Lausanne

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Lausanne
Ansichten von Lausanne
Wappen von Lausanne
Staat Schweiz
Kanton Waadt
Bezirk Lausanne
BFS-Nummer 5586
Koordinaten 46° 31′ 11″ N, 6° 37′ 59″ O
Höhe 495 m ü. M.
Fläche 41,38 km²
Bevölkerung 151'284 (31. Dezember 2025)[1]
Amtssprache Französisch
Stadtpräsident Grégoire Junod (SP)
Postleitzahlen 1000–1018
Website lausanne.ch

Lausanne [loˈzan] (deutsch früher auch Losannen, italienisch und rätoromanisch Losanna) ist eine politische Gemeinde, die Hauptstadt des Kantons Waadt und der Hauptort des Bezirks Lausanne. Die Stadt liegt in der französischsprachigen Romandie am nördlichen Ufer des Genfersees. Mit 151'284 Einwohnerinnen und Einwohnern Ende 2025 ist Lausanne nach Zürich, Genf und Basel die viertgrösste Stadt der Schweiz.[1]

Lausanne ist das politische, wirtschaftliche, kulturelle und wissenschaftliche Zentrum des Kantons Waadt. In der Stadt befinden sich der Hauptsitz des Schweizerischen Bundesgerichts, das Internationale Olympische Komitee (IOC), das Olympische Museum und zahlreiche internationale Sportverbände. Wegen dieser besonderen Stellung wird Lausanne seit 1994 offiziell als «Olympische Hauptstadt» bezeichnet.

Das stark geneigte Stadtgebiet erstreckt sich vom Seeufer bei Ouchy über das historische Zentrum bis zu den Wäldern des Jorat im Norden. Der beträchtliche Höhenunterschied prägt das Stadtbild, den Verkehr und die räumliche Entwicklung. Lausanne ist ausserdem ein bedeutender Hochschulstandort. Die Universität Lausanne, die École polytechnique fédérale de Lausanne und weitere Hochschulen bilden zusammen einen der wichtigsten Bildungs- und Forschungsräume der Schweiz.

Geografie

Lage

Lausanne liegt im Südwesten der Schweiz, ungefähr in der Mitte des nördlichen Ufers des Genfersees. Die Stadt gehört zum dicht besiedelten Arc lémanique, dem Wirtschafts- und Lebensraum zwischen Genf, Lausanne, Vevey und Montreux. Im Süden öffnet sich der Blick über den Genfersee auf die Savoyer Alpen. Östlich von Lausanne beginnen die Weinbergterrassen des Lavaux, während sich westlich der Stadt die Agglomeration über Renens, Prilly, Ecublens und weitere Gemeinden ausdehnt.

Das Zentrum liegt rund 500 Meter über dem Meer. Zwischen dem Seeufer auf etwa 370 Metern und den nördlichen Waldgebieten auf ungefähr 870 Metern besteht ein Höhenunterschied von rund 500 Metern.[2] Einzelne Teile des Gemeindegebiets erreichen noch grössere Höhen.

Lausanne wurde auf drei Hügeln erbaut: der Cité, Bourg und Saint-Laurent. Dazwischen lagen ursprünglich die tief eingeschnittenen Täler der Flüsse Flon und Louve. Grosse Abschnitte dieser Wasserläufe wurden im 19. und 20. Jahrhundert eingedeckt. Die ehemaligen Täler sind dennoch im Strassennetz, in den Höhenunterschieden und in Bauwerken wie dem Grand-Pont und der Pont Bessières deutlich erkennbar.

Gemeindegebiet

Das 41,38 km² grosse Gemeindegebiet umfasst nicht nur die dicht bebaute Kernstadt. Im Norden gehören ausgedehnte Wald-, Landwirtschafts- und Erholungsgebiete im Jorat zu Lausanne. Dazu zählen unter anderem Chalet-à-Gobet, Vers-chez-les-Blanc, Montheron und die Umgebung von Montblesson. Der nordwestlich gelegene Gemeindeteil Vernand ist durch Gebiete anderer Gemeinden teilweise von der geschlossenen Stadtfläche getrennt.

