Sachseln

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Sachseln

Gemeindedaten

Staat

Schweiz

Kanton

Obwalden

BFS-Nummer

1406

Postleitzahl

6072 Sachseln
6073 Flüeli-Ranft

Höhe

483 m ü. M.

Fläche

53,86 km²

Einwohner

5312
(Stand: 31. Dezember 2025)

Website

www.sachseln.ch

Sachseln ist eine politische Gemeinde im Kanton Obwalden in der Zentralschweiz. Sie liegt am Sarnersee und umfasst neben dem Hauptdorf die Weiler Edisried und Ewil, das Bergdorf Flüeli-Ranft sowie ausgedehnte Alp-, Wald- und Berggebiete. Die Gemeinde ist vor allem als Heimat und Wallfahrtsort des heiligen Niklaus von Flüe, genannt Bruder Klaus, bekannt.

Auf der zum Gemeindegebiet gehörenden Älggi-Alp befindet sich der 1988 berechnete geografische Mittelpunkt der Schweiz. Sachseln ist zugleich ein wichtiger Industrie-, Gewerbe- und Tourismusstandort im Sarneraatal. Die provisorische kantonale Statistik wies Ende 2025 eine ständige Wohnbevölkerung von 5312 Personen aus.[1]

Geographie

Lage

Sachseln liegt im mittleren Sarneraatal am Ufer des Sarnersees. Das Hauptdorf erstreckt sich auf einem Schwemmkegel zwischen dem See und den ansteigenden Hängen in Richtung Flüeli-Ranft. Der Siedlungsraum geht im Norden in das Gemeindegebiet von Sarnen und im Süden in jenes von Giswil über.

Nachbargemeinden sind Sarnen, Kerns, Giswil und Lungern. Der Sarnersee bildet einen wichtigen Teil der landschaftlichen Identität und der Gemeindegrenze.

Das Gemeindegebiet reicht vom Seeufer auf rund 470 Metern über Meer bis in hochalpine Gebiete. Den höchsten Punkt bezeichnet die Gemeinde mit dem 2312 Meter hohen Brünig-Haupt.[2]

Die statistische Gemeindefläche beträgt 53,86 Quadratkilometer. Dabei wird der Anteil am Sarnersee entsprechend der Methodik des Bundesamts für Statistik nicht eingerechnet. Unter Einbezug des Seeanteils nennt die Gemeinde eine Gesamtfläche von 6183 Hektaren beziehungsweise 61,83 Quadratkilometern.[2]

Ortsteile

Zum Gemeindegebiet gehören folgende grössere Siedlungen und Landschaftsräume:

  • das Hauptdorf Sachseln am Sarnersee;
  • Edisried nördlich des Dorfzentrums;
  • Ewil am südlichen Seeufer;
  • Flüeli-Ranft auf einer Terrasse oberhalb des Sarneraatals;
  • die Streusiedlungen und Einzelhöfe an den Hängen;
  • die Älggi-Alp und weitere Alpen im Kleinen Melchtal.

Flüeli-Ranft liegt rund vier Kilometer oberhalb des Hauptdorfs. Der Ort ist eng mit dem Leben von Niklaus von Flüe und seiner Ehefrau Dorothee Wyss verbunden. Geburtshaus, Wohnhaus, Einsiedelei und Kapellen gehören zu den wichtigsten historischen Stätten der Gemeinde.[3]

Gewässer

Der Sarnersee ist das grösste Gewässer der Gemeinde. Sein Abfluss erfolgt bei Sarnen über die Sarner Aa in den Alpnachersee und damit in das Einzugsgebiet der Reuss.

Mehrere Wildbäche fliessen aus den steilen Einzugsgebieten durch das Siedlungsgebiet in den See. Zu ihnen gehören der Dorfbach, der Edisriederbach, der Totenbüelbach, der Sigetschwandgraben und der Leimerengraben.

Die Kleine Melchaa entwässert das abgelegene Kleine Melchtal. Sie fliesst durch die Melchaaschlucht und mündet ausserhalb der Gemeinde in die Grosse Melchaa.

Landschaft

Der untere Gemeindeteil wird von Seeufer, Siedlungen, Wiesen und landwirtschaftlich genutzten Hängen geprägt. Oberhalb davon folgen Wälder, Bergweiden und ausgedehnte Alpgebiete.

Im Kleinen Melchtal liegen die Älggi-Alp, das Sachsler Seefeld und mehrere Bergseen. Die Landschaft ist teilweise stark verkarstet und wird von steilen Kalkbergen umgeben.

