Zurich Film Festival

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Zurich Film Festival
Abkürzung ZFF
Art Internationales Filmfestival
Austragungsort Zürich, Schweiz
Erste Austragung 2005
Festivaldauer 11 Tage
Hauptpreis Goldenes Auge
Trägerschaft Zurich Film Festival AG
CEO Christian Jungen
Festival Director Reta Guetg
Verwaltungsratspräsident Martin Moszkowicz
Besucherzahl 135'000 (2025)
Nächste Austragung 24. September bis 4. Oktober 2026
Website zff.com

Das Zurich Film Festival (ZFF) ist ein jährlich in Zürich stattfindendes internationales Filmfestival. Es wurde 2005 gegründet und wird jeweils während elf Tagen Ende September und Anfang Oktober durchgeführt. Das Programm umfasst internationale Spiel- und Dokumentarfilme, Welt-, Europa- und Schweizer Premieren, Wettbewerbe für neue Regietalente, Galavorstellungen, Kinderfilme, Retrospektiven, Konzerte, öffentliche Gespräche und Veranstaltungen für die Filmbranche.

Das Zentrum des Festivals befindet sich auf dem Sechseläutenplatz am Zürichsee. Filmvorführungen und Veranstaltungen finden in mehreren Zürcher Kinos sowie im Kongresshaus Zürich, in der Tonhalle Zürich, im Opernhaus Zürich und an weiteren Orten statt. Internationale Schauspielerinnen, Schauspieler, Regisseure, Produzenten und Filmkomponisten präsentieren ihre Werke häufig persönlich.

Das ZFF bezeichnet die Förderung neuer Filmschaffender als einen seiner Schwerpunkte. Im internationalen Wettbewerb werden erste, zweite und dritte Regiearbeiten gezeigt. Zugleich präsentiert das Festival in seinen Galasektionen Filme etablierter Regisseurinnen und Regisseure, die häufig zur internationalen Preis- und Oscarsaison gehören.[1]

Mit 135'000 Besucherinnen und Besuchern im Jahr 2025 gehört das ZFF zu den grössten Filmveranstaltungen der Schweiz und gilt nach eigenen Angaben als zweitgrösstes Filmfestival im deutschsprachigen Raum.[2]

Geschichte

Gründung

Die Idee für ein internationales Filmfestival in Zürich entstand 2004. Nadja Schildknecht und Karl Spoerri hatten zuvor die Zürcher Ausgabe des britischen Digitalfilmfestivals Onedotzero organisiert. Dabei stellten sie fest, dass Zürich trotz einer grossen Zahl von Kinos und einer bedeutenden Filmbranche über kein international ausgerichtetes Publikumsfilmfestival dieser Art verfügte.[3]

Das erste Zurich Film Festival fand im Oktober 2005 statt. Es zog ungefähr 8000 Besucherinnen und Besucher an. Zu den damals noch wenig bekannten Filmschaffenden, deren Werke gezeigt wurden, gehörte der amerikanische Regisseur Rian Johnson mit seinem Spielfilmdebüt Brick.[3]

Schildknecht und Spoerri leiteten das Festival bis 2019 gemeinsam. Während der Anfangsjahre war das ZFF weitgehend privat finanziert und musste sich zunächst gegen Vorbehalte aus Teilen der Politik, Medien und etablierten Filmbranche durchsetzen. Die Publikumszahlen stiegen jedoch bereits während der ersten Ausgaben deutlich an.

Wachstum und internationale Ausrichtung

Das Festival baute sein Programm schrittweise aus. Neben den Wettbewerben entstanden Galavorstellungen, Ehrungen internationaler Filmschaffender, Gesprächsformate und Branchenveranstaltungen.

