Volg

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Volg
Unternehmen Volg Konsumwaren AG
Unternehmensform Aktiengesellschaft
Historischer Ursprung 1886
Sitz Winterthur, Kanton Zürich
Branche Lebensmitteldetailhandel
Schwerpunkt Dorfläden und kleinflächige Verkaufsstellen
Muttergesellschaft Fenaco
Leitung Philipp Zgraggen
Mitarbeitende rund 4'000 im Unternehmen und in den Volg-Läden[1]
Volg-Läden 593
Belieferte Verkaufspunkte 907
Detailhandelsumsatz 1,795 Milliarden Franken (2025)[2]
Website volg.ch

Volg ist eine Schweizer Detailhandelsgruppe und eine Marke für kleinflächige Lebensmittelgeschäfte. Das Unternehmen ist auf Dorfläden und die Nahversorgung in kleineren Gemeinden, ländlichen Regionen und Wohnquartieren spezialisiert. Die Volg Konsumwaren AG hat ihren Sitz in Oberwinterthur und gehört zur landwirtschaftlich getragenen Fenaco-Gruppe.[3]

Ende 2025 bestanden 593 Volg-Läden. Zusammen mit 193 belieferten freien Detaillisten, die mehrheitlich unter der Marke Prima auftreten, und 121 TopShops an Agrola-Tankstellen umfasste die Volg-Gruppe 907 Verkaufspunkte. Der Detailhandelsumsatz der Gruppe belief sich 2025 auf 1,795 Milliarden Franken.[2]

Die Bezeichnung Volg geht auf den 1886 gegründeten Verband ostschweizerischer landwirtschaftlicher Genossenschaften zurück. Die ursprüngliche Abkürzung entwickelte sich im Laufe des 20. Jahrhunderts zu einer eigenständigen Unternehmens- und Ladenmarke.

Geschichte

Gründung des Genossenschaftsverbands

Der Verband ostschweizerischer landwirtschaftlicher Genossenschaften wurde 1886 in Winterthur gegründet. Er war der erste landwirtschaftliche Genossenschaftsverband der Schweiz. Ziel war es, die wirtschaftliche Stellung der Landwirtschaftsbetriebe durch gemeinschaftlichen Einkauf und Verkauf zu verbessern.[4]

Die angeschlossenen lokalen Genossenschaften beschafften gemeinsam landwirtschaftliche Produktionsmittel wie Saatgut, Dünger, Futtermittel und Geräte. Gleichzeitig organisierte der Verband die Übernahme und Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Bereits in der Anfangszeit gehörten auch Konsumwaren zum Tätigkeitsbereich.

Das Genossenschaftsmodell ermöglichte den beteiligten Landwirten, grössere Warenmengen zu bündeln und gegenüber Lieferanten und Abnehmern gemeinsam aufzutreten. Die lokalen Genossenschaften führten häufig eigene Lagerhäuser und Verkaufsstellen. Diese versorgten sowohl Landwirtschaftsbetriebe als auch die Dorfbevölkerung.

1906 waren dem Volg bereits 149 örtliche Genossenschaften angeschlossen. Der Jahresumsatz erreichte damals etwa sechs Millionen Franken.[4]

Ausbau des Detailhandels

Im Laufe des 20. Jahrhunderts gewann der Verkauf von Lebensmitteln und Haushaltsartikeln an die Dorfbevölkerung zunehmend an Bedeutung. Aus den Verkaufsstellen der landwirtschaftlichen Genossenschaften entwickelten sich moderne Dorfläden.

Die Läden passten ihre Sortimente an die Veränderungen des Konsumverhaltens an. Bedienungsläden wurden schrittweise auf Selbstbedienung umgestellt, Kühleinrichtungen ausgebaut und Frischprodukte stärker in das Angebot aufgenommen.

Während viele unabhängige Dorfläden wegen des Strukturwandels im Detailhandel schlossen, konzentrierte sich Volg zunehmend auf kleinere Verkaufsflächen. Die Läden sollten ein vollständiges, aber überschaubares Sortiment für den täglichen Bedarf anbieten.

Der Name Volg wurde dabei immer stärker als einheitliche Ladenmarke verwendet. Gemeinsame Werbung, zentrale Beschaffung, Ladenbaukonzepte und Logistiksysteme sorgten für einen einheitlicheren Auftritt, obwohl die einzelnen Verkaufsstellen unterschiedliche Betreiber besitzen konnten.