Die grossen Höhenunterschiede führen zu verschiedenen Klima- und Vegetationsstufen. Während das Seeufer ein vergleichsweise mildes Klima besitzt, sind die höher gelegenen Gebiete schneereich und während des Winters teilweise nur eingeschränkt erreichbar.

Mittelpunkt der Schweiz

Auf der Älggi-Alp befindet sich der geografische Mittelpunkt beziehungsweise Flächenschwerpunkt der Schweiz. Mitarbeitende des damaligen Bundesamts für Landestopografie berechneten ihn 1988 anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Behörde.[4]

Der mathematisch berechnete Punkt liegt oberhalb einer schwer zugänglichen Felswand westlich von Chli-Älggi. Etwa 500 Meter südöstlich davon wurde auf der Älggi-Alp ein öffentlich zugänglicher Erinnerungsort eingerichtet.

Eine Triangulationspyramide und eine Natursteinmauer in Form der Schweizer Landesgrenze kennzeichnen den Ort auf rund 1645 Metern über Meer. Der Mittelpunkt ist über Wanderwege und während der schneefreien Jahreszeit über eine schmale Bergstrasse erreichbar.[5]

Geschichte

Frühe Besiedlung und Mittelalter

Archäologische Funde weisen auf eine Besiedlung des heutigen Gemeindegebiets seit vorgeschichtlicher Zeit hin. Spuren aus der Bronzezeit und frühmittelalterliche Gräber belegen die frühe Nutzung des Seeufers und der erhöhten Terrassen.

Sachseln wurde 1173 erstmals urkundlich als «Sahcslen» erwähnt. Der Ortsname wird mit dem lateinischen beziehungsweise romanischen Wort saxum oder saxula für Stein beziehungsweise kleine Felsen in Verbindung gebracht.[6]

Im Mittelalter gehörte Sachseln zum Land Obwalden. Die Bevölkerung lebte überwiegend von Viehzucht, Landwirtschaft, Fischerei, Waldnutzung und Alpwirtschaft. Die gemeinschaftliche Nutzung von Wäldern, Weiden und Alpen wurde durch bäuerliche Genossenschaften geregelt.

Eine eigene Kirche ist seit dem Hochmittelalter belegt. Die mittelalterliche Pfarrei bildete neben den wirtschaftlichen Nutzungsgemeinschaften einen wichtigen Mittelpunkt des öffentlichen Lebens.

Niklaus von Flüe

Niklaus von Flüe wurde 1417 im Gebiet von Flüeli geboren. Er war Bauer, Familienvater, Ratsherr und Richter. Mit Dorothee Wyss hatte er zehn Kinder.

Im Jahr 1467 verliess er mit Zustimmung seiner Ehefrau den gemeinsamen Haushalt und zog sich als Einsiedler in den Ranft zurück. Dort lebte er bis zu seinem Tod am 21. März 1487. Er wurde bereits zu Lebzeiten als geistlicher Ratgeber und Friedensstifter aufgesucht.[7]

Besondere Bedeutung wird seiner vermittelnden Rolle während der politischen Krise um das Stanser Verkommnis von 1481 zugeschrieben. Bruder Klaus entwickelte sich zu einer der bedeutendsten religiösen und politischen Symbolfiguren der Schweiz.

Papst Innozenz X. bestätigte 1649 seine Verehrung. Die Heiligsprechung erfolgte 1947 durch Papst Pius XII. Niklaus von Flüe gilt als Schutzpatron der Schweiz. Sein katholischer Gedenktag wird am 25. September begangen.

Neuzeit

Die Verehrung von Bruder Klaus machte Sachseln zunehmend zu einem Wallfahrtsort. Nachdem die mittelalterliche Kirche für die wachsende Zahl von Pilgerinnen und Pilgern zu klein geworden war, entstand zwischen 1672 und 1684 die heutige Pfarr- und Wallfahrtskirche.

Der Bau wurde durch Fronarbeit aus den Obwaldner Gemeinden und durch eine von der Landsgemeinde beschlossene Sondersteuer ermöglicht. Die Gebeine von Bruder Klaus wurden 1679 noch vor der Fertigstellung der Kirche in den Neubau übertragen.[8]

Sachseln blieb bis ins 19. Jahrhundert überwiegend landwirtschaftlich geprägt. Heimarbeit, Holzverarbeitung und kleinere Handwerksbetriebe ergänzten das bäuerliche Einkommen.

