Liste der Flüsse in der Schweiz
Die Liste der Flüsse in der Schweiz gibt einen Überblick über die wichtigsten Fliessgewässer der Schweiz. Das Schweizer Gewässernetz umfasst Flüsse, Bäche und künstlich angelegte Kanäle mit einer Gesamtlänge von rund 65'000 Kilometern, wenn die Gewässer im Massstab 1:25'000 erfasst werden. Im Massstab 1:200'000 sind noch gut 22'000 Kilometer Fliessgewässer dargestellt.[1]
Wegen der Lage der Schweiz im Zentrum der Alpen entspringen auf ihrem Gebiet mehrere bedeutende europäische Flüsse. Die Schweiz wird deshalb häufig als «Wasserschloss Europas» bezeichnet. Ihr Staatsgebiet gehört zu den fünf europäischen Stromgebieten von Rhein, Rhone, Po, Donau und Etsch. Das Wasser aus der Schweiz gelangt damit in die Nordsee, das Mittelmeer, die Adria und das Schwarze Meer.[2]
Die Liste kann wegen der grossen Zahl von Bächen und lokalen Gewässernamen nicht vollständig sein. Sie umfasst insbesondere Flüsse mit einer Gesamtlänge von mehr als 30 Kilometern sowie einige kürzere Gewässer von besonderer geografischer Bedeutung.
Abgrenzung und Längenangaben
Die Länge eines Flusses ist nicht immer eindeutig bestimmbar. Abweichungen können entstehen, wenn verschiedene Quellarme, historische Flussläufe, Seen, Kanäle oder Grenzabschnitte unterschiedlich berücksichtigt werden. Auch die Genauigkeit des verwendeten Kartenmaterials beeinflusst das Ergebnis.
Bei Flusssystemen wie Linth und Limmat oder Orbe und Zihl ändert sich der Name entlang der hydrologischen Hauptlinie. Andere Flüsse durchqueren Seen und setzen ihren Lauf unter demselben oder einem neuen Namen fort. Die in dieser Liste angegebenen Längen sind deshalb als gerundete Vergleichswerte zu verstehen.
Bei internationalen Flüssen bezeichnet die Länge in der Schweiz jene Strecke, die vollständig auf Schweizer Gebiet oder entlang einer Schweizer Landesgrenze verläuft. Sie ist nicht mit der Gesamtlänge des Flusses zu verwechseln.
Europäische Stromgebiete
Das Gebiet der Schweiz verteilt sich auf fünf grosse europäische Flusssysteme.
| Stromgebiet | Bedeutende Schweizer Flüsse | Abflussweg | Meer | Vorwiegend entwässerte Gebiete |
|---|---|---|---|---|
| Rhein | Aare, Reuss, Limmat, Thur, Töss, Birs, Alpenrhein | Rhein | Nordsee | Nord-, Ost- und Zentralschweiz sowie grosse Teile Graubündens |
| Rhone | Rhone, Arve, Vispa, Venoge, Doubs | Rhone | Mittelmeer | Wallis, Genferseeregion und Teile des Juras |
| Po | Tessin, Maggia, Moesa, Mera, Poschiavino | Po | Adria | Tessin und südliche Täler Graubündens |
| Donau | Inn, Spöl | Inn → Donau | Schwarzes Meer | Engadin und Münstertal teilweise über den Spöl |
| Etsch | Rom | Etsch | Adria | Östlicher Teil des Münstertals |
Der grösste Teil der Schweiz wird über den Rhein und seine Nebenflüsse zur Nordsee entwässert. Das Rheingebiet umfasst unter anderem das gesamte Einzugsgebiet der Aare. Dazu gehören wiederum die Reuss, die Limmat, die Saane und zahlreiche weitere Flüsse.
Die europäischen Hauptwasserscheiden verlaufen überwiegend durch die Alpen. Eine besonders wichtige Wasserscheide liegt am Lunghinpass im Kanton Graubünden. Dort treffen die Einzugsgebiete von Rhein, Donau und Po aufeinander.
