Doubs
| Doubs | |
|---|---|
| Lage | Frankreich, Schweiz |
| Flusssystem | Rhone |
| Abflussweg | Doubs → Saône → Rhone → Mittelmeer |
| Länge | 453 km |
| Einzugsgebiet | rund 7'700 km² |
| Quelle | Karstquelle bei Mouthe im französischen Jura |
| Quellhöhe | etwa 945 m |
| Mündung | bei Verdun-sur-le-Doubs in die Saône |
| Wichtige Orte | Pontarlier, Morteau, Les Brenets, Goumois, Soubey, Saint-Ursanne, Montbéliard, Besançon, Dole |
| Schweizer Kantone | Neuenburg, Jura |
| Linke Nebenflüsse | Dessoubre, Allan, Clauge |
| Rechte Nebenflüsse | Loue, Orain |
| Seen und Stauseen | Lac de Saint-Point, Lac des Brenets, Lac de Moron, Lac de Biaufond |
Der Doubs ist ein 453 Kilometer langer Fluss in Frankreich und der Schweiz. Er entspringt im französischen Jura, bildet auf einem bedeutenden Abschnitt die Staatsgrenze zwischen Frankreich und der Schweiz, durchfliesst anschliessend den jurassischen Teil der Schweiz und mündet bei Verdun-sur-le-Doubs in die Saône. Über die Saône und die Rhone gehört der Doubs zum Einzugsgebiet des Mittelmeers.
Der Doubs ist einer der landschaftlich markantesten Flüsse des Juragebirges. Sein Lauf ist durch enge Schluchten, ausgeprägte Mäander, bewaldete Steilhänge, Karstquellen und mehrere natürliche oder künstlich aufgestaute Seen geprägt. Besonders bekannt sind der Lac des Brenets, der Wasserfall Saut du Doubs, das Grenztal bei Biaufond und Goumois sowie die grosse Flussschleife des Clos du Doubs mit den Orten Soubey und Saint-Ursanne.
Mit einer Länge von 453 Kilometern legt der Doubs trotz der verhältnismässig geringen Luftlinienentfernung zwischen Quelle und Mündung einen aussergewöhnlich gewundenen Weg zurück.[1] Rund ein Fünftel seines gesamten Laufes berührt schweizerisches Staatsgebiet oder bildet die französisch-schweizerische Grenze.
Name
Der Name des Flusses ist bereits aus der Antike überliefert. Der römische Feldherr und Schriftsteller Gaius Iulius Caesar bezeichnete ihn in seinem Werk über den Gallischen Krieg als Dubis. Er beschrieb dabei insbesondere die ausgeprägte Flussschleife um die gallische Siedlung Vesontio, das heutige Besançon.
Die genaue sprachliche Herkunft des Namens ist nicht abschliessend geklärt. Häufig wird er mit einem keltischen oder vorkeltischen Ausdruck für dunkles oder tiefes Wasser in Verbindung gebracht. Der französische Name wird ungefähr wie «Du» ausgesprochen; das Schluss-s bleibt stumm.
Geografie
Quelle und Oberlauf
Der Doubs entspringt bei der Gemeinde Mouthe im französischen Département Doubs. Die Quelle liegt auf ungefähr 945 Metern über Meer in einer bewaldeten Karstlandschaft nahe der französisch-schweizerischen Grenze.[2] Das Wasser tritt am Fuss einer Kalksteinwand aus einer Karstquelle aus. Die Schüttung der Quelle schwankt stark und reagiert rasch auf Niederschläge und Schneeschmelze.
Vom Quellgebiet aus fliesst der Doubs zunächst überwiegend in nordöstlicher Richtung. Er durchquert das Tal von Mouthe und erreicht den langgestreckten Lac de Saint-Point. Dieser natürliche See zählt zu den grössten natürlichen Seen Frankreichs in mittlerer Höhenlage. Unterhalb des Sees fliesst der Doubs durch Pontarlier und nimmt verschiedene kleinere Karstbäche auf.
