Universität Freiburg

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Nicht zu verwechseln mit der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg in Deutschland.
Universität Freiburg
Französischer Name Université de Fribourg
Lateinischer Name Universitas Friburgensis
Kurzbezeichnung UniFR
Hochschultyp Öffentliche Universität
Gründung 4. Oktober 1889
Vorgängereinrichtung Rechtsakademie von 1763
Trägerschaft Kanton Freiburg
Sitz Freiburg im Üechtland
Rektorin Katharina Fromm
Fakultäten 6
Studierende rund 10'000
Professorinnen und Professoren mehr als 200
Unterrichtssprachen Deutsch und Französisch, teilweise Englisch
Hauptstandorte Miséricorde und Pérolles
Adresse Avenue de l'Europe 20, 1700 Freiburg
Website unifr.ch

Die Universität Freiburg ist eine öffentliche Universität in Freiburg im Üechtland und wird vom Kanton Freiburg getragen. Ihr französischer Name lautet Université de Fribourg. Sie wurde 1889 gegründet und ist die einzige Universität der Schweiz, die ein breites Studienangebot systematisch in deutscher und französischer Sprache führt. Zahlreiche Studiengänge können auf Deutsch, auf Französisch oder zweisprachig absolviert werden.

Die Universität umfasst seit dem akademischen Jahr 2025/26 sechs Fakultäten. Rund 10'000 Studierende aus der Schweiz und zahlreichen weiteren Ländern studieren in Freiburg. Die vergleichsweise überschaubare Grösse ermöglicht einen engen Kontakt zwischen Studierenden und Lehrenden.[1]

Die Universität verteilt sich auf mehrere Standorte innerhalb der Stadt. Die beiden wichtigsten Hochschulareale sind Miséricorde in der Nähe des Bahnhofs und Pérolles südlich des Stadtzentrums. Weitere Institute, Bibliotheken, Verwaltungsstellen und Forschungszentren befinden sich in verschiedenen Quartieren Freiburgs.

Historisch wurde die Universität als Hochschule der katholisch geprägten Schweiz gegründet. Sie ist heute eine staatliche, wissenschaftlich autonome und konfessionell offene Institution. Die Theologische Fakultät bewahrt aufgrund ihrer Geschichte und kirchenrechtlichen Anerkennung eine besondere Stellung.

Zu den bekannten Forschungsgebieten gehören Mehrsprachigkeit, Recht, Theologie, Materialwissenschaften, Nanowissenschaften, Medizin, Neurowissenschaften, Informatik, Wirtschaft, Medien- und Kommunikationswissenschaft, europäische Studien sowie die Erforschung des Verhältnisses zwischen Religion und Gesellschaft.

Name

Der offizielle deutsche Name lautet Universität Freiburg. Auf Französisch heisst die Hochschule Université de Fribourg, auf Italienisch Università di Friburgo und auf Englisch University of Fribourg.

Der lateinische Name lautet Universitas Friburgensis.

Als Kurzbezeichnungen werden verwendet:

  • Uni Freiburg;
  • UniFR;
  • Unifr;
  • Universität Freiburg;
  • Université de Fribourg.

Die Bezeichnung Universität Freiburg im Üechtland wird gelegentlich verwendet, um die Hochschule von der Universität der deutschen Stadt Freiburg im Breisgau zu unterscheiden.

Zweisprachigkeit

Die Universität Freiburg bezeichnet sich als einzige zweisprachige Universität der Schweiz.

Die wichtigsten Unterrichts- und Verwaltungssprachen sind:

  • Deutsch;
  • Französisch.

Je nach Fakultät und Studienprogramm werden Veranstaltungen zusätzlich auf Englisch, Italienisch oder in weiteren Sprachen angeboten.

Die Zweisprachigkeit beruht auf der Lage Freiburgs an der Sprachgrenze zwischen der Deutschschweiz und der französischsprachigen Schweiz. Sie wird nicht nur in der Lehre, sondern auch in Verwaltung, Forschung, Hochschulpolitik und öffentlicher Kommunikation gepflegt.

Studierende können je nach Fach:

  • vollständig auf Deutsch studieren;
  • vollständig auf Französisch studieren;
  • Veranstaltungen beider Sprachrichtungen kombinieren;
  • einen zweisprachigen Studienabschluss erwerben;
  • zusätzliche Sprachkurse besuchen.

Ein zweisprachiger Abschluss setzt gewöhnlich voraus, dass ein bestimmter Anteil der Studienleistungen in jeder der beiden Sprachen erbracht wird.

Die konkrete Sprachregelung unterscheidet sich nach Fakultät und Studiengang. Nicht jedes Fach wird vollständig in beiden Sprachen angeboten.

Englisch besitzt vor allem in Masterprogrammen, Doktoratsprogrammen und der internationalen Forschung eine wachsende Bedeutung.[2]

Geschichte

Rechtsakademie von 1763

Die Vorgeschichte der Universität reicht in das 18. Jahrhundert zurück.

Im Jahr 1763 wurde in Freiburg eine Akademie für Rechtswissenschaften gegründet. Sie sollte insbesondere Juristen für die staatliche Verwaltung und die Rechtspflege ausbilden.

