Glarner Kantonalbank
| Glarner Kantonalbank | |
|---|---|
| Abkürzung | GLKB |
| Unternehmensform | Spezialgesetzliche Aktiengesellschaft |
| Gründung | 1884 |
| Sitz | Glarus |
| Branche | Bank |
| Banktyp | Kantonalbank, Universalbank |
| Verwaltungsratspräsident | Urs P. Gnos |
| Vorsitzender der Geschäftsleitung | Sven Wiederkehr |
| Mitarbeitende | 338, davon 19 Lernende (1. Januar 2026) |
| Filialstandorte | 6 |
| Bilanzsumme | 9,157 Milliarden Franken (2025) |
| Betriebsertrag | 95,8 Millionen Franken (2025) |
| Reingewinn | 21,8 Millionen Franken (2025) |
| Mehrheitsaktionär | Kanton Glarus mit 58,15 % |
| Staatsgarantie | ja, unbeschränkt |
| Börsenkotierung | SIX Swiss Exchange |
| Börsensymbol | GLKBN |
| ISIN | CH0189396655 |
| Website | www.glkb.ch |
Die Glarner Kantonalbank, kurz GLKB, ist die Kantonalbank des Kantons Glarus. Sie wurde 1884 gegründet und hat ihren Sitz in der Stadt Glarus. Seit 2010 ist sie als spezialgesetzliche Aktiengesellschaft organisiert; seit 2014 werden ihre Namenaktien an der SIX Swiss Exchange gehandelt. Der Kanton Glarus hält 58,15 Prozent des Aktienkapitals und bleibt damit Mehrheitsaktionär.[1][2]
Die GLKB ist eine regional verankerte Universalbank. Zu ihren wichtigsten Geschäftsfeldern gehören das Spar- und Hypothekargeschäft, die Finanzierung von Unternehmen, die Vermögensberatung und Vermögensverwaltung, das Anlage- und Vorsorgegeschäft sowie Dienstleistungen für institutionelle Kunden. Unter der Marke bitubi bietet sie anderen Banken, Versicherungen, Pensionskassen und Finanzunternehmen zudem technische Plattformen, Softwarelizenzen und die Abwicklung von Finanzprodukten an.[1]
Ende 2025 wies die Bank eine Bilanzsumme von 9,157 Milliarden Franken aus. Die Hypothekarforderungen beliefen sich auf 6,175 Milliarden Franken und die Verpflichtungen aus Kundeneinlagen auf 4,822 Milliarden Franken. Der Reingewinn betrug 21,8 Millionen Franken.[3]
Auftrag und Stellung im Kanton
Die Glarner Kantonalbank erfüllt einen im kantonalen Recht festgelegten Leistungsauftrag. Sie soll als Universalbank marktübliche Bankgeschäfte nach anerkannten Grundsätzen betreiben und im Rahmen ihrer Tätigkeit zu einer ausgewogenen und nachhaltigen Entwicklung der Glarner Wirtschaft beitragen.
Im Zentrum des Auftrags stehen die Versorgung der Bevölkerung, der kleinen und mittleren Unternehmen sowie der öffentlich-rechtlichen Körperschaften mit Bankdienstleistungen. Die Bank kann zudem Projekte mit besonderer volkswirtschaftlicher Bedeutung unterstützen und Dienstleistungen zur Förderung von Wohneigentum anbieten.
Die GLKB ist damit einerseits ein gewinnorientiertes, der Bankenregulierung und dem Wettbewerb unterstehendes Unternehmen. Andererseits besitzt sie aufgrund der kantonalen Mehrheitsbeteiligung, der Staatsgarantie und ihres gesetzlichen Auftrags eine besondere öffentliche Funktion.
Die Bank gehört zu den bedeutenden Arbeitgeberinnen und Finanzinstituten des Kantons. Sie finanziert einen grossen Teil des regionalen Wohneigentums, begleitet lokale Unternehmen und Gemeinden und stellt Zahlungs-, Spar-, Anlage- und Vorsorgedienstleistungen bereit.
Rechtsform
Die Glarner Kantonalbank ist eine spezialgesetzliche Aktiengesellschaft gemäss dem Gesetz über die Glarner Kantonalbank. Diese Rechtsform verbindet aktienrechtliche Strukturen mit besonderen Bestimmungen des kantonalen öffentlichen Rechts.
Bis 2010 war die Bank als öffentlich-rechtliche Körperschaft organisiert. Die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft erfolgte auf Grundlage der von der Glarner Landsgemeinde 2009 angenommenen Revision des Kantonalbankgesetzes. Damit wurden verschiedene Zuständigkeiten vom Landrat auf die Generalversammlung, den Verwaltungsrat und den Regierungsrat als Vertreter des Kantons übertragen.[4]
Das Unternehmen untersteht dem schweizerischen Bankengesetz und der Aufsicht der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA). Zusätzlich nimmt der Regierungsrat des Kantons Glarus bestimmte Aufsichts- und Eigentümerfunktionen wahr.
