Urner Kantonalbank

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Urner Kantonalbank
Abkürzung UKB
Rechtsform Selbstständige Anstalt des kantonalen öffentlichen Rechts
Gründung 1915
Aufnahme des Geschäftsbetriebs 1. Juli 1915
Sitz Altdorf UR
Eigentümer Kanton Uri
Staatsgarantie Ja
Bankratspräsident Christian Senn
Vorsitzender der Geschäftsleitung Lucien Berlinger
Bilanzsumme 4,048 Milliarden Franken
Kundenausleihungen 3,388 Milliarden Franken
Kundengelder 2,527 Milliarden Franken
Jahresgewinn 18,435 Millionen Franken
Vollzeitstellen 104
Stand der Finanz- und Personaldaten 31. Dezember 2025
Hauptsitz Bahnhofplatz 1
6460 Altdorf
Clearingnummer 785
SWIFT URKNCH22
Website www.ukb.ch

Die Urner Kantonalbank (UKB) ist die Kantonalbank des Kantons Uri. Sie ist als selbstständige Anstalt des kantonalen öffentlichen Rechts organisiert und befindet sich vollständig im Eigentum des Kantons. Der Hauptsitz liegt am Bahnhofplatz in Altdorf.

Die Bank wurde 1915 als Nachfolgerin der in Schwierigkeiten geratenen Ersparniskasse des Kantons Uri gegründet. Sie betreibt das Geschäft einer Universalbank und richtet ihre Tätigkeit in erster Linie auf die Bedürfnisse der Urner Bevölkerung, der kleinen und mittleren Unternehmen, der öffentlich-rechtlichen Körperschaften und der regionalen Wirtschaft aus.

Der Kanton Uri haftet im Rahmen der gesetzlichen Staatsgarantie für die Verbindlichkeiten der Bank, soweit deren eigene Mittel nicht ausreichen. Als Gegenleistung entrichtet die Urner Kantonalbank dem Kanton eine jährliche Abgeltung. Daneben erhält der Kanton einen Anteil am Jahresgewinn.[1]

Im Geschäftsjahr 2025 überschritt die Bilanzsumme erstmals die Schwelle von vier Milliarden Franken. Der Jahresgewinn betrug 18,435 Millionen Franken. Davon wurden erneut zehn Millionen Franken an den Kanton Uri ausgeschüttet.[2]

Auftrag und Zweck

Der gesetzliche Auftrag der Urner Kantonalbank ist im Gesetz über die Urner Kantonalbank festgelegt. Die Bank soll zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung des Kantons beitragen und gleichzeitig eine Einnahmequelle für den Kanton bilden.

Bei ihrer Geschäftstätigkeit berücksichtigt sie insbesondere die Bedürfnisse:

  • der Urner Bevölkerung;
  • der regionalen Wirtschaft;
  • der kleinen und mittleren Unternehmen;
  • der Gemeinden und weiterer öffentlich-rechtlicher Körperschaften;
  • der regionalen Institutionen und Organisationen.

Die Bank wird nach kaufmännischen Grundsätzen geführt. Sie soll eine angemessene Rendite auf dem durchschnittlichen Eigenkapital erwirtschaften, ohne übermässige Risiken einzugehen.[1]

Das gesetzlich festgelegte Geschäftsgebiet umfasst grundsätzlich den Kanton Uri. Geschäfte ausserhalb des Kantons und in beschränktem Umfang im Ausland sind zulässig, sofern dadurch keine unverhältnismässigen Risiken entstehen und die Erfüllung des kantonalen Leistungsauftrags nicht beeinträchtigt wird.

Geschichte

Vorgeschichte

Vor der Gründung der Urner Kantonalbank bestand die Ersparniskasse des Kantons Uri. Sie war eng mit den kantonalen Finanzen verbunden und sollte der Bevölkerung sichere Sparmöglichkeiten sowie der regionalen Wirtschaft Kredite zur Verfügung stellen.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts geriet die Ersparniskasse in eine schwere finanzielle Krise. Die Probleme waren so gross, dass Bund und Kanton eingreifen mussten.