Die Rechtsakademie besass noch nicht die Struktur einer Volluniversität. Sie bildete jedoch eine wichtige institutionelle Grundlage für die spätere Hochschulgründung.

Im katholisch geprägten Freiburg bestanden daneben kirchliche Bildungsinstitutionen, Kollegien und theologische Lehrstätten.

Politische Voraussetzungen

Im 19. Jahrhundert verstärkte sich im Kanton Freiburg der Wunsch nach einer eigenen Universität.

Befürworter verbanden damit mehrere Ziele:

  • Ausbau des höheren Bildungswesens;
  • Ausbildung von Juristen, Lehrern, Geistlichen und Verwaltungsfachleuten;
  • Stärkung der katholischen Wissenschaft;
  • Förderung der kantonalen Entwicklung;
  • Aufwertung der Stadt Freiburg;
  • Schaffung einer Hochschule zwischen deutscher und französischer Schweiz.

Die Gründung war politisch umstritten. Kritisiert wurden vor allem die erwarteten Kosten und die Frage, ob ein vergleichsweise kleiner Kanton eine vollständige Universität finanzieren könne.

Georges Python

Als wichtigste politische Triebkraft der Universitätsgründung gilt der Freiburger Staatsrat Georges Python.

Python gehörte der konservativ-katholischen Bewegung an und betrachtete die Universität als zentrales Projekt der kantonalen Bildungs-, Kultur- und Wirtschaftspolitik.

Er setzte sich für eine international ausgerichtete Hochschule ein, die sowohl deutschsprachige als auch französischsprachige Lehrende und Studierende aufnehmen sollte.

Die Universität wurde dabei nicht ausschliesslich als kantonale Einrichtung verstanden. Sie sollte auch den katholischen Bevölkerungsteilen der gesamten Schweiz und des europäischen Auslands dienen.

Gründung im Jahr 1889

Am 4. Oktober 1889 ermächtigte der Grosse Rat des Kantons Freiburg den Staatsrat, die ersten Fakultäten zu eröffnen.

Das Wintersemester 1889/90 begann am 4. November 1889 mit Vorlesungen der Philosophischen und der Juristischen Fakultät. Im ersten Semester nahmen 29 Studenten am Lehrbetrieb teil.

Zu Ostern 1890 begann die Theologische Fakultät mit ihrem Lehrprogramm.[3]

Die frühen Fakultäten waren:

Fakultät Beginn Bedeutung
Philosophische Fakultät 1889 Geisteswissenschaften, Sprachen, Geschichte und Philosophie
Juristische Fakultät 1889 Rechtswissenschaft und staatliche Ausbildung
Theologische Fakultät 1890 Katholische Theologie und kirchliche Wissenschaft
Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät 1896 Naturwissenschaften, Mathematik und medizinische Grundlagen

Dominikanerorden

Der Dominikanerorden spielte in der frühen Entwicklung der Universität und insbesondere der Theologischen Fakultät eine wichtige Rolle.

Dominikanische Professoren aus verschiedenen Ländern trugen zum internationalen Charakter der Hochschule bei. Die enge Verbindung mit dem Orden verschaffte der theologischen und philosophischen Forschung früh eine überregionale Ausstrahlung.

Die Theologische Fakultät unterliegt wie die übrigen Fakultäten dem staatlichen Hochschulrecht. Gleichzeitig ist sie kirchlich anerkannt und wird traditionell vom Dominikanerorden und von der Schweizer Bischofskonferenz mitgetragen.

Der Grosskanzler der Theologischen Fakultät ist der Magister des Dominikanerordens.[4]

Naturwissenschaftliche Fakultät

Am 16. November 1896 nahm die Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät ihren Betrieb auf.

Ihre ersten Räume befanden sich auf dem Pérolles-Plateau in einer ehemaligen Waggonfabrik. Die Professorenschaft war von Beginn an international zusammengesetzt.

Im ersten Semester studierten dort 29, im zweiten bereits 50 Studenten.[3]

Die Fakultät entwickelte sich später zu einem bedeutenden Zentrum für Chemie, Physik, Biologie, Geowissenschaften, Mathematik, Informatik und medizinische Grundlagenforschung.

Erste Studentinnen

Frauen waren zunächst nicht zum regulären Studium zugelassen.

Im Jahr 1907 immatrikulierten sich erstmals drei Studentinnen. Sie stammten aus Luxemburg, Irland und Galizien. Im Wintersemester 1907/08 folgten die ersten Schweizer Studentinnen aus Freiburg und Lugano.

Der Frauenanteil stieg zunächst nur langsam. Seit den 1960er-Jahren nahm er deutlich zu.

Im akademischen Jahr 1998/99 waren mit einem Anteil von 56,6 Prozent erstmals mehr Frauen als Männer an der Universität eingeschrieben.[3]

Kantons- und Universitätsbibliothek

Im Jahr 1910 wurde ein neues Gebäude der Kantons- und Universitätsbibliothek Freiburg eröffnet.

Die Bibliothek war von Beginn an sowohl öffentliche Kantonsbibliothek als auch zentrale wissenschaftliche Bibliothek der Universität.