Die spezialgesetzliche Rechtsform wurde auch nach der Ablehnung einer weiteren Reform an der Landsgemeinde von 2022 beibehalten. Die damals vorgeschlagene Umwandlung in eine gewöhnliche privatrechtliche Aktiengesellschaft kam nicht zustande.[5]
Eigentumsverhältnisse
Das Aktienkapital beträgt 135 Millionen Franken und ist in 13,5 Millionen vollständig liberierte Namenaktien mit einem Nennwert von je zehn Franken eingeteilt. Ende 2025 betrug die Börsenkapitalisierung rund 284,9 Millionen Franken.[3]
Der Kanton Glarus hielt Ende 2025 einen Anteil von 58,15 Prozent am Kapital und an den Stimmen. Bis zum Börsengang von 2014 war er Alleinaktionär. Das Kantonalbankgesetz erlaubt dem Kanton, höchstens 49,9 Prozent des ausstehenden Aktienkapitals bei anderen Anlegern zu platzieren. Er muss somit stets die Mehrheit an Kapital und Stimmen behalten.
Die übrigen Aktien befinden sich im Streubesitz. Ende 2025 waren 4832 Aktionärinnen und Aktionäre im Aktienregister eingetragen. Kein anderer Aktionär hielt mehr als fünf Prozent der Kapital- oder Stimmrechte. Die UBS Fund Management (Switzerland) AG verfügte gemäss einer börsenrechtlichen Meldung über einen Anteil von 4,84 Prozent.[3]
Für gewöhnliche Aktionäre besteht eine statutarische Stimmrechtsbegrenzung von fünf Prozent. Diese gilt nicht für den Kanton Glarus oder für Dritte, an welche der Kanton Teile seiner Beteiligung verkauft.
Staatsgarantie
Die Glarner Kantonalbank verfügt über eine unbeschränkte Staatsgarantie des Kantons Glarus. Sollte die Bank ihre fälligen Verpflichtungen nicht mehr aus eigener Kraft erfüllen können, haftet der Kanton nach den gesetzlichen Bestimmungen subsidiär für diese Verpflichtungen.[6]
Die Garantie umfasst unter anderem:
- Guthaben auf Privat-, Spar- und Geschäftskonten;
- Festgelder;
- Kassenobligationen;
- Vorsorgeguthaben der Säule 3a;
- weitere vertragliche Verpflichtungen der Bank.
Nicht von der Staatsgarantie erfasst sind Eigenkapitalinstrumente wie die Aktien der Glarner Kantonalbank. Auch Wertschriften und Fondsanteile werden nicht gegen marktbedingte Wertverluste geschützt.
Für die Garantie bezahlt die Bank dem Kanton eine jährliche Abgeltung. Diese wird unter Berücksichtigung des Haftungsrisikos und des Finanzierungsvorteils berechnet, den die Bank aufgrund der kantonalen Garantie erhält. Im Geschäftsjahr 2025 betrug die Abgeltung eine Million Franken.[3]
Zusätzlich ist die GLKB dem schweizerischen Einlagensicherungssystem angeschlossen. Dieses schützt im Konkursfall privilegierte Einlagen bis zu 100'000 Franken pro Kunde und Bank. Die Staatsgarantie reicht bei der GLKB über diesen gesetzlichen Einlegerschutz hinaus.
Politische Diskussion
Die Staatsgarantie war wiederholt Gegenstand politischer Debatten. Der Regierungsrat und eine Mehrheit des Landrates schlugen vor, die Garantie im Rahmen einer umfassenden Revision der Eigentümer- und Rechtsstruktur aufzuheben.
Die Vorlage sah ausserdem vor, die Bank in eine privatrechtliche Aktiengesellschaft umzuwandeln und dem Kanton eine Reduktion seiner Beteiligung bis auf einen Drittel plus eine Aktie zu ermöglichen. Die Landsgemeinde lehnte die Reform am 1. Mai 2022 mit klarem Mehr ab.[5]
Damit blieben die unbeschränkte Staatsgarantie, die spezialgesetzliche Aktiengesellschaft und die gesetzlich vorgeschriebene Mehrheitsbeteiligung des Kantons bestehen.
Geschichte
Gründung
Die Schaffung einer eigenen Kantonalbank wurde von der Glarner Landsgemeinde 1883 beschlossen. Der Geschäftsbetrieb begann 1884. Die Bank sollte Lücken im damaligen Finanzdienstleistungsangebot schliessen und insbesondere der Bevölkerung, der Landwirtschaft, dem Gewerbe und der wachsenden Glarner Industrie Kredite und sichere Sparmöglichkeiten anbieten.[7][8]
Die Gründung fiel in eine Phase des wirtschaftlichen und sozialen Wandels. Der Kanton Glarus gehörte zu den früh industrialisierten Regionen der Schweiz. Textilbetriebe, Handel und Gewerbe benötigten zunehmend Kapital, während viele private Haushalte nur eingeschränkten Zugang zu Banken hatten.
Die kantonale Bank sollte Spareinlagen entgegennehmen, Hypotheken gewähren und Kredite für wirtschaftlich sinnvolle Vorhaben bereitstellen. Die öffentliche Trägerschaft und die kantonale Haftung sollten das Vertrauen in das neue Institut stärken.
Banknotenausgabe und frühe Expansion
Wie verschiedene andere Schweizer Banken durfte die Glarner Kantonalbank zunächst eigene Banknoten ausgeben. Die von ihr emittierten Noten blieben bis einschliesslich 1909 im Umlauf. Mit der Errichtung der Schweizerischen Nationalbank ging das alleinige Recht zur Ausgabe von Banknoten auf die neue Zentralbank über.[7]
1907 gehörte die GLKB zu den Gründungsmitgliedern des Verbandes Schweizerischer Kantonalbanken. Der Verband vertritt die gemeinsamen Interessen der Kantonalbanken und fördert die Zusammenarbeit zwischen den regionalen Instituten.