Der grüne Teppich entwickelte sich zu einem sichtbaren Bestandteil des Festivals. Zahlreiche internationale Gäste reisten nach Zürich, um neue Filme vorzustellen oder Auszeichnungen entgegenzunehmen. Zu ihnen gehörten unter anderem Morgan Freeman, Michael Douglas, Sean Penn, Richard Gere, Hugh Jackman, Diane Keaton, Arnold Schwarzenegger, Glenn Close, Judi Dench, Cate Blanchett, Juliette Binoche, Sharon Stone, Ben Kingsley, Jessica Chastain und Kate Winslet.

Das Festival positionierte sich zunehmend im Zeitraum zwischen den grossen Festivals von Venedig und Toronto und dem Beginn der amerikanischen Preisverleihungssaison. Dadurch konnte es zahlreiche Produktionen zeigen, die in den folgenden Monaten für Golden Globes, BAFTA Awards oder Oscars nominiert wurden.

Die Zahl der Besucherinnen und Besucher nahm von 8000 bei der ersten Ausgabe auf mehr als 100'000 pro Jahr zu. Im Jahr 2019 wurden rund 117'000 Eintritte gezählt. Nach Einschränkungen während der COVID-19-Pandemie erreichte das Festival 2022 mit 137'000 Besucherinnen und Besuchern einen damaligen Rekord.[4]

Wechsel der Festivalleitung

Nach der Ausgabe von 2019 gaben die Gründer Karl Spoerri und Nadja Schildknecht die operative Leitung ab. Christian Jungen, zuvor Filmjournalist und künstlerischer Leiter des Filmfestivals in Fribourg, übernahm die Leitung des ZFF.

Unter Jungen wurde das Festivalprogramm stärker auf internationale Autorenfilme, Premieren, Nachwuchsförderung und die Verbindung mit der internationalen Awardsaison ausgerichtet. Zugleich wurden die Sektionen neu geordnet und die Zusammenarbeit mit schweizerischen und internationalen Filminstitutionen erweitert.

Reta Guetg, die bereits seit mehreren Jahren in den Bereichen Programm und Industry tätig gewesen war, wurde zunächst Vizedirektorin und später Festival Director. Christian Jungen trägt seit der organisatorischen Neuordnung den Titel CEO.[5]

Jubiläumsausgabe 2024

Das 20. Zurich Film Festival fand vom 3. bis 13. Oktober 2024 statt. Es zeigte internationale Premieren und empfing unter anderem Kate Winslet, Richard Gere, Pamela Anderson, Jude Law, Alicia Vikander, Ralph Fiennes, Sebastian Stan, Emil Steinberger und den Filmkomponisten Howard Shore.

Mit 140'000 Besucherinnen und Besuchern stellte das Festival einen neuen Rekord auf. Mehr als 120 Mitglieder der Academy of Motion Picture Arts and Sciences, die über die Vergabe der Oscars entscheidet, nahmen an Veranstaltungen des Festivals teil.[6]

Zur Jubiläumsausgabe wurde auf dem Sechseläutenplatz ein neues, grösseres Festivalzentrum eröffnet. Es dient seither als öffentlicher Treffpunkt, Veranstaltungsraum, Medienzentrum und Hospitality-Bereich.

Neue Eigentümerschaft

Das Zurich Film Festival gehörte während rund zehn Jahren zur NZZ-Mediengruppe. Im Juli 2025 verkaufte die NZZ das Festival im Rahmen eines Management-Buyouts an eine neue Eigentümergruppe.

Zu dieser Gruppe gehören Christian Jungen, Reta Guetg, der Unternehmer und Moderator Max Loong, der frühere ZFF-Präsident und Journalist Felix E. Müller sowie der Finanzfachmann Marek Skreta. Die NZZ blieb nach dem Verkauf als Hauptpartnerin mit dem Festival verbunden.[7]

Doris Fiala übernahm 2025 das Präsidium des Verwaltungsrats. Am 1. Juli 2026 wurde sie vom deutschen Filmproduzenten und früheren Constantin-Film-Vorstandsvorsitzenden Martin Moszkowicz abgelöst. Dem Verwaltungsrat gehören seither auch die Medienmanagerin Claudia Lässer, die Regisseurin Sabine Boss, der Rechtsanwalt Thomas Hügi und Felix E. Müller an.[8]

Profil und Ziele

Das Zurich Film Festival ist als Publikumsfestival konzipiert. Die Vorstellungen stehen grundsätzlich allen Interessierten offen. Viele Filme werden in Anwesenheit von Mitgliedern des Filmteams gezeigt und durch Einführungen, Gespräche oder Fragerunden ergänzt.