Neben der Kantons- und Universitätsbibliothek entstanden später zahlreiche Fach-, Fakultäts- und Institutsbibliotheken.

Hauptgebäude Miséricorde

Das starke Wachstum der Universität führte im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts zu erheblicher Raumnot.

Zwischen 1937 und 1941 entstand das Hauptgebäude Miséricorde auf dem Gelände des früheren Stadtfriedhofs. Der Name Miséricorde leitet sich von diesem Standort ab.

Die Anlage wurde vom Architekten Denis Honegger, einem Schüler Le Corbusiers, gemeinsam mit dem Freiburger Architekten Frédéric Dumas entworfen.

Das Gebäude wurde 1941 eingeweiht und gilt als bedeutendes Beispiel moderner Hochschularchitektur in der Schweiz.[3]

Wachstum nach dem Zweiten Weltkrieg

Nach 1945 nahm die Zahl der Studierenden, Lehrstühle und Institute stark zu.

Die Universität erweiterte ihr Angebot in:

  • Wirtschafts- und Sozialwissenschaften;
  • Psychologie;
  • Pädagogik;
  • Kommunikationswissenschaft;
  • Medizin;
  • Informatik;
  • Sportwissenschaft;
  • interdisziplinären Studien.

Neue Räume entstanden im Miséricorde-Areal, auf dem Pérolles-Plateau und in weiteren Teilen der Stadt.

Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät

Die Wirtschafts- und Sozialwissenschaften waren zunächst mit der Rechtswissenschaft verbunden.

Am 1. August 1989 wurde die bisherige Abteilung als selbstständige Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät eingerichtet.

Zu ihren Fachgebieten gehören unter anderem:

  • Betriebswirtschaftslehre;
  • Volkswirtschaftslehre;
  • Wirtschaftsinformatik;
  • Kommunikations- und Medienwissenschaft;
  • Soziologie;
  • Politikwissenschaft.

Pérolles 2

Das Gebäude Pérolles 2 wurde 2005 eröffnet.

Es beherbergt insbesondere Einrichtungen der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät sowie Bereiche der Informatik und Sportwissenschaft.

Der Standort ergänzte die älteren naturwissenschaftlichen Gebäude auf dem Pérolles-Plateau.

Humanmedizin

Medizinische Grundlagenfächer waren bereits seit der Gründung der naturwissenschaftlichen Fakultät vertreten.

Das Angebot wurde schrittweise erweitert. Seit 2009 kann das dritte Bachelorjahr der Humanmedizin in Freiburg absolviert werden.

Seit dem Herbstsemester 2019 bietet die Universität ein vollständiges Bachelor- und Masterstudium in Humanmedizin an. Das Masterprogramm wurde zunächst mit 40 Studienplätzen eingerichtet.[5]

Die Ausbildung erfolgt in Zusammenarbeit mit:

  • dem Freiburger Spital;
  • dem Freiburger Netzwerk für psychische Gesundheit;
  • Hausarztpraxen;
  • weiteren klinischen Partnerinstitutionen.

Integration der Pädagogischen Hochschule

Mit Beginn des akademischen Jahres 2025/26 wurde die Pädagogische Hochschule Freiburg in die Universität integriert.

Aus der Zusammenführung entstand die neue Fakultät für Erziehungs- und Bildungswissenschaften.

Sie vereinigt insbesondere:

  • Lehrpersonenbildung;
  • Erziehungswissenschaften;
  • Sonderpädagogik.

Damit stieg die Zahl der Fakultäten von fünf auf sechs.[6]

Organisation

Rechtsstellung

Die Universität Freiburg ist eine öffentlich-rechtliche Institution des Kantons Freiburg.

Ihre Rechtsstellung, Aufgaben und Organisation werden durch das kantonale Gesetz über die Universität geregelt.

Die Universität besitzt wissenschaftliche und organisatorische Autonomie innerhalb der gesetzlichen Vorgaben.

Zu ihren gesetzlichen Aufgaben gehören:

  • wissenschaftliche Lehre;
  • Grundlagen- und angewandte Forschung;
  • Weiterbildung;
  • Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses;
  • Wissens- und Technologietransfer;
  • Dienstleistungen für Gesellschaft und Staat;
  • Pflege der Zweisprachigkeit.

Kanton und Universität schliessen für mehrjährige Perioden eine Zielvereinbarung ab. Darin werden strategische Ziele, Leistungen und finanzielle Mittel festgelegt.[7]

Rektorat

Das Rektorat ist das leitende und vollziehende Organ der Universität.

Es ist verantwortlich für:

  • strategische Führung;
  • Finanzen;
  • Personalpolitik;
  • Hochschulentwicklung;
  • Forschung und Innovation;
  • Studium und Lehre;
  • Qualitätssicherung;
  • internationale Beziehungen;
  • Digitalisierung;
  • Gebäude und Infrastruktur.

Dem Rektorat gehören die Rektorin beziehungsweise der Rektor sowie mehrere Vizerektorinnen und Vizerektoren an.

Rektorin

Seit 2024 ist die Chemikerin Katharina Fromm Rektorin der Universität.