Die längsten Flüsse der Schweiz
Die folgende Übersicht beruht auf der Auswertung des digitalen Schweizer Gewässernetzes durch das Bundesamt für Umwelt. Als Datengrundlage dient das Gewässernetz Vector25 aus dem Jahr 2007.[1] Neuere Einzelmessungen können insbesondere bei der Thur, der Reuss und der Rhone abweichende Werte ergeben.
| Rang | Fluss | Länge in oder mit der Schweiz | Stromgebiet | Bemerkung |
|---|---|---|---|---|
| 1 | Rhein | rund 375 km | Rhein | Einschliesslich der Abschnitte entlang der Landesgrenze |
| 2 | Aare | rund 288 km | Rhein | Längster vollständig innerhalb der Schweiz verlaufender Fluss |
| 3 | Rhone | rund 264 km | Rhone | Durchfliesst den Genfersee |
| 4 | Reuss | rund 158 km | Rhein | Durchfliesst den Vierwaldstättersee |
| 5 | Linth–Limmat | rund 140 km | Rhein | Hydrologische Hauptlinie durch Walensee und Zürichsee |
| 6 | Saane | rund 128 km | Rhein | Französisch Sarine |
| 7 | Thur | mindestens 125 km | Rhein | Je nach berücksichtigtem Quellarm rund 135 km |
| 8 | Inn | rund 104 km | Donau | Rätoromanisch En |
| 9 | Tessin | rund 91 km | Po | Italienisch Ticino |
| 10 | Doubs | rund 74 km | Rhone | Verläuft teilweise auf der Grenze zu Frankreich |
Die Aare ist zwar kürzer als der Schweizer Rheinabschnitt, führt an ihrer Mündung bei Koblenz jedoch im Mittel mehr Wasser als der Rhein oberhalb des Zusammenflusses. Hydrologisch bildet sie daher die wasserreichere der beiden Flussachsen.
Flüsse im Stromgebiet des Rheins
Rund zwei Drittel des Schweizer Staatsgebiets gehören zum Einzugsgebiet des Rheins. Der Rhein erreicht die Schweiz in Form seiner alpinen Quellflüsse Vorderrhein und Hinterrhein. Nach ihrem Zusammenfluss bei Reichenau fliesst er als Alpenrhein zum Bodensee. Unterhalb des Sees wird er als Hochrhein bezeichnet.
Das Einzugsgebiet der Aare ist der grösste Teil des schweizerischen Rheingebiets. Über die Aare gelangen auch das Wasser der Westschweizer Drei-Seen-Landschaft, der Zentralschweiz und grosser Teile des Berner Oberlands in den Rhein.
Rhein und direkte Zuflüsse
| Fluss | Alternativer Name | Mündung oder Fortsetzung | Kantone beziehungsweise Gebiete |
|---|---|---|---|
| Rhein | Alpenrhein, Hochrhein | Nordsee | GR, SG, TG, SH, ZH, AG, BL, BS |
| Vorderrhein | Rätoromanisch Rein Anteriur | Zusammenfluss mit dem Hinterrhein zum Alpenrhein | GR |
| Hinterrhein | Rätoromanisch Rein Posteriur | Zusammenfluss mit dem Vorderrhein zum Alpenrhein | GR |
| Albula | Rätoromanisch Alvra | Hinterrhein | GR |
| Landwasser | – | Albula | GR |
| Julia | Rätoromanisch Gelgia oder Güglia | Albula | GR |
| Glenner | Rätoromanisch Glogn | Vorderrhein | GR |
| Rabiusa | – | Vorderrhein | GR |
| Plessur | – | Alpenrhein bei Chur | GR |