Das Festival verfolgt mehrere Ziele:

  • die Präsentation neuer internationaler Spiel- und Dokumentarfilme;
  • die Förderung von Regietalenten am Beginn ihrer Laufbahn;
  • die Vermittlung zwischen Filmschaffenden und Publikum;
  • die Stärkung Zürichs als Film- und Kulturstandort;
  • die Vernetzung der schweizerischen mit der internationalen Filmbranche;
  • die Förderung des Kinoerlebnisses und der Filmkultur;
  • die Vermittlung von Filmen an Kinder und Jugendliche.

Das ZFF verbindet dabei Elemente eines Nachwuchs-, Publikums- und Branchenfestivals. Neben unabhängigen Produktionen werden auch grössere Studiofilme, Literaturverfilmungen, Musikfilme und Werke bekannter Filmschaffender gezeigt.

Filmprogramm

Das Programm besteht aus Wettbewerben und nicht kompetitiven Sektionen. Die genaue Gliederung kann von Jahr zu Jahr verändert werden.

Spielfilm-Wettbewerb

Im Spielfilm-Wettbewerb werden internationale fiktionale Langfilme von Regisseurinnen und Regisseuren gezeigt, die ihre erste, zweite oder dritte Regiearbeit präsentieren. Die Filme müssen als Welt-, Europa- oder Schweizer Premiere am Festival gezeigt werden.

Eine internationale Jury vergibt das Goldene Auge für den besten Wettbewerbsfilm. Mit dem Nachwuchsfokus sollen Filmschaffende entdeckt werden, die später eine internationale Karriere entwickeln können.

Dokumentarfilm-Wettbewerb

Der Dokumentarfilm-Wettbewerb folgt vergleichbaren Teilnahmebedingungen. Zugelassen sind erste, zweite und dritte lange Dokumentarfilme ihrer Regisseurinnen und Regisseure.

Die Werke behandeln persönliche, politische, gesellschaftliche, kulturelle oder ökologische Themen. Auch in dieser Kategorie entscheidet eine internationale Jury über die Vergabe des Goldenen Auges.[9]

Gala Premieren

In der Sektion Gala Premieren zeigt das ZFF besonders erwartete internationale Produktionen. Dazu gehören neue Werke bekannter Regisseurinnen und Regisseure, Verfilmungen mit renommierten Darstellerinnen und Darstellern sowie Filme, die zuvor bei anderen grossen Festivals vorgestellt wurden.

Viele Galavorstellungen sind Schweizer, Europa- oder Weltpremieren. Die beteiligten Filmschaffenden präsentieren ihre Produktionen häufig persönlich auf dem grünen Teppich und im Kinosaal.

Signatures

Die Sektion Signatures ist markanten filmischen Handschriften gewidmet. Gezeigt werden Werke etablierter Autorenfilmerinnen und Autorenfilmer sowie formal oder erzählerisch eigenständige Produktionen.

Hashtag

Unter dem Titel Hashtag bündelt das Festival Filme zu aktuellen gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Themen. Die Produktionen greifen Debatten auf, die zum Zeitpunkt der jeweiligen Festivalausgabe besondere öffentliche Aufmerksamkeit erhalten.

Now/Future

Die Sektion Now/Future beschäftigt sich mit technologischen und gesellschaftlichen Veränderungen. Zu den Themen können Digitalisierung, künstliche Intelligenz, Wissenschaft, neue Formen des Zusammenlebens und mögliche Zukunftsszenarien gehören.

