Böögg
| Böögg | |
|---|---|
| Art | Brauchtumsfigur |
| Bekannteste Form | Schneemann am Sechseläuten |
| Ort | Zürich |
| Symbolik | Winter |
| Verbrennung | am Sechseläuten-Montag |
| Ort der Verbrennung | Sechseläutenplatz |
| Zeit | gewöhnlich ab 18 Uhr |
| Höhe der Figur | rund 3,4 m |
| Gewicht | rund 100 kg |
| Besonderheit | Kopf mit Feuerwerkskörpern |
Der Böögg ist eine traditionelle Figur des schweizerischen Brauchtums. Besonders bekannt ist der Sechseläuten-Böögg in Zürich, eine überlebensgrosse Schneemannfigur, die jedes Jahr am Ende des Sechseläuten-Umzuges auf dem Sechseläutenplatz verbrannt wird. Der Böögg symbolisiert dort den Winter, dessen Ende durch das Feuer und die anschliessende Explosion des mit Feuerwerkskörpern gefüllten Kopfes dargestellt wird.
Die Verbrennung gehört zu den bekanntesten Zürcher Traditionen und bildet den öffentlichen Höhepunkt des Sechseläutens. Der Holzstoss wird gewöhnlich am Sechseläuten-Montag um 18 Uhr angezündet. Die Zeit vom Anzünden bis zur Explosion des Kopfes wird genau gemessen. Nach einer populären, aber wissenschaftlich nicht begründeten Überlieferung soll eine kurze Brenndauer einen schönen und warmen Sommer ankündigen.
Der Begriff Böögg ist allerdings deutlich älter als der heutige Zürcher Schneemann und bezeichnete ursprünglich eine verkleidete oder vermummte Schreckgestalt. Entsprechende Bezeichnungen sind in der Deutschschweiz seit Jahrhunderten bekannt.[1]
Begriff
Das Wort Böögg gehört zum schweizerdeutschen Wortschatz. Es bezeichnete ursprünglich eine vermummte, verkleidete oder maskierte Gestalt, die beispielsweise während der Fasnacht durch die Strassen zog, Menschen erschreckte, bettelte oder Unfug trieb.
In Zürich ist die Bezeichnung bereits seit dem 15. Jahrhundert belegt. Historische Bööggen waren somit keine Schneemänner, sondern lebende Personen oder später auch Figuren, die Schreckgestalten darstellten.[2]
Sprachgeschichtlich wird das Wort mit Bezeichnungen für Schreckgestalten wie Butzemann oder Buhmann in Verbindung gebracht.[3]
Im heutigen allgemeinen Sprachgebrauch ist mit dem Böögg meistens der Schneemann des Zürcher Sechseläutens gemeint.
Ursprung der Böögg-Verbrennung
Die Verbrennung des Zürcher Bööggs hat ihre Wurzeln in verschiedenen Frühlings- und Feuerbräuchen. Das Verbrennen von Figuren zur symbolischen Vertreibung des Winters war nicht ursprünglich Bestandteil des eigentlichen zünftigen Sechseläutens.
Bereits im 18. Jahrhundert ist in Zürich die Verbrennung eines Bööggs vor der Mauer des Lindenhofs am Abhang zur Limmat belegt.[2]
Im frühen 19. Jahrhundert verbrannten Knaben im damaligen Kratzquartier zur Zeit der Frühlings-Tagundnachtgleiche Strohfiguren. Das Kratzquartier befand sich zwischen dem Fraumünster und dem Gebiet des heutigen Bürkliplatzes.
Die sogenannten Chrätzler-Bueben führten ihre Bööggen teilweise auf Wagen durch die Strassen, bevor die Figuren auf verschiedenen Feuerplätzen verbrannt wurden. Es konnte gleichzeitig mehrere solcher Figuren geben.[4]
Die Knaben begannen zudem damit, ihre Bööggen mit Feuerwerkskörpern zu füllen. Damit entstand ein wesentliches Merkmal des späteren Sechseläuten-Bööggs.
Verbindung mit dem Sechseläuten
Das Sechseläuten selbst entwickelte sich aus anderen Traditionen. Sein Name geht auf das Läuten der Feierabendglocke um sechs Uhr abends zurück. Mit dem Beginn des Sommerhalbjahres wurde in Zürich früher eine Stunde länger gearbeitet als während des Winters.
Das erste Sechs-Uhr-Läuten nach der Frühlings-Tagundnachtgleiche entwickelte sich zu einem Frühlingsfest. Gleichzeitig veranstalteten die Zürcher Zünfte verschiedene Umzüge.