Industrialisierung und Verkehrsausbau

Die Eröffnung der Brünigbahn zwischen Alpnachstad und Brienz im Jahr 1888 band Sachseln an das regionale Eisenbahnnetz an. Die Strecke entwickelte sich später zur durchgehenden Verbindung zwischen Luzern und Interlaken.[9]

Seit dem späten 19. und besonders im 20. Jahrhundert entstanden Betriebe der Holz-, Bau-, Lebensmittel-, Metall- und Elektroindustrie. Die wirtschaftliche Struktur wandelte sich von einer bäuerlichen Gemeinde zu einem bedeutenden Industrie- und Arbeitsstandort.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden neue Wohnquartiere, Schul- und Sportanlagen sowie Gewerbezonen errichtet. Gleichzeitig nahm der Durchgangsverkehr auf der Brünigstrasse stark zu.

Im September 1997 wurde die Umfahrung Sachseln der Autostrasse A8 eröffnet. Der mehr als fünf Kilometer lange Tunnel entlastete das Dorfzentrum weitgehend vom überregionalen Verkehr.[10]

Unwetter von 1997

Am 15. August 1997 wurde Sachseln von einem aussergewöhnlich schweren Unwetter getroffen. Innerhalb einer Stunde fielen annähernd 90 Millimeter Regen; in den folgenden zwei Stunden wurden insgesamt bis zu 150 Millimeter gemessen.

Dorfbach, Edisriederbach und Totenbüelbach führten grosse Mengen an Wasser, Holz und Gestein mit sich. Rund 100'000 Kubikmeter Geschiebe und Schwemmholz gelangten talwärts. Strassen wurden zerstört, Landwirtschaftsbetriebe verwüstet und zahlreiche Keller, Wohnhäuser und Gewerberäume überflutet.[11]

Die privaten Schäden wurden auf mehr als 50 Millionen Franken geschätzt. Hinzu kamen hohe Kosten für Räumung, Wiederaufbau und neue Schutzanlagen.

Nach dem Ereignis wurden die Wildbachverbauungen umfassend ausgebaut. Zwischen 1998 und 2004 entstand das Umlegungsprojekt für Dorfbach, Totenbüelbach und Edisriederbach. Der zuvor durch das historische Dorfzentrum verlaufende Dorfbach wurde an den südlichen Siedlungsrand verlegt.

Seit 2007 ist die Einwohnergemeinde anstelle der früheren Wuhrgenossenschaften Trägerin des kommunalen Wasserbaus. Geschiebesammler, Rückhalteräume, Schutzdämme und regelmässig unterhaltene Bachgerinne sollen das Siedlungsgebiet vor künftigen Ereignissen schützen.[12]

Bevölkerung

Sachseln zählte 1950 insgesamt 2423 Einwohnerinnen und Einwohner. Bis zur Jahrtausendwende stieg die Bevölkerungszahl auf mehr als 4000 Personen. Ende 2025 lebten gemäss provisorischer kantonaler Statistik 5312 Personen mit ständigem Wohnsitz in der Gemeinde.[1]

Die Siedlungsentwicklung konzentrierte sich hauptsächlich auf das Hauptdorf, Edisried und Ewil. Flüeli-Ranft behielt stärker den Charakter eines ländlich und touristisch geprägten Bergdorfs.

Deutsch ist die Amtssprache und die wichtigste Alltagssprache. Gesprochen wird ein Obwaldner Dialekt, der zu den höchstalemannischen Mundarten gehört.

Die römisch-katholische Kirche prägte Sachseln während Jahrhunderten. Durch Zuwanderung und gesellschaftlichen Wandel nahm die konfessionelle Vielfalt zu. Ende 2025 waren nach Angaben der Gemeinde 3161 Personen römisch-katholisch und 334 evangelisch-reformiert; bei 1823 Personen wurde keine Konfession angegeben oder die Zugehörigkeit war unbekannt.[2]

Politik und Verwaltung

Sachseln ist als Einwohnergemeinde mit Gemeindeversammlung organisiert. Die Gemeindeversammlung bildet das oberste kommunale Organ und wird gewöhnlich im Frühling und im Herbst einberufen.[13]

Die Exekutive ist der Einwohnergemeinderat. Seine Mitglieder werden von den Stimmberechtigten gewählt und führen die verschiedenen Departemente der Gemeinde. Weitere Organe sind das Gemeindepräsidium, die Rechnungsprüfungskommission und die gesetzlich oder durch kommunales Recht vorgesehenen Kommissionen.

