Plättli Zoo
| Plättli Zoo | |
|---|---|
| Ort | Frauenfeld, Kanton Thurgau |
| Adresse | Hertenstrasse 41 8500 Frauenfeld |
| Eröffnung | 1958 |
| Fläche | ca. 3,5 ha |
| Trägerschaft | privat |
| Betreiber | Plättli Zoo AG |
| Inhaber | Familie Mauerhofer |
| Betriebsleiter Zoo | Christoph Wüst |
| Tierbestand | verschiedene Säugetiere, Vögel und Reptilien |
| Öffentlicher Verkehr | Bushaltestelle Frauenfeld, Plättli Zoo |
| Website | plaettli-zoo.ch |
Der Plättli Zoo ist ein privat betriebener zoologischer Garten oberhalb von Frauenfeld im Kanton Thurgau. Der Familienbetrieb entstand 1958 aus dem Restaurant Plättli und einem angeschlossenen Landwirtschaftsbetrieb. Heute werden auf dem Gelände zahlreiche Säugetier-, Vogel- und Reptilienarten gehalten. Zu den bekanntesten Bewohnern gehören Berberlöwen, Pumas, Berberaffen, Trampeltiere, Waschbären, verschiedene Papageien sowie einheimische und domestizierte Tierarten.[1]
Der Plättli Zoo gehört zu den traditionsreichen privaten Tierparks der Ostschweiz. Im Gegensatz zu den grossen wissenschaftlich geführten Zoos der Schweiz ist er als vergleichsweise kompakter Familienzoo konzipiert. Tieranlagen, Streichelzoo, Spielmöglichkeiten und Gastronomie bilden ein gemeinsames Ausflugsangebot.
Lage
Der Zoo befindet sich an der Hertenstrasse 41 südöstlich des Frauenfelder Stadtzentrums in erhöhter Lage am Rand des Siedlungsgebietes. Von Teilen des Areals und vom benachbarten Restaurant reicht der Blick über Frauenfeld und das Thurtal.
Die Lage ausserhalb des dicht bebauten Stadtzentrums ermöglicht eine Kombination von Tieranlagen und Grünflächen. Die Umgebung ist durch Wald, Landwirtschaftsflächen und Wohngebiete geprägt.
Das Gelände umfasst ungefähr 3,5 Hektaren. Aufgrund seiner überschaubaren Grösse lässt sich der Zoo auf einem Rundgang erkunden. Er richtet sich besonders an Familien mit Kindern sowie an Besucherinnen und Besucher aus Frauenfeld und der weiteren Ostschweiz.
Geschichte
Die Geschichte des Plättli Zoos begann im Jahr 1958. Damals erwarben Walter Mauerhofer senior (1920–2002) und seine Frau Elisabeth Mauerhofer das Restaurant Plättli. Zum Betrieb gehörte auch eine Landwirtschaft. Das Ehepaar entwickelte bald ein starkes Interesse an der Tierhaltung, aus der sich schrittweise der heutige Zoo entwickelte.[2]
Bereits 1960 kamen die ersten Löwen auf das Plättli. Raubkatzen sollten die Entwicklung und das öffentliche Bild des Zoos in den folgenden Jahrzehnten wesentlich prägen. Walter Mauerhofer beschäftigte sich intensiv mit der Haltung und Dressur von Löwen.
Der Tierbestand wurde nach und nach erweitert. Aus dem Restaurant mit Landwirtschaft und einigen Tieren entstand ein eigentlicher kleiner zoologischer Garten. Der Betrieb blieb dabei eng mit der Familie Mauerhofer verbunden.
Löwenschauen
Besondere Bekanntheit erlangte Walter Mauerhofer in den 1970er- und 1980er-Jahren durch seine Arbeit mit Löwen. Die auf dem Plättli präsentierten Löwenschauen entwickelten sich zu einer weit über Frauenfeld hinaus bekannten Attraktion.
In den 1980er-Jahren wurde die Vorführung als eine der grössten Löwengruppen in einer solchen Schau bekannt. Dadurch erhielt der zuvor vor allem regional bekannte Tierpark zusätzliche Aufmerksamkeit.
Die Haltung von Tieren in zoologischen Einrichtungen sowie die gesellschaftlichen Vorstellungen über Tierdressuren veränderten sich im Laufe des 20. Jahrhunderts erheblich. In den 1990er-Jahren wurden die Tierdressuren im Plättli Zoo eingestellt.[3]
Damit verlagerte sich der Schwerpunkt vollständig auf die Haltung und Präsentation der Tiere in dauerhaften Anlagen sowie auf den Charakter des Plättli als Familien- und Ausflugszoo.
