Sauriermuseum Aathal

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Sauriermuseum Aathal
Ort Aathal, Seegräben
Kanton Zürich
Adresse Zürichstrasse 69, 8607 Aathal-Seegräben
Art Naturkundliches und paläontologisches Museum
Eröffnung 1992/1993
Gründer Hans-Jakob «Köbi» Siber
Direktorin Yolanda Schicker-Siber
Schwerpunkt Dinosaurier und Paläontologie
Website sauriermuseum.ch

Das Sauriermuseum Aathal ist ein privates paläontologisches Museum in Aathal in der Gemeinde Seegräben im Kanton Zürich. Es widmet sich vor allem Dinosauriern, Fossilien und der Entwicklung des Lebens auf der Erde. Einen besonderen Schwerpunkt bilden originale Dinosaurierskelette aus eigenen Ausgrabungen in den Vereinigten Staaten.

Das Museum wurde 1992/93 vom Schweizer Mineralienhändler und Paläontologen Hans-Jakob «Köbi» Siber gegründet. Es entwickelte sich aus früheren Sonderausstellungen zu einer dauerhaften Institution und gehört heute zu den bekanntesten Dinosauriermuseen der Schweiz.[1]

Eine Besonderheit sind zehn weitgehend originale Dinosaurierskelette mit Schädeln, die vom eigenen Team in Wyoming ausgegraben wurden. Nach Angaben des Museums stellt diese Kombination eine weltweit aussergewöhnliche Sammlung von Dinosauriern aus dem Jura dar.[1]

Seit 2025 wird das Museum von Yolanda Schicker-Siber geleitet.[2]

Lage

Das Sauriermuseum befindet sich an der Zürichstrasse 69 in Aathal zwischen Uster und Wetzikon.

Aathal liegt im engen Tal des Aabachs zwischen dem Pfäffikersee und dem Greifensee. Das Tal war seit dem 19. Jahrhundert stark durch die Textilindustrie geprägt.

Das Museum ist in einem ehemaligen Industriegebäude untergebracht. Die historische Architektur mit grossen Hallen eignet sich besonders für die Präsentation grosser Dinosaurierskelette.

In unmittelbarer Nähe befindet sich der Bahnhof Aathal an der Bahnstrecke Zürich–Uster–Wetzikon.

Entstehung

Die Vorgeschichte des Museums begann bereits in den 1970er-Jahren.

Hans-Jakob Siber betrieb gemeinsam mit seinem Umfeld in Aathal den Mineralienhandel Siber + Siber. Neben Mineralien und Edelsteinen interessierte er sich zunehmend für Fossilien und Paläontologie.

1977 wurde im Rahmen einer jährlichen Sonderausstellung eine versteinerte Riesenschildkröte mit einer Länge von rund viereinhalb Metern präsentiert.[1]

Das ungewöhnliche Exponat stiess auf grosses Publikumsinteresse.

Vier Jahre später folgte die Ausstellung eines etwa acht Meter langen Skeletts eines Edmontosaurus. Der Besucherandrang war nach Angaben des Museums so gross, dass es auf der Strasse durch das Aatal zu Verkehrsproblemen kam.[1]

Diese Erfahrungen zeigten, dass in der Schweiz ein grosses öffentliches Interesse an Dinosauriern und Fossilien bestand.

Gründung des Museums

Hans-Jakob Siber entschied sich Anfang der 1990er-Jahre, aus den temporären Ausstellungen ein dauerhaftes Dinosauriermuseum zu entwickeln.

1992 wurde die Eröffnungsausstellung «Dinosaurier in Aathal» gezeigt.

1993 etablierte sich das Sauriermuseum als permanentes Museum.[1]

Das Museum wurde in den folgenden Jahrzehnten kontinuierlich erweitert.

Anders als viele klassische naturhistorische Museen ist das Sauriermuseum Aathal privat entstanden und eng mit der Tätigkeit seiner Gründerfamilie verbunden.

Hans-Jakob Siber

Hans-Jakob «Köbi» Siber ist der Gründer des Sauriermuseums und war über Jahrzehnte dessen prägende Persönlichkeit.

Siber beschäftigte sich zunächst mit Film, Mineralien und Fossilien und entwickelte zunehmend Kontakte zu Paläontologen und Museen in verschiedenen Ländern.

Seine besondere Bedeutung für das Museum entstand durch eigene Dinosauriergrabungen in Nordamerika.

