Universität Zürich
| Universität Zürich | |
|---|---|
| Abkürzung | UZH |
| Lateinischer Name | Universitas Turicensis |
| Hochschultyp | kantonale Universität und Volluniversität |
| Rechtsform | autonome öffentlich-rechtliche Anstalt des Kantons Zürich |
| Gründung | 29. April 1833 |
| Träger | Kanton Zürich |
| Ort | Zürich und Schlieren |
| Hauptadresse | Rämistrasse 71, 8006 Zürich |
| Rektor | Michael Schaepman |
| Fakultäten | sieben |
| Institute und Seminare | über 150 |
| Studierende | 28'785 |
| Neueintritte | 4'945 |
| Abschlüsse | 6'115 |
| Mitarbeitende | 10'323 Personen |
| Bezugsjahr | 2025 |
| Hauptstandorte | Zentrum, Irchel, Oerlikon und Schlieren |
| Netzwerke | LERU, Universitas 21 und Una Europa |
| Website | uzh.ch |
Die Universität Zürich (UZH, lateinisch Universitas Turicensis) ist eine öffentlich-rechtliche Universität des Kantons Zürich. Mit 28'785 Studierenden im Jahr 2025 ist sie die grösste Universität der Schweiz. Sie umfasst sieben Fakultäten und über 150 Institute, Seminare, Kliniken und weitere wissenschaftliche Organisationseinheiten.[1]
Die Universität wurde am 29. April 1833 durch den Kanton Zürich gegründet. Sie gilt als erste Universität Europas, die nicht von einem Monarchen oder einer kirchlichen Institution, sondern von einem demokratisch verfassten Staatswesen errichtet wurde. Bei ihrer Gründung vereinigte sie die bestehenden höheren Schulen für Theologie, Recht und Medizin und ergänzte diese um eine Philosophische Fakultät.
Die UZH ist eine Volluniversität. Ihr Fächerspektrum reicht von Theologie, Religionswissenschaft, Recht und Wirtschaft über Sprach-, Kultur- und Sozialwissenschaften bis zu Medizin, Veterinärmedizin, Mathematik und Naturwissenschaften. Sie bietet mehr als 200 Studienprogramme auf Bachelor-, Master- und Doktoratsstufe an.
Die Universität ist eng mit der Stadt Zürich, dem Universitätsspital Zürich, weiteren universitären Kliniken und der ETH Zürich verbunden. Ihre Gebäude verteilen sich hauptsächlich auf die Standorte Zentrum, Irchel, Oerlikon und Schlieren. Weitere spezialisierte Einrichtungen befinden sich unter anderem in der Lengg, am Balgrist, im Botanischen Garten und an verschiedenen Klinikstandorten.
Zu den mit der Universität verbundenen Wissenschaftlern gehören Albert Einstein, Erwin Schrödinger, Alfred Werner, Paul Karrer, Walter Rudolf Hess, Karl Alexander Müller und Rolf Zinkernagel. Insgesamt führt die Universität zwölf Nobelpreise auf wissenschaftliche Leistungen von Forschenden zurück, die an ihr studiert, gelehrt oder geforscht haben.[2]
Geschichte
Vorgeschichte
Die Wurzeln der höheren Bildung in Zürich reichen bis in die Reformationszeit zurück.
1525 gründete der Zürcher Reformator Huldrych Zwingli beim Grossmünster eine theologische Lehranstalt. Diese wurde später als Carolinum bezeichnet und diente der Ausbildung reformierter Geistlicher.
In den folgenden Jahrhunderten entstanden weitere höhere Schulen für Recht, Medizin, politische Wissenschaften und Naturkunde. Sie waren jedoch keine Universität im modernen Sinn und besassen kein gemeinsames institutionelles Dach.
Nach der liberalen Umwälzung von 1830 gewann die Forderung nach einem modernen, staatlich organisierten Bildungswesen an Bedeutung. Der neue Kanton Zürich wollte Schulen und Hochschulen ausbauen und wissenschaftliche Ausbildung stärker an den Bedürfnissen eines demokratischen Gemeinwesens ausrichten.
Zu den geistigen Wegbereitern der Universitätsgründung gehörte der Altphilologe und Politiker Johann Caspar von Orelli. Er setzte sich für eine wissenschaftlich leistungsfähige Hochschule ein, die langfristig über den Kanton hinaus Bedeutung gewinnen sollte.
Gründung 1833
Der Zürcher Grosse Rat beschloss die Errichtung der Universität auf der Grundlage des Unterrichtsgesetzes von 1832.
Am 29. April 1833 nahm die neue Universitas Turicensis ihren Betrieb auf. Sie vereinigte die bestehenden höheren Schulen für:
- Theologie;
- Jurisprudenz;
- Medizin.
Als vierte Einheit kam die Philosophische Fakultät hinzu. Diese umfasste sowohl geisteswissenschaftliche als auch mathematisch-naturwissenschaftliche Fächer.
Im ersten Jahr waren 161 Studenten eingeschrieben:
| Fakultät | Studierende |
|---|---|
| Theologie | 16 |
| Rechtswissenschaft | 26 |
| Medizin | 98 |
| Philosophie | 21 |
| Gesamt | 161 |
Die Lehre wurde von 26 Professoren und 29 Privatdozenten getragen. Das Vorlesungsverzeichnis erschien in deutscher und lateinischer Sprache.[3]
Die Gründung durch einen demokratischen Kanton unterschied Zürich von älteren europäischen Universitäten, die in der Regel auf eine päpstliche, kirchliche oder landesherrliche Stiftung zurückgingen.
Frühe Standorte
Die junge Universität war zunächst in mehreren Gebäuden der Zürcher Altstadt untergebracht.
Zu ihren frühen Hauptsitzen gehörte das Haus zum Hinteramt an der Augustinergasse. Räume des ehemaligen Chorherrenstifts beim Grossmünster wurden ebenfalls genutzt.
Die räumlichen Verhältnisse waren von Beginn an beengt. Institute, Sammlungen, Hörsäle und Bibliotheken lagen über die Innenstadt verteilt.
Als 1855 das Eidgenössische Polytechnikum, die heutige ETH Zürich, gegründet wurde, erhielt es zunächst Gastrecht in Räumen der Universität.
1864 zog die Universität in den Südflügel des neuen Polytechnikumsgebäudes auf der Polyterrasse ein. Der von Gottfried Semper entworfene Bau wurde dadurch für mehrere Jahrzehnte von beiden Hochschulen genutzt.
Die räumliche Nähe legte die Grundlage für eine enge, zugleich aber teilweise von Konkurrenz geprägte Beziehung zwischen Universität und Polytechnikum.
Entwicklung der Fakultäten
1859 wurde die Philosophische Fakultät in zwei Abteilungen aufgeteilt.
Die Philosophische Fakultät I umfasste sprachliche, historische und philosophische Fächer. Die Philosophische Fakultät II vereinigte Mathematik und Naturwissenschaften.
1901 wurde die seit 1820 bestehende Zürcher Tierarzneischule als eigenständige Veterinärmedizinische Fakultät in die Universität aufgenommen. Sie zählt zu den ältesten veterinärmedizinischen Ausbildungsstätten der Welt.
1912 wurde die bis dahin auch als Hochschule Zürich bezeichnete Institution offiziell in Universität Zürich umbenannt. Die neue Bezeichnung sollte sie deutlicher vom Eidgenössischen Polytechnikum unterscheiden.
1992 wurde die bisherige Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät in die Rechtswissenschaftliche und die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät aufgeteilt.
2006 entstand durch die Zusammenarbeit der Universitäten Zürich und Bern die gemeinsame Vetsuisse-Fakultät. Die beiden Standorte besitzen weiterhin eigene Kliniken und Institute, werden aber durch eine gemeinsame Fakultätsstruktur verbunden.
Frauenstudium
Die Universität Zürich spielte eine bedeutende Rolle bei der Öffnung des Hochschulstudiums für Frauen.
Frauen konnten zunächst als Hörerinnen an einzelnen Lehrveranstaltungen teilnehmen. Zahlreiche Studentinnen kamen aus dem Russischen Reich, weil ihnen dort der Zugang zu einer regulären universitären Ausbildung verwehrt war.