Eingliederung in Fenaco

1993 schlossen sich sechs regionale landwirtschaftliche Genossenschaftsverbände zur Fenaco zusammen. Zu ihnen gehörte auch der Verband ostschweizerischer landwirtschaftlicher Genossenschaften. Die überregionalen Tätigkeiten der bisherigen Verbände wurden innerhalb der neuen Agrargenossenschaft zusammengeführt.[5]

Die Marke Volg und das Detailhandelsgeschäft blieben erhalten. Die Volg Konsumwaren AG entwickelte sich innerhalb der Fenaco-Gruppe zum spezialisierten Grosshandels-, Dienstleistungs- und Logistikunternehmen für kleinflächige Lebensmittelgeschäfte.

Die Verbindung zur Landwirtschaft besteht über die Fenaco und deren Mitglied-LANDI fort. Die Fenaco befindet sich im Eigentum regionaler LANDI-Genossenschaften, deren Mitglieder überwiegend Schweizer Bäuerinnen und Bauern sind.

Entwicklung seit den 2000er-Jahren

Seit Beginn des 21. Jahrhunderts modernisierte Volg zahlreiche bestehende Dorfläden und weitete sein Verkaufsgebiet aus. Neben der traditionellen Präsenz in der Deutschschweiz entstanden vermehrt Standorte in der Westschweiz und im Oberwallis.

2005 führte das Unternehmen das Label «Feins vom Dorf» ein. Unter dieser Bezeichnung werden Lebensmittel verkauft, die direkt im Standortdorf oder in einem benachbarten Dorf hergestellt werden.[6]

Seit 2017 ergänzt ein eigener Onlineshop das stationäre Angebot. Im Jahr 2025 wurde die Plattform grundlegend überarbeitet. Die Hauslieferung war danach in rund 1'100 Ortschaften der Deutschschweiz und des Oberwallis verfügbar.[7]

Unternehmen

Volg Konsumwaren AG

Die Volg Konsumwaren AG ist innerhalb der Gruppe für Beschaffung, Sortimentsgestaltung, Logistik, Informatik, Ladenbau, Marketing und weitere zentrale Dienstleistungen verantwortlich. Sie beliefert sowohl Volg-Läden als auch unabhängige Detaillisten und Tankstellenshops.

Der Hauptsitz befindet sich an der Deltastrasse 2 in Oberwinterthur. Weitere Verteilzentren bestehen in Landquart im Kanton Graubünden und in Oberbipp im Kanton Bern.[8]

Die Geschäftsleitung wird von Philipp Zgraggen geführt. Er übernahm den Vorsitz 2019. Zu den weiteren Geschäftsleitungsbereichen gehören Beschaffung, Verkauf, Logistik, Informatik, Unternehmensentwicklung und Rechnungswesen.[2]

Volg Detailhandels AG

Die Volg Detailhandels AG betreibt einen Teil der Volg-Läden unmittelbar. Ende 2025 gehörten 352 der insgesamt 593 Volg-Verkaufsstellen zu diesem Unternehmen.

Weitere 208 Läden wurden von LANDI-Genossenschaften und 33 von privaten Detaillisten geführt. Unabhängig von der Betreiberform treten die Geschäfte unter der gemeinsamen Marke Volg auf und nutzen weitgehend dieselben Sortiments-, Werbe- und Logistikleistungen.[2]

Die Verkaufsorganisation ist in mehrere Regionen gegliedert. Neben den Regionen Nord, Ost und West besteht eine eigene Verkaufsregion für die Romandie.

Verkaufsstellenstruktur

Die Volg-Gruppe umfasst mehrere Vertriebskanäle, die auf kleinflächige Lebensmittelgeschäfte und die Nahversorgung ausgerichtet sind.

