de Morgins werden während des Sommers mit Vieh bestossen.
Verkehr
Eisenbahn
Monthey verfügt über zwei getrennte Bahnsysteme.
Der Bahnhof Monthey liegt an der normalspurigen Bahnstrecke von Saint-Maurice nach Saint-Gingolph. Die Strecke wird von RegionAlps bedient. Direkte Regionalzüge verbinden Monthey mit Saint-Maurice, Martigny und dem oberen Genferseegebiet.
Die meterspurige Linie der Transports Publics du Chablais führt von Aigle über Ollon und Monthey nach Champéry. Sie wird traditionell als AOMC bezeichnet, nach den früheren Bahngesellschaften Aigle–Ollon–Monthey und Monthey–Champéry.
Die Bahn erschliesst das Stadtzentrum, das Val d’Illiez und die Tourismusorte der Portes du Soleil. In Monthey bestehen mehrere Haltestellen, darunter Monthey-Ville und Monthey-En Place.
Die langfristige Neuordnung der Bahnanlagen soll die beiden Systeme besser miteinander verknüpfen und den Bahnhofbereich zu einem leistungsfähigen öffentlichen Verkehrsknoten ausbauen.
Busverkehr
Monthey ist Mittelpunkt des Busnetzes MobiChablais. Das Netz verbindet die Stadt mit Collombey-Muraz, Massongex, Choëx, Les Neyres und weiteren Orten des Chablais.
Zum Angebot gehören regionale und städtische Buslinien sowie Anschlüsse an die Züge von RegionAlps und der AOMC.[9]
Postautolinien ergänzen das Netz und bedienen unter anderem Choëx, Les Giettes, Muraz und die umliegenden Gemeinden.
Strassenverkehr
Die Stadt ist über die Autobahn A9 an das nationale Strassennetz angeschlossen. Die Autobahn verbindet Monthey mit Lausanne, Vevey, Sion, Brig und dem Simplongebiet.
Die Hauptstrasse durch das Val d’Illiez führt über Troistorrents und Morgins zum Pas de Morgins und weiter nach Frankreich. Eine weitere Verbindung führt nach Champéry.
Der Strassenverkehr konzentriert sich auf die Achsen zwischen der Autobahn, dem Stadtzentrum, dem Industriepark und dem Val d’Illiez. Die Stadt fördert deshalb den öffentlichen Verkehr sowie Fuss- und Veloverbindungen.
Langsamverkehr
Entlang der Rhone und durch die Ebene führen regionale Velorouten. Weitere Strecken verbinden Monthey mit Collombey, Massongex, Saint-Maurice und Aigle.
Die Stadt baut ihr Netz an Velowegen, Abstellanlagen und verkehrsberuhigten Strassen schrittweise aus. Wanderwege führen durch die Vièzeschlucht, nach Choëx, Les Giettes und in das Val d’Illiez.
Bildung
Monthey verfügt über Kindergärten, Primarschulen und Orientierungsschulen. Die Stadt ist für den Betrieb und Unterhalt der kommunalen Schulgebäude sowie für schulergänzende Angebote zuständig.
Zu den grösseren Schulstandorten gehören:
- Mabillon
- Monthéolo
- Vieux Collège
- Choëx
- Reposieux
- Cotterg
Monthey besitzt ausserdem kantonale und regionale Angebote der Berufs- und Mittelschulbildung. Die Nähe zu Aigle, Saint-Maurice, Lausanne und Sion ermöglicht den Zugang zu weiteren Gymnasien, Berufsschulen und Hochschulen.
Die kommunale Mediathek stellt Bücher, Zeitschriften, Filme, Musik und digitale Medien bereit. Sie organisiert Lesungen, Workshops und Angebote für Schulen und Familien.
Kultur
Théâtre du Crochetan
Das Théâtre du Crochetan ist die wichtigste professionelle Kulturinstitution der Stadt. Sein Programm umfasst Schauspiel, Tanz, Musik, Zirkus, Comedy und Produktionen für Kinder und Jugendliche.
Das Theater besitzt eine regionale und überregionale Ausstrahlung. Es arbeitet mit Schweizer und internationalen Ensembles zusammen und unterstützt zugleich lokale Kulturschaffende.