Die Gemeindeverwaltung befindet sich an der Brünigstrasse 113. Neben der Einwohnergemeinde bestehen die römisch-katholische Kirchgemeinde und die Korporation Sachseln als selbstständige öffentlich-rechtliche Körperschaften.

Die Korporation verwaltet unter anderem Allmenden, Wälder, Voralpen, Hochalpen und Strassen. Ihre Nutzungsordnungen gehen auf die historische gemeinschaftliche Bewirtschaftung der natürlichen Ressourcen zurück.

Wirtschaft

Sachseln verfügt über eine vergleichsweise stark industrialisierte Wirtschaftsstruktur. Nach Angaben der Gemeinde bestehen mehr als 2000 Arbeitsplätze. Die meisten Beschäftigten arbeiten in Industrie und Gewerbe, gefolgt vom Dienstleistungssektor sowie der Land- und Forstwirtschaft.[14]

Die weltweit tätige maxon motor ag ist die grösste Arbeitgeberin der Gemeinde und des Kantons Obwalden. Das Unternehmen entwickelt und produziert elektrische Kleinantriebe, Steuerungen und Antriebssysteme. Maxon-Motoren wurden unter anderem in Raumfahrtmissionen und Marsfahrzeugen eingesetzt.

Ein weiteres bekanntes Unternehmen ist die bio-familia AG, die Müesli und weitere Nahrungsmittel herstellt. Ihre Geschichte ist eng mit der Verbreitung des Birchermüeslis als industriell gefertigtes Lebensmittel verbunden.

Weitere wichtige Branchen sind:

  • Holzverarbeitung und Möbelbau;
  • Bauhaupt- und Baunebengewerbe;
  • Metall- und Maschinenbau;
  • Kies- und Betonproduktion;
  • Lebensmittelherstellung;
  • Gastgewerbe und Tourismus;
  • Gesundheits- und Sozialwesen.

Landwirtschaft und Alpwirtschaft besitzen trotz des Rückgangs der Beschäftigtenzahl weiterhin eine grosse Bedeutung für die Pflege der Kulturlandschaft. Vorherrschend sind Viehzucht, Milchwirtschaft und die sommerliche Bewirtschaftung der Alpen.

Verkehr

Sachseln liegt an der Brünigachse zwischen Luzern, dem Sarneraatal und dem Berner Oberland. Die A8 führt im Umfahrungstunnel am Dorf vorbei. Anschlüsse befinden sich nördlich und südlich des Siedlungsgebiets.

Der Bahnhof Sachseln und die Haltestelle Ewil Maxon liegen an der meterspurigen Brünigstrecke der Zentralbahn. Regelmässige Züge verbinden die Gemeinde mit Sarnen, Alpnachstad, Luzern, Giswil, Lungern, Brienz und Interlaken.

Postautolinien führen vom Bahnhof Sachseln nach Flüeli-Ranft und Kerns. Flüeli-Ranft ist mit dem öffentlichen Verkehr in ungefähr 15 Minuten erreichbar.[15]

Entlang des Sarnersees und durch die Berggebiete verlaufen Wander- und Velorouten. Flüeli-Ranft liegt an regionalen Pilgerwegen und an einer Variante des Jakobswegs.

Bildung

Die Einwohnergemeinde führt Kindergärten, Primarschulen und die Orientierungsschule der Sekundarstufe I. Schulstandorte befinden sich im Hauptdorf und in Flüeli-Ranft.

Das kommunale Angebot wird durch Musikschule, Schulsozialarbeit, heilpädagogische Angebote und schulergänzende Tagesstrukturen ergänzt.

Kantonale Berufsfachschulen, Mittelschulen und weitere Bildungsangebote befinden sich vor allem im nahe gelegenen Sarnen. Hochschulen sind über die Verkehrsverbindungen nach Luzern erreichbar.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Pfarr- und Wallfahrtskirche

Die Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Theodul ist das weithin sichtbare Wahrzeichen des Hauptdorfs. Sie wurde zwischen 1672 und 1684 im Stil des schweizerischen Frühbarocks mit Einflüssen der italienischen Renaissance errichtet.

