Zürichhorn

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Zürichhorn ist eine markante Landzunge und ausgedehnte Parkanlage am rechten Ufer des Zürichsees in der Stadt Zürich. Es liegt im Quartier Seefeld des Kreises 8 und gehört zu den bekanntesten Naherholungsgebieten der Stadt. Gemeinsam mit der Blatterwiese, dem Chinagarten Zürich, dem Pavillon Le Corbusier, der Fischerstube und weiteren Anlagen bildet das Zürichhorn einen weitläufigen öffentlichen Grün- und Kulturraum unmittelbar am See.

Seine heutige Gestalt ist das Ergebnis einer mehr als hundertjährigen Entwicklung. Ursprünglich entstand die Landzunge als natürliches Delta eines Wildbachs. Nach Hochwassern und der Korrektur des Bachlaufs wurde das Gebiet im späten 19. Jahrhundert landschaftlich gestaltet und in die rechtsufrigen Zürcher Quaianlagen einbezogen. Später hinterliessen insbesondere die Schweizerische Landesausstellung 1939 und die Schweizerische Gartenbau-Ausstellung G59 von 1959 deutliche Spuren.

Heute ist das Zürichhorn durch grosse Liegewiesen, alte Bäume, Spazierwege, Spiel- und Badebereiche, Gastronomie, Kunstwerke und bedeutende Architekturbauten geprägt. Es gehört besonders während der warmen Jahreszeit zu den meistbesuchten öffentlichen Erholungsräumen Zürichs.[1]

Zürichhorn
Ort Zürich
Quartier Seefeld
Stadtkreis Kreis 8
Historische Gemeinde Riesbach
Kanton Zürich
Land Schweiz
Gewässer Zürichsee
Art Landzunge, Park- und Quaianlage
Entwicklung zur Parkanlage seit dem späten 19. Jahrhundert
Wichtige Ausstellungen Landesausstellung 1939
Gartenbau-Ausstellung G59, 1959
Postleitzahl 8008

Lage

Das Zürichhorn liegt am rechten Zürichseeufer südöstlich der Innenstadt. Es bildet einen markanten Vorsprung in den See zwischen dem dichter bebauten Seefeld und dem Gebiet von Tiefenbrunnen.

Im Norden schliessen die Seeanlagen des Seefelds mit Utoquai und Seefeldquai an. Westlich beziehungsweise nordwestlich liegen die Blatterwiese, der Chinagarten und der Pavillon Le Corbusier. Südöstlich führen die Uferanlagen weiter zum Strandbad Tiefenbrunnen und zum Bahnhof Zürich Tiefenbrunnen.

Die Bellerivestrasse verläuft landseitig parallel zum Seeufer und bildet eine der wichtigsten Verkehrsachsen zwischen der Zürcher Innenstadt und der sogenannten Goldküste.

Vom Zürichhorn besteht ein weiter Blick über den Zürichsee. Bei klarer Sicht sind die Berge der Zentral- und Ostschweizer Alpen sichtbar.

Entstehung der Landzunge

Das Zürichhorn ist ursprünglich keine künstlich angelegte Halbinsel, sondern entstand als Delta eines Baches.

Der Wildbach transportierte über lange Zeit Geschiebe aus den höher gelegenen Gebieten des Zürichbergs und lagerte dieses an seiner Mündung in den Zürichsee ab. Dadurch bildete sich schrittweise die charakteristische Landzunge.[1]

Die natürliche Auen- und Deltalandschaft war von Wasserläufen, Kies- und Sandablagerungen sowie Ufervegetation geprägt.

Das damalige Zürichhorn galt bereits vor seiner systematischen Gestaltung als landschaftlich reizvoller Ort. Der Schweizer Tiermaler Rudolf Koller hielt die Gegend in Bildern fest.

Hochwasser und Bachkorrektion

Ein schweres Hochwasser im Jahr 1878 gab den entscheidenden Anstoss zur Regulierung des Wildbachs.

Im Zuge der folgenden wasserbaulichen Arbeiten wurde der Bachlauf korrigiert. Seit 1881 wird der Unterlauf als Hornbach in südlicher Richtung in den Zürichsee geführt.[1]

Dadurch verlor die bisherige Bachmündung ihre ursprüngliche Funktion.

Die Veränderung ermöglichte zugleich eine systematische landschaftliche Gestaltung des Zürichhorns.