Sie ist seit 2006 ordentliche Professorin für anorganische Chemie in Freiburg. Ihre Forschung umfasst unter anderem bioanorganische Chemie, antimikrobielle Silberverbindungen, Nanopartikel und Materialien für Batterien.[8]

Die Rektorin:

  • leitet das Rektorat;
  • vertritt die Universität nach aussen;
  • trägt Verantwortung für das Funktionieren der Hochschule;
  • beaufsichtigt die zentrale Verwaltung;
  • verantwortet die universitären Finanzen.

Senat

Der Senat ist eines der zentralen Organe der akademischen Selbstverwaltung.

In ihm sind verschiedene Gruppen der Universitätsgemeinschaft vertreten:

  • Professorinnen und Professoren;
  • wissenschaftliche Mitarbeitende;
  • administratives und technisches Personal;
  • Studierende.

Der Senat behandelt unter anderem:

  • Statuten und Reglemente;
  • strategische Fragen;
  • Wahlgeschäfte;
  • akademische Organisation;
  • Stellungnahmen zu universitätspolitischen Vorlagen.

Hochschulrat

Der Hochschulrat begleitet und beaufsichtigt die strategische Entwicklung der Universität.

Er bildet ein Bindeglied zwischen Hochschule, Kanton und Öffentlichkeit.

Zu seinen Aufgaben gehören je nach gesetzlicher Grundlage insbesondere:

  • Mitwirkung an der strategischen Planung;
  • Begleitung des Rektorats;
  • Stellungnahmen zu universitären Vorhaben;
  • Mitwirkung bei der Wahl der Universitätsleitung;
  • Überprüfung der Zielerreichung.

Körperschaften

Die Angehörigen der Universität sind in verschiedenen Körperschaften organisiert.

Dazu gehören:

  • Körperschaft der Professorinnen und Professoren;
  • Körperschaft der wissenschaftlichen Mitarbeitenden;
  • Körperschaft des administrativen und technischen Personals;
  • Allgemeine Studierendenschaft.

Fakultäten

Die Universität Freiburg umfasst sechs Fakultäten.

Fakultät Wichtige Fachgebiete
Theologische Fakultät Katholische Theologie, Religionswissenschaft, Ethik und interreligiöser Dialog
Rechtswissenschaftliche Fakultät Schweizerisches, europäisches und internationales Recht
Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät Betriebswirtschaft, Volkswirtschaft, Wirtschaftsinformatik, Kommunikation, Medien und Sozialwissenschaften
Philosophische Fakultät Sprachen, Literaturen, Geschichte, Philosophie, Psychologie, Kunstgeschichte und Sozialwissenschaften
Fakultät für Erziehungs- und Bildungswissenschaften Lehrpersonenbildung, Erziehungswissenschaft und Sonderpädagogik
Mathematisch-Naturwissenschaftliche und Medizinische Fakultät Naturwissenschaften, Mathematik, Informatik, Sportwissenschaft und Medizin

Theologische Fakultät

Die Theologische Fakultät gehört zu den traditionsreichsten Einrichtungen der Universität.

Sie bietet Studienprogramme in:

  • katholischer Theologie;
  • Religionslehre;
  • theologischer Ethik;
  • Bibelwissenschaft;
  • Kirchengeschichte;
  • Pastoraltheologie;
  • Religionswissenschaft.

Die Fakultät ist staatlich organisiert, besitzt zugleich aber eine kirchenrechtliche Anerkennung.

Ihre internationale Ausrichtung und die Verbindung zum Dominikanerorden prägten das Profil der Universität seit ihrer Gründung.

Rechtswissenschaftliche Fakultät

Die Rechtswissenschaftliche Fakultät zählt traditionell zu den grössten Fakultäten der Universität.

Sie bietet Studienmöglichkeiten auf Deutsch, Französisch oder zweisprachig.

Zu den Lehr- und Forschungsgebieten gehören:

  • Privatrecht;
  • öffentliches Recht;
  • Strafrecht;
  • Wirtschaftsrecht;
  • Europarecht;
  • internationales Recht;
  • Rechtsgeschichte;
  • Religionsrecht;
  • Steuerrecht.

Die Lage zwischen deutscher und französischer Rechtskultur sowie die Mehrsprachigkeit bilden wichtige Besonderheiten der Fakultät.

Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät

Die Fakultät verbindet wirtschaftswissenschaftliche und sozialwissenschaftliche Fachrichtungen.

Sie umfasst unter anderem:

  • Betriebswirtschaftslehre;
  • Volkswirtschaftslehre;
  • Wirtschaftsinformatik;
  • Kommunikationswissenschaft;
  • Medienforschung;
  • Soziologie;
  • politische Ökonomie.

Die Fakultät ist hauptsächlich am Standort Pérolles 2 untergebracht.

Philosophische Fakultät

Die Philosophische Fakultät deckt einen grossen Teil der Geistes- und Humanwissenschaften ab.

Zu ihren Fachgebieten gehören:

  • Geschichte;
  • Philosophie;
  • Archäologie;
  • Kunstgeschichte;
  • Musikwissenschaft;
  • Literaturwissenschaft;
  • Sprachwissenschaft;
  • Germanistik;
  • Romanistik;
  • Anglistik;
  • Slawistik;
  • Sozialanthropologie;
  • Psychologie;
  • Mehrsprachigkeitsforschung.