Das Wachstum der Bank machte wiederholte Erweiterungen des Hauptsitzes erforderlich. Ein erster An- und Umbau erfolgte 1909. In den folgenden Jahrzehnten wurden zusätzliche Geschäftsstellen eröffnet, um auch Kundinnen und Kunden ausserhalb des Kantonshauptortes direkt zu erreichen.
1923 entstanden Filialen in Näfels und Niederurnen. 1965 bezog die Bank einen Neubau am Hauptsitz in Glarus. 1967 wurde eine Filiale in Schwanden eröffnet. Im Jahr 1975 kamen Standorte in Mollis, Netstal und Linthal hinzu, 1979 eine Filiale in Bilten.[7]
Entwicklung zur Universalbank
Im 20. Jahrhundert entwickelte sich die GLKB von einer vorwiegend auf Spar- und Hypothekargeschäfte ausgerichteten Institution zu einer Universalbank. Zum klassischen Kreditgeschäft kamen Zahlungsverkehr, Wertschriftendienstleistungen, Anlageberatung, Vermögensverwaltung, Vorsorge und umfassendere Angebote für Unternehmen hinzu.
Das Hypothekargeschäft blieb der bedeutendste Bereich. Die Bank finanzierte Eigenheime, Mehrfamilienhäuser, gewerbliche Immobilien sowie Bau- und Renovationsprojekte. Gleichzeitig übernahm sie eine wichtige Rolle bei der Finanzierung der regionalen Industrie und kleiner und mittlerer Unternehmen.
Zum 100-jährigen Bestehen im Jahr 1984 war die Bank mit mehreren Filialen im gesamten Glarnerland vertreten. In den folgenden Jahrzehnten führten Automatisierung, Geldautomaten, Kartenzahlungen und elektronische Bankdienste zu einer grundlegenden Veränderung des Filial- und Zahlungsverkehrs.
Expansionsstrategie und Krise von 2008
In den Jahren vor der internationalen Finanzkrise verfolgte die GLKB eine Expansionsstrategie ausserhalb ihres traditionellen Marktgebiets. Sie eröffnete eine Filiale in Zürich, weitete die Geschäftstätigkeit ausserhalb des Kantons stark aus und prüfte die Übernahme eines anderen Finanzinstituts.
Die Bank ging dabei nach späterer Beurteilung des Kantons zu hohe Risiken ein. In der Jahresrechnung 2008 entstand ein Wertberichtigungsbedarf von 96,8 Millionen Franken. Das Geschäftsjahr endete mit einem Verlust von 56,8 Millionen Franken.[4]
Da der Kanton damals alleiniger Eigentümer war und zugleich die Staatsgarantie trug, musste er die Eigenkapitalbasis der Bank stärken. Das Dotationskapital wurde um 25 Millionen Franken erhöht. Zusätzlich verzichtete der Kanton während der Sanierungsphase auf erwartete Gewinnablieferungen.
Die Krise führte zu einer Neuausrichtung der Geschäftspolitik und zu einer umfassenden Reform der rechtlichen und organisatorischen Grundlagen. Risikomanagement, Corporate Governance und die Anforderungen an die Eigenmittel wurden verschärft.
Reform von 2009 und neue Rechtsform
Die Landsgemeinde von 2009 genehmigte eine Änderung der Kantonsverfassung und des Kantonalbankgesetzes. Der Leistungsauftrag wurde präzisiert und die geschäftliche Ausrichtung wieder stärker auf den Kanton und den angrenzenden Wirtschaftsraum konzentriert.
Zu den wesentlichen Reformpunkten gehörten:
- die Umwandlung in eine spezialgesetzliche Aktiengesellschaft;
- die Beibehaltung der Staatsgarantie;
- die gesetzliche Sicherung der kantonalen Mehrheitsbeteiligung;
- höhere Anforderungen an Eigenmittel und Risikokontrolle;
- die Einführung aktienrechtlicher Führungs- und Kontrollstrukturen;
- eine stärkere Rolle des Regierungsrates bei der Wahrnehmung der Eigentümerinteressen;
- die Unterstellung der Bank unter die Steuerpflicht.
Die Umwandlung wurde 2010 vollzogen. An die Stelle des bisherigen Dotationskapitals trat Aktienkapital. Oberstes gesellschaftsrechtliches Organ wurde die Generalversammlung.
Onlinebank und digitale Produkte
Nach der Sanierung begann die GLKB, digitale Bankprodukte auch ausserhalb des Glarnerlandes anzubieten. 2012 lancierte sie mit hypomat.ch eine vollständig online abschliessbare Hypothek. Das Angebot richtete sich insbesondere an Eigentümerinnen und Eigentümer, die eine bestehende Hypothek ablösen wollten.[7]
In den folgenden Jahren entstanden weitere digitale Angebote:
- kontomat.ch für Sparkonten;
- risikomat.ch für Risikolebensversicherungen;
- investomat.ch für digitale Anlageberatung;
- freeME für Freizügigkeitslösungen;
- digitale Vorsorge-, Zahlungs- und Finanzierungsprodukte.
Mit diesen Angeboten erschloss die regional vergleichsweise kleine Kantonalbank Kundengruppen in weiteren Teilen der Schweiz. Die digitalen Produkte wurden zugleich zur Grundlage eines neuen Geschäfts mit anderen Finanzinstituten.
