Banque Cantonale Neuchâteloise

Aus Helvetia Wiki – Die Enzyklopädie der Schweiz
Version vom 3. August 2026, 18:23 Uhr von Nick Frei (Diskussion | Beiträge) (Einzelnachweise)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Banque Cantonale Neuchâteloise
Abkürzung BCN
Deutsche Bezeichnung Neuenburger Kantonalbank
Rechtsform Selbstständige Anstalt des kantonalen öffentlichen Rechts
Gründung 1883
Sitz Neuenburg
Eigentümer Kanton Neuenburg (100 %)
Staatsgarantie Vollumfänglich
Präsident des Verwaltungsrates Jean Studer
Generaldirektor Pierre-Alain Leuenberger
Mitarbeitende 342
(31. Dezember 2025)
Geschäftsstellen 11
(2025)
Bancomaten und Einzahlungsgeräte 43
(2025)
Bilanzsumme 12,425 Milliarden Franken
(2025)
Kundenkredite 9,583 Milliarden Franken
(2025)
Kundengelder 7,209 Milliarden Franken
(2025)
Jahresgewinn 54,2 Millionen Franken
(2025)
Dotationskapital 100 Millionen Franken
Banken-Clearingnummer 766
BIC BCNNCH22XXX
Unternehmensnummer CHE-108.954.553
Website bcn.ch

Die Banque Cantonale Neuchâteloise (BCN; deutsch sinngemäss Neuenburger Kantonalbank) ist die Kantonalbank des Kantons Neuenburg. Sie wurde 1883 gegründet und hat ihren Sitz am Place Pury in der Stadt Neuenburg. Die Bank ist als selbstständige Anstalt des kantonalen öffentlichen Rechts organisiert und befindet sich vollständig im Eigentum des Kantons.

Die BCN ist eine regional ausgerichtete Universalbank. Sie bietet Dienstleistungen für Privatpersonen, Unternehmen, öffentlich-rechtliche Körperschaften und institutionelle Kunden an. Zu ihren wichtigsten Geschäftsfeldern gehören das Spar- und Zahlungsgeschäft, Hypothekar- und Unternehmenskredite, die Anlageberatung, die Vermögensverwaltung, die Vorsorgeberatung sowie der Wertschriften- und Devisenhandel.

Mit einer Bilanzsumme von 12,425 Milliarden Franken, 342 Mitarbeitenden und elf Geschäftsstellen war die BCN Ende 2025 eines der bedeutendsten Finanzinstitute im Kanton Neuenburg.[1]

Rechtsform und öffentlicher Auftrag

Die Banque Cantonale Neuchâteloise ist nach kantonalem Recht eine vom Staat unabhängige öffentlich-rechtliche Anstalt mit eigener Rechtspersönlichkeit. Ihre Tätigkeit richtet sich insbesondere nach dem kantonalen Gesetz über die Banque Cantonale Neuchâteloise vom 28. September 1998 sowie nach der eidgenössischen Banken- und Finanzmarktgesetzgebung.[2]

Gemäss dem gesetzlichen Auftrag soll die Bank zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung des Kantons beitragen. Sie erfüllt diesen Zweck, indem sie im allgemeinen Interesse die Dienstleistungen einer Universalbank anbietet. Dabei soll sie insbesondere den Zugang zu Krediten, Sparmöglichkeiten, Zahlungsverkehr und weiteren Finanzdienstleistungen gewährleisten.

Die Bank übt ihre Tätigkeit grundsätzlich im Kanton Neuenburg aus. Kredite werden in erster Linie an Personen und Unternehmen mit Wohnsitz, Sitz oder Betriebsstätte im Kantonsgebiet vergeben. Ausnahmen sind möglich, wenn sie im Interesse der Neuenburger Wirtschaft liegen und die Kreditnachfrage aus dem Kanton dadurch nicht benachteiligt wird.

