Autobahn A5
| Nationalstrasse | N5 |
|---|---|
| Strassentyp | Autobahn und Autostrasse |
| Anfang | Verzweigung Yverdon bei Yverdon-les-Bains |
| Ende | Verzweigung Luterbach |
| Kantone | Waadt, Neuenburg, Bern, Solothurn |
| Wichtige Orte | Yverdon-les-Bains, Neuenburg, La Neuveville, Biel/Bienne, Grenchen, Solothurn |
| Gesamtlänge | rund 100 km |
| Fahrstreifen | überwiegend 2 × 2, abschnittsweise 1 × 1 |
| Europastrasse | abschnittsweise E27 |
| Betreiber | Bundesamt für Strassen |
Die Autobahn A5 ist eine schweizerische Nationalstrasse, die von der Verzweigung Yverdon bei Yverdon-les-Bains über Neuenburg, das nördliche Ufer des Bielersees, Biel/Bienne, Grenchen und Solothurn zur Verzweigung Luterbach führt. Dort mündet sie in die Autobahn A1.
Die A5 bildet zusammen mit der Nationalstrasse N5 eine bedeutende West-Ost-Verbindung am Jurasüdfuss. Sie erschliesst die Regionen am Neuenburgersee und Bielersee und verbindet die Westschweiz mit dem Schweizer Mittelland. Die Strecke verläuft durch die Kantone Waadt, Neuenburg, Bern und Solothurn.
Nicht alle Abschnitte sind als richtungsgetrennte Autobahn ausgebaut. Besonders am nördlichen Bielerseeufer bestehen weiterhin zweispurige Abschnitte im Autostrassenstandard. Im Raum Biel ist die durchgehende leistungsfähige Umfahrung nicht vollständig verwirklicht, da der sogenannte Westast der Bieler Autobahnumfahrung nicht gebaut wurde.
Bezeichnung und Einordnung
Die Strecke trägt im schweizerischen Nationalstrassennetz die Bezeichnung N5. Auf der Signalisation wird sie überwiegend als A5 bezeichnet.
Die Unterscheidung zwischen N5 und A5 betrifft die administrative beziehungsweise verkehrstechnische Einordnung. N5 bezeichnet die Nationalstrassenachse als Ganzes, während A5 üblicherweise für die als Autobahn oder Autostrasse signalisierten Abschnitte verwendet wird.
Die Strasse gehört zum Nationalstrassennetz des Bundes. Für Betrieb, Unterhalt, Ausbau und Erneuerung ist hauptsächlich das Bundesamt für Strassen zuständig.
Auf den als Autobahn gekennzeichneten Strecken gilt grundsätzlich eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h. Auf Autostrassen beträgt sie in der Regel 100 km/h. In Tunneln, dicht besiedelten Gebieten und Baustellenbereichen gelten häufig tiefere Geschwindigkeitsbegrenzungen.
Verlauf
Verzweigung Yverdon
Die A5 beginnt an der Verzweigung Yverdon südwestlich von Yverdon-les-Bains. Dort zweigt sie von der A1 ab.
Die A1 verbindet in diesem Gebiet Lausanne, Yverdon-les-Bains und Bern. Die A5 führt von der Verzweigung zunächst nach Norden und anschliessend entlang des westlichen und nördlichen Ufers des Neuenburgersees.
Der südwestliche Ausgangspunkt ermöglicht Verbindungen aus dem Genferseeraum und der Region Lausanne in Richtung Neuenburg, Biel und Solothurn.
Yverdon-les-Bains und Yverdon-Viadukt
Nördlich der Verzweigung führt die Autobahn an Yverdon-les-Bains vorbei. Ein bedeutendes Bauwerk dieses Abschnitts ist das Yverdon-Viadukt zwischen Yverdon-Ouest und Grandson.
Das Bauwerk ist 3155 Meter lang und gilt als längste Strassenbrücke der Schweiz.[1]
Das Viadukt führt die A5 über das flache und teilweise feuchte Gelände am südwestlichen Ende des Neuenburgersees. Seine erhöhte Bauweise vermindert die Zerschneidung der Landschaft und schützt die Strasse vor Hochwasser.
Auf dem Viadukt wurden Photovoltaikanlagen installiert. Sie sollen einen Teil der für den Betrieb der Nationalstrasseninfrastruktur benötigten elektrischen Energie erzeugen.
Grandson
Nach Yverdon-les-Bains führt die A5 an Grandson vorbei. Der historische Ort liegt am Neuenburgersee und ist unter anderem durch das Schloss Grandson bekannt.