Börsengang
Am 24. Juni 2014 wurden die Namenaktien der Glarner Kantonalbank erstmals an der SIX Swiss Exchange gehandelt. Der Börsengang ermöglichte eine breitere Eigentümerstruktur und erhöhte die Sichtbarkeit der Bank am Kapitalmarkt.[7][9]
Der Kanton blieb Mehrheitsaktionär. Sein Anteil lag unmittelbar nach der Teilprivatisierung höher als heute und wurde durch spätere Platzierungen und Kapitalmassnahmen auf 58,15 Prozent reduziert.
Die Aktie wird unter dem Symbol GLKBN gehandelt. Jede Namenaktie berechtigt grundsätzlich zu einer Stimme, sofern die Aktionärin oder der Aktionär mit Stimmrecht im Aktienregister eingetragen ist.
Aufbau des B2B-Geschäfts
2016 eröffnete die Bank die GLKB Kreditfabrik. Sie bot anderen Finanzunternehmen die technische und administrative Abwicklung standardisierter Kredit- und Hypothekarprodukte an.
Das Angebot wurde später zur Marke bitubi weiterentwickelt. Der Name leitet sich von der englischen Bezeichnung business to business ab. bitubi stellt anderen Banken und Finanzdienstleistern unter anderem Software, Kreditprozesse, Onlineprodukte und Abwicklungsdienstleistungen zur Verfügung.
Bis Ende 2025 nutzten 36 Banken, Bankengruppen, Versicherungen und Pensionskassen Softwarelösungen der GLKB. Der Geschäftszweig unterhält Standorte in Glarus und Bern.[3]
Entwicklungen seit 2020
2020 führte die GLKB als eine der ersten Banken der Schweiz eine Rollover-Hypothek auf Grundlage des Referenzzinssatzes SARON ein. Im selben Zeitraum baute sie ihre digitale Anlageberatung und die Zusammenarbeit mit externen Technologie- und Vorsorgepartnern aus.
2023 beteiligte sich die Bank an der Credit Exchange AG. Die Plattform dient der Vermittlung und Abwicklung von Hypotheken zwischen Vertriebspartnern, Banken und institutionellen Anlegern.
2025 führte die GLKB unter der Bezeichnung glarix eine gemeinsame digitale Umgebung für ihre Retailangebote ein. Gleichzeitig wurde die Unternehmenswebsite überarbeitet und mit zusätzlichen Funktionen zur Barrierefreiheit und Sicherheit ausgestattet.[10]
Geschäftsfelder
Privatkundengeschäft
Das Privatkundengeschäft umfasst Konten, Karten, Zahlungsverkehr, Sparprodukte, Hypotheken, Konsum- und Lombardkredite sowie Anlage- und Vorsorgedienstleistungen.
Die Bank verbindet persönliche Beratung in ihren Filialen mit E-Banking, Mobile Banking und vollständig digitalen Produkten. Einfache Dienstleistungen werden zunehmend automatisiert, während komplexere Finanzierungs-, Anlage- und Vorsorgefragen weiterhin persönlich beraten werden.
Für junge Kundinnen und Kunden, Familien, Wohneigentümer und Personen im Pensionsalter bestehen unterschiedliche Konten- und Beratungspakete. Zum Angebot gehören auch Finanzplanung, Nachlassberatung und Lösungen der gebundenen und freien Vorsorge.
Hypotheken und Immobilienfinanzierung
Das Hypothekargeschäft ist das grösste einzelne Geschäftsfeld. Ende 2025 beliefen sich die Hypothekarforderungen auf 6,175 Milliarden Franken. Dies entsprach rund zwei Dritteln der gesamten Bilanzsumme.[3]
Finanziert werden insbesondere:
- selbstbewohnte Einfamilienhäuser;
- Stockwerkeigentum;
- Mehrfamilienhäuser;
- Wohn- und Geschäftsliegenschaften;
- Gewerbe- und Industriegebäude;
- Neubauten und Renovationen.
Die Bank bietet Festhypotheken, SARON-Hypotheken und weitere Finanzierungsmodelle an. Neben dem regionalen Geschäft werden standardisierte Hypotheken über digitale Plattformen und Kooperationen in weiteren Teilen der Schweiz vertrieben.
Bei der Kreditvergabe prüft die Bank den Wert der Immobilie, die finanzielle Tragbarkeit und die Bonität des Kreditnehmers. Aufgrund der hohen Bedeutung des Immobiliengeschäfts bilden Veränderungen der Zinsen und Immobilienpreise wesentliche Bestandteile des Risikomanagements.
Firmenkundengeschäft
Die GLKB betreut Selbständigerwerbende, kleine und mittlere Unternehmen, grössere Betriebe sowie öffentlich-rechtliche Körperschaften. Das Angebot umfasst Betriebskredite, Investitionsfinanzierungen, Hypotheken, Zahlungsverkehr, Devisengeschäfte und betriebliche Vorsorgelösungen.
Eine besondere Bedeutung besitzt die Begleitung von Unternehmen in den Bereichen Nachfolge, Kauf und Verkauf, Gründung und Wachstum. Wegen der Wirtschaftsstruktur des Kantons bilden kleine und mittlere Unternehmen den grössten Teil des Firmenkundenportfolios.
Die Bank finanziert Unternehmen aus Industrie, Gewerbe, Handel, Tourismus, Landwirtschaft und Dienstleistungen. Sie unterstützt zudem Projekte mit regionaler oder volkswirtschaftlicher Bedeutung.
Anlagegeschäft und Vermögensverwaltung
Im Anlagegeschäft bietet die GLKB Beratungsmandate, Vermögensverwaltungsmandate, Fonds, Wertschriftenhandel und Vorsorgelösungen an. Die Angebote richten sich an Privatpersonen, Unternehmen und institutionelle Anleger.