Neben dem Hauptsaal werden weitere Räume für Ausstellungen, Vermittlungsangebote, Proben und gesellschaftliche Veranstaltungen genutzt.
Pont Rouge
Das Pont Rouge ist ein Konzert- und Kulturhaus mit einem Schwerpunkt auf aktueller Musik. Es bietet Rock-, Pop-, Metal-, Hip-Hop- und Elektronikveranstaltungen sowie Programme für junge Kulturschaffende.
Die Institution entstand aus dem lokalen Musik- und Jugendkulturmilieu und ist heute über die Region hinaus bekannt.
Schloss und Museum
Das Schloss von Monthey beherbergt Räume der Burgergemeinde und des Museums. Die Sammlungen dokumentieren die Geschichte der Stadt, des Bezirks und des Chablais.
Zu den Themen gehören die savoyische und walliserische Herrschaft, die Industriegeschichte, das lokale Handwerk, Alltagskultur und regionale Persönlichkeiten.
Karneval von Monthey
Der Carnaval de Monthey gehört zu den grössten und bekanntesten Karnevalsveranstaltungen der Westschweiz. Seine moderne Geschichte reicht bis 1872 beziehungsweise 1873 zurück. Im Jahr 2023 wurde das 150-jährige Bestehen gefeiert.[10]
Das mehrtägige Fest umfasst:
- Umzüge mit Wagen und Kostümgruppen
- Guggenmusiken und Blaskapellen
- Kinderveranstaltungen
- Bälle und Konzerte
- satirische Darstellungen lokaler Ereignisse
- die symbolische Herrschaft des Karnevalsprinzen
Der Karneval besitzt eine grosse Bedeutung für die lokale Identität. Vereine und Gruppen arbeiten häufig während des ganzen Jahres an Wagen, Kostümen und musikalischen Programmen.
Festivals und Veranstaltungen
Weitere regelmässige Veranstaltungen sind Konzerte, Theaterfestivals, Märkte und Sportanlässe. Dazu gehören beziehungsweise gehörten unter anderem das Chablues Festival, Veranstaltungen der Semaine du Goût und Kulturprojekte auf dem Areal Malévoz.
Der Wochenmarkt auf der Place Centrale bildet einen traditionellen Treffpunkt. Im Dezember und zu besonderen Feiertagen finden weitere Märkte und öffentliche Veranstaltungen statt.
Sport
Monthey besitzt zahlreiche Sportvereine und regional bedeutende Anlagen. Zu den wichtigsten Einrichtungen gehören:
- das Stadion Philippe Pottier
- die Sporthallen des Reposieux
- die Eishalle im Gebiet Verney
- die Schwimmanlage von Monthey
- Tennisanlagen
- Reit- und Leichtathletikanlagen
- frei zugängliche Bewegungs- und Spielbereiche
BBC Monthey-Chablais
Der Basketballverein BBC Monthey wurde 1966 gegründet und entwickelte sich zu einem der bekanntesten Sportvereine der Stadt.
Der Verein gewann mehrfach die Schweizer Meisterschaft und den Schweizer Cup. Seine Heimspiele trägt er in der Halle Reposieux aus. Die Nachwuchsarbeit erfolgt teilweise in regionaler Zusammenarbeit mit weiteren Vereinen des Chablais.
FC Monthey
Der FC Monthey wurde 1910 gegründet. Der Verein trägt seine Heimspiele im Stadion Philippe Pottier aus und besitzt eine umfangreiche Juniorenabteilung.
Neben dem Fussball und Basketball bestehen Vereine für Eishockey, Leichtathletik, Turnen, Kampfsport, Rugby, American Football, Tennis, Schwimmen und weitere Sportarten.
Sehenswürdigkeiten
Schloss von Monthey
Das Schloss liegt im historischen Zentrum und war während der Herrschaft der Oberwalliser Zenden Sitz der Gouverneure. Seine heutige Gestalt entstand durch mehrere Bau- und Umbauphasen.
Das Gebäude beherbergt die Salle des Gouverneurs, Räume der Burgergemeinde und museale Sammlungen. Gemeinsam mit dem Rathaus und der Place de l’Hôtel-de-Ville bildet es ein bedeutendes historisches Ensemble.
Château-Vieux
Der Hügel Château-Vieux gilt als ältester Siedlungs- und Befestigungsplatz Montheys. Die ersten Befestigungen entstanden möglicherweise bereits im 10. Jahrhundert.