Zu den bekannten Stadtteilen und Ortslagen gehören unter anderem:

  • Centre und Cité;
  • Flon und Saint-Laurent;
  • Sous-Gare und Ouchy;
  • Vidy, Cour und Montoie;
  • Chailly und Rovéréaz;
  • La Sallaz, Vennes und Séchaud;
  • Borde, Bellevaux und Sauvabelin;
  • Beaulieu, Pontaise und Blécherette;
  • Sébeillon, Malley und Bourdonnette.

Für statistische Zwecke ist die Stadt in 17 eigentliche Quartiere gegliedert. In bestimmten statistischen Darstellungen werden die ausserhalb des geschlossenen Stadtgebiets liegenden «Zones foraines» als zusätzliche Gebietseinheit geführt.[3]

Klima

Lausanne besitzt ein gemässigtes mitteleuropäisches Klima. Der Genfersee mildert die Temperaturen, weshalb die Winter am See vergleichsweise moderat und die Sommer warm, aber meist nicht dauerhaft heiss sind. Wegen der grossen Höhenunterschiede bestehen innerhalb des Gemeindegebiets merkliche klimatische Unterschiede. Während am Seeufer bereits frühlingshafte Bedingungen herrschen können, liegt in den nördlichen Waldgebieten gelegentlich noch Schnee.

Die südliche Hanglage begünstigt eine gute Sonneneinstrahlung. Gleichzeitig kann der kalte Nordostwind Bise die gefühlte Temperatur deutlich senken. Im Sommer treten im dicht bebauten Zentrum Wärmeinseln auf, denen die Stadt mit Baumpflanzungen, begrünten Freiräumen und der Entsiegelung öffentlicher Flächen entgegenzuwirken versucht.

Bevölkerung

Ende 2025 zählte Lausanne 151'284 Einwohnerinnen und Einwohner. Gegenüber dem Vorjahr entsprach dies einem Wachstum von 0,3 Prozent.[1] Nach einem starken Wachstum im 19. und 20. Jahrhundert erreichte die Bevölkerung um 1970 einen ersten Höchststand. In den folgenden Jahrzehnten nahm sie ab und sank 1997 auf ungefähr 123'000 Personen. Seit der Jahrtausendwende wächst Lausanne wieder kontinuierlich.[4]

Lausanne ist eine ausgesprochen internationale Stadt. Rund 43 Prozent der Bevölkerung besitzen keinen Schweizer Pass. Die grössten ausländischen Bevölkerungsgruppen stammen aus Frankreich, Portugal, Italien und Spanien.[4] Die internationale Zusammensetzung hängt unter anderem mit den Hochschulen, dem Universitätsspital, den internationalen Sportorganisationen und der Rolle Lausannes als wirtschaftliches Zentrum zusammen.

Amtssprache und wichtigste Alltagssprache ist Französisch. Daneben werden zahlreiche weitere Sprachen gesprochen. Deutsch, Italienisch, Englisch, Portugiesisch und Spanisch sind im öffentlichen und wirtschaftlichen Leben besonders häufig anzutreffen. Das traditionelle Frankoprovenzalische beziehungsweise Waadtländer Patois hat im Alltag nur noch eine geringe Bedeutung.

Die Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt werden auf Deutsch als Lausannerinnen und Lausanner, auf Französisch als Lausannoises und Lausannois bezeichnet.

Geschichte

Frühgeschichte und römisches Lousonna

Die ältesten Siedlungsspuren im Gebiet von Lausanne reichen bis in die Jungsteinzeit zurück. In der Nähe des heutigen Vidy bestanden bereits vor der römischen Eroberung keltische Siedlungen.

