Bezirk Küssnacht

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Bezirk Küssnacht
Küssnacht und Immensee zwischen Vierwaldstättersee und Zugersee
Staat Schweiz
Kanton Schwyz
Hauptort Küssnacht
BFS-Bezirksnummer 0504
BFS-Gemeindenummer 1331
Fläche 36,2 km²
Einwohner 14'199
Stand 31. Dezember 2025
Gemeinden 1
Ortschaften Küssnacht, Immensee, Merlischachen
Höchster Punkt Rigi Kulm, 1797 m ü. M.
Tiefster Punkt Zugersee, 413 m ü. M.
Koordinaten 47,0833° N, 8,4417° E
Website www.kuessnacht.ch
Wappen Wappen des Bezirks Küssnacht
Karte Lage des Bezirks Küssnacht

Der Bezirk Küssnacht ist einer der sechs Bezirke des Kantons Schwyz. Er liegt zwischen dem Vierwaldstättersee, dem Zugersee und der Rigi und grenzt an die Kantone Luzern und Zug. Hauptort und grösste Siedlung ist Küssnacht.

Der Bezirk nimmt innerhalb der schweizerischen Verwaltungsorganisation eine besondere Stellung ein. Er besteht aus nur einer politischen Gemeinde, deren Gebiet mit dem Bezirksgebiet übereinstimmt. Küssnacht ist damit gleichzeitig Bezirk und Gemeinde. Zum Bezirk gehören die drei Ortschaften Küssnacht, Immensee und Merlischachen, der Weiler Haltikon sowie die Streusiedlungen und Alpen an den Hängen der Rigi.[1]

Ende 2025 lebten 14'199 Einwohnerinnen und Einwohner im Bezirk. Davon entfielen 9814 auf Küssnacht, 3085 auf Immensee und 1300 auf Merlischachen.[2]

Geographie

Lage

Der Bezirk Küssnacht liegt in der Zentralschweiz am nördlichen Fuss der Rigi. Sein Gebiet erstreckt sich vom Küssnachter Arm des Vierwaldstättersees über die Ebene zwischen Küssnacht und Immensee bis an das Südufer des Zugersees. Durch diese Lage besitzt der Bezirk Anteil an zwei bedeutenden Seen und bildet zugleich einen Übergangsraum zwischen den Kantonen Schwyz, Luzern und Zug.

Die Gesamtfläche beträgt 36,2 Quadratkilometer. Der tiefste Punkt liegt am Zugersee auf 413 Metern über Meer. Der höchste Punkt befindet sich auf der Rigi Kulm auf 1797 Metern über Meer. Der Hauptplatz von Küssnacht liegt auf rund 442 Metern, der Dorfplatz von Immensee auf 416 Metern und das Schulhaus von Merlischachen auf etwa 440 Metern über Meer.[3]

Nachbargemeinden sind Arth im Kanton Schwyz, Risch-Rotkreuz im Kanton Zug sowie Meierskappel, Greppen, Meggen, Adligenswil und Udligenswil im Kanton Luzern. Über den Zugersee grenzt der Bezirk ausserdem an Walchwil.

Landschaft

Die Landschaft gliedert sich in drei deutlich unterschiedliche Räume. Entlang der beiden Seen liegen dicht besiedelte Ufergebiete mit den Ortschaften Küssnacht, Immensee und Merlischachen. Dazwischen erstreckt sich eine von Landwirtschaft, Wohnquartieren und Gewerbegebieten geprägte Ebene. Im Süden steigt das Gelände über bewaldete Hänge zur Seebodenalp und zur Rigi an.

Die Seebodenalp liegt auf rund 1030 Metern über Meer und bildet ein wichtiges Naherholungsgebiet. Sie ist von Küssnacht mit einer Luftseilbahn erreichbar. Von den offenen Alpweiden bietet sich eine Aussicht über den Zugersee, das Schweizer Mittelland und die umliegenden Voralpen.

Zu den wichtigsten Fliessgewässern gehören der Küssnachter Dorfbach, der Aahusbach und mehrere kleinere Bäche von der Rigi. Sie entwässern je nach Lage in den Vierwaldstättersee oder in den Zugersee.