Die frühere Wildbachmündung wurde später zu einem kleinen Hafen beziehungsweise Becken für Ruderboote umgestaltet.

Entwicklung der Quaianlagen

Das Zürichhorn ist Teil der grossen Zürcher Seeufer- und Quaianlagen, deren Entwicklung im 19. Jahrhundert das Erscheinungsbild der Stadt grundlegend veränderte.

Die neuen Quaianlagen rund um das untere Zürichseebecken wurden als gemeinsames Projekt der damaligen Gemeinden Zürich, Enge und Riesbach entwickelt.

1887 wurden die neuen Quaianlagen offiziell eingeweiht.[2]

Sie reichten vom Hafen Enge auf der linken Seeseite bis zum Hafen Riesbach auf der rechten Seite.

Die damals noch selbständige Gemeinde Riesbach investierte erhebliche Mittel in die weitere Gestaltung ihres Seeufers. Bis zur Eingemeindung von 1893 waren die Park- und Quaianlagen bereits bis Tiefenbrunnen ausgebaut.[3]

Gestaltung durch Mertens und Froebel

Eine entscheidende Rolle bei der Umwandlung des Zürichhorns in eine öffentliche Parklandschaft spielten die Gartenarchitekten Evariste Mertens und Otto Froebel.

Beide waren bereits an der Gestaltung der Zürcher Quaianlagen beteiligt.

Am Zürichhorn entwickelten sie aus der früheren Auenlandschaft eine grosszügige Spazierlandschaft. Dabei wurde der vorhandene Baumbestand nach Möglichkeit geschont.[1]

Die frühere Mündung des Wildbachs wurde in die Gestaltung einbezogen und zu einem Hafen für Ruderboote umgeformt.

Damit entstand die Grundlage der heutigen Parkanlage.

Denkmal für den Schweizerpsalm

Im Zürichhorn steht ein turmartiges Denkmal aus Kalkstein, das gleichzeitig als Brunnen gestaltet ist.

Es wurde 1910 nach einem Entwurf von Franz Wanger errichtet.[1]

Das Denkmal erinnert an den Dichter Leonhard Widmer und den Komponisten Alberich Zwyssig.

Widmer verfasste den Text und Zwyssig komponierte die Melodie des Schweizerpsalms.

Der Schweizerpsalm wurde später zur offiziellen Schweizer Nationalhymne.

Kasino Zürichhorn

Im frühen 20. Jahrhundert entwickelte sich das Zürichhorn zunehmend zu einem beliebten Ausflugsziel.

Eine wichtige Attraktion war das Kasino Zürichhorn, ein Restaurant für Spaziergängerinnen und Spaziergänger sowie Ausflugsgäste.

Das damalige Gebäude wurde 1938 abgebrochen, weil das Gelände für die bevorstehende Schweizerische Landesausstellung von 1939 benötigt wurde.[1]

Mitte der 1960er-Jahre entstand weiter östlich ein neues Restaurantgebäude. Das heutige Gastronomiegebäude wurde 1965 eröffnet und ist heute unter dem Namen Lake Side bekannt.

Schweizerische Landesausstellung 1939

Die Schweizerische Landesausstellung 1939, allgemein als Landi 39 bezeichnet, hatte grossen Einfluss auf das Zürichhorn und die umliegenden Seeanlagen.

Die Ausstellung fand auf beiden Seiten des Zürichsees statt. Das rechte Ufer wurde insbesondere durch das sogenannte Landidörfli geprägt.

Zahlreiche provisorische Bauten, Restaurants, Ausstellungspavillons und Freizeitanlagen entstanden am Zürichhorn.

Obwohl die meisten Anlagen nach Ende der Ausstellung wieder entfernt wurden, blieb die Landi ein wichtiger Entwicklungsschritt für die öffentliche Nutzung des Seeufers.

Zu den bekanntesten Erinnerungen an die Ausstellung gehört die Fischerstube.

Fischerstube

Die Fischerstube wurde für die Landesausstellung 1939 errichtet.

Das Restaurant stand auf Pfählen direkt über dem Zürichsee und bildete zusammen mit einer kleineren Fischerhütte eines der Wahrzeichen des Landidörflis.[4]

Die ursprünglichen Architekten waren Karl Kündig und Heinrich Oetiker.

1940 wurde das Ensemble durch ein Gartenbuffet ergänzt.