Als Reaktion darauf wurde die bestehende Institution grundlegend neu organisiert. An der Urner Landsgemeinde vom 2. Mai 1915 stimmten die Stimmberechtigten einem neuen Bankgesetz zu und schufen damit die rechtliche Grundlage der Urner Kantonalbank.[3]

Gründung und erste Geschäftsjahre

Die Urner Kantonalbank nahm ihren Geschäftsbetrieb am 1. Juli 1915 auf. Ihre ersten Räume befanden sich im Von-Roll-Haus an der Tellsgasse in Altdorf.

Bereits 1916 eröffnete die Bank eine Agentur in Erstfeld. Damit begann der schrittweise Ausbau der Präsenz in verschiedenen Gemeinden des Kantons.

1924 führte die UKB als eines der ersten Urner Unternehmen eine Pensionskasse für ihre Mitarbeitenden ein. Gleichzeitig modernisierte sie ihre internen Abläufe und setzte mechanische Rechenmaschinen ein.

Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg

1951 trat ein neues Gesetz über die Urner Kantonalbank in Kraft. Nach einem mehrjährigen Umbau bezog die Bank 1954 modernisierte Geschäftsräume im Von-Roll-Haus.

Zum 50-jährigen Bestehen im Jahr 1965 stellte die UKB dem Kantonsspital Uri 100'000 Franken für dessen Freibettenfonds zur Verfügung.

Die wachsende Bevölkerung, der Ausbau des Strassennetzes, die Entwicklung der Wasserkraft und die wirtschaftliche Belebung des Kantons führten zu einer Ausweitung des Kredit-, Spar- und Zahlungsverkehrsgeschäfts.

Automatisierung und Digitalisierung

In den 1970er-Jahren begann die stärkere Automatisierung des Bankbetriebs. Die UKB führte neue elektronische Verarbeitungssysteme und Bankautomaten ein.

1978 nahm sie als drittes Geldinstitut der Schweiz einen Geldautomaten in Betrieb. Im selben Jahr wurde die Geschäftsstelle in Schattdorf eröffnet.[3]

1987 überstieg die Bilanzsumme erstmals eine Milliarde Franken. Im gleichen Jahr bezog die Bank ein neues Domizil an der Bahnhofstrasse in Altdorf.

Wirtschaftsförderung und regionale Verantwortung

Zum 75-jährigen Bestehen im Jahr 1990 schuf die Bank den «Impuls-Fonds 90». Dieser ermöglichte Urner Unternehmen den Zugang zu günstigem Kapital.

Während der wirtschaftlichen Schwächephase der frühen 1990er-Jahre lancierte sie ein Konjunkturförderungspaket von 20 Millionen Franken.

Nach den schweren Unwettern von 2005 stellte die UKB ein Hilfspaket für betroffene Privatpersonen und Unternehmen bereit. Darin enthalten war ein unmittelbarer Beitrag von 500'000 Franken.

2006 überschritt die Bilanzsumme erstmals zwei Milliarden Franken.

Hundertjähriges Bestehen

Im Jahr 2015 feierte die Bank ihr hundertjähriges Bestehen. Im Rahmen des Jubiläums investierte sie eine Million Franken in zwanzig Projekte, die der nachhaltigen Entwicklung und der Lebensqualität im Kanton Uri dienen sollten.

Seit 2015 wird die Staatsgarantie nach einem gesetzlich festgelegten Berechnungsmodell abgegolten.

2020 stellte die Bank den Urner Gemeinden im Rahmen des Programms «UKB Strukturimpuls» insgesamt 500'000 Franken für nachhaltige Investitionen zur Verfügung.

Neuer Hauptsitz

2022 bezog die Urner Kantonalbank ihren neuen Hauptsitz am Bahnhofplatz 1 in Altdorf. Das Gebäude liegt unmittelbar beim Bahnhof und bildet einen Teil des neu gestalteten Eingangsbereichs des Kantonshauptorts.

Der Neubau enthält neben den Räumen der Bank weitere Büro- und Dienstleistungsflächen. Die frühere Hauptstelle an der Bahnhofstrasse wird weiterhin als Geschäftsstelle mit Schalterangebot genutzt.

Tochtergesellschaft Kamuno

2024 gründete die Urner Kantonalbank die Kamuno AG mit Sitz in Altdorf. Das Unternehmen nahm 2025 den vollständigen Geschäftsbetrieb auf und ergänzt das Finanzierungsangebot der Bank.

