Autobahn A20
| Autobahn A20 | |
|---|---|
| Bezeichnung | A20 |
| Administrative Bezeichnung | Nationalstrasse N20 |
| Beginn | Le Col-des-Roches an der Grenze zu Frankreich |
| Ende | Murten |
| Eigenständige Streckenlänge | rund 42 km |
| Kantone | Neuenburg, Bern, Freiburg |
| Ausbauzustand | Autobahn, Autostrasse und Strasse für Gemischtverkehr |
| Wichtige Orte | Le Locle, La Chaux-de-Fonds, Neuenburg, Ins, Murten |
| Wichtige Anschlüsse | A5 bei Neuenburg und Thielle, A1 bei Murten |
| Frühere Bezeichnungen | J20, T10 und Hauptstrasse 20 |
| Betreiber | Bundesamt für Strassen |
| Nationalstrasse seit | 1. Januar 2020 |
Die Autobahn A20 ist eine teilweise als Autobahn und teilweise als Autostrasse ausgebaute Verkehrsverbindung in der Westschweiz. Sie führt von der französisch-schweizerischen Grenze bei Le Col-des-Roches über Le Locle, La Chaux-de-Fonds, das Val de Ruz und Neuenburg in Richtung Ins und Murten. Administrativ gehört die Verbindung zur Nationalstrasse N20.
Die A20 bildet keine durchgehend richtungsgetrennte Autobahn. Neben vierspurigen Autobahnabschnitten umfasst sie zweispurige Autostrassen, Tunnelstrecken und gewöhnliche Hauptstrassen mit Gemischtverkehr. Zwischen Neuenburg und der Zihlbrücke bei Thielle wird die Verbindung gemeinsam mit der A5 geführt. Die eigenständig als N20 klassierten Abschnitte besitzen zusammen eine Länge von rund 42 Kilometern.[1]
Die Strecke verbindet die Neuenburger Jurahöhen mit dem Schweizer Mittelland und erschliesst insbesondere die Städte Le Locle und La Chaux-de-Fonds. Sie ist für den regionalen Berufsverkehr, die Uhrenindustrie und die Verbindung zwischen dem Kanton Neuenburg, dem Berner Seeland und der Region Murten von grosser Bedeutung.
Bezeichnung
Die Bezeichnungen A20 und N20 beschreiben nicht genau dasselbe. N20 ist die administrative Nummer der Nationalstrasse im Bundesrecht und in den technischen Unterlagen des Bundesamts für Strassen. A20 ist die auf den als Autobahn oder Autostrasse signalisierten Abschnitten verwendete Routennummer.
Da Teile der N20 gewöhnliche Strassen für Gemischtverkehr sind, ist die Bezeichnung «Autobahn A20» für die Gesamtstrecke nur eingeschränkt zutreffend. In der französischsprachigen Schweiz wird häufig von der route nationale N20 oder der autoroute A20 gesprochen.
Vor der Übernahme durch den Bund war der Neuenburger Abschnitt hauptsächlich als J20 bekannt. Die Verbindung im Kanton Bern trug die Bezeichnung T10. Beide Strecken wurden am 1. Januar 2020 in das Nationalstrassennetz des Bundes aufgenommen und neu als N20 beziehungsweise A20 signalisiert.[2]
Verlauf
Französische Grenze und Le Locle
Die N20 beginnt an der französisch-schweizerischen Grenze bei Le Col-des-Roches westlich von Le Locle. Auf französischer Seite setzt sich die Verbindung in Richtung Morteau und Besançon fort.
Der Grenzübergang liegt in einem engen Tal des Neuenburger Juras. Von dort führt die Strasse durch das Gebiet von Le Locle. Die bestehende Strecke verläuft teilweise durch das Siedlungsgebiet und ist stark vom regionalen Berufs- und Güterverkehr belastet.
Östlich von Le Locle erreicht die Strasse den Anschluss Le Crêt-du-Locle. Zwischen Le Crêt-du-Locle und La Chaux-de-Fonds bestehen teilweise leistungsfähiger ausgebaute Abschnitte, zahlreiche Kreisel und Anschlüsse an die Industrie- und Gewerbegebiete der beiden Städte.