Nach einem Brand wurde die Fischerstube 1957 in ähnlicher Form, jedoch teilweise mit anderen Materialien wieder aufgebaut. Die vom Feuer verschonte Fischerhütte blieb dagegen teilweise im Originalzustand erhalten.[4]

Über Jahrzehnte entwickelte sich die Fischerstube zu einem festen Bestandteil des Zürichhorns.

Neubau der Fischerstube

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts befand sich insbesondere die Pfahlkonstruktion des Gebäudes in einem schlechten Zustand.

Eine dauerhafte Instandsetzung des Restaurants war nicht mehr sinnvoll. Deshalb entschied sich die Stadt Zürich für einen Ersatzneubau, der sich eng am historischen Erscheinungsbild orientiert.

Zwischen Oktober 2019 und Juni 2021 wurde das gesamte Ensemble grundlegend erneuert.[5]

Am 1. Juli 2021 wurde die neue Fischerstube eröffnet.

Der Holzbau steht wiederum auf Pfählen über dem Wasser und besitzt ein traditionell wirkendes Schilfdach.

Auch die Fischerhütte, das Gartenbuffet, der Uferbereich und der angrenzende Teich wurden erneuert beziehungsweise restauriert.

Gartenbau-Ausstellung G59

Eine weitere prägende Phase begann mit der 1. Schweizerischen Gartenbau-Ausstellung, der sogenannten G59, die 1959 in Zürich stattfand.

Wie bereits die Landi 1939 nutzte auch die G59 grosse Teile der Seeanlagen.

Die Ausstellung hatte einen erheblichen Einfluss auf die Gestaltung des Zürichhorns und der Blatterwiese.

Mehrere Elemente sind bis heute erhalten beziehungsweise in späteren Sanierungen wiederhergestellt worden.

Dazu gehören:

  • der Teich mit seinen charakteristischen runden Trittsteinen
  • das Rhododendrontal
  • die Stufenlandschaft am Zürichseeufer
  • das rechtwinklige Wegnetz im Bereich des Zürichhorns

Diese Elemente dokumentieren die moderne Landschaftsarchitektur der Nachkriegszeit.[1]

Nymphenteich

Der Teich beim Fischerstuben-Ensemble geht auf die frühere Mündung des Wildbachs zurück.

Für die Gartenbau-Ausstellung G59 wurde er grundlegend umgestaltet und als Nymphenteich inszeniert.

Besonders charakteristisch sind die kreisförmigen Trittsteine über dem Wasser.

Im Zusammenhang mit der Erneuerung der Fischerstube von 2019 bis 2021 wurde auch der denkmalgeschützte Teich restauriert.

Dabei wurde die Gestaltung aus der Zeit der G59 weitgehend wiederhergestellt.[5]

Blatterwiese

Die Blatterwiese liegt unmittelbar nordwestlich des eigentlichen Zürichhorns.

Sie ist eine der grossen öffentlichen Liegewiesen am rechten Zürichseeufer und wird im Volksmund wegen des benachbarten Chinagartens häufig Chinawiese genannt.

Auf dem Gelände befand sich früher eine Seidenfärberei.[6]

Die Fläche war sowohl Teil der Landesausstellung von 1939 als auch der Gartenbau-Ausstellung G59 von 1959.

1990 erwarb die Stadt Zürich zusätzlich den benachbarten Seeburgpark, um die öffentliche Grünanlage angesichts des starken Nutzungsdrucks zu erweitern.[6]

Heute dient die Blatterwiese vor allem als Liege-, Spiel-, Picknick- und Freizeitfläche.

Chinagarten Zürich

Unmittelbar an der Blatterwiese liegt der Chinagarten Zürich.

Der Garten wurde 1994 eröffnet und ist ein Geschenk der chinesischen Partnerstadt Kunming an Zürich.[7]

Mit dem Geschenk bedankte sich Kunming für die Unterstützung Zürichs beim Ausbau der Trinkwasserversorgung und der Stadtentwässerung.

Der von einer roten Mauer eingefasste Garten gilt als einer der bedeutenden chinesischen Gärten ausserhalb Chinas.

Seine Gestaltung folgt traditionellen chinesischen Prinzipien.

Im Mittelpunkt steht das Thema «Drei Freunde im Winter». Damit sind Föhre, Bambus und Winterkirsche gemeint, die symbolisch für Beständigkeit stehen.