Mit der Tochtergesellschaft sollen insbesondere zusätzliche Dienstleistungen für kleine und mittlere Unternehmen sowie neue Arbeitsplätze im Kanton geschaffen werden.[2]

Rechtsform und Eigentümerschaft

Die Urner Kantonalbank ist eine selbstständige Anstalt des kantonalen öffentlichen Rechts. Sie besitzt eine eigene Rechtspersönlichkeit und handelt im Geschäftsverkehr unter eigener Verantwortung.

Der Kanton Uri ist alleiniger Eigentümer. Er stellt das Grundkapital bereit und nimmt die damit verbundenen Mitwirkungsrechte wahr.

Das Grundkapital beträgt 30 Millionen Franken. Die Bank verfügt aufgrund ihrer Rechtsform über kein stimmberechtigtes Aktienkapital und keine Aktionärinnen oder Aktionäre.

Das Gesetz erlaubt grundsätzlich die Ausgabe von Partizipationsscheinen. Diese könnten Anspruch auf eine anteilsmässige Gewinnausschüttung geben, würden jedoch keine Mitwirkungs- oder Stimmrechte vermitteln. Von dieser Möglichkeit wurde bisher kein Gebrauch gemacht.[2]

Staatsgarantie

Der Kanton Uri haftet für die Verbindlichkeiten der Bank, soweit deren eigene Mittel nicht ausreichen.

Von der Staatsgarantie ausgenommen sind:

  • allfälliges Partizipationskapital;
  • nachrangige Verbindlichkeiten der Bank;
  • Verbindlichkeiten von Tochtergesellschaften.

Die Garantie ist subsidiär. Zunächst haften das Vermögen und die eigenen Mittel der Bank. Erst wenn diese nicht ausreichen, kann die Haftung des Kantons zur Anwendung kommen.

Für die Staatsgarantie bezahlt die Bank eine jährliche Entschädigung. Diese beträgt 0,5 Prozent der regulatorisch erforderlichen Mindesteigenmittel. Im Jahr 2025 belief sich die Abgeltung auf 764'000 Franken.[2]

Die Staatsgarantie stärkt das Vertrauen in die Bank, stellt für den Kanton jedoch zugleich ein finanzielles Risiko dar. Die Bank ist deshalb verpflichtet, eine solide Eigenmittelausstattung zu erhalten und Risiken vorsichtig zu steuern.

Geschäftstätigkeit

Die Urner Kantonalbank ist eine Universalbank. Sie bietet Dienstleistungen für Privatpersonen, Unternehmen, institutionelle Kunden und öffentlich-rechtliche Körperschaften an.

Zu den wichtigsten Geschäftsbereichen gehören:

  • Konten und Zahlungsverkehr;
  • Sparen;
  • Hypotheken und Immobilienfinanzierungen;
  • Privat- und Firmenkredite;
  • Anlageberatung;
  • Vermögensverwaltung;
  • Vorsorgeberatung;
  • Wertschriftenhandel;
  • Fremdwährungsgeschäfte;
  • Finanzierungen für Unternehmen;
  • Nachfolge- und Gründungsberatung;
  • digitale Bankdienstleistungen.

Zinsengeschäft

Das Zinsengeschäft bildet den wichtigsten Ertragsbereich. Die Bank nimmt Kundengelder entgegen und verwendet diese zusammen mit weiteren Refinanzierungsmitteln für Kredite und Hypotheken.

Der grösste Teil der Ausleihungen entfällt auf hypothekarisch gesicherte Finanzierungen. Im Vordergrund stehen Wohnliegenschaften im Kanton Uri und in angrenzenden Regionen.

Firmenkredite werden vorwiegend kleinen und mittleren Unternehmen gewährt. Finanzierungen an Gemeinden und andere öffentlich-rechtliche Körperschaften gehören ebenfalls zum Geschäft.

Ende 2025 beliefen sich die Kundenausleihungen auf 3,388 Milliarden Franken. Die Kundengelder erreichten 2,527 Milliarden Franken.[2]

Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft

Das Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft ist der zweitwichtigste Geschäftsbereich.