Zu den gesetzlichen Aufgaben gehört ausserdem die Mitwirkung bei der Führung der Finanzmittel des Kantons und der Gemeinden. Die Bank soll bei ihren Entscheidungen neben wirtschaftlichen Gesichtspunkten auch kulturelle, soziale und ökologische Aspekte berücksichtigen.[2]

Eigentum und Dotationskapital

Das Dotationskapital der BCN beträgt 100 Millionen Franken und wurde vollständig vom Kanton Neuenburg bereitgestellt. Eine Erhöhung des Kapitals fällt in die Zuständigkeit des Grossen Rates.

Die Bank ist nicht an einer Börse kotiert. Das Dotationskapital wird vollständig vom Kanton gehalten. Das Gesetz erlaubt grundsätzlich die Ausgabe von Partizipationsscheinen, deren Inhaber lediglich vermögensrechtliche Ansprüche hätten und nicht an der Führung der Bank beteiligt wären. Eine solche Ausgabe müsste vom Staatsrat genehmigt werden.[2]

Die BCN führt ihre Geschäfte nach bankwirtschaftlichen Grundsätzen und unabhängig von der kantonalen Verwaltung. Dem Staat kommen jedoch verschiedene Eigentümer- und Aufsichtsfunktionen zu. Der Staatsrat ernennt die Mitglieder des Verwaltungsrates und genehmigt unter anderem die Ernennung des Generaldirektors.

Staatsgarantie

Der Kanton Neuenburg garantiert die Verbindlichkeiten der Banque Cantonale Neuchâteloise. Die Garantie gilt grundsätzlich für sämtliche Verpflichtungen der Bank, soweit keine gesetzliche Ausnahme vorgesehen ist.[3]

Für die Staatsgarantie entrichtet die Bank dem Kanton eine jährliche Vergütung. Diese beträgt grundsätzlich 0,5 Prozent der nach der eidgenössischen Bankengesetzgebung erforderlichen Eigenmittel. Verfügt die Bank über einen besonders hohen Eigenmittelüberschuss, kann die Vergütung nach einer gesetzlich festgelegten Berechnung reduziert werden.

Die Staatsgarantie ergänzt das schweizerische System der Einlagensicherung. Sie stärkt das Vertrauen der Kundschaft, begründet für den Kanton jedoch gleichzeitig ein finanzielles Risiko. Die Bank ist deshalb verpflichtet, eine angemessene Eigenmittelausstattung und eine ausgewogene Risikoverteilung sicherzustellen.

Gewinnverteilung

Die Verwendung des Jahresgewinns ist im kantonalen Bankgesetz geregelt. Zunächst wird das Dotationskapital des Kantons verzinst. Anschliessend werden 40 Prozent des verbleibenden Betrags der gesetzlichen Gewinnreserve zugewiesen. Der Rest fällt dem Kanton Neuenburg zu.[2]

Für das Geschäftsjahr 2025 erhielt der Kanton eine ordentliche Gesamtvergütung von 35 Millionen Franken. Darin enthalten waren:

  • fünf Millionen Franken Zins auf dem Dotationskapital;
  • rund 1,2 Millionen Franken als Vergütung für die Staatsgarantie;
  • rund 28,8 Millionen Franken als Anteil am verbleibenden Gewinn.

Zusätzlich stellte die Bank dem Kanton 2025 einen ausserordentlichen Betrag von 60 Millionen Franken zur Verfügung. Die Mittel waren für den Neubau eines Universitätsgebäudes in Neuenburg und für die Sanierung der ehemaligen Ingenieurschule in Le Locle vorgesehen.[4]

Geschäftstätigkeit

Privatkundengeschäft

Für Privatkundinnen und Privatkunden bietet die BCN Konten, Debit- und Kreditkarten, Sparprodukte, Zahlungsverkehr und verschiedene digitale Dienstleistungen an. Dazu gehören das Onlinebanking BCN-Netbanking, die mobile Anwendung BCN Mobile Banking und mobile Bezahllösungen.

Im Finanzierungsgeschäft stehen Hypotheken im Mittelpunkt. Angeboten werden unter anderem Festhypotheken, Geldmarkthypotheken, Baukredite und Finanzierungen für Renovationen und energetische Sanierungen.