Vertriebskanal Verkaufsstellen 2025 Umsatz 2025 Beschreibung
Volg 593 1,341 Milliarden Franken Dorfläden mit einem Sortiment für den täglichen Bedarf
Prima und freie Detaillisten 193 60 Millionen Franken Selbstständige Lebensmittelgeschäfte, die von Volg beliefert werden
TopShop 121 394 Millionen Franken Convenience-Shops an Agrola-Tankstellen
Volg-Gruppe insgesamt 907 1,795 Milliarden Franken Gesamtheit der durch die Volg Konsumwaren AG betreuten Vertriebskanäle

Die Zahl der Volg-Läden blieb über längere Zeit vergleichsweise stabil. Einzelne Verkaufsstellen werden geschlossen, wenn ein wirtschaftlicher Betrieb nicht mehr möglich ist. Gleichzeitig eröffnet Volg neue Läden oder übernimmt bestehende lokale Lebensmittelgeschäfte.

Ladenkonzept

Volg bezeichnet sich als Spezialist für Dorfläden und Kleinflächen. Die Verkaufsstellen sind in der Regel kleiner als die Supermärkte der grossen Schweizer Vollsortimenter. Trotzdem sollen sie alle wichtigen Warengruppen für den täglichen Bedarf abdecken.

Ein durchschnittlicher Laden führt mehrere Tausend Artikel. Die genaue Sortimentsgrösse hängt von Verkaufsfläche, Standort, Nachfrage und Betreiber ab. Neben Lebensmitteln werden Reinigungsmittel, Körperpflegeprodukte, Tiernahrung, Haushaltsartikel, Zeitschriften und weitere Waren des täglichen Bedarfs angeboten.

Die meisten Läden befinden sich in kleineren Gemeinden, Dorfzentren oder Wohnquartieren. Gut ein Drittel der Volg-Verkaufsstellen liegt nach Angaben des Unternehmens in Randregionen. In einzelnen Bergdörfern ist Volg die einzige ganzjährig geöffnete Einkaufsmöglichkeit.[9]

Die Läden erfüllen häufig eine zusätzliche soziale Funktion. Sie dienen als Treffpunkt, Informationsort und Kontaktstelle innerhalb der Gemeinde. Das Unternehmen verwendet dafür den Werbespruch «frisch und fründlich».

Sortiment

Sortimentsstrategie

Das Sortiment beruht auf vier Hauptbereichen:

  • Markenartikel;
  • Produkte der Volg-Marke;
  • Produkte der Preiseinstiegslinie Volg Familienpreis;
  • lokale Spezialitäten unter dem Label «Feins vom Dorf».

Die Auswahl soll trotz der begrenzten Verkaufsfläche unterschiedliche Preis- und Qualitätsstufen abdecken. Besonders wichtig sind Frischprodukte wie Brot, Früchte, Gemüse, Milchprodukte, Fleisch und Convenience-Gerichte.

Wöchentlich wechselnde Aktionen ergänzen das Standardsortiment. Die Aktionen werden über Prospekte, Zeitungsinserate, Newsletter und digitale Kanäle beworben.

Schweizer Produkte

Die Nähe zur Schweizer Landwirtschaft ist ein zentraler Bestandteil der Unternehmenspositionierung. Nach Angaben von Volg werden mehr als 75 Prozent des Lebensmittelumsatzes mit Produkten aus der Schweiz erzielt. Bei Frischprodukten beträgt der Anteil 84 Prozent.[10]

Sämtliche verkauften Eier und der gesamte Weisszucker stammen nach Unternehmensangaben aus der Schweiz. Beim Fleisch liegt der Schweizer Anteil bei 98 Prozent, beim Käse bei 82 Prozent und beim Wein bei 45 Prozent.[10]

Ein Teil des Sortiments stammt aus Produktionsunternehmen der Fenaco-Gruppe. Daneben arbeitet Volg mit zahlreichen unabhängigen Schweizer Lebensmittelherstellern, Landwirtschaftsbetrieben, Käsereien, Bäckereien, Metzgereien und Weingütern zusammen.

Eigenmarken

Die Volg-Marke umfasst rund 250 Artikel. Sie deckt verschiedene Bereiche von Frischprodukten bis zu Haushalts- und Hygieneartikeln ab und ist preislich unter vergleichbaren Markenartikeln positioniert.

Die Linie Volg Familienpreis besteht aus rund 80 preisgünstigen Artikeln. Die Produkte werden in einer einheitlich gestalteten Verpackung angeboten und richten sich an preisbewusste Haushalte.