Die Böögg-Verbrennungen der Knaben und das zünftige Sechseläuten fanden somit ursprünglich unabhängig voneinander statt, lagen zeitlich jedoch nahe beieinander.
Eine wichtige Rolle bei ihrer Verbindung spielte der Zünfter Heinrich Cramer aus der Zunft zum Widder. Er organisierte einen der ersten geordneten Kinder- beziehungsweise Knabenumzüge und integrierte damit Elemente der spontanen Umzüge der Kratzbuben in das organisierte Fest.[4]
1892 wurde die Böögg-Verbrennung schliesslich als fester Bestandteil des Sechseläutens übernommen.[4]
Die heute bekannte Form eines Schneemanns setzte sich erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch. Während zuvor sehr unterschiedliche Figuren verbrannt worden waren, wurde der weisse Schneemann nun eindeutig zum Symbol des Winters.[2]
Der Schneemann
Der heutige Sechseläuten-Böögg stellt einen grossen weissen Schneemann dar. Typische Merkmale sind ein runder Kopf, ein schwarzer Hut, ein Besen und ein freundlich wirkendes Gesicht.
Die Figur ist rund 3,4 Meter hoch und wiegt ungefähr 100 Kilogramm.[4]
Der Böögg ist aus leichten und gut brennbaren Materialien aufgebaut. Entscheidend für das Spektakel sind die im Kopf eingebauten Feuerwerkskörper. Sobald die Flammen den Kopf erreichen, entzünden sich diese und verursachen die weithin sicht- und hörbare Explosion.
Die Herstellung des Bööggs erfolgt vor dem Sechseläuten durch spezialisierte Bööggbauer. Wegen des enthaltenen Feuerwerks und des grossen öffentlichen Interesses unterliegt sowohl die Herstellung als auch die Lagerung besonderen Sicherheitsanforderungen.
Scheiterhaufen
Am Sechseläuten-Montag wird der Böögg auf die Spitze eines grossen Holzstosses gestellt.
Nach Angaben des Zentralkomitees der Zünfte Zürichs erreicht der Aufbau eine Höhe von rund zehn Metern. Für das Feuer werden mehrere Tausend gebündelte Holzstücke, sogenannte Bürdeli, verwendet. Ein Teil des Holzes stammt von Zürcher Alleebäumen.[4]
Der Aufbau hat grossen Einfluss darauf, wie schnell sich die Flammen bis zum Böögg ausbreiten. Feuchtigkeit, Wind, die Beschaffenheit und Schichtung des Holzes sowie weitere Faktoren können die Brenndauer erheblich verändern.
Die gemessene Zeit ist deshalb kein reproduzierbarer meteorologischer Messwert.
Verbrennung am Sechseläuten
Am Nachmittag des Sechseläuten-Montags ziehen die Zürcher Zünfte beim Zug der Zünfte zum Feuer durch die Innenstadt.
Rund 3500 Zünfter in historischen Kostümen, Trachten und Uniformen, mehrere Hundert Reiter, Pferdegespanne und zahlreiche Musikkorps nehmen am Umzug teil. Ziel ist der Sechseläutenplatz am Zürichsee.[5]
Um 18 Uhr wird der Holzstoss unter dem Böögg angezündet.
Während das Feuer brennt, reiten Angehörige der Zünfte traditionell auf Pferden um den Scheiterhaufen. Tausende Besucherinnen und Besucher verfolgen das Geschehen auf dem Platz und in den umliegenden Strassen.
Der wichtigste Moment ist die Explosion des Kopfes. Mit ihr endet die offiziell gemessene Brenndauer.
Böögg als Wetterprophet
Eine der bekanntesten Geschichten rund um den Böögg ist seine angebliche Fähigkeit, das Wetter des kommenden Sommers vorherzusagen.
Nach der populären Regel gilt:
- Explodiert der Kopf sehr schnell, soll ein schöner und warmer Sommer folgen.
- Braucht der Böögg lange, soll der Sommer kühl oder regnerisch werden.
Die Brenndauer wird deshalb jedes Jahr mit grossem Interesse verfolgt.