Die Autobahn verläuft teilweise nahe der Bahnlinie und der Uferzone. Anschlüsse erschliessen Grandson und die umliegenden Gemeinden.
Der Abschnitt ist ein wichtiger Bestandteil der Verkehrsverbindung zwischen dem nördlichen Kanton Waadt und dem Kanton Neuenburg.
Concise und Vaumarcus
Nördlich von Grandson folgt die A5 dem Ufer des Neuenburgersees über Concise in Richtung Vaumarcus.
In diesem Bereich verläuft die Kantonsgrenze zwischen Waadt und Neuenburg. Die Strasse ist in die schmale Landschaft zwischen Seeufer und Jurahängen eingebettet.
Mehrere Kunstbauten, Einschnitte und Überführungen waren erforderlich, um die Nationalstrasse mit möglichst geringen Steigungen durch das Gelände zu führen.
Bevaix und Boudry
Im Kanton Neuenburg führt die A5 an Bevaix und Boudry vorbei. Anschlüsse verbinden die Autobahn mit den Gemeinden des westlichen Neuenburgerseeufers.
Bei Boudry überquert die Strecke die Areuse, die aus dem Val de Travers zum Neuenburgersee fliesst.
Die Autobahn erschliesst auch die Industrie- und Gewerbegebiete der Region. Gleichzeitig dient sie als Hauptverbindung für Pendlerinnen und Pendler nach Neuenburg.
Areuse und Colombier
Zwischen Boudry, Areuse und Colombier verläuft die A5 teilweise in unmittelbarer Nähe zu dicht besiedelten Gebieten.
Die ältere Hauptstrasse, die Bahnlinie und die Autobahn teilen sich in diesem Raum den schmalen Korridor zwischen dem Jurafuss und dem See.
Der Ausbau erforderte umfangreiche Lärmschutzmassnahmen, Brücken und Tunnelabschnitte.
Serrières
Im westlichen Stadtgebiet von Neuenburg erreicht die A5 den Ortsteil Serrières. Der frühere oberirdische Abschnitt wurde durch eine neue unterirdische Streckenführung ersetzt.
Die Umfahrung von Serrières wurde 2014 vollständig eröffnet. Sie verbindet den Abschnitt bei Auvernier mit dem städtischen Autobahnnetz von Neuenburg.
Durch die Verlegung in den Tunnel wurde die oberirdische Hauptstrasse entlastet. Gleichzeitig konnten Flächen im dicht besiedelten Stadtgebiet neu gestaltet werden.
Neuenburg
Im Stadtgebiet von Neuenburg verläuft die A5 grösstenteils in Tunneln oder überdeckten Abschnitten. Sie bildet die südliche Umfahrung der Stadt.
Wichtige Anschlüsse befinden sich bei Serrières, Vauseyon, Maladière und Neuchâtel-Monruz. Bei Vauseyon besteht eine Verbindung zur A20, die durch das Val de Ruz in Richtung La Chaux-de-Fonds und Le Locle führt.
Die unterirdische Führung schützt die dicht bebauten Stadtquartiere vor einem grossen Teil des Durchgangsverkehrs. Gleichzeitig stellen die Tunnelanlagen hohe Anforderungen an Lüftung, Beleuchtung, Brandschutz und Verkehrsüberwachung.
Der Abschnitt zwischen Neuchâtel-Ouest, Serrières, Maladière und Saint-Blaise wird regelmässig für Wartungs- und Reinigungsarbeiten nachts gesperrt.[2]
Saint-Blaise und Marin
Östlich von Neuenburg führt die A5 durch beziehungsweise an Saint-Blaise und Marin vorbei.
Bei Marin liegt ein bedeutendes Einkaufs- und Gewerbegebiet. Der Anschluss erschliesst zugleich die Gemeinden am nordöstlichen Ende des Neuenburgersees.
Die Strecke nähert sich anschliessend dem Zihlkanal, der den Neuenburgersee mit dem Bielersee verbindet.
Thielle und Zihlkanal
Bei Thielle überquert die A5 den Zihlkanal. Dieser bildet einen Teil des Gewässersystems zwischen Neuenburgersee, Bielersee und Aare.
Die Gegend ist von flachen Landwirtschaftsflächen, Wasserläufen und Feuchtgebieten geprägt. Der Strassenbau erforderte deshalb besondere Massnahmen zum Schutz von Grundwasser und Natur.