Er erwarb Grabungsrechte auf der Howe Ranch im US-Bundesstaat Wyoming und organisierte dort zahlreiche Expeditionen.

Die dabei gefundenen Skelette bilden heute den Kern der Sammlung des Sauriermuseums.[1]

Howe Dinosaur Quarry

Eine zentrale Rolle für die Entwicklung des Museums spielte der sogenannte Howe Dinosaur Quarry beziehungsweise die Howe Ranch im US-Bundesstaat Wyoming.

Die Fundstelle war bereits in den 1930er-Jahren bekannt.

1934 führte der amerikanische Fossilienjäger Barnum Brown dort eine grosse Grabung durch. Dabei wurden Tausende Dinosaurierknochen entdeckt.[1]

Jahrzehnte später erhielt Hans-Jakob Siber Grabungsrechte auf dem Gelände.

Schweizer Grabungsteams des Sauriermuseums begannen dort systematische Ausgrabungen.

Die Fundstelle stammt aus der späten Jurazeit und gehört zur Morrison-Formation, einer der bedeutendsten Dinosaurier führenden Gesteinsformationen Nordamerikas.

Ausgrabungen in Wyoming

Das Museum beschränkt sich nicht auf die Präsentation angekaufter Fossilien.

Eigene Ausgrabungen gehören seit Jahrzehnten zu seinen wichtigsten wissenschaftlichen Tätigkeiten.

Teams aus der Schweiz verbringen regelmässig mehrere Wochen in Wyoming.

Die Arbeiten umfassen:

  • Suche nach Fossilien;
  • Freilegung von Knochen;
  • Dokumentation der Fundlage;
  • Stabilisierung empfindlicher Fossilien;
  • Bergung von Gesteinsblöcken;
  • Transport in die Schweiz;
  • Präparation der Funde.

Die eigentliche Bergung im Gelände ist häufig nur der erste Schritt. Die Präparation eines grossen Skeletts kann danach mehrere Jahre dauern.

Originalskelette

Das Sauriermuseum besitzt eine aussergewöhnlich hohe Zahl an originalen Dinosaurierskeletten.

Nach Angaben des Museums sind zehn selbst ausgegrabene Originalskelette mit Schädeln aus den eigenen Wyoming-Grabungen ausgestellt.[1]

Original bedeutet dabei nicht zwingend, dass jeder einzelne Knochen eines montierten Skeletts fossil erhalten ist.

Fehlende Teile werden bei wissenschaftlichen Montagen häufig ergänzt oder rekonstruiert, damit die Anatomie des vollständigen Tieres gezeigt werden kann.

Der Anteil echter Fossilknochen ist bei den verschiedenen Skeletten unterschiedlich.

«MaX»

Zu den bekanntesten Exponaten gehört der Langhalsdinosaurier «MaX».

Das Skelett gehört zur Gattung Galeamopus und wurde aus Funden der Howe Ranch zusammengesetzt.

2015 wurde «MaX» als zehnter Original-Dinosaurier der eigenen Grabungen in die Ausstellung integriert.[1]

Langhalsdinosaurier wie Galeamopus gehörten zu den Sauropoden.

Sie zeichneten sich durch:

  • einen sehr langen Hals;
  • einen langen Schwanz;
  • einen vergleichsweise kleinen Kopf;
  • massive säulenartige Beine

aus.

Sie lebten während des Jura und gehörten zu den grössten Landtieren ihrer Zeit.

Kaatedocus siberi

Eine besondere wissenschaftliche Verbindung zum Museum besitzt die Dinosaurierart Kaatedocus siberi.

Das Tier gehört zu den Diplodociden, einer Gruppe langhalsiger Dinosaurier aus dem späten Jura Nordamerikas.

Der wissenschaftliche Artname siberi ehrt Hans-Jakob Siber.

Die Gattung wurde anhand von Material aus der Howe-Fundstelle wissenschaftlich beschrieben.

2012 widmete das Museum Kaatedocus siberi einen eigenen Ausstellungsteil.[1]

Das Beispiel zeigt, dass die Grabungen des Museums nicht nur Ausstellungsstücke lieferten, sondern auch Material für paläontologische Forschung.

Diplodocus-Funde

Bei den Grabungen wurden auch bedeutende Fossilien von Diplodocus gefunden.