La Chaux-de-Fonds
Die A20 durchquert den südlichen Teil von La Chaux-de-Fonds. Die heutige Linienführung verläuft teilweise über städtische Hauptverkehrsstrassen und teilweise über kreuzungsfreie Abschnitte.
La Chaux-de-Fonds ist der wichtigste Verkehrsknoten an der nördlichen A20. Hier bestehen Verbindungen in Richtung Le Locle, Saignelégier, Vallon de Saint-Imier und Neuenburg. Eine direkte, leistungsfähige Verbindung zur A16 besteht nicht.
Südlich der Stadt beginnt der weitgehend kreuzungsfreie Abschnitt durch den Neuenburger Jura. Die Strecke steigt in Richtung Les Convers und Mont Sagne an.
Tunnel Mont Sagne
Der Tunnel Mont Sagne führt die A20 durch den Höhenzug südlich von La Chaux-de-Fonds. Er ist Teil der zweispurigen Autostrassenverbindung zwischen La Chaux-de-Fonds und dem Val de Ruz.
Der Gegenverkehr wird in einer gemeinsamen Tunnelröhre geführt. Wegen des Alters der Anlage und der heutigen Sicherheitsanforderungen sind zusätzliche Fluchtwege, technische Erneuerungen und weitere Sicherheitsmassnahmen vorgesehen.
Tunnel Vue-des-Alpes
Bei Les Convers erreicht die A20 den Tunnel Vue-des-Alpes. Der Tunnel unterquert den Passübergang Vue des Alpes und verbindet die Region La Chaux-de-Fonds mit Les Hauts-Geneveys im Val de Ruz.
Vor der Eröffnung des Tunnels musste der Verkehr die kurvenreiche Passstrasse über die Vue des Alpes benutzen. Der Tunnel verbesserte die ganzjährige Verbindung erheblich und reduzierte die Abhängigkeit von Schnee, Eis und schwierigen Wetterbedingungen.
Die Fahrt durch den Tunnel erfolgt auf einer zweispurigen Fahrbahn ohne bauliche Trennung der Verkehrsrichtungen. Die Strecke ist als Autostrasse signalisiert und darf nur von Motorfahrzeugen benutzt werden, welche die vorgeschriebene Mindestgeschwindigkeit erreichen können.
Val de Ruz
Bei Les Hauts-Geneveys tritt die A20 in das Val de Ruz ein. Der südliche Streckenabschnitt ist weitgehend als richtungsgetrennte Autobahn mit zwei Fahrstreifen pro Richtung ausgebaut.
Die Strasse führt an Fontainemelon, Cernier, Boudevilliers und Valangin vorbei. Mehrere Anschlüsse erschliessen die Gemeinden des Val de Ruz. Zum Abschnitt gehören verschiedene Tunnel, Überdeckungen, Brücken und Einschnitte.
Zu den bedeutenden Bauwerken gehören:
- Tunnel Les Hauts-Geneveys;
- Tunnel Malvilliers;
- Tunnel Boudevilliers;
- Bauwerke im Bereich von Valangin;
- Tunnel und Galerien in den Gorges du Seyon.
Die Strecke folgt teilweise dem Tal des Seyon, bevor sie steil zum Neuenburgersee hinunterführt.
Neuenburg und Vauseyon
Im Westen der Stadt Neuenburg erreicht die A20 den Anschluss Vauseyon. Dort geht sie in die A5 über. Der Knoten Vauseyon verbindet die aus dem Jura kommende Strecke mit der Autobahn entlang des Neuenburgersees.
In Richtung Westen führt die A5 nach Boudry, Yverdon-les-Bains und Lausanne. In Richtung Osten verläuft sie durch Neuenburg, Hauterive und Marin bis zur Zihlbrücke bei Thielle.
Zwischen Vauseyon und Thielle besitzt die A20 keine eigene, parallel verlaufende Fahrbahn. Der Verkehr folgt auf diesem Abschnitt der A5. Die Verbindung wird deshalb als gemeinsame beziehungsweise überlagerte Streckenführung betrachtet.
Zihlbrücke, Gampelen und Ins
Östlich von Thielle verlässt die N20 den Verlauf der A5. Sie überquert die Zihl und erreicht den Kanton Bern. Dieser Streckenabschnitt war vor 2020 als T10 bezeichnet.