Bei einem Beratungsmandat entscheidet die Kundschaft selbst über einzelne Transaktionen. Bei der Vermögensverwaltung übernimmt die Bank die Anlageentscheide innerhalb einer vereinbarten Strategie und Risikoklasse.
Das Angebot umfasst sowohl eigene Anlageprodukte als auch Instrumente externer Anbieter. Nachhaltigkeitskriterien werden zunehmend in die Auswahl und Bewertung von Anlagen einbezogen.
Vorsorge
Die Vorsorgeangebote umfassen Konten und Wertschriftenlösungen der Säule 3a, Freizügigkeitsprodukte, Pensionierungsplanung und Versicherungskooperationen.
Mit freeME lancierte die Bank eine vollständig digitale Freizügigkeitslösung. Weitere Kooperationen bestehen unter anderem mit Versicherungs- und Vorsorgeunternehmen, die über die Plattformen der GLKB standardisierte Produkte anbieten.
Institutionelle Kunden
Für Pensionskassen, Versicherungen, Gemeinden, Vermögensverwalter und andere professionelle Marktteilnehmer bietet die Bank Depot-, Handels-, Anlage- und Finanzierungsdienstleistungen an.
Externe Vermögensverwalter können die GLKB als Depotbank nutzen. Die Bank übernimmt dabei die Verwahrung von Vermögenswerten, den Wertschriftenhandel, Zahlungsverkehr und regulatorische Unterstützungsleistungen.
bitubi
bitubi bildet das Business-to-Business-Geschäft der Glarner Kantonalbank. Die Bank stellt dabei nicht nur eigene Produkte bereit, sondern übernimmt für andere Unternehmen Teile der technischen und administrativen Wertschöpfungskette.
Zu den Leistungen gehören:
- Softwarelizenzen für digitale Bankprodukte;
- technische Plattformen für Finanzierungen und Vorsorge;
- automatisierte Kreditprüfung;
- Verarbeitung und Verwaltung von Hypotheken;
- Beratungs- und Servicing-Dienstleistungen;
- Betrieb digitaler Kundenstrecken;
- Unterstützung bei Kooperationen zwischen Banken und Fintech-Unternehmen.
Das B2B-Geschäft erlaubt der GLKB, ihre selbst entwickelten Systeme über den eigenen Kundenkreis hinaus zu vermarkten. Dadurch entstehen Erträge, die weniger unmittelbar vom regionalen Zins- und Hypothekargeschäft abhängig sind.
Digitalisierung
Die GLKB gilt innerhalb der Schweizer Kantonalbanken als frühe Anbieterin vollständig digitaler Finanzprodukte. Mit hypomat.ch begann sie bereits 2012, standardisierte Hypotheken ohne klassischen Filialprozess anzubieten.
Später wurden einzelne Plattformen und Marken in die digitale Umgebung glarix integriert. Dort werden verschiedene Retailprodukte, digitale Abschlussmöglichkeiten und Aktionen gebündelt.
Zu den digitalen Dienstleistungen zählen:
- E-Banking und Mobile Banking;
- TWINT;
- digitale Kontoeröffnung;
- Onlinehypotheken;
- digitale Anlageberatung;
- digitale Freizügigkeits- und Vorsorgelösungen;
- elektronische Dokumente und Signaturen;
- automatische Sicherheits- und Sperrfunktionen.
Die Digitalisierung soll die Bearbeitung standardisierter Geschäfte vereinfachen und Kosten senken. Gleichzeitig investiert die Bank weiterhin in persönliche Beratung und das regionale Filialnetz.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Informationssicherheit. Die Bank setzt technische und organisatorische Schutzmassnahmen gegen Phishing, Betrug, unberechtigte Zugriffe und Ausfälle der Informatiksysteme ein.
Filialnetz
Die Glarner Kantonalbank betreibt sechs Filialstandorte und 16 Bancomaten. Sämtliche bedienten Geschäftsstellen befinden sich im Kanton Glarus.[11]
| Standort | Adresse beziehungsweise Lage | Funktion |
|---|---|---|
| Glarus | Hauptstrasse 21 | Hauptsitz und Hauptfiliale |
| Linthal | Sändlistrasse 14 | Filiale für das südliche Glarnerland |
| Näfels | Bahnhofstrasse 39 | Filiale Näfels-Mollis |
| Netstal | Einkaufszentrum Wiggispark | Filiale für Netstal und Umgebung |
| Niederurnen | Ziegelbrückstrasse 18 | Filiale für das nördliche Glarnerland |
| Schwanden | Hauptstrasse 67 | Filiale für Glarus Süd |
Weitere Bancomaten befinden sich unter anderem in Bilten, Braunwald, Oberurnen, beim Kantonsspital Glarus und an zusätzlichen Standorten in den grösseren Ortschaften.
Die Filiale Näfels-Mollis entstand 2014 durch die Zusammenführung der früheren Standorte in Näfels und Mollis. Die Filiale Netstal befindet sich seit 2016 im Einkaufszentrum Wiggispark.
Neben dem Filialnetz verfügt der Geschäftszweig bitubi über Arbeitsplätze in Bern. Diese dienen hauptsächlich dem schweizweiten Geschäft mit Banken, Versicherungen, Pensionskassen und weiteren Partnerunternehmen.
Organisation und Führung
Generalversammlung
Die Generalversammlung ist das oberste gesellschaftsrechtliche Organ. Sie genehmigt den Geschäftsbericht und die Jahresrechnung, entscheidet über die Verwendung des Gewinns und wählt die Mitglieder des Verwaltungsrates.