1991 entdeckte das Grabungsteam im Zusammenhang mit einem Diplodocus-Skelett versteinerte Abdrücke von Hautstrukturen, die als Hautlappen beziehungsweise zackenartige Strukturen interpretiert wurden.[3]

Solche selten erhaltenen Weichteilabdrücke sind für die Rekonstruktion des tatsächlichen Aussehens von Dinosauriern besonders wertvoll.

Skelette zeigen zwar den Körperbau, liefern aber nur begrenzte Informationen über Haut, Federn, Körperkonturen und andere Weichteile.

Stegosaurier

Stegosaurier bilden einen weiteren wichtigen Schwerpunkt des Museums.

1997 wurde anlässlich des Eigenfundes des Stegosauriers «Moritz» eine eigene Spezialausstellung eröffnet.[1]

Stegosaurier lebten im späten Jura und sind vor allem durch die grossen Knochenplatten entlang ihres Rückens sowie durch die Schwanzstacheln bekannt.

Das Museum zeigt mehrere Stegosaurier-Skelette und erläutert ihre Anatomie, Lebensweise und Entwicklung.

«Cheyenne»

Bei neueren Grabungen in Wyoming arbeitet das Museum an einem Stegosaurier mit dem Feldnamen «Cheyenne».

Die Fundstelle liegt im sogenannten Meilyn Quarry im Südosten Wyomings.

Nach ersten Einschätzungen des Museumsteams könnten ungefähr 70 Prozent des Skeletts vorhanden sein.[4]

Die Präparation des Skeletts wurde später im Museum aufgenommen.

Triceratops «Willard»

Ein bedeutendes neueres Exponat ist der Triceratops «Willard».

Das Skelett stammt aus dem US-Bundesstaat North Dakota und gehört nach Angaben des Museums zu den grössten geborgenen Triceratops-Skeletten.[5]

Die Präparation wurde unter Leitung von Yolanda Schicker-Siber durchgeführt.

Nach einer externen Ausstellungstour kehrte «Willard» nach Aathal zurück.

Seit dem 10. April 2025 ist das Skelett Bestandteil des Sauriermuseums und soll gemäss Planung mindestens zwei Jahre dort gezeigt werden.[2]

Tyrannosaurus rex «Trinity»

Von Januar 2024 an war im Sauriermuseum zeitweise auch das originale Tyrannosaurus-rex-Skelett «Trinity» ausgestellt.[6]

«Trinity» besteht aus fossilen Knochen mehrerer Tyrannosaurus-Individuen.

Das Skelett war 2023 in Zürich versteigert und anschliessend von der Phoebus Foundation erworben worden.

Da das geplante Museum der Stiftung noch nicht zur Verfügung stand, konnte das Sauriermuseum Aathal das Skelett vorübergehend präsentieren.

Die Ausstellung brachte eines der bekanntesten Raubdinosaurier-Skelette zeitweise in unmittelbare Nähe der eigenen Originalsammlung des Museums.

Ausstellung

Die Ausstellung umfasst wesentlich mehr als grosse Dinosaurierskelette.

Sie vermittelt die Entwicklung des Lebens über mehrere hundert Millionen Jahre.

Zu den behandelten Themen gehören unter anderem:

  • Entstehung und Entwicklung der Dinosaurier;
  • Fleisch- und Pflanzenfresser;
  • Sauropoden;
  • Stegosaurier;
  • Flugsaurier;
  • Meeresreptilien;
  • frühe Vögel;
  • Fossilien der Schweiz;
  • Meteoriten;
  • Massenaussterben;
  • Evolution;
  • fossile Pflanzen;
  • fossile Fische;
  • Trilobiten;
  • Bernstein.

Originalfossilien werden mit Rekonstruktionen, Modellen, Illustrationen und erklärenden Texten kombiniert.

Spezialausstellungen

Das Konzept des Museums sieht regelmässige thematische Spezialausstellungen vor.

Viele dieser Ausstellungen wurden später dauerhaft in die Gesamtausstellung integriert.

