Autobahn A12
| Strassentyp | Autobahn |
|---|---|
| Nationalstrasse | N12 |
| Europastrasse | E27 |
| Beginn | Verzweigung La Veyre bei Vevey |
| Ende | Verzweigung Weyermannshaus in Bern |
| Gesamtlänge | rund 78 km |
| Kantone | Waadt, Freiburg, Bern |
| Wichtige Orte | Châtel-Saint-Denis, Bulle, Freiburg im Üechtland, Düdingen, Flamatt, Bern |
| In Betrieb | seit 23. November 1981 durchgehend |
| Betreiber | Bundesamt für Strassen |
Die Autobahn A12 ist eine schweizerische Autobahn, die von der Verzweigung La Veyre bei Vevey über Châtel-Saint-Denis, Bulle und Freiburg im Üechtland nach Bern führt. Sie ist rund 78 Kilometer lang und entspricht auf ihrer gesamten Strecke der Nationalstrasse N12. Gleichzeitig bildet sie einen Abschnitt der Europastrasse 27.
Die A12 verbindet die Genferseeregion mit dem Kanton Freiburg und der Bundesstadt Bern. Sie durchquert die Kantone Waadt, Freiburg und Bern und stellt den wichtigsten Strassenverkehrsweg des Kantons Freiburg dar. An ihrem südwestlichen Ende geht sie bei La Veyre in die Autobahn A9 über, am nordöstlichen Ende mündet sie bei der Verzweigung Bern-Weyermannshaus in die Autobahn A1.
Die Strecke wurde zwischen 1971 und 1981 abschnittsweise eröffnet. Nach ihrer Fertigstellung war sie während rund zwei Jahrzehnten Teil der wichtigsten Autobahnverbindung zwischen Bern und der Westschweiz, da die A1 zwischen Yverdon-les-Bains und Payerne noch nicht durchgehend ausgebaut war. Auch nach der vollständigen Eröffnung der A1 im Jahr 2001 blieb die A12 von grosser regionaler und nationaler Bedeutung.
Verlauf
La Veyre und Veveyse
Die A12 beginnt an der Verzweigung La Veyre oberhalb von Vevey. Dort zweigt sie von der A9 ab, die entlang des Genfersees Lausanne mit Montreux, dem Rhonetal und dem Wallis verbindet.[1]
Unmittelbar nach der Verzweigung steigt die Autobahn von der Genferseeregion steil in Richtung der Freiburger Voralpen an. Die Strecke verläuft über dem Tal der Veveyse und bietet an mehreren Stellen Ausblicke auf den Genfersee, die Waadtländer Riviera und die Alpen.
Nach wenigen Kilometern überschreitet die A12 die Grenze zwischen den Kantonen Waadt und Freiburg. Sie erreicht das Gebiet von Châtel-Saint-Denis, dem Hauptort des Bezirks Veveyse. Der dortige Anschluss erschliesst unter anderem Châtel-Saint-Denis, Les Paccots, Bossonnens und die Region Oron.
Zwischen Châtel-Saint-Denis und Vaulruz führt die Autobahn durch eine hügelige Landschaft auf teilweise mehr als 800 Metern über Meer. Dieser Abschnitt gehört zu den höchstgelegenen Teilen der Strecke und ist im Winter häufiger von Schnee, Eis und Nebel betroffen als die tiefer gelegenen Abschnitte bei Bern und Vevey.
Die A12 verläuft an Semsales vorbei und erreicht bei Vaulruz den Übergang vom Bezirk Veveyse in das Greyerzerland. Der Anschluss Vaulruz dient unter anderem der Erschliessung von Romont, Ursy, Rue und der westlichen Region des Kantons Freiburg.
Bulle und Greyerzerland
Bei Bulle erreicht die A12 das breite Becken des Greyerzerlands. Der Anschluss Bulle ist einer der wichtigsten Verkehrsknoten der Autobahn. Über die Hauptstrasse 189 bestehen Verbindungen nach Gruyères, Broc, Château-d’Oex, dem Pays-d’Enhaut und zum Jaunpass.
