Hausen AG

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Hausen AG

Gemeindedaten

Staat

Schweiz

Kanton

Aargau

Bezirk

Brugg

BFS-Nummer

4100

Postleitzahl

5212

Höhe

380 m ü. M.

Fläche

3,21 km²

Einwohner

3870
(Stand: 31. Dezember 2025)

Website

www.hausen.swiss

Hausen AG, amtlich Hausen, ist eine Einwohnergemeinde im Kanton Aargau. Sie gehört zum Bezirk Brugg und liegt unmittelbar südlich von Windisch und der Stadt Brugg. Zur Unterscheidung von anderen gleichnamigen Orten wird die Gemeinde häufig als Hausen AG bezeichnet. Bis 2003 lautete der offizielle Gemeindename «Hausen bei Brugg».[1]

Hausen entwickelte sich im Verlauf des 20. Jahrhunderts von einem landwirtschaftlich geprägten Dorf zu einer dicht besiedelten Wohn- und Gewerbegemeinde innerhalb der Agglomeration Brugg–Windisch. Von besonderer kulturgeschichtlicher Bedeutung sind die römischen Wasserleitungen, die das Gebiet von Hausen mit dem ehemaligen Legionslager Vindonissa verbanden.

Geographie

Hausen liegt rund drei Kilometer südlich des Brugger Stadtzentrums in einem schmalen Seitental zwischen der Aare und dem Birrfeld. Das Siedlungsgebiet geht im Norden ohne deutliche landschaftliche Grenze in jenes der Nachbargemeinde Windisch über. Durch den Ortskern fliesst der Süssbach, der aus dem Birrfeld kommt und in nördlicher Richtung weiterführt.

Im Westen wird das Gemeindegebiet durch die bewaldeten Ausläufer des Wülpelsbergs begrenzt, auf dem sich die Habsburg befindet. Im Osten erhebt sich der Eiteberg. Der höchste Punkt des Gemeindegebiets liegt nach Angaben der Gemeinde auf 460 Metern über Meer, der tiefste Punkt beim Chrüzweg auf 372 Metern. Das Gemeindehaus befindet sich auf einer Höhe von ungefähr 380 Metern.[2]

Die Gemeindefläche umfasst rund 321 Hektaren. Davon entfallen etwa 152 Hektaren auf Wald, 70 Hektaren auf Äcker und Wiesen sowie 95 Hektaren auf überbaute Flächen. Damit gehört Hausen zu den flächenmässig kleineren, aber vergleichsweise dicht besiedelten Gemeinden des Kantons Aargau.[2]

Nachbargemeinden sind Windisch und Brugg im Norden, Mülligen im Osten und Süden, Lupfig im Südwesten sowie Habsburg im Westen.

Geschichte

Römische Zeit

Das Gebiet von Hausen stand in der Römerzeit in enger Verbindung mit dem Legionslager Vindonissa im heutigen Windisch. Durch das Gemeindegebiet führten eine Römerstrasse und zwei unterirdische Wasserleitungen, welche das Lager und die umliegende Zivilsiedlung mit Trinkwasser versorgten. Daneben wurden Spuren eines römischen Gutshofs sowie Münzen aus der Spätantike gefunden.

Die bekannteste Wasserleitung beginnt im Grundwassergebiet von Hausen und führt über eine Strecke von ungefähr 2,4 Kilometern nach Windisch. Sie wurde im 1. Jahrhundert n. Chr. errichtet und ist noch heute teilweise in Betrieb. Nach dem Ende des römischen Legionslagers wurde die Leitung weiter genutzt, unter anderem ab dem frühen 14. Jahrhundert durch das Kloster Königsfelden. Heute speist sie einen Springbrunnen vor dem früheren Hauptgebäude der Klinik Königsfelden.[3]

Die Anlage gilt als einzige noch wasserführende römische Wasserleitung nördlich der Alpen. Zwischen 2010 und 2013 wurde ihr Zustand von der Kantonsarchäologie systematisch untersucht. Dabei wurden verschlammte oder beschädigte Abschnitte gereinigt, saniert und dokumentiert.[4]

Eine zweite, ursprünglich rund drei Kilometer lange Wasserleitung ist nicht mehr funktionsfähig. Teile dieser sogenannten «toten» Leitung wurden bei archäologischen Untersuchungen freigelegt. Sie führte vermutlich bis zu einer Pfeilerbrücke an der Südwestecke des Legionslagers Vindonissa.[5]

Mittelalter und frühe Neuzeit

Hausen wurde 1254 erstmals urkundlich als «Husen» erwähnt. Der Ortsname geht auf das althochdeutsche Wort hus beziehungsweise die Form «ze husun» zurück und bedeutet sinngemäss «bei den Häusern».[1]

Im Mittelalter gehörte das Dorf zum Eigenamt, einem alten Herrschaftsgebiet der Habsburger. Deren Stammsitz, die Habsburg, liegt nur wenige Kilometer westlich des Dorfes. Im Jahr 1397 übertrugen die Habsburger die Grund- und Gerichtsherrschaft über Hausen an das Kloster Königsfelden.