Bis 2023 entstanden 25 solche Ausstellungsteile.[1]

Dazu gehörten:

  • 1992 «Dinosaurier in Aathal»;
  • 1996 «Eier, Embryos und Babys»;
  • 1997 «Stegosaurus»;
  • 1997 «Dinosaurier im Film»;
  • 1998 «Dinomania»;
  • 2003 «Flugsaurier»;
  • 2003 «Meeresmonster der Urzeit»;
  • 2005 «Gefiederte Dinosaurier»;
  • 2006 «Saurier der Schweiz»;
  • 2010 «Echse trifft Dino»;
  • 2011 «Die Dinosaurier von Europa»;
  • 2012 «Archaeopteryx»;
  • 2012 «Kaatedocus siberi»;
  • 2013 «Bernstein – das Gold des Meeres»;
  • 2015 «MaX der Urweltgigant»;
  • 2016 «DinoComics & Cartoons»;
  • 2017 «Wunderwelt fossiles Holz»;
  • 2019 «Trilobiten und Seeskorpione»;
  • 2020 «Meteoriten und der Untergang der Dinosaurier»;
  • 2022 «Megalodon – Räuber der Urmeere»;
  • 2023 «Fische – eine Erfolgsgeschichte der Evolution».

Dadurch ist im Laufe der Zeit eine umfangreiche Dauerausstellung entstanden, die weit über Dinosaurier allein hinausgeht.[1]

Dinosaurier der Schweiz

Ein eigener Ausstellungsschwerpunkt widmet sich Dinosauriern und anderen Fossilien aus der Schweiz.

Obwohl die Schweiz heute stark durch die Alpen geprägt ist, sah die Landschaft während des Erdmittelalters völlig anders aus.

Teile des heutigen Landes lagen zeitweise:

  • unter tropischen Meeren;
  • auf Inseln;
  • in flachen Küstenlandschaften;
  • in Lebensräumen, die von Dinosauriern genutzt wurden.

Besonders bekannte Schweizer Dinosaurierfundstellen liegen bei Frick im Kanton Aargau.

Dort wurden zahlreiche Skelette des frühen Langhalsdinosauriers Plateosaurus entdeckt.

Auch fossile Dinosaurierspuren sind aus verschiedenen Regionen der Schweiz bekannt.

Gefiederte Dinosaurier

Seit 2005 besitzt das Museum einen Ausstellungsteil zu gefiederten Dinosauriern.[1]

Fossilien aus China und anderen Regionen haben seit den 1990er-Jahren wesentlich dazu beigetragen, das Bild der Dinosaurier zu verändern.

Heute gilt als wissenschaftlich gesichert, dass Vögel eine überlebende Gruppe theropoder Dinosaurier sind.

Viele nicht flugfähige Dinosaurier besassen ebenfalls Federn oder federähnliche Körperbedeckungen.

Das Museum erläutert damit auch die enge evolutionäre Verbindung zwischen Dinosauriern und heutigen Vögeln.

Flugsaurier

Flugsaurier werden ebenfalls präsentiert, obwohl sie wissenschaftlich nicht zu den Dinosauriern gehören.

Sie bilden eine eigenständige Gruppe fliegender Reptilien, die während des Erdmittelalters lebte.

Die Ausstellung erläutert unter anderem:

  • Aufbau der Flügel;
  • Entwicklung des aktiven Fluges;
  • Körpergrösse;
  • Ernährung;
  • unterschiedliche Flugsauriergruppen.

Flugsaurier lebten zur gleichen Zeit wie Dinosaurier, waren aber keine Dinosaurier.

Meeresreptilien

Auch grosse Meeresreptilien des Erdmittelalters gehören zum Themenbereich des Museums.

Dazu zählen beispielsweise:

  • Ichthyosaurier;
  • Plesiosaurier;
  • Mosasaurier.

Ebenso wie Flugsaurier werden diese Tiere im Alltag häufig als «Saurier» bezeichnet, gehören aber nicht zu den Dinosauriern im engeren wissenschaftlichen Sinn.

Der Vergleich verschiedener Tiergruppen hilft, die Vielfalt der Reptilien im Erdmittelalter zu erklären.

Megalodon

Seit 2022 ist ein Ausstellungsteil dem riesigen fossilen Hai Megalodon gewidmet.[1]

Megalodon lebte viele Millionen Jahre nach dem Aussterben der nicht-vogelartigen Dinosaurier.

Die Art gehört deshalb nicht zum Erdmittelalter, sondern zeigt die weitere Entwicklung grosser Meeresräuber im Känozoikum.

Besonders bekannt sind die grossen fossilen Zähne des Tieres.