Unter dem Label Agri Natura werden rund 80 Produkte aus Schweizer Landwirtschaft verkauft. Dazu gehören Fleisch, Fleischwaren, Gemüse, Milchprodukte und Eier. Das Label legt Anforderungen an Tierhaltung, Herkunft und landwirtschaftliche Produktion fest.[11]

Feins vom Dorf

Das 2005 eingeführte Label «Feins vom Dorf» kennzeichnet lokale Spezialitäten, die im Dorf einer Verkaufsstelle oder in einer benachbarten Gemeinde produziert werden.

Das Angebot unterscheidet sich von Laden zu Laden. Typische Produkte sind Brot, Eier, Honig, Gemüse, Käse, Würste, Konfitüren, Bier, Wein und Backwaren.

Rund 3'000 lokale Produzentinnen und Produzenten beliefern die Volg-Läden direkt mit insgesamt mehr als 10'000 verschiedenen Spezialitäten. Die Waren gelangen dabei nicht über die zentralen Verteilzentren, sondern unmittelbar vom Hersteller in die jeweilige Verkaufsstelle.[6]

Seit Herbst 2025 verwendet Volg für die Abwicklung der lokalen Sortimente eine gemeinsame digitale Plattform. Sie vereinheitlicht Bestellung, Lieferung und Rechnungsstellung zwischen den Produzenten und den einzelnen Läden.[2]

Weitere Dienstleistungen

Postagenturen

Viele Volg-Läden übernehmen im Auftrag der Schweizerischen Post Postdienstleistungen. Kundinnen und Kunden können dort unter anderem Briefe und Pakete aufgeben oder abholen und bestimmte Zahlungsgeschäfte erledigen.

Ende 2025 bestanden in 436 Volg-Läden Postagenturen. Weitere 83 Agenturen befanden sich bei belieferten Partnergeschäften.[2]

Die Verbindung von Einkauf und Postdienstleistungen trägt insbesondere in kleineren Gemeinden zur Erhaltung einer lokalen Grundversorgung bei. Postagenturen in Dorfläden ersetzten vielerorts frühere selbstständige Poststellen.

Volg-Märkli

Volg betreibt ein eigenes Kundenbindungssystem mit physischen Rabattmarken. Bei Einkäufen erhalten Kundinnen und Kunden sogenannte Volg-Märkli, die in ein Markenbüchlein eingeklebt werden.

Ein vollständig gefülltes Büchlein kann im Laden gegen zehn Franken in bar eingetauscht werden. Die Marken besitzen keine zeitliche Befristung. Sie werden auch bei verschiedenen Dienstleistungen und beim Kauf bestimmter Gebührenartikel abgegeben.[12]

Onlineshop

Der seit 2017 bestehende Volg-Onlineshop bietet ein Basissortiment an Lebensmitteln und Near-Food-Produkten. Bestellungen können nach Hause geliefert oder bei einer teilnehmenden Verkaufsstelle abgeholt werden.

Die Plattform wurde 2025 neu gestaltet. Das Liefergebiet umfasste danach rund 1'100 Ortschaften in der Deutschschweiz und im Oberwallis.[7]

Der Onlineshop ergänzt das stationäre Dorfladenkonzept, besitzt innerhalb der Volg-Gruppe jedoch eine deutlich geringere wirtschaftliche Bedeutung als das Filialgeschäft.

Prima und freie Detaillisten

Die Volg Konsumwaren AG beliefert neben den eigenen Markenläden zahlreiche unabhängige Lebensmittelgeschäfte. Die meisten dieser Verkaufsstellen treten unter dem Namen Prima auf.

Die selbstständigen Betreiber können zentrale Einkaufs-, Logistik- und Werbedienstleistungen nutzen, bleiben jedoch unternehmerisch eigenständig. Sortiment, Ladenfläche und lokaler Auftritt können deshalb stärker voneinander abweichen als bei den Volg-Läden.

Ende 2025 wurden 193 Prima-Läden und freie Detaillisten beliefert. Ihr gemeinsamer Umsatz belief sich auf 60 Millionen Franken.[2]

TopShop

TopShop ist das Convenience-Format an Tankstellen der Fenaco-Marke Agrola. Die Verkaufsstellen führen Getränke, Lebensmittel, Backwaren, Snacks, Haushaltsartikel und Produkte für den Reisebedarf.

Die Shops verfügen meist über längere Öffnungszeiten als klassische Dorfläden und sind häufig auch an Sonn- und Feiertagen geöffnet. Sie richten sich sowohl an die lokale Bevölkerung als auch an den Durchgangsverkehr.