Sounds

Die Sektion Sounds umfasst Musikfilme, Konzertfilme und Dokumentationen über Musikerinnen, Musiker, Bands oder musikalische Bewegungen. Einzelne Vorführungen werden mit Konzerten oder Gesprächen verbunden.

ZFF für Kinder

ZFF für Kinder richtet sich an junge Zuschauerinnen und Zuschauer sowie Familien. Die Filme werden nach Altersgruppen ausgewählt und teilweise in ihrer Originalsprache mit einer deutschsprachigen Live-Einsprechung gezeigt.

Eine Kinderjury und das junge Publikum vergeben eigene Auszeichnungen. Ergänzend finden Workshops, Begegnungen mit Filmschaffenden und Vermittlungsangebote statt.

Auszeichnungen

Die Trophäe des Festivals trägt die Bezeichnung Goldenes Auge. Sie stellt ein stilisiertes Auge dar und wird in Dübendorf hergestellt.[10]

Hauptpreise

Das Goldene Auge wird in den beiden internationalen Wettbewerben für den besten Spielfilm und den besten Dokumentarfilm vergeben. Die Hauptpreise sind mit jeweils 25'000 Franken dotiert. Das Preisgeld soll die weitere filmische Arbeit der ausgezeichneten Regietalente unterstützen.

Zusätzlich werden folgende Preise vergeben:

  • der Publikumspreis für einen vom Festivalpublikum bestimmten Film;
  • der Emerging Swiss Talent Award als Kritikerpreis;
  • der Filmpreis der Zürcher Kirchen;
  • der Publikumspreis von ZFF für Kinder;
  • der Preis der Kinderjury;
  • das Goldene Auge für die beste internationale Filmmusik.

Ehrenpreise

Das Festival vergibt mehrere Ehrenpreise, die ebenfalls in Form eines Goldenen Auges überreicht werden.

Auszeichnung Zweck
Golden Icon Award Ehrung international bedeutender Schauspielerinnen und Schauspieler
Golden Eye Award Auszeichnung für besondere schauspielerische oder filmische Leistungen
A Tribute to … Award Würdigung des Gesamtwerks einer Regisseurin oder eines Regisseurs
Career Achievement Award Ehrung einer langjährigen Karriere in Regie, Produktion, Filmmusik oder anderen Filmberufen
Lifetime Achievement Award Auszeichnung für ein Lebenswerk
Game Changer Award Ehrung einflussreicher Persönlichkeiten aus Produktion, Finanzierung, Vertrieb oder Filmwirtschaft

Zu den mit Ehrenpreisen ausgezeichneten Persönlichkeiten gehören unter anderem Oliver Stone, Miloš Forman, Costa-Gavras, Michael Haneke, Wim Wenders, Paolo Sorrentino, Luca Guadagnino, Todd Haynes, Edward Berger, Hans Zimmer, Harrison Ford, John Travolta, Donald Sutherland, Paul Schrader, Emil Steinberger und Howard Shore.

Rahmenprogramm

ZFF Masters

Die ZFF Masters sind öffentliche Gespräche mit Schauspielerinnen, Regisseuren, Produzentinnen, Drehbuchautoren, Komponistinnen und weiteren Persönlichkeiten der Filmbranche.

Die Gäste sprechen über ihre Karriere, einzelne Werke, kreative Entscheidungen und die Arbeitsbedingungen der Filmindustrie. Das Format ermöglicht einen unmittelbaren Austausch zwischen Filmschaffenden, Studierenden, Branchenvertretern und Publikum.[1]

ZFF Talks

Die ZFF Talks behandeln Themen aus Film, Kultur, Wissenschaft und Gesellschaft. Sie finden meist im Festivalzentrum statt und sind häufig kostenlos zugänglich.

An den Gesprächen nehmen Filmschaffende, Fachpersonen, Forschende und Vertreter anderer gesellschaftlicher Bereiche teil. Diskutiert werden unter anderem Medienentwicklung, künstliche Intelligenz, Nachhaltigkeit, politische Konflikte und Veränderungen der Filmproduktion.