Die russische Medizinerin Nadeschda Suslowa studierte ab 1865 in Zürich. Sie wurde rückwirkend für das Wintersemester 1866/67 immatrikuliert und promovierte 1867. Damit war sie die erste Frau, die im deutschen Sprachraum ein reguläres medizinisches Doktorat erwarb.
Zürich entwickelte sich daraufhin zu einem wichtigen Studienort für Frauen aus Ost- und Mitteleuropa. Die wachsende Zahl politisch aktiver russischer Studentinnen führte zeitweise zu politischen Spannungen. 1873 ordnete die russische Regierung an, dass ihre Staatsangehörigen Zürich verlassen sollten.
Trotz solcher Einschränkungen blieb die Universität ein früher und bedeutender Ort des Frauenstudiums. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts stieg der Frauenanteil unter den Studierenden stark an. Seit den 1980er-Jahren stellen Frauen einen erheblichen und später mehrheitlichen Anteil der Studierendenschaft.
Hauptgebäude
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts reichten die gemieteten Räume im Polytechnikum nicht mehr aus.
1908 genehmigten die Stimmberechtigten des Kantons Zürich den Bau eines eigenen Universitätsgebäudes an der Rämistrasse. Gleichzeitig regelten Universität und ETH ihre Besitz- und Nutzungsverhältnisse neu.
Das Hauptgebäude wurde vom Schweizer Architekten Karl Moser entworfen und 1914 eröffnet. Der monumentale Bau mit seinem markanten Turm prägt seither die Zürcher Stadtsilhouette.
Der Bau verbindet Elemente des Historismus mit Formen des frühen modernen Monumentalbaus. Zu seinen wichtigsten Innenräumen gehören:
- die Aula;
- der Lichthof;
- repräsentative Treppenanlagen;
- Hörsäle;
- Seminarräume;
- Sammlungs- und Verwaltungsräume.
Das Hauptgebäude bildet zusammen mit dem ETH-Hauptgebäude das architektonische Zentrum des Zürcher Hochschulquartiers.
Albert Einstein
Albert Einstein war mehrfach mit der Universität Zürich verbunden.
1905 reichte er an der Universität seine Dissertation Eine neue Bestimmung der Moleküldimensionen ein. Die Arbeit wurde von Alfred Kleiner betreut.
Von 1909 bis 1911 war Einstein ausserordentlicher Professor für theoretische Physik an der Universität Zürich. Danach wechselte er an die Deutsche Universität Prag und später an die ETH Zürich.
Der Nobelpreis für Physik wurde ihm 1922 rückwirkend für das Jahr 1921 verliehen. Die Auszeichnung bezog sich insbesondere auf seine Erklärung des photoelektrischen Effekts.
Wissenschaftliche Blüte im frühen 20. Jahrhundert
In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts entwickelte sich die Universität zu einem international beachteten Forschungszentrum.
Der Chemiker Alfred Werner erhielt 1913 den Nobelpreis für Chemie für seine Arbeiten zur Struktur anorganischer Verbindungen. Er gilt als Begründer der modernen Komplexchemie.
Erwin Schrödinger war von 1921 bis 1927 Professor für theoretische Physik in Zürich. Während dieser Zeit entwickelte er wesentliche Grundlagen der Wellenmechanik, darunter die nach ihm benannte Schrödingergleichung. 1933 erhielt er den Nobelpreis für Physik.
Der Chemiker Paul Karrer erforschte Vitamine, Pflanzenfarbstoffe und Naturstoffe. Er erhielt 1937 gemeinsam mit Norman Haworth den Nobelpreis für Chemie.
Der Physiologe Walter Rudolf Hess untersuchte die funktionelle Organisation des Zwischenhirns. 1949 wurde ihm der Nobelpreis für Physiologie oder Medizin verliehen.
Universität während der Weltkriege
Während des Ersten Weltkriegs war der Lehrbetrieb durch die Mobilisierung von Studenten und Dozenten, wirtschaftliche Schwierigkeiten und internationale Spannungen beeinträchtigt.
Die neutrale Schweiz blieb jedoch ein Zufluchtsort für Wissenschaftler und Studierende aus kriegführenden Staaten.
Während des Zweiten Weltkriegs nahm die Universität erneut Forschende und Studierende auf, die vor Verfolgung und Krieg flohen. Die Möglichkeiten zur Aufnahme waren jedoch durch die restriktive schweizerische Flüchtlingspolitik begrenzt.
Die Universität beteiligte sich 1939 an der Schweizerischen Landesausstellung in Zürich. Wissenschaft und Bildung wurden dabei auch als Teil der geistigen Landesverteidigung dargestellt.
Rede Winston Churchills
Am 19. September 1946 hielt der ehemalige britische Premierminister Winston Churchill in der Aula der Universität eine Rede an die akademische Jugend der Welt.
Churchill rief zur europäischen Zusammenarbeit und zur Schaffung einer europäischen Gemeinschaft auf. Sein Satz «Let Europe arise» wurde zu einem der bekanntesten frühen Appelle für die europäische Einigung nach dem Zweiten Weltkrieg.
Die Zürcher Rede gilt als wichtiger symbolischer Beitrag zur Geschichte der europäischen Integration.
Wachstum nach 1945
Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Zahl der Studierenden zunächst langsam und ab den 1960er-Jahren sehr stark.
1960 waren mehr als 3'000 Studierende eingeschrieben. 1963 überschritt die Zahl 5'000, 1973 erreichte sie ungefähr 10'000.
Das Wachstum führte zu einem akuten Mangel an Hörsälen, Laboren, Bibliotheken und Arbeitsplätzen. Die Universität mietete zahlreiche zusätzliche Gebäude im Hochschulquartier und in anderen Teilen der Stadt.
Gleichzeitig veränderte sich die Hochschulkultur. Neue wissenschaftliche Disziplinen entstanden, die Zahl der Assistierenden nahm zu und studentische Organisationen verlangten mehr Mitsprache.
Studentenbewegung
In den 1960er- und 1970er-Jahren erreichten die internationalen Studentenproteste auch die Universität Zürich.
Studierende kritisierten:
- hierarchische Hochschulstrukturen;
- mangelnde Mitbestimmung;
- überfüllte Lehrveranstaltungen;
- gesellschaftliche Ungleichheit;
- den Vietnamkrieg;
- die schweizerische Wirtschafts- und Bildungspolitik.
1968 standen die Proteste in engem Zusammenhang mit den Zürcher Globuskrawallen. Anfang Juli 1971 wurde das Kollegiengebäude während einer besonders angespannten Phase für zwei Tage geschlossen.
1978 wurde die öffentlich-rechtliche Studentenschaft als obligatorische Körperschaft aufgehoben. Ihre Vertretungsfunktionen gingen zunächst auf andere studentische Gremien über.
2013 wurde mit dem Verband der Studierenden der Universität Zürich wieder eine rechtlich und finanziell eigenständige Studierendenorganisation geschaffen.
Campus Irchel
Bereits 1962 wurde vorgeschlagen, einen Teil der Universität auf das Gelände des Strickhofs am Irchel zu verlegen.
1973 begannen die Bauarbeiten für einen neuen naturwissenschaftlich-medizinischen Campus. Die erste Etappe wurde 1979 eröffnet.
Der Campus Irchel wurde in mehreren Bauphasen erweitert. Er beherbergt insbesondere:
- mathematisch-naturwissenschaftliche Institute;
- medizinische Forschungsinstitute;
- Einrichtungen der Vetsuisse-Fakultät;
- Laboratorien;
- Hörsäle;
- Bibliotheken;
- Forschungsinfrastrukturen;
- Mensen und Sportanlagen.
Der Campus liegt in einer grossen Parkanlage, die teilweise öffentlich zugänglich ist. Seine Entwicklung entlastete das Hochschulquartier und ermöglichte den Bau moderner Laborgebäude.
Autonomie
Bis zum Ende des 20. Jahrhunderts war die Universität eng in die kantonale Verwaltung eingebunden.
Im Rahmen des Reformprojekts «uni2000» wurde eine grössere institutionelle Selbständigkeit vorbereitet.