Die Autobahn führte wesentlich zur wirtschaftlichen Entwicklung des Raums Bulle. Entlang der Verkehrsachse entstanden Industrie-, Gewerbe- und Logistikgebiete. Der Anschluss erleichtert ausserdem die touristische Erreichbarkeit des Greyerzerlands aus der Genferseeregion und aus Bern.
Nördlich von Bulle führt die A12 an Riaz, Marsens, Vuippens und Gumefens vorbei. In diesem Bereich liegen mehrere bedeutende Kunstbauten, darunter der gedeckte Einschnitt von Gumefens und der lange Viaduc du Lac de la Gruyère.
Der Viadukt verläuft in einer weiten Kurve entlang des westlichen Hangs über dem Greyerzersee. Das ungefähr zwei Kilometer lange Bauwerk wurde zwischen 1974 und 1979 errichtet. Es überquert mehrere Seitentäler und Arme des Stausees und gehört zu den markantesten Bauwerken der A12.
Bei Avry-devant-Pont verläuft die Autobahn durch einen kurzen Tagbautunnel. Der Tunnel wurde vor allem zum Schutz der angrenzenden Siedlung und zur besseren Einfügung der Strasse in die Landschaft erstellt.
Rossens und Matran
Nach dem Greyerzersee erreicht die A12 den Anschluss Rossens. Von dort bestehen Verbindungen nach Romont, Farvagny, Vuisternens-en-Ogoz und in die westlich gelegenen Gebiete des Kantons Freiburg.
Im Abschnitt zwischen Rossens und Matran führt die Autobahn durch eine hügelige, landwirtschaftlich geprägte Landschaft. Mehrere Brücken überspannen Bäche, Strassen und Geländeeinschnitte.
Der Anschluss Matran erschliesst den westlichen Teil der Agglomeration Freiburg. Er verbindet die Autobahn mit Avry, Matran, Neyruz, Cottens und dem Einkaufs- und Gewerbegebiet von Avry-sur-Matran. Wegen der starken Siedlungs- und Wirtschaftsentwicklung zählt der Anschluss zu den verkehrsreichen Knoten der A12.
Freiburg im Üechtland
Die A12 führt westlich an Freiburg im Üechtland vorbei. Der Anschluss Fribourg-Sud dient der Erschliessung von Villars-sur-Glâne, Marly, dem Freiburger Kantonsspital und den südlichen Stadtquartieren.
Zwischen Fribourg-Sud und Fribourg-Nord durchquert die Autobahn das dicht besiedelte Gebiet von Chamblioux und Bertigny. Die in den 1970er-Jahren erstellte Strecke bildet dort eine deutliche räumliche Trennung zwischen mehreren Wohn- und Entwicklungsgebieten.
Der Anschluss Fribourg-Nord liegt auf dem Gebiet von Granges-Paccot. Er verbindet die A12 mit dem nördlichen Stadtgebiet, der BCF-Arena, dem Messe- und Kongresszentrum Forum Fribourg sowie den Strassen in Richtung Murten und Payerne.
Nördlich des Anschlusses überquert die Autobahn auf dem Pont de la Madeleine den Schiffenensee. Die 315,7 Meter lange Brücke wurde 1971 eröffnet. Mit ihrem Bau wurde bereits vor dem Einstau des Sees begonnen, da die Pfeiler und Fundamente im später überfluteten Tal errichtet werden mussten.[2]
Düdingen und Sensebezirk
Nach der Überquerung des Schiffenensees erreicht die A12 den Anschluss Düdingen. Er erschliesst den deutschsprachigen Sensebezirk, die Gemeinde Düdingen und die Verbindungen nach Tafers, Schwarzenburg und dem Schwarzsee.