Die Strasse führt durch die flache Landschaft des Grossen Mooses über Gampelen nach Ins. Zwischen der Zihlbrücke und Ins ist sie grösstenteils als zweispurige Autostrasse ausgebaut. Die Fahrtrichtungen sind nicht baulich getrennt.
Die Umfahrung entlastet insbesondere Gampelen vom Durchgangsverkehr zwischen Neuenburg, dem Berner Seeland und der Region Murten. Der Abschnitt wird von Personenwagen, regionalem Gewerbeverkehr und landwirtschaftlich geprägtem Schwerverkehr genutzt.
Ins und Murten
Ab Ins verläuft die N20 auf gewöhnlichen Strassen in Richtung Galmiz und Murten. Dieser Teil ist keine Autobahn und teilweise auch keine Autostrasse. Er umfasst Kreisel, höhengleiche Kreuzungen und Abschnitte, auf denen grundsätzlich auch langsame Verkehrsteilnehmende zugelassen sind.
Die N20 endet bei Murten mit einer Verbindung zum Anschluss Murten der A1. Über die A1 bestehen Verbindungen in Richtung Bern, Payerne, Yverdon-les-Bains und Lausanne.
Die heutige Streckenführung ermöglicht eine Verbindung zwischen der A5 und der A1, erreicht jedoch nicht durchgehend Autobahnstandard. Besonders der Abschnitt zwischen Ins und Murten weist im Vergleich zu den ausgebauten Teilen bei Neuenburg und im Val de Ruz einen deutlich niedrigeren Ausbaustandard auf.
Streckenabschnitte
| Abschnitt | Ausbauzustand | Bemerkungen |
|---|---|---|
| Le Col-des-Roches–Le Locle | Strasse für Gemischtverkehr | Grenzverbindung nach Frankreich |
| Le Locle–La Chaux-de-Fonds | Hauptstrasse, teilweise Autostrasse | Städtisch und gewerblich geprägter Abschnitt |
| La Chaux-de-Fonds–Les Hauts-Geneveys | zweispurige Autostrasse | Tunnel Mont Sagne und Vue-des-Alpes |
| Les Hauts-Geneveys–Neuenburg-Vauseyon | überwiegend vierspurige Autobahn | Durch das Val de Ruz und die Gorges du Seyon |
| Neuenburg-Vauseyon–Thielle | vierspurige Autobahn | Gemeinsamer Verlauf mit der A5 |
| Zihlbrücke–Gampelen–Ins | zweispurige Autostrasse | Ehemalige T10 |
| Ins–Murten | Strasse für Gemischtverkehr | Verbindung zum Anschluss Murten der A1 |
Anschlüsse
Die Nummerierung und Ausgestaltung der Anschlüsse unterscheidet sich zwischen den einzelnen Streckenabschnitten. Zu den wichtigsten Anschlussstellen gehören:
| Anschluss oder Knoten | Erschlossene Orte und Verbindungen |
|---|---|
| Le Crêt-du-Locle | Le Locle, Industriegebiete, französische Grenze |
| La Chaux-de-Fonds-Ouest | westliche Stadtteile von La Chaux-de-Fonds |
| La Chaux-de-Fonds-Sud | Stadtzentrum, Vallon de Saint-Imier, Jura |
| Les Convers | Vue des Alpes, Renan, Saint-Imier |
| Les Hauts-Geneveys | Val de Ruz, Vue des Alpes |
| Malvilliers | Cernier, Fontainemelon und mittleres Val de Ruz |
| Boudevilliers | Val de Ruz und regionale Hauptstrassen |
| Valangin | Valangin, Neuenburg und Seyontal |
| Neuenburg-Vauseyon | Übergang zur A5 |
| Gampelen | Gampelen, Erlach und Grosses Moos |
| Ins | Ins, Erlach, Kerzers und Murten |
| Murten | Verbindung zur A1 |
Tunnel und Kunstbauten
Die A20 besitzt für ihre Länge eine grosse Zahl von Tunneln, Galerien, Brücken und Stützkonstruktionen. Dies ist vor allem auf die Topografie zwischen La Chaux-de-Fonds und Neuenburg zurückzuführen.