Während der Römerzeit entwickelte sich am Seeufer der Vicus Lousonna. Der Name war vermutlich keltischen Ursprungs. Die Siedlung lag an einer bedeutenden Verkehrsachse zwischen Italien, dem Rhonetal, Gallien und dem schweizerischen Mittelland. Lousonna besass ein Forum, eine Basilika, Heiligtümer, Handwerksbetriebe, Wohnhäuser und einen Hafen. Zeitweise lebten dort mehr als 1'500 Menschen.[5]

Mit dem Niedergang des Weströmischen Reiches verlor die offene Siedlung am See an Bedeutung. Die Bevölkerung zog zunehmend auf den leichter zu verteidigenden Hügel der heutigen Cité. Archäologische Überreste des römischen Lousonna sind in Vidy erhalten und werden im Musée romain de Lausanne-Vidy gezeigt.

Bischofsstadt im Mittelalter

Im 6. Jahrhundert wurde Lausanne zum Sitz eines Bischofs. Der Bischofssitz förderte die politische und wirtschaftliche Entwicklung der Stadt. Rund um die Cité entstanden kirchliche Einrichtungen, Wohnquartiere und Befestigungen. Lausanne lag an wichtigen Handels- und Pilgerwegen, darunter Verbindungen über den Grossen St. Bernhard nach Italien.

Vom 12. bis zum 13. Jahrhundert wurde die Kathedrale Notre-Dame errichtet. Sie wurde 1275 in Anwesenheit von Papst Gregor X. geweiht und entwickelte sich zu einem bedeutenden Wallfahrtsziel. Die Kathedrale gilt heute als einer der wichtigsten gotischen Sakralbauten der Schweiz.[6]

Die mittelalterliche Stadt bestand aus mehreren räumlich und rechtlich teilweise getrennten Siedlungskernen. Neben der bischöflichen Cité entwickelten sich die Unterstadt und Handelsquartiere entlang der Verkehrswege. Die Bischöfe von Lausanne mussten ihre Herrschaft wiederholt gegen lokale Bürger, Adelsfamilien und das expandierende Haus Savoyen behaupten.

Berner Herrschaft und Reformation

1536 eroberte Bern das Waadtland. Die bischöfliche Herrschaft endete, und Lausanne wurde Teil des bernischen Untertanengebiets. Gleichzeitig wurde die Reformation eingeführt. Die Kathedrale wurde zu einer reformierten Kirche, Klöster wurden aufgehoben und kirchlicher Besitz ging an die neue Obrigkeit über.

1537 gründeten die Berner die Lausanner Akademie, die vor allem der Ausbildung reformierter Pfarrer dienen sollte. Aus dieser Bildungseinrichtung ging später die Universität Lausanne hervor. Die Akademie entwickelte sich zu einem wichtigen Zentrum des Protestantismus und zog Gelehrte aus verschiedenen Teilen Europas an.

Im Jahr 1723 versuchte Major Jean Daniel Abraham Davel einen Aufstand zur Befreiung des Waadtlands von der Berner Herrschaft auszulösen. Der Versuch scheiterte, und Davel wurde in Vidy hingerichtet. Im 19. Jahrhundert wurde er zu einer Symbolfigur der waadtländischen Unabhängigkeitsbewegung.

Waadtländer Revolution und Kantonshauptstadt

Unter dem Einfluss der Französischen Revolution erhob sich das Waadtland 1798 gegen Bern. Lausanne wurde Hauptstadt des Kantons Léman innerhalb der Helvetischen Republik. Mit der Mediationsakte von 1803 entstand der souveräne Kanton Waadt, dessen Hauptstadt Lausanne wurde.

Der neue politische Status beschleunigte die Entwicklung der Stadt. Kantonsverwaltung, Bildungsinstitutionen und Gerichte wurden ausgebaut. Die Universität Lausanne entstand 1890 aus der früheren Akademie. Der Bau neuer Strassen, Brücken und öffentlicher Gebäude veränderte das historische Stadtbild grundlegend.