| Landquart | – | Alpenrhein | GR |
| Tamina | – | Alpenrhein bei Bad Ragaz | SG |
| Alter Rhein | – | Bodensee | SG und Grenzgebiet zu Österreich |
| Thur | – | Hochrhein bei Flaach | SG, TG, ZH |
| Sitter | – | Thur bei Bischofszell | AI, AR, SG, TG |
| Necker | – | Thur bei Lütisburg | SG |
| Murg | – | Thur bei Warth-Weiningen | SG, TG |
| Töss | – | Rhein bei Teufen ZH | ZH |
| Glatt | – | Rhein bei Rheinsfelden | ZH |
| Birs | Französisch Birse | Rhein bei Basel | JU, BE, BL, BS |
| Sorne | – | Birs bei Delémont | JU |
| Ergolz | – | Rhein bei Augst | BL |
| Wiese | – | Rhein in Basel | BS sowie Deutschland und Frankreich |
Aare und ihr Flusssystem
| Fluss | Alternativer Name | Mündung oder Fortsetzung | Kantone |
|---|---|---|---|
| Aare | Französisch Aar | Rhein bei Koblenz | BE, SO, AG |
| Kander | – | Thunersee | BE |
| Simme | – | Kander | BE |
| Emme | Grosse Emme | Aare | BE, SO |
| Saane | Französisch Sarine | Aare | BE, FR |
| Sense | Französisch Singine | Saane bei Laupen | BE, FR |
| Glâne | – | Saane | FR |
| Broye | Deutsch Broyebach, historisch auch Biber | Murtensee und danach Neuenburgersee | VD, FR |
| Petite Glâne | Kleine Glane | Broye | VD, FR |
| Arbogne | Deutsch Arbogne oder Erbogne | Broye | VD, FR |
| Mentue | – | Neuenburgersee | VD |
| Orbe | Im Unterlauf Thielle beziehungsweise Zihl | Neuenburgersee und danach Bielersee | VD |
| Talent | – | Orbe | VD |
| Areuse | – | Neuenburgersee | NE |
| Schüss | Französisch Suze | Bielersee | BE |
| Dünnern | – | Aare bei Olten | SO |
| Wigger | – | Aare | LU, AG |
| Suhre | Im Kanton Luzern teilweise Sure | Aare | LU, AG |
| Wyna | – | Suhre | LU, AG |
| Langete | – | Murg und danach Aare | BE |
Reuss, Linth und Limmat
| Fluss | Mündung oder Fortsetzung | Kantone | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| Reuss | Aare bei Windisch | UR, LU, AG | Durchfliesst den Vierwaldstättersee |
| Kleine Emme | Reuss bei Emmen | LU | Entsteht aus Waldemme und Weissemme |
| Engelberger Aa | Vierwaldstättersee | OW, NW | Entwässert das Engelbergertal |
| Muota | Vierwaldstättersee | SZ | Mündet bei Brunnen |
| Lorze | Reuss | ZG, AG | Durchfliesst den Ägerisee und den Zugersee |
| Linth | Walensee und danach Zürichsee | GL, SG, SZ | Teilweise als Escherkanal und Linthkanal ausgebaut |
| Seez | Walensee | SG | Oberhalb des Walensees Teil des Linthsystems |
| Limmat | Aare bei Brugg | ZH, AG | Abfluss des Zürichsees |
| Sihl | Limmat in Zürich | SZ, ZH | Durchfliesst den Sihlsee |
Flüsse im Stromgebiet der Rhone
Die Rhone entspringt beim Rhonegletscher im Kanton Wallis. Sie durchfliesst das Walliser Haupttal und den Genfersee, verlässt die Schweiz bei Genf und mündet in Südfrankreich in das Mittelmeer.