Bei der Verzweigung beziehungsweise den Anschlüssen im Raum Thielle bestehen Verbindungen zum regionalen Strassennetz und in Richtung Murten.
Le Landeron
Die A5 erreicht bei Le Landeron das östliche Ende des Kantons Neuenburg. Der historische Ort liegt nahe der Grenze zum Kanton Bern.
Die Autobahn beziehungsweise Autostrasse verläuft nördlich des Bielersees durch einen landschaftlich sensiblen Raum zwischen Weinbergen, Siedlungen, Bahnlinie und Seeufer.
Le Landeron besitzt einen Anschluss, der auch die angrenzenden Gemeinden und touristischen Ziele erschliesst.
La Neuveville
Im Kanton Bern führt die A5 an La Neuveville vorbei. Die französischsprachige Kleinstadt liegt am Nordufer des Bielersees.
Die Umfahrung von La Neuveville ist als weitgehend kreuzungsfreie Nationalstrasse ausgebaut. Sie entlastet den historischen Ortskern von einem erheblichen Teil des Durchgangsverkehrs.
Mehrere Tunnel-, Galerie- und Einschnittsbauwerke schützen die Siedlung und die umliegenden Rebberge vor Lärm und Zerschneidung.
Ligerz und Twann
Zwischen La Neuveville, Ligerz und Twann verläuft die N5 in einem besonders engen Korridor. Der Jurahang fällt hier steil zum Bielersee ab.
Strasse, Bahnlinie, Siedlungen und Rebberge liegen auf engem Raum nebeneinander. Aus diesem Grund ist die Strecke teilweise nur zweispurig ausgebaut.
Bei Ligerz besteht der Ligerztunnel. Er wird auch als Tunnel de Gléresse bezeichnet. Der Tunnel entlastet die Ortschaft und führt den Verkehr durch den Jurahang.
Zwischen Ligerz und Twann bestehen jedoch weiterhin offene zweispurige Abschnitte. Diese gelten als Engpass und verursachen Lärm sowie eine starke Trennwirkung in den Ufergemeinden.
Twanntunnel
Mit dem Ausbauprojekt N5 Umfahrung Twann soll der bestehende Engpass beseitigt werden. Vorgesehen ist ein neuer Tunnel, der den Verkehr zwischen dem bestehenden Ligerztunnel und dem Gebiet östlich von Twann unterirdisch führen soll.
Das Projekt soll die Ortsdurchfahrt entlasten, den Lärmschutz verbessern und Flächen entlang des Seeufers aufwerten. Gleichzeitig ist die Streckenführung wegen Geologie, Landschaftsschutz, Weinbau und Siedlungsnähe technisch anspruchsvoll.
Die Planung des Projekts wurde mehrfach überarbeitet. Ein zentrales Thema ist die Gestaltung des Ostportals und dessen Einordnung in die Landschaft des Bielerseeufers.
Biel-West
Nach Twann und Tüscherz erreicht die N5 das westliche Stadtgebiet von Biel. Hier fehlt eine durchgehende Autobahnumfahrung.
Der Verkehr wird über bestehende Hauptstrassen und städtische Strassenabschnitte geführt. Dadurch entstehen insbesondere während der Hauptverkehrszeiten Belastungen in Biel und den westlichen Vororten.
Für die Schliessung dieser Lücke war der Westast der Umfahrung Biel vorgesehen. Das frühere Projekt umfasste mehrere Tunnel, Anschlüsse und offene Strassenabschnitte.
Gegen das Vorhaben entstand erheblicher Widerstand. Kritisiert wurden insbesondere die städtebaulichen Eingriffe, die offenen Anschlüsse, die Kosten und die Auswirkungen auf Wohnquartiere.
Nach einem Dialogprozess wurde das frühere Ausführungsprojekt nicht weiterverfolgt. Bund, Kanton, Städte und Gemeinden prüfen seither alternative Lösungen für den Verkehr im Raum Biel-West.
Bieler Ostast
Östlich des Stadtzentrums besteht mit dem Ostast der Umfahrung Biel eine moderne Autobahnverbindung.
Der Ostast führt zwischen Brüggmoos und Bözingenfeld durch mehrere Tunnel. Zu den wichtigsten Bauwerken gehören der Längholztunnel und der Büttenbergtunnel.
Die Strecke verbindet die A5 mit der A6 in Richtung Bern und mit der A16 in Richtung Berner Jura und französische Grenze.