Ende 2025 bestanden 121 TopShops. Sie erzielten einen Umsatz von 394 Millionen Franken und waren damit der am stärksten wachsende Vertriebskanal der Volg-Gruppe.[2]

Logistik

Die Warenversorgung erfolgt hauptsächlich über die drei Verteilzentren in Winterthur, Landquart und Oberbipp. Von dort werden Trockenwaren, Frischprodukte, Tiefkühlartikel, Getränke und Near-Food-Produkte an die Verkaufsstellen ausgeliefert.

Die dezentrale Struktur soll kurze Wege zu den belieferten Regionen ermöglichen. Das Verteilzentrum Landquart versorgt vor allem die Ostschweiz und die Bündner Bergregionen, Oberbipp betreut grosse Teile der West- und Nordwestschweiz.

Die Belieferung abgelegener Standorte ist teilweise aufwendig. In Bergdörfer wie Bettmeralp oder Feldis werden Waren auf einem Teil der Strecke mit Seilbahnen transportiert.[9]

Die drei Verteilzentren beschäftigten zusammen mit der Verwaltung Ende 2025 insgesamt 698 Mitarbeitende. Davon arbeiteten 436 in Winterthur, 103 in Landquart und 159 in Oberbipp.[2]

Nachhaltigkeit

Volg verbindet sein Nachhaltigkeitskonzept vor allem mit kurzen Einkaufswegen, Schweizer Produkten, lokalen Lieferanten, energieeffizienter Logistik und der Verminderung von Lebensmittelabfällen.

Auf den Dächern der drei Verteilzentren waren 2025 mehr als 7'000 Solarmodule installiert. Sie erzeugten jährlich rund zwei Millionen Kilowattstunden Strom und deckten ungefähr 40 Prozent des Eigenbedarfs der Verteilzentren.[2]

Seit 2025 setzt das Unternehmen zwischen Winterthur und Landquart einen vollelektrischen Lastwagen für Shuttle-Transporte ein. Der Anteil elektrisch betriebener Fahrzeuge soll schrittweise erhöht werden.

Lebensmittelverluste

Nicht rechtzeitig verkaufte, aber noch einwandfreie Lebensmittel werden in den Läden reduziert angeboten oder weiteren Verwendungszwecken zugeführt.

Mitte 2025 führte Volg nach einer Pilotphase in 23 Verkaufsstellen die Aktion «Immerno guet!» in allen Volg-Läden ein. Dabei werden ungekühlte Lebensmittel für den raschen Verzehr in Papiertaschen zusammengestellt und zu einem einheitlichen Preis verkauft.[13]

Zu den enthaltenen Waren können Früchte, Gemüse, Brot, Gebäck, Getränke oder Produkte gehören, deren Mindesthaltbarkeitsdatum kurz bevorsteht.

Mitarbeitende und Ausbildung

Im Umfeld der Volg-Läden, der Verwaltung, der Informatik, des Ladenbaus und der Logistik arbeiten rund 4'000 Personen.[1]

Da nicht alle Verkaufsstellen unmittelbar von der Volg Detailhandels AG betrieben werden, sind die Beschäftigten unterschiedlichen Arbeitgebern zugeordnet. Dazu gehören die Volg Detailhandels AG, LANDI-Genossenschaften und private Ladenbetreiber.

Volg bildet unter anderem Detailhandelsfachleute, Detailhandelsassistentinnen und -assistenten sowie Logistiker aus. Die interne Volg Academy organisiert Fach-, Führungs- und Weiterbildungskurse.

Im Jahr 2025 nahm Volg erstmals an einer umfassenden Mitarbeitendenbefragung von Great Place to Work teil. Mehr als 1'800 Beschäftigte beteiligten sich. Das Unternehmen erhielt anschliessend die entsprechende Arbeitgeberzertifizierung.[2]

Werbung und Kommunikation

Volg positioniert sich mit dem Slogan «frisch und fründlich» als persönlicher und lokal verankerter Nahversorger. Die Kommunikation verwendet häufig schweizerdeutsche Ausdrücke und stellt das Dorfleben, die Mitarbeitenden und die Kundschaft in den Mittelpunkt.

