Wil SG

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Wil
Wappen von Wil
Kanton St. Gallen
Wahlkreis Wil
BFS-Nummer 3427
Postleitzahlen 9500 Wil
9512 Rossrüti
9552 Bronschhofen
Koordinaten 47° 28′ N, 9° 03′ O
Höhe 571 m ü. M.
Fläche 20,82 km²
Ständige Wohnbevölkerung 25'373
Stand 31. Dezember 2025
Ausländeranteil 32,6 %
Stadtpräsident Hans Mäder
Stand Stadtpräsidium 3. August 2026
Stadtparlament 40 Mitglieder
Website www.stadtwil.ch

Wil, zur Unterscheidung von anderen gleichnamigen Orten häufig Wil SG genannt, ist eine politische Gemeinde und Stadt im Kanton St. Gallen. Sie ist Hauptort des Wahlkreises Wil und bildet das wirtschaftliche, kulturelle, verkehrliche und bildungspolitische Zentrum einer kantonsübergreifenden Region im Westen des Kantons St. Gallen und im südlichen Kanton Thurgau.

Mit 25'373 ständigen Einwohnerinnen und Einwohnern Ende 2025 ist Wil nach St. Gallen und Rapperswil-Jona die drittgrösste Stadt des Kantons St. Gallen. Das regionale Einzugsgebiet umfasst nach Angaben der Stadt mehr als 120'000 Menschen.[1][2]

Die Stadt entstand aus einer frühmittelalterlichen Siedlung, die im Jahr 754 erstmals als Wila erwähnt wurde. Die eigentliche Stadtgründung erfolgte vermutlich in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts durch die Grafen von Toggenburg. Von 1226 bis zum Zusammenbruch der Fürstabtei St. Gallen im Jahr 1798 stand Wil unter der Herrschaft der Äbte von St. Gallen. Der Hof zu Wil diente ihnen als Verwaltungszentrum und zeitweise als Residenz.

Das geschlossene historische Stadtzentrum, der Hof zu Wil und die erhaltenen Bürgerhäuser machen Wil zu einem bedeutenden historischen Ortsbild der Ostschweiz. Für die sorgfältige Erhaltung und Weiterentwicklung der Altstadt erhielt die Stadt 1984 den Wakkerpreis des Schweizer Heimatschutzes.[3]

Seit dem 1. Januar 2013 bilden die frühere Stadt Wil und die ehemalige politische Gemeinde Bronschhofen eine gemeinsame politische Gemeinde. Zu dieser gehören neben der Kernstadt auch Bronschhofen, Rossrüti sowie verschiedene Weiler und Einzelhöfe.[4]

Geographie

Lage

Wil liegt im Nordosten der Schweiz am westlichen Rand des Kantons St. Gallen. Die Stadt befindet sich zwischen den grösseren Zentren Winterthur, St. Gallen, Frauenfeld und Wattwil.

Das Gemeindegebiet bildet einen Übergangsraum zwischen dem Fürstenland, dem Toggenburg und dem südlichen Thurgau. Die Kantonsgrenze zwischen St. Gallen und Thurgau verläuft unmittelbar westlich und nördlich der Stadt.

Die historische Altstadt liegt auf einer Anhöhe über dem Tal der Murg. Der Bahnhof, die neueren Geschäftsquartiere und ein grosser Teil der Wohngebiete befinden sich auf den tiefer gelegenen Flächen westlich und südlich der Altstadt.

Das Siedlungsgebiet ist mit den thurgauischen Gemeinden Rickenbach und Wilen teilweise zusammengewachsen. Auch zu Bronschhofen und Rossrüti bestehen durchgehende oder nur durch schmale Freiräume getrennte Siedlungsachsen.

Gemeindegebiet

Das Gemeindegebiet umfasst eine Fläche von 2'082 Hektaren beziehungsweise 20,82 Quadratkilometern. Die offizielle Höhenangabe beträgt 571 Meter über Meer.[2]

Die politische Gemeinde gliedert sich in mehrere Siedlungsbereiche:

  • die Kernstadt Wil;
  • Bronschhofen;
  • Rossrüti;
  • Trungen;
  • Maugwil;
  • verschiedene kleinere Weiler, Hofgruppen und Einzelhöfe.

Wil bildet das dicht bebaute städtische Zentrum. Bronschhofen und Rossrüti besitzen einen stärker dörflichen Charakter, sind jedoch funktional eng mit der Kernstadt verbunden.

Die Gemeindevereinigung von 2013 liess die Ortsbezeichnungen Bronschhofen und Rossrüti unverändert. Sie werden weiterhin auf Ortstafeln, in Postadressen und im lokalen Sprachgebrauch verwendet.[4]

Nachbargemeinden

Wil grenzt im Kanton St. Gallen an:

Im Kanton Thurgau grenzen folgende Gemeinden an Wil:

Die Lage an der Kantonsgrenze führt zu einer engen Zusammenarbeit in den Bereichen Verkehr, Raumplanung, Wirtschaftsförderung, Abwasserentsorgung, Sicherheit, Gesundheit und Bildung.

Flächennutzung

Die Hälfte des Gemeindegebiets wird landwirtschaftlich genutzt. Knapp ein Drittel ist Siedlungsfläche, während rund ein Fünftel aus Wald besteht.

Flächennutzung
Nutzungsart Anteil Datenstand
Siedlungsfläche 30,2 % 2021
Landwirtschaftsfläche 50,0 % 2021
Waldfläche 18,9 % 2021
Übrige Flächen 0,9 % 2021

Trotz des städtischen Charakters befinden sich besonders in Bronschhofen, Rossrüti und den nördlichen sowie östlichen Randgebieten grössere Landwirtschaftsflächen. Diese werden vorwiegend für Milchwirtschaft, Viehzucht, Ackerbau und Futterproduktion genutzt.[2]

Gewässer

Das wichtigste Fliessgewässer ist die Murg. Sie durchquert den Raum Wil und fliesst weiter durch den Kanton Thurgau zur Thur.