Am 15. März 1998 nahmen die Stimmberechtigten des Kantons Zürich ein neues Universitätsgesetz an. Die Universität erhielt damit eine eigene Rechtspersönlichkeit und wurde zu einer autonomen öffentlich-rechtlichen Anstalt.
Das Gesetz führte unter anderem ein:
- einen Universitätsrat als oberstes Organ;
- eine stärkere operative Verantwortung der Universitätsleitung;
- ein Globalbudget;
- grössere Selbständigkeit bei Organisation und Personal;
- Leistungsvereinbarungen mit dem Kanton.
Die Autonomie entband die Universität nicht von der öffentlichen Aufsicht. Der Kanton blieb Träger und wichtigster Finanzgeber.
Bologna-Reform
Ab dem Wintersemester 2004/05 führte die Universität schrittweise das europäische Bachelor- und Mastersystem ein.
Die bisherigen Lizenziats- und Diplomstudiengänge wurden weitgehend durch gestufte Studienprogramme ersetzt. Grundlage des Systems sind ECTS-Punkte, welche die erwartete Arbeitsleistung der Studierenden abbilden.
Die letzten Abschlüsse nach dem früheren Lizenziatssystem wurden 2015 vergeben.
Neue Standorte
2006 nahm die Universität einen zusätzlichen Standort in Zürich Nord, dem heutigen Campus Oerlikon, in Betrieb.
Dort befinden sich vor allem Institute der Philosophischen und der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät.
2013 wurde der Campus Schlieren eröffnet. Er liegt in der Nähe des Bio-Technoparks und verschiedener biotechnologischer Unternehmen. Der Standort ist auf Life Sciences, Biomedizin und veterinärmedizinische Forschung ausgerichtet.
Coronavirus-Pandemie
Im März 2020 stellte die Universität wegen der Coronavirus-Pandemie erstmals in ihrer Geschichte den gesamten Präsenzlehrbetrieb vorübergehend ein.
Vorlesungen, Seminare und Prüfungen wurden innert kurzer Zeit weitgehend in digitale Formate verlagert. Laborforschung und klinische Tätigkeiten wurden auf unbedingt notwendige Arbeiten beschränkt.
Die Pandemie beschleunigte die Entwicklung digitaler Lernplattformen, Videoübertragungssysteme und hybrider Lehrformen. Nach der Aufhebung der Einschränkungen kehrte die Universität grundsätzlich zum Präsenzbetrieb zurück, behielt jedoch zahlreiche digitale Instrumente bei.
Neuere Entwicklung
2021 wurde auf dem Campus Irchel mit UZI 5 erstmals seit rund zwei Jahrzehnten wieder ein grosses neues Laborgebäude eröffnet.
2022 schlossen sich die zuvor auf zahlreiche Fachbibliotheken verteilten universitären Bibliotheken organisatorisch zur Universitätsbibliothek Zürich zusammen.
2025 waren 28'785 Studierende eingeschrieben. Die Universität beschäftigte 10'323 Personen, entsprechend 7'882 Vollzeitstellen. Im selben Jahr wurden 6'115 Studienabschlüsse verliehen.[1]
Rechtliche Stellung und Auftrag
Die Universität Zürich ist eine autonome Anstalt des kantonalen öffentlichen Rechts.
Ihre wichtigsten Rechtsgrundlagen sind:
- das Universitätsgesetz des Kantons Zürich;
- die Universitätsordnung;
- die Personalverordnung der Universität;
- fakultäre Rahmenverordnungen;
- Studienordnungen und Promotionsverordnungen;
- kantonale Finanz- und Personalvorschriften;
- das Bundesgesetz über die Förderung und Koordination der Hochschulen.
Der gesetzliche Auftrag umfasst:
- wissenschaftliche Forschung;
- universitäre Lehre;
- Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses;
- Weiterbildung;
- wissenschaftliche Dienstleistungen;
- Wissenstransfer;
- Beitrag zur Lösung gesellschaftlicher Aufgaben.
Forschung und Lehre sollen frei sein. Gleichzeitig ist die Universität zu wissenschaftlicher Integrität, Qualitätssicherung, verantwortungsvollem Umgang mit Ressourcen und Rechenschaft gegenüber der Öffentlichkeit verpflichtet.
Organisation
Universitätsrat
Der Universitätsrat ist das oberste Organ der Universität.
Er legt die strategische Ausrichtung fest und übt die unmittelbare Aufsicht aus. Seine Mitglieder werden nach den Bestimmungen des Universitätsgesetzes durch den Regierungsrat beziehungsweise den Kantonsrat bestimmt.
Zu seinen Aufgaben gehören unter anderem:
- Genehmigung der universitären Strategie;
- Erlass wichtiger Reglemente;
- Wahl beziehungsweise Antragstellung bei Leitungsfunktionen;
- Aufsicht über Finanzen und Organisation;
- Genehmigung der Entwicklungs- und Finanzplanung;
- Kontrolle der Erfüllung des Leistungsauftrags.
Die für das Bildungswesen zuständige Zürcher Regierungsrätin oder der zuständige Regierungsrat gehört dem Universitätsrat von Amtes wegen an.
Universitätsleitung
Die Universitätsleitung ist das operative Leitungsorgan.
Sie ist für alle gesamtuniversitären Angelegenheiten zuständig, die keinem anderen Organ übertragen sind.
Der Universitätsleitung gehören 2026 an:
| Funktion | Person |
|---|---|
| Rektor | Michael Schaepman |
| Vize-Rektorin und Prorektorin Lehre und Studium | Gabriele Siegert |
| Prorektorin Forschung | Elisabeth Stark |
| Prorektor Professuren und wissenschaftliche Information | Christian Schwarzenegger |
| Direktorin Universitäre Medizin Zürich | Beatrice Beck Schimmer |
| Direktor Finanzen | Daniel Hug |
| Direktor Immobilien und Betrieb | François Chapuis |
Michael Schaepman ist seit 2020 Rektor. Der Geograph und Fernerkundungswissenschaftler war zuvor Professor an der Universität Zürich und Prorektor Forschung.[4]
Erweiterte Universitätsleitung
Die Erweiterte Universitätsleitung ist das oberste Organ im akademischen Bereich.
Ihr gehören neben den Mitgliedern der Universitätsleitung insbesondere die Dekaninnen und Dekane der Fakultäten an.
Sie befasst sich mit fakultätsübergreifenden Fragen, darunter:
- akademische Strategie;
- Studienorganisation;
- Forschungsschwerpunkte;
- Berufungsplanung;
- Qualitätsentwicklung;
- Ressourcenverteilung;
- gesamtuniversitäre Reglemente.
Senat
Der Senat ist ein repräsentatives akademisches Organ.
Er setzt sich aus Professorinnen und Professoren sowie Vertretungen weiterer universitärer Stände zusammen. Der Senat wirkt unter anderem bei universitätspolitischen und akademischen Grundsatzfragen mit.
Zu seinen traditionellen Aufgaben gehört die Verleihung akademischer Würden und Ehrenpromotionen im Rahmen des Dies academicus.
Fakultäten
Die Fakultäten sind die grundlegenden Einheiten von Forschung und Lehre.
Jede Fakultät wird von einer Dekanin oder einem Dekan geleitet. Fakultätsversammlungen, Fakultätsvorstände und Dekanate erfüllen akademische, administrative und strategische Aufgaben.
Universitäre Stände
Die Mitwirkung innerhalb der Universität ist in vier Stände gegliedert:
- Professorenschaft;
- fortgeschrittene Forschende und Lehrende;
- wissenschaftlicher Nachwuchs;
- administratives und technisches Personal.
Die Studierenden werden durch eigene Organe und Organisationen vertreten.