Es umfasst unter anderem:

  • Zahlungsverkehr;
  • Wertschriften- und Anlagegeschäft;
  • Vermögensverwaltung;
  • Vorsorgeberatung;
  • Vermittlung von Leasing- und Versicherungslösungen;
  • Dienstleistungen für Unternehmensgründungen;
  • Beratung bei Nachfolgeregelungen;
  • Dienstleistungen für andere Finanzinstitute.

Der Erfolg aus diesem Bereich betrug im Jahr 2025 rund 8,1 Millionen Franken.

Handelsgeschäft

Zum Handelsgeschäft gehören insbesondere der Handel mit Fremdwährungen, Wertschriften und weiteren Finanzinstrumenten sowie Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Fair-Value-Option.

Das Handelsgeschäft besitzt im Verhältnis zum Zinsengeschäft eine geringere Bedeutung. Die Bank verfolgt dabei eine zurückhaltende Risikopolitik.

Eigenanlagen und Liquidität

Die Bank hält festverzinsliche Wertpapiere zur Sicherung ihrer Liquidität und als Grundlage für Repogeschäfte.

Daneben bestehen mittel- und langfristig ausgerichtete Wertschriftenanlagen sowie Beteiligungen an Unternehmen und Gemeinschaftseinrichtungen der Kantonalbanken.

Beteiligungen sollen in erster Linie einen strategischen oder regionalwirtschaftlichen Bezug besitzen.

Angebot für Privatkundinnen und Privatkunden

Für Privatpersonen bietet die Bank Konten, Karten, Zahlungsverkehr, Sparprodukte, Finanzierungen und Anlageangebote an.

Ein wichtiger Bereich ist die Finanzierung von Wohneigentum. Dazu gehören:

  • Festhypotheken;
  • variable Hypotheken;
  • Geldmarkt- und SARON-Hypotheken;
  • Baukredite;
  • Finanzierungsberatung;
  • energetische Sanierungsfinanzierungen.

Im Anlagegeschäft bietet die Bank unterschiedliche Beratungs- und Vermögensverwaltungsmodelle an. Kundinnen und Kunden können ihr Vermögen selbstständig verwalten, Anlageentscheide gemeinsam mit der Bank treffen oder ein Vermögensverwaltungsmandat erteilen.

Weitere Angebote betreffen die private Vorsorge, Säule 3a, Freizügigkeitslösungen und die Planung der finanziellen Situation im Ruhestand.

Angebot für Unternehmen

Für Unternehmen bietet die UKB Konten, Karten, Zahlungsverkehr, Kredite und Beratungsleistungen an.

Zu den Finanzierungsmöglichkeiten gehören:

  • Betriebskredite;
  • Investitionskredite;
  • Bau- und Immobilienfinanzierungen;
  • Leasingvermittlung;
  • Kontokorrentkredite;
  • Finanzierungen für Unternehmensübernahmen;
  • Lösungen zur Sicherung von Zins- und Währungsrisiken.

Die Bank unterstützt Unternehmensgründungen mit Kapitaleinzahlungskonten und weiteren Dienstleistungen. Bei Nachfolgeregelungen berät sie Unternehmen bei finanziellen, organisatorischen und strategischen Fragen.

Der Schwerpunkt liegt auf kleinen und mittleren Unternehmen aus Uri und der Zentralschweiz.

Organisation

Die wichtigsten Organisationseinheiten der Bank sind:

  • der Bankrat;
  • die Geschäftsleitung;
  • die ordentliche Revisionsstelle;
  • die interne Revision;
  • die bankengesetzliche Prüfgesellschaft.

Die Aufgabenverteilung beruht auf dem Gesetz über die Urner Kantonalbank, der kantonalen Vollziehungsverordnung und bankinternen Reglementen.

Bankrat

Der Bankrat ist das oberste Leitungs- und Aufsichtsorgan der Urner Kantonalbank.