Der Ostast wurde 2017 eröffnet. Er entlastete verschiedene Stadtquartiere und verbesserte die Verbindung zwischen den Nationalstrassen im Raum Biel.
Wegen der umfangreichen Tunnelanlagen sind regelmässige Reinigungs-, Wartungs- und Sicherheitsarbeiten notwendig. Während solcher Arbeiten wird der Abschnitt häufig nachts gesperrt.[3]
Bözingenfeld
Im Bözingenfeld am nordöstlichen Rand von Biel bestehen wichtige Verbindungen zur A16 und zum regionalen Strassennetz.
Das Gebiet ist durch Industrie-, Gewerbe- und Sportanlagen geprägt. Die Nationalstrassen erschliessen unter anderem die östlichen Bieler Quartiere und die Gemeinden im unteren Berner Jura.
Von hier führt die A5 nach Osten in Richtung Pieterlen und Lengnau.
Pieterlen und Lengnau
Zwischen Biel und Grenchen verläuft die A5 durch das Gebiet von Pieterlen und Lengnau.
Die Strecke ist als richtungsgetrennte Autobahn ausgebaut. Sie führt durch eine teilweise dicht besiedelte und industriell geprägte Landschaft am Jurasüdfuss.
Lengnau besitzt einen eigenen Anschluss. Der Ort ist ein bedeutender Standort der Uhren-, Präzisions- und Medizinaltechnikindustrie.
Zwischen Lengnau und Luterbach wird die Betriebs- und Sicherheitsausrüstung der A5 seit 2022 umfassend erneuert. Die erste Bauetappe dauerte bis Mitte 2025; die zweite Etappe mit Arbeiten an Verkehrsanlagen und Signalisation ist bis Mitte 2027 vorgesehen.[4]
Grenchen
Die A5 führt südlich von Grenchen vorbei. Mehrere Anschlüsse erschliessen die Stadt und die umliegenden Industriegebiete.
Grenchen ist ein bedeutendes Zentrum der schweizerischen Uhrenindustrie. Die Autobahn verbindet die Stadt mit Biel, Solothurn und dem nationalen Strassennetz.
Der Anschluss Grenchen wird seit 2026 umgebaut. Zu den Massnahmen gehören ein neuer Bypass für den aus Richtung Solothurn ausfahrenden Verkehr, die Anpassung der Kreisel, eine neue Verbindung für den Fuss- und Veloverkehr und die Sanierung der Rampen.
Der Anschluss wird täglich von ungefähr 30'000 Fahrzeugen genutzt.[5]
Witi
Östlich von Grenchen durchquert die A5 die Witi, eine weitgehend offene Ebene zwischen Grenchen und Solothurn.
Die Witi besitzt eine grosse Bedeutung als Landwirtschafts-, Landschafts- und Naturschutzgebiet. Sie ist unter anderem Lebensraum und Rastgebiet für Vögel.
Die Autobahn verläuft teilweise in einem Tunnel beziehungsweise in überdeckten oder landschaftlich angepassten Abschnitten. Der Witi-Tunnel dient der Verminderung der Zerschneidung und dem Schutz der Landschaft.
Bei Erneuerungsarbeiten gelten im Tunnel zeitweise reduzierte Höchstgeschwindigkeiten und Überholverbote. Ab Juli 2026 wurde die Höchstgeschwindigkeit während der Bauarbeiten auf 80 km/h begrenzt.[6]
Solothurn-West
Der Anschluss Solothurn-West erschliesst die westlichen Stadtteile von Solothurn und die umliegenden Gemeinden.
In diesem Abschnitt befinden sich mehrere Tunnel und Galerien. Dazu gehört der Tunnel Spitalhof.
Die Betriebs- und Sicherheitsanlagen wurden in den 2020er-Jahren erneuert. Dazu zählen Beleuchtung, Lüftung, Energieversorgung, Verkehrssteuerung, Brandmeldeanlagen und Notrufeinrichtungen.
Solothurn
Die A5 bildet die südliche Umfahrung der Stadt Solothurn. Sie entlastet das Stadtzentrum und verbindet die regionalen Strassen aus dem Jura, dem Wasseramt und dem Aaretal.
Mehrere Anschlüsse erschliessen die Stadt und ihre Agglomeration. Die Autobahn verläuft teilweise parallel zur Aare und zur Bahnlinie.
Solothurn ist ein bedeutender regionaler Verwaltungs-, Bildungs- und Wirtschaftsstandort. Die A5 stellt die wichtigste direkte Strassenverbindung nach Biel und Grenchen dar.