Gestaltung des Chinagartens

Im Zentrum des Chinagartens befindet sich ein Teich mit einer kleinen Insel.

Rund um das Wasser stehen Pavillons und weitere traditionelle Gebäude. Geschwungene Dächer, bemalte Holzkonstruktionen, Brücken, Steinsetzungen und eine künstliche Felslandschaft prägen die Anlage.

Die räumliche Gestaltung basiert auf dem Wechsel zwischen offenen und geschlossenen Bereichen sowie zwischen direkten und bewusst unterbrochenen Sichtbeziehungen.

Wege und Zickzackbrücken führen Besucherinnen und Besucher durch wechselnde Gartenbilder.

Der Chinagarten bildet damit einen deutlichen gestalterischen Kontrast zur offenen Landschaft der benachbarten Blatterwiese.

Pavillon Le Corbusier

Am nordwestlichen Rand der Blatterwiese befindet sich der Pavillon Le Corbusier.

Das Gebäude wurde von dem schweizerisch-französischen Architekten Le Corbusier entworfen und von der Galeristin, Innenarchitektin und Kunstvermittlerin Heidi Weber initiiert und finanziert.

Die Stadt Zürich überliess ihr 1964 das Grundstück an der Blatterwiese für fünfzig Jahre im Baurecht.[8]

Der Bau wurde nach Le Corbusiers Tod fertiggestellt und im Juli 1967 eröffnet.

Er ist das letzte realisierte Gebäude des Architekten und zugleich sein einziges ausgeführtes Bauwerk in der deutschsprachigen Schweiz.[9]

Architektur des Pavillons

Der Pavillon unterscheidet sich deutlich von vielen früheren Bauten Le Corbusiers.

Statt Sichtbeton verwendete der Architekt eine modulare Konstruktion aus Stahl und Glas.

Grosse farbige Fassadenflächen, ein weit auskragendes Dach und geometrisch klar gegliederte Bauteile machen das Gebäude zu einem auffälligen Bestandteil der Parklandschaft.

Le Corbusier bezeichnete das Projekt auch als Maison d'Homme.

Der Pavillon war als begehbares Gesamtkunstwerk und Ausstellungsraum für Kunst, Architektur und die Ideen Le Corbusiers konzipiert.

Seit Mai 2014 befindet sich das Gebäude im Eigentum der Stadt Zürich.

Nach einer umfassenden Restaurierung wurde es 2019 wiedereröffnet. Seither betreibt das Museum für Gestaltung Zürich den Pavillon im Auftrag der Stadt.

Heureka

Zu den bekanntesten Kunstwerken am Zürichhorn gehört die kinetische Grossplastik Heureka des Schweizer Künstlers Jean Tinguely.

Tinguely schuf das Werk 1964 für die Schweizerische Landesausstellung Expo 64 in Lausanne.[10]

Die Konstruktion besteht unter anderem aus Eisenstangen, Rädern, Metallrohren und verschiedenen beweglichen Elementen.

Motoren setzen Teile der Maschine in Bewegung. Dabei entstehen zahlreiche scheinbar komplizierte Abläufe, ohne dass die Maschine einen praktischen Zweck erfüllt.

Der Name Heureka bedeutet sinngemäss «Ich habe es gefunden» und ist bei der bewusst zwecklosen Maschine ironisch gemeint.

Heureka am Zürichhorn

Der Zürcher Kunstsammler Walter A. Bechtler erwarb die Skulptur und stellte sie der Stadt Zürich als Dauerleihgabe zur Verfügung.

Die Suche nach einem geeigneten Standort gestaltete sich schwierig. Verschiedene mögliche Plätze wurden geprüft, weil Anwohnende insbesondere Lärmbelastungen durch die Maschine befürchteten.

1967 wurde Heureka schliesslich am Zürichhorn aufgestellt.[10]

Der zunächst als provisorisch gedachte Standort etablierte sich dauerhaft.

Heute gehört das Werk zu den bekanntesten Kunstwerken im öffentlichen Raum Zürichs und gilt als ein Hauptwerk Tinguelys.

Kunst im öffentlichen Raum

Neben Heureka befinden sich im Bereich des Zürichhorns weitere Kunstwerke und Denkmäler.

Die Verbindung von Landschaftsarchitektur und Kunst ist ein charakteristisches Element der Seeanlagen.