Der untere Teil des Kirchturms stammt von der mittelalterlichen Vorgängerkirche. Im Hauptaltar befindet sich das Grab von Bruder Klaus. Zu den bedeutenden Erinnerungsstücken gehören sein Einsiedlergewand und das sogenannte Meditationsbild.[8]

Neben der Kirche steht die Grabkapelle. Sie befindet sich am Standort der früheren Pfarrkirche und erinnert an die ursprüngliche Grabstätte von Niklaus von Flüe.

Museum Bruder Klaus

Das Museum Bruder Klaus befindet sich in einem 1784 erbauten Bürgerhaus am Dorfplatz. Seine Dauerausstellung behandelt Leben, Wirken und Verehrung des Schweizer Landesheiligen.

Zu den bedeutendsten Ausstellungsstücken gehört ein Altarflügel von 1492 mit dem ältesten erhaltenen Bildnis von Niklaus von Flüe. Das Museum zeigt ausserdem Wechselausstellungen zur Religion, Geschichte und zeitgenössischen Kunst.[16]

Im Ökonomiegebäude ist die Sammlung Christian Sigrist untergebracht. Sie umfasst geschnitzte Miniaturen, welche den früheren ländlichen Alltag in Obwalden darstellen.

Flüeli-Ranft

Flüeli-Ranft ist als Geburts-, Wohn- und Wirkungsort von Bruder Klaus ein Wallfahrtsort von internationaler Bedeutung. Das Geburtshaus und das spätere Wohnhaus der Familie von Flüe sind erhalten und können besichtigt werden.

Unterhalb des Dorfs liegt der Ranft am steilen Abbruch zur Melchaaschlucht. Dort befinden sich:

  • die Obere Ranftkapelle;
  • die Einsiedlerzelle von Bruder Klaus;
  • die Untere Ranftkapelle;
  • ein historisches Pilgerhaus;
  • Wege und Andachtsorte.

Der Name Ranft bedeutet Rand und bezeichnet den steilen Geländeabbruch in die Schlucht.[17]

Flüeli-Kapelle und Hotel Paxmontana

Die Flüeli-Kapelle steht auf einem markanten Felsen oberhalb des Dorfs. Der heutige Bau entstand im 17. Jahrhundert und ist dem heiligen Karl Borromäus geweiht.

Das Jugendstil-Hotel Paxmontana wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts ausgebaut. Sein reich gegliederter Holzbau und die Aussicht über das Sarneraatal machen es zu einem der bekanntesten historischen Hotelgebäude der Zentralschweiz.

Hohe Brücke

Die Hohe Brücke überspannt die Melchaaschlucht zwischen Flüeli-Ranft und Kerns. Die gedeckte Holzbrücke wurde 1943 durch das Militär errichtet.

Sie liegt rund 100 Meter über der Melchaa und besitzt eine Spannweite von etwa 30 Metern. Sie gilt als eine der höchstgelegenen gedeckten Holzbrücken Europas.[18]

Dorfzentrum und Seeufer

Das historische Dorfzentrum gruppiert sich um Kirche, Dorfplatz und Museum. Traditionelle Holzhäuser, Bürgerhäuser und öffentliche Brunnen erinnern an die frühere Siedlungsstruktur.

Am Sarnersee befinden sich ein Strandbad, Spazierwege, Bootsanlegestellen und weitere Freizeitanlagen. Der See wird zum Baden, Rudern, Segeln, Angeln und für andere Wassersportarten genutzt.

Brauchtum und religiöses Leben

Die Wallfahrt zu Bruder Klaus prägt den Jahreslauf der Gemeinde. Besonders viele Pilgerinnen und Pilger besuchen Sachseln und Flüeli-Ranft am Todestag des Heiligen am 21. März und am kantonalen Feiertag vom 25. September.

Prozessionen, Gottesdienste, Wallfahrten und internationale Begegnungen erinnern an die religiöse und friedenspolitische Bedeutung von Niklaus von Flüe und Dorothee Wyss.

Zum lokalen Brauchtum gehören ausserdem die Fasnacht, kirchliche Feste, Älpleranlässe, Vereinsfeste und die Bundesfeier in Flüeli-Ranft.

Wappen

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: «In Gold auf drei Felsspitzen schreitender schwarzer Steinbock mit roter Zunge und rotem Geschlecht.»

Der Steinbock und die Felsen bilden ein redendes Wappen. Sie verweisen auf eine mögliche Herleitung des Ortsnamens von saxum beziehungsweise saxula für Stein oder kleine Felsen.