Verzweigung Luterbach
Östlich von Solothurn endet die A5 an der Verzweigung Luterbach.
Dort mündet sie in die A1. In westlicher Richtung führt die A1 nach Bern, in östlicher Richtung über Härkingen nach Zürich und Basel.
Die Verzweigung Luterbach ist damit ein wichtiger Knotenpunkt des schweizerischen Nationalstrassennetzes. Unmittelbar östlich beginnt der stark belastete A1-Abschnitt Luterbach–Härkingen, der seit 2025 auf sechs Fahrstreifen ausgebaut wird.[7]
Wichtige Anschlüsse und Verzweigungen
| Abschnitt | Anschluss oder Verzweigung | Erschlossene Orte und Strassen |
|---|---|---|
| Waadt | Verzweigung Yverdon | A1 Richtung Lausanne, Bern und Zürich |
| Waadt | Yverdon-Ouest | Yverdon-les-Bains, westliches Stadtgebiet |
| Waadt | Grandson | Grandson und nördlicher Kanton Waadt |
| Neuenburg | Boudry | Boudry und Val de Travers |
| Neuenburg | Neuchâtel-Ouest | Westliches Stadtgebiet von Neuenburg |
| Neuenburg | Vauseyon | A20 Richtung Val de Ruz, La Chaux-de-Fonds und Le Locle |
| Neuenburg | Maladière | Zentrum und östliche Quartiere von Neuenburg |
| Neuenburg | Saint-Blaise | Saint-Blaise und östliches Seeufer |
| Neuenburg | Marin | Marin-Epagnier und Einkaufsgebiet |
| Neuenburg | Le Landeron | Le Landeron und Umgebung |
| Bern | La Neuveville | La Neuveville und nördliches Bielerseeufer |
| Bern | Twann | Twann, Ligerz und Rebbaudörfer |
| Bern | Brüggmoos | A6 Richtung Bern |
| Bern | Bözingenfeld | A16 Richtung Delémont und französische Grenze |
| Bern | Lengnau | Lengnau und Pieterlen |
| Solothurn | Grenchen | Grenchen, Arch und Umgebung |
| Solothurn | Solothurn-West | Westliches Stadtgebiet von Solothurn |
| Solothurn | Solothurn-Ost | Östliches Stadtgebiet und Wasseramt |
| Solothurn | Verzweigung Luterbach | A1 Richtung Bern, Zürich und Basel |
Die genaue Bezeichnung und Nummerierung einzelner Anschlüsse kann je nach Fahrtrichtung und Streckenabschnitt unterschiedlich dargestellt werden.
Baugeschichte
Nationalstrassenplanung
Die Grundlage für den Bau der A5 entstand mit dem Bundesbeschluss über das Nationalstrassennetz von 1960.
Die geplante N5 sollte die Städte und Regionen am Jurasüdfuss miteinander verbinden und bestehende Hauptstrassen entlasten. Der Ausbau erfolgte nicht als einheitliches Gesamtprojekt, sondern abschnittsweise über mehrere Jahrzehnte.
Unterschiedliche topografische, politische und finanzielle Bedingungen führten zu sehr verschiedenen Bauformen. In offenen Ebenen entstanden klassische Autobahnabschnitte, während in Städten und am Seeufer zahlreiche Tunnel, Galerien und Viadukte erforderlich waren.
Frühe Abschnitte
Zu den früh eröffneten Teilen gehörten Strecken im Raum Solothurn und Grenchen. Sie wurden im Zusammenhang mit dem Ausbau der A1 und der Industrialisierung des Jurasüdfusses gebaut.
Auch im Raum Neuenburg entstanden früh Umfahrungsabschnitte. Die ursprüngliche Führung entsprach jedoch nicht überall den späteren Anforderungen an Lärmschutz, Sicherheit und Stadtentwicklung.
Ausbau am Neuenburgersee
Der Abschnitt zwischen Yverdon-les-Bains und Neuenburg wurde etappenweise gebaut. Wegen der Uferlage und empfindlicher Landschaftsräume waren umfangreiche Kunstbauten notwendig.
Das Yverdon-Viadukt gehört zu den auffälligsten Bauwerken. Weitere Brücken, Einschnitte und Tunnel entstanden bei Grandson, Boudry und Colombier.
Mit der Fertigstellung der Umfahrung Serrières wurde eine wichtige Lücke im Autobahnnetz am Neuenburgersee geschlossen.