Die Murg und ihre Zuflüsse beeinflussten die Entwicklung von Gewerbe und Industrie. Wasserkraft wurde früher für Mühlen, Sägereien und weitere Betriebe genutzt.

Der Stadtweier am Rand der Altstadt ist ein künstlich angelegtes Gewässer und eines der bekanntesten Naherholungsgebiete. Er bildet zusammen mit der Weierwiese, dem Hofberg und den angrenzenden Grünräumen einen wichtigen Erholungsraum nahe dem Stadtzentrum.

Landschaft

Die Landschaft ist durch sanfte Hügel, landwirtschaftlich genutzte Flächen, Waldstücke und das Tal der Murg geprägt.

Zu den markanten Erhebungen und Landschaftsräumen gehören:

  • Hofberg;
  • Ölberg;
  • Nieselberg;
  • Gebiete um Rossrüti und Bronschhofen;
  • Wälder und offene Flächen an der Grenze zum Toggenburg.

Vom Hofberg und vom Wiler Turm reicht die Aussicht über die Stadt, das Fürstenland, den Thurgau und bei klarer Sicht bis zum Alpstein und zu weiteren Bergen der Voralpen.

Name

Der Ortsname ist erstmals 754 als Wila belegt. Weitere historische Formen sind Vila, Wile und Wila.

Der Name gehört zu einer verbreiteten Gruppe schweizerischer Ortsnamen, die auf das lateinische Wort villa beziehungsweise dessen althochdeutsche Weiterentwicklung zurückgehen. Ursprünglich bezeichnete der Ausdruck einen Gutshof, eine ländliche Siedlung oder einen bewirtschafteten Besitz.

Der Zusatz SG gehört nicht zum amtlichen Gemeindenamen. Er dient zur Unterscheidung von anderen Orten namens Wil, insbesondere Wil AG und Wil ZH, und entspricht der Abkürzung des Kantons St. Gallen.

Die Einwohnerinnen und Einwohner werden als Wilerinnen und Wiler bezeichnet. Aufgrund der jahrhundertelangen Zugehörigkeit zur Fürstabtei St. Gallen trägt Wil auch den Beinamen Äbtestadt.

Geschichte

Frühmittelalter

Die älteste bekannte Erwähnung stammt aus einer Schenkungsurkunde von 754. Darin wurde eine alemannische Siedlung namens Wila genannt.

In der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts gelangten Güter und Rechte in Wil an das Kloster St. Gallen. Die Abtei baute ihren Besitz in der Region während des Früh- und Hochmittelalters schrittweise aus.

Die ursprüngliche Siedlung lag vermutlich im Bereich um die heutige Kirche St. Peter. Dieser Raum blieb auch nach der Gründung der befestigten Stadt von kirchlicher und siedlungsgeschichtlicher Bedeutung.

Stadtgründung durch die Toggenburger

Die eigentliche Stadt Wil wurde wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts durch die Grafen von Toggenburg gegründet.

Die Lage auf einem erhöhten Geländesporn bot gute Voraussetzungen für eine befestigte Siedlung. Zugleich kontrollierte Wil regionale Verkehrswege zwischen dem Thurgau, dem Toggenburg, dem Fürstenland und Winterthur.

Die planmässig angelegte Stadt bestand aus einer Hauptgasse, Nebengassen, Befestigungen, Toren, Wohnhäusern und einem Herrschaftssitz. Markt- und Verwaltungsfunktionen gewannen früh an Bedeutung.

Übergang an das Kloster St. Gallen

Nach einem Brudermord innerhalb der Familie der Toggenburger gelangte Wil 1226 an die Abtei St. Gallen. Der jeweilige Abt wurde damit Stadtherr.

Diese Verbindung dauerte mit Unterbrüchen bis 1798. Wil entwickelte sich zu einem der wichtigsten Verwaltungs-, Gerichts- und Wirtschaftszentren des fürstäbtischen Territoriums.[5]

Der Hof zu Wil wurde ausgebaut und diente den Äbten als Verwaltungsgebäude, Gerichtsort, Wirtschaftszentrum und zeitweise als Residenz.

Konflikte mit den Habsburgern

Die strategische Lage führte im späten 13. Jahrhundert zu Konflikten zwischen der Fürstabtei und den Habsburgern.

1292 wurde Wil durch habsburgische Truppen zerstört. Die Bewohnerinnen und Bewohner mussten sich vorübergehend im nahe gelegenen Schwarzenbach niederlassen.

Durch einen Friedensschluss von 1301 kam Wil wieder an die Abtei St. Gallen. Die Stadt wurde neu aufgebaut, während die konkurrierende Siedlung Schwarzenbach ihre städtischen Befestigungen aufgeben musste.

Ein weiterer schwerer Rückschlag war der Stadtbrand von 1312. In den folgenden Jahrzehnten wurden Gebäude, Mauern und öffentliche Einrichtungen erneut aufgebaut.

Stadtrecht und Märkte

Im Jahr 1334 erhielt Wil eine schriftliche Handfeste, die Rechte und Pflichten der Bürgerschaft regelte.

Die Stadt verfügte über:

  • einen Rat;
  • Gerichts- und Verwaltungsorgane;
  • Markt- und Zollrechte;
  • eine begrenzte Selbstverwaltung;
  • eigene Satzungen und Nutzungsrechte.