Die Werke stehen nicht in einem abgeschlossenen Museum, sondern sind direkt in den stark genutzten öffentlichen Parkraum integriert.

Dadurch begegnen Besucherinnen und Besucher beim Spazieren, Baden oder Picknicken gleichzeitig bedeutenden Werken der Kunst- und Architekturgeschichte.

Parklandschaft

Das Zürichhorn besitzt keine einheitliche Gestaltung aus einer einzigen Epoche.

Vielmehr überlagern sich verschiedene historische Schichten.

Dazu gehören:

  • das natürliche ehemalige Wildbachdelta
  • die Parkgestaltung des späten 19. Jahrhunderts
  • Elemente der Quaianlagen von 1887
  • Bauten und Landschaftselemente der Landi 1939
  • Anlagen der Gartenbau-Ausstellung G59
  • Kunst und Architektur der 1960er-Jahre
  • der Chinagarten von 1994
  • jüngere Sanierungen und Neubauten

Gerade diese Überlagerung verschiedener Epochen gilt als besondere Qualität des Zürichhorns.[3]

Bäume und Vegetation

Die Parkanlage besitzt einen bedeutenden Bestand alter Bäume.

Bereits bei der ersten landschaftlichen Umgestaltung im späten 19. Jahrhundert wurde Wert darauf gelegt, vorhandene Gehölze möglichst zu erhalten.

Heute wechseln offene Wiesenflächen mit Baumgruppen, Ufervegetation, Zierpflanzungen und stärker gestalteten Gartenbereichen.

Das Rhododendrontal und weitere Pflanzungen erinnern an die Gartenbau-Ausstellung von 1959.

Die Vegetation besitzt neben ihrem gestalterischen Wert auch Bedeutung für Stadtklima und Biodiversität.

Erholung und Freizeit

Zürichhorn und Blatterwiese gehören zu den wichtigsten Freizeitgebieten am Zürichsee.

Die Grünflächen werden zum Sonnenbaden, Picknicken, Grillieren, Spielen und für verschiedene Sportaktivitäten genutzt.

An warmen Sommertagen baden zahlreiche Besucherinnen und Besucher direkt vom frei zugänglichen Seeufer aus.

Weitere Möglichkeiten bieten der grosse Kinderspielplatz, öffentliche Grillstellen und Gastronomiebetriebe.

Der Seeuferweg ermöglicht ausgedehnte Spaziergänge zwischen Innenstadt und Tiefenbrunnen.

Kinderspielplatz

Auf der Blatterwiese befindet sich einer der grösseren Kinderspielplätze am rechten Zürichseeufer.

Ein früherer Spielplatz war für die Gartenbau-Ausstellung G59 angelegt worden.

Nach fast fünf Jahrzehnten intensiver Nutzung wurde die Anlage 2006/07 grundlegend erneuert.

Der neue Spielplatz wurde am 16. Juni 2007 eröffnet.[11]

Zur Ausstattung gehören unter anderem Kletter-, Sand- und Wasserspielbereiche.

Eine geschwungene Klettermauer schirmt den Spielplatz teilweise vom Verkehr der Bellerivestrasse ab.

Baden

Das Zürichhorn besitzt mehrere frei zugängliche Stellen, an denen direkt im Zürichsee gebadet wird.

Südlich des Parks befindet sich zudem das Strandbad Tiefenbrunnen.

Das Zusammenspiel von Park und See ist ein wesentliches Merkmal der Anlage.

Anders als bei abgeschlossenen Strandbädern können die öffentlichen Wiesen und Uferwege grundsätzlich ganzjährig genutzt werden.

Gastronomie

Mehrere gastronomische Betriebe befinden sich unmittelbar am Zürichhorn oder in seiner Umgebung.

Besonders traditionsreich ist die Fischerstube.

Daneben befindet sich das Restaurant Lake Side in einem modernen Gebäude aus der Mitte der 1960er-Jahre.

Weitere saisonale und kleinere gastronomische Angebote ergänzen das Angebot im Bereich der Seeanlagen.

Die Restaurants profitieren von der unmittelbaren Lage am Wasser und dem weiten Blick über den Zürichsee.

Veranstaltungen

Das Zürichhorn wurde wiederholt als Gelände für Ausstellungen, Feste und Grossveranstaltungen genutzt.