Bieler Umfahrung
Die Umfahrung Biel wurde in verschiedene Teile gegliedert. Der Ostast verband die A5 mit der A6 und A16 und wurde 2017 eröffnet.
Der geplante Westast sollte die Lücke zwischen dem Bielerseeufer und dem Brüggmoos schliessen. Wegen starker politischer und gesellschaftlicher Opposition wurde das ursprüngliche Projekt jedoch aufgegeben.
Damit bleibt die A5 im Raum Biel nicht vollständig als durchgehende Autobahn ausgebaut.
Tunnel und Galerien
Die A5 besitzt aufgrund ihrer Führung entlang von Seen, Städten und Jurahängen zahlreiche Tunnel und Galerien.
Zu den bedeutenden Anlagen gehören:
- Tunnel der Umfahrung Serrières
- Tunnel von Neuenburg
- Ligerztunnel
- Tunnel der Umfahrung La Neuveville
- Längholztunnel
- Büttenbergtunnel
- Witi-Tunnel
- Tunnel Spitalhof
Tunnelanlagen sind mit Beleuchtung, Lüftung, Notrufeinrichtungen, Videoüberwachung, Fluchtwegen und Brandmeldesystemen ausgestattet.
Die technischen Anlagen müssen regelmässig geprüft und erneuert werden. Viele Unterhaltsarbeiten erfolgen nachts, um den Tagesverkehr möglichst wenig zu beeinträchtigen.
Brücken und Viadukte
Neben dem Yverdon-Viadukt besitzt die A5 zahlreiche weitere Brücken über Flüsse, Bahnlinien, Strassen und Geländeeinschnitte.
Zu den wichtigen Querungen gehören die Brücken über die Areuse, den Zihlkanal und die Aare-Nebenräume bei Solothurn.
Die Bauwerke werden regelmässig auf Tragfähigkeit, Korrosion, Erdbebensicherheit und Zustand des Belags untersucht.
Bei Sanierungen werden häufig auch Lärmschutzwände, Entwässerung, Rückhaltesysteme und Fahrbahnübergänge erneuert.
Verkehrsbedeutung
Die A5 ist die wichtigste Strassenverbindung entlang des Jurasüdfusses zwischen Yverdon-les-Bains, Neuenburg, Biel und Solothurn.
Sie verbindet mehrere Sprachregionen. Zwischen Yverdon-les-Bains und La Neuveville verläuft sie überwiegend durch französischsprachige Gebiete, im Raum Biel durch ein zweisprachiges Gebiet und östlich davon durch die Deutschschweiz.
Die Autobahn ist für Pendler-, Wirtschafts-, Freizeit- und Transitverkehr von Bedeutung. Sie erschliesst unter anderem Industriezentren der Uhren-, Präzisions-, Maschinen- und Medizinaltechnik.
Gleichzeitig verbindet sie touristische Ziele am Neuenburgersee und Bielersee mit dem nationalen Strassennetz.
Verkehrsbelastung
Die Verkehrsbelastung unterscheidet sich je nach Abschnitt erheblich.
Besonders stark befahren sind die Stadtumfahrungen von Neuenburg und Biel, die Zufahrten nach Grenchen und Solothurn sowie die Verzweigung Luterbach.
Am Anschluss Grenchen verkehren ungefähr 30'000 Fahrzeuge pro Tag.[5]
Staus entstehen vor allem während der Hauptverkehrszeiten, bei Unfällen, Baustellen und Sperrungen von Tunnelabschnitten.
Da es am nördlichen Bielerseeufer und in Biel nur begrenzte Ausweichmöglichkeiten gibt, können Störungen auf der A5 rasch zu Belastungen auf den lokalen Hauptstrassen führen.
Sicherheit
Die Sicherheitseinrichtungen der A5 werden laufend an moderne Standards angepasst.
In Tunneln gehören Videoüberwachung, Brandmelder, Notrufstationen, Fluchtwege, Lüftung, Beleuchtung und automatische Verkehrslenkung zur technischen Ausstattung.
Variable Signale können Geschwindigkeit, Fahrstreifen und Umleitungen anzeigen. Bei Unfällen oder Bränden lassen sich Tunnelportale und einzelne Abschnitte sperren.
Die Erneuerung zwischen Lengnau und Luterbach umfasst sowohl die Tunnel als auch die Galerie Leuzigen und offene Strecken.[4]
Rastplätze und Versorgung
Entlang der A5 bestehen Rastplätze und nahe gelegene Tankstellen sowie Gastronomie- und Einkaufsmöglichkeiten.