Auch der Doubs im Jura gehört zum Rhonegebiet. Sein Wasser fliesst über die Saône zur Rhone. Dadurch besitzt das Schweizer Rhonegebiet zwei räumlich voneinander getrennte Hauptbereiche: das Wallis und die Genferseeregion einerseits sowie Teile des Juras andererseits.
| Fluss | Alternativer Name | Mündung oder Fortsetzung | Kantone beziehungsweise Gebiete |
|---|---|---|---|
| Rhone | Französisch Rhône, im Oberwallis auch Rotten | Mittelmeer | VS, VD, GE |
| Arve | – | Rhone in Genf | GE sowie Frankreich |
| Drance de Bagnes | – | Dranse und danach Rhone | VS |
| Vispa | Französisch Viège | Rhone bei Visp | VS |
| Venoge | – | Genfersee | VD |
| Doubs | – | Saône und danach Rhone | NE, JU sowie Frankreich |
| Allaine | Deutsch Hall | Doubs in Frankreich | JU |
Zu den weiteren bedeutenden Zuflüssen der Rhone und des Genfersees gehören unter anderem die Borgne, die Navisence, die Dala, die Grande Eau, die Veveyse und die Aubonne.
Flüsse im Stromgebiet des Po
Die Flüsse der Alpensüdseite entwässern einen grossen Teil des Kantons Tessin sowie mehrere südliche Täler des Kantons Graubünden. Ihr Wasser gelangt über den Po in die Adria.
Der wichtigste Fluss dieses Gebiets ist der Tessin. Er durchfliesst die Leventina und die Magadinoebene, mündet in den Lago Maggiore und verlässt den See in Italien wieder unter dem Namen Ticino.
| Fluss | Italienischer oder rätoromanischer Name | Mündung oder Fortsetzung | Kantone beziehungsweise Gebiete |
|---|---|---|---|
| Tessin | Italienisch Ticino | Po | TI sowie Italien |
| Brenno | – | Tessin bei Biasca | TI |
| Moesa | – | Tessin bei Arbedo-Castione | GR, TI |
| Calancasca | – | Moesa | GR |
| Maggia | – | Lago Maggiore | TI |
| Verzasca | – | Lago Maggiore | TI |
| Mera | Italienisch Mera, rätoromanisch Maira | Comersee → Adda → Po | GR sowie Italien |
| Poschiavino | – | Adda | GR sowie Italien |
Weitere Gewässer des Pogebiets sind die Tresa, die den Luganersee mit dem Lago Maggiore verbindet, die Breggia, die Laveggio und zahlreiche kurze Gebirgsbäche der Tessiner Täler.
Flüsse im Stromgebiet der Donau
Das Engadin wird durch den Inn entwässert. Dieser fliesst von den Oberengadiner Seen durch das Unterengadin nach Österreich und mündet in Deutschland in die Donau. Sein Wasser erreicht schliesslich das Schwarze Meer.
| Fluss | Rätoromanischer Name | Mündung oder Fortsetzung | Kantone beziehungsweise Gebiete |
|---|---|---|---|
| Inn | En | Donau | GR sowie Österreich und Deutschland |
| Spöl | Spöl | Inn bei Zernez | GR sowie Italien |
Zu den weiteren Zuflüssen des Inns gehören der Flaz, die Ova da Bernina, die Ova dal Fuorn, der Varusch und zahlreiche Seitenbäche des Ober- und Unterengadins.
Flüsse im Stromgebiet der Etsch
Nur ein sehr kleiner Teil der Schweiz gehört zum Einzugsgebiet der Etsch. Er liegt im östlichen Val Müstair im Kanton Graubünden. Der wichtigste Fluss ist der Rom, der die Schweiz bei Müstair verlässt und in Südtirol in die Etsch mündet.
| Fluss | Alternativer Name | Mündung oder Fortsetzung | Gebiet |
|---|---|---|---|
| Rom | Deutsch auch Rambach, italienisch Rio Ram | Etsch | Val Müstair, GR, sowie Italien |
Obwohl der Rom kürzer als 30 Kilometer ist, wird er in dieser Liste aufgeführt, weil er das einzige grössere Schweizer Gewässer mit direktem Abfluss zur Etsch ist.