Der Oberlauf liegt in einer niederschlagsreichen Hochjuralandschaft. Kalte Winter, eine lange Schneebedeckung und durchlässige Kalkgesteine bestimmen den Wasserhaushalt. Ein Teil des Niederschlags versickert in Spalten, Dolinen und unterirdischen Höhlensystemen, bevor das Wasser über Quellen wieder in den Doubs oder seine Nebenbäche gelangt.
Nach Pontarlier wendet sich der Fluss erneut nach Nordosten. Er durchfliesst mehrere Engtäler und erreicht über Morteau und Villers-le-Lac den französisch-schweizerischen Grenzraum.
Lac des Brenets und Saut du Doubs
Zwischen Villers-le-Lac auf französischer und Les Brenets auf schweizerischer Seite erweitert sich der Doubs zum Lac des Brenets. Der See ist rund vier Kilometer lang und stellenweise etwa 200 Meter breit. Er entstand vor ungefähr 14'000 Jahren, als ein Bergsturz den damaligen Flusslauf aufstaute. Die maximale Wassertiefe beträgt ungefähr 26 Meter.[3]
Am unteren Ende des Sees verengt sich der Flusslauf stark. Wenig später stürzt der Doubs beim Saut du Doubs rund 27 Meter in die Tiefe. Der Wasserfall gehört zu den bekanntesten Natursehenswürdigkeiten des Schweizer Juras. Seine Erscheinung ist stark von der Wasserführung abhängig. Nach ergiebigen Niederschlägen bildet sich ein breiter, kraftvoller Wasserfall, während in ausgeprägten Trockenperioden nur wenig Wasser über die Felskante fliesst.
Unterhalb des Wasserfalls beginnt eine tief eingeschnittene Schlucht. Die bewaldeten Talflanken steigen auf beiden Seiten mehrere hundert Meter an. Der Doubs fliesst hier durch den Lac de Moron, einen durch die Staumauer des Kraftwerks Châtelot gebildeten Stausee.
Schweizerisch-französischer Grenzfluss
Von Les Brenets bis in die Gegend von Clairbief westlich von Soubey bildet der Doubs über weite Strecken die Grenze zwischen Frankreich und der Schweiz. Der Grenzverlauf folgt jedoch nicht überall genau der Flussmitte. Bei Biaufond wechselt die Staatsgrenze von der Mitte des Doubs an das schweizerische Ufer. Der historische Grenzpunkt liegt heute wegen des Aufstaus durch die Refrain-Talsperre im Biaufondsee.[4]
Der Grenzabschnitt verläuft durch ein abgelegenes Tal mit nur wenigen Siedlungen und Verkehrswegen. Zu den wichtigsten Orten gehören Maison Monsieur, Biaufond und Goumois. Das Dorf Goumois besteht aus einem französischen und einem schweizerischen Ortsteil, die durch eine Brücke über den Doubs miteinander verbunden sind.
Zwischen dem Saut du Doubs und Biaufond hat sich der Fluss tief in die Kalkschichten des Juras eingeschnitten. Eng aufeinanderfolgende Mäander, Felswände, Geröllhalden und bewaldete Steilhänge verleihen dem Tal einen schluchtartigen Charakter. In breiteren Talabschnitten finden sich kleinere Auenflächen, Inseln und Uferwiesen.
Die französisch-schweizerische Grenze am Doubs ist ein Beispiel für eine natürliche Staatsgrenze, deren genauer Verlauf wegen Veränderungen des Flussbetts, der Errichtung von Stauanlagen und unterschiedlicher historischer Grenzdefinitionen nicht überall unmittelbar erkennbar ist.
Clos du Doubs
Bei Clairbief verlässt der Doubs die unmittelbare Staatsgrenze und tritt vollständig in den Kanton Jura ein. Er bildet nun eine grosse, nach Osten gerichtete Schleife um die Landschaft des Clos du Doubs. Der Name bezeichnet sowohl die vom Fluss umschlossene Region als auch die heutige Gemeinde Clos du Doubs.