Die Autobahn verläuft anschliessend über das leicht gewellte Plateau von Düdingen, Schmitten und Wünnewil. In diesem Abschnitt bildet sie eine bedeutende Achse für den Pendler-, Gewerbe- und Regionalverkehr zwischen dem Sensebezirk, Freiburg und Bern.
Bei Flamatt erreicht die A12 das Tal der Sense. Der Anschluss verbindet die Autobahn mit Flamatt, Wünnewil, Neuenegg und den Hauptstrassen in Richtung Schwarzenburg und Laupen.
Die Strecke überquert das tief eingeschnittene Sensetal auf einer Hochbrücke und tritt kurz darauf in den Kanton Bern ein.
Bern
Im Kanton Bern führt die Autobahn über Thörishaus und Oberwangen zum Anschluss Niederwangen. Dieser erschliesst die westlichen Teile der Gemeinde Köniz sowie die Gewerbegebiete von Niederwangen.
Danach erreicht die A12 den Anschluss Bern-Bümpliz. Über die Turnierstrasse bestehen Verbindungen zu den Berner Stadtteilen Bümpliz, Bethlehem und Weissenstein sowie nach Köniz.
An der Verzweigung Weyermannshaus endet die A12 und geht in die A1 über. In Richtung Osten führt die A1 durch Bern weiter nach Zürich und St. Gallen, in Richtung Westen über Murten, Yverdon-les-Bains und Lausanne nach Genf.
Anschlussstellen
Die Nummerierung der Anschlussstellen schliesst an die Knoten und Nummerierung der angrenzenden Nationalstrassen an.
| Nummer | Anschluss oder Verzweigung | Erschlossene Orte und Regionen | Kanton |
|---|---|---|---|
| – | Verzweigung La Veyre | Vevey, Montreux, Lausanne, Wallis; Übergang zur A9 | Waadt |
| 2 | Châtel-Saint-Denis | Châtel-Saint-Denis, Les Paccots, Bossonnens, Oron | Freiburg |
| 3 | Vaulruz | Vaulruz, Romont, Ursy, Rue | Freiburg |
| 4 | Bulle | Bulle, Gruyères, Broc, Château-d’Oex | Freiburg |
| 5 | Rossens | Rossens, Farvagny, Romont | Freiburg |
| 6 | Matran | Matran, Avry, Neyruz, Cottens | Freiburg |
| 7 | Fribourg-Sud | Villars-sur-Glâne, Marly, Freiburg-Süd, Kantonsspital | Freiburg |
| 8 | Fribourg-Nord | Granges-Paccot, Freiburg-Nord, Murten | Freiburg |
| 9 | Düdingen | Düdingen, Tafers, Schwarzenburg, Schwarzsee | Freiburg |
| 10 | Flamatt | Flamatt, Wünnewil, Neuenegg, Laupen | Freiburg |
| 11 | Niederwangen | Niederwangen, Köniz, Oberwangen | Bern |
| 12 | Bern-Bümpliz | Bümpliz, Bethlehem, Köniz | Bern |
| – | Verzweigung Weyermannshaus | Bern; Übergang zur A1 | Bern |
Bauwerke
Die topografisch abwechslungsreiche Strecke erforderte den Bau zahlreicher Brücken, Viadukte, Stützmauern und gedeckter Abschnitte.
Viaduc du Lac de la Gruyère
Der Viaduc du Lac de la Gruyère liegt zwischen Gumefens und Avry-devant-Pont. Das rund zwei Kilometer lange Bauwerk folgt in einer weiten Kurve dem westlichen Hang des Greyerzersees.
Der Viadukt besteht aus mehreren zusammenhängenden Brückenabschnitten. Seine Pfeiler stehen teilweise an steilen Hängen und in den Seitentälern des Stausees. Der Bau erfolgte von 1974 bis 1979 und stellte hohe Anforderungen an Vermessung, Fundamentierung und Betonbau.