Weitere Dienstleistungen umfassen:

  • private Vorsorgelösungen;
  • Freizügigkeitskonten;
  • Finanz- und Pensionierungsplanung;
  • Wertschriftendepots;
  • Anlageberatung;
  • Vermögensverwaltung;
  • Nachlass- und Erbschaftsberatung.

Firmenkundengeschäft

Die Bank finanziert kleine und mittlere Unternehmen, Gewerbebetriebe, grössere Gesellschaften, landwirtschaftliche Betriebe und öffentlich-rechtliche Institutionen.

Zum Angebot gehören Betriebskredite, Investitionsfinanzierungen, Bau- und Immobilienkredite, Garantien, Zahlungsverkehr und Dienstleistungen für den internationalen Handel. Die Bank begleitet Unternehmen auch bei Gründungen, Expansionen, Übernahmen und Nachfolgeregelungen.

Die starke Exportorientierung der Neuenburger Wirtschaft stellt besondere Anforderungen an die Beratung. Die Uhrenindustrie, die Präzisionsindustrie, die Mikrotechnik, die Medizintechnik und weitere exportorientierte Branchen sind von Wechselkursen, internationalen Konjunkturzyklen und handelspolitischen Entwicklungen abhängig.

Anlagegeschäft und Vermögensverwaltung

Im Anlagebereich bietet die BCN verschiedene Beratungs- und Vermögensverwaltungsmodelle an. Dazu gehören klassische Mandate, nachhaltige Anlageprodukte, Anlagefonds, strukturierte Produkte und individuelle Finanzplanungen.

Die Bank führt eigene Anlagefonds und einen Anlagezertifikat mit Nachhaltigkeitsausrichtung. Kundinnen und Kunden können zwischen einer selbstständigen Vermögensanlage mit Beratung und einer delegierten Vermögensverwaltung wählen.[5]

Organisation

Die wichtigsten Führungsorgane sind der Verwaltungsrat, der Bankausschuss und die Geschäftsleitung. Ergänzt werden sie durch die interne Revision und die externe Revisionsgesellschaft.

Verwaltungsrat

Der Verwaltungsrat ist das oberste Organ der Bank. Er legt die allgemeine Geschäftspolitik, den Tätigkeitsbereich und die Risikostrategie fest. Zudem überwacht er die Geschäftsleitung und entscheidet über wesentliche organisatorische und finanzielle Fragen.

Der Verwaltungsrat besteht aus einem Präsidenten und sechs weiteren Mitgliedern. Sie werden vom Staatsrat des Kantons Neuenburg ernannt. Im August 2026 gehörten dem Gremium an:[6]

  • Jean Studer, Präsident;
  • Cynthia Uelligger, Vizepräsidentin;
  • Pierre Bongard;
  • Andrea Dunbar;
  • Hervé Froidevaux;
  • Dan Noël;
  • Natacha Polli.

Der Verwaltungsrat bildet aus seiner Mitte den Bankausschuss, den Ausschuss für Audit und Risiken sowie den Vergütungs- und Nominierungsausschuss.

Jean Studer ist seit 2019 Präsident des Verwaltungsrates. Zuvor war er unter anderem Mitglied des Neuenburger Staatsrates und Präsident des Bankrates der Schweizerischen Nationalbank.

Geschäftsleitung

Die operative Führung obliegt der Geschäftsleitung unter dem Vorsitz des Generaldirektors. Generaldirektor ist seit 2017 Pierre-Alain Leuenberger.

Im August 2026 bestand die Geschäftsleitung aus folgenden Mitgliedern:[7]

  • Pierre-Alain Leuenberger, Generaldirektor und Leiter des Servicezentrums;
  • Pedro Palomo, Leiter Unternehmen und Stellvertreter des Generaldirektors;
  • Thierry Magnin, Leiter Privatkundschaft;
  • Marlène d’Aquino, Leiterin Beratung und digitale Dienstleistungen;
  • Mike Jaberg, Leiter Finanzen und Risiken;
  • Cornelia Friedhoff, Leiterin Betrieb und Infrastruktur.