Von der mittelalterlichen Burg sind nur geringe Mauer- und Fundamentreste erhalten. Teile der Anlage gingen durch Felsabbrüche und spätere Veränderungen verloren.[11]
Der Hügel ist heute Aussichtspunkt, Grünraum und Parkplatzgebiet. Von dort besteht ein Blick auf das Stadtzentrum und die Rhoneebene.
Vieux-Pont
Der Vieux-Pont überquert die Vièze nahe dem historischen Zentrum. Er erinnert an die Bedeutung der Brückenverbindungen für die Entwicklung der Stadt.
Der Übergang verband das Zentrum mit Outrevièze und den Wegen nach Choëx und in das Val d’Illiez. Die Umgebung des Vieux-Pont wurde wiederholt umgestaltet und verkehrlich angepasst.
Chapelle du Pont
Die Chapelle du Pont liegt in der Nähe der Vièze und des historischen Übergangs. Das kleine Gotteshaus bildet mit dem Fluss, der Brücke und dem Hang von Château-Vieux ein charakteristisches Ortsbild.
Kirche Saint-Sylvestre in Choëx
Die Kirche von Choëx wurde 1178 erstmals erwähnt und gilt als ältestes religiöses Bauwerk der Gemeinde. Das Gebäude wurde 1706 erweitert und umgestaltet.
Die Kirche besitzt eine barocke Innenausstattung, Wandmalereien und einen markanten Turm. Sie bildet den Mittelpunkt des historischen Dorfkerns von Choëx.
Katholische Pfarrkirche
Die katholische Pfarrkirche im Zentrum prägt mit ihrem Turm die Silhouette der Stadt. Sie entstand im 19. Jahrhundert und ersetzte ältere kirchliche Gebäude.
Kirche, Pfarrhaus und die umliegenden Plätze bilden einen wichtigen städtebaulichen Bereich zwischen dem historischen Zentrum und den späteren Erweiterungen der Stadt.
Pierre des Marmettes
Die Pierre des Marmettes ist ein grosser erratischer Felsblock oberhalb von Monthey. Er wurde während der Eiszeit vom Rhonegletscher transportiert und nach dem Rückzug des Eises zurückgelassen.
Der Block spielte im 19. Jahrhundert eine wichtige Rolle bei der Erforschung der Gletscherbewegungen. Um ihn vor der kommerziellen Nutzung als Baumaterial zu schützen, wurde er von Naturforschern erworben und erhalten.
Natur und Freizeit
Monthey liegt in unmittelbarer Nähe bedeutender Natur- und Tourismusgebiete. Das Val d’Illiez führt zu den Dents du Midi und in das grenzüberschreitende Skigebiet Portes du Soleil.
Beliebte Ausflugsziele und Freizeiträume sind:
- die Vièzeschlucht
- Choëx und Les Giettes
- die Pierre des Marmettes
- das Vallon de They
- das Gebiet Morgins–Chésery
- die Rhonedämme
- die Dents du Midi
- die Wanderwege des Val d’Illiez
Die Stadt dient als Ausgangspunkt für Wanderungen, Velotouren, Ski- und Schneeschuhausflüge. Die touristischen Bergorte Morgins und Champéry sind mit Bahn, Bus und Auto erreichbar.
Energie und Umwelt
Monthey trägt das Label Energiestadt. Die kommunale Energiepolitik umfasst Massnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz, zur Nutzung erneuerbarer Energien und zur Senkung der Treibhausgasemissionen.
Zu den Projekten gehören Fotovoltaikanlagen auf öffentlichen Gebäuden und Parkflächen, energetische Sanierungen, moderne Strassenbeleuchtung und der Ausbau von Fernwärme.
Der Chemiepark nutzt gemeinsame Energie- und Abfallbehandlungsanlagen. Wärme aus der Kehrichtverwertung der SATOM wird über Leitungen für industrielle Prozesse und Fernwärme eingesetzt. Dadurch kann der Verbrauch fossiler Energieträger gesenkt werden.
Die industrielle Vergangenheit hinterliess jedoch auch belastete Standorte. Unternehmen, Gemeinde und Kanton arbeiten an deren Untersuchung, Sicherung und Sanierung.