Diese Vorstellung ist eine vergleichsweise moderne Tradition und besitzt keine meteorologische Grundlage. Selbst die Organisatoren weisen darauf hin, dass die tatsächlichen Sommer der vergangenen Jahre häufig nicht mit der Vorhersage des Bööggs übereinstimmten.[6]
Ein bekanntes Beispiel für eine scheinbar gelungene Prognose war 2003. Der Kopf explodierte bereits nach 5 Minuten und 42 Sekunden. Darauf folgte tatsächlich ein aussergewöhnlich heisser Sommer.[3]
Andere Jahre zeigten jedoch deutlich, dass kein verlässlicher Zusammenhang besteht.
Brenndauer
Die gemessene Brenndauer kann von Jahr zu Jahr stark schwanken. Besonders lange Zeiten entstehen beispielsweise bei ungünstigem Wetter oder wenn der Scheiterhaufen nur langsam durchbrennt.
Eine Auswahl neuerer Brenndauern:
| Jahr | Brenndauer | Besonderheit |
|---|---|---|
| 2014 | 7 Min. 23 Sek. | |
| 2015 | 20 Min. 39 Sek. | |
| 2016 | 43 Min. 34 Sek. | |
| 2017 | 9 Min. 56 Sek. | |
| 2018 | 20 Min. 31 Sek. | |
| 2019 | 17 Min. 44 Sek. | |
| 2020 | – | Sechseläuten wegen der COVID-19-Pandemie abgesagt |
| 2021 | 12 Min. 57 Sek. | Verbrennung in der Schöllenenschlucht im Kanton Uri |
| 2022 | 37 Min. 59 Sek. | |
| 2023 | 57 Min. | aussergewöhnlich lange Brenndauer |
| 2024 | 31 Min. 28 Sek. | Verbrennung am 22. Juni in Heiden AR |
| 2025 | 26 Min. 30 Sek. | |
| 2026 | 12 Min. 48 Sek. |
Die Werte werden von Zürich Tourismus dokumentiert.[7]
Sechseläutenplatz
Seit Beginn des 20. Jahrhunderts wird der Böögg normalerweise auf dem heutigen Sechseläutenplatz verbrannt.
1902 und seit 1904 fand die Verbrennung auf dem Platz der 1896 abgebrochenen alten Tonhalle statt. Der Platz hiess deshalb zunächst Tonhalleplatz.
1947 beschloss der Zürcher Stadtrat die Umbenennung in Sechseläutenplatz.[2]
Der Name macht deutlich, wie eng das Gelände inzwischen mit dem Böögg und dem Zürcher Frühlingsfest verbunden ist.
Besondere Ereignisse
Die Geschichte des Bööggs ist von zahlreichen ungewöhnlichen Ereignissen geprägt.
Zweiter Weltkrieg
Während des Zweiten Weltkriegs konnte der gewöhnliche Festplatz zeitweise nicht genutzt werden. Im Rahmen der schweizerischen Anbauschlacht waren auch städtische Grünflächen für die Nahrungsmittelproduktion vorgesehen.
1944 wurde der Böögg deshalb beim Hafen Enge verbrannt. Dabei fiel die Figur ins Wasser; der Kopf konnte geborgen werden.
Maul- und Klauenseuche 1965
1965 durften wegen der Maul- und Klauenseuche keine Pferde am traditionellen Umritt um den brennenden Böögg teilnehmen.
Die Zünfter behalfen sich symbolisch mit Holzpferden. Der Vorfall gehört zu den kuriosen Episoden der jüngeren Sechseläuten-Geschichte.
Diebstahl 2006
Besonders grosse Aufmerksamkeit erhielt der Böögg im Jahr 2006. Wenige Tage vor dem Sechseläuten wurde die bereits weitgehend fertiggestellte Figur aus einer Garage in Stäfa gestohlen.
Die Gruppierung «Revolutionäre Bewegung 1. Mai – Strasse frei» bekannte sich zur Aktion. Beim Sechseläuten musste deshalb ein Ersatz-Böögg eingesetzt werden.[8]
Der gestohlene Böögg tauchte später wieder auf. Seit dem Vorfall wird der Herstellungs- und Lagerort des offiziellen Bööggs nicht mehr öffentlich bekanntgegeben.
Pandemie 2020 und 2021
Im Jahr 2020 wurde das Sechseläuten wegen der COVID-19-Pandemie abgesagt. Es gab deshalb keine reguläre Böögg-Verbrennung.
Auch 2021 konnte das Fest in Zürich nicht in der üblichen Form stattfinden. Stattdessen wurde der Böögg in der Schöllenenschlucht im Kanton Uri verbrannt.
Damit verliess der offizielle Sechseläuten-Böögg erstmals für seine reguläre Verbrennung den Kanton Zürich.