Tunnel von Gumefens und Avry-devant-Pont
Bei Gumefens und Avry-devant-Pont wurden kurze Tagbautunnel errichtet. Die Fahrbahnen wurden zunächst in offenen Einschnitten gebaut und anschliessend überdeckt.
Die Bauwerke dienen hauptsächlich dem Lärm- und Landschaftsschutz. Der Tunnel von Avry-devant-Pont ist ungefähr 170 Meter lang.
Pont de la Madeleine
Der Pont de la Madeleine überquert den Schiffenensee zwischen Granges-Paccot und Düdingen. Die Brücke ist 315,7 Meter lang und wurde gleichzeitig mit dem ersten Freiburger Abschnitt der A12 in Betrieb genommen.
Sie entstand noch vor der vollständigen Aufstauung des Schiffenensees. Das Bauwerk ist neben dem älteren Grandfey-Viadukt eines der prägenden Verkehrsbauwerke am See.
Sensequerung
Bei Flamatt überquert die A12 das Sensetal. Neben dem Fluss werden auch lokale Strassen und Bahnlinien überwunden. Das Bauwerk verbindet das Freiburger Hochplateau mit dem westlichen Rand der Berner Agglomeration.
Weitere Brücken
Entlang der A12 befinden sich zahlreiche kleinere und mittlere Brücken. Sie führen über Täler, Gewässer, Bahnlinien und Kantonsstrassen. Ein grosser Teil dieser Bauwerke stammt aus den 1970er-Jahren und muss regelmässig instand gesetzt und an heutige Sicherheits- und Erdbebennormen angepasst werden.
Geschichte
Planung
Erste Studien für eine leistungsfähige Strassenverbindung durch den Kanton Freiburg entstanden in den 1950er-Jahren. Die bestehende Hauptstrasse zwischen Bern, Freiburg, Bulle und Vevey führte durch zahlreiche Ortschaften und war den wachsenden Verkehrsströmen zunehmend nicht mehr gewachsen.
Mit dem Bundesbeschluss über das Nationalstrassennetz von 1960 wurde die Verbindung Vevey–Freiburg–Bern als Nationalstrasse N12 in das geplante schweizerische Autobahnnetz aufgenommen.
Die Planungsarbeiten konzentrierten sich zunächst auf den Raum Freiburg. Ende 1963 wurde das Projekt für den Abschnitt zwischen Corpataux und Matran öffentlich aufgelegt. Im folgenden Jahr wurde die Planung bis Düdingen erweitert.
Die Linienführung musste auf die Siedlungsgebiete, die Seen und Flüsse, die landwirtschaftlichen Nutzflächen und die hügelige Topografie des Kantons Freiburg abgestimmt werden.
Erste Eröffnungen
Am 31. Juli 1971 wurde der Abschnitt zwischen Düdingen und Corpataux eröffnet. Damit erhielt die Stadt Freiburg eine Umfahrung für den überregionalen Verkehr.
Zwischen Matran und Corpataux stand zunächst nur eine Richtungsfahrbahn zur Verfügung. Die zweite Fahrbahn wurde erst 1978 fertiggestellt.
In den folgenden Jahren wurde die Autobahn sowohl in Richtung Bern als auch in Richtung Bulle und Vevey verlängert. 1973 erreichte sie Flamatt, 1976 Thörishaus und 1977 die A1 bei Bern.
Im südlichen Teil wurden 1977 die Abschnitte Bulle–Vaulruz und 1978 Vuippens–Bulle eröffnet.
Fertigstellung
Die technisch anspruchsvollen Abschnitte entlang des Greyerzersees und durch die Haute-Veveyse wurden zuletzt fertiggestellt. Am 23. November 1981 gingen die Teilstücke Avry-devant-Pont–Vuippens und Vaulruz–La Veyre in Betrieb.