Jede eingetragene Namenaktie berechtigt grundsätzlich zu einer Stimme. Der Kanton übt seine Aktionärsrechte durch den Regierungsrat aus.
Verwaltungsrat
Der Verwaltungsrat besteht aus einem Präsidenten und vier bis sechs weiteren Mitgliedern. Die Mitglieder werden jeweils für eine Amtsdauer von einem Jahr gewählt.
Seit Februar 2024 ist Urs P. Gnos Präsident des Verwaltungsrates. Der Regierungsrat ist durch mindestens ein Mitglied im Gremium vertreten. Im August 2026 ist Regierungsrat Markus Heer der kantonale Vertreter.[12]
Der Verwaltungsrat legt die Strategie und Organisation fest, überwacht die Geschäftsleitung und entscheidet über Geschäfte von besonderer Bedeutung. Seine Arbeit wird durch einen Prüfungsausschuss, einen Risikoausschuss sowie einen Strategie- und Personalausschuss unterstützt.
Geschäftsleitung
Die operative Führung liegt bei einer fünfköpfigen Geschäftsleitung. Vorsitzender ist seit Oktober 2020 Sven Wiederkehr.[13]
Der Geschäftsleitung gehören an:
- Sven Wiederkehr, Vorsitzender der Geschäftsleitung;
- Roland Wickart, stellvertretender Vorsitzender und Leiter Finanz & Logistik;
- Rolf Widmer, Leiter Vertrieb;
- Ariane Riedi Wirth, Leiterin Unternehmenssteuerung;
- Dejan Arbutina, Leiter bitubi.
Die Geschäftsleitung setzt die vom Verwaltungsrat beschlossene Strategie um und ist für den täglichen Geschäftsbetrieb verantwortlich.
Aktie und Börsenkotierung
Die Namenaktie der Glarner Kantonalbank ist seit dem 24. Juni 2014 an der SIX Swiss Exchange kotiert. Das Börsensymbol lautet GLKBN, die Valorennummer 18 939 665 und die ISIN CH0189396655.[9]
Ende 2025 waren 13,5 Millionen Namenaktien ausgegeben. Der Jahresschlusskurs betrug 21,10 Franken, woraus eine Börsenkapitalisierung von rund 284,9 Millionen Franken resultierte.
Für das Geschäftsjahr 2025 beschloss die Generalversammlung eine Dividende von einem Franken pro Aktie. Insgesamt wurden 13,5 Millionen Franken ausgeschüttet. Bezogen auf den Jahresendkurs entsprach dies einer Dividendenrendite von 4,7 Prozent.[14]
Da der Kanton 58,15 Prozent der Aktien hält, erhält er den grössten Anteil der Dividende. Zusammen mit Steuern und der Abgeltung der Staatsgarantie flossen aus dem Geschäftsjahr 2025 rund 13 Millionen Franken an die öffentliche Hand.
Geschäftsjahr 2025
Das Jahr 2025 war für die Bank durch sinkende Leitzinsen geprägt. Der Nettoerfolg aus dem Zinsengeschäft ging um 8,7 Prozent auf 53,4 Millionen Franken zurück. Dagegen nahmen die Erträge aus dem Kommissions-, Dienstleistungs- und Handelsgeschäft zu.[3]
Der Betriebsertrag sank um 2,7 Prozent auf 95,8 Millionen Franken. Der Geschäftsaufwand wurde um 0,6 Prozent auf 64,4 Millionen Franken reduziert. Daraus resultierte ein Geschäftserfolg von 25,9 Millionen Franken und ein Reingewinn von 21,8 Millionen Franken.
Die Hypothekarforderungen stiegen um 148 Millionen Franken beziehungsweise 2,5 Prozent. Die Verpflichtungen aus Kundeneinlagen nahmen um 162 Millionen Franken beziehungsweise 3,5 Prozent zu.
| Kennzahl | 2024 | 2025 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Bilanzsumme | 9,067 Mrd. Fr. | 9,157 Mrd. Fr. | +1,0 % |
| Hypothekarforderungen | 6,027 Mrd. Fr. | 6,175 Mrd. Fr. | +2,5 % |
| Verpflichtungen aus Kundeneinlagen | 4,660 Mrd. Fr. | 4,822 Mrd. Fr. | +3,5 % |
| Nettoerfolg aus dem Zinsengeschäft | 58,5 Mio. Fr. | 53,4 Mio. Fr. | −8,7 % |
| Erfolg aus Kommissions- und Dienstleistungsgeschäften | 17,3 Mio. Fr. | 17,9 Mio. Fr. | +3,1 % |
| Erfolg aus dem Handelsgeschäft | 16,5 Mio. Fr. | 18,8 Mio. Fr. | +13,5 % |
| Betriebsertrag | 98,5 Mio. Fr. | 95,8 Mio. Fr. | −2,7 % |
| Geschäftsaufwand | 64,8 Mio. Fr. | 64,4 Mio. Fr. | −0,6 % |
| Geschäftserfolg | 28,8 Mio. Fr. | 25,9 Mio. Fr. | −10,0 % |
| Reingewinn | 24,3 Mio. Fr. | 21,8 Mio. Fr. | −10,1 % |
Quelle: Geschäftsbericht der Glarner Kantonalbank 2025.[3]
Strategie Fokus26
Die Strategie für die Jahre 2023 bis 2026 trägt die Bezeichnung Fokus26. Sie soll die Marktposition der Bank festigen, die Effizienz und Rentabilität verbessern und ausgewählte Wachstumschancen nutzen.[15]
Die Strategie konzentriert sich auf fünf Geschäftsfelder:
- Basisprodukte;
- Finanzieren;
- Anlegen;
- Vorsorge;
- Business-to-Business.