Der Doubs fliesst zunächst an Soubey vorbei. Das Dorf liegt in einem offenen Talbecken und ist über eine Brücke mit beiden Flussufern verbunden. Unterhalb von Soubey folgt der Fluss einem weitgehend naturnahen Lauf mit Kiesbänken, Inseln, bewaldeten Ufern und kleineren Felsvorsprüngen.
Weiter flussabwärts erreicht der Doubs Tariche und anschliessend Saint-Ursanne. Die mittelalterliche Kleinstadt liegt am rechten Flussufer und wird durch mehrere Brücken mit den umliegenden Quartieren verbunden. Der Fluss prägt das historische Ortsbild wesentlich. Die steilen Jurahöhen und die enge Tallage begrenzen die räumliche Entwicklung der Siedlung.
Bei Saint-Ursanne vollzieht der Doubs eine auffällige Richtungsänderung. Nachdem er zuvor überwiegend ostwärts geflossen ist, wendet er sich nach Westen und Südwesten. Er durchfliesst die westlichen Teile des Clos du Doubs, passiert unter anderem Ocourt und verlässt bei La Motte beziehungsweise nahe der französischen Gemeinde Brémoncourt wieder das Schweizer Staatsgebiet.
Der schweizerische und grenzbildende Abschnitt zwischen Les Brenets und dem Austritt westlich von Saint-Ursanne ist rund 80 bis 90 Kilometer lang. Er bildet die landschaftliche Hauptachse des Parc du Doubs.[5]
Mittellauf in Frankreich
Nach dem Verlassen der Schweiz fliesst der Doubs erneut durch Frankreich. Er erreicht zunächst die Region um Saint-Hippolyte und nimmt dort den Dessoubre auf. Bei der Agglomeration Montbéliard mündet der Allan in den Doubs. Der Allan entwässert unter anderem das Gebiet von Belfort und Teile des schweizerischen Ajoie über die Allaine.
Unterhalb von Montbéliard wendet sich der Doubs nach Südwesten. Er durchfliesst eine Folge von Engtälern und breiteren Becken. Zahlreiche Schleusen, Wehre und Kanäle verbinden den Fluss mit dem Rhein-Rhone-Kanal, der historisch eine Schifffahrtsverbindung zwischen den Einzugsgebieten des Rheins und der Rhone schaffen sollte.
In Besançon beschreibt der Doubs eine nahezu geschlossene Schleife um das historische Stadtzentrum. Die Altstadt liegt auf einer von drei Seiten durch den Fluss umgebenen Halbinsel. Am schmalen Hals der Schleife erhebt sich die Zitadelle von Besançon. Diese besondere topografische Lage begünstigte bereits in der Antike die Entstehung einer befestigten Siedlung.
Unterlauf und Mündung
Unterhalb von Besançon wird das Tal allmählich breiter. Der Doubs fliesst an mehreren Städten und Gemeinden vorbei und erreicht Dole, wo sich ebenfalls ein historisches Stadtzentrum am Fluss entwickelte.
Im Unterlauf nimmt der Doubs mit der Loue seinen bedeutendsten Nebenfluss auf. Die Loue ist selbst ein kräftiger Karstfluss und führt dem Doubs einen erheblichen Teil des Wassers aus dem westlichen Jura zu. Weitere Nebenflüsse des Unterlaufs sind der Orain und die Clauge.
Im flachen Gebiet der Bresse wird der Doubs breiter und langsamer. Er bildet Kiesinseln, Altarme und ausgedehnte Überschwemmungsflächen. Bei Verdun-sur-le-Doubs im Département Saône-et-Loire mündet er von links in die Saône. Die Saône fliesst anschliessend bei Lyon in die Rhone.