Zweite Generation
Im Jahr 1993 übernahmen die Geschwister Elisabeth Engeler-Mauerhofer und Walter Mauerhofer den elterlichen Betrieb. Damit ging die Verantwortung für Zoo und Gastronomie an die zweite Generation der Familie über.[4]
Der Zoo wird bis heute privat finanziert und erhält nach Angaben des Unternehmens keine Unterstützung der öffentlichen Hand.[4]
In den folgenden Jahrzehnten wurden verschiedene Anlagen verändert und erneuert. Die Entwicklung des Plättli Zoos erfolgte schrittweise und unter Beibehaltung seiner vergleichsweise familiären Struktur.
Seit 2015 ist der ausgebildete Tierpfleger Christoph Wüst Betriebsleiter des Zoos. Die Geschwister Mauerhofer blieben Eigentümer des Familienbetriebs.[2][4]
Auch die gastronomische Seite des Unternehmens wird innerhalb der Familie weitergeführt. 2021 übernahm Nicole Engeler die Betriebsleitung für Gastronomie und Administration.[2]
Tierbestand
Der Plättli Zoo beherbergt Tiere aus verschiedenen Erdteilen. Das Spektrum reicht von grossen Raubtieren über Affen und Huftiere bis zu Papageien, Eulen, Schildkröten und Haustieren.
Nach der veröffentlichten Tierliste gehören beziehungsweise gehörten zum aktuellen Bestand unter anderem:[1]
- Berberaffe (Macaca sylvanus)
- Berberlöwe (Panthera leo leo)
- Puma (Puma concolor)
- Weissbüschelaffe (Callithrix jacchus)
- Bennettwallaby
- Trampeltier
- Lama
- Wildschwein
- Waschbär
- Esel und Ponys
- Haus- und Zackelschafe
- Zwergziegen
- Kaninchen und Meerschweinchen
- Griechische Landschildkröten
- verschiedene Papageien, Eulen, Tauben und Sittiche
Der Bestand kann sich durch Geburten, Todesfälle, Transfers oder Veränderungen in der Tierhaltung jederzeit ändern.
Berberlöwen
Löwen besitzen für die Geschichte des Plättli Zoos eine besondere Bedeutung. Bereits zwei Jahre nach der Übernahme des Restaurants durch die Familie Mauerhofer kamen 1960 die ersten Löwen nach Frauenfeld.
Heute hält der Zoo Berberlöwen. Diese Löwenform stammt ursprünglich aus Nordafrika und wurde historisch vor allem im Atlasgebirge verbreitet angetroffen. Die ursprünglichen freilebenden Populationen verschwanden im 20. Jahrhundert.
Durch die jahrzehntelange Verbindung des Familienbetriebs mit der Löwenhaltung ist die Raubkatze zu einem charakteristischen Tier des Plättli Zoos geworden.
Berberaffen
Eine weitere nordafrikanische Tierart im Zoo ist der Berberaffe (Macaca sylvanus). Er gehört zu den wenigen Affenarten, deren natürliches Verbreitungsgebiet ausserhalb des tropischen Afrikas und Asiens liegt.
Berberaffen leben natürlicherweise vor allem in Marokko und Algerien. Eine bekannte Population befindet sich zudem auf Gibraltar.
Im Plättli Zoo ermöglichen sie den Besucherinnen und Besuchern die Beobachtung des Sozialverhaltens von Primaten in einer Tiergruppe.
Pumas
Mit dem Puma hält der Plättli Zoo auch eine grosse Katzenart aus Amerika. Pumas besitzen ein aussergewöhnlich grosses natürliches Verbreitungsgebiet, das sich von Kanada über grosse Teile Nord- und Südamerikas bis nach Patagonien erstreckt.
Die Art ist auch unter Bezeichnungen wie Berglöwe oder Kuguar bekannt. Trotz dieser Namen ist der Puma zoologisch nicht besonders eng mit dem eigentlichen Löwen verwandt.
Vögel
Vögel bilden einen auffälligen Teil des Tierbestandes. Der Zoo hält insbesondere mehrere Papageienarten. Dazu zählen der Gelbbrustara, der Grünflügelara, der Hellrote Ara, der Rotrückenara, Amazonenpapageien und verschiedene Sittiche.[1]
Daneben werden mehrere Eulenarten gezeigt. Dazu gehören der Europäische Uhu, die Schleiereule, die Schneeeule und der Waldkauz.