Bei den Basisprodukten stehen automatisierte Konten-, Karten- und Zahlungsverkehrsdienstleistungen im Mittelpunkt. Im Finanzierungsgeschäft sollen die regionale Beratung und digitale Vertriebskanäle verbunden werden.
Das Anlage- und Vorsorgegeschäft soll durch neue Produkte, Partnerschaften und digitale Beratungsangebote wachsen. Im B2B-Geschäft konzentriert sich die Bank nach dem Aufbau der Plattformen stärker auf die Automatisierung und die Nutzung der vorhandenen technischen Infrastruktur.
Zu den strategischen Zielwerten gehören eine Gesamtkapitalquote von mindestens 17 Prozent, eine Cost-Income-Ratio von höchstens 62 Prozent und eine Eigenkapitalrendite vor Steuern von mindestens sieben Prozent. Ende 2025 betrugen diese Werte 19,3 Prozent, 66,2 Prozent und 5,9 Prozent.[10]
Risikomanagement und Eigenmittel
Die wesentlichen Risiken der Bank ergeben sich aus dem Kreditgeschäft, aus Zinsänderungen, dem Handel, der Liquiditätssteuerung und operationellen Ereignissen.
Wegen des grossen Hypothekarportfolios besitzt das Kreditrisiko besondere Bedeutung. Die Bank beurteilt die Tragbarkeit von Finanzierungen, den Wert der Sicherheiten und die wirtschaftliche Situation der Kreditnehmer.
Zinsänderungsrisiken entstehen, wenn sich die Laufzeiten und Zinsbindungen von Krediten, Kundeneinlagen und Refinanzierungen unterscheiden. Die Bank setzt unter anderem Zinsderivate ein, um Teile dieser Risiken abzusichern.
Operationelle Risiken umfassen Fehler in Prozessen, Ausfälle von Informationssystemen, Cyberangriffe, Betrug und rechtliche Risiken. Für kritische Dienstleistungen bestehen Kontroll-, Notfall- und Wiederanlaufverfahren.
Ende 2025 lag der Eigenmitteldeckungsgrad bei 241,6 Prozent. Die Gesamtkapitalquote betrug 19,3 Prozent und lag damit über den regulatorischen Mindestanforderungen und dem strategischen Zielwert.[3]
Rating
Die Ratingagentur Standard & Poor’s bewertet die langfristigen Verpflichtungen der Glarner Kantonalbank mit AA und stabilem Ausblick. Kurzfristige Verpflichtungen besitzen das Rating A-1+.[16]
Als Stärken nennt die Ratingagentur insbesondere die hohe Kapitalisierung, die starke Marktstellung im Kanton und die Staatsgarantie. Zu den Herausforderungen gehören die geografische Konzentration, die hohe Bedeutung des Immobiliengeschäfts und die im Vergleich zu grossen Banken begrenzte Diversifikation.
Nachhaltigkeit
Die GLKB veröffentlicht seit 2020 eine betriebliche CO₂-Bilanz. Seit der Strategie Fokus26 werden zusätzlich finanzierte Emissionen erfasst, die insbesondere durch das Hypothekar- und Kreditportfolio entstehen.[17]
Die Bank will die Emissionsintensität der finanzierten Wohnimmobilien bis 2030 gegenüber dem Basisjahr 2022 um mindestens 40 Prozent reduzieren. Ende 2025 wurde eine Verringerung um 19,1 Prozent ausgewiesen.
Zu den weiteren Massnahmen gehören:
- die Verbesserung der Energieeffizienz eigener Gebäude;
- die Nutzung erneuerbarer Energie;
- nachhaltige Hypothekar- und Anlageprodukte;
- die Berücksichtigung von Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien;
- die Förderung energieeffizienter Sanierungen;
- die Verringerung des Ressourcen- und Papierverbrauchs.
Die Bank veröffentlicht ihren Nachhaltigkeitsbericht nach den Standards der Global Reporting Initiative. Der Bericht wird der Generalversammlung zur Abstimmung vorgelegt.
Mitarbeitende und Ausbildung
Am 1. Januar 2026 beschäftigte die Glarner Kantonalbank 338 Mitarbeitende, darunter 19 Lernende.[1]
Die Bank bildet junge Menschen insbesondere in kaufmännischen Berufen und in der Informatik aus. Weitere Tätigkeitsbereiche sind Kundenberatung, Kreditprüfung, Handel, Risikomanagement, Recht, Compliance, Marketing und Softwareentwicklung.
Die digitale Geschäftstätigkeit und bitubi haben dazu geführt, dass ein Teil der Mitarbeitenden in Tätigkeitsfeldern beschäftigt ist, die über das klassische regionale Filialbankgeschäft hinausgehen.
Gesellschaftliches Engagement
Die GLKB unterstützt Vereine, Kulturveranstaltungen, Sportanlässe und soziale Projekte im Kanton. Das Engagement erfolgt durch Sponsoring, Partnerschaften, Sachleistungen und Beiträge der Stiftung der Glarner Kantonalbank.