Meteoriten und Dinosauriersterben

Ein 2020 eröffneter Ausstellungsteil behandelt Meteoriten und das Massenaussterben am Ende der Kreidezeit.[1]

Vor rund 66 Millionen Jahren schlug ein grosser Asteroid im Gebiet der heutigen Halbinsel Yucatán ein.

Der Einschlag hinterliess den Chicxulub-Krater und hatte globale Auswirkungen auf Klima und Ökosysteme.

In Verbindung mit weiteren Umweltveränderungen führte dies zum Aussterben zahlreicher Tier- und Pflanzengruppen.

Die nicht-vogelartigen Dinosaurier verschwanden.

Die Linie der Vögel überlebte dagegen bis heute.

Fossiles Holz

Seit 2017 besitzt das Museum einen Ausstellungsteil unter dem Titel «Wunderwelt fossiles Holz».[1]

Versteinertes Holz entsteht, wenn organisches Pflanzenmaterial unter geeigneten Bedingungen durch Mineralien ersetzt wird.

Solche Fossilien können:

  • Zellstrukturen;
  • Jahresringe;
  • Wachstumsmuster;
  • Spuren von Krankheiten

über Millionen Jahre erhalten.

Damit liefern sie wichtige Informationen über frühere Vegetation und Klimabedingungen.

Präparation

Ein wichtiger Bereich des Museums ist die Fossilpräparation.

Nach einer Ausgrabung befinden sich Knochen häufig noch vollständig oder teilweise im umgebenden Gestein.

Präparatorinnen und Präparatoren entfernen dieses Material mit feinen Werkzeugen.

Dabei kommen unter anderem zum Einsatz:

  • Druckluftstichel;
  • kleine Bohrer;
  • Nadeln;
  • Bürsten;
  • Klebstoffe;
  • Festigungsmittel.

Der Vorgang erfordert grosse Sorgfalt, da Fossilien spröde und empfindlich sein können.

Schaulabor

Besucherinnen und Besucher können im Museum teilweise direkt beobachten, wie Fossilien präpariert werden.

Das Schaulabor verbindet die Ausstellung mit der praktischen wissenschaftlichen Arbeit.

Dort werden sowohl kleinere Fossilien als auch Bestandteile grosser Dinosaurierskelette bearbeitet.

Zeitweise übernimmt das Präparationsteam auch Arbeiten an Fossilien anderer Institutionen. Dazu gehörten beispielsweise Plateosaurier-Funde aus Frick.[7]

Forschung

Das Sauriermuseum ist kein Hochschulinstitut, arbeitet aber mit Fachleuten und wissenschaftlichen Institutionen zusammen.

Die eigenen Funde werden für paläontologische Untersuchungen zur Verfügung gestellt.

Für Spezialausstellungen arbeitet das Museum mit Expertinnen und Experten der jeweiligen Fachgebiete zusammen.

Dadurch sollen die Ausstellungen dem aktuellen Forschungsstand angepasst werden.[1]

Wissenschaftliche Bedeutung besitzen insbesondere:

  • Dinosaurierskelette aus Wyoming;
  • Schädelmaterial;
  • Hautabdrücke;
  • stratigrafisch dokumentierte Grabungsfunde;
  • vergleichende anatomische Informationen.

DinoGiardino

Zum Museum gehört ein Aussenbereich mit der Bezeichnung DinoGiardino.

Dort befinden sich unter anderem lebensgrosse Dinosauriermodelle und familienorientierte Angebote.

Der Bereich ergänzt die wissenschaftlichen Exponate im Museumsgebäude durch dreidimensionale Rekonstruktionen.

2025 unterstützte der Verein zur Förderung des Sauriermuseums die weitere Gestaltung des DinoGiardino mit einem Beitrag von 25'000 Franken, insbesondere für Dinosauriermodelle.[2]

Angebote für Kinder und Schulen

Das Museum richtet sich stark an Familien und Schulklassen.

Dazu gehören:

  • Lernaufträge;
  • Führungen;
  • Arbeitsblätter;
  • Dino-Lehrpfad;
  • Veranstaltungen;
  • Fossilien- und Präparationsvermittlung;
  • interaktive Stationen.

Schülerinnen und Schüler sollen dabei nicht nur Dinosauriernamen kennenlernen, sondern auch nachvollziehen, wie paläontologische Erkenntnisse entstehen.