Einzugsgebiet und Hydrologie
Das Einzugsgebiet des Doubs umfasst rund 7'700 Quadratkilometer. Es erstreckt sich über grosse Teile der französischen Region Bourgogne-Franche-Comté sowie über Gebiete der Schweizer Kantone Neuenburg und Jura. Über die Allaine und den Allan werden zudem Teile der Ajoie entwässert.
Der Wasserhaushalt wird durch ein gemischtes Regen-Schnee-Regime bestimmt. Hohe Abflüsse treten vor allem im Winter und im Frühjahr auf, wenn ergiebige Niederschläge mit Schneeschmelze zusammentreffen. Im Sommer und frühen Herbst können lange Niedrigwasserperioden entstehen.
Die karstgeologische Struktur des Juras verstärkt die Schwankungen. Niederschlagswasser versickert rasch im Kalkstein und wird in unterirdischen Hohlräumen gespeichert oder über weit entfernte Quellen wieder abgegeben. Dadurch können einzelne Nebenbäche während Trockenperioden vollständig versiegen, während Karstquellen nach starken Niederschlägen innerhalb kurzer Zeit stark anschwellen.
Auch der Doubs selbst weist grosse Abflussschwankungen auf. Im Unterlauf liegt der langjährige mittlere Abfluss in der Grössenordnung von etwa 170 Kubikmetern pro Sekunde. Während extremer Niedrigwasserperioden kann er auf einen kleinen Bruchteil dieses Werts sinken. Bei grossen Hochwassern wurden dagegen Abflüsse von weit über 1'000 Kubikmetern pro Sekunde gemessen.
Die Stauseen und Wasserkraftwerke am Ober- und Mittellauf beeinflussen den natürlichen Tages- und Jahresgang. Insbesondere kurzfristige Veränderungen des Kraftwerksbetriebs können unterhalb der Anlagen rasche Schwankungen des Wasserstands verursachen.
Geologie und Landschaftsentwicklung
Der Ober- und Mittellauf des Doubs liegt überwiegend im Faltenjura. Die Landschaft besteht aus langgezogenen Kalkrücken, Hochflächen, Synklinaltälern und tief eingeschnittenen Schluchten. Der Kalkstein wurde im Verlauf von Millionen Jahren durch Wasser gelöst und durch unterirdische Abflusssysteme geprägt.
Der stark gewundene Lauf des Doubs entstand teilweise bereits zu einer Zeit, als das Relief weniger ausgeprägt war. Während der langsamen Hebung des Juragebirges schnitt sich der Fluss in seinen bestehenden Mäandern immer tiefer in das Gestein ein. Dadurch entstanden die charakteristischen eingesenkten Flussschlingen zwischen dem Saut du Doubs, Biaufond und dem Clos du Doubs.
An den Hängen treten zahlreiche Felswände, Höhlen, Karstquellen und Travertinbildungen auf. Lockere Gesteinsmassen und instabile Felspartien führten wiederholt zu Bergstürzen und Rutschungen. Die Entstehung des Lac des Brenets wird auf einen solchen nacheiszeitlichen Bergsturz zurückgeführt.
Im Unterlauf verlässt der Doubs das Juragebirge. Dort dominieren breite Talebenen mit Kies-, Sand- und Lehmschichten. Der Fluss verlagerte sein Bett historisch innerhalb dieser Ebene und schuf Altarme, Auenwälder und Feuchtgebiete.
Natur und Ökologie
Das Doubs-Tal weist eine grosse Vielfalt an Lebensräumen auf. Im engen Juratal wechseln schnell fliessende Abschnitte mit tiefen Becken, Kiesbänken, Felsufern und ruhigeren Stauzonen. An den Hängen finden sich Schluchtwälder, trockene Felsrasen und strukturreiche Waldweiden.
Zu den typischen Baumarten der Ufer- und Hangwälder gehören Buche, Bergahorn, Esche, Weide, Erle und verschiedene Lindenarten. Auf sonnigen Kalkfelsen wachsen wärmeliebende Pflanzenarten, während feuchte Schluchten Lebensräume für Farne, Moose und schattenverträgliche Waldpflanzen bieten.