Tunnel Mont Sagne und Vue-des-Alpes
Die Tunnel Mont Sagne und Vue-des-Alpes bilden den wichtigsten zweispurigen Tunnelabschnitt der A20. Beide Bauwerke besitzen Gegenverkehr und keine zweite, parallel verlaufende Verkehrsröhre.
Zur Verbesserung der Sicherheit werden Fluchtwege, technische Anlagen, Beleuchtung, Lüftung, Brandmeldeeinrichtungen und Verkehrssteuerung schrittweise modernisiert.[3]
Tunnel im Val de Ruz
Der Autobahnabschnitt im Val de Ruz führt durch mehrere kürzere Tunnel und Überdeckungen. Diese schützen Siedlungen vor Lärm, ermöglichen lokale Verkehrsverbindungen und führen die Autobahn durch topografisch schwierige Bereiche.
Die Gorges du Seyon zwischen Valangin und Neuenburg erforderten besonders aufwendige Kunstbauten. Die Autobahn verläuft hier durch Tunnel, Galerien und tiefe Geländeeinschnitte.
Geschichte
Hauptstrasse durch den Neuenburger Jura
Vor dem Bau der heutigen Schnellstrasse führte der Verkehr zwischen Neuenburg und La Chaux-de-Fonds über kurvenreiche Pass- und Talstrassen. Insbesondere der Übergang über die Vue des Alpes war im Winter häufig durch Schnee, Eis und eingeschränkte Sicht beeinträchtigt.
Mit dem Wachstum der Uhrenindustrie und der zunehmenden Motorisierung stieg die Bedeutung einer leistungsfähigen Verbindung zwischen den Neuenburger Jurahöhen und dem Kantonshauptort. Der Kanton Neuenburg entwickelte deshalb eine Schnellstrasse, die zunächst unter der Bezeichnung J20 bekannt wurde.
Bau der J20
Ein wesentlicher Teil der Verbindung zwischen Valangin und La Chaux-de-Fonds wurde 1994 eröffnet. Dazu gehörten die Tunnel Mont Sagne und Vue-des-Alpes sowie die Verbindung in das Val de Ruz.
Im Jahr 2000 folgte der Abschnitt zwischen Neuenburg-Vauseyon und Valangin. Damit bestand eine weitgehend kreuzungsfreie Verbindung zwischen der A5 in Neuenburg und La Chaux-de-Fonds.
2004 wurde bei Le Crêt-du-Locle ein weiterer ausgebauter Streckenabschnitt eröffnet. Die Ortsdurchfahrten von Le Locle und La Chaux-de-Fonds blieben jedoch weiterhin wichtige Engpässe.
Verbindung durch das Berner Seeland
Im Berner Seeland war ursprünglich eine leistungsfähige Verbindung zwischen der A1 bei Kerzers und der A5 bei Thielle vorgesehen. Ein frühes Autobahnteilstück entstand als Umfahrung von Kerzers.
Die weitere Strecke über Müntschemier und Ins wurde jedoch nicht vollständig als Autobahn verwirklicht. Stattdessen entstand zwischen Gampelen und Ins eine zweispurige Autostrasse. Dieser Abschnitt wurde 2002 dem Verkehr übergeben.
Später wurde die überregionale Verbindung nicht mehr über die Autobahnverzweigung Kerzers, sondern über Galmiz und den Anschluss Murten geführt. Dadurch konnten mehrere Ortsdurchfahrten vermieden werden, die Strecke blieb zwischen Ins und Murten jedoch eine gewöhnliche Hauptstrasse.
Neuer Netzbeschluss
Die Bundesversammlung beschloss, verschiedene kantonale Strassen von nationaler Bedeutung in das Nationalstrassennetz aufzunehmen. Der sogenannte Neue Netzbeschluss trat am 1. Januar 2020 in Kraft.
Der Bund übernahm dabei insgesamt rund 413 Kilometer bisherige Kantonsstrassen. Zur neuen N20 gehörten:
- Le Col-des-Roches–La Chaux-de-Fonds-Süd mit rund 11,3 Kilometern;
- La Chaux-de-Fonds-Süd–Neuenburg-Vauseyon mit rund 16,5 Kilometern;
- Thielle–Murten mit rund 14,5 Kilometern.