Der Dino-Lehrpfad enthält Forschungsaufträge zu verschiedenen Teilen der Ausstellung.[3]

Verein zur Förderung des Sauriermuseums Aathal

Das Museum wird durch den Verein zur Förderung des Sauriermuseums Aathal (VFSMA) unterstützt.

Der Verein fördert unter anderem:

  • wissenschaftliche Projekte;
  • Ausgrabungen;
  • Präparation;
  • Ausstellungen;
  • Neuanschaffungen;
  • Veranstaltungen.

Mitglieder erhalten Zugang zu besonderen Veranstaltungen, Vorträgen und Exkursionen.

Der Förderverein unterstützt das Museum auch finanziell bei einzelnen Projekten.

Besucher

Das Sauriermuseum entwickelte sich seit seiner Gründung zu einem bekannten Ausflugsziel.

Bereits die ersten Dinosaurierausstellungen vor der eigentlichen Museumsgründung zogen zahlreiche Besucher an.

Bis zum 30-jährigen Bestehen des Museums im Jahr 2022 waren nach Angaben des Fördervereins mehr als eine Million Besucherinnen und Besucher aus verschiedenen Ländern gezählt worden.[8]

Das Museum richtet sich sowohl an Familien und Schulen als auch an Besucher mit vertieftem Interesse an Paläontologie.

Bedeutung

Das Sauriermuseum Aathal nimmt innerhalb der Schweizer Museumslandschaft eine besondere Stellung ein.

Anders als viele naturhistorische Museen entstand es aus einer privaten Initiative und entwickelte seine Sammlung zu einem erheblichen Teil durch eigene Feldarbeit.

Besonders charakteristisch sind:

  • zahlreiche originale Dinosaurierknochen;
  • selbst ausgegrabene Skelette;
  • eigene Grabungstätigkeit in Nordamerika;
  • Präparation im Museum;
  • Verbindung von Forschung und Publikumsvermittlung;
  • kontinuierlich erweiterte Spezialausstellungen.

Nach eigener Einschätzung gehört das Museum aufgrund der Vielfalt der Exponate, der didaktischen Präsentation und der grossen Zahl an Originalen zu den bedeutenden Dinosaurierausstellungen Europas.[1]

Erreichbarkeit

Das Museum ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar.

Der Bahnhof Aathal liegt wenige Gehminuten entfernt.

Von dort bestehen Bahnverbindungen in Richtung:

Auch mit dem Auto ist das Museum über die Hauptstrasse durch das Aathal erreichbar.

Aufgrund des starken Besucheraufkommens können an besonders gut besuchten Tagen die Parkmöglichkeiten in der unmittelbaren Umgebung begrenzt sein.

Umgebung

Das Museum liegt in einer Region mit mehreren bekannten Ausflugszielen.

In der näheren Umgebung befinden sich unter anderem:

Dadurch lässt sich der Museumsbesuch mit Wanderungen und weiteren Ausflügen kombinieren.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,00 1,01 1,02 1,03 1,04 1,05 1,06 1,07 1,08 1,09 1,10 1,11 1,12 1,13 1,14 1,15 1,16 1,17 1,18 Geschichte des Sauriermuseums, Sauriermuseum Aathal, abgerufen am 25. August 2026.
  2. 2,0 2,1 2,2 Beschlussprotokoll des Vereins zur Förderung des Sauriermuseums Aathal, Generalversammlung 2025, abgerufen am 25. August 2026.
  3. 3,0 3,1 Dino-Lehrpfad – Lösungen zu den Forschungsaufträgen, Sauriermuseum Aathal, abgerufen am 25. August 2026.
  4. Jahresbericht des Vereins zur Förderung des Sauriermuseums Aathal, Angaben zu den Ausgrabungen im Meilyn-Steinbruch, abgerufen am 25. August 2026.
  5. Jahresbericht 2021, Verein zur Förderung des Sauriermuseums Aathal, abgerufen am 25. August 2026.
  6. Jahresbericht und Einladung 2024, Verein zur Förderung des Sauriermuseums Aathal, abgerufen am 25. August 2026.
  7. Jahresbericht des VFSMA, Abschnitt Wissenschaft, Ausgrabungen und Präparation, abgerufen am 25. August 2026.
  8. Sauriermuseum Aathal – 30-jähriges Bestehen, Verein zur Förderung des Sauriermuseums Aathal, 2022, abgerufen am 25. August 2026.

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