Ortschaften

Der Bezirk besteht aus einer politischen Gemeinde, umfasst jedoch drei historisch und siedlungsgeografisch eigenständige Ortschaften.

Ortschaft Einwohner Höhenlage Lage
Küssnacht 9814 etwa 442 m ü. M. Am Küssnachter Arm des Vierwaldstättersees
Immensee 3085 etwa 416 m ü. M. Am Südufer des Zugersees
Merlischachen 1300 etwa 440 m ü. M. Am Vierwaldstättersee zwischen Küssnacht und Meggen
Bezirk Küssnacht 14'199 Stand: 31. Dezember 2025

Küssnacht

Küssnacht ist der Hauptort, das Verwaltungszentrum und die grösste Ortschaft des Bezirks. Der historische Dorfkern liegt nahe dem Vierwaldstättersee. Entlang des Ufers erstrecken sich eine Seepromenade, Hafenanlagen und öffentliche Freiräume.

In Küssnacht befinden sich die Bezirksverwaltung, das Bezirksgericht, das regionale Einkaufs- und Dienstleistungszentrum sowie ein grosser Teil der Schulen und Sportanlagen. Der Ort ist durch die Hohle Gasse, die Ruine der Gesslerburg und das Klausjagen überregional bekannt.

Immensee

Immensee liegt zwischen dem Zugersee und den Ausläufern der Rigi. Der Ort entwickelte sich wegen seiner Lage an bedeutenden Verkehrswegen zu einem Bahn-, Wohn- und Bildungsstandort.

In Immensee befindet sich das 1896 gegründete Missionshaus Bethlehem, aus dem die Bethlehem Mission Immensee hervorging. Das ebenfalls dort angesiedelte Gymnasium Immensee besitzt regionale Bedeutung. Westlich des Dorfes liegt die Hohle Gasse, die Immensee mit Küssnacht verbindet.

Merlischachen

Merlischachen liegt am Vierwaldstättersee unmittelbar an der Grenze zum Kanton Luzern. Das Dorf besitzt einen historischen Kern mit traditionellen Holzhäusern und wird wegen des Blumenschmucks an zahlreichen Gebäuden auch als «Geraniendorf» bezeichnet.

Der Ort ist stark durch seine Wohnlage am See, die Nähe zu Luzern und den Tourismus geprägt. Oberhalb des Dorfes erstreckt sich das Wald- und Landwirtschaftsgebiet Allmig.[4]

Geschichte

Frühzeit und Namensherkunft

Archäologische Funde belegen, dass das Gebiet bereits in vorgeschichtlicher und römischer Zeit begangen oder besiedelt wurde. Zu den Funden gehören Gegenstände aus der Bronzezeit und zahlreiche römische Münzen. Im Jahr 2021 wurden bei Immensee ausserdem Überreste einer jungsteinzeitlichen Seeufersiedlung entdeckt.

Der Name Küssnacht wird wahrscheinlich vom gallorömischen Personennamen Cossinius und der keltisch-römischen Ortsnamenendung -acum abgeleitet. Die ursprüngliche Bedeutung wäre demnach «Landgut des Cossinius». Die ältere Form Chussenacho ist um das Jahr 840 erstmals schriftlich überliefert.[5]

Frühe Grundherren waren unter anderem das Kloster St. Leodegar in Luzern, das Stift Beromünster, das Kloster Muri, die Grafen von Lenzburg und die Habsburger. Im Hochmittelalter übten die Herren von Küssnacht lokale Herrschaftsrechte aus. Ihr Wappen mit einem Kissen bildete die Grundlage des heutigen Bezirkswappens.

Anschluss an Schwyz

Während des 14. Jahrhunderts verlor Luzern in Küssnacht zunehmend an Einfluss, während sich das Land Schwyz in der Region festsetzte. Seit 1383 bestand in Küssnacht eine schwyzerische Zollstätte.