Mit dieser Eröffnung war die A12 erstmals auf ihrer gesamten Länge zwischen der A9 bei Vevey und der A1 bei Bern befahrbar.[3]
| Abschnitt | Eröffnung |
|---|---|
| Düdingen–Matran | 31. Juli 1971 |
| Matran–Corpataux, erste Richtungsfahrbahn | 31. Juli 1971 |
| Flamatt–Düdingen | 27. September 1973 |
| Thörishaus–Flamatt | 6. Dezember 1976 |
| Bern-Weyermannshaus–Thörishaus | 7. Dezember 1977 |
| Bulle–Vaulruz | 29. Juli 1977 |
| Matran–Corpataux, zweite Richtungsfahrbahn | 14. Juli 1978 |
| Vuippens–Bulle | 8. November 1978 |
| Corpataux–Avry-devant-Pont | 31. Oktober 1979 |
| Avry-devant-Pont–Vuippens | 23. November 1981 |
| Vaulruz–La Veyre | 23. November 1981 |
Bedeutung als Westschweizer Transitroute
Nach ihrer Fertigstellung wurde die A12 Teil der wichtigsten Strassenverbindung zwischen Bern und der Genferseeregion. Der Verkehr zwischen Zürich, Bern, Lausanne und Genf führte häufig über Freiburg, Bulle und Vevey.
Der Grund dafür war die damals noch bestehende Lücke der A1 zwischen Yverdon-les-Bains und Payerne. Die Route über die A12 war zwar länger und wies grössere Steigungen auf, bot aber eine durchgehende Autobahnverbindung.
Mit der Eröffnung des letzten A1-Abschnitts im Jahr 2001 verlagerte sich ein Teil des überregionalen Verkehrs auf die direktere Strecke über Murten und Yverdon-les-Bains. Besonders auf den ausserstädtischen Abschnitten der A12 ging die Verkehrsstärke zunächst zurück.
Die A12 behielt jedoch ihre Funktion als Hauptachse des Kantons Freiburg und als Verbindung zwischen Bern, Freiburg, dem Greyerzerland und der Genferseeregion.
Verkehrliche Bedeutung
Die A12 übernimmt sowohl nationalen Fernverkehr als auch einen hohen Anteil an Regional- und Pendlerverkehr.
Im Raum Freiburg dient sie als Umfahrung und als schnelle Verbindung zwischen den nördlichen und südlichen Teilen der Agglomeration. Die Anschlüsse Fribourg-Nord, Fribourg-Sud und Matran sind für den lokalen Verkehr besonders wichtig.
Im Sensebezirk verbindet die Autobahn die Wohn- und Arbeitsregionen Düdingen, Wünnewil-Flamatt und Schmitten mit Freiburg und Bern.
Der Anschluss Bulle erschliesst eine der wirtschaftlich am stärksten wachsenden Regionen des Kantons Freiburg. Neben Pendler- und Gewerbeverkehr spielt dort auch der Freizeit- und Tourismusverkehr in Richtung Gruyères, Broc, Moléson und Pays-d’Enhaut eine Rolle.
Der Abschnitt Châtel-Saint-Denis–La Veyre verbindet die Freiburger Voralpen mit der stark besiedelten Genferseeregion. An Wochenenden und während der Ferien wird er zusätzlich vom Freizeitverkehr beansprucht.
Betrieb und Unterhalt
Als Nationalstrasse erster Klasse wird die A12 vom Bund betrieben. Für Planung, Ausbau und Oberaufsicht ist das Bundesamt für Strassen zuständig.
Die Autobahn besitzt grundsätzlich zwei Fahrstreifen und einen Pannenstreifen je Fahrtrichtung. An Anschlussstellen, Steigungen und in dicht bebauten Gebieten bestehen zusätzliche Ein- und Ausfahrtsstreifen.
Die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt auf freien Autobahnabschnitten grundsätzlich 120 km/h. In Tunneln, Baustellen, Anschlussbereichen und stark belasteten Abschnitten gelten niedrigere signalisierten Geschwindigkeiten.