Im und am Wasser leben unter anderem Bachforellen, Äschen, Barben, Nasen, Groppen und verschiedene Kleinfischarten. Auch Wasseramsel, Eisvogel, Graureiher und Gänsesäger kommen am Doubs vor. Die naturnahen Uferabschnitte dienen Fledermäusen, Amphibien, Reptilien und zahlreichen wirbellosen Tierarten als Lebensraum.
Eine besonders bedeutende Fischart ist der Apron oder Rhone-Streber (Zingel asper), regional auch als Roi du Doubs bezeichnet. Die stark gefährdete Art ist im Einzugsgebiet der Rhone heimisch. In der Schweiz kam sie ausschliesslich im jurassischen Abschnitt des Doubs vor.
Seit dem Jahr 2000 überwachen Bund und Kanton Jura den Bestand des Aprons. Die Untersuchungen zeigten trotz verschiedener Schutzmassnahmen einen fortlaufenden Rückgang. Nach Angaben des Bundesamts für Umwelt wurde im Sommer 2023 das bis dahin letzte bekannte Exemplar im Doubs nachgewiesen. Das Weibchen wurde für ein Erhaltungsprogramm in menschliche Obhut genommen und mit Aprons aus französischen Beständen gekreuzt.[6]
Umweltbelastungen
Obwohl grosse Abschnitte des Doubs landschaftlich naturnah erscheinen, steht das Gewässerökosystem unter erheblichem Druck. Zu den wichtigsten Belastungen gehören:
- Einträge von Nährstoffen und Mikroverunreinigungen aus Siedlungen, Landwirtschaft und Gewerbe;
- Veränderungen des Abflusses durch Stauseen und Wasserkraftwerke;
- künstliche Hindernisse für wandernde Fischarten;
- Beeinträchtigungen der natürlichen Geschiebe- und Sedimentdynamik;
- steigende Wassertemperaturen;
- häufigere und länger dauernde Niedrigwasserperioden;
- lokale Veränderungen oder Verbauungen der Ufer;
- eingeschleppte Tier- und Pflanzenarten.
Während Trockenperioden erwärmt sich das Wasser besonders in langsam fliessenden und aufgestauten Abschnitten. Gleichzeitig sinkt der Sauerstoffgehalt. Dies kann für kälteliebende Fischarten wie Forelle und Äsche problematisch werden.
Auch plötzliche Abflussschwankungen unterhalb von Kraftwerken beeinträchtigen Fische und wirbellose Wassertiere. Bei einem raschen Anstieg werden strömungsarme Lebensräume überflutet; bei einer schnellen Absenkung können Fische, Jungtiere und Kleinstlebewesen in zurückbleibenden Wasserflächen eingeschlossen werden.
Schutz und grenzüberschreitende Zusammenarbeit
Der Schutz des Doubs erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Frankreich und der Schweiz. Wasserqualität, Fischwanderung, Kraftwerksbetrieb und Artenvielfalt können nicht getrennt nach Staatsgebieten behandelt werden.
Die Schweizerische Eidgenossenschaft sowie die Kantone Jura und Neuenburg setzen den Nationalen Aktionsplan für den Doubs um. Dieser soll die Funktionsfähigkeit der Ökosysteme des Grenzdoubs und des jurassischen Doubs wiederherstellen und die charakteristischen Lebensgemeinschaften des Flusses und seiner Zuflüsse dauerhaft schützen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Erhaltung des Aprons. Weitere Massnahmen betreffen die Verbesserung der Wasserqualität, die Verringerung von Schadstoffeinträgen, die ökologische Gestaltung des Kraftwerksbetriebs, die Sanierung von Wanderhindernissen und die Revitalisierung von Nebenbächen und Uferabschnitten.