Die interne Revision ist organisatorisch von der Geschäftsleitung unabhängig und dem Verwaltungsrat unterstellt.

Revision und Aufsicht

Die BCN untersteht der Aufsicht der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (FINMA). Der Staatsrat nimmt zusätzlich die ihm durch das kantonale Gesetz übertragenen Eigentümer- und Kontrollfunktionen wahr.

Als externe Revisionsgesellschaft war für das Geschäftsjahr 2025 die KPMG AG tätig. Die Gesellschaft prüfte den Jahresabschluss sowohl nach den Vorgaben des Obligationenrechts als auch nach der Finanzmarkt- und Bankengesetzgebung.[8]

Geschäftsstellennetz

Die Banque Cantonale Neuchâteloise unterhält nach eigenen Angaben das grösste Netz von Bankgeschäftsstellen und Bancomaten im Kanton Neuenburg. Ende 2025 bestanden elf bediente Standorte:[9]

Der Hauptsitz befindet sich am Place Pury 4 im Zentrum von Neuenburg. Neben dem Schalter- und Beratungsangebot stehen dort Bancomaten, Einzahlungsgeräte und Schliessfächer zur Verfügung.

Die Geschäftsstelle in La Chaux-de-Fonds ist der wichtigste Standort im Neuenburger Jura. Dort ist auch ein Teil der Unternehmensberatung angesiedelt. Kleinere Beratungszentren gewährleisten die Präsenz der Bank im Val-de-Ruz, im Val-de-Travers, im Béroche-Gebiet und in der Region Entre-deux-Lacs.

Neben den bedienten Geschäftsstellen betreibt die Bank Bancomaten an Bahnhöfen, in Einkaufszentren, Spitälern und weiteren stark frequentierten Orten. Ende 2025 umfasste das Netz 43 Bancomaten und Einzahlungsgeräte.[1]

Geschichte

Gründung im Jahr 1883

Die Banque Cantonale Neuchâteloise wurde 1883 gegründet. Ihre Entstehung fiel in eine Phase der Industrialisierung und des wachsenden Kapitalbedarfs der Neuenburger Wirtschaft.

Die Bank sollte der Bevölkerung sichere Sparmöglichkeiten eröffnen und die Finanzierung von Wohneigentum, Gewerbe, Landwirtschaft und Industrie erleichtern. Zugleich erhielt der Kanton ein eigenes Finanzinstitut, das der regionalen Wirtschaftspolitik und dem öffentlichen Interesse verpflichtet war.

In den ersten Jahrzehnten konzentrierte sich die Tätigkeit vor allem auf das Spargeschäft, Hypotheken, Kredite an Unternehmen und die Abwicklung des regionalen Zahlungsverkehrs.

Ausbau zur Universalbank

Im Laufe des 20. Jahrhunderts erweiterte die BCN ihre Geschäftstätigkeit. Neben dem traditionellen Kredit- und Spargeschäft gewannen die Wertschriftenberatung, die Vermögensverwaltung, der Devisenhandel und Dienstleistungen für exportorientierte Unternehmen an Bedeutung.

Das Geschäftsstellennetz wurde schrittweise über den gesamten Kanton ausgedehnt. Die Bank eröffnete oder übernahm Standorte in den wichtigsten Städten und regionalen Zentren.

Die wirtschaftliche Entwicklung des Kantons war stark von der Uhrenindustrie abhängig. Krisen der exportorientierten Industrie, insbesondere während der Zwischenkriegszeit und der Uhrenkrise der 1970er-Jahre, wirkten sich daher auch auf das Kreditgeschäft und die Risikopolitik der Bank aus.

Modernisierung der Rechtsgrundlagen

Das heute massgebende Gesetz über die Banque Cantonale Neuchâteloise wurde am 28. September 1998 beschlossen. Es definiert die Bank als vom Staat unabhängige öffentlich-rechtliche Anstalt, regelt das Dotationskapital, die Staatsgarantie und die Gewinnverteilung und legt die Zuständigkeiten der Bankorgane fest.[2]

In den folgenden Jahrzehnten modernisierte die Bank ihre internen Kontroll-, Risiko- und Führungsstrukturen. Die Aufsicht durch die FINMA und die Anforderungen an Eigenmittel, Liquidität, Risikomanagement und Corporate Governance wurden laufend an die eidgenössischen Vorgaben angepasst.