Das Wappen geht auf das Siegel des Landammanns Nikolaus von Flüe von 1557 zurück. Das ursprüngliche Wappentier der Familie von Flüe wurde gegen Ende des 17. Jahrhunderts durch einen Löwen ersetzt, während Sachseln den Steinbock als Gemeindesymbol beibehielt.[19]

Persönlichkeiten

  • Niklaus von Flüe (1417–1487), Einsiedler, Mystiker und Schweizer Landespatron
  • Dorothee Wyss (um 1430/1432–nach 1487), Ehefrau von Niklaus von Flüe
  • Konrad von Flüe (15. Jahrhundert), Politiker und Sohn von Niklaus von Flüe
  • Robert Durrer (1867–1934), Historiker, Kunsthistoriker und Denkmalpfleger
  • Alois Spichtig (1927–2014), Bildhauer und Grafiker
  • Luke Gasser (* 1966), Filmemacher, Schauspieler, Musiker und Künstler
  • Franz Enderli (* 1954), Politiker und ehemaliger Regierungsrat des Kantons Obwalden

Literatur

  • Angelo Garovi: Sachseln. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  • Robert Durrer: Bruder Klaus. Die ältesten Quellen über den seligen Nikolaus von Flüe, sein Leben und seinen Einfluss. 2 Bände, Sarnen 1917–1921.
  • Robert Durrer: Die Kunstdenkmäler des Kantons Unterwalden. Zürich 1899–1928.
  • Rupert Amschwand: Bruder Klaus. Ergänzungsband zum Quellenwerk von Robert Durrer. Sarnen 1987.
  • Roland Gröbli: Die Sehnsucht nach dem einig Wesen. Leben und Lehre des Bruder Klaus von Flüe. Rex Verlag, Luzern 2006.
  • Einwohnergemeinde Sachseln: Sachseln – Dorf, Landschaft und Menschen. Sachseln.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Kanton Obwalden: Wohnbevölkerung Kanton Obwalden, Stand 31. Dezember 2025, provisorische Angaben, publiziert am 11. Februar 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  2. 2,0 2,1 2,2 Einwohnergemeinde Sachseln: Sachseln in Zahlen, Stand 31. Dezember 2025, abgerufen am 3. August 2026.
  3. Förderverein Niklaus von Flüe und Dorothee Wyss: Flüeli-Ranft, abgerufen am 3. August 2026.
  4. Bundesamt für Landestopografie swisstopo: Eggstock – Volumenschwerpunkt der Schweiz, 4. August 2016, abgerufen am 3. August 2026.
  5. Einwohnergemeinde Sachseln: Mittelpunkt der Schweiz, abgerufen am 3. August 2026.
  6. Angelo Garovi: Sachseln. In: Historisches Lexikon der Schweiz, Version vom 9. Februar 2011, abgerufen am 3. August 2026.
  7. Roland Gröbli: Niklaus von Flüe. In: Historisches Lexikon der Schweiz, Version vom 28. September 2017, abgerufen am 3. August 2026.
  8. 8,0 8,1 Einwohnergemeinde Sachseln: Pfarr- und Wallfahrtskirche Sachseln, abgerufen am 3. August 2026.
  9. Zentralbahn: Geschichte der Zentralbahn, abgerufen am 3. August 2026.
  10. Ausbauprojekt A8 Obwalden: Umfahrung Sachseln, abgerufen am 3. August 2026.
  11. Bundesamt für Wasser und Geologie: Sachseln: Drei Bäche neu gebettet, abgerufen am 3. August 2026.
  12. Einwohnergemeinde Sachseln: Hochwasserschutz, abgerufen am 3. August 2026.
  13. Einwohnergemeinde Sachseln: Gemeindeordnung der Einwohnergemeinde Sachseln, abgerufen am 3. August 2026.
  14. Einwohnergemeinde Sachseln: Unsere Wirtschaft: Vielschichtig, innovativ, weltbekannt, abgerufen am 3. August 2026.
  15. Förderverein Niklaus von Flüe und Dorothee Wyss: Anreise nach Sachseln und Flüeli-Ranft, abgerufen am 3. August 2026.
  16. Einwohnergemeinde Sachseln: Museum Bruder Klaus, abgerufen am 3. August 2026.
  17. Förderverein Niklaus von Flüe und Dorothee Wyss: Der Ranft, abgerufen am 3. August 2026.
  18. Einwohnergemeinde Sachseln: Hohe Brücke, abgerufen am 3. August 2026.
  19. Einwohnergemeinde Sachseln: Das Wappen der Gemeinde Sachseln, abgerufen am 3. August 2026.

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