Die Fakultät ist vor allem am Standort Miséricorde und in weiteren Gebäuden der Innenstadt vertreten.

Fakultät für Erziehungs- und Bildungswissenschaften

Die Fakultät nahm ihre Tätigkeit mit dem akademischen Jahr 2025/26 auf.

Sie entstand aus der Integration der Pädagogischen Hochschule Freiburg und bestehenden universitären Fachbereichen.

Zu ihren Aufgaben gehören:

  • Ausbildung von Lehrpersonen;
  • Forschung zu Bildung, Lernen und Erziehung;
  • Sonderpädagogik;
  • schulische und ausserschulische Bildungsforschung;
  • Weiterbildung im Bildungswesen.

Die Fakultät verbindet die deutsch- und französischsprachige Lehrpersonenbildung des Kantons mit universitärer Forschung.

Mathematisch-Naturwissenschaftliche und Medizinische Fakultät

Die Fakultät ist in die Bereiche Naturwissenschaften und Medizin gegliedert.

Zu ihren Fachgebieten gehören:

  • Mathematik;
  • Informatik;
  • Physik;
  • Chemie;
  • Biochemie;
  • Biologie;
  • Geografie;
  • Geologie;
  • Materialwissenschaften;
  • Neurowissenschaften;
  • Sport- und Bewegungswissenschaften;
  • Humanmedizin;
  • biomedizinische Wissenschaften.

Ein grosser Teil der Fakultät befindet sich auf dem Pérolles-Plateau.

Studium

Studienstruktur

Die Studiengänge folgen dem Bologna-System.

Die wichtigsten akademischen Stufen sind:

Stufe Üblicher Umfang Abschluss
Bachelor 180 ECTS-Punkte Bachelor of Arts, Bachelor of Science oder Bachelor of Law
Master meist 90 oder 120 ECTS-Punkte Master of Arts, Master of Science oder Master of Law
Doktorat eigenständige Forschungsarbeit Doktorat beziehungsweise PhD
Weiterbildung je nach Programm CAS, DAS oder MAS

Die Regelstudienzeit eines Bachelorstudiums beträgt gewöhnlich drei Jahre. Masterprogramme dauern meist eineinhalb bis zwei Jahre.

Zweisprachige Abschlüsse

Eine Besonderheit Freiburgs sind zweisprachige Studiengänge und Diplome.

Studierende können in vielen Fächern einen Teil ihrer Leistungen auf Deutsch und einen Teil auf Französisch absolvieren.

Dadurch erwerben sie neben fachlichen Kenntnissen auch:

  • wissenschaftliche Sprachkompetenz;
  • interkulturelle Erfahrung;
  • Kenntnisse unterschiedlicher akademischer Traditionen;
  • bessere Voraussetzungen für den schweizerischen Arbeitsmarkt.

Lehrpersonenbildung

Seit der Integration der Pädagogischen Hochschule ist die Universität für einen grossen Teil der kantonalen Lehrpersonenbildung zuständig.

Das Angebot umfasst Ausbildungen für verschiedene Schulstufen und Sprachregionen.

Die Ausbildung verbindet:

  • Fachwissenschaft;
  • Fachdidaktik;
  • Bildungswissenschaft;
  • Unterrichtspraxis;
  • berufliche Reflexion.

Weiterbildung

Die Universität bietet berufsbegleitende Weiterbildungsprogramme an.

Dazu gehören:

  • Certificate of Advanced Studies;
  • Diploma of Advanced Studies;
  • Master of Advanced Studies;
  • Einzelkurse;
  • öffentliche Weiterbildungsangebote.

Die Programme richten sich unter anderem an Fachpersonen aus Recht, Wirtschaft, Bildung, Gesundheit, Verwaltung, Religion und Kommunikation.

Studierende

An der Universität studieren rund 10'000 Personen aus etwa 100 Ländern.

Ein grosser Teil stammt aus anderen Schweizer Kantonen oder aus dem Ausland. Die Hochschule besitzt deshalb eine über den Kanton hinausgehende nationale Bedeutung.

Die Studierendenschaft ist durch ihre sprachliche und kulturelle Vielfalt geprägt.

Typisch für Freiburg ist, dass deutsch- und französischsprachige Studierende:

  • dieselben Gebäude und Einrichtungen nutzen;
  • teilweise dieselben Veranstaltungen besuchen;
  • in zweisprachigen studentischen Organisationen zusammenarbeiten;
  • Sprachkurse der jeweils anderen Landessprache belegen.

Die Zahl der Studentinnen übersteigt seit Ende der 1990er-Jahre die Zahl der Studenten.

Aktuelle und historische Statistiken werden im Jahresbericht der Universität veröffentlicht.[9]

Studierendenorganisation

Die allgemeine Studierendenschaft wird durch die Association générale des étudiant·e·s de l'Université de Fribourg, kurz AGEF, vertreten.

Die Organisation ist zweisprachig tätig.