Nach der eidgenössischen Eroberung des Aargaus im Jahr 1415 gelangte das Eigenamt unter die Herrschaft der Stadt Bern. Hausen wurde damit Teil des Berner Aargaus. Mit der Einführung der Reformation im Jahr 1528 wurde das Kloster Königsfelden aufgehoben. Dessen Rechte und Besitzungen gingen an Bern über, das die Landvogtei Königsfelden einrichtete.[1]

Vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart

Nach dem Einmarsch französischer Truppen und der Gründung der Helvetischen Republik endete 1798 die Berner Herrschaft. Seit der Gründung des Kantons Aargau im Jahr 1803 gehört Hausen zum Bezirk Brugg.

Landwirtschaft und Weinbau prägten das Dorf bis weit ins 20. Jahrhundert. Die Rebflächen verschwanden später vollständig, und die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe ging deutlich zurück. Gleichzeitig entstanden neue Wohnquartiere und Gewerbebetriebe.

Im Jahr 1928 wurde in Hausen eine Zementfabrik errichtet. Das Unternehmen geriet jedoch bereits nach kurzer Zeit in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Die Gebäude wurden später von der Chemiefirma Reichhold übernommen, die ihren Produktionsstandort in Hausen 1993 aufgab.[1]

Die Nähe zu Brugg, Windisch und dem Birrfeld förderte seit der Mitte des 20. Jahrhunderts das Bevölkerungswachstum. Hausen wandelte sich zunehmend zu einer Wohn- und Pendlergemeinde. Im Jahr 2003 wurde der bisherige amtliche Name «Hausen bei Brugg» auf «Hausen» verkürzt. Im alltäglichen und überregionalen Gebrauch ist die Bezeichnung Hausen AG verbreitet.

Bevölkerung

Um 1900 lebten 540 Personen in Hausen. Bis 1950 erhöhte sich die Einwohnerzahl auf 826. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts beschleunigte sich das Wachstum: 1970 zählte die Gemeinde 1483, 1990 bereits 1937 und im Jahr 2000 insgesamt 2557 Einwohnerinnen und Einwohner.

Die Marke von 3000 Einwohnern wurde 2011 überschritten. Ende 2020 lebten 3741 Personen in Hausen. Nach kleineren Schwankungen verzeichnete die Gemeinde Ende 2025 insgesamt 3870 Einwohnerinnen und Einwohner, darunter 1024 ausländische Staatsangehörige.[6]

Das Wachstum führte zu einer starken Ausdehnung der Wohngebiete. Gleichzeitig blieb ein beträchtlicher Teil des Gemeindegebiets bewaldet. Hausen verbindet deshalb eine vergleichsweise hohe Siedlungsdichte mit unmittelbar erreichbaren Wald- und Naherholungsflächen.

Politik und Verwaltung

Hausen ist als Einwohnergemeinde mit Gemeindeversammlung organisiert. Die Gemeindeversammlung bildet die Legislative und entscheidet unter anderem über Budget, Rechnung, Reglemente und grössere kommunale Vorhaben.

Die Exekutive besteht aus einem fünfköpfigen Gemeinderat mit Gemeindeammann und Vizeammann. Die Mitglieder werden von den Stimmberechtigten für eine vierjährige Amtsperiode im Majorzverfahren gewählt. Zu den weiteren kommunalen Organen gehören die Finanzkommission, die Steuerkommission und das Wahlbüro.[7]

Die Gemeindeverwaltung befindet sich an der Hauptstrasse 29. Für zahlreiche überkommunale Aufgaben arbeitet Hausen mit den Nachbargemeinden der Region Brugg zusammen.

Wirtschaft

Die traditionelle Landwirtschaft besitzt heute nur noch eine geringe wirtschaftliche Bedeutung. Hausen verfügt jedoch über verschiedene Handwerks-, Bau-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen. Gewerbeflächen befinden sich vor allem am westlichen und südlichen Rand des Siedlungsgebiets.

Ein grosser Teil der erwerbstätigen Bevölkerung pendelt nach Brugg, Windisch, Baden, ins Birrfeld oder in andere Zentren des Schweizer Mittellands. Die Lage zwischen dem Wirtschaftsraum Brugg–Baden und den Verkehrsachsen des Birrfelds macht Hausen zugleich als Wohn- und Unternehmensstandort attraktiv.

Geschäfte und Dienstleistungsbetriebe im Dorf decken einen Teil des täglichen Bedarfs. Die Gemeinde betont in ihrem Leitbild die Verbindung einer überschaubaren Dorfgemeinschaft mit einer guten regionalen Erreichbarkeit.[8]

Verkehr

Hausen liegt an der Hauptverkehrsverbindung von Brugg durch das Birrfeld in Richtung Wohlen. Eine Umfahrungsstrasse führt den Durchgangsverkehr westlich am Dorfkern vorbei. Südlich des Gemeindegebiets befindet sich ein Anschluss an die Autobahn A3, die Verbindungen in Richtung Basel, Zürich und zur A1 ermöglicht.