Er legt die Grundsätze der Geschäftspolitik und den Rahmen für die Geschäftstätigkeit fest. Zu seinen Aufgaben gehören insbesondere:

  • Festlegung und Überwachung der Strategie;
  • Beaufsichtigung der Geschäftsleitung;
  • Erlass wichtiger Reglemente;
  • Festlegung der Risikopolitik;
  • Genehmigung von Budget und Mittelfristplanung;
  • Wahl der Mitglieder der Geschäftsleitung;
  • Wahl der Leitung der internen Revision;
  • Überwachung der Eigenmittel- und Liquiditätssituation;
  • Entscheid über die Errichtung oder Aufhebung von Geschäftsstellen.

Der Bankrat besteht aus sieben Personen. Dazu gehören das Präsidium, das Vizepräsidium und fünf weitere Mitglieder. Die Mehrheit soll im Kanton Uri wohnhaft sein.

Präsidium und Mitglieder werden vom Landrat auf Antrag des Regierungsrats gewählt. Die Amtsdauer beträgt vier Jahre.[1]

Am 3. August 2026 gehören dem Bankrat an:[4]

Bankrat der Urner Kantonalbank
Person Funktion
Christian Senn Präsident
Karsten Döhnert Vizepräsident
Patrizia Danioth Halter Mitglied
Katja Gisler Mitglied
Andrea Kleiner Mitglied
Marcel Metry Mitglied
Walter Scherz Mitglied

Innerhalb des Bankrats besteht ein Prüf- und Risikoausschuss. Dieser bereitet Geschäfte in den Bereichen Rechnungslegung, Revision, Risikomanagement und internes Kontrollsystem vor.

Geschäftsleitung

Die Geschäftsleitung führt die operativen Geschäfte der Bank und vertritt sie gegenüber Dritten.

Sie ist insbesondere verantwortlich für:

  • Umsetzung der Strategie;
  • Vorbereitung von Budget und Mittelfristplanung;
  • Organisation des laufenden Bankbetriebs;
  • Personalführung;
  • Steuerung von Rentabilität und Liquidität;
  • Kredit-, Markt- und operationelle Risiken;
  • Einhaltung regulatorischer Vorschriften;
  • Information des Bankrats über den Geschäftsgang.

Seit dem 1. Oktober 2025 ist Lucien Berlinger Vorsitzender der Geschäftsleitung. Er folgte auf Christoph Bugnon, der während fünfzehn Jahren der Geschäftsleitung angehört und die Bank während neun Jahren als deren Vorsitzender geführt hatte.[5]

Die Geschäftsleitung besteht aus:[6]

Geschäftsleitung
Person Funktion
Lucien Berlinger Vorsitzender der Geschäftsleitung
Urs Eichenberger Mitglied der Geschäftsleitung
Monika Häcki Mitglied der Geschäftsleitung

Aufsicht und Revision

Die Urner Kantonalbank untersteht wie andere schweizerische Banken der Aufsicht durch die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA).

Daneben bestehen besondere kantonale Aufsichts- und Mitwirkungsrechte.

Landrat

Der Landrat genehmigt auf Antrag des Regierungsrats:

  • den Geschäftsbericht;
  • die Jahresrechnung;
  • die Gewinnverwendung;
  • die Entlastung des Bankrats.

Er wählt auf Antrag des Regierungsrats die Mitglieder des Bankrats und die ordentliche Revisionsstelle.

Regierungsrat

Der Regierungsrat übt die unmittelbare kantonale Aufsicht über die Bank aus.

Er prüft, ob die allgemeine Geschäftspolitik mit den gesetzlichen Vorgaben übereinstimmt, und kann der Revisionsstelle besondere Prüfungsaufträge erteilen.

Der Regierungsrat erstattet dem Landrat Bericht und stellt ihm die notwendigen Anträge.

Revision

Die ordentliche Revisionsstelle prüft Buchführung, Jahresrechnung und Gewinnverwendung.

Die bankengesetzliche Prüfgesellschaft kontrolliert die Einhaltung der aufsichtsrechtlichen Vorschriften. Die interne Revision ist direkt dem Bankrat unterstellt und von der Geschäftsleitung unabhängig.