Die Äbte blieben jedoch oberste Herren. Sie setzten Vertreter ein, übten wichtige Hoheitsrechte aus und kontrollierten einen grossen Teil der Rechtsprechung.

1472 erhielt Abt Ulrich Rösch vom Kaiser das Recht, in Wil zwei zusätzliche Jahrmärkte abzuhalten. Märkte, Leinwandhandel, Viehhandel und Handwerk stärkten die wirtschaftliche Bedeutung der Stadt.[5]

Appenzellerkriege und eidgenössische Beziehungen

Während der Appenzellerkriege geriet Wil 1407 vorübergehend unter die Kontrolle der Appenzeller.

Im Verlauf des 15. Jahrhunderts suchte die Fürstabtei Schutz bei eidgenössischen Orten. 1451 schloss sie ein ewiges Burg- und Landrecht mit Zürich, Luzern, Schwyz und Glarus.

Wil wurde dadurch stärker in die politischen und militärischen Beziehungen der Eidgenossenschaft eingebunden, blieb jedoch Teil des Herrschaftsgebiets der Fürstabtei.

1463 erhielt die Abtei auch die hohe Gerichtsbarkeit über Wil. Die Stadt wurde zu einem wichtigen Gerichtsstandort der Alten Landschaft.

Reformation

Die Reformation fand in Wil zeitweise Unterstützung. 1529 schloss sich ein Teil der Bevölkerung der reformierten Bewegung an.

Nach dem Zweiten Kappelerkrieg von 1531 setzte sich die katholische Herrschaft der Fürstabtei wieder durch. Wil wurde rekatholisiert und blieb bis zum Ende des Ancien Régime überwiegend katholisch.

Die katholische Prägung zeigt sich bis heute in Kirchen, Kapellen, religiösen Kunstwerken und traditionellen Bräuchen.

Frühe Neuzeit

In der frühen Neuzeit blieb Wil ein regionales Markt-, Verwaltungs- und Handwerkszentrum.

Wichtige Wirtschaftszweige waren:

  • Textil- und Leinwandgewerbe;
  • Vieh- und Lebensmittelhandel;
  • Gerberei;
  • Müllerei;
  • Metall- und Holzhandwerk;
  • Gastgewerbe;
  • Dienstleistungen für die fürstäbtische Verwaltung.

Der Hof zu Wil wurde mehrfach erweitert. Unter Fürstabt Ulrich Rösch entwickelte sich das Gebäude zu einem besonders bedeutenden Herrschaftszentrum.

Während des Toggenburgerkriegs von 1712 besetzten Truppen aus Zürich und Bern die Stadt und den Hof. Die Besetzung endete 1718.

Ende der Fürstabtei

Die Helvetische Revolution von 1798 beendete die Herrschaft der Fürstäbte.

Wil wurde zunächst Munizipalgemeinde im neu geschaffenen Kanton Säntis. Die alten städtischen und fürstäbtischen Herrschaftsrechte wurden aufgehoben.

Mit der Mediationsakte von 1803 entstand der Kanton St. Gallen. Wil wurde politische Gemeinde des neuen Kantons.[1]

Die Neuordnung führte zur Trennung verschiedener Aufgaben zwischen politischer Gemeinde, Ortsbürgergemeinde, Kirchgemeinden und kantonalen Behörden.

Entwicklung im 19. Jahrhundert

Im 19. Jahrhundert wurden die mittelalterlichen Befestigungen weitgehend abgetragen. Das Schnetztor blieb als wichtigster Rest der früheren Stadtmauer erhalten.

1835 gestaltete der Ingenieur Alois Negrelli die Strassenführung durch die Altstadt neu. Die Massnahme verbesserte die Verbindung über den steilen Stadtberg.

Der Anschluss an die Eisenbahn im Jahr 1855 leitete eine neue Wachstumsphase ein. Zunächst wurde die Strecke Winterthur–Wil eröffnet, 1856 folgte die Weiterführung nach St. Gallen und Rorschach.[6]

1870 nahm die Toggenburgerbahn die Verbindung von Wil nach Ebnat in Betrieb. 1887 wurde die Frauenfeld–Wil-Bahn eröffnet.

Der Bahnhof entstand westlich der Altstadt. Zwischen Bahnhof und historischem Zentrum entwickelte sich die Obere Bahnhofstrasse zu einer wichtigen Geschäfts- und Verkehrsachse.

Industrialisierung

Die Eisenbahn förderte die Ansiedlung von Gewerbe- und Industriebetrieben.

Zu den bedeutenden Bereichen gehörten:

  • Textilindustrie;
  • Maschinen- und Metallbau;
  • Stickerei;
  • Nahrungsmittelverarbeitung;
  • Baugewerbe;
  • Handel und Lagerwirtschaft;
  • Druckereien;
  • Möbel- und Holzverarbeitung.

Die Bevölkerung stieg von 1'555 Personen im Jahr 1850 auf 4'982 im Jahr 1900. Neue Wohnquartiere entstanden ausserhalb der historischen Stadtmauern.[5]

Der wirtschaftliche Wandel führte zugleich zur Gründung von Arbeitervereinen, Berufsorganisationen, Genossenschaften und sozialen Einrichtungen.

20. Jahrhundert

Im 20. Jahrhundert entwickelte sich Wil zunehmend zum regionalen Dienstleistungs-, Einkaufs-, Bildungs- und Gesundheitszentrum.

Die Stadt wuchs besonders entlang der Verkehrsachsen nach Bronschhofen, Rickenbach, Zuzwil und Richtung Toggenburg. Neue Schulhäuser, Sportanlagen, Wohnquartiere und Verwaltungsgebäude entstanden.