Industrialisierung und moderne Stadtentwicklung

Im 19. Jahrhundert verbesserten Dampfschiffe und Eisenbahnen die Verkehrsverbindungen. Lausanne wurde an die Bahnlinien nach Genf, Yverdon, Bern und ins Wallis angeschlossen. Die Stadt wuchs über ihre historischen Grenzen hinaus. Neue Wohnquartiere entstanden unterhalb des Bahnhofs, in Ouchy, im Westen und auf den nördlichen Hängen.

Seit 1875 ist Lausanne der ständige Sitz des Schweizerischen Bundesgerichts. Das heutige Gerichtsgebäude im Parc de Mon-Repos wurde in den 1920er-Jahren errichtet.[7]

1915 verlegte das Internationale Olympische Komitee seinen Sitz nach Lausanne. Pierre de Coubertin wählte die neutrale Schweiz während des Ersten Weltkriegs als Standort. 1922 bezog das IOC Büros in der Villa Mon-Repos, später zog es nach Vidy.[8]

Am 24. Juli 1923 wurde im Palais de Rumine der Vertrag von Lausanne unterzeichnet. Er regelte nach dem Ersten Weltkrieg die Beziehungen zwischen der Türkei und den alliierten Mächten und wurde zu einer wesentlichen Grundlage für die internationalen Grenzen der modernen Türkei.[9]

Im Verlauf des 20. Jahrhunderts entwickelte sich Lausanne von einer regionalen Verwaltungs- und Handelsstadt zu einem international ausgerichteten Zentrum für Dienstleistungen, Bildung, Medizin, Kultur und Sport. Grosse Stadtentwicklungsprojekte wie die Umgestaltung des Flon, die Metro m2, das Museumsquartier Plateforme 10 und das Entwicklungsgebiet Métamorphose prägen die Stadt im 21. Jahrhundert.

Politik und Verwaltung

Lausanne ist eine politische Gemeinde nach waadtländischem Recht. Die kommunale Legislative ist der Conseil communal. Er besteht aus 100 Mitgliedern, die alle fünf Jahre im Proporzverfahren gewählt werden.[10] Der Gemeinderat beschliesst unter anderem das Budget, kommunale Reglemente, Bau- und Entwicklungsprojekte sowie bedeutende Investitionen.

Die Exekutive heisst Municipalité und besteht aus sieben Mitgliedern. Sie wird nach dem Majorzsystem gewählt. Den Vorsitz führt der Stadtpräsident, der in Lausanne den französischen Titel Syndic trägt. Seit 2016 ist der Sozialdemokrat Grégoire Junod Stadtpräsident. Im Anschluss an die Gemeindewahlen von 2026 wurde er für eine weitere Amtszeit bestätigt.[11]

Aufgrund ihrer Funktion als Kantonshauptstadt beherbergt Lausanne den Staatsrat, den Grossen Rat und grosse Teile der Verwaltung des Kantons Waadt. Der Sitz der Kantonsregierung befindet sich im Château Saint-Maire oberhalb der Altstadt.

Lausanne gehört politisch traditionell zu den eher links und ökologisch ausgerichteten Grossstädten der Schweiz. Fragen des öffentlichen Verkehrs, des gemeinnützigen Wohnungsbaus, der sozialen Integration, der Stadtbegrünung und der Klimapolitik besitzen in der Kommunalpolitik einen hohen Stellenwert.

Wirtschaft

Lausanne ist das wichtigste Arbeitsplatzzentrum des Kantons Waadt. Die lokale Wirtschaft wird deutlich vom Dienstleistungssektor geprägt. Rund 94 Prozent der vollzeitäquivalenten Arbeitsplätze entfallen auf den tertiären Sektor.[1]

Besonders bedeutend sind:

  • Gesundheits- und Sozialwesen;
  • öffentliche Verwaltung;
  • Bildung und Forschung;
  • Finanz-, Versicherungs- und Rechtsdienstleistungen;
  • Informationstechnologie und Kommunikation;
  • Unternehmensberatung;
  • Tourismus, Gastronomie und Freizeitwirtschaft;
  • internationale Sportorganisationen.