Geschäftsstellen und Bancomaten

Die Urner Kantonalbank ist in sechs der neunzehn Urner Gemeinden mit Geschäftsstellen vertreten.[7]

Standorte der Urner Kantonalbank
Ort Adresse Angebot
Altdorf Bahnhofplatz 1 Hauptsitz, Beratung, Kundenservice und Selbstbedienungszone
Altdorf Bahnhofstrasse 1 Geschäftsstelle mit Schalterservice
Andermatt Gotthardstrasse 43 Beratung, Schalterservice und Selbstbedienungszone
Bürglen Klausenstrasse 138 Beratung und Selbstbedienungszone
Erstfeld Gotthardstrasse 121 Beratung, Schalterservice und Selbstbedienungszone
Flüelen Gotthardstrasse 1 Beratung und Selbstbedienungszone
Schattdorf Dorfstrasse 4 Beratung und Selbstbedienungszone

Zusätzlich betreibt die Bank zwölf Bancomaten in acht Urner Gemeinden.[8]

Die persönliche Beratung kann an vielen Standorten ausserhalb der üblichen Schalterzeiten nach Vereinbarung stattfinden. Gleichzeitig verlagert sich ein wachsender Teil der Bankgeschäfte auf digitale Kanäle.

Digitale Dienstleistungen

Die UKB bietet E-Banking, Mobile Banking und verschiedene digitale Zahlungsdienste an.

Zum digitalen Angebot gehören:

  • Onlineeröffnung ausgewählter Konten;
  • E-Banking;
  • Mobile-Banking-App;
  • elektronische Zahlungen und Daueraufträge;
  • elektronische Börsenaufträge;
  • digitale Dokumente;
  • TWINT;
  • Debit- und Kreditkartenverwaltung;
  • Online-Hypotheken- und Vorsorgerechner.

Die Informatikplattform wird teilweise gemeinsam mit anderen Banken und externen Dienstleistern betrieben. Die zentrale Bankenanwendung basiert auf dem System Finnova.

Trotz der Auslagerung technischer Leistungen bleibt die Urner Kantonalbank gegenüber der FINMA für die Einhaltung der bankengesetzlichen Vorschriften verantwortlich.

Geschäftszahlen

Die wichtigsten Kennzahlen für 2024 und 2025 zeigen ein weiteres Wachstum der Bilanz und des Kundengeschäfts.[2]

Kennzahlen der Urner Kantonalbank
Kennzahl 2024 2025 Veränderung
Bilanzsumme 3,826 Mrd. Fr. 4,048 Mrd. Fr. +5,8 %
Kundenausleihungen 3,229 Mrd. Fr. 3,388 Mrd. Fr. +4,9 %
Kundengelder 2,347 Mrd. Fr. 2,527 Mrd. Fr. +7,7 %
Ordentliche Kundendepots 691,927 Mio. Fr. 747,688 Mio. Fr. +8,1 %
Eigenkapital nach Gewinnverwendung 352,628 Mio. Fr. 361,063 Mio. Fr. +2,4 %
Geschäftsertrag 50,550 Mio. Fr. 49,794 Mio. Fr. −1,5 %
Geschäftserfolg 20,842 Mio. Fr. 18,636 Mio. Fr. −10,6 %
Jahresgewinn 20,556 Mio. Fr. 18,435 Mio. Fr. −10,3 %
Ausschüttung an den Kanton 10,000 Mio. Fr. 10,000 Mio. Fr. unverändert
Vollzeitstellen 100 104 +4

Der Rückgang des Jahresgewinns 2025 war vor allem auf den tieferen Erfolg aus dem Zinsengeschäft und den höheren Geschäftsaufwand zurückzuführen. Gleichzeitig nahmen Kundenausleihungen, Kundengelder und Depotvolumen deutlich zu.

Gewinnverwendung

Die Bank schüttet jährlich einen gesetzlich bestimmten Anteil des Gewinns an den Kanton Uri aus.

Grundlage ist der Jahresgewinn nach Abgeltung der Staatsgarantie und vor der Zuweisung an die Reserven.

Für das Geschäftsjahr 2025 wurde der Gewinn wie folgt verwendet:

Gewinnverwendung 2025
Verwendung Betrag
Ausschüttung an den Kanton Uri 10,0 Mio. Fr.
Zuweisung an die gesetzliche Gewinnreserve 0,85 Mio. Fr.
Zuweisung an die freiwillige Gewinnreserve rund 7,5 Mio. Fr.