Fakultäten
Die Universität Zürich besitzt sieben Fakultäten.[5]
| Fakultät | Zentrale Fachgebiete | Wichtige Standorte |
|---|---|---|
| Theologische und Religionswissenschaftliche Fakultät | Theologie, Religionswissenschaft, Kirchengeschichte, Ethik und Religionsforschung | Zentrum |
| Rechtswissenschaftliche Fakultät | Schweizerisches und internationales Recht, Privatrecht, Strafrecht, Staats- und Verwaltungsrecht | Zentrum |
| Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät | Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Banking and Finance, Informatik und quantitative Methoden | Zentrum und Oerlikon |
| Medizinische Fakultät | Humanmedizin, Zahnmedizin, Chiropraktik, biomedizinische Forschung und klinische Medizin | Zentrum, Irchel, Schlieren und universitäre Spitäler |
| Vetsuisse-Fakultät | Veterinärmedizin, Tiergesundheit, Biomedizin und One Health | Irchel, Tierspital und Schlieren |
| Philosophische Fakultät | Sprach-, Literatur-, Kultur-, Geschichts-, Sozial- und Verhaltenswissenschaften | Zentrum und Oerlikon |
| Mathematisch-naturwissenschaftliche Fakultät | Mathematik, Informatik, Physik, Chemie, Biochemie, Biologie, Geographie und Erdsystemwissenschaften | Irchel |
Theologische und Religionswissenschaftliche Fakultät
Die Fakultät führt die Tradition der reformatorischen theologischen Ausbildung in Zürich fort.
Sie beschäftigt sich mit:
- biblischen Wissenschaften;
- Kirchengeschichte;
- systematischer und praktischer Theologie;
- Religionswissenschaft;
- Ethik;
- dem Verhältnis von Religion, Kultur und Gesellschaft.
Neben der Ausbildung reformierter Pfarrerinnen und Pfarrer bietet sie religionswissenschaftliche Studiengänge an, die nicht an eine kirchliche Tätigkeit gebunden sind.
Rechtswissenschaftliche Fakultät
Die Rechtswissenschaftliche Fakultät gehört zu den grössten juristischen Fakultäten der Schweiz.
Sie lehrt und erforscht unter anderem:
- schweizerisches Privatrecht;
- Strafrecht;
- Staatsrecht;
- Verwaltungsrecht;
- Völkerrecht;
- Europarecht;
- Wirtschaftsrecht;
- Rechtsgeschichte;
- Rechtsphilosophie;
- Kriminologie.
Die Bibliothek des Rechtswissenschaftlichen Instituts wurde von Santiago Calatrava gestaltet und 2004 eröffnet. Ihr ovaler, über mehrere Galerien reichender Innenraum ist ein bekanntes Beispiel zeitgenössischer Bibliotheksarchitektur.
Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät
Die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät umfasst Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre, Banking and Finance, Informatik sowie quantitative und methodische Disziplinen.
Besondere Bedeutung besitzen Forschung und Lehre in den Bereichen:
- Finanzmärkte;
- Makro- und Mikroökonomie;
- Unternehmensführung;
- digitale Transformation;
- künstliche Intelligenz;
- Datenwissenschaft;
- nachhaltige Wirtschaft;
- Arbeitsmarkt;
- öffentliche Finanzen.
Zur Fakultät gehört das UBS Center for Economics in Society, das Forschung und öffentlichen Wissenstransfer in der Volkswirtschaftslehre unterstützt.
Medizinische Fakultät
Die Medizinische Fakultät verbindet universitäre Grundlagenforschung mit klinischer Ausbildung und Patientenversorgung.
Die klinische Lehre erfolgt in enger Zusammenarbeit mit universitären Spitälern und Kliniken, darunter:
- Universitätsspital Zürich;
- Universitäts-Kinderspital Zürich;
- Universitätsklinik Balgrist;
- Psychiatrische Universitätsklinik Zürich;
- Institut für Rechtsmedizin;
- weitere kantonale und regionale Lehrspitäler.
Die Fakultät bietet Studiengänge in Humanmedizin, Zahnmedizin und Chiropraktischer Medizin an.
Für das Medizinstudium gelten Zulassungsbeschränkungen. Die Vergabe der Studienplätze erfolgt im schweizerischen Koordinationsverfahren und stützt sich bei Bedarf auf den Eignungstest für das Medizinstudium.
Vetsuisse-Fakultät
Die Vetsuisse-Fakultät ist eine gemeinsame Fakultät der Universitäten Zürich und Bern.
Am Standort Zürich gehören dazu das Tierspital, Kliniken, Institute und diagnostische Einrichtungen.
Forschung und Lehre befassen sich unter anderem mit:
- Gesundheit von Haus-, Nutz- und Wildtieren;
- Tierseuchen;
- Lebensmittelsicherheit;
- Reproduktionsmedizin;
- Tierwohl;
- vergleichender Medizin;
- Zoonosen;
- One-Health-Fragestellungen.
One Health untersucht die engen Zusammenhänge zwischen menschlicher Gesundheit, Tiergesundheit und Umwelt.
Philosophische Fakultät
Die Philosophische Fakultät ist die grösste Fakultät der Universität.
Sie umfasst eine aussergewöhnlich breite Vielfalt an Fächern, darunter:
- Geschichte;
- Philosophie;
- Psychologie;
- Soziologie;
- Politikwissenschaft;
- Kommunikationswissenschaft;
- Erziehungswissenschaft;
- Sprachwissenschaft;
- Literaturwissenschaft;
- Kunstgeschichte;
- Musikwissenschaft;
- Filmwissenschaft;
- Archäologie;
- Ethnologie;
- Regionalwissenschaften.
Viele Studiengänge werden als Kombination eines Hauptprogramms mit einem oder mehreren Nebenprogrammen absolviert.
Mathematisch-naturwissenschaftliche Fakultät
Die Mathematisch-naturwissenschaftliche Fakultät ist vorwiegend auf dem Campus Irchel angesiedelt.
Sie umfasst unter anderem:
- Mathematik;
- Informatik;
- Physik;
- Chemie;
- Biochemie;
- Molekularbiologie;
- Evolutionsbiologie;
- Geographie;
- Erdsystemwissenschaften;
- Pflanzen- und Umweltwissenschaften.
Die Fakultät betreibt aufwendige Labor-, Mess- und Rechnerinfrastrukturen. Sie arbeitet eng mit der ETH Zürich, dem Paul-Scherrer-Institut und nationalen sowie internationalen Forschungseinrichtungen zusammen.
Studium
Studienangebot
Die Universität bietet mehr als 200 Studienprogramme an.
Das Studium ist grundsätzlich in drei Stufen gegliedert:
| Stufe | Typischer Umfang | Abschluss |
|---|---|---|
| Bachelor | meist 180 ECTS-Punkte | Bachelor of Arts, Bachelor of Science oder fachspezifischer Abschluss |
| Master | meist 90 oder 120 ECTS-Punkte | Master of Arts, Master of Science oder fachspezifischer Abschluss |
| Doktorat | je nach Fakultät und Programm unterschiedlich | Doktorgrad beziehungsweise PhD |
Ein ECTS-Punkt entspricht einer durchschnittlichen studentischen Arbeitsleistung von ungefähr 30 Stunden.
Einige Studienrichtungen bestehen aus einem einzigen Studienprogramm. Andere kombinieren ein Major- mit einem Minor-Programm.
Zulassung
Die Zulassung zu einem Bachelorstudium setzt in der Regel eine schweizerische gymnasiale Maturität oder einen als gleichwertig anerkannten ausländischen Abschluss voraus.
Für Bewerberinnen und Bewerber mit ausländischen Zeugnissen gelten länderspezifische Anforderungen.
Je nach Studiengang können zusätzlich verlangt werden:
- Sprachkenntnisse;
- Aufnahmeprüfungen;
- fachliche Vorleistungen;
- Praktika;
- Eignungstests;
- begrenzte Studienplatzkontingente.
Für zahlreiche Bachelorprogramme ist Deutsch die wichtigste Unterrichtssprache. Auf Master- und Doktoratsstufe werden viele Programme und Lehrveranstaltungen auf Englisch angeboten.
Semester und Lehrformen
Das akademische Jahr besteht aus Herbst- und Frühjahrssemester.
Die Lehre umfasst:
- Vorlesungen;
- Seminare;
- Übungen;
- Praktika;
- Laborarbeiten;
- klinische Kurse;
- Feldforschung;
- Exkursionen;
- Projektarbeiten;
- digitale und hybride Formate.