Der motorisierte Verkehr veränderte die Stadtstruktur. Die Hauptstrassen durch Wil wurden zu stark belasteten regionalen Verkehrsachsen.

Gleichzeitig begann eine stärkere Auseinandersetzung mit dem Schutz der historischen Bausubstanz. Altstadthäuser wurden restauriert, öffentliche Räume aufgewertet und Neubauten stärker auf das historische Ortsbild abgestimmt.

Für diese sorgfältige Entwicklung erhielt Wil 1984 den Wakkerpreis.

Gemeindevereinigung mit Bronschhofen

Wil und Bronschhofen arbeiteten bereits vor der Fusion in zahlreichen Bereichen zusammen.

Am 3. Juli 2011 stimmten die Bevölkerungen beider Gemeinden der Vereinigung zu. Die neue politische Gemeinde nahm ihre Tätigkeit am 1. Januar 2013 auf.

Die vereinigte Gemeinde behielt den Namen Wil. Die Ortsnamen Bronschhofen und Rossrüti blieben bestehen.

Mit der Vereinigung vergrösserte sich das Gemeindegebiet erheblich. Die Stadt erhielt zusätzliche Wohn-, Landwirtschafts-, Gewerbe- und Entwicklungsflächen.

Das heutige Wappen verbindet den Wiler Bären mit dem Bronschhofer Schneckenhaus.[7]

Bevölkerung

Ende 2025 lebten 25'373 Personen mit ständigem Wohnsitz in Wil. Der Ausländeranteil betrug 32,6 Prozent.

Im Jahr 2025 wurden 226 Geburten und 198 Todesfälle registriert. 1'454 Personen zogen nach Wil, während 1'026 Personen die Stadt verliessen.[2]

Bevölkerungskennzahlen 2025
Kennzahl Anzahl beziehungsweise Anteil
Ständige Wohnbevölkerung 25'373
Ausländeranteil 32,6 %
Geburten 226
Todesfälle 198
Zuzüge 1'454
Wegzüge 1'026

Das Bevölkerungswachstum beruht sowohl auf Zuwanderung aus anderen Schweizer Regionen als auch auf internationaler Migration.

Die Bevölkerung ist sprachlich und kulturell vielfältig. Neben Deutsch und Schweizerdeutsch werden unter anderem Albanisch, Italienisch, Portugiesisch, Türkisch, Serbokroatisch, Englisch und weitere Sprachen gesprochen.

Die Stadt betreibt eine Fachstelle Integration und unterstützt Beratungs-, Sprach- und Begegnungsangebote.

Politik

Politische Organisation

Die politische Gemeinde besitzt eine parlamentarische Gemeindeorganisation.

Die wichtigsten Organe sind:

  • die Stimmberechtigten;
  • das Stadtparlament;
  • der Stadtrat;
  • die Geschäftsprüfungskommission;
  • weitere parlamentarische und städtische Kommissionen.

Die Stimmberechtigten entscheiden über kommunale Wahlen, Volksinitiativen, Referenden und bestimmte Finanz- oder Sachvorlagen.

Stadtrat

Der Stadtrat ist das oberste Leitungs- und Verwaltungsorgan. Er besteht aus fünf Mitgliedern, die alle vier Jahre von der Bevölkerung gewählt werden.

Jedes Mitglied leitet ein Departement. Bedeutende Entscheide werden jedoch gemeinsam nach dem Kollegialprinzip gefällt.[8]

Stadtrat am 3. August 2026
Mitglied Partei Zuständigkeit
Hans Mäder Die Mitte Stadtpräsidium; Finanzen und Verwaltung; Dienste, Integration und Kultur
Andreas Breitenmoser Die Mitte Versorgung und Energie
Cornelia Kunz FDP Gesellschaft und Sicherheit
Manuel Nick SP Bau, Umwelt und Verkehr
Jigme Shitsetsang FDP Bildung und Sport

Hans Mäder wurde auf den 1. Januar 2021 zum Stadtpräsidenten gewählt. Er erklärte seinen Rücktritt auf den 16. August 2026.

Im ersten Wahlgang der Ersatzwahl vom 14. Juni 2026 erreichte keiner der Kandidaten das absolute Mehr. Der zweite Wahlgang für das Stadtpräsidium und einen zusätzlichen Sitz im Stadtrat wurde auf den 16. August 2026 angesetzt.[9]

Stadtparlament

Das Stadtparlament besteht aus 40 Mitgliedern. Es wird nach dem Verhältniswahlverfahren für vier Jahre gewählt.

Zu seinen Aufgaben gehören:

  • Erlass kommunaler Reglemente;
  • Beschluss über Budget und Steuerfuss;
  • Genehmigung der Jahresrechnung;
  • Bewilligung grösserer Kredite;
  • Kontrolle von Stadtrat und Verwaltung;
  • Behandlung parlamentarischer Vorstösse;
  • Wahl von Kommissionen und parlamentarischen Organen.

Die Sitzungen finden in der Regel in der Tonhalle statt. Sie sind öffentlich und werden auch als Livestream übertragen beziehungsweise aufgezeichnet.[10]

Bei den Erneuerungswahlen vom 22. September 2024 wurden die Sitze für die Amtsdauer 2025–2028 wie folgt verteilt:

Sitzverteilung im Stadtparlament 2025–2028
Partei oder Liste Sitze
Schweizerische Volkspartei 10
Die Mitte 10
FDP.Die Liberalen 5
Jungfreisinnige 1
Sozialdemokratische Partei 6
GRÜNE prowil 5
Grünliberale Partei 2
Evangelische Volkspartei 1
Gesamt 40

Die Stimmbeteiligung betrug 35,7 Prozent.[11]

Im Parlament bestehen fünf Fraktionen:

  • Die Mitte;
  • FDP-GLP;
  • SP;
  • SVP;
  • GRÜNE prowil.