Die Ausschüttung stellt für den Kanton eine regelmässige Einnahmequelle dar. Zusätzlich erhielt er 2025 eine Abgeltung von 764'000 Franken für die Staatsgarantie.

Personal und Ausbildung

Ende 2025 verfügte die Urner Kantonalbank über einen Personalbestand von 104 Vollzeitstellen. Darin waren fünf Lehrstellen enthalten, die jeweils zu 50 Prozent angerechnet wurden.[2]

Die Bank bildet unter anderem Kaufleute aus und bietet Praktika sowie Einstiegsprogramme für junge Berufsleute an.

Zu den Arbeitsgebieten gehören:

  • Kundenberatung;
  • Kredit- und Immobilienfinanzierung;
  • Anlage- und Vorsorgeberatung;
  • Unternehmenssteuerung;
  • Finanzen und Risiko;
  • Recht und Compliance;
  • Informatik;
  • Marketing und Kommunikation;
  • Personalwesen;
  • Zahlungsverkehr und weitere Bankoperationen.

Als regionaler Arbeitgeber trägt die Bank zur Ausbildung von Fachkräften und zur Schaffung qualifizierter Arbeitsplätze im Kanton Uri bei.

Nachhaltigkeit

Die Urner Kantonalbank verfolgt eine Nachhaltigkeitsstrategie, welche ökologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Aspekte miteinander verbindet.

Zu den Tätigkeitsfeldern gehören:

  • Förderung energetischer Gebäudesanierungen;
  • Finanzierung erneuerbarer Energien;
  • nachhaltige Anlageprodukte;
  • Reduktion betrieblicher Emissionen;
  • Unterstützung regionaler Projekte;
  • nachhaltige Beschaffung;
  • Förderung der Finanzkompetenz;
  • Unterstützung von Vereinen und gemeinnützigen Organisationen.

Die Bank arbeitet unter anderem mit regionalen Umwelt- und Klimaschutzorganisationen zusammen. Mit freiwilligen Kompensations- und Waldprojekten sollen langfristige Beiträge zur CO₂-Bindung und zur Biodiversität geleistet werden.

Engagement im Kanton Uri

Die UKB unterstützt Vereine, Kulturveranstaltungen, Sport, soziale Projekte und Bildungsangebote.

Das Engagement erfolgt durch:

  • Sponsoring;
  • Projektbeiträge;
  • Vereinsbusse;
  • Unterstützung von Veranstaltungen;
  • Programme zur Finanzbildung;
  • Beiträge an nachhaltige Gemeindeprojekte;
  • Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen.

Mit dem Programm «UKB Strukturimpuls» wurden Projekte der Urner Gemeinden unterstützt, die dem Strukturwandel und der langfristigen regionalen Entwicklung dienen.

Der «KMU-Booster» richtet sich an kleinere und mittlere Unternehmen und soll Investitionen, Innovationen und die Weiterentwicklung regionaler Geschäftsmodelle fördern.

Bedeutung für den Kanton Uri

Die Urner Kantonalbank erfüllt gleichzeitig eine wirtschaftliche, finanzpolitische und gesellschaftliche Funktion.

Als regional ausgerichtete Universalbank finanziert sie einen bedeutenden Teil der Wohnbauten, Unternehmen und öffentlichen Infrastruktur im Kanton. Durch ihre Geschäftsstellen und digitalen Angebote stellt sie den Zugang zu Bankdienstleistungen auch ausserhalb des Hauptorts sicher.

Für den Kanton besitzt die Bank zudem finanzielle Bedeutung. Die Gewinnausschüttung und die Abgeltung der Staatsgarantie leisten regelmässige Beiträge zum Staatshaushalt.

Der öffentliche Auftrag unterscheidet die UKB von rein privaten Banken. Sie muss betriebswirtschaftlich erfolgreich arbeiten, zugleich aber die langfristigen Interessen der regionalen Wirtschaft und Gesellschaft berücksichtigen.

Herausforderungen

Die Bank steht vor ähnlichen Herausforderungen wie andere regional ausgerichtete Finanzinstitute.