Da mehrere zentrale Massnahmen bis 2025 noch nicht abgeschlossen waren, beschlossen das Bundesamt für Umwelt und die Kantone Jura und Neuenburg, den Aktionsplan bis 2030 weiterzuführen.[6]
Grosse Teile des schweizerischen Doubs-Tals gehören zum Parc du Doubs, einem regionalen Naturpark von nationaler Bedeutung. Der Park verbindet Landschaftsschutz, nachhaltige Regionalentwicklung, Umweltbildung und naturnahen Tourismus.
Nutzung
Wasserkraft
Die Wasserkraft des Doubs wird seit Jahrhunderten genutzt. Früher trieb der Fluss Mühlen, Sägereien, Schmieden und andere Gewerbebetriebe an. Im 20. Jahrhundert entstanden mehrere grössere Wasserkraftwerke und Stauseen.
Zu den wichtigsten Anlagen im französisch-schweizerischen Grenzgebiet gehören:
- die Staumauer Châtelot mit dem Lac de Moron;
- das Kraftwerk Refrain mit dem Stausee von Biaufond;
- die Wasserkraftanlage La Goule.
Die Anlagen erzeugen erneuerbare elektrische Energie, verändern jedoch den natürlichen Abfluss und die Durchgängigkeit des Flusses. Beim Kraftwerk Châtelot wurden deshalb Massnahmen zur Erhöhung der Restwassermenge umgesetzt. Seit der Mitte der 2000er-Jahre wird ein zuvor sehr wasserarmer Abschnitt unterhalb der Staumauer wieder stärker dotiert.[7]
Schifffahrt
Der Doubs ist nur in einzelnen Abschnitten schiffbar. Auf dem Lac des Brenets verkehren in der touristischen Saison Ausflugsboote zwischen Les Brenets und der Umgebung des Saut du Doubs. Kleinere Boote, Kanus und Kajaks werden auch auf ruhigen Abschnitten im Clos du Doubs eingesetzt.
Im französischen Mittellauf begleitet der Rhein-Rhone-Kanal den Fluss. Teile des Doubs wurden in das Kanalsystem einbezogen und durch Schleusen reguliert. Der Unterlauf ist bis zur Mündung in die Saône für kleinere Schiffe und Freizeitboote befahrbar.
Fischerei
Der Doubs besitzt eine lange Tradition als Fischereigewässer. Besonders bekannt war er für Forellen und Äschen. In mehreren Orten entlang des Flusses gehören Fischgerichte zur regionalen Küche.
Die Fischerei ist heute durch kantonale, französische und grenzüberschreitende Vorschriften geregelt. Schonzeiten, Mindestmasse, Fangbegrenzungen und Schutzgebiete sollen die Bestände erhalten. Wegen des schlechten Zustands einzelner Fischpopulationen wurden die Bestimmungen in verschiedenen Abschnitten verschärft.
Tourismus und Freizeit
Der Doubs ist ein wichtiges Ziel für Wanderer, Naturbeobachter, Fischer, Kanufahrer und Radtouristen. Zu den bekanntesten Ausflugszielen gehören:
- die Quelle des Doubs bei Mouthe;
- der Lac de Saint-Point;
- der Lac des Brenets;
- der Saut du Doubs;
- die Schluchten von Moron und Biaufond;
- das Grenzdorf Goumois;
- Soubey und Tariche;
- die mittelalterliche Stadt Saint-Ursanne;
- die Flussschleife von Besançon.
Die mehrtägige Wanderroute Au fil du Doubs beziehungsweise Am Doubs entlang folgt dem Fluss von Les Brenets bis Saint-Ursanne. Etappenorte sind unter anderem Maison Monsieur, Goumois und Soubey. Die Strecke erschliesst sowohl enge Schluchten als auch offene Talabschnitte und historische Siedlungen.[8]
Siedlungen und Kulturgeschichte
Der Doubs war seit der Antike eine wichtige natürliche Verkehrs-, Schutz- und Wirtschaftsachse. Die Flussschleife von Besançon bot günstige Voraussetzungen für eine befestigte Siedlung. Auch Saint-Ursanne entstand an einem strategisch bedeutenden Übergang im engen Juratal.