Alphabetische Übersicht
Die folgende Übersicht enthält die bedeutendsten Schweizer Fliessgewässer mit einer Länge von mehr als ungefähr 30 Kilometern. Bei Flüssen, deren Namen entlang der hydrologischen Hauptlinie wechseln, können mehrere Abschnitte gemeinsam aufgeführt sein.
| Fluss | Unmittelbares Zielgewässer | Stromgebiet |
|---|---|---|
| Aare | Rhein | Rhein |
| Albula | Hinterrhein | Rhein |
| Allaine | Doubs | Rhone |
| Alter Rhein | Bodensee | Rhein |
| Arbogne | Broye | Rhein |
| Areuse | Neuenburgersee | Rhein |
| Arve | Rhone | Rhone |
| Birs | Rhein | Rhein |
| Brenno | Tessin | Po |
| Broye | Murtensee | Rhein |
| Calancasca | Moesa | Po |
| Doubs | Saône | Rhone |
| Drance de Bagnes | Dranse | Rhone |
| Dünnern | Aare | Rhein |
| Emme | Aare | Rhein |
| Engelberger Aa | Vierwaldstättersee | Rhein |
| Ergolz | Rhein | Rhein |
| Glâne | Saane | Rhein |
| Glatt | Rhein | Rhein |
| Glenner | Vorderrhein | Rhein |
| Hinterrhein | Alpenrhein | Rhein |
| Inn | Donau | Donau |
| Julia | Albula | Rhein |
| Kander | Thunersee | Rhein |
| Kleine Emme | Reuss | Rhein |
| Landquart | Alpenrhein | Rhein |
| Landwasser | Albula | Rhein |
| Langete | Murg | Rhein |
| Limmat | Aare | Rhein |
| Linth | Walensee und Zürichsee | Rhein |
| Lorze | Reuss | Rhein |
| Maggia | Lago Maggiore | Po |
| Mentue | Neuenburgersee | Rhein |
| Mera | Comersee | Po |
| Moesa | Tessin | Po |
| Muota | Vierwaldstättersee | Rhein |
| Murg | Thur | Rhein |
| Necker | Thur | Rhein |
| Orbe | Neuenburgersee | Rhein |
| Petite Glâne | Broye | Rhein |
| Plessur | Alpenrhein | Rhein |
| Poschiavino | Adda | Po |
| Rabiusa | Vorderrhein | Rhein |
| Reuss | Aare | Rhein |
| Rhein | Nordsee | Rhein |
| Rhone | Mittelmeer | Rhone |
| Saane | Aare | Rhein |
| Schüss | Bielersee | Rhein |
| Seez | Walensee | Rhein |
| Sense | Saane | Rhein |
| Sihl | Limmat | Rhein |
| Simme | Kander | Rhein |
| Sitter | Thur | Rhein |
| Sorne | Birs | Rhein |
| Spöl | Inn | Donau |
| Suhre | Aare | Rhein |
| Talent | Orbe | Rhein |
| Tamina | Alpenrhein | Rhein |
| Tessin | Po | Po |
| Thur | Rhein | Rhein |
| Töss | Rhein | Rhein |
| Venoge | Genfersee | Rhone |
| Verzasca | Lago Maggiore | Po |
| Vispa | Rhone | Rhone |
| Vorderrhein | Alpenrhein | Rhein |
| Wiese | Rhein | Rhein |
| Wigger | Aare | Rhein |
| Wyna | Suhre | Rhein |
Grenzflüsse
Mehrere Flüsse bilden Abschnitte der Schweizer Landesgrenze. Der Alpenrhein trennt die Schweiz von Liechtenstein und Österreich. Der Hochrhein bildet über weite Strecken die Grenze zwischen der Schweiz und Deutschland. Auch der Doubs verläuft teilweise auf der Grenze zu Frankreich.
Kleinere Grenzgewässer sind unter anderem die Hermance zwischen dem Kanton Genf und Frankreich, die Laire im Genfer Grenzgebiet sowie verschiedene Bäche an den Grenzen des Tessins und Graubündens zu Italien.
Flüsse können auch Kantons- und Gemeindegrenzen bilden. Beispiele dafür sind Abschnitte der Reuss, der Saane, der Sense, der Linth und der Thur.