Besonders prägend waren die Landesausstellung von 1939 und die Gartenbau-Ausstellung G59.

Auch heute dienen die grossen Grünflächen gelegentlich kulturellen, sportlichen und gesellschaftlichen Veranstaltungen.

Bei schönem Wetter entstehen durch die intensive Freizeitnutzung jedoch bereits ohne besondere Veranstaltungen grosse Besucherzahlen.

Die Stadt Zürich weist darauf hin, dass sich an attraktiven Wochenenden entlang des Seeufers zwischen Bellevue und Zürichhorn zeitweise bis zu 100'000 Menschen aufhalten können.[12]

Nutzungsdruck

Die starke Beliebtheit des Zürichhorns führt zu einem hohen Nutzungsdruck.

Besonders im Sommer werden Wiesen, Uferbereiche und Wege intensiv beansprucht.

Abfälle, Schäden an Vegetationsflächen und Nutzungskonflikte gehören zu den Herausforderungen für die Pflege der Parkanlage.

Grün Stadt Zürich saniert deshalb regelmässig einzelne Parkbereiche und passt die Infrastruktur an die hohe Besucherzahl an.

Gleichzeitig soll der historische Charakter der Anlage erhalten bleiben.

Verkehr

Das Zürichhorn ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar.

Entlang der Bellerivestrasse verkehren die Tramlinien der Verkehrsbetriebe Zürich zwischen Bellevue und Bahnhof Tiefenbrunnen.

Wichtige Haltestellen in der Umgebung sind unter anderem:

  • Höschgasse
  • Fröhlichstrasse
  • Wildbachstrasse
  • Bahnhof Tiefenbrunnen

Vom Bellevue aus kann das Zürichhorn auch zu Fuss entlang der Seeanlagen erreicht werden.

Der durchgehende Uferweg gehört zu den beliebtesten Spazierwegen der Stadt.

Schifffahrt

Das Zürichhorn ist traditionell auch über den Zürichsee erreichbar.

Im Bereich der Landzunge befindet sich eine Schiffsanlegestelle, die von Kursschiffen beziehungsweise kleineren Angeboten der Schifffahrt genutzt wurde.

Aufgrund von Geschiebeablagerungen des Hornbachs hat sich die Situation an der bestehenden Anlegestelle zunehmend erschwert.

Die Stadt Zürich plant deshalb, die bisherigen Schiffstege beim Zürichhorn und beim Bahnhof Tiefenbrunnen durch eine neue grössere Anlegestelle bei Tiefenbrunnen zu ersetzen.[13]

Die geplante Veränderung steht im Zusammenhang mit der langfristigen Sicherung der öffentlichen Schifffahrt am rechten Zürichseeufer.

Fuss- und Veloverkehr

Der Seeuferweg durch das Zürichhorn ist eine wichtige Verbindung für den Fussverkehr.

Von Bellevue und Sechseläutenplatz kann nahezu durchgehend am See entlang bis Tiefenbrunnen und weiter in Richtung Zollikon spaziert werden.

Auch für den Veloverkehr bestehen wichtige Verbindungen durch beziehungsweise entlang des Seefelds.

Wegen der starken Nutzung der eigentlichen Parkwege durch Fussgängerinnen und Fussgänger sind die verschiedenen Verkehrsarten teilweise getrennt geführt.

Bellerivestrasse

Landseitig wird das Gebiet durch die stark befahrene Bellerivestrasse begrenzt.

Sie gehört zu den wichtigsten Einfallsachsen aus den Gemeinden am rechten Zürichseeufer in die Zürcher Innenstadt.

Die hohe Verkehrsbelastung bildet einen starken Gegensatz zur parkartigen Atmosphäre am See.

Lärmschutz und sichere Querungen zwischen den Wohngebieten des Seefelds und den Seeanlagen sind deshalb wichtige Themen der Stadtplanung.

Bedeutung für das Seefeld

Für das Quartier Seefeld ist das Zürichhorn der wichtigste grosse öffentliche Grün- und Erholungsraum.

Die umliegenden Wohngebiete sind vergleichsweise dicht bebaut, weshalb die frei zugänglichen Seeanlagen eine zentrale Bedeutung für die Lebensqualität besitzen.

Gleichzeitig zieht das Zürichhorn weit über das Quartier hinaus Besucherinnen und Besucher aus der gesamten Stadt und Region an.