Digitalisierung

Seit Beginn des 21. Jahrhunderts verlagerte sich ein wachsender Teil des alltäglichen Bankgeschäfts auf digitale Kanäle. Die BCN baute ihr Onlinebanking, ihre mobilen Anwendungen und die elektronische Kommunikation mit der Kundschaft aus.

2025 führte sie eine neue Version ihrer mobilen Bankanwendung ein. Ende desselben Jahres wurde sie bereits von annähernd 30'000 Personen genutzt.[1]

Trotz der Digitalisierung hält die Bank an einem vergleichsweise dichten regionalen Geschäftsstellennetz fest. Das Angebot verbindet persönliche Beratung, telefonische Betreuung und digitale Dienstleistungen.

Geschäftszahlen

Im Geschäftsjahr 2025 stieg die Bilanzsumme um 3,4 Prozent auf 12,425 Milliarden Franken. Die Kundenkredite erhöhten sich um 4,7 Prozent auf 9,583 Milliarden Franken. Davon entfielen 8,747 Milliarden Franken auf Hypothekarforderungen.

Kennzahl 2024 2025 Veränderung
Bilanzsumme 12'019 Mio. Franken 12'425 Mio. Franken +3,4 %
Kundenkredite 9'154 Mio. Franken 9'583 Mio. Franken +4,7 %
Hypothekarforderungen 8'508 Mio. Franken 8'747 Mio. Franken +2,8 %
Kundengelder 6'592 Mio. Franken 7'209 Mio. Franken +9,4 %
Eigenkapital nach Gewinnverwendung 1'062 Mio. Franken 1'048 Mio. Franken −1,3 %
Betriebsertrag 174,1 Mio. Franken 169,9 Mio. Franken −2,4 %
Geschäftserfolg 96,3 Mio. Franken 78,6 Mio. Franken −18,5 %
Jahresgewinn 54,2 Mio. Franken 54,2 Mio. Franken −0,1 %

Der Rückgang des Geschäftserfolgs war vor allem eine Folge des gesunkenen Zinsniveaus und höherer Kosten. Der Erfolg aus dem Zinsengeschäft verringerte sich um 7,4 Prozent, während das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft um 2,4 Prozent wuchs.

Die harte Kernkapitalquote betrug Ende 2025 19,6 Prozent. Damit verfügte die Bank über deutlich mehr Eigenmittel als aufsichtsrechtlich vorgeschrieben.[1]

Personal und Ausbildung

Ende 2025 beschäftigte die BCN 342 Personen. Dies entsprach 308,5 Vollzeitstellen. Unter den Mitarbeitenden befanden sich 23 Lernende.[1]

Die Bank bildet regelmässig kaufmännische Lernende aus und bietet Praktika, Hochschulprogramme sowie Weiterbildungen im Bank- und Finanzwesen an. Nach eigenen Angaben werden jährlich ungefähr zwanzig Lernende begleitet.[5]

Die BCN besitzt die Zertifizierung Fair-ON-Pay für Lohngleichheit. Zudem wurden Teile ihres Umwelt- und Sozialmanagements nach dem Schweizer Standard EcoEntreprise zertifiziert.

Nachhaltigkeit

Seit 2023 veröffentlicht die Bank neben dem Geschäftsbericht einen eigenen Bericht über ihre gesellschaftliche Verantwortung. Dieser orientiert sich an den Standards der Global Reporting Initiative und behandelt wirtschaftliche, soziale, ökologische und unternehmerische Themen.[10]

Zu den Schwerpunkten gehören:

  • die Senkung des Energie- und Ressourcenverbrauchs der Bankgebäude;
  • die Erfassung der betrieblichen Treibhausgasemissionen;
  • nachhaltige Anlageprodukte;
  • vergünstigte Hypotheken für energieeffiziente Neubauten und Renovationen;
  • die Förderung der beruflichen Ausbildung;
  • Lohngleichheit und Gesundheitsförderung;
  • die Unterstützung regionaler Kultur-, Sport- und Sozialprojekte.