Die Universität versteht sich grundsätzlich als Präsenzuniversität. Digitale Lernplattformen, Aufzeichnungen und Online-Materialien ergänzen den Unterricht.
Prüfungen
Prüfungen finden in unterschiedlichen Formen statt.
Dazu gehören:
- schriftliche Klausuren;
- mündliche Prüfungen;
- Seminararbeiten;
- Laborberichte;
- Präsentationen;
- praktische Prüfungen;
- klinische Prüfungen;
- Bachelor- und Masterarbeiten.
Die konkreten Anforderungen werden durch die Rahmen- und Studienordnungen der Fakultäten geregelt.
Doktorat
Die Universität besitzt das Recht, Doktorgrade zu verleihen.
Doktorierende arbeiten selbständig an wissenschaftlichen Forschungsprojekten und verfassen eine Dissertation. Viele Doktorate sind in Graduate Schools oder strukturierte Doktoratsprogramme eingebunden.
Je nach Fach gehören Lehrveranstaltungen, Forschungskolloquien, Konferenzen, Publikationen und Betreuungsgespräche zum Doktorat.
Weiterbildung
Die Universität bietet ein umfangreiches Weiterbildungsangebot.
Zu den Abschlüssen gehören:
- Certificate of Advanced Studies;
- Diploma of Advanced Studies;
- Master of Advanced Studies.
Die Programme richten sich an Berufstätige und behandeln unter anderem Medizin, Recht, Wirtschaft, Bildung, Psychologie, Datenwissenschaft und öffentliche Verwaltung.
Forschung
Die UZH gehört zu den führenden Forschungsuniversitäten Europas.
Forschung findet innerhalb der Fakultäten sowie in interdisziplinären Zentren, Kliniken, nationalen Forschungsschwerpunkten und internationalen Kooperationen statt.
Wichtige Forschungsfelder sind:
- Medizin und Gesundheit;
- Neurowissenschaften;
- Immunologie;
- Krebsforschung;
- Genetik und Genomik;
- Infektionskrankheiten;
- Tiergesundheit;
- künstliche Intelligenz;
- digitale Gesellschaft;
- Klima und Biodiversität;
- Finanzmärkte;
- Demokratie und politische Institutionen;
- Sprache, Kultur und Geschichte;
- Ethik und Recht.
Universitäre Forschungsschwerpunkte
Die Universität fördert ausgewählte Forschungsgebiete als universitäre Forschungsschwerpunkte.
Diese Programme verbinden mehrere Fakultäten und wissenschaftliche Disziplinen. Sie erhalten zeitlich begrenzte strategische Unterstützung, um international sichtbare Forschungsnetzwerke aufzubauen.
Nationale Forschungsschwerpunkte
Forschende der UZH beteiligen sich an nationalen Forschungsschwerpunkten des Schweizerischen Nationalfonds.
Die Themen umfassen unter anderem:
- Neurowissenschaften;
- Robotik;
- Evolutionsbiologie;
- Finanzmarktforschung;
- Molekularbiologie;
- digitale Technologien;
- Sprache;
- Migration.
Medizinische Forschung
Die universitäre Medizin verbindet Laborforschung, klinische Studien und Patientenversorgung.
Die Zusammenarbeit zwischen UZH, ETH Zürich und universitären Spitälern wird unter anderem durch Hochschulmedizin Zürich gefördert.
Gemeinsame Einrichtungen befassen sich mit:
- regenerativer Medizin;
- bildgebenden Verfahren;
- personalisierter Medizin;
- Medizintechnik;
- Robotik;
- Arzneimittelentwicklung;
- muskuloskelettaler Forschung;
- digitaler Gesundheit.
Zusammenarbeit mit der ETH Zürich
UZH und ETH Zürich liegen räumlich nahe beieinander und arbeiten in zahlreichen Bereichen zusammen.
Gemeinsame Aktivitäten bestehen unter anderem in:
- Medizin und Biotechnologie;
- Neurowissenschaften;
- Informatik;
- Klimaforschung;
- Pflanzenwissenschaften;
- Neuroinformatik;
- Robotik;
- Datenwissenschaft;
- Hochschulsport;
- Bibliotheks- und Forschungsinfrastrukturen.
2001 schlossen die beiden Hochschulen eine formelle Zusammenarbeitsvereinbarung.
Das Wyss Zurich Translational Center fördert gemeinsam Forschungsprojekte in regenerativer Medizin und Robotik mit dem Ziel, wissenschaftliche Erkenntnisse in praktische Anwendungen zu überführen.
Wissenschaftliche Integrität
Forschende müssen Regeln guter wissenschaftlicher Praxis einhalten.
Dazu gehören:
- korrekte Dokumentation;
- transparente Methodik;
- verantwortungsvolle Autorenschaft;
- Schutz personenbezogener Daten;
- Offenlegung von Interessenkonflikten;
- Vermeidung von Plagiaten und Datenmanipulation;
- ethische Prüfung von Forschungsprojekten.
Für Forschung mit Menschen oder Tieren gelten zusätzlich eidgenössische und kantonale Bewilligungsverfahren.
Nobelpreise
Die Universität führt zwölf Nobelpreisträger auf, deren wissenschaftlicher Weg eng mit ihr verbunden war.
| Person | Kategorie | Jahr | Verbindung zur Universität |
|---|---|---|---|
| Wilhelm Conrad Röntgen | Physik | 1901 | Student und Absolvent |
| Theodor Mommsen | Literatur | 1902 | Professor |
| Alfred Werner | Chemie | 1913 | Professor |
| Max von Laue | Physik | 1914 | Professor |
| Albert Einstein | Physik | 1921 | Doktorand und Professor |
| Erwin Schrödinger | Physik | 1933 | Professor |
| Peter Debye | Chemie | 1936 | Professor |
| Paul Karrer | Chemie | 1937 | Professor |
| Leopold Ruzicka | Chemie | 1939 | Student und wissenschaftlich mit Zürich verbunden |
| Walter Rudolf Hess | Physiologie oder Medizin | 1949 | Professor und Institutsdirektor |
| Karl Alexander Müller | Physik | 1987 | Professor |
| Rolf Zinkernagel | Physiologie oder Medizin | 1996 | Professor |
Die genaue Art der Verbindung unterscheidet sich. Einige Preisträger führten ihre ausgezeichneten Arbeiten unmittelbar an der UZH durch, andere studierten oder lehrten dort während eines wichtigen Abschnitts ihrer Laufbahn.
Standorte
Die Universität verteilt sich auf vier Hauptstandorte.[6]
| Standort | Schwerpunkte | Ungefähre Zahl der Gebäude |
|---|---|---|
| UZH Zentrum | Geistes- und Sozialwissenschaften, Recht, Wirtschaft, Theologie, zentrale Verwaltung | über 40 |
| UZH Irchel | Naturwissenschaften, Medizin und Veterinärmedizin | über 30 |
| UZH Oerlikon | Geistes-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften | mehrere Gebäude |
| UZH Schlieren | Life Sciences, Biomedizin und Veterinärmedizin | mehrere Gebäude |
Standort Zentrum
Der Standort Zentrum liegt im Hochschulquartier oberhalb der Zürcher Altstadt.
Sein Mittelpunkt ist das Hauptgebäude an der Rämistrasse 71.
Zum Standort gehören zahlreiche Gebäude an:
- Rämistrasse;
- Künstlergasse;
- Karl-Schmid-Strasse;
- Schönberggasse;
- Plattenstrasse;
- Gloriastrasse;
- Hirschengraben.
Hier befinden sich vor allem Einrichtungen der Philosophischen, Rechtswissenschaftlichen, Wirtschaftswissenschaftlichen sowie Theologischen und Religionswissenschaftlichen Fakultät.
Der Standort ist eng mit der ETH Zürich, dem Universitätsspital und der Zentralbibliothek Zürich verbunden.
Campus Irchel
Der Campus Irchel liegt im Zürcher Quartier Oberstrass beziehungsweise Unterstrass.
Er wurde ab den 1970er-Jahren als moderner Forschungs- und Lehrcampus errichtet.