Die Vogelhaltung ergänzt damit die vor allem durch Säugetiere geprägten grösseren Anlagen des Zoos.
Reptilien
Auch Reptilien gehören zum Tierbestand. Zu ihnen zählen die Griechische Landschildkröte und die Rotwangen-Schmuckschildkröte.[1]
Schildkröten unterscheiden sich in ihren Anforderungen an Temperatur, Ernährung und Lebensraum deutlich von den Säugetieren des Zoos und erweitern damit das zoologische Spektrum der Anlage.
Haustiere und Streichelzoo
Ein wichtiger Bereich für Familien mit jüngeren Kindern ist der Streichelzoo. Dort steht der unmittelbare Kontakt mit ausgewählten domestizierten Tieren im Vordergrund.
Zum Tierbestand des Plättli Zoos gehören unter anderem Zwergziegen, Schafe, Esel, Ponys, Kaninchen und Meerschweinchen. Einige dieser Tierarten können aus grösserer Nähe beobachtet werden.
Der Streichelbereich vermittelt besonders Kindern Unterschiede zwischen Wild- und Haustieren und bietet die Möglichkeit, typische Nutz- und Heimtiere unmittelbar kennenzulernen.
Tierhaltung
Seit der Gründungszeit des Plättli Zoos haben sich die Anforderungen an zoologische Tierhaltung stark verändert. Die früher für den Betrieb charakteristischen Dressurvorführungen gehören seit Jahrzehnten der Vergangenheit an.
Der heutige Zoo beschäftigt ausgebildete Tierpflegerinnen und Tierpfleger. Zum Team gehören neben dem Betriebsleiter mehrere Fachpersonen mit Schweizer Berufsabschluss in Tierpflege sowie Lernende und Praktikantinnen und Praktikanten.[4]
Pflege, Fütterung, Reinigung der Anlagen, Beschäftigung der Tiere und Beobachtung ihres Gesundheitszustands gehören zum täglichen Betrieb eines zoologischen Gartens.
Bildung und Führungen
Der Plättli Zoo bietet Führungen für Schulklassen und andere Gruppen an. Bei Schulführungen werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Tierpflegern durch den Zoo begleitet. Dabei erhalten sie Informationen über einzelne Tierarten, deren Lebensweise und die Haltung im Zoo.
Nach Absprache sind auch thematische Führungen oder Referate zu bestimmten Tierarten möglich.[5]
Damit besitzt der Zoo neben seiner Funktion als Freizeitangebot auch eine pädagogische Komponente. Besonders für Kinder bietet der direkte Blick auf lebende Tiere einen anderen Zugang zur Tierwelt als Bücher, Filme oder digitale Medien.
Spiel- und Aufenthaltsbereiche
Der Plättli Zoo ist stark auf Familien ausgerichtet. Neben den Tieranlagen gibt es einen grossen Spielplatz. Dieser ermöglicht Kindern zusätzliche Bewegung und Beschäftigung während eines Zoobesuchs.
Ein Grillplatz bietet eine weitere Aufenthaltsmöglichkeit. Zusammen mit dem Restaurant und den Grünflächen können Besucherinnen und Besucher dadurch mehrere Stunden auf dem Gelände verbringen.
Die Kombination aus Tierpark, Spielplatz und Gastronomie prägt den Charakter des Plättli als klassisches Schweizer Familienausflugsziel.
Restaurant Plättli
Eng mit dem Zoo verbunden ist das Restaurant Plättli. Historisch entstand der Zoo überhaupt erst aus dem bestehenden Restaurant- und Landwirtschaftsbetrieb.
Das Restaurant befindet sich oberhalb von Frauenfeld und verfügt über eine Gartenwirtschaft. Durch die erhöhte Lage bietet sich ein Blick über die Umgebung und das Thurtal.
Zoo und Restaurant werden gemeinsam von der Plättli Zoo AG betrieben, besitzen jedoch unterschiedliche Öffnungszeiten.[2]
Die gastronomische Tradition ist damit ebenso alt wie die Geschichte des Zoos selbst und weiterhin ein zentraler Bestandteil des Familienunternehmens.
Öffnungszeiten
Der Plättli Zoo ist nach Angaben des Betreibers 365 Tage im Jahr geöffnet, einschliesslich der Feiertage.[6]
| Zeitraum | Öffnungszeiten |
|---|---|
| April bis Oktober | 09:00–18:00 Uhr |
| November bis März | 09:00–17:00 Uhr |
Da Öffnungszeiten und Eintrittspreise geändert werden können, empfiehlt sich vor einem Besuch die Kontrolle auf der offiziellen Website.