Seit der Eröffnung wurden grosse Teile der A12 mehrfach erneuert. Zu den Arbeiten gehören:
- Ersatz und Verstärkung von Fahrbahnbelägen
- Sanierung von Brücken und Stützmauern
- Erneuerung der Entwässerung
- Bau und Verbesserung von Lärmschutzanlagen
- Anpassung von Leitplanken und Fahrzeugrückhaltesystemen
- Erneuerung der Betriebs- und Sicherheitsausrüstung
- ökologische Aufwertung von Böschungen und Gewässerdurchlässen
Wegen des Alters vieler Anlagen sind regelmässige grössere Erhaltungsprojekte erforderlich. Die Arbeiten werden häufig nachts oder bei aufrechterhaltenem Verkehr durchgeführt.
Rastplätze und Dienste
Entlang der A12 bestehen mehrere Rast- und Abstellmöglichkeiten. Die Anlage La Joux-des-Ponts liegt zwischen Châtel-Saint-Denis und Vaulruz.
Sie wurde um zusätzliche Flächen erweitert und dient zeitweise auch als Transitplatz für Jenische und andere fahrende Bevölkerungsgruppen. Im Winter können Teile der Anlage als Abstellplatz für Lastwagen bei ausserordentlichen Wetter- oder Verkehrslagen genutzt werden.[4]
Tankstellen, Restaurants und weitere Dienstleistungen befinden sich vor allem in der Nähe der Anschlüsse Châtel-Saint-Denis, Vaulruz, Bulle, Matran, Freiburg und Flamatt.
Winterverkehr
Der südliche Abschnitt der A12 steigt von der Genferseeregion in kurzer Entfernung stark an. Zwischen Châtel-Saint-Denis, Semsales und Vaulruz verläuft die Autobahn auf einer Höhe von teilweise mehr als 800 Metern.
Schneefall, Eis, Nebel und starke Temperaturunterschiede können dort die Fahrbedingungen erschweren. Der Abschnitt wird deshalb im Winter intensiv geräumt und überwacht.
Besondere Schwierigkeiten entstehen bei starkem Schneefall durch Lastwagen, die an den längeren Steigungen ihre Fahrt nicht fortsetzen können. Für solche Situationen bestehen betriebliche Massnahmen und Abstellmöglichkeiten.
Chamblioux-Überdeckung
Im Gebiet Chamblioux zwischen den Anschlüssen Fribourg-Sud und Fribourg-Nord ist eine Überdeckung der A12 geplant. Die Autobahn bildet dort eine starke räumliche Trennung zwischen den Gemeinden Freiburg, Givisiez, Granges-Paccot und Villars-sur-Glâne.
Das Projekt sieht eine 1'255 Meter lange gedeckte Galerie vor. Die beiden Fahrbahnen sollen weiterhin je zwei Fahrstreifen aufweisen. Das Bauwerk soll den Lärm reduzieren, die angrenzenden Quartiere miteinander verbinden und neue Fuss- und Veloverbindungen ermöglichen.[5]
Zusätzlich sind der Umbau des Anschlusses Fribourg-Sud, Verbesserungen der kantonalen Zufahrtsstrassen und die unterirdische Verlegung einer Hochspannungsleitung vorgesehen.
Der Bundesrat genehmigte das generelle Projekt am 12. Februar 2025. Die weitere Projektierung erfolgt in Zusammenarbeit zwischen dem Bund, dem Kanton Freiburg und den betroffenen Gemeinden.[5]
Archäologische Funde
Der Bau der A12 führte zu umfangreichen archäologischen Untersuchungen. Dabei wurden zahlreiche Siedlungsplätze, Gräberfelder und Verkehrswege aus verschiedenen Epochen entdeckt.