Der Campus besitzt:
- Laborgebäude;
- Hörsaalzentren;
- Bibliotheken;
- Tierhaltungs- und Forschungsanlagen;
- Gewächshäuser;
- Mensen;
- Sportanlagen;
- technische Werkstätten;
- eine naturnahe Parkanlage.
Der Irchel ist vor allem Standort der Mathematisch-naturwissenschaftlichen, Medizinischen und Vetsuisse-Fakultät.
Campus Oerlikon
Der Campus Oerlikon liegt nahe dem Bahnhof Zürich Oerlikon.
Er entstand aus dem zunächst als Zürich Nord bezeichneten dritten Universitätsstandort.
Dort befinden sich Institute und Seminare aus den Bereichen:
- Psychologie;
- Soziologie;
- Politikwissenschaft;
- Kommunikationswissenschaft;
- Ethnologie;
- Erziehungswissenschaft;
- Informatik und Wirtschaft.
Mehrere Tausend Studierende und Mitarbeitende nutzen den Standort.
Campus Schlieren
Der Campus Schlieren liegt im Limmattal an der Wagistrasse.
Er wurde 2013 eröffnet und befindet sich in unmittelbarer Nähe von Biotechnologie- und Pharmaunternehmen.
Der Standort beherbergt unter anderem Forschung in:
- Molekularmedizin;
- Genetik;
- Immunologie;
- Virologie;
- regenerativer Medizin;
- experimenteller Tiermedizin;
- biomedizinischer Diagnostik.
Die Nähe zur Wirtschaft erleichtert Kooperationen, Technologietransfer und die Gründung wissenschaftsbasierter Unternehmen.
Weitere Standorte
Weitere Einrichtungen der UZH befinden sich unter anderem:
- beim Universitätsspital Zürich;
- an der Universitätsklinik Balgrist;
- beim Universitäts-Kinderspital;
- an Standorten der Psychiatrischen Universitätsklinik;
- im Botanischen Garten;
- im Tierspital;
- im Zentrum für Zahnmedizin;
- in der Lengg;
- in Eschikon bei Lindau;
- in Kilchberg und weiteren Gemeinden.
Architektur und Bauplanung
Hauptgebäude von Karl Moser
Das 1914 eröffnete Hauptgebäude ist eines der bekanntesten Bauwerke der Universität.
Sein Turm ist von zahlreichen Teilen der Stadt aus sichtbar. Der Lichthof dient als zentraler Begegnungs- und Veranstaltungsraum.
Die Aula ist Schauplatz akademischer Feiern, Vorträge und historischer Ereignisse, darunter Churchills Rede von 1946.
Bibliothek des Rechtswissenschaftlichen Instituts
Die 2004 eröffnete Bibliothek des Rechtswissenschaftlichen Instituts wurde in einen bestehenden Innenhof eingebaut.
Der Entwurf von Santiago Calatrava besteht aus ovalen, übereinanderliegenden Holzgalerien unter einer gläsernen Dachkonstruktion.
Die Bibliothek ist zugleich Arbeitsort und architektonische Sehenswürdigkeit.
FORUM UZH
Auf dem Areal Wässerwies gegenüber dem Hauptgebäude entsteht das neue Bildungs- und Forschungszentrum FORUM UZH.
Das Projekt wurde von Herzog & de Meuron entworfen. Es soll bis 2031 fertiggestellt werden und unter anderem enthalten:
- grosse Hörsäle;
- Seminarräume;
- ein Selbstlernzentrum;
- Bibliotheksflächen;
- Räume für interdisziplinäre Zusammenarbeit;
- Sportangebote;
- eine Mensa;
- öffentlich zugängliche Bereiche;
- einen begrünten Stadtplatz.
Das Projekt soll veraltete und räumlich verstreute Einrichtungen ersetzen und den Standort Zentrum stärker mit der Stadt verbinden.[7]
Entwicklung des Campus Irchel
Auch der Campus Irchel wird langfristig erneuert und erweitert.
Ältere Gebäude müssen saniert, Labore modernisiert und technische Infrastrukturen ersetzt werden.
Die Planung verfolgt das Ziel, Forschung, Lehre, Nachhaltigkeit und öffentliche Parknutzung miteinander zu verbinden.
Bibliotheken
Seit 2022 sind die meisten universitären Fachbibliotheken in der Universitätsbibliothek Zürich organisiert.
Die Universitätsbibliothek umfasst zahlreiche Standorte und bietet:
- gedruckte Bücher und Zeitschriften;
- elektronische Medien;
- Datenbanken;
- Lern- und Arbeitsplätze;
- Forschungsdatenberatung;
- Open-Access-Dienstleistungen;
- Publikationsunterstützung;
- Digitalisierungsangebote.
Die UZH arbeitet eng mit der Zentralbibliothek Zürich zusammen.
Die Zentralbibliothek ist zugleich Stadt-, Kantons- und Universitätsbibliothek. Sie besitzt umfangreiche historische und wissenschaftliche Sammlungen.
Museen und Sammlungen
Die Universität unterhält zahlreiche öffentlich zugängliche Museen und wissenschaftliche Sammlungen.
Dazu gehören unter anderem:
- Zoologisches und Paläontologisches Museum;
- Völkerkundemuseum;
- Archäologische Sammlung;
- Medizinhistorische Sammlung;
- Moulagenmuseum;
- Botanischer Garten;
- Herbarien;
- geologische und mineralogische Sammlungen;
- anatomische Lehrsammlungen;
- kultur- und sprachwissenschaftliche Archive.
Die Sammlungen dienen Forschung, Lehre und Wissenschaftsvermittlung. Viele von ihnen besitzen Objekte von internationaler Bedeutung.
Universitäre Medizin
Die universitäre Medizin Zürichs bildet ein Netzwerk von Universität, ETH und spezialisierten Spitälern.
Die UZH verantwortet die akademische Ausbildung, Forschung und wissenschaftliche Qualifikation. Die Spitäler übernehmen neben Forschung und Lehre die medizinische Versorgung.
Wichtige Partner sind:
| Institution | Schwerpunkt |
|---|---|
| Universitätsspital Zürich | Erwachsenenmedizin, hochspezialisierte Versorgung und klinische Forschung |
| Universitäts-Kinderspital Zürich | Kinder- und Jugendmedizin |
| Universitätsklinik Balgrist | Bewegungsapparat, Orthopädie, Paraplegiologie und muskuloskelettale Forschung |
| Psychiatrische Universitätsklinik Zürich | Psychiatrie, Psychotherapie und Neurowissenschaften |
| Tierspital Zürich | veterinärmedizinische Versorgung, Forschung und Lehre |
Die enge Verbindung von Universität und Kliniken ermöglicht, neue wissenschaftliche Erkenntnisse in Diagnostik und Behandlung zu übertragen.
Wissenstransfer und Innovation
Die Universität unterstützt die wirtschaftliche und gesellschaftliche Nutzung von Forschungsergebnissen.
Die gemeinsame Technologietransferorganisation Unitectra berät Forschende der Universitäten Zürich, Bern und Basel.
Zu ihren Aufgaben gehören:
- Schutz geistigen Eigentums;
- Patentierung;
- Lizenzverträge;
- Zusammenarbeit mit Unternehmen;
- Unterstützung von Ausgründungen.
Aus der UZH sind zahlreiche Spin-off-Unternehmen hervorgegangen, besonders in Biotechnologie, Medizin, Informatik, Diagnostik und digitalen Dienstleistungen.
Die UZH Foundation wirbt private Spenden für Forschung, Lehre, Stipendien und Infrastruktur ein.
Private Finanzierung ergänzt die öffentliche Grundfinanzierung, kann aber Diskussionen über Transparenz, wissenschaftliche Unabhängigkeit und Einfluss von Geldgebern auslösen.
Internationale Zusammenarbeit
Die UZH ist international ausgerichtet.
Sie unterhält Partnerschaften und Austauschabkommen mit Hochschulen auf allen Kontinenten.
Die Universität ist Mitglied mehrerer internationaler Netzwerke, darunter:
- League of European Research Universities;
- Universitas 21;
- Una Europa.
2006 wurde sie in die League of European Research Universities aufgenommen.