Das Centre hospitalier universitaire vaudois gehört zu den grössten Arbeitgebern der Region. Weitere bedeutende Beschäftigungseffekte gehen von der Kantons- und Stadtverwaltung, den Hochschulen, Versicherungen, Banken und internationalen Unternehmen aus.

Die Hochschulen und Forschungszentren fördern die Entstehung technologieorientierter Unternehmen. In der Region Lausanne haben sich zahlreiche Start-ups aus den Bereichen Biotechnologie, Medizintechnik, Informationstechnologie, Robotik, künstliche Intelligenz, Energie und Umwelttechnik angesiedelt. Besonders der Innovationsraum rund um die EPFL besitzt internationale Bedeutung.

Der Tourismus profitiert von der Lage am Genfersee, dem historischen Stadtzentrum, dem Olympischen Museum, dem Kongresswesen und der Nähe zu Lavaux, Montreux und den Waadtländer Alpen. Lausanne ist zudem ein wichtiger Standort für internationale Konferenzen und Sportveranstaltungen.

Bildung, Forschung und Gesundheit

Lausanne gehört zu den bedeutendsten Hochschulstädten der Schweiz. Die Universität Lausanne geht auf die 1537 gegründete Akademie zurück und erhielt 1890 den Status einer Universität. Sie umfasst sieben Fakultäten und zählt mehr als 17'000 Studierende.[12] Ihr Hauptcampus befindet sich in Dorigny westlich des Stadtzentrums.

Die École polytechnique fédérale de Lausanne wurde 1853 als private Ingenieurschule gegründet. 1969 übernahm der Bund die Einrichtung, die seither den heutigen Namen trägt. Der weitläufige EPFL-Campus befindet sich hauptsächlich in Ecublens und grenzt unmittelbar an den Campus der Universität Lausanne.[13]

Weitere wichtige Bildungseinrichtungen sind die École hôtelière de Lausanne, die Haute école pédagogique du canton de Vaud, die Haute École de Santé Vaud, die Haute École de Musique de Lausanne und das International Institute for Management Development. Insgesamt studieren im Hochschulraum Lausanne Zehntausende Menschen aus zahlreichen Ländern.

Das Centre hospitalier universitaire vaudois (CHUV) ist eines der fünf Universitätsspitäler der Schweiz. Es verbindet medizinische Versorgung mit Forschung und Lehre und arbeitet eng mit der Fakultät für Biologie und Medizin der Universität Lausanne sowie mit der EPFL zusammen.[14] Der grosse Spitalkomplex liegt nördlich des Stadtzentrums am Bugnon und wird direkt durch die Metro m2 erschlossen.

Olympische Hauptstadt und Sport

Das Internationale Olympische Komitee hat seinen Sitz seit 1915 in Lausanne. Zum hundertjährigen Bestehen des IOC wurde die Stadt 1994 offiziell zur Olympischen Hauptstadt erklärt.[15]

Das 2019 eröffnete Olympic House in Vidy ist der Hauptsitz des IOC. Der geschwungene Bau wurde vom dänischen Architekturbüro 3XN entworfen und nach hohen Nachhaltigkeitsstandards errichtet.[16] In Ouchy befindet sich das Olympische Museum mit Ausstellungen zur Geschichte der Spiele, zu den Sportarten und zur olympischen Bewegung.

Neben dem IOC haben zahlreiche internationale Sportverbände und sportrechtliche Organisationen ihren Sitz in Lausanne oder der näheren Umgebung. Dazu gehören der Internationale Sportgerichtshof und verschiedene Weltverbände olympischer Sportarten. Diese Institutionen machen Lausanne zu einem globalen Verwaltungszentrum des Sports.