Gefördert werden unter anderem:
- Breiten- und Nachwuchssport;
- Kulturvereine und Veranstaltungen;
- soziale und gemeinnützige Organisationen;
- Bildungsprojekte;
- wirtschaftliche Initiativen;
- Projekte zur Förderung von Wohnen und Unternehmertum.
Im Jahr 2025 war die Bank Königspartnerin des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfests Glarnerland+. Die damit verbundenen einmaligen Aufwendungen beeinflussten das Jahresergebnis.
Die regionale Förderung ist Teil des Selbstverständnisses als «Bank der Glarnerinnen und Glarner». Sie ergänzt die wirtschaftliche Wirkung durch Kreditvergabe, Beschäftigung, Ausbildung, Dividenden und Steuerzahlungen.
Bedeutung für den Kanton Glarus
Aufgrund ihrer Marktstellung, ihrer Bilanzsumme und der kantonalen Beteiligung ist die GLKB von erheblicher wirtschaftlicher und finanzpolitischer Bedeutung.
Der Kanton profitiert von:
- Dividenden auf seiner Mehrheitsbeteiligung;
- kantonalen und kommunalen Steuern;
- der Abgeltung für die Staatsgarantie;
- Arbeits- und Ausbildungsplätzen;
- der Finanzierung regionaler Unternehmen und Immobilien;
- der Unterstützung gesellschaftlicher Projekte.
Gleichzeitig trägt der Kanton aufgrund der Staatsgarantie ein finanzielles Risiko. Die Krise von 2008 zeigte, dass Fehlentwicklungen der Bank unmittelbare Auswirkungen auf den kantonalen Finanzhaushalt haben können.
Die Reformen nach der Krise sollten deshalb eine klarere Trennung zwischen politischer Eigentümerrolle und professioneller Unternehmensführung schaffen. Die Mehrheitsbeteiligung ermöglicht dem Kanton weiterhin einen massgeblichen Einfluss auf grundlegende Entscheidungen.
Kritik und Kontroversen
Die bedeutendste Krise der Bank entstand durch die gescheiterte Expansionsstrategie der Jahre 2004 bis 2007. Kritisiert wurden insbesondere die Ausweitung des Geschäfts ausserhalb des Heimatkantons, unzureichende Kontrollen und die eingegangenen Kreditrisiken.
Der Verlust von 2008 machte eine Rekapitalisierung durch den Kanton notwendig und führte zu politischen Forderungen nach einer professionelleren Aufsicht und klareren Verantwortlichkeiten.
Später verlagerte sich die öffentliche Diskussion auf die Frage, ob der Kanton seine Beteiligung reduzieren und die Staatsgarantie aufheben sollte. Befürworter einer Reform verwiesen auf das Haftungsrisiko für die Steuerzahler und auf eine grössere unternehmerische Freiheit.
Die Gegner argumentierten, die Bank sei inzwischen solide geführt, die Staatsgarantie stärke ihre Refinanzierung und der Kanton profitiere von Dividenden und Garantieabgeltungen. Die Landsgemeinde entschied 2022 zugunsten der bestehenden Struktur.
Siehe auch
- Liste der Kantonalbanken der Schweiz
- Kantonalbank
- Kanton Glarus
- Glarus
- Banken in der Schweiz
- SIX Swiss Exchange
- Verband Schweizerischer Kantonalbanken
- Finanzplatz Schweiz
Literatur
- Glarner Kantonalbank: Geschäftsbericht 2025. Glarus 2026.
- Glarner Kantonalbank: Nachhaltigkeitsbericht 2025. Glarus 2026.
- Kanton Glarus: Memorial für die Landsgemeinde 2009. Glarus 2009.
- Kanton Glarus: Memorial für die Landsgemeinde 2022. Glarus 2022.
- Glarner Kantonalbank: 100 Jahre Glarner Kantonalbank 1884–1984. Glarus 1984.
Weblinks
- Offizielle Website der Glarner Kantonalbank
- Unternehmensporträt
- Geschichte der Glarner Kantonalbank
- Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichte
- Informationen für Investoren
- Staatsgarantie und Einlegerschutz
- Strategie Fokus26
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 Glarner Kantonalbank: Porträt und Kennzahlen, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Glarner Kantonalbank: Aktie und Aktionärsstruktur, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 3,5 3,6 3,7 3,8 Glarner Kantonalbank: Geschäftsbericht 2025, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 4,0 4,1 Landsgemeinde des Kantons Glarus: Änderung der Verfassung und des Kantonalbankgesetzes, 3. Mai 2009, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 5,0 5,1 Landsgemeinde des Kantons Glarus: Gesetz über die Glarner Kantonalbank, 1. Mai 2022, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Glarner Kantonalbank: Staatsgarantie und Einlegerschutz, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 7,0 7,1 7,2 7,3 7,4 Glarner Kantonalbank: Geschichte und Meilensteine, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Glarus (Kanton). In: Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 9,0 9,1 SIX Swiss Exchange: Börsengang der Glarner Kantonalbank, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 10,0 10,1 Glarner Kantonalbank: Jahresergebnis 2025, 12. Februar 2026, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Glarner Kantonalbank: Standorte und Öffnungszeiten, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Glarner Kantonalbank: Verwaltungsrat, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Glarner Kantonalbank: Geschäftsleitung, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Glarner Kantonalbank: Generalversammlung 2026, 25. April 2026, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Glarner Kantonalbank: Strategie Fokus26, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Glarner Kantonalbank: Rating, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Glarner Kantonalbank: Nachhaltigkeitsbericht, abgerufen am 3. August 2026.
Wikimedia Commons: Medien zu Glarner Kantonalbank