Im Jahr 1424 beschworen die Einwohner von Küssnacht das Landrecht mit Schwyz. Der Ort behielt einen eigenen Rat und die niedere Gerichtsbarkeit, stand jedoch fortan unter der Oberhoheit des Landes Schwyz. Die Herrschaftsrechte über Merlischachen wurden 1440 für 60 rheinische Goldgulden erworben und mit Küssnacht vereinigt.[6]

Küssnacht entwickelte sich zu einem wichtigen Umschlagplatz an der Handelsroute zwischen dem Gotthard, dem Vierwaldstättersee, dem Zugersee und Zürich. Waren wurden über den See nach Küssnacht gebracht, auf dem Landweg durch die Hohle Gasse nach Immensee transportiert und dort erneut auf Schiffe verladen.

Helvetik und Regeneration

Während des französischen Einmarschs von 1798 leisteten Einwohner der Region Widerstand. Bei den Kämpfen gegen die französischen Truppen kamen 20 Küssnachter ums Leben. Während der Helvetischen Republik gehörte das Gebiet zum Kanton Waldstätten.

Im Jahr 1831 schloss sich Küssnacht dem liberalen Kanton Ausserschwyz an. Die Konflikte zwischen den liberalen äusseren und den konservativen inneren Kantonsteilen führten 1833 zur Besetzung Küssnachts durch schwyzerische Truppen.

Auch während des Sonderbundskriegs von 1847 besass die strategisch gelegene Region militärische Bedeutung. In der Umgebung von Immensee kam es zu kleineren Gefechten und Truppenbewegungen.

Mit der Bundesverfassung von 1848 wurde Küssnacht zu einem den übrigen schwyzerischen Bezirken gleichgestellten Bezirk. Gleichzeitig erhielt der Bezirk die Aufgaben und Funktionen einer politischen Gemeinde.[6]

Industrialisierung und Verkehrsentwicklung

Bis ins 19. Jahrhundert lebte ein grosser Teil der Bevölkerung von Landwirtschaft, Viehzucht, Fischerei, Handwerk und regionalem Handel. Die Lage an den Seen und wichtigen Landwegen förderte das Transportgewerbe und die Gastwirtschaft.

Mit der Eröffnung der Gotthardbahn im Jahr 1882 erhielt Immensee Anschluss an das nationale und internationale Eisenbahnnetz. Die Bahnstrecke Luzern–Küssnacht–Immensee wurde 1897 eröffnet. Sie verbesserte die Verbindung nach Luzern und beschleunigte die Entwicklung Küssnachts und Merlischachens zu Wohn- und Arbeitsorten.

Im 20. Jahrhundert entstanden neue Gewerbe- und Industriegebiete. Gleichzeitig nahm die Bedeutung des Bezirks als Wohnregion zwischen Luzern und Zug stark zu. Seit 1850 hat sich die Einwohnerzahl mehr als verfünffacht.

Bevölkerung

Im Jahr 1833 zählte der Bezirk 2580 Einwohnerinnen und Einwohner. Bis 1900 stieg die Zahl auf 3562 und bis 1950 auf ungefähr 5500. Eine besonders starke Entwicklung setzte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein.

1980 lebten 8114 Personen im Bezirk, 1990 waren es 9250 und im Jahr 2000 bereits 10'944. Ende 2025 wurde mit 14'199 Einwohnerinnen und Einwohnern ein neuer Höchststand erreicht.[2]

Das Wachstum ist vor allem auf die attraktive Wohnlage zwischen Luzern, Zug und Schwyz, die gute Verkehrsanbindung und das Arbeitsplatzangebot in der gesamten Zentralschweiz zurückzuführen. Neue Wohnquartiere entstanden insbesondere in Küssnacht und Immensee.

Trotz der baulichen Entwicklung sind zwischen den Ortschaften grössere Landwirtschafts-, Wald- und Erholungsflächen erhalten geblieben.

Politik und Verwaltung

Sonderstellung als Bezirk und Gemeinde

Die Kantonsverfassung des Kantons Schwyz unterscheidet zwischen Bezirken und Gemeinden. In Küssnacht fallen beide Ebenen territorial und organisatorisch weitgehend zusammen. Eine zusätzliche politische Gemeinde unterhalb des Bezirks besteht nicht.