Seit Januar 2026 ist Dominik Egli von der SVP Parlamentspräsident.[12]

Ortsgemeinde

Neben der politischen Gemeinde besteht die Ortsgemeinde Wil als öffentlich-rechtliche Körperschaft.

Sie besitzt und verwaltet Vermögenswerte, Grundstücke, Wälder und weitere Einrichtungen. Die Ortsgemeinde erfüllt gemeinnützige, kulturelle und gesellschaftliche Aufgaben.

Das Ortsbürgerrecht ist historisch vom politischen Gemeindebürgerrecht zu unterscheiden. Im modernen Bürgerrecht werden Gemeinde-, Kantons- und Schweizer Bürgerrecht jedoch gemeinsam erworben.

Wirtschaft

Wil ist das bedeutendste Arbeits- und Versorgungszentrum der Region.

Im Jahr 2022 wurden 15'914 Beschäftigte in 1'867 Betrieben gezählt. Damit bietet die Stadt im Verhältnis zur Einwohnerzahl eine hohe Zahl von Arbeitsplätzen.[2]

Die Wirtschaftsstruktur ist breit gefächert. Zu den wichtigsten Bereichen gehören:

  • Handel und Detailhandel;
  • Gesundheits- und Sozialwesen;
  • Bildung;
  • Maschinen-, Metall- und Fahrzeugbau;
  • Baugewerbe;
  • Unternehmensdienstleistungen;
  • Informatik und Kommunikation;
  • Logistik und Verkehr;
  • Gastronomie und Hotellerie;
  • öffentliche Verwaltung.

Die Obere Bahnhofstrasse und das Gebiet zwischen Bahnhof und Altstadt bilden das wichtigste Einkaufszentrum. Weitere Gewerbe- und Dienstleistungszonen befinden sich in Wil, Bronschhofen und entlang der regionalen Verkehrsachsen.

Die Stadt betreibt Wirtschaftsförderung in Zusammenarbeit mit Regio Wil und dem WirtschaftsPortalOst. Bei grösseren Unternehmensansiedlungen arbeitet sie mit dem Kanton St. Gallen und den Nachbargemeinden zusammen.[13]

Regionales Zentrum

Wil versorgt ein Gebiet, das weit über die Gemeinde- und Kantonsgrenzen hinausreicht.

Zur regionalen Zentrumsfunktion gehören:

  • Einkaufsangebote;
  • Arbeitsplätze;
  • weiterführende Schulen;
  • Berufsbildung;
  • medizinische Einrichtungen;
  • Gerichte und kantonale Verwaltungsstellen;
  • Kultur- und Sportangebote;
  • öffentliche Verkehrsknoten;
  • soziale und beratende Einrichtungen.

Diese Funktion führt zu hohen Pendlerströmen und einer starken Beanspruchung der Verkehrs- und Stadtinfrastruktur.

WILWEST

Westlich der Stadt ist auf dem Gebiet der Gemeinde Münchwilen das kantonsübergreifende Entwicklungsprojekt WILWEST vorgesehen.

Das Gebiet gehört dem Kanton St. Gallen, liegt aber im Kanton Thurgau. Geplant ist ein Wirtschaftsstandort mit neuen Arbeitsplätzen und einer verbesserten Verkehrsanbindung.

Zum Projekt gehören eine neue Erschliessung, Massnahmen für den öffentlichen Verkehr sowie ein Autobahnanschluss an die A1. Befürworter erwarten eine geordnete regionale Wirtschaftsentwicklung und eine Entlastung bestehender Strassen.

Das Projekt war Gegenstand umfangreicher politischer und rechtlicher Auseinandersetzungen. Am 8. März 2026 stimmte die St. Galler Bevölkerung der für die weitere Umsetzung notwendigen Grundstückslösung zu.[14]

Verkehr

Eisenbahn

Der Bahnhof Wil ist einer der wichtigsten Eisenbahnknoten der Ostschweiz.

Er liegt an der Hauptstrecke Zürich–Winterthur–St. Gallen und wird von Fernverkehrs- und S-Bahn-Zügen bedient.

Weitere Bahnverbindungen führen:

  • über Bazenheid nach Wattwil und ins Toggenburg;
  • über die schmalspurige Frauenfeld–Wil-Bahn nach Frauenfeld;
  • über Winterthur nach Zürich;
  • über Uzwil und Gossau nach St. Gallen.

Die Bahnstrecke Winterthur–Wil wurde 1855 eröffnet. Die Verbindung ins Toggenburg folgte 1870, die Frauenfeld–Wil-Bahn 1887.[6]

Der Bahnhof wird täglich von zahlreichen Pendlerinnen, Pendlern, Schülerinnen, Schülern und Reisenden genutzt.

Busverkehr

Der Bahnhofplatz ist zugleich Zentrum des regionalen Busverkehrs.

Buslinien verbinden Wil unter anderem mit:

  • Bronschhofen und Rossrüti;
  • Zuzwil;
  • Uzwil;
  • Jonschwil;
  • Kirchberg;
  • Rickenbach;
  • Wilen;
  • Münchwilen;
  • Sirnach;
  • weiteren Orten im Toggenburg und im südlichen Thurgau.

Der Stadt- und Regionalbusverkehr wird von verschiedenen Verkehrsunternehmen im Tarifverbund Ostwind erbracht.