Vom 9. bis 22. Januar 2020 war Lausanne Gastgeberin der dritten Olympischen Jugend-Winterspiele. An den Wettkämpfen in Lausanne und weiteren Austragungsorten in der Westschweiz und in Frankreich nahmen 1'784 Athletinnen und Athleten aus 79 nationalen olympischen Komitees teil.[17]

Zu den bedeutenden Sportanlagen zählen das Stade de la Tuilière, die Eissport- und Veranstaltungsarena Vaudoise aréna in Prilly, das Stade Pierre-de-Coubertin in Vidy, das Schwimmzentrum in Vidy und zahlreiche Anlagen im Gebiet von Mauvernay und Chalet-à-Gobet. Bekannte Sportvereine sind der FC Lausanne-Sport, der Lausanne Hockey Club und der Leichtathletikverein Stade Lausanne.

Stadtbild und Architektur

Das Stadtbild wird durch die ausgeprägte Hanglage bestimmt. Strassen, Treppen, Brücken, Aufzüge und Metrostationen verbinden unterschiedliche Höhenebenen. Von vielen Punkten öffnen sich Ausblicke auf den Genfersee und die Alpen.

Das historische Zentrum liegt rund um den Hügel der Cité. Enge Gassen, Treppenverbindungen und Gebäude aus verschiedenen Jahrhunderten prägen diesen Stadtteil. Die Escaliers du Marché verbinden die Place de la Palud mit der Kathedrale. An der Place de la Palud stehen das Rathaus aus dem 17. Jahrhundert und ein historischer Gerechtigkeitsbrunnen.

Das ehemalige Gewerbe- und Lagerquartier Flon liegt in einem früheren Flusstal. Seit dem ausgehenden 20. Jahrhundert wurde es zu einem Geschäfts-, Kultur-, Gastronomie- und Freizeitviertel umgestaltet. Alte Lagerhäuser stehen dort neben moderner Architektur.

Südlich des Hauptbahnhofs erstreckt sich das Quartier Sous-Gare mit repräsentativen Wohnhäusern, Gärten und Parks. Am See liegt Ouchy mit Hafenanlagen, Hotels, Promenaden, dem Château d'Ouchy und dem Olympischen Museum. Westlich davon befinden sich die Grün- und Sportanlagen von Vidy sowie die Überreste des römischen Lousonna.

Sehenswürdigkeiten

Kathedrale Notre-Dame

Die Kathedrale Notre-Dame ist das bedeutendste Wahrzeichen der Stadt. Der gotische Bau entstand hauptsächlich im 12. und 13. Jahrhundert. Zu seinen wichtigsten Kunstwerken gehören die mittelalterliche Fensterrose, das bemalte Portal und die historische Bauplastik.

Eine besondere Lausanner Tradition ist der Nachtwächter der Kathedrale. Seit 1405 werden vom Glockenturm aus die Stunden ausgerufen. Noch heute ruft der Nachtwächter beziehungsweise die Nachtwächterin jede Nacht zwischen 22 und 2 Uhr die vollen Stunden über die Dächer der Altstadt.[18]

Weitere Bauwerke und Orte

Zu den weiteren bedeutenden Bauwerken und städtischen Räumen gehören:

  • das Château Saint-Maire, Sitz der Waadtländer Kantonsregierung;
  • das Palais de Rumine mit kulturellen und wissenschaftlichen Einrichtungen;
  • das Hôtel de Ville an der Place de la Palud;
  • die ehemalige Lausanner Akademie;
  • die Kirche Saint-François;
  • das Bundesgerichtsgebäude im Parc de Mon-Repos;
  • die Pont Bessières und der Grand-Pont;
  • der Esplanade de Montbenon mit dem Casino de Montbenon und dem Palais de Justice;
  • der Sauvabelin-Turm mit Aussicht über Stadt, See und Alpen;
  • die Seepromenaden und Parkanlagen von Ouchy und Vidy;
  • der Friedhof Bois-de-Vaux, auf dem zahlreiche bekannte Persönlichkeiten bestattet sind.