Sie vertritt die Studierenden gegenüber:

  • Rektorat;
  • Fakultäten;
  • Senat;
  • kantonalen Behörden;
  • Öffentlichkeit.

Zu ihren Tätigkeiten gehören:

  • hochschulpolitische Interessenvertretung;
  • Beratung;
  • Unterstützung studentischer Vereine;
  • soziale Angebote;
  • kulturelle Veranstaltungen;
  • Mitwirkung in universitären Gremien.

In den einzelnen Fachrichtungen bestehen Fachschaften.

Forschung

Die Universität betreibt Grundlagenforschung, angewandte Forschung und interdisziplinäre Projekte.

Die Forschung wird unter anderem finanziert durch:

  • kantonale Grundmittel;
  • Schweizerischen Nationalfonds;
  • europäische Forschungsprogramme;
  • Stiftungen;
  • Unternehmen;
  • private Spenden;
  • internationale Organisationen.

Die Universität weist im Verhältnis zu ihrer Grösse eine hohe Zahl an Drittmittelprojekten auf.

Mehrsprachigkeitsforschung

Die Mehrsprachigkeitsforschung gehört zu den charakteristischen Profilbereichen der Universität.

Das Institut für Mehrsprachigkeit untersucht unter anderem:

  • Erwerb mehrerer Sprachen;
  • Fremdsprachendidaktik;
  • Sprachpolitik;
  • Minderheitensprachen;
  • institutionelle Mehrsprachigkeit;
  • Sprachen im Bildungswesen;
  • gesellschaftliche Auswirkungen sprachlicher Vielfalt.

Die Forschung ist eng mit der zweisprachigen Situation des Kantons und der gesamten Schweiz verbunden.

Das Institut arbeitet mit der Stiftung für die Forschung und Entwicklung der Mehrsprachigkeit sowie mit kantonalen und eidgenössischen Stellen zusammen.[10]

Adolphe-Merkle-Institut

Das Adolphe-Merkle-Institut ist ein interdisziplinäres Forschungsinstitut für Nano- und Materialwissenschaften.

Es wurde durch eine bedeutende private Schenkung des Freiburger Unternehmers Adolphe Merkle ermöglicht.

Zu seinen Forschungsgebieten gehören:

  • bioinspirierte Materialien;
  • Polymerchemie;
  • Nanopartikel;
  • weiche Materialien;
  • Grenzflächen;
  • Materialphysik;
  • Nanobiologie.

Das Institut arbeitet mit Forschungsgruppen aus Chemie, Physik, Biologie, Medizin und Ingenieurwissenschaften zusammen.

Es besitzt eine starke internationale Ausrichtung und beschäftigt Forschende aus zahlreichen Ländern.

Bioinspirierte Materialien

Die Universität war führende Institution des Nationalen Forschungsschwerpunkts Bioinspirierte Materialien.

Dabei wurden Materialien entwickelt, deren Struktur oder Funktion von biologischen Systemen angeregt ist.

Untersucht wurden beispielsweise:

  • selbstheilende Materialien;
  • adaptive Oberflächen;
  • leichte Verbundstoffe;
  • optische Materialien;
  • mechanisch reagierende Polymere;
  • Materialien für Medizin und Energie.

Der Forschungsschwerpunkt verband Universitäten, Hochschulen und Industriepartner aus der ganzen Schweiz.

Humanmedizin und Neurowissenschaften

Die medizinische Forschung umfasst grundlegende, klinische und bevölkerungsbezogene Bereiche.

Schwerpunkte sind unter anderem:

  • Neurowissenschaften;
  • Zell- und Molekularbiologie;
  • Anatomie;
  • Physiologie;
  • Public Health;
  • Hausarztmedizin;
  • Psychiatrie;
  • medizinische Bildgebung;
  • digitale Medizin.

Die Universität arbeitet eng mit dem Freiburger Spital und dem Freiburger Netzwerk für psychische Gesundheit zusammen.

Das Human-IST-Institut erforscht die Interaktion zwischen Menschen und digitalen Technologien.

Schweizerisches Zentrum für Islam und Gesellschaft

Das Schweizerische Zentrum für Islam und Gesellschaft untersucht Fragen an der Schnittstelle zwischen Islam, Staat und Gesellschaft.

Es beschäftigt sich unter anderem mit:

  • muslimischem Leben in der Schweiz;
  • religiöser Bildung;
  • Seelsorge;
  • Integration;
  • islamischer Selbstreflexion;
  • interreligiösem Dialog;
  • gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen.

Das Zentrum verbindet wissenschaftliche Forschung mit Weiterbildung und öffentlichem Dialog.[11]

Europäische Studien

Die Universität besitzt aufgrund ihrer Lage und Mehrsprachigkeit eine starke Tradition in europäischen Studien.

Das Institut für Europarecht und das Zentrum für Europäische Studien befassen sich mit:

  • Recht der Europäischen Union;
  • europäischer Integration;
  • internationaler Politik;
  • Binnenmarkt;
  • Menschenrechten;
  • europäischen Gesellschaften;
  • Beziehungen zwischen der Schweiz und der Europäischen Union.

Die Universität organisiert regelmässig öffentliche Veranstaltungen zu europäischen Fragen.