Strassenverkehr

Wil liegt nahe der Autobahn A1. Der Autobahnanschluss Wil erschliesst die Stadt in Richtung Winterthur, Zürich, St. Gallen und Bodensee.

Wichtige Hauptstrassen führen nach:

  • Frauenfeld;
  • Wattwil;
  • Uzwil;
  • Münchwilen;
  • Zuzwil;
  • Kirchberg.

Die zentrale Lage verursacht erhebliche Verkehrsbelastungen. Besonders während der Hauptverkehrszeiten entstehen auf den Zufahrtsstrassen und im Bahnhofgebiet regelmässig Staus.

Stadt, Region, Kantone und Bund planen deshalb verschiedene Massnahmen zur Verbesserung von Verkehrsfluss, öffentlichem Verkehr, Velo- und Fussverkehr.

Bahnhofgebiet

Das Bahnhofgebiet gehört zu den wichtigsten städtebaulichen Entwicklungsräumen.

Geplant sind eine Neuordnung des Bahnhofplatzes, bessere Umsteigebeziehungen, sichere Wege für Fussgänger und Velofahrende sowie neue öffentliche Räume und Gebäude.

Die Planung ist Teil einer umfassenden Entwicklung des Stadtzentrums. Sie soll die historische Altstadt, die Obere Bahnhofstrasse und den Verkehrsknoten stärker miteinander verbinden.[15]

Bildung

Wil ist ein bedeutender Bildungsstandort.

Die Stadt führt Kindergärten, Primarschulen, Oberstufenschulen, Tagesstrukturen und eine Musikschule.

Zu den städtischen Schulstandorten gehören:

  • Allee;
  • Bronschhofen;
  • Kirchplatz;
  • Lindenhof;
  • Matt;
  • Rossrüti;
  • Tonhalle;
  • Sonnenhof.

Auf der Sekundarstufe II bestehen unter anderem:

  • die Kantonsschule Wil;
  • das Berufs- und Weiterbildungszentrum Wil-Uzwil;
  • verschiedene private Bildungsangebote;
  • Einrichtungen für berufliche und allgemeine Weiterbildung.

Die Kantonsschule Wil führt gymnasiale Bildungsangebote und ist für Jugendliche aus Wil, dem westlichen Kanton St. Gallen und Teilen des Thurgaus von Bedeutung.

Das Berufs- und Weiterbildungszentrum bildet Lernende in kaufmännischen, gewerblichen, technischen und weiteren Berufen aus.

Das Wachstum der Bevölkerung und Veränderungen im Bildungssystem führen zu einem steigenden Bedarf an Schulraum. Die Stadt verfolgt deshalb eine langfristige Schulraumplanung.

Gesundheit und Soziales

Wil ist ein regionaler Standort des Gesundheits- und Sozialwesens.

Zu den wichtigen Einrichtungen gehören:

  • das Spital Wil;
  • der Standort Wil der Psychiatrie St. Gallen;
  • Pflege- und Alterszentren;
  • Arztpraxen und Therapieangebote;
  • Beratungs- und Sozialdienste;
  • Einrichtungen für Kinder, Jugendliche und Familien;
  • Spitex- und Unterstützungsangebote.

Die Thurvita AG erbringt einen wesentlichen Teil der ambulanten und stationären Altersversorgung in Wil und der Umgebung.

Die städtischen Sozialdienste beraten Personen in finanziellen oder persönlichen Notlagen und sind für wirtschaftliche Sozialhilfe sowie verschiedene Integrationsangebote zuständig.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Historische Altstadt

Die Altstadt liegt auf einem Hügel östlich des Bahnhofs. Sie besitzt ein geschlossenes historisches Erscheinungsbild mit Bürgerhäusern, Gassen, Plätzen und öffentlichen Bauten.

Zu den wichtigsten Räumen gehören:

  • Marktgasse;
  • Kirchgasse;
  • Hofplatz;
  • Weierstrasse;
  • Schnetztor;
  • Altstadthäuser und Innenhöfe.

Die Altstadt wurde 1984 mit dem Wakkerpreis ausgezeichnet. Der Schweizer Heimatschutz würdigte die sorgfältige Erhaltung des historischen Stadtbilds und die qualitätsvolle Einfügung neuer Bauten.[3]

Hof zu Wil

Der Hof zu Wil ist das bedeutendste profane Baudenkmal der Stadt.

Er war während Jahrhunderten Verwaltungs- und Herrschaftszentrum der Fürstabtei St. Gallen. Die Fürstäbte hielten sich regelmässig in Wil auf, empfingen Gäste und führten von dort aus politische und wirtschaftliche Geschäfte.

Das Gebäude wurde wiederholt erweitert und umgebaut. Seine Räume dokumentieren mittelalterliche, frühneuzeitliche und barocke Bauphasen.

1979 wurde der Hof unter Bundesschutz gestellt. Er gilt als Baudenkmal von nationaler Bedeutung.[16]

Heute wird der Hof für Kultur, Gastronomie, Veranstaltungen, Ausstellungen, Stadtführungen und öffentliche Dienstleistungen genutzt. Im Gebäude befinden sich unter anderem das Info-Center und die Stadtbibliothek.

Schnetztor

Das Schnetztor ist der wichtigste erhaltene Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung.

Die übrigen Stadttore und grosse Abschnitte der Stadtmauer wurden im 19. Jahrhundert abgebrochen, um den Verkehr und die bauliche Entwicklung zu erleichtern.

Das Schnetztor markiert bis heute einen historischen Zugang zur Altstadt.

Baronenhaus

Das Baronenhaus wurde 1795 errichtet und gehört zu den bedeutendsten klassizistischen Wohnbauten der Stadt.