Das Kundenmagazin Öise Lade erscheint monatlich und enthält Rezepte, Haushaltstipps, Produktinformationen und Berichte aus den Verkaufsstellen. Ergänzend erscheint das Kindermagazin hey.

Die Werbung wird über Wochenprospekte, Regionalzeitungen, Plakate, Newsletter, soziale Netzwerke und Verkaufsstellen verbreitet. Lokale Produkte und ihre Hersteller werden regelmässig in eigenen Kampagnen vorgestellt.

Volg unterstützt zudem regionale Veranstaltungen, Nachwuchssport und Projekte in kleineren Gemeinden. Das Sponsoring soll die Positionierung als Teil des örtlichen Dorflebens stärken.

Bedeutung für die Nahversorgung

Volg besitzt eine besondere Bedeutung in Gemeinden, deren Bevölkerungszahl für einen grossen Supermarkt nicht ausreicht. Die kleinflächigen Läden ermöglichen tägliche Einkäufe ohne längere Autofahrten in regionale Einkaufszentren.

Neben Lebensmitteln werden häufig Post-, Paket-, Lotto-, Reinigungs- oder weitere Dienstleistungen angeboten. Dadurch können mehrere örtliche Versorgungsfunktionen in einem einzigen Geschäft gebündelt werden.

Die wirtschaftlichen Bedingungen für Dorfläden sind anspruchsvoll. Kleine Verkaufsmengen, hohe Logistikkosten, längere Öffnungszeiten und der Wettbewerb durch Grossverteiler, Discounter und Online-Handel begrenzen die Rentabilität. Das gemeinsame Beschaffungs- und Logistiksystem der Volg-Gruppe ermöglicht dennoch den Betrieb eines ausgedehnten Netzes kleinflächiger Standorte.

In einigen Gemeinden beteiligen sich lokale Genossenschaften, private Betreiber oder die Bevölkerung aktiv am Erhalt des Ladens. Der Fortbestand einer Verkaufsstelle wird dabei nicht nur als wirtschaftliche, sondern auch als soziale und infrastrukturelle Frage betrachtet.

Kennzahlen

Kennzahl 2024 2025
Detailhandelsumsatz der Volg-Gruppe 1,772 Milliarden Franken 1,795 Milliarden Franken
Volg-Läden 595 593
Umsatz der Volg-Läden 1,327 Milliarden Franken 1,341 Milliarden Franken
Prima-Läden und freie Detaillisten 207 193
Umsatz Prima und freie Detaillisten 65 Millionen Franken 60 Millionen Franken
TopShops 120 121
Umsatz der TopShops 380 Millionen Franken 394 Millionen Franken
Verkaufspunkte insgesamt 922 907
Postagenturen in Volg-Läden 424 436

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Volg als Arbeitgeber. In: Volg. Abgerufen am 2026-08-03.
  2. 2,00 2,01 2,02 2,03 2,04 2,05 2,06 2,07 2,08 2,09 2,10 Geschäftsbericht 2025. Hrsg.: Volg Konsumwaren AG. Abgerufen am 2026-08-03.
  3. Wer wir sind. In: Volg. Abgerufen am 2026-08-03.
  4. 4,0 4,1 Volg. In: Historisches Lexikon der Schweiz. Abgerufen am 2026-08-03.
  5. Volg «frisch und fründlich». In: Volg. Abgerufen am 2026-08-03.
  6. 6,0 6,1 Feins vom Dorf. In: Volg. Abgerufen am 2026-08-03.
  7. 7,0 7,1 Geschäftsbericht 2025. Hrsg.: Volg Konsumwaren AG. Abgerufen am 2026-08-03.
  8. Hauptsitz und Verteilzentralen. In: Volg. Abgerufen am 2026-08-03.
  9. 9,0 9,1 Geschäftsbericht 2025. Hrsg.: Volg Konsumwaren AG. Abgerufen am 2026-08-03.
  10. 10,0 10,1 Viel Schweiz im Sortiment. In: Volg. Abgerufen am 2026-08-03.
  11. Volg Eigenmarken. In: Volg. Abgerufen am 2026-08-03.
  12. Volg-Märkli. In: Volg. Abgerufen am 2026-08-03.
  13. Geschäftsbericht 2025. Hrsg.: Volg Konsumwaren AG. Abgerufen am 2026-08-03.

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