Standorte

Miséricorde

Miséricorde ist der historische und administrative Hauptstandort der Universität.

Dort befinden sich unter anderem:

  • Rektorat;
  • Aula Magna;
  • Theologische Fakultät;
  • Rechtswissenschaftliche Fakultät;
  • grosse Teile der Philosophischen Fakultät;
  • Hörsäle;
  • Bibliotheken;
  • Mensen;
  • studentische Einrichtungen.

Die Anlage liegt westlich des Bahnhofs und ist vom Stadtzentrum zu Fuss erreichbar.

Das Hauptgebäude von 1941 gilt als bedeutendes Werk der schweizerischen Moderne.

Pérolles

Der Standort Pérolles liegt südlich des Stadtzentrums.

Er beherbergt vor allem:

  • Mathematisch-Naturwissenschaftliche und Medizinische Fakultät;
  • Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät;
  • Informatik;
  • Sportwissenschaft;
  • Laboratorien;
  • Forschungsinfrastruktur.

Der Standort gliedert sich in mehrere Gebäudekomplexe, darunter Pérolles 1 und Pérolles 2.

Regina Mundi

Der Standort Regina Mundi liegt westlich der Innenstadt.

Er wird unter anderem von universitären Diensten, Lehrveranstaltungen und einzelnen Instituten genutzt.

Weitere Standorte

Weitere universitäre Einrichtungen befinden sich unter anderem:

  • im Criblet;
  • an der Rue de Rome;
  • im Beauregardquartier;
  • beim Botanischen Garten;
  • in Gebäuden der ehemaligen Pädagogischen Hochschule;
  • bei medizinischen Partnerinstitutionen.

Die Universität bildet keinen abgeschlossenen Campus. Ihre Gebäude sind in die Stadt integriert.

Bibliotheken

Die wissenschaftliche Literaturversorgung erfolgt durch die Kantons- und Universitätsbibliothek Freiburg sowie durch zahlreiche dezentrale Bibliotheken.

Zu den Fachbibliotheken gehören unter anderem Bibliotheken für:

  • Recht;
  • Theologie;
  • Geschichte;
  • Philosophie;
  • Sprachen und Literaturen;
  • Wirtschafts- und Sozialwissenschaften;
  • Naturwissenschaften;
  • Medizin;
  • Erziehungswissenschaften.

Die Bibliotheken bieten:

  • Bücher und Zeitschriften;
  • elektronische Datenbanken;
  • Lern- und Arbeitsplätze;
  • historische Sammlungen;
  • Unterstützung bei Literaturrecherchen;
  • Open-Access-Dienste;
  • Forschungsdatenberatung.

Die Kantons- und Universitätsbibliothek erfüllt zugleich Aufgaben als wissenschaftliche Hochschulbibliothek und als öffentliche Gedächtnisinstitution des Kantons.[12]

Botanischer Garten

Der Botanische Garten der Universität liegt im Pérollesquartier.

Er dient:

  • Forschung;
  • Hochschullehre;
  • Artenschutz;
  • Umweltbildung;
  • öffentlicher Erholung.

Die Sammlungen umfassen Pflanzen aus verschiedenen Regionen und Lebensräumen.

Zum Garten gehören Freilandanlagen, Gewächshäuser und thematische Pflanzensammlungen.

Internationalität

Die Universität pflegt Partnerschaften mit Hochschulen in Europa und anderen Weltregionen.

Die internationale Zusammenarbeit umfasst:

  • Studierendenaustausch;
  • Forschungsprojekte;
  • Gastprofessuren;
  • gemeinsame Studienprogramme;
  • Doktoratsnetzwerke;
  • Sommerschulen;
  • wissenschaftliche Konferenzen.

Die deutsche und französische Zweisprachigkeit erleichtert Kontakte sowohl zum deutschsprachigen als auch zum französischsprachigen Hochschulraum.

Hinzu kommen englischsprachige Forschungs- und Studienangebote.

Verhältnis zur Stadt Freiburg

Die Universität prägt Freiburg in besonderem Mass.

Die Zahl ihrer Studierenden entspricht einem erheblichen Anteil der städtischen Bevölkerung. Dadurch gilt Freiburg als klassische Universitätsstadt.

Die Hochschule beeinflusst:

  • Wohnungsmarkt;
  • Gastronomie;
  • Kulturleben;
  • öffentlichen Verkehr;
  • Arbeitsmarkt;
  • internationale Zusammensetzung der Bevölkerung;
  • wirtschaftliche Entwicklung;
  • Stadtplanung.

Viele universitäre Gebäude liegen in unmittelbarer Nähe zu Wohnquartieren, Geschäften und öffentlichen Einrichtungen.

Die kurzen Wege zwischen Bahnhof, Altstadt, Miséricorde und Pérolles fördern die Verbindung zwischen Universität und Stadt.

Wirtschaftliche Bedeutung

Die Universität gehört zu den wichtigsten Arbeitgeberinnen des Kantons Freiburg.

Sie schafft direkte Arbeitsplätze in:

  • Forschung;
  • Lehre;
  • Verwaltung;
  • Technik;
  • Bibliotheken;
  • Informatik;
  • Gebäudebetrieb.