Eine vergleichbare Organisation besitzen im Kanton Schwyz die Bezirke Einsiedeln und Gersau. Küssnacht übernimmt sowohl kommunale Aufgaben als auch jene Zuständigkeiten, die das kantonale Recht den Bezirken überträgt.[1]

Zu den Aufgaben gehören unter anderem die Raumplanung, das Bauwesen, die Versorgung und Entsorgung, das Sozialwesen, die Schulen, das Meliorationswesen, Teile der Justiz sowie der Unterhalt öffentlicher Anlagen.

Bezirksgemeinde

Die Bezirksgemeinde ist die Versammlung der Stimmberechtigten. Sie findet ordentlicherweise zweimal jährlich statt. Im Frühjahr wird insbesondere über die Rechnung beraten, im Herbst über das Budget und den Steuerfuss.

Zu ihren Aufgaben gehören der Erlass der Bezirksordnung und weiterer Rechtssätze, die Genehmigung der Rechnung, die Beratung von Krediten sowie Beschlüsse über grössere Grundstücksgeschäfte. Geschäfte, für die eine Urnenabstimmung vorgeschrieben ist, werden nach der Beratung an der Bezirksgemeinde den Stimmberechtigten zur Entscheidung vorgelegt.[7]

Bezirksrat

Der Bezirksrat bildet die Exekutive. Ihm gehören der Bezirksammann, der Statthalter, der Säckelmeister und weitere Bezirksratsmitglieder an. Die einzelnen Mitglieder leiten Ressorts wie Finanzen, Bildung, Soziales, Infrastruktur, Planung oder Sicherheit.

Der Landschreiber führt die Bezirkskanzlei und unterstützt den Bezirksrat bei der Vorbereitung und Umsetzung seiner Geschäfte. Sitz der Verwaltung ist der Seeplatz in Küssnacht.

Bei den Bezirkswahlen vom April 2026 wurde mit Petra Gamma Grüter erstmals eine Frau zum Bezirksammann gewählt.[8]

Bezirksgericht

Der Bezirk verfügt über ein eigenes Bezirksgericht. Es beurteilt als erste Instanz Zivilsachen sowie einen Teil der Strafsachen. Einzelrichter sind unter anderem für familienrechtliche Verfahren, Miet- und Arbeitsstreitigkeiten, summarische Verfahren und leichtere Strafsachen zuständig.[9]

Wirtschaft

Die Wirtschaft des Bezirks entwickelte sich von einer landwirtschaftlich geprägten Struktur zu einem vielfältigen Dienstleistungs-, Gewerbe- und Industriestandort. Landwirtschaft und Viehzucht sind insbesondere in den höher gelegenen Gebieten, rund um Haltikon und an den Hängen der Rigi weiterhin sichtbar.

Küssnacht bildet das wichtigste Einkaufs- und Dienstleistungszentrum. Neben Detailhandel, Gastronomie, Banken, Gesundheitsangeboten und öffentlichen Einrichtungen bestehen zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen.

Im Gebiet Fänn bei Immensee entwickelte sich ein bedeutendes Gewerbe- und Industriegebiet. Die Nähe zur Autobahn A4 und zu den Wirtschaftsräumen Zug und Luzern begünstigt Unternehmen aus den Bereichen Produktion, Logistik, Bau, Handel und Dienstleistungen.

Der Tourismus konzentriert sich auf die Seen, die Rigi, die Seebodenalp und die kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten. Viele Erwerbstätige pendeln nach Luzern, Zug, Rotkreuz, Schwyz oder in die Zürcher Wirtschaftsregion.

Verkehr

Strassenverkehr

Die Autobahn A4 durchquert den Bezirk zwischen dem Raum Luzern, Küssnacht, Immensee und Goldau. Sie stellt Verbindungen in Richtung Zug und Zürich sowie nach Schwyz und zum Gotthard her.

Hauptstrassen verbinden Küssnacht mit Luzern, Weggis, Arth, Rotkreuz und den umliegenden Gemeinden. Wegen der Lage zwischen zwei Seen und der Rigi konzentriert sich ein grosser Teil des regionalen Verkehrs auf wenige Hauptachsen.

Eisenbahn

Küssnacht und Merlischachen liegen an der Bahnstrecke Luzern–Immensee. Regionalzüge verbinden beide Orte mit Luzern, Meggen und Immensee.