Studierende können über Austauschprogramme ein oder mehrere Semester an einer Partneruniversität verbringen. Gleichzeitig kommen zahlreiche internationale Studierende und Forschende nach Zürich.
Internationale Zusammenarbeit findet ausserdem statt durch:
- gemeinsame Forschungsprojekte;
- Doppelabschlussprogramme;
- Gastprofessuren;
- Sommerschulen;
- internationale Doktoratsprogramme;
- wissenschaftliche Konferenzen.
Studierendenschaft
Verband der Studierenden
Der Verband der Studierenden der Universität Zürich, kurz VSUZH, vertritt die Interessen der Studierenden.
Er wurde 2013 geschaffen und ist eine öffentlich-rechtlich anerkannte, organisatorisch eigenständige Körperschaft.
Zu seinen Aufgaben gehören:
- politische Interessenvertretung;
- Mitarbeit in universitären Gremien;
- Beratung;
- Unterstützung studentischer Organisationen;
- kulturelle und soziale Angebote;
- Stellungnahmen zu Studium und Hochschulpolitik.
Daneben bestehen Fachvereine, die Studierende einzelner Fächer und Fakultäten vertreten.
Studentische Organisationen
An der Universität bestehen zahlreiche studentische Vereinigungen.
Sie beschäftigen sich mit:
- Wissenschaft;
- Politik;
- Kultur;
- Musik;
- Religion;
- Nachhaltigkeit;
- Unternehmertum;
- internationalem Austausch;
- sozialem Engagement;
- Sport.
Die Universität besitzt keine geschlossene Campusstruktur nach angelsächsischem Vorbild. Das studentische Leben verteilt sich über die Stadt und die verschiedenen Standorte.
Hochschulsport
Der Akademische Sportverband Zürich bietet Studierenden und Mitarbeitenden von UZH, ETH und weiteren Hochschulen ein umfangreiches Sportprogramm.
Das Angebot umfasst unter anderem:
- Fitness;
- Schwimmen;
- Mannschaftssport;
- Kampfsport;
- Tanz;
- Bergsport;
- Wintersport;
- Rudern;
- Yoga.
Eine traditionelle Veranstaltung ist die Ruderregatta zwischen Universität und ETH auf der Limmat.
Wohnen und Lebenshaltungskosten
Zürich besitzt hohe Wohn- und Lebenshaltungskosten.
Studierende wohnen in:
- studentischen Wohnheimen;
- Wohngemeinschaften;
- privaten Mietwohnungen;
- Zimmern bei Privatpersonen;
- Gemeinden der Agglomeration.
Der knappe Wohnungsmarkt stellt besonders für internationale und neu eintretende Studierende eine Herausforderung dar.
Personal
2025 beschäftigte die Universität 10'323 Personen. Dies entsprach 7'882 Vollzeitäquivalenten.[1]
Zum Personal gehören:
- Professorinnen und Professoren;
- Privatdozierende;
- wissenschaftliche Mitarbeitende;
- Postdoktorierende;
- Doktorierende;
- klinisches Personal;
- Laborpersonal;
- Bibliotheksmitarbeitende;
- Informatikfachleute;
- technisches und administratives Personal;
- Lernende.
Der Frauenanteil bei den Professuren betrug 2025 rund 33 Prozent.
Die Universität verfolgt Programme zur Gleichstellung und zur Vereinbarkeit von wissenschaftlicher Laufbahn, Familie und Betreuungspflichten.
Finanzierung
Die Universität wird überwiegend öffentlich finanziert.
Wichtige Einnahmequellen sind:
- Beiträge des Kantons Zürich;
- Bundesbeiträge;
- Beiträge anderer Kantone;
- Mittel des Schweizerischen Nationalfonds;
- europäische und internationale Forschungsförderung;
- Drittmittel von Stiftungen und Unternehmen;
- Studiengebühren;
- klinische und wissenschaftliche Dienstleistungen;
- Spenden.
Der Kanton vereinbart mit der Universität einen Leistungsauftrag und stellt im Rahmen eines Globalbudgets Mittel zur Verfügung.
Die UZH kann ihre Ressourcen innerhalb der gesetzlichen und politischen Vorgaben weitgehend selbständig einsetzen.
Dies academicus
Der Dies academicus erinnert jährlich an die Gründung der Universität am 29. April 1833.
Während der akademischen Feier werden unter anderem:
- Ansprachen gehalten;
- Ehrendoktorate verliehen;
- wissenschaftliche Preise vergeben;
- besondere Leistungen gewürdigt;
- universitätspolitische Themen behandelt.
Der Anlass findet traditionell im Hauptgebäude beziehungsweise an einem der universitären Standorte statt.
Öffentliche Wissenschaftsvermittlung
Die UZH bietet zahlreiche Veranstaltungen für die Öffentlichkeit an.
Dazu gehören:
- öffentliche Vorlesungen;
- Ringvorlesungen;
- Ausstellungen;
- Museumsangebote;
- Kinderuniversität;
- Führungen;
- Wissenschaftsfestivals;
- Podiumsdiskussionen;
- digitale Informationsangebote.
Gemeinsam mit der ETH Zürich veranstaltet sie die Zürcher Wissenschaftstage Scientifica.
Die Wissenschaftsvermittlung soll Forschung verständlich machen, Dialog ermöglichen und Vertrauen in wissenschaftliche Methoden fördern.
Bedeutung für Zürich und die Schweiz
Die Universität gehört zu den wichtigsten Bildungs-, Forschungs- und Arbeitgeberinstitutionen des Kantons Zürich.
Sie bildet Fachkräfte für:
- Medizin;
- Recht;
- Bildung;
- Forschung;
- Verwaltung;
- Wirtschaft;
- Kultur;
- Medien;
- Technologie.
Die UZH trägt wesentlich zur internationalen Bedeutung Zürichs als Wissenschafts-, Gesundheits- und Wirtschaftsstandort bei.
Zusammen mit ETH, Spitälern, Fachhochschulen, Forschungsinstituten und privaten Unternehmen bildet sie ein dichtes Innovationsnetzwerk.
Ihre Museen, Sammlungen, Vorträge und öffentlichen Veranstaltungen gehören zudem zum kulturellen Leben der Stadt.
Kritik und Kontroversen
Als grosse öffentlich finanzierte Institution ist die Universität regelmässig Gegenstand gesellschaftlicher und politischer Debatten.
Finanzierung und Drittmittel
Private Spenden und Unternehmensbeiträge ermöglichen zusätzliche Forschungsprojekte, Professuren und Zentren.
Kritiker befürchten, dass grosse Geldgeber Einfluss auf Forschungsthemen, Personalentscheidungen oder öffentliche Kommunikation nehmen könnten.
Die Universität verweist auf Verträge, Offenlegungspflichten, wissenschaftliche Unabhängigkeit und universitäre Aufsicht.
Tierversuche
In medizinischer, biologischer und veterinärmedizinischer Forschung werden teilweise Tierversuche durchgeführt.
Die Universität erklärt, solche Versuche nur einzusetzen, wenn wissenschaftliche Fragestellungen nicht mit geeigneten Alternativmethoden beantwortet werden können.
Tierversuche müssen bewilligt werden und unterliegen gesetzlichen Vorschriften. Tierschutzorganisationen verlangen dennoch eine schnellere Entwicklung und Anwendung tierversuchsfreier Methoden.
Wachstum und Platzmangel
Die steigende Zahl von Studierenden und Mitarbeitenden führt zu räumlichen Engpässen.
Viele Gebäude sind über die Stadt verteilt, teilweise sanierungsbedürftig oder nicht für moderne Forschung ausgelegt.
Grossprojekte wie das FORUM UZH und die Erneuerung des Campus Irchel sollen diese Probleme lösen, verursachen jedoch hohe Kosten, langjährige Bauarbeiten und Belastungen für die Nachbarschaft.
Chancengleichheit
Trotz Verbesserungen bestehen Unterschiede beim Zugang zu akademischen Laufbahnen und Führungspositionen.