Im Mittelalter wurden entlang des Doubs Klöster, Burgen, Brücken, Mühlen und Zollstellen errichtet. Der Fluss bildete zwar ein Verkehrshindernis, zugleich ermöglichte er Fischerei, Wasserkraft und den Transport bestimmter Güter.
In der Grenzregion entwickelten sich enge wirtschaftliche und familiäre Beziehungen zwischen den französischen und schweizerischen Talschaften. Die politische Grenze verlief durch einen Kulturraum, der durch die französische Sprache, die Landwirtschaft des Juras, die Uhrenindustrie und die gemeinsame Nutzung der natürlichen Ressourcen geprägt war.
Mehrere historische Brücken und Übergänge verbinden bis heute beide Ufer. Besonders in Goumois ist die grenzüberschreitende Struktur unmittelbar sichtbar. Saint-Ursanne besitzt mit seinen historischen Brücken, dem ehemaligen Kloster und der kompakten Altstadt eines der bedeutendsten historischen Ortsbilder am Schweizer Doubs.
Bedeutung für die Schweiz
Obwohl nur ein vergleichsweise kleiner Teil des gesamten Flusslaufes in der Schweiz liegt, besitzt der Doubs für das Land eine besondere Bedeutung. Er ist einer der wenigen grösseren Schweizer Flüsse, deren Wasser nicht über den Rhein, den Tessin oder die obere Rhone abfliesst, sondern über die Saône in die Rhone gelangt.
Der Doubs bildet ausserdem eine der markantesten natürlichen Grenzen der Schweiz. Sein Tal gehört zu den abgelegensten Flusslandschaften des Landes und weist über lange Strecken nur geringe Siedlungsdichte auf.
Für den Kanton Jura ist der Fluss ein zentrales landschaftliches und kulturelles Element. Er gab der Region Clos du Doubs ihren Namen und prägt das Erscheinungsbild von Soubey, Saint-Ursanne und Ocourt. Im Kanton Neuenburg ist der Abschnitt bei Les Brenets mit dem Lac des Brenets und dem Saut du Doubs von besonderer touristischer Bedeutung.
Siehe auch
- Liste der Flüsse in der Schweiz
- Parc du Doubs
- Clos du Doubs
- Lac des Brenets
- Saut du Doubs
- Saint-Ursanne
- Saône
- Rhone
Weblinks
- Informationen des Bundesamts für Umwelt zum Doubs
- Offizielle Website des Parc du Doubs
- Gewässerdaten zum Doubs bei Sandre
- Informationen des Kantons Neuenburg zu den Oberflächengewässern
Einzelnachweise
- ↑ Sandre: Le Doubs, abgerufen am 23. Juli 2026.
- ↑ Gemeinde Mouthe: Entdeckungspfad und Quelle des Doubs, abgerufen am 23. Juli 2026.
- ↑ Parc du Doubs: Wassertosen am Saut du Doubs, abgerufen am 23. Juli 2026.
- ↑ Bundesamt für Landestopografie: Künstliche und natürliche Grenzen, abgerufen am 23. Juli 2026.
- ↑ Parc du Doubs: Quatre jours au fil du Doubs, abgerufen am 23. Juli 2026.
- ↑ 6,0 6,1 Bundesamt für Umwelt: Doubs, abgerufen am 23. Juli 2026.
- ↑ Schweizerische Eidgenossenschaft: Kraftwerk von Châtelot gibt dem Doubs Wasser zurück, 2. Juni 2003, abgerufen am 23. Juli 2026.
- ↑ Parc du Doubs: Vier Wandertage am Doubs, abgerufen am 23. Juli 2026.
Wikimedia Commons: Medien zu Doubs