Es besitzt repräsentative Innenräume, historische Ausstattungen und eine stadtgeschichtlich bedeutende Sammlung.

Gerichtshaus

Das Gerichtshaus wurde 1607 erbaut. Es diente der fürstäbtischen und später der kantonalen Rechtsprechung.

Besonders bekannt ist der reich ausgestattete historische Gerichtssaal.

Kirchen

Die katholische Pfarrkirche St. Nikolaus steht innerhalb der Altstadt. Sie wurde im Spätmittelalter neu errichtet und später mehrfach umgestaltet.

Die Kirche St. Peter liegt ausserhalb des mittelalterlichen Stadtkerns. Ihr Standort gehört zu den ältesten Siedlungs- und Kirchenplätzen Wils.

Weitere bedeutende Sakralbauten sind:

  • die Wallfahrtskirche Maria Dreibrunnen;
  • die Kreuzkirche;
  • die reformierte Kirche;
  • verschiedene Kapellen in Wil, Bronschhofen und Rossrüti.

Tonhalle

Die Tonhalle ist ein zentraler Veranstaltungsort für Theater, Musik, politische Sitzungen und gesellschaftliche Anlässe.

Der historische Saal wurde 1876 eröffnet und später mehrfach erneuert. Das Stadtparlament hält einen grossen Teil seiner Sitzungen in der Tonhalle ab.

Stadtsaal

Der Stadtsaal beim Bahnhof dient als Veranstaltungs-, Kongress- und Festlokal.

Er wird für Konzerte, Versammlungen, Messen, Bankette und öffentliche Veranstaltungen genutzt.

Stadtmuseum

Das Stadtmuseum dokumentiert die Geschichte der Stadt und ihrer Bevölkerung.

Die Sammlungen umfassen unter anderem:

  • archäologische Funde;
  • historische Bilder und Dokumente;
  • Gegenstände aus Handwerk und Gewerbe;
  • Möbel und Alltagsgegenstände;
  • Zeugnisse der fürstäbtischen Zeit;
  • Materialien zur Industrie- und Verkehrsgeschichte.

Wiler Turm

Der Wiler Turm steht auf dem Hofberg oberhalb der Stadt.

Der 38 Meter hohe Holzturm wurde 2006 eröffnet. Seine Konstruktion ist durch markante gekreuzte Stützen und zwei voneinander getrennte Treppenläufe geprägt.

Von der Aussichtsplattform bietet sich ein weiter Blick über Wil, den Thurgau, das Fürstenland und die Voralpen.

Stadtweier

Der Stadtweier liegt unmittelbar unterhalb der Altstadt.

Er dient der Naherholung und bildet zusammen mit der Weierwiese einen beliebten Aufenthalts- und Veranstaltungsraum.

Märkte

Wil besitzt eine lange Markttradition.

Zu den regelmässigen Märkten gehören:

  • der wöchentliche Samstagsmarkt;
  • der Maimarkt;
  • der Othmarsmarkt im November;
  • saisonale Spezial- und Warenmärkte.

Die Märkte erinnern an die historische Bedeutung Wils als Handels- und Versorgungsort.[1]

Sport

Wil verfügt über ein breites Sportangebot mit Vereinen, Hallen, Aussenanlagen und Naherholungsräumen.

Der bekannteste Sportverein ist der FC Wil, der 1900 gegründet wurde. Seine Heimspiele trägt er im Fussballstadion des Sportparks Bergholz aus.

Der Sportpark Bergholz umfasst unter anderem:

  • Fussballstadion;
  • weitere Fussballplätze;
  • Hallen- und Freibad;
  • Eissportanlagen;
  • Turn- und Trainingsräume.

Weitere verbreitete Sportarten sind Leichtathletik, Turnen, Tennis, Handball, Volleyball, Radsport, Kampfsport, Schwimmen und Eishockey.

Die Umgebung bietet zudem zahlreiche Wander-, Lauf- und Velowege.

Religion

Wil war aufgrund der langen Herrschaft der Fürstabtei St. Gallen historisch stark römisch-katholisch geprägt.

Während der Reformation wechselte ein Teil der Bevölkerung vorübergehend zum reformierten Glauben. Nach 1531 wurde der katholische Gottesdienst wiederhergestellt.

Im 19. und 20. Jahrhundert nahm der Anteil reformierter und später auch anderer religiöser Gemeinschaften zu.

Heute bestehen in Wil unter anderem:

  • römisch-katholische Kirchgemeinden;
  • eine evangelisch-reformierte Kirchgemeinde;
  • orthodoxe Gemeinschaften;
  • islamische Gemeinschaften;
  • evangelische Freikirchen;
  • weitere Religionsgemeinschaften.

Gleichzeitig wächst der Anteil der Bevölkerung ohne konfessionelle Zugehörigkeit.

Umwelt und Energie

Wil verfolgt eine kommunale Energie-, Klima- und Nachhaltigkeitspolitik.

Die Stadt trägt das Label Energiestadt Gold. Massnahmen betreffen unter anderem:

  • Energieeffizienz öffentlicher Gebäude;
  • erneuerbare Energien;
  • Wärmeverbünde;
  • Förderung des Fuss- und Veloverkehrs;
  • öffentlichen Verkehr;
  • Biodiversität;
  • nachhaltige Beschaffung;
  • Beratung von Haushalten und Unternehmen.

Die Technischen Betriebe Wil versorgen die Stadt mit Strom, Wasser, Wärme, Gas und Telekommunikationsdiensten.

Mit der Smart-City-Strategie sollen digitale Technologien und neue Beteiligungsformen für eine nachhaltige Stadtentwicklung genutzt werden.[17]

Stadtentwicklung

Wil wächst sowohl als Wohn- als auch als Arbeitsort.