Der Ort erfüllt deshalb sowohl die Funktion eines Quartierparks als auch die eines städtischen und regionalen Ausflugsziels.

Gartendenkmalpflege

Das Zürichhorn besitzt eine grosse gartenhistorische Bedeutung.

Die verschiedenen Gestaltungsschichten dokumentieren mehr als hundert Jahre Schweizer Landschaftsarchitektur.

Bei Erneuerungen werden deshalb nicht nur aktuelle Nutzungsbedürfnisse berücksichtigt, sondern auch historische Strukturen erhalten beziehungsweise wieder sichtbar gemacht.

Ein Beispiel ist die Wiederherstellung des Nymphenteichs mit seinen Trittsteinen aus der Zeit der G59.

Auch Wegstrukturen, Ufergestaltung und charakteristische Pflanzungen sind Teil des gartendenkmalpflegerischen Gesamtkonzepts.

Bedeutung

Das Zürichhorn gehört zu den bedeutendsten öffentlichen Seeanlagen Zürichs.

Seine Besonderheit liegt in der Verbindung von natürlicher Landschaftsentwicklung, Gartenkunst, Architektur, Kunst und Freizeitnutzung.

Innerhalb weniger hundert Meter befinden sich mit dem Pavillon Le Corbusier, Heureka, dem Chinagarten und der Fischerstube mehrere Objekte von überregionaler beziehungsweise internationaler Bedeutung.

Gleichzeitig ist das Zürichhorn kein museales Gelände, sondern ein intensiv genutzter Alltagsraum.

Spaziergängerinnen und Spaziergänger, Familien, Badende, Sporttreibende und Touristinnen und Touristen nutzen dieselbe Landschaft, in der sich Spuren der Quaibauten des 19. Jahrhunderts, der Landi 1939 und der G59 erhalten haben.

Charakter

Das heutige Zürichhorn ist eine über mehr als ein Jahrhundert gewachsene Parklandschaft.

Aus dem natürlichen Delta eines Wildbachs entstand zunächst eine romantische Spazierlandschaft. Grossausstellungen des 20. Jahrhunderts ergänzten neue Bauten und moderne Gartenarchitektur.

Mit Heureka und dem Pavillon Le Corbusier kamen in den 1960er-Jahren bedeutende Werke moderner Kunst und Architektur hinzu. Der 1994 eröffnete Chinagarten ergänzte die Anlage um einen international geprägten Gartenraum.

Die 2021 erneuerte Fischerstube knüpft wiederum bewusst an die Gestaltung der Landesausstellung von 1939 an.

Diese Mischung verschiedener Epochen, die direkte Lage am Zürichsee und die intensive öffentliche Nutzung machen das Zürichhorn zu einem der charakteristischsten Erholungs- und Kulturräume Zürichs.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 Zürichhorn, Stadt Zürich, abgerufen am 8. August 2026.
  2. Europäische Tage des Denkmals – Quaianlagen, Stadt Zürich, 2026.
  3. 3,0 3,1 Gartendenkmal Rechtes Zürichseeufer, Grün Stadt Zürich.
  4. 4,0 4,1 Restaurant Fischerstube – Neubau des «Landi»-Originals, Stadt Zürich, abgerufen am 8. August 2026.
  5. 5,0 5,1 Bauabschluss Restaurant Fischerstube, Stadt Zürich, 18. Juni 2021.
  6. 6,0 6,1 Blatterwiese, Stadt Zürich, abgerufen am 8. August 2026.
  7. Chinagarten, Stadt Zürich, abgerufen am 8. August 2026.
  8. Pavillon Le Corbusier, Stadt Zürich, abgerufen am 8. August 2026.
  9. Pavillon Le Corbusier: Eröffnung nach umfassender Instandsetzung, Stadt Zürich, 8. Mai 2019.
  10. 10,0 10,1 Tinguelys «Heureka», Stadt Zürich, 26. Mai 2011.
  11. Eröffnung des neuen Kinderspielplatzes am Zürichhorn, Stadt Zürich, 13. Juni 2007.
  12. Zürichhorn: Sanierung des Parkteils West, Stadt Zürich, 7. Juni 2006.
  13. Konzessionsgesuch Ersatzneubau Schiffsanlegestelle Tiefenbrunnen, Stadt Zürich, 29. Oktober 2025.

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