Diskutiert werden insbesondere:
- Frauenanteil in Professuren;
- Vereinbarkeit von Familie und wissenschaftlicher Karriere;
- soziale Herkunft;
- befristete Arbeitsverhältnisse;
- internationale Mobilität;
- Diskriminierung;
- Barrierefreiheit.
Akademische Freiheit und gesellschaftliche Verantwortung
Kontroversen entstehen gelegentlich bei politisch oder gesellschaftlich umstrittenen Forschungsthemen, Vorträgen und Kooperationen.
Die Universität muss dabei zwischen akademischer Freiheit, Sicherheit, rechtlichen Vorgaben und Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit abwägen.
Zukunft
Die Universität erwartet langfristig eine weiterhin hohe Nachfrage nach Studienplätzen, Forschung und medizinischer Ausbildung.
Wichtige Entwicklungsschwerpunkte sind:
- Bau des FORUM UZH;
- Erneuerung des Campus Irchel;
- Ausbau digitaler Forschungsinfrastrukturen;
- künstliche Intelligenz und Datenwissenschaft;
- personalisierte Medizin;
- Nachhaltigkeit;
- Verbesserung der Lehrqualität;
- Nachwuchsförderung;
- stärkere internationale Vernetzung;
- Open Science;
- Wissenstransfer.
Die räumliche Entwicklung soll die Universität als Stadtuniversität stärken. Neue Gebäude sollen nicht nur Forschung und Lehre dienen, sondern auch Begegnungsräume für Hochschulangehörige und Stadtbevölkerung schaffen.
Chronologie
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1525 | Gründung einer theologischen Lehranstalt beim Grossmünster. |
| 29. April 1833 | Gründung der Universitas Turicensis durch den Kanton Zürich. |
| 1859 | Aufteilung der Philosophischen Fakultät in eine geisteswissenschaftliche und eine mathematisch-naturwissenschaftliche Abteilung. |
| 1864 | Einzug in den Südflügel des Polytechnikumsgebäudes. |
| 1867 | Nadeschda Suslowa promoviert als erste Frau im deutschen Sprachraum. |
| 1901 | Aufnahme der Tierarzneischule als Veterinärmedizinische Fakultät. |
| 1905 | Albert Einstein reicht seine Dissertation ein. |
| 1909 | Albert Einstein wird Professor für theoretische Physik. |
| 1912 | Offizielle Umbenennung in Universität Zürich. |
| 1913 | Alfred Werner erhält den Nobelpreis für Chemie. |
| 1914 | Eröffnung des Hauptgebäudes an der Rämistrasse. |
| 1933 | Die Universität feiert ihr 100-jähriges Bestehen. |
| 1937 | Paul Karrer erhält den Nobelpreis für Chemie. |
| 19. September 1946 | Winston Churchill hält seine Rede zur europäischen Einigung. |
| 1949 | Walter Rudolf Hess erhält den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin. |
| 1973 | Baubeginn des Campus Irchel. |
| 1979 | Eröffnung der ersten Bauetappe des Campus Irchel. |
| 1987 | Karl Alexander Müller erhält den Nobelpreis für Physik. |
| 1992 | Trennung der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät in Rechts- und Wirtschaftswissenschaften. |
| 1996 | Rolf Zinkernagel erhält den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin. |
| 1998 | Annahme des neuen Universitätsgesetzes und institutionelle Autonomie. |
| 2001 | Abschluss einer formellen Zusammenarbeitsvereinbarung mit der ETH Zürich. |
| 2004 | Einführung des Bologna-Systems und Eröffnung der Bibliothek des Rechtswissenschaftlichen Instituts. |
| 2006 | Aufnahme in die League of European Research Universities und Eröffnung des Standorts Oerlikon. |
| 2013 | Eröffnung des Campus Schlieren und Gründung des VSUZH. |
| 2015 | Abschluss der Umstellung vom Lizenziats- auf das Bologna-System. |
| 2020 | Vorübergehende Einstellung des Präsenzlehrbetriebs während der Coronavirus-Pandemie. |
| 2021 | Eröffnung des Laborgebäudes UZI 5 auf dem Campus Irchel. |
| 2022 | Gründung der einheitlichen Universitätsbibliothek Zürich. |
| 2024 | Beginn der Bauarbeiten für das FORUM UZH. |
| 2025 | Die Zahl der Studierenden erreicht 28'785. |
| 2031 | Vorgesehene Fertigstellung des FORUM UZH. |
Bekannte Persönlichkeiten
Wissenschaftler und Lehrende
- Johann Caspar von Orelli, Altphilologe und Mitbegründer der Universität
- Theodor Mommsen, Historiker und Nobelpreisträger
- Alfred Werner, Chemiker und Nobelpreisträger
- Albert Einstein, Physiker und Nobelpreisträger
- Erwin Schrödinger, Physiker und Nobelpreisträger
- Paul Karrer, Chemiker und Nobelpreisträger
- Walter Rudolf Hess, Physiologe und Nobelpreisträger
- Karl Alexander Müller, Physiker und Nobelpreisträger
- Rolf Zinkernagel, Immunologe und Nobelpreisträger
- Carl Gustav Jung, Psychiater und Psychologe
- Emil Theodor Kocher, Chirurg
- Paul Hindemith, Komponist und Hochschullehrer
- Walter Burkert, Altphilologe und Religionshistoriker
Bekannte Absolventinnen und Absolventen
- Nadeschda Suslowa, Medizinerin
- Rosa Luxemburg, politische Theoretikerin
- Albert Einstein, Physiker
- Wilhelm Conrad Röntgen, Physiker
- Carl Gustav Jung, Psychiater
- Max Frisch, Schriftsteller
- Elias Canetti, Schriftsteller und Nobelpreisträger
- Albert Hofmann, Chemiker
- Eveline Widmer-Schlumpf, Bundesrätin
- Simonetta Sommaruga, Bundesrätin
Die Liste umfasst Personen, die an der Universität studierten, promovierten oder einen bedeutenden Teil ihrer akademischen Laufbahn dort verbrachten.
Siehe auch
- ETH Zürich
- Universitätsspital Zürich
- Zentralbibliothek Zürich
- Universitätsbibliothek Zürich
- Campus Irchel
- Hochschulquartier Zürich
- Bildung in der Schweiz
- Liste der Hochschulen in der Schweiz
- Wissenschaft und Forschung in der Schweiz
- Verband der Studierenden der Universität Zürich
- Akademischer Sportverband Zürich
Literatur
- Universität Zürich: Jahresbericht 2025. Zürich 2026.
- Universität Zürich: Die Universität Zürich. Geschichte und Gegenwart. Zürich.
- Universität Zürich: Rückblenden – Einsichten – Ausblicke. 175 Jahre Universität Zürich. Zürich 2008.
- Verena Stadler-Labhart: Die Universität Zürich 1933–1983. Festschrift zur 150-Jahr-Feier. Zürich 1983.
- Ernst Gagliardi, Hans Nabholz und Jean Strohl: Die Universität Zürich 1833–1933 und ihre Vorläufer. Zürich 1938.
- Sebastian Brändli: Geschichte des Senats der Universität Zürich 1833–1998. Zürich.
- Daniel Speich Chassé und David Gugerli: Wissenschaft im modernen Zürich. Zürich.
- Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich. Die Hochschulbauten. Bern.
Weblinks
- Offizielle Website der Universität Zürich
- Porträt der Universität
- Geschichte der Universität Zürich
- Zahlen und Fakten
- Fakultäten und Institute
- Organisation der Universität
- Universitätsbibliothek Zürich
- Informationsportal für Studierende
- Verband der Studierenden der Universität Zürich
- Bau- und Standortentwicklung der UZH
- Dokumentation des FORUM UZH
- Universitätsarchiv Zürich
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 UZH in Zahlen. In: Universität Zürich. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Nobelpreise für die Universität Zürich. In: Universität Zürich. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Geschichte der Universität Zürich. In: Universität Zürich. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Universitätsleitung. In: Universität Zürich. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Fakultäten und Institute. In: Universität Zürich. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ Standorte der Universität Zürich. In: Universität Zürich. Abgerufen am 2026-07-23.
- ↑ FORUM UZH. In: Universität Zürich. Abgerufen am 2026-07-23.