Der Bahnhof Immensee liegt an der historischen Gotthardachse. Von dort bestehen Verbindungen in Richtung Arth-Goldau, Rotkreuz und Luzern. Die Bahnlinien besitzen sowohl für den regionalen Pendlerverkehr als auch für den Güterverkehr Bedeutung.

Öffentlicher Nahverkehr

Buslinien verbinden Küssnacht mit Immensee, Merlischachen, Rotkreuz, Schwyz, Root und den benachbarten Luzerner Gemeinden. Die Feinerschliessung innerhalb des Bezirks wird durch regionale Busangebote ergänzt.

Schiffsanlegestellen am Vierwaldstättersee und am Zugersee dienen dem Ausflugs- und Freizeitverkehr. Von Küssnacht führt zudem eine Luftseilbahn auf die Seebodenalp.

Bildung

Der Bezirk führt Schulen in Küssnacht, Immensee und Merlischachen. Das Angebot umfasst Kindergarten, Primarstufe und Sekundarstufe. Die Oberstufenschulen gehören zu den historisch gewachsenen Bezirksaufgaben.

Die Musikschule Küssnacht wird ebenfalls vom Bezirk getragen. Ergänzend bestehen Angebote für schulergänzende Betreuung, Berufsberatung und Erwachsenenbildung.

Das Gymnasium Immensee bietet ein Lang- und Kurzzeitgymnasium an. Es nimmt Schülerinnen und Schüler aus dem Bezirk Küssnacht, dem übrigen Kanton Schwyz und den angrenzenden Luzerner Gemeinden auf.[10]

Berufsfachschulen, Hochschulen und weitere Mittelschulen befinden sich in Luzern, Zug, Goldau und Schwyz.

Kultur und Brauchtum

Klausjagen

Das Klausjagen ist der bekannteste Brauch des Bezirks. Es findet jedes Jahr am Abend des 5. Dezember statt und zieht zahlreiche Besucherinnen und Besucher an.

An der Prozession beteiligen sich Geisselchlepfer, Träger kunstvoll gefertigter Iffelen, Musikgruppen, Trychler und der Samichlaus mit seinem Gefolge. Der Lärm von Geisseln, Hörnern und schweren Glocken soll nach älteren Vorstellungen böse Geister vertreiben.

Die beleuchteten Iffelen bestehen aus Karton und farbigem Transparentpapier. Ihre Herstellung erfordert oft mehrere hundert Arbeitsstunden. Das heutige Klausjagen verbindet ältere Lärmbräuche mit christlichen Elementen.

Sännechilbi

Die Sännechilbi ist ein traditionsreiches Fest der Älpler und Bauern. Sie findet in grösseren zeitlichen Abständen, gewöhnlich alle sechs Jahre, statt. Umzüge, Trachten, Musik, Tanz und Darstellungen des bäuerlichen Lebens prägen den Anlass.

Vereinsleben

Im Bezirk bestehen mehr als 170 Vereine aus den Bereichen Sport, Musik, Kultur, Gesellschaft und Brauchtum. Sportplätze, Turnhallen, Strandbäder, Wanderwege und die Eis- und Curlinghalle bilden eine umfangreiche Freizeitinfrastruktur.[11]

Sehenswürdigkeiten

Hohle Gasse

Die Hohle Gasse verbindet Küssnacht mit Immensee. Sie war jahrhundertelang Teil eines Handelswegs zwischen dem Vierwaldstättersee und dem Zugersee.

Nach der Schweizer Befreiungstradition soll Wilhelm Tell dort den habsburgischen Landvogt Hermann Gessler erschossen haben. Die Erzählung wurde durch Friedrich Schillers Drama Wilhelm Tell international bekannt.

Am Weg steht die 1638 neu errichtete Tellskapelle. Ein Informationspavillon vermittelt die Geschichte des Wegs und die Entwicklung der Tellsage.

Gesslerburg

Die Gesslerburg, historisch Burg zu Küssnacht genannt, ist die Ruine einer mittelalterlichen Burganlage südlich des Dorfzentrums. Sie war der Sitz der Herren von Küssnacht.