Damit gingen Betrieb, Unterhalt, Ausbau und langfristige Finanzierung dieser Abschnitte grundsätzlich an den Bund über.[4]
Nach der Übernahme wurden die Kilometrierung, Signalisation und betrieblichen Bezeichnungen angepasst. Die früheren Bezeichnungen J20 und T10 verloren damit ihre Funktion als offizielle Routennummern der betreffenden Strecken.
Vignettenpflicht
Auf den als Autobahn oder Autostrasse signalisierten Abschnitten der A20 gilt grundsätzlich die schweizerische Vignettenpflicht. Dies betrifft insbesondere die kreuzungsfreien Strecken zwischen La Chaux-de-Fonds und Neuenburg sowie zwischen Thielle und Ins.
Auf gewöhnlichen Strassenabschnitten mit Gemischtverkehr ist keine Autobahnvignette erforderlich. Die Vignettenpflicht richtet sich somit nicht allein nach der administrativen Zugehörigkeit zur N20, sondern nach der konkreten Signalisation als Autobahn oder Autostrasse.
Mit der Übernahme der ehemaligen Kantonsstrassen durch den Bund am 1. Januar 2020 wurden die entsprechenden Autobahn- und Autostrassenabschnitte in das vignettenpflichtige Nationalstrassennetz integriert.
Verkehrliche Bedeutung
Die A20 ist die wichtigste Strassenverbindung zwischen Neuenburg und den beiden hoch gelegenen Industriestädten La Chaux-de-Fonds und Le Locle. Sie erschliesst eine Region, die international für die Uhrenindustrie und Präzisionstechnik bekannt ist.
Für La Chaux-de-Fonds und Le Locle stellt sie die wichtigste Verbindung zur A5, zum Schweizer Mittelland und zu den grossen Wirtschaftszentren dar. Gleichzeitig dient sie dem grenzüberschreitenden Verkehr zwischen dem französischen Département Doubs und der Schweiz.
Der südliche Abschnitt verbindet Neuenburg mit dem Berner Seeland und der A1. Er ist eine Alternative zu Verbindungen über Biel oder Yverdon-les-Bains und erschliesst das landwirtschaftlich geprägte Grosse Moos.
Verkehrssicherheit
Die unterschiedlichen Ausbaustandards stellen besondere Anforderungen an die Verkehrssicherheit. Auf relativ kurzer Distanz wechseln vierspurige Autobahn, zweispurige Autostrasse, Tunnel mit Gegenverkehr und gewöhnliche Hauptstrasse.
Besondere Risiken bestehen in den älteren Gegenverkehrstunneln, an den Übergängen zwischen den Strassenklassen sowie auf stark belasteten Ortsdurchfahrten. Das Bundesamt für Strassen führt deshalb Sanierungen und Sicherheitsnachrüstungen durch.
Zu den Massnahmen gehören:
- Erneuerung von Fahrbahnbelägen;
- Verbesserung der Tunnelbeleuchtung und Lüftung;
- Bau und Erweiterung von Fluchtwegen;
- Modernisierung der Verkehrssteuerung;
- Schutz vor Steinschlag und Naturgefahren;
- Anpassung von Entwässerungs- und Gewässerschutzanlagen;
- Sanierung von Brücken, Stützmauern und Galerien.
Ausbauprojekte
Umfahrung Le Locle
Die Umfahrung von Le Locle ist das bedeutendste laufende Ausbauprojekt an der N20. Sie soll den Durchgangsverkehr aus dem Stadtgebiet entfernen und eine leistungsfähigere Verbindung zwischen dem Grenzübergang Col-des-Roches und Le Crêt-du-Locle schaffen.
Das Projekt wurde ursprünglich vom Kanton Neuenburg geplant und 2020 vom Bund übernommen. Die ersten Bauarbeiten begannen 2022. Ein grosser Teil der neuen Strecke wird unterirdisch geführt.