Die Bank bietet eine ökologische Hypothekarprämie für Gebäude an, die bestimmte Energie- oder Nachhaltigkeitsanforderungen erfüllen. Im Anlagegeschäft führt sie mehrere Fonds und ein Zertifikat mit Nachhaltigkeitsausrichtung.

Regionales Engagement

Die Banque Cantonale Neuchâteloise unterstützt zahlreiche Projekte im Kanton. Das Engagement umfasst Kultur, Sport, Bildung, Innovation, Umwelt und das Vereinsleben.

Die mit der Bank verbundene Fondation culturelle de la Banque Cantonale Neuchâteloise fördert künstlerische und kulturelle Vorhaben. Unterstützt werden unter anderem Musik, Theater, Film, bildende Kunst, Literatur und kulturelle Einrichtungen.

Mit dem Prix BCN Innovation zeichnet die Bank innovative Unternehmen und Projekte aus dem Kanton aus. Der Preis ist mit insgesamt 150'000 Franken dotiert und richtet sich insbesondere an Vorhaben mit wirtschaftlichem Entwicklungspotenzial.[11]

Der Prix BCN Boost unterstützt kleinere und jüngere Projekte, die zur wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung des Kantons beitragen.

Die Bank veröffentlicht ausserdem wirtschaftliche Analysen, Konjunkturinformationen und gemeinsam mit Wüest Partner eine jährliche Studie über den Neuenburger Immobilienmarkt.

Bedeutung

Die BCN besitzt eine doppelte Funktion als wirtschaftlich geführte Universalbank und als öffentlich-rechtliches Instrument des Kantons. Sie ist sowohl im privaten Hypothekar- und Anlagegeschäft als auch bei der Finanzierung regionaler Unternehmen von grosser Bedeutung.

Durch die Staatsgarantie, die vollständige Eigentümerschaft des Kantons und die gesetzlich geregelte Gewinnablieferung besteht eine enge Verbindung zwischen der Bank und den öffentlichen Finanzen. Gleichzeitig ist sie verpflichtet, ihre Geschäfte unabhängig, risikobewusst und nach bankwirtschaftlichen Grundsätzen zu führen.

Das breite Geschäftsstellennetz verschafft der Bank eine starke Präsenz in allen Regionen des Kantons – vom Neuenburgersee über das Val-de-Ruz und das Val-de-Travers bis zu den Städten Le Locle und La Chaux-de-Fonds.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 Rapport de gestion 2025, Banque Cantonale Neuchâteloise, veröffentlicht im März 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 Loi sur la Banque cantonale neuchâteloise, République et Canton de Neuchâtel, abgerufen am 3. August 2026.
  3. Tout savoir sur la BCN en un coup d’œil, Banque Cantonale Neuchâteloise, abgerufen am 3. August 2026.
  4. Rapport de gestion 2025 disponible au téléchargement, Banque Cantonale Neuchâteloise, 20. März 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  5. 5,0 5,1 Résultats 2025 de la Banque Cantonale Neuchâteloise, Banque Cantonale Neuchâteloise, abgerufen am 3. August 2026.
  6. Conseil d’administration, Banque Cantonale Neuchâteloise, abgerufen am 3. August 2026.
  7. Direction générale, Banque Cantonale Neuchâteloise, abgerufen am 3. August 2026.
  8. Rapport de gestion 2025, Abschnitt «Organe de révision», Banque Cantonale Neuchâteloise, abgerufen am 3. August 2026.
  9. Agences et Bancomats, Banque Cantonale Neuchâteloise, abgerufen am 3. August 2026.
  10. Rapport RSE 2025, Banque Cantonale Neuchâteloise, veröffentlicht im April 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  11. Prix BCN Innovation, Banque Cantonale Neuchâteloise, abgerufen am 3. August 2026.