Cinema in Concert

Cinema in Concert verbindet Film und live aufgeführte Musik. Ein zentraler Bestandteil ist der Internationale Filmmusikwettbewerb, der vom ZFF, der Tonhalle-Gesellschaft Zürich und dem Forum Filmmusik veranstaltet wird.

Junge Komponistinnen und Komponisten schreiben eine neue Musik zu einem vorgegebenen Kurzfilm. Eine Fachjury wählt mehrere Finalwerke aus, die vom Tonhalle-Orchester Zürich aufgeführt werden. Die beste Komposition erhält das Goldene Auge für die beste internationale Filmmusik.[11]

Zurich Film Night

Die Zurich Film Night wird gemeinsam mit der Zürcher Filmstiftung organisiert. Sie hebt die wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung des Filmstandorts Zürich hervor und bringt Filmschaffende, Produktionsunternehmen, Politik, Verwaltung und weitere Vertreter der Branche zusammen.

Nachwuchs- und Branchenförderung

ZFF Academy

Die ZFF Academy ist ein mehrtägiges Förderprogramm für Nachwuchsfilmschaffende. Ausgewählte Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten Zugang zu Workshops, persönlichen Gesprächen, Vorführungen und internationalen Fachpersonen.

Das Programm richtet sich unter anderem an junge Regisseurinnen, Drehbuchautoren, Produzentinnen und Schauspieler. Neben der Weiterbildung steht der Aufbau beruflicher Netzwerke im Vordergrund.[12]

Zurich Summit

Der Zurich Summit ist eine internationale Branchenkonferenz, die während des Festivals stattfindet. Führungspersonen aus Filmproduktion, Finanzierung, Verleih, Streaming, Fernsehen, Technologie und Medien diskutieren Entwicklungen der Filmwirtschaft.

Die Veranstaltung wird häufig als «Davos der Filmindustrie» bezeichnet. Zu den behandelten Themen gehören internationale Koproduktionen, Filmfinanzierung, Vertriebsmodelle, Streamingdienste, künstliche Intelligenz, Urheberrecht und die Zukunft des Kinos.

Der Summit findet traditionell im Hotel The Dolder Grand statt. Der Zugang ist hauptsächlich akkreditierten oder eingeladenen Branchenvertreterinnen und -vertretern vorbehalten.

SoundTrack Zurich

SoundTrack Zurich ist eine Fachveranstaltung für Filmmusik und audiovisuelle Medien. Sie bringt Komponistinnen, Produzenten, Musikverlage, Tonstudios und weitere Fachpersonen zusammen.

Das Programm umfasst Vorträge, Fallstudien, Workshops und Netzwerkveranstaltungen. SoundTrack Zurich ergänzt den Internationalen Filmmusikwettbewerb und stärkt Zürich als Standort für Film- und Medienmusik.

Spielstätten

Dreh- und Angelpunkt des Festivals ist der Sechseläutenplatz am Bellevue. Dort befinden sich das Festivalzentrum, der grüne Teppich, öffentliche Veranstaltungsflächen und Bereiche für Medien, Gäste und Partner.

Zu den regelmässig genutzten Spielstätten gehören:[13]

Spielstätte Funktion
Festivalzentrum auf dem Sechseläutenplatz Treffpunkt, Talks, Gastronomie, Ticketing und Veranstaltungen
Blue Cinema Corso Premieren, Wettbewerbsfilme und reguläre Vorführungen
Arthouse Le Paris Autorenfilme und Festivalvorführungen
Arthouse Piccadilly Festivalvorführungen
Arena Cinemas Sihlcity Filmprogramm und grössere Vorführungen
Kinokoni Zürich Filmvorführungen und ganzjährige Zusammenarbeit
Kongresshaus Zürich Galapremieren und Grossveranstaltungen
Opernhaus Zürich Eröffnungs- oder Preisverleihungsveranstaltungen
Tonhalle Zürich Cinema in Concert und Internationaler Filmmusikwettbewerb