Sein Kopf explodierte nach 12 Minuten und 57 Sekunden. Der anschliessende Sommer entsprach allerdings nicht der traditionellen Erwartung eines besonders guten Sommers.[9]
Nicht erfolgte Verbrennung 2024
Am 15. April 2024 kam es zu einem bis dahin aussergewöhnlichen Ereignis. Wegen starker Windböen entschieden die Verantwortlichen aus Sicherheitsgründen, den Böögg auf dem Sechseläutenplatz nicht anzuzünden.
Die Gefahr, dass brennende Teile oder Feuerwerkskörper unkontrolliert in Richtung des Publikums getragen werden könnten, war zu gross.
Der Böögg blieb deshalb zunächst unversehrt.
Da Appenzell Ausserrhoden 2024 Gastkanton des Sechseläutens gewesen war, wurde entschieden, die Verbrennung dort nachzuholen.
Am 22. Juni 2024 wurde der Böögg in Heiden verbrannt.[10]
Sein Kopf explodierte nach 31 Minuten und 28 Sekunden.[7]
Böögg 2026
Beim Sechseläuten vom 20. April 2026 konnte der Böögg wieder unter regulären Bedingungen auf dem Sechseläutenplatz verbrannt werden.
Der Kopf explodierte nach 12 Minuten und 48 Sekunden. Damit war die Brenndauer wesentlich kürzer als 2023, 2024 und 2025.[7]
Die Organisatoren nahmen die erneut kürzere Brenndauer wie üblich mit humorvollen Spekulationen über den bevorstehenden Sommer auf. Zugleich wurde darauf hingewiesen, dass die Qualität früherer Wetterprognosen des Bööggs ausgesprochen begrenzt war.[6]
Herstellung
Die Herstellung des Bööggs ist heute ein spezialisiertes Handwerk. Die Figur muss einerseits leicht genug sein, um auf dem hohen Scheiterhaufen montiert werden zu können, andererseits während Transport und Aufbau ausreichend stabil bleiben.
Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Kopf, da dort die für den abschliessenden Knall vorgesehenen Feuerwerkskörper untergebracht werden.
Nach dem Diebstahl von 2006 wurde die Sicherheit rund um Herstellung und Aufbewahrung verstärkt. Ein Ersatz-Böögg steht für Notfälle zur Verfügung.
Die äussere Gestaltung verändert sich nur wenig. Dadurch ist der Böögg mit seinem weissen Körper, dem schwarzen Hut und dem Besen zu einer unmittelbar erkennbaren Figur des Zürcher Stadtbildes und Brauchtums geworden.
Pocket-Böögg
Neben dem grossen Sechseläuten-Böögg gibt es auch einen sogenannten Pocket-Böögg.
Dabei handelt es sich um eine etwa 34 Zentimeter grosse Miniatur, die zusammen mit einem kleinen Scheiterhaufen als Bausatz angeboten wird. Das Produkt entstand in Zusammenarbeit zwischen der Stiftung RGZ und der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK), begleitet durch das Zentralkomitee der Zünfte Zürichs.[4]
Der Pocket-Böögg zeigt, wie stark sich die ursprünglich lokale Brauchtumsfigur inzwischen zu einem Symbol Zürichs entwickelt hat.
Böögg im Zürcher Stadtbild
Der Böögg erscheint insbesondere im Frühling in zahlreichen Formen im Zürcher Stadtbild. Darstellungen finden sich auf Plakaten, Souvenirs, in Schaufenstern, Medienberichten und Dekorationen.
Während der Wochen vor dem Sechseläuten wird die Frage nach der erwarteten Brenndauer regelmässig zum Thema in lokalen Medien.
Die Figur besitzt dadurch eine Bekanntheit, die weit über das eigentliche Zunftwesen hinausgeht. Auch Menschen, die keinen direkten Bezug zu den Zürcher Zünften haben, verbinden den Böögg mit dem Frühling und mit der Stadt Zürich.
Symbolik
In seiner heutigen Form steht der Böögg vor allem für den Winter.
Das Feuer symbolisiert dessen Ende und den Übergang in den Frühling. Damit knüpft die Böögg-Verbrennung an eine lange europäische Tradition von Frühlings- und Feuerbräuchen an, bei denen Figuren verbrannt werden, um den Winter oder andere negative Kräfte symbolisch zu vertreiben.
Beim Zürcher Sechseläuten hat sich diese allgemeine Symbolik mit einer spezifisch städtischen Tradition verbunden.