Der Chronist Aegidius Tschudi brachte die Burg mit dem sagenhaften Landvogt Gessler in Verbindung. Ein historischer Beleg dafür besteht nicht. Die Ruine befindet sich seit 1908 im Eigentum der Schweizerischen Eidgenossenschaft.

Astrid-Kapelle

Die Astrid-Kapelle steht an der Strasse zwischen Küssnacht und Merlischachen. Sie erinnert an Königin Astrid von Belgien, die dort am 29. August 1935 bei einem Autounfall ums Leben kam.

Die Gedenkstätte umfasst eine Kapelle und ein als Park gestaltetes Gelände am Vierwaldstättersee. Sie wird bis heute von Besucherinnen und Besuchern aus Belgien und anderen Ländern aufgesucht.

Pfarrkirche St. Peter und Paul

Die katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul prägt das Ortsbild von Küssnacht. Der heutige Bau entstand hauptsächlich im 18. Jahrhundert und besitzt eine barocke Innenausstattung.

Weitere historische Sakralbauten befinden sich in Immensee, Merlischachen und Haltikon.

Seebodenalp und Rigi

Die Seebodenalp ist ein beliebtes Wander- und Ausflugsgebiet. Wanderwege führen von dort weiter zur Rigi Staffel und zur Rigi Kulm. Im Winter werden Teile des Gebiets für Wintersport und Schneeschuhwanderungen genutzt.

Wappen

Das Bezirkswappen zeigt in Rot ein übereck gestelltes weisses Kissen mit goldenen Quasten. Es geht auf das Wappen der mittelalterlichen Herren von Küssnacht zurück, das auf einem Siegel aus dem Jahr 1284 nachgewiesen ist.

Das Kissen beruht auf einer volksetymologischen Deutung des Ortsnamens. Der Name Küssnacht ist sprachgeschichtlich nicht vom Wort «Kissen», sondern wahrscheinlich vom gallorömischen Ortsnamen Cossiniacum abgeleitet.[12]

Immensee und Merlischachen besitzen eigene Ortswappen, obwohl sie keine selbständigen politischen Gemeinden sind. Das Immenseer Wappen zeigt eine Armbrust und zwei Fische, das Merlischacher Wappen einen grünen Erlenzweig.

Persönlichkeiten

Siehe auch

Literatur

  • Kurt Annen et al.: Me isch halt nid so heikel gsy. Küssnachter Geschichte(n) 1848 bis 1998. Bezirksverwaltung Küssnacht, Küssnacht 1998.
  • Markus Bamert, Ivo Zemp, Kaspar Michel und Valentin Kessler: Gesslerburg und Hohle Gasse mit Tellskapelle. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Bern 2006.
  • Franz Wyrsch: Die Landschaft Küssnacht am Rigi im Kräftefeld von Schwyz und Luzern. In: Mitteilungen des Historischen Vereins des Kantons Schwyz, Band 53, 1959.
  • Historischer Verein Küssnacht: Quellen zur Geschichte der Landschaft Küssnacht. Küssnacht.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Politischer Aufbau, Bezirk Küssnacht, abgerufen am 3. August 2026.
  2. 2,0 2,1 Bevölkerungsstatistik, Bezirk Küssnacht, Stand 31. Dezember 2025, abgerufen am 3. August 2026.
  3. Geografie, Bezirk Küssnacht, abgerufen am 3. August 2026.
  4. Merlischachen, Bezirk Küssnacht, abgerufen am 3. August 2026.
  5. Geschichte, Bezirk Küssnacht, abgerufen am 3. August 2026.
  6. 6,0 6,1 Küssnacht (SZ), Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 3. August 2026.
  7. Bezirksgemeinde, Bezirk Küssnacht, abgerufen am 3. August 2026.
  8. Die Resultate der Bezirkswahlen 2026, Bezirk Küssnacht, 19. April 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  9. Bezirksgericht, Bezirk Küssnacht, abgerufen am 3. August 2026.
  10. Bildung, Bezirk Küssnacht, abgerufen am 3. August 2026.
  11. Herzlich willkommen, Bezirk Küssnacht, abgerufen am 3. August 2026.
  12. Wappen, Bezirk Küssnacht, abgerufen am 3. August 2026.