Das Kino an der Europaallee wurde 2023 unter dem Namen Frame als ganzjähriges «Home of Zurich Film Festival» eröffnet. Nach dem Eigentümerwechsel von 2025 übernahm das Unternehmen Kinokoni den Betrieb. Das Kino blieb als Spielstätte und Partner des ZFF erhalten.[7]

Besucherentwicklung

Die Publikumszahlen stiegen seit der Gründung stark an. Sie umfassen je nach Jahr neben bezahlten Kinoeintritten teilweise auch Besucherinnen und Besucher des Rahmenprogramms und öffentlicher Festivalbereiche.

Jahr Ausgabe Besucherinnen und Besucher Bemerkung
2005 1. ZFF rund 8000 Erste Austragung
2019 15. ZFF rund 117'000 Letzte Ausgabe vor der COVID-19-Pandemie
2022 18. ZFF 137'000 Damaliger Besucherrekord
2024 20. ZFF 140'000 Rekord zur Jubiläumsausgabe
2025 21. ZFF 135'000 Davon rund 34'000 im Rahmenprogramm

Bei der Ausgabe von 2025 wurden 115 Filme gezeigt, darunter 40 Welt- oder Europapremieren. Der Schweizer Dokumentarfilm I Love You, I Leave You von Moris Freiburghaus gewann sowohl das Goldene Auge des Dokumentarfilm-Wettbewerbs als auch den Publikumspreis.[2]

Organisation

Veranstalterin ist die Zurich Film Festival AG mit Sitz in Zürich. Für Marketing, Partnerschaften, Hospitality und Veranstaltungen arbeitet sie eng mit der Spoundation Motion Picture AG zusammen.[14]

Die Geschäftsleitung besteht seit 2026 aus:

  • Christian Jungen, CEO;
  • Reta Guetg, Festival Director;
  • Mehmet U. Inan, Managing Director der Spoundation Motion Picture AG.

Mehmet Inan trat seine Funktion im März 2026 an. Er verantwortet insbesondere Marketing, Partnerschaften, Hospitality und Events.[15]

Der Verwaltungsrat der Zurich Film Festival AG wird seit dem 1. Juli 2026 von Martin Moszkowicz präsidiert. Felix E. Müller ist Vizepräsident und vertritt die Eigentümerschaft.[8]

Für die Durchführung beschäftigt das Festival ein festes Organisationsteam. Während der Festivaltage wird es durch zahlreiche temporäre Mitarbeitende und freiwillige Helferinnen und Helfer unterstützt. Die Volunteers arbeiten unter anderem beim Einlass, im Gästemanagement, beim Ticketing, im Festivalzentrum und an den Spielstätten.

Finanzierung

Das Festival wird durch Eintrittseinnahmen, Unternehmenspartnerschaften, Hospitality-Angebote, private Gönnerinnen und Gönner, Spenden, Stiftungen sowie Beiträge der öffentlichen Hand finanziert.

Partnerschaften mit schweizerischen und internationalen Unternehmen spielen traditionell eine wichtige Rolle. Die Partner erhalten je nach Vereinbarung Werbe-, Veranstaltungs- und Hospitality-Möglichkeiten.

Der Verein ZFF Donors unterstützt insbesondere die Nachwuchsförderung. Seine Mitglieder leisten finanzielle Beiträge und erhalten im Gegenzug Zugang zu ausgewählten Veranstaltungen und einem Vorverkauf für Festivaltickets.