Der Böögg ist deshalb gleichzeitig:
- Symbol des Winters,
- Hauptfigur des Sechseläutens,
- Bestandteil des Zürcher Zunftbrauchtums,
- populärer «Wetterprophet»,
- eines der bekanntesten Symbole des Zürcher Frühlings.
Verhältnis zu den Zürcher Zünften
Obwohl der Böögg heute untrennbar mit den Zürcher Zünften verbunden scheint, entstand seine Verbrennung ursprünglich ausserhalb des Zunftwesens.
Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Bräuche miteinander verbunden.
Heute organisiert das Zentralkomitee der Zünfte Zürichs das Sechseläuten und damit auch die Verbrennung des Bööggs. Der Zug der Zünfte endet bewusst beim Feuer, weshalb der Umzug offiziell als Zug der Zünfte zum Feuer bezeichnet wird.
Der Moment der Explosion bildet den Übergang vom öffentlichen Nachmittagsprogramm zu den abendlichen Veranstaltungen und gegenseitigen Besuchen der Zünfte.
Bedeutung für Zürich
Der Böögg gehört zu den bekanntesten Figuren des Zürcher Brauchtums. Seine Bedeutung reicht heute weit über den ursprünglichen Frühlingsbrauch hinaus.
Die jährliche Verbrennung wird von zahlreichen Zuschauerinnen und Zuschauern vor Ort verfolgt und über Fernsehen und andere Medien verbreitet. Die gemessene Brenndauer wird unmittelbar nach der Explosion veröffentlicht und regelmässig auch ausserhalb Zürichs kommentiert.
Der Böögg verbindet damit historische Elemente des Volksbrauchtums, die Tradition der Zünfte, öffentliche Unterhaltung und die moderne Medienkultur.
Dass seine vermeintliche Wetterprognose nicht zuverlässig ist, hat seiner Popularität kaum geschadet. Vielmehr gehört gerade die scherzhafte Diskussion darüber, ob der Böögg «recht gehabt» habe, zum festen Bestandteil der Tradition.
Siehe auch
- Sechseläuten
- Sechseläutenplatz
- Zürich
- Zürcher Zünfte
- Gesellschaft zur Constaffel
- Knabenschiessen
- Fasnacht
- Brauchtum in der Schweiz
- Geschichte der Stadt Zürich
- Lindenhof Zürich
- Bürkliplatz
Literatur
- Salomon Friedrich Gyr: Das Zürcherische Sechseläuten. Eine Studie über dessen Ursprung und Entwicklung. Zürich 1912.
- Conrad G. Weber: Brauchtum in der Schweiz. Zürich 1985.
- R. G. Schönauer: Zünfte und Sechseläuten nach 1798. In: 650 Jahre Zürcher Zünfte 1336–1986. Zürich 1986.
Weblinks
- Böögg auf der offiziellen Website des Sechseläutens
- Stadt Zürich – Geschichte des Sechseläutens und des Bööggs
- Schweizerisches Idiotikon – Der Sechseläutenböögg und andere Bööggen
- Zürich Tourismus – Wer ist der Böögg?
Einzelnachweise
- ↑ Schweizerisches Idiotikon: Der Sechseläutenböögg und andere Bööggen, abgerufen am 15. August 2026.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 2,3 Stadt Zürich: Das Zürcher Sechseläuten, abgerufen am 15. August 2026.
- ↑ 3,0 3,1 Zürich Tourismus: Wer ist der «Böögg»?, abgerufen am 15. August 2026.
- ↑ 4,0 4,1 4,2 4,3 4,4 4,5 Zentralkomitee der Zünfte Zürichs: Böögg, abgerufen am 15. August 2026.
- ↑ Zentralkomitee der Zünfte Zürichs: Montag – Umzug/Böögg, abgerufen am 15. August 2026.
- ↑ 6,0 6,1 Zentralkomitee der Zünfte Zürichs: Wetter und Böögg 2026, abgerufen am 15. August 2026.
- ↑ 7,0 7,1 7,2 Zürich Tourismus: Zahlen und Fakten zum Sechseläuten, abgerufen am 15. August 2026.
- ↑ SRF: Links-Aktivisten klauen Böögg, abgerufen am 15. August 2026.
- ↑ Zentralkomitee der Zünfte Zürichs: Rückblick auf den Böögg 2021, abgerufen am 15. August 2026.
- ↑ Zentralkomitee der Zünfte Zürichs: Böögg-Verbrennung in Heiden, abgerufen am 15. August 2026.
Wikimedia Commons: Medien zu Böögg