Grössere Versorgungsangebote befinden sich insbesondere bei Yverdon-les-Bains, Neuenburg, Marin, Biel, Grenchen und Solothurn.
Nicht alle Streckenabschnitte besitzen eigentliche Autobahnraststätten. Reisende nutzen deshalb häufig Angebote in unmittelbarer Nähe der Anschlüsse.
Landschaft und Umwelt
Die A5 durchquert mehrere empfindliche Landschaftsräume. Dazu gehören die Ufer des Neuenburgersees und Bielersees, Weinbaugebiete, Feuchtgebiete und die Witi bei Grenchen und Solothurn.
Beim Bau und Unterhalt müssen Gewässer-, Lärm-, Natur- und Landschaftsschutz berücksichtigt werden.
Zu den Massnahmen gehören Wildtierquerungen, Lärmschutzwände, Tunnelüberdeckungen, gereinigte Strassenentwässerung und ökologische Ersatzflächen.
Die oberirdische Führung am Bielersee wird wegen ihrer Auswirkungen auf Ortsbilder, Rebberge und Seezugang seit Jahrzehnten kontrovers diskutiert.
Lärmschutz
In dicht besiedelten Gebieten bestehen entlang der A5 Lärmschutzwände, lärmarme Strassenbeläge und teilweise überdeckte Strecken.
Die umfangreichsten Schutzwirkungen erzielen Tunnel, wie sie in Neuenburg, La Neuveville und im Bieler Ostast bestehen.
Bei Erhaltungsprojekten werden bestehende Lärmschutzanlagen überprüft und bei Bedarf erneuert oder erweitert.
Trotz dieser Massnahmen bleibt der Strassenlärm insbesondere an offenen Abschnitten des Bielerseeufers ein bedeutendes Thema.
Unterhalt und Erneuerung
Als Nationalstrasse wird die A5 durch den Bund betrieben und unterhalten.
Zum regelmässigen Unterhalt gehören Reinigung, Winterdienst, Grünpflege, Reparatur von Belägen, Kontrolle von Brücken sowie Wartung der Tunneltechnik.
Grössere Erhaltungsprojekte werden abschnittsweise durchgeführt. Während der Bauarbeiten bleiben in der Regel möglichst viele Fahrstreifen geöffnet.
Arbeiten, die vollständige Sperrungen erfordern, finden häufig nachts statt. Der Verkehr wird dann über kantonale und kommunale Strassen umgeleitet.
Aktuelle Projekte
Erneuerung Lengnau–Luterbach
Zwischen Lengnau und Luterbach werden seit April 2022 Betriebs- und Sicherheitsanlagen erneuert.
Die erste Etappe umfasste bis Mitte 2025 vor allem technische Einrichtungen. Die zweite Etappe dauert voraussichtlich bis Mitte 2027 und betrifft Verkehrssteuerung und Signalisation.[4]
Anschluss Grenchen
Der Anschluss Grenchen wird umgebaut, um Verkehrsfluss und Sicherheit zu verbessern.
Vorgesehen sind ein neuer Bypass, eine neue Brücke für den Langsamverkehr, veränderte Kreisel und verbreiterte Rampen.[5]
Umfahrung Twann
Die geplante Umfahrung Twann soll den letzten stark belasteten offenen Abschnitt am Bielersee entlasten.
Das Projekt befindet sich in einem langwierigen Planungs- und Bewilligungsverfahren. Fragen der Portalgestaltung, Landschaftsverträglichkeit und Finanzierung spielen dabei eine zentrale Rolle.
Verkehrslösung Biel-West
Nach dem Verzicht auf das frühere Westastprojekt wird eine neue Gesamtverkehrslösung für den Westen von Biel gesucht.
Sie soll Strassenverkehr, öffentlichen Verkehr, Fuss- und Veloverkehr sowie die städtebauliche Entwicklung gemeinsam berücksichtigen.
Eine kurzfristige vollständige Schliessung der Autobahnlücke ist nicht absehbar.
Autobahnvignette
Für die Benutzung der als Nationalstrasse gekennzeichneten Autobahn- und Autostrassenabschnitte ist grundsätzlich eine schweizerische Autobahnvignette erforderlich.
Dies gilt auch für die A5. Die Vignette ist als Klebevignette und als elektronische E-Vignette erhältlich.
Die Pflicht gilt für Motorfahrzeuge und Anhänger bis zu einem Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen. Schwerere Fahrzeuge unterliegen der leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe.