Bei Gumefens wurde eine mittelalterliche Nekropole vollständig ausgegraben. Das Gräberfeld war vom 6. bis zum 12. Jahrhundert ohne längere Unterbrechung in Gebrauch.[6]
Im Gebiet Marsens-Riaz wurden Überreste einer römischen ländlichen Siedlung mit Werkstätten und Schmiedeanlagen untersucht. Die Funde belegen eine Besiedlung vom 1. bis zum 4. Jahrhundert nach Christus.[7]
Die archäologischen Arbeiten entlang der Autobahn erweiterten die Kenntnisse über die Siedlungsgeschichte des Greyerzerlands und des Freiburger Mittellands erheblich.
Auswirkungen auf Raum und Wirtschaft
Die A12 verbesserte die Erreichbarkeit des Kantons Freiburg grundlegend. Fahrzeiten nach Bern, Lausanne und in die Genferseeregion wurden deutlich verkürzt.
Besonders Bulle und die Region Veveyse profitierten von der neuen Verkehrsverbindung. In der Nähe der Anschlüsse entstanden Wohnquartiere, Einkaufszentren, Gewerbezonen und Industrieanlagen.
Gleichzeitig führte die Autobahn zu einer Zerschneidung von Landschaften und Siedlungsräumen. Lärm, Luftschadstoffe, Bodenverbrauch und der Verlust landwirtschaftlicher Flächen gehören zu den negativen Auswirkungen.
Seit den 1990er-Jahren werden bei Erneuerungsprojekten verstärkt Lärmschutz, Gewässerschutz, ökologische Vernetzung und eine bessere Einfügung der Anlagen in die Landschaft berücksichtigt.
Siehe auch
- Autobahn A1
- Autobahn A9
- Europastrasse 27
- Nationalstrassennetz der Schweiz
- Strassenverkehr in der Schweiz
- Bundesamt für Strassen
- Pont de la Madeleine
- Greyerzersee
- Schiffenensee
Literatur
- Bundesamt für Strassen: Nationalstrassennetz und Streckenverzeichnis. Bern.
- Service des autoroutes du canton de Fribourg: Construction, exploitation et entretien des autoroutes A1 et A12 dans le canton de Fribourg. Freiburg.
- Staatsarchiv Freiburg: Fonds des Service des autoroutes du canton de Fribourg, 1965–2008. Freiburg.
- Archäologischer Dienst des Kantons Freiburg: Archäologische Untersuchungen entlang der Nationalstrasse A12. Freiburg.
Weblinks
- Bundesamt für Strassen
- Informationen des ASTRA zu den Nationalstrassen
- Mobilität und Verkehr im Kanton Freiburg
- Verkehrsmeldungen des ASTRA
Wikimedia Commons: Medien zu Autobahn A12
Einzelnachweise
- ↑ Bundesbeschluss über das Nationalstrassennetz. Hrsg.: Schweizerische Eidgenossenschaft. Abgerufen am 2026-07-24.
- ↑ Pont de la Madeleine. Hrsg.: Freiburg Tourismus. Abgerufen am 2026-07-24.
- ↑ Eröffnung des Autobahn-Teilstücks A12. In: DRS Aktuell. Hrsg.: Schweizer Radio und Fernsehen. 1981-11-23. Abgerufen am 2026-07-24.
- ↑ Raumplanungsbericht des Kantons Freiburg 2024. Hrsg.: Staat Freiburg. Abgerufen am 2026-07-24.
- ↑ 5,0 5,1 N12 Überdeckung Chamblioux. Hrsg.: Bundesamt für Strassen. 2026-05-13. Abgerufen am 2026-07-24.
- ↑ Die lange Geschichte der mittelalterlichen Nekropole von Gumefens. Hrsg.: Staat Freiburg. 2015-04-27. Abgerufen am 2026-07-24.
- ↑ Römische Siedlung von Marsens-Riaz. Hrsg.: Staat Freiburg. 2024-08-21. Abgerufen am 2026-07-24.