Nach dem Planungsstand von 2026 ist die Inbetriebnahme der Umfahrung für das Jahr 2033 vorgesehen.[5]
Die Umfahrung soll insbesondere:
- die Innenstadt von Le Locle vom Durchgangsverkehr entlasten;
- die Reisezeit und Zuverlässigkeit der Verbindung verbessern;
- Lärm- und Luftbelastung im Siedlungsgebiet reduzieren;
- die Verkehrssicherheit erhöhen;
- den Zugang zu den Industriegebieten erleichtern.
Umfahrung La Chaux-de-Fonds
Auch La Chaux-de-Fonds soll langfristig eine neue Umfahrung erhalten. Das Projekt soll die bestehende N20 westlich und südlich der Stadt neu führen und die stark belasteten städtischen Strassen entlasten.
Die kantonale Baubewilligung ist rechtskräftig, das Vorhaben befindet sich jedoch noch nicht in der Hauptbauphase. Nach den Planungen des Bundes soll der Baubeginn voraussichtlich in der zweiten Hälfte der 2030er-Jahre erfolgen.[5]
Die Umfahrung ist technisch anspruchsvoll, da das dicht bebaute Stadtgebiet, die Topografie des Juras, bestehende Verkehrswege und empfindliche Landschaftsräume berücksichtigt werden müssen.
Langfristige Verbindung zur A16
Mehrfach wurde eine bessere Strassenverbindung zwischen der A20 bei Les Convers und der A16 im Berner Jura vorgeschlagen. Eine solche Verbindung könnte La Chaux-de-Fonds direkter mit dem Vallon de Saint-Imier, dem Jura und dem Raum Basel verbinden.
Bisher wurde jedoch keine durchgehende Autobahnverbindung zwischen A20 und A16 beschlossen. Der Verkehr benutzt weiterhin die bestehenden Hauptstrassen über Renan, Saint-Imier und Sonceboz.
Frühere A20 im Kanton Zürich
Die Nummer A20 wurde früher auch für die Nordumfahrung Zürich verwendet. Dieser Abschnitt wurde in den 1970er- und 1980er-Jahren gebaut und 1985 dem Verkehr übergeben. Er führte über den Gubristtunnel und verband das Limmattal mit Zürich-Nord.
Nach der Fertigstellung der Westumfahrung Zürich und der Neuordnung der Routennummern wurde die ehemalige Zürcher A20 in andere Autobahnen integriert. Die Nordumfahrung gehört heute hauptsächlich zur A1. Weitere frühere N20-Abschnitte wurden Teil der A3 und A4.
Die historische Zürcher A20 ist deshalb nicht mit der heutigen A20 beziehungsweise N20 zwischen Le Locle und Murten identisch.[6]
Siehe auch
- Autobahnen und Autostrassen in der Schweiz
- Nationalstrassennetz der Schweiz
- Autobahn A1
- Autobahn A5
- Autobahn A16
- Hauptstrasse 20
- Vue des Alpes
- Le Locle
- La Chaux-de-Fonds
- Val de Ruz
Weblinks
- www.astra.admin.ch – Bundesamt für Strassen
- Medienmitteilungen des ASTRA für die Westschweiz
- Verlauf der A20 auf dem Kartenportal des Bundes
- www.ne.ch – Kanton Neuenburg
Einzelnachweise
- ↑ Netzzustandsbericht der Nationalstrassen 2020, Bundesamt für Strassen, abgerufen am 28. Juli 2026.
- ↑ Strassen und Verkehr 2021: Neue Kilometrierung und Signalisation der NEB-Strecken, Bundesamt für Strassen, abgerufen am 28. Juli 2026.
- ↑ Netzzustandsbericht der Nationalstrassen 2020, Abschnitt zu den neuen Nationalstrassen, Bundesamt für Strassen, abgerufen am 28. Juli 2026.
- ↑ Zustandsbericht 2019 über die neuen Strecken des Nationalstrassennetzes, Bundesamt für Strassen, abgerufen am 28. Juli 2026.
- ↑ 5,0 5,1 Transports ’45 – Erläuternder Bericht, Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation, 19. Juni 2026, abgerufen am 28. Juli 2026.
- ↑ Flankierende Massnahmen nach Eröffnung der Westumfahrung, Kanton Zürich, abgerufen am 28. Juli 2026.