Geschwindigkeitsregeln
Auf den voll ausgebauten Autobahnabschnitten beträgt die allgemeine Höchstgeschwindigkeit 120 km/h.
Auf Autostrassen und zweispurigen Abschnitten gilt grundsätzlich eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h.
In Tunneln und Stadtumfahrungen sind häufig 80 km/h vorgeschrieben. Auf einzelnen Abschnitten können aus Sicherheits-, Lärm- oder Verkehrsgründen tiefere Werte gelten.
Variable Signalanlagen ermöglichen eine situationsabhängige Anpassung der Geschwindigkeit.
Bedeutung für den öffentlichen Verkehr
Die A5 verläuft in weiten Teilen parallel zu wichtigen Eisenbahnstrecken.
Zwischen Yverdon-les-Bains, Neuenburg, Biel und Solothurn bestehen direkte Bahnverbindungen. Der Schienenverkehr bietet insbesondere für den Pendlerverkehr eine Alternative zur Autobahn.
Am Bielersee teilen sich Strasse und Bahn einen engen Landschaftskorridor. Ausbauprojekte beider Verkehrsträger müssen deshalb eng aufeinander abgestimmt werden.
Die Verlagerung von Personen- und Güterverkehr auf die Bahn ist ein Bestandteil der schweizerischen Verkehrspolitik.
Kritik
Die A5 wird wegen ihrer Eingriffe in Landschaft und Siedlungsräume kontrovers beurteilt.
Am Bielersee betreffen die Diskussionen besonders Lärm, Zerschneidung der Dörfer und Beeinträchtigung des Seezugangs.
Im Raum Biel standen beim früheren Westastprojekt die hohen Kosten, offene Anschlüsse und der Abbruch beziehungsweise die Beeinträchtigung städtischer Gebäude im Zentrum der Kritik.
Befürworter von Ausbauten verweisen dagegen auf die Entlastung der Ortszentren, höhere Verkehrssicherheit und bessere Verbindungen für Wirtschaft und Bevölkerung.
Siehe auch
- Liste der Autobahnen und Autostrassen in der Schweiz
- Nationalstrassennetz der Schweiz
- Autobahn A1 (Schweiz)
- Autobahn A6 (Schweiz)
- Autobahn A16 (Schweiz)
- Autobahn A20 (Schweiz)
- Neuenburgersee
- Bielersee
- Jurasüdfuss
- Umfahrung Biel
Literatur
- Bundesamt für Strassen: Strassen und Verkehr. Jährliche Publikation, Bern.
- Bundesamt für Strassen: Nationalstrassen und Kunstbauten. Bern.
- Kanton Bern: A5 Umfahrung Biel – Projektunterlagen und Dialogprozess. Bern.
- Kanton Neuenburg: Route nationale N5 – historique et aménagements. Neuenburg.
- Schweizerischer Verband der Strassen- und Verkehrsfachleute: Nationalstrassenbau am Jurasüdfuss. Zürich.
Weblinks
- Bundesamt für Strassen
- Erhaltungsprojekt A5 Lengnau–Luterbach
- Projekt Anschluss Grenchen
- Verkehrsmeldungen zur A5 in der Westschweiz
- Nationalstrassenprojekte in der Zentral- und Nordwestschweiz
Einzelnachweise
- ↑ Strassen und Verkehr 2024/2025, Bundesamt für Strassen, abgerufen am 25. Juli 2026.
- ↑ Medienmitteilungen der ASTRA-Filiale Estavayer-le-Lac, Bundesamt für Strassen, abgerufen am 25. Juli 2026.
- ↑ A5 Ostast Biel: Nachtsperrungen für Unterhaltsarbeiten, Bundesamt für Strassen, abgerufen am 25. Juli 2026.
- ↑ 4,0 4,1 4,2 A5 Lengnau–Luterbach, Bundesamt für Strassen, abgerufen am 25. Juli 2026.
- ↑ 5,0 5,1 5,2 A5 Anschluss Grenchen Bypass, Bundesamt für Strassen, abgerufen am 25. Juli 2026.
- ↑ A5 Lengnau–Luterbach: Arbeiten am Verkehrsleitsystem, Bundesamt für Strassen, 26. Mai 2026, abgerufen am 25. Juli 2026.
- ↑ A1 Luterbach–Härkingen: 6-Streifen-Ausbau, Bundesamt für Strassen, abgerufen am 25. Juli 2026.
Wikimedia Commons: Medien zu Autobahn A5