Museen und Kultur

Lausanne besitzt eine vielfältige Museumslandschaft. Das 2019 und 2022 eröffnete Kulturquartier Plateforme 10 liegt unmittelbar beim Hauptbahnhof. Es vereinigt drei kantonale Museen: das Musée cantonal des Beaux-Arts, Photo Elysée und das Museum für zeitgenössisches Design und angewandte Kunst mudac. Hinzu kommen die Sammlungen der Fondation Toms Pauli und der Fondation Félix Vallotton.[19]

Weitere bekannte Museen sind:

  • das Olympische Museum;
  • die Collection de l'Art Brut;
  • das Musée historique Lausanne;
  • das Musée romain de Lausanne-Vidy;
  • die Fondation de l'Hermitage;
  • das Musée de la main;
  • das Naturmuseum und weitere Sammlungen im Palais de Rumine.

Lausanne ist Sitz des Béjart Ballet Lausanne, der Opéra de Lausanne und des Orchestre de Chambre de Lausanne. Bedeutende Bühnen sind das Théâtre Vidy-Lausanne, das Théâtre de Beaulieu und das Théâtre de l'Arsenic. Zu den regelmässigen Kulturveranstaltungen gehören das Festival de la Cité, das Comicfestival BDFIL und verschiedene Film-, Musik-, Tanz- und Theaterfestivals.

Verkehr

Eisenbahn

Der Bahnhof Lausanne ist einer der wichtigsten Eisenbahnknoten der Westschweiz. Er liegt an den Hauptstrecken von Genf über Lausanne nach Bern und Zürich sowie von Lausanne über Vevey, Montreux und das Wallis in Richtung Simplon und Italien. Direkte Fernverkehrsverbindungen bestehen unter anderem nach Genf, Bern, Basel, Zürich, Brig und in zahlreiche weitere Schweizer Städte. Internationale Züge verbinden Lausanne mit Paris und Italien.

Der regionale Bahnverkehr wird durch das Netz der RER Vaud getragen. Wichtige Agglomerationsbahnhöfe befinden sich unter anderem in Renens, Prilly-Malley, Pully und Lutry.

Öffentlicher Nahverkehr

Der öffentliche Nahverkehr wird hauptsächlich von den Transports publics de la région lausannoise betrieben. Das Netz umfasst Busse, Trolleybusse sowie die Metrolinien m1 und m2. Hinzu kommt die Bahnstrecke Lausanne–Echallens–Bercher, die den Bahnhof Lausanne-Flon mit dem Gros-de-Vaud verbindet.[20]

Die 1991 eröffnete Linie m1 verbindet das Zentrum mit der Universität, der EPFL und Renens. Die 2008 eröffnete, vollautomatische Linie m2 führt von Ouchy über den Hauptbahnhof und das Stadtzentrum nach Epalinges-Croisettes. Sie überwindet auf kurzer Distanz einen aussergewöhnlich grossen Höhenunterschied. Lausanne ist die einzige Schweizer Stadt mit einem eigentlichen Metrosystem.[21]

Zur Erweiterung des Netzes sind die neue Metrolinie m3 zwischen dem Hauptbahnhof und Blécherette sowie eine Strassenbahnverbindung vom Zentrum über Renens nach Villars-Sainte-Croix vorgesehen. Gleichzeitig soll die Kapazität der stark ausgelasteten Linie m2 erhöht werden.[22]

Strassen-, Schiffs- und Luftverkehr

Lausanne ist über die Autobahnen A1 und A9 an das nationale Strassennetz angeschlossen. Die A1 führt in Richtung Genf, Bern und Zürich, während die A9 Lausanne mit Vevey, dem Wallis und dem Simplongebiet verbindet.

Vom Hafen Lausanne-Ouchy verkehren Kursschiffe der Compagnie Générale de Navigation sur le lac Léman zu Orten am Genfersee. Dazu gehören Verbindungen nach Evian-les-Bains auf der französischen Seeseite sowie nach Vevey, Montreux, Nyon und Genf.