Die Bahnstrecke Brugg–Lenzburg verläuft unmittelbar westlich des Dorfes, Hausen besitzt jedoch keinen eigenen Bahnhof. Der nächstgelegene grössere Bahnknoten ist der Bahnhof Brugg. Busverbindungen erschliessen das Dorf und verbinden es unter anderem mit Brugg, Windisch und den Gemeinden des Birrfelds.

Durch das Gemeindegebiet verlaufen zudem regionale Fuss- und Velowege. Die umliegenden Wälder am Eiteberg und Wülpelsberg dienen als Naherholungsgebiet.

Bildung

Hausen verfügt über einen eigenen Kindergarten und eine Primarschule. Die Schulanlagen liegen zentral im Dorf und werden durch Sport- und Mehrzweckanlagen ergänzt.[9]

Für die höheren Stufen der Volksschule arbeitet die Gemeinde mit regionalen Schulstandorten zusammen. Weiterführende Schulen und Berufsbildungsangebote befinden sich unter anderem in Brugg, Windisch und Baden.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Das bedeutendste historische Bauwerk auf dem Gemeindegebiet ist die römische Wasserleitung von Hausen nach Vindonissa. Da sie grösstenteils unterirdisch verläuft, ist sie im Landschaftsbild nur an einzelnen Zugängen und dokumentierten Fundstellen erkennbar. Ihre kontinuierliche Nutzung von der Antike über das Mittelalter bis in die Gegenwart verleiht ihr eine aussergewöhnliche technikgeschichtliche Bedeutung.[4]

Die reformierte Kirche wurde 1978 errichtet. Im Dorf befinden sich ausserdem ältere Wohn- und Bauernhäuser, die an die frühere landwirtschaftliche Struktur erinnern. Das Vereinsleben, die Mehrzweckhalle und verschiedene wiederkehrende Veranstaltungen bilden wichtige Bestandteile des kulturellen Lebens.

Die von der Gemeinde herausgegebene Dorfchronik dokumentiert die Geschichte Hausens von der Römerzeit bis zum Ende des 20. Jahrhunderts. Neben Archivquellen enthält sie Berichte von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sowie zahlreiche historische Fotografien.[10]

Wappen

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: «In Blau auf grünem Boden rot bedachtes weisses Haus mit Treppengiebel und gotischen schwarzen Fenstern.»

Das dargestellte Haus macht das Wappen zu einem redenden Wappen. Bis 1992 war auch das Dach weiss. Um es deutlicher vom übrigen Gebäude abzuheben, erhielt es bei einer Überarbeitung die heutige rote Farbe.

Literatur

  • Felix Müller: Hausen (AG). In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  • Martin Schüle: Dorfchronik Hausen 2000. Historische Skizzen aus 2000 Jahren Dorfleben. Gemeinde Hausen, Hausen 1999, ISBN 3-85545-850-2.
  • Michael Stettler, Emil Maurer: Die Kunstdenkmäler des Kantons Aargau. Band II: Die Bezirke Lenzburg und Brugg. Birkhäuser, Basel 1953.
  • Joseph Galliker, Marcel Giger: Gemeindewappen Kanton Aargau. Lehrmittelverlag des Kantons Aargau, Buchs 2004, ISBN 3-906738-07-8.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Felix Müller: Hausen (AG). In: Historisches Lexikon der Schweiz, Version vom 10. Oktober 2007, abgerufen am 3. August 2026.
  2. 2,0 2,1 Gemeinde Hausen AG: Die Gemeinde Hausen in Zahlen, abgerufen am 3. August 2026.
  3. Kantonsarchäologie Aargau: Römische Wasserleitung, publiziert am 9. Mai 2016, abgerufen am 3. August 2026.
  4. 4,0 4,1 Kanton Aargau, Denkmalpflege: Vindonissa und Königsfelden, Römische Wasserleitung, abgerufen am 3. August 2026.
  5. Kantonsarchäologie Aargau: Unter der Wiese: ein römischer Aquädukt, publiziert am 16. September 2020, abgerufen am 3. August 2026.
  6. Gemeinde Hausen AG: Bevölkerungsentwicklung, abgerufen am 3. August 2026.
  7. Gemeinde Hausen AG: Politische Informationen, abgerufen am 3. August 2026.
  8. Gemeinde Hausen AG: Unser Leitmotiv «zäme huse», abgerufen am 3. August 2026.
  9. Gemeinde Hausen AG: Gemeinde Hausen AG, Abschnitt «Meine Gemeinde», abgerufen am 3. August 2026.
  10. Gemeinde Hausen AG: Dorfchronik, abgerufen am 3. August 2026.

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