Dazu gehören:

  • Veränderungen des Zinsumfelds;
  • zunehmende Regulierung;
  • hohe Anforderungen an Informatik und Cybersicherheit;
  • Wettbewerb durch Grossbanken, Regionalbanken und digitale Anbieter;
  • steigende Kosten für technische Infrastruktur;
  • demografischer Wandel;
  • Fachkräftemangel;
  • Klimarisiken und Naturgefahren;
  • Konzentration des Kreditgeschäfts auf Immobilien;
  • Gewährleistung einer angemessenen Eigenmittelausstattung.

Aufgrund ihrer starken regionalen Ausrichtung ist die Bank eng mit der wirtschaftlichen Entwicklung des Kantons Uri verbunden. Schwankungen auf dem Urner Immobilienmarkt oder Schwierigkeiten bedeutender regionaler Unternehmen können sich deshalb besonders stark auf das Kreditrisiko auswirken.

Die Staatsgarantie erhöht das Vertrauen der Kundschaft, verlangt jedoch eine vorsichtige Geschäftspolitik, damit die finanziellen Risiken für den Kanton möglichst gering bleiben.

Zeittafel

Wichtige Ereignisse
Jahr Ereignis
1915 Zustimmung der Landsgemeinde zum neuen Bankgesetz und Gründung der Urner Kantonalbank
1. Juli 1915 Aufnahme des Geschäftsbetriebs im Von-Roll-Haus in Altdorf
1916 Eröffnung einer Agentur in Erstfeld
1924 Einführung einer betrieblichen Pensionskasse
1951 Inkrafttreten eines neuen Kantonalbankgesetzes
1954 Bezug der umgebauten Geschäftsräume im Von-Roll-Haus
1965 Feier des 50-jährigen Bestehens
1978 Inbetriebnahme eines Geldautomaten und Eröffnung der Geschäftsstelle Schattdorf
1987 Bilanzsumme übersteigt erstmals eine Milliarde Franken
1990 Jubiläum zum 75-jährigen Bestehen und Schaffung des «Impuls-Fonds 90»
2001 Annahme des heutigen Gesetzes über die Urner Kantonalbank
2003 Inkrafttreten des neuen Kantonalbankgesetzes
2006 Bilanzsumme übersteigt zwei Milliarden Franken
2015 Hundertjähriges Bestehen und Einführung der neuen Abgeltung der Staatsgarantie
2020 Lancierung des Programms «UKB Strukturimpuls»
2022 Bezug des neuen Hauptsitzes am Bahnhofplatz in Altdorf
2024 Gründung der Kamuno AG
2025 Bilanzsumme übersteigt erstmals vier Milliarden Franken
2025 Lucien Berlinger übernimmt den Vorsitz der Geschäftsleitung

Siehe auch

Literatur

  • Urner Kantonalbank: Geschäftsbericht 2025. Altdorf 2026.
  • Urner Kantonalbank: 100 Jahre Urner Kantonalbank. Jubiläumsmagazin, Altdorf 2015.
  • Kanton Uri: Gesetz über die Urner Kantonalbank. Altdorf.
  • Regierungsrat des Kantons Uri: Eigentümerstrategie für die Urner Kantonalbank. Altdorf.
  • Hans Stadler-Planzer: Geschichte des Landes Uri. Altdorf.
  • Historischer Verein Uri: Historisches Neujahrsblatt. Verschiedene Jahrgänge, Altdorf.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Kanton Uri: Gesetz über die Urner Kantonalbank vom 2. Dezember 2001, Stand 1. Januar 2024.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 2,6 Urner Kantonalbank: Geschäftsbericht 2025, Altdorf 2026.
  3. 3,0 3,1 Urner Kantonalbank: Geschichte der Urner Kantonalbank, abgerufen am 3. August 2026.
  4. Urner Kantonalbank: Bankrat, abgerufen am 3. August 2026.
  5. Urner Kantonalbank: Lucien Berlinger wird CEO der Urner Kantonalbank, 8. April 2025.
  6. Urner Kantonalbank: Geschäftsleitung, abgerufen am 3. August 2026.
  7. Urner Kantonalbank: Hauptsitz und Geschäftsstellen, abgerufen am 3. August 2026.
  8. Urner Kantonalbank: Bancomaten, abgerufen am 3. August 2026.

Wikimedia Commons Wikimedia Commons: Medien zu Urner Kantonalbank