Hunde
Gewöhnliche Hunde dürfen nicht in den Plättli Zoo mitgenommen werden.[6]
Für ausgebildete Assistenz- und Begleithunde bestehen besondere Regelungen. Sie müssen als solche erkennbar sein und während des gesamten Aufenthalts an einer kurzen Leine geführt werden. Der Zutritt zum Streichelzoo ist mit Assistenzhunden aus Sicherheitsgründen nicht gestattet.[7]
Erschliessung
Der Zoo ist sowohl mit dem öffentlichen Verkehr als auch mit dem Auto erreichbar.
Vom Bahnhof Frauenfeld besteht eine direkte Stadtbusverbindung zur Haltestelle Frauenfeld, Plättli Zoo. Die Haltestelle befindet sich unmittelbar beim Ausflugsziel. Im Fahrplanjahr 2026 wird der Bereich unter anderem von den Frauenfelder Stadtbuslinien 803 und 813 bedient.[8]
Mit dem Auto erfolgt die Anfahrt von der Autobahn A7 über die Ausfahrt Frauenfeld Ost und anschliessend in Richtung Frauenfeld beziehungsweise Oberkirch. Beim Zoo sind Parkmöglichkeiten vorhanden.[4]
Bedeutung für Frauenfeld
Der Plättli Zoo ist seit mehreren Generationen Bestandteil des Freizeitangebots von Frauenfeld. Seine Entwicklung unterscheidet sich deutlich von jener grosser städtischer Zoos, da die Anlage aus einem privaten Familienunternehmen hervorging und bis heute privat betrieben wird.
Die Verbindung von Restaurant, Tierhaltung und Ausflugsbetrieb spiegelt eine Form des Freizeitangebots wider, die in der Schweiz besonders in der Mitte des 20. Jahrhunderts verbreitet war. Während sich Tierhaltung und Besucheransprüche seither grundlegend verändert haben, blieb die familiäre Struktur des Plättli erhalten.
Für die Stadt Frauenfeld bildet der Zoo ein überregional bekanntes Ausflugsziel. Die direkte Einbindung in das Stadtbusnetz unterstreicht seine Rolle innerhalb des lokalen Freizeit- und Tourismusangebots.
Vergleich mit anderen Tierparks
Der Plättli Zoo gehört zu den kleineren zoologischen Einrichtungen der Schweiz. Im weiteren Umfeld befinden sich mehrere andere Tierparks mit unterschiedlichen Schwerpunkten.
Der Walter Zoo in Gossau SG ist wesentlich grösser und hält eine grössere Zahl exotischer Tierarten. Der Zoo Zürich gehört zu den bedeutendsten wissenschaftlich geführten Zoos der Schweiz. Einrichtungen wie der Wildpark Bruderhaus bei Winterthur konzentrieren sich dagegen stärker auf einheimische und europäische Wildtiere.
Der Plättli Zoo nimmt innerhalb dieser Landschaft eine eigene Position als privat finanzierter Familienzoo mit engem Bezug zur Geschichte der Familie Mauerhofer ein.
Siehe auch
- Frauenfeld
- Kanton Thurgau
- Zoo in der Schweiz
- Walter Zoo
- Zoo Zürich
- Wildpark Bruderhaus
- Tierpark Goldau
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 Plättli Zoo AG: Unsere Tiere von A–Z, abgerufen am 9. August 2026.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 2,3 Plättli Zoo AG: Restaurant Plättli – Eckdaten zu Plättli Zoo und Restaurant, abgerufen am 9. August 2026.
- ↑ Regio Frauenfeld: Plättli Zoo, abgerufen am 9. August 2026.
- ↑ 4,0 4,1 4,2 4,3 4,4 Plättli Zoo AG: Plättli Team, abgerufen am 9. August 2026.
- ↑ Plättli Zoo AG: Schulen erobern den Plättli Zoo Frauenfeld, abgerufen am 9. August 2026.
- ↑ 6,0 6,1 Plättli Zoo AG: Öffnungszeiten und Eintrittspreise, abgerufen am 9. August 2026.
- ↑ Plättli Zoo AG: Assistenzhunde im Plättli Zoo, abgerufen am 9. August 2026.
- ↑ Stadt Frauenfeld: Stadtbus-Fahrpläne 2026, Haltestelle Frauenfeld, Plättli Zoo, gültig ab 14. Dezember 2025.