Im Norden der Stadt befindet sich der Regionalflugplatz Lausanne-La Blécherette. Der nächstgelegene internationale Flughafen ist der Flughafen Genf, der mit direkten Zügen in ungefähr 45 bis 50 Minuten erreichbar ist.

Grünräume und Naherholung

Trotz der dichten Bebauung verfügt Lausanne über zahlreiche Parks, Wälder und öffentliche Gärten. Zu den bekanntesten Grünanlagen zählen der Parc de Mon-Repos, der Parc de Milan, der botanische Garten, der Parc de l'Hermitage, die Esplanade de Montbenon und die Uferparks von Ouchy und Vidy.

Der Wald von Sauvabelin mit seinem kleinen See und dem hölzernen Aussichtsturm ist ein beliebtes Naherholungsgebiet. Weiter nördlich bieten die Wälder des Jorat ausgedehnte Wander-, Lauf- und Velowege. Im Winter werden in höheren Lagen bei geeigneten Schneeverhältnissen Langlaufloipen angelegt.

Die Stadt Lausanne besitzt zudem Rebberge innerhalb und ausserhalb des Gemeindegebiets. Der Weinbau bildet eine historische Verbindung zwischen der Stadt und den Weinregionen Lavaux, La Côte und Chablais.

Persönlichkeiten

Zu den in Lausanne geborenen oder eng mit der Stadt verbundenen Persönlichkeiten gehören:

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Situation économique lausannoise en 2025. Stadt Lausanne, 2026, abgerufen am 22. Juli 2026.
  2. Geography. Lausanne Tourisme, abgerufen am 22. Juli 2026.
  3. Quartiers. Stadt Lausanne, abgerufen am 22. Juli 2026.
  4. 4,0 4,1 Population. Stadt Lausanne, abgerufen am 22. Juli 2026.
  5. Histoire. Stadt Lausanne, abgerufen am 22. Juli 2026.
  6. 750th Anniversary of Lausanne Cathedral. Lausanne Tourisme, 12. Februar 2025, abgerufen am 22. Juli 2026.
  7. Geschichte des Bundesgerichts. Schweizerisches Bundesgericht, abgerufen am 22. Juli 2026.
  8. 1915: Establishment of the IOC headquarters in Lausanne. Internationales Olympisches Komitee, abgerufen am 22. Juli 2026.
  9. Les coulisses pratiques du traité de Lausanne. Stadt Lausanne, abgerufen am 22. Juli 2026.
  10. Composition du Conseil communal. Stadt Lausanne, abgerufen am 22. Juli 2026.
  11. Elections communales: Syndicature. Stadt Lausanne, 7. April 2026, abgerufen am 22. Juli 2026.
  12. L'enseignement supérieur sur sol vaudois. Kanton Waadt, abgerufen am 22. Juli 2026.
  13. EPFL History. École polytechnique fédérale de Lausanne, abgerufen am 22. Juli 2026.
  14. Centre hospitalier universitaire vaudois. CHUV, abgerufen am 22. Juli 2026.
  15. Lausanne, Olympic Capital. Internationales Olympisches Komitee, abgerufen am 22. Juli 2026.
  16. Olympic House. Internationales Olympisches Komitee, abgerufen am 22. Juli 2026.
  17. Celebrating five years of YOG Lausanne 2020. Internationales Olympisches Komitee, 6. Januar 2025, abgerufen am 22. Juli 2026.
  18. Lausanne Cathedral. Lausanne Tourisme, abgerufen am 22. Juli 2026.
  19. Plateforme 10. Abgerufen am 22. Juli 2026.
  20. En transports en commun. Stadt Lausanne, abgerufen am 22. Juli 2026.
  21. Fun facts about the Lausanne metro. Lausanne Tourisme, 5. März 2021, abgerufen am 22. Juli 2026.
  22. Métros m2 et m3. Stadt Lausanne, abgerufen am 22. Juli 2026.