22. Zurich Film Festival

Die 22. Ausgabe des Festivals ist für den Zeitraum vom 24. September bis zum 4. Oktober 2026 angekündigt. Die Bekanntgabe des vollständigen Programms ist für den 9. September und der Beginn des regulären Vorverkaufs für den 14. September 2026 vorgesehen.[16]

Zu den für 2026 angekündigten Ehrengästen gehören der amerikanische Regisseur Richard Linklater, der französisch-libanesische Filmkomponist Gabriel Yared und der Filmproduzent und Vertriebsfachmann Glen Basner. Linklater und Yared sollen mit Career Achievement Awards ausgezeichnet werden, Basner mit dem Game Changer Award.[17]

Der 14. Internationale Filmmusikwettbewerb ist für den 1. Oktober 2026 in der Tonhalle Zürich vorgesehen.[18]

Bedeutung für Zürich

Zürich ist das wichtigste Produktions- und Dienstleistungszentrum der schweizerischen Filmwirtschaft. Ein grosser Teil der Schweizer Produktionsfirmen, Filmverleihe, Werbefilmfirmen und technischen Dienstleister ist in der Stadt oder ihrer Umgebung ansässig.

Das Zurich Film Festival ergänzt die bestehenden Zürcher Filminstitutionen wie das Filmpodium Zürich, die Zürcher Filmstiftung, die Zürcher Hochschule der Künste und zahlreiche Programmkinos.

Während der Festivaltage entstehen zusätzliche Umsätze für Kinos, Gastronomie, Hotellerie, Detailhandel und Veranstaltungsunternehmen. Zugleich erhält die Stadt internationale mediale Aufmerksamkeit durch Premieren, prominente Gäste und den grünen Teppich.

Das ZFF unterscheidet sich von stärker spezialisierten Festivals durch die Verbindung von Autorenkino, populären Galapremieren, Nachwuchswettbewerben, Branchenveranstaltungen und öffentlichem Gesellschaftsanlass.

Siehe auch

Literatur

  • Felix E. Müller: Hollywood an der Limmat. Die Erfolgsgeschichte des Zurich Film Festival. NZZ Libro, Basel 2024, ISBN 978-3-907396-76-6.
  • Zurich Film Festival: 20 Jahre Zurich Film Festival. Jubiläumspublikationen und Festivalarchiv, Zürich 2024.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Zurich Film Festival: ZFF auf einen Blick, abgerufen am 2. August 2026.
  2. 2,0 2,1 Zurich Film Festival: Viele Weltstars und ein zweifacher Gewinner aus der Schweiz, abgerufen am 2. August 2026.
  3. 3,0 3,1 Zurich Film Festival: 20 years, 20 stories: Nadja Schildknecht, abgerufen am 2. August 2026.
  4. Zurich Film Festival: 137'000 Besucherinnen und Besucher am 18. ZFF, abgerufen am 2. August 2026.
  5. Zurich Film Festival: Wer wir sind, abgerufen am 2. August 2026.
  6. Zurich Film Festival: Rekord im Jubiläumsjahr, abgerufen am 2. August 2026.
  7. 7,0 7,1 Zurich Film Festival: Das ZFF startet in eine neue Ära, abgerufen am 2. August 2026.
  8. 8,0 8,1 Zurich Film Festival: Martin Moszkowicz wird Präsident des Zurich Film Festival, abgerufen am 2. August 2026.
  9. Zurich Film Festival: Filmpreise, abgerufen am 2. August 2026.
  10. Zurich Film Festival: The Golden Eye Award – die Auszeichnung des Zurich Film Festival, abgerufen am 2. August 2026.
  11. Zurich Film Festival: Internationaler Filmmusikwettbewerb, abgerufen am 2. August 2026.
  12. Zurich Film Festival: ZFF Academy, abgerufen am 2. August 2026.
  13. Zurich Film Festival: Plan und Anreise, abgerufen am 2. August 2026.
  14. Zurich Film Festival: Impressum, abgerufen am 2. August 2026.
  15. Zurich Film Festival: Mehmet Inan neu als Managing Director in der Geschäftsleitung des ZFF, abgerufen am 2. August 2026.
  16. Zurich Film Festival: 22. Zurich Film Festival, abgerufen am 2. August 2026.
  17. Zurich Film Festival: ZFF Gäste 2026, abgerufen am 2. August 2026.
  18. Zurich Film Festival: Internationaler Filmmusikwettbewerb 2026, abgerufen am 2. August 2026.

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