Städtepartnerschaften
Monthey unterhält offizielle Städtepartnerschaften mit vier europäischen Städten:[12]
| Partnerstadt | Staat | Beginn der Partnerschaft |
|---|---|---|
| Diekirch | Luxemburg | 1954 |
| Ivrea | Italien | 1954 |
| Tübingen | Deutschland | 1959 |
| Göd | Ungarn | 2007 |
Die Partnerschaften werden durch offizielle Besuche, Schüleraustausch, kulturelle Veranstaltungen und Kontakte zwischen Vereinen gepflegt.
Persönlichkeiten
Zu den mit Monthey verbundenen Persönlichkeiten gehören unter anderem:
- Pierre-Louis de Rivaz (1711–1772), Uhrmacher, Mechaniker und Erfinder
- Hrand Djevahirdjian (1880–1947), Unternehmer und Hersteller synthetischer Edelsteine
- Henri de Riedmatten (1919–1979), römisch-katholischer Bischof
- Jean-Luc Benoziglio (1941–2013), Schriftsteller
- Alain Berset (* 1972), Politiker, zeitweise in Monthey aufgewachsen
- Steve Morabito (* 1983), Radrennfahrer
- Tristan Marguet (* 1987), Radrennfahrer
- Jonathan Fumeaux (* 1988), Radrennfahrer
- Jérémy Ménez (* 1987), französischer Fussballspieler, zeitweise beim FC Monthey
Literatur
- Jean-Marc Biner und Pierre-Alain Bezat: Monthey, ville et district. Monthey.
- Louis Blondel: Les châteaux et le bourg de Monthey. In: Vallesia. Sion.
- Gregor Zenhäusern: Les droits des gouvernements. Le gouvernement de Monthey. Première partie: La période savoyarde. Schwabe, Basel 2017.
- Gregor Zenhäusern: Les droits des gouvernements. Le gouvernement de Monthey. Deuxième partie: La période valaisanne. Schwabe, Basel.
- Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte: Der Bezirk Monthey. Die Kunstdenkmäler des Kantons Wallis, Band VII. Bern 2015.
- Ville de Monthey: Monthey ma ville. Kommunale Zeitschrift, Monthey.
Siehe auch
- Bezirk Monthey
- Chablais
- Val d’Illiez
- Vièze
- Transports Publics du Chablais
- Bahnstrecke Saint-Gingolph–Saint-Maurice
- Chemische Industrie in der Schweiz
- Portes du Soleil
- Dents du Midi
- Liste der Gemeinden im Kanton Wallis
Weblinks
- Offizielle Website der Stadt Monthey
- Zahlen und Fakten zur Stadt
- Monthey im Historischen Lexikon der Schweiz
- Chemiepark Monthey
- Tourismusregion Dents du Midi
- Transports Publics du Chablais
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 Ville de Monthey: Population de résidence au 31 décembre 2024, abgerufen am 6. August 2026.
- ↑ Ville de Monthey: Monthey en chiffres, abgerufen am 6. August 2026.
- ↑ Ville de Monthey: Projet d’agritourisme du Vieux-They, Dezember 2023, abgerufen am 6. August 2026.
- ↑ 4,0 4,1 Monthey im Historischen Lexikon der Schweiz, Version vom 15. September 2021, abgerufen am 6. August 2026.
- ↑ Staatsarchiv Wallis: Freiheiten und Privilegien der Kastlanei Monthey, abgerufen am 6. August 2026.
- ↑ 6,0 6,1 6,2 CIMO: Geschichte und heutige Unternehmen des Chemieparks Monthey, abgerufen am 6. August 2026.
- ↑ Ville de Monthey: Mitglieder des Generalrats 2025–2028, abgerufen am 6. August 2026.
- ↑ Ville de Monthey: Mitglieder des Stadtrats 2025–2028, abgerufen am 6. August 2026.
- ↑ Ville de Monthey: MobiChablais, abgerufen am 6. August 2026.
- ↑ Ville de Monthey: 150 Jahre Karneval von Monthey, März 2023, abgerufen am 6. August 2026.
- ↑ Ville de Monthey: Château-Vieux, abgerufen am 6. August 2026.
- ↑ Ville de Monthey: Jumelage, abgerufen am 6. August 2026.
Wikimedia Commons: Medien zu Monthey