Kanalisierte und korrigierte Flüsse
Seit dem 18. und 19. Jahrhundert wurden zahlreiche Schweizer Flüsse begradigt, eingedämmt oder in neue Flussbetten verlegt. Zu den bedeutendsten wasserbaulichen Eingriffen gehören die Juragewässerkorrektion, die Linthkorrektion, die Rheinkorrektion, die Rhonekorrektion und die Thurkorrektion.
Durch die Juragewässerkorrektion wurde die Aare in den Bielersee umgeleitet. Broye und Zihl wurden kanalisiert, und die Wasserstände des Bieler-, Neuenburger- und Murtensees wurden aufeinander abgestimmt.
Bei der Linthkorrektion wurde die Linth durch den Escherkanal in den Walensee geleitet. Der Abfluss des Walensees wurde über den Linthkanal mit dem Zürichsee verbunden. Dadurch konnten Überschwemmungen und Versumpfung in der Linthebene vermindert werden.
Auch Alpenrhein, Rhone, Ticino, Thur, Reuss und zahlreiche kleinere Flüsse wurden mit Dämmen und Uferverbauungen gesichert. Seit dem späten 20. Jahrhundert werden einzelne Abschnitte wieder verbreitert und revitalisiert.
Bedeutung der Flüsse
Die Schweizer Flüsse dienen der Trinkwasserversorgung, der Bewässerung, der Energiegewinnung, dem Hochwasserschutz und der Erholung. Sie sind zugleich bedeutende Lebensräume und ökologische Verbindungskorridore.
Die Wasserkraft der Flüsse wird seit Jahrhunderten genutzt. Früher trieb sie Mühlen, Sägereien und Textilmaschinen an. Heute wird ein grosser Teil der schweizerischen Elektrizität in Wasserkraftwerken erzeugt. Besonders in den Alpen werden Flüsse durch Stauseen, Wasserfassungen und Kraftwerksstufen beeinflusst.
Flüsse und ihre Auen bieten Lebensräume für Fische, Vögel, Amphibien, Insekten und spezialisierte Pflanzen. Viele natürliche Flusslandschaften gingen durch Korrektionen und intensive Landnutzung verloren. Das schweizerische Gewässerschutzrecht sieht deshalb die Sicherung ausreichender Gewässerräume, die Sanierung negativer Folgen der Wasserkraft und langfristige Revitalisierungen vor.[3]
Hydrologische Beobachtung
Der Bund und die Kantone betreiben ein Netz hydrologischer Messstationen. Dort werden unter anderem Wasserstand, Abfluss, Wassertemperatur und teilweise die Wasserqualität gemessen. Die Daten dienen dem Hochwasserschutz, der Wassernutzung, der Forschung und der Beurteilung von Trockenperioden.
Die aktuellen Messwerte wichtiger Flüsse und Seen veröffentlicht das Bundesamt für Umwelt auf seinem hydrologischen Datenportal.
Siehe auch
- Hydrographie der Schweiz
- Liste der Seen in der Schweiz
- Wasserscheide
- Wasserkraft in der Schweiz
- Hochwasserschutz in der Schweiz
- Gewässerschutz in der Schweiz
- Liste der Wasserfälle in der Schweiz
- Geografie der Schweiz
Weblinks
- Gewässernetz der Schweiz beim Bundesamt für Umwelt
- Hydrologische Daten und Vorhersagen des Bundesamts für Umwelt
- Hydrologischer Atlas der Schweiz
- Seen und Flüsse beim Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten
- Kartenviewer der Schweizerischen Eidgenossenschaft
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 Bundesamt für Umwelt: Gewässernetz der Schweiz, veröffentlicht am 18. Februar 2025, abgerufen am 22. Juli 2026.
- ↑ Flüsse, in: Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 22. Juli 2026.
- ↑ Bundesamt für Umwelt: Zustand der Schweizer Fliessgewässer, abgerufen am 22. Juli 2026.