Die Stadt rechnet langfristig mit einer weiteren Bevölkerungszunahme. Deshalb werden Richt- und Nutzungsplanung umfassend erneuert.[18]

Zentrale Themen sind:

  • verdichtetes Bauen;
  • Schutz historischer Ortsbilder;
  • ausreichender Wohnraum;
  • Entwicklung des Bahnhofgebiets;
  • Erhaltung von Grün- und Freiräumen;
  • Schulraum;
  • Verkehrsbelastung;
  • Klimaanpassung;
  • regionale Wirtschaftsflächen.

Die Entwicklung soll sich stärker auf bereits überbaute oder gut erschlossene Gebiete konzentrieren. Dadurch sollen Landwirtschaftsflächen und Landschaftsräume geschont werden.

Wappen

Das heutige Stadtwappen entstand mit der Vereinigung von Wil und Bronschhofen im Jahr 2013.

Die offizielle Blasonierung lautet:

Gespalten von Weiss mit aufrechtem schwarzem Bär mit roter Zunge und Geschlecht, und von Schwarz mit gelbem Schneckenhaus über lateinischem weissem V-doppio.

Der schwarze Bär stammt aus dem früheren Wiler Wappen. Er verweist auf den Gallusbären und die Zugehörigkeit zur Abtei St. Gallen.

Das weisse Zeichen unterhalb des Bären wird als lateinisches V-doppio bezeichnet und steht für den Stadtnamen Wil.

Das gelbe Schneckenhaus geht auf das frühere Wappen Bronschhofens zurück. Es erinnert an den historischen «Schneggenbund» beziehungsweise das «Schneckenbund-Gericht».[7]

Städtepartnerschaften

Wil unterhält internationale kommunale Partnerschaften.

Wangen im Allgäu

Seit 2026 besteht eine offiziell besiegelte Städtepartnerschaft mit Wangen im Allgäu in Deutschland.

Die Beziehungen beruhen unter anderem auf gemeinsamen historischen Verbindungen zur Fürstabtei St. Gallen. Der in Wangen geborene Fürstabt Ulrich Rösch spielte eine bedeutende Rolle in der Geschichte Wils und starb 1491 im Hof zu Wil.[19]

Dobrzeń Wielki

Eine weitere Partnerschaft besteht mit der polnischen Gemeinde Dobrzeń Wielki.

Die Zusammenarbeit umfasst Begegnungen, kulturellen Austausch, Vereinskontakte und kommunale Projekte.

Persönlichkeiten

In Wil geboren

Mit Wil verbunden

  • Ulrich Rösch (1426–1491), Fürstabt von St. Gallen und Förderer des Hofs zu Wil
  • Alois Negrelli (1799–1858), Ingenieur und Planer der neuen Strassenführung durch die Altstadt

Siehe auch

Literatur

  • Magdalen Bless-Grabher: Wil (SG). In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  • Hans Peter Mathis: Wil. Geschichte einer Äbtestadt. Wil.
  • Stadt Wil: Stadtgeschichte Wil. Wil.
  • Josef Holenstein: Der Hof zu Wil. Wil.
  • Staatsarchiv St. Gallen: Quellen zur Geschichte der Stadt Wil.
  • Ortsgemeinde Wil: Geschichte der Ortsgemeinde Wil. Wil.
  • Stadtmuseum Wil: Wiler Stadtgeschichte und Sammlungen. Wil.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Stadt Wil: Über die Stadt Wil, abgerufen am 3. August 2026.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 Stadt Wil: Wil in Zahlen, abgerufen am 3. August 2026.
  3. 3,0 3,1 Stadt Wil: Öffentliche Altstadtführung, abgerufen am 3. August 2026.
  4. 4,0 4,1 Stadt Wil: Gemeindefusion Wil–Bronschhofen–Rossrüti, 2. Dezember 2020.
  5. 5,0 5,1 5,2 Magdalen Bless-Grabher: Wil (SG). In: Historisches Lexikon der Schweiz, Version vom 30. Oktober 2013.
  6. 6,0 6,1 Magdalen Bless-Grabher: Wil (SG). In: Historisches Lexikon der Schweiz, Abschnitt Verkehr und Wirtschaft.
  7. 7,0 7,1 Stadt Wil: Wappen und Logo, abgerufen am 3. August 2026.
  8. Stadt Wil: Stadtrat, abgerufen am 3. August 2026.
  9. Stadt Wil: Ersatzwahl Stadtpräsidium und Mitglied Stadtrat: zweiter Wahlgang nötig, 14. Juni 2026.
  10. Stadt Wil: Stadtparlament, abgerufen am 3. August 2026.
  11. Stadt Wil: Erneuerungswahlen des Stadtparlaments für die Amtsdauer 2025–2028, 22. September 2024.
  12. Stadt Wil: Parlamentspräsidium, abgerufen am 3. August 2026.
  13. Stadt Wil: Wirtschafts- und Standortförderung, abgerufen am 3. August 2026.
  14. Stadt Wil: Ja zu WILWEST: Stadt Wil und Kanton sagen Ja zur gemeinsamen Zukunft, März 2026.
  15. Stadt Wil: Masterplanung Zentrum, abgerufen am 3. August 2026.
  16. Stadt Wil: Bau- und Innovationsprojekt Hof zu Wil, 26. August 2020.
  17. Stadt Wil: Smart City Wil, abgerufen am 3. August 2026.
  18. Stadt Wil: Ortsplanungsrevision, abgerufen am 3. August 2026.
  19. Stadt Wil: Wil und Wangen im Allgäu besiegeln Städtepartnerschaft, 10. Juli 2026.

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