Zusätzliche wirtschaftliche Wirkung entsteht durch:

  • Ausgaben der Studierenden;
  • Forschungsaufträge;
  • Bauprojekte;
  • Konferenzen;
  • Ausgründungen;
  • Zusammenarbeit mit Unternehmen;
  • internationale Gäste.

Die Hochschule stärkt die Attraktivität des Kantons als Bildungs-, Forschungs- und Wirtschaftsstandort.

Wissenschaft und Öffentlichkeit

Die Universität vermittelt wissenschaftliche Erkenntnisse an eine breite Öffentlichkeit.

Zu den Angeboten gehören:

  • öffentliche Vorträge;
  • wissenschaftliche Cafés;
  • Kinderuniversität;
  • Seniorenuniversität;
  • Science Slam;
  • Ausstellungen;
  • öffentliche Diskussionen;
  • Medienbeiträge;
  • Veranstaltungen zu Recht, Religion, Medizin und Gesellschaft.

Das Bibel-und-Orient-Museum zeigt archäologische und kulturhistorische Objekte aus dem Alten Orient und dem Umfeld der biblischen Kulturen.

Hochschulsport

Der Universitätssport bietet Studierenden und Mitarbeitenden zahlreiche Sport- und Bewegungsangebote.

Die institutionelle Förderung des Hochschulsports begann in den 1930er-Jahren.

Heute umfasst das Programm unter anderem:

  • Mannschaftssport;
  • Fitness;
  • Tanz;
  • Kampfsport;
  • Wassersport;
  • Wintersport;
  • Bergsport;
  • Gesundheitssport.

Sportanlagen befinden sich am Standort Pérolles und an weiteren Orten in der Region.

Bekannte Persönlichkeiten

Georges Python

Georges Python war als Freiburger Staatsrat die wichtigste politische Persönlichkeit bei der Gründung der Universität.

Er setzte sich für ihre Finanzierung, internationale Ausrichtung und katholische Prägung ein.

Józef Maria Bocheński

Der polnisch-schweizerische Philosoph und Dominikaner Józef Maria Bocheński war Professor für Philosophie und später Rektor der Universität.

Er wurde durch Arbeiten zur Logik, Religionsphilosophie und Geschichte der modernen Philosophie bekannt.

Joseph Deiss

Der spätere Bundesrat Joseph Deiss studierte Wirtschafts- und Sozialwissenschaften und war als Professor an der Universität Freiburg tätig.

Er gehörte von 1999 bis 2006 dem Bundesrat an und war 2004 Bundespräsident.

Viola Amherd

Die spätere Bundesrätin Viola Amherd studierte Rechtswissenschaft an der Universität Freiburg.

Ruth Metzler-Arnold

Die frühere Bundesrätin Ruth Metzler-Arnold absolvierte ein Studium der Rechtswissenschaft an der Universität Freiburg.

Charles Morerod

Der Theologe und Dominikaner Charles Morerod studierte und lehrte an der Universität. Seit 2011 ist er Bischof von Lausanne, Genf und Freiburg.

Auszeichnungen

Die Universität und ihre Fakultäten verleihen:

  • Ehrendoktorate;
  • Fakultätspreise;
  • Forschungs- und Lehrpreise;
  • Auszeichnungen für Abschlussarbeiten;
  • Preise für Nachwuchsforschende.

Der Dies academicus bildet die traditionelle akademische Jahresfeier.

Dabei werden Leistungen aus Forschung, Lehre und gesellschaftlichem Engagement gewürdigt.

Nachhaltigkeit

Die Universität verfolgt eine Nachhaltigkeitsstrategie für Forschung, Lehre und Betrieb.

Zu den Themen gehören:

  • Energieverbrauch;
  • Mobilität;
  • Biodiversität;
  • Verpflegung;
  • Abfall;
  • nachhaltige Beschaffung;
  • Klimaschutz;
  • soziale Verantwortung;
  • Chancengleichheit.

Die räumliche Verteilung der Gebäude und der hohe Anteil historischer Bausubstanz stellen besondere Anforderungen an Sanierung und Energieeffizienz.

Chancengleichheit und Diversität

Die Universität fördert die Gleichstellung der Geschlechter und die Teilhabe unterschiedlicher gesellschaftlicher Gruppen.

Massnahmen betreffen unter anderem:

  • akademische Karriereförderung;
  • Vereinbarkeit von Familie, Studium und Beruf;
  • barrierefreien Zugang;
  • Schutz vor Diskriminierung;
  • sprachliche Vielfalt;
  • psychologische und soziale Beratung.

Die kulturelle und sprachliche Vielfalt gehört zum Selbstverständnis der Universität.

Herausforderungen

Zu den langfristigen Herausforderungen gehören:

  • Finanzierung des Hochschulwachstums;
  • Unterhalt und Ausbau der Gebäude;
  • Integration der Lehrpersonenbildung;
  • Sicherung der Zweisprachigkeit;
  • internationale Konkurrenz um Forschende;
  • Digitalisierung;
  • Entwicklung der Humanmedizin;
  • Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses;
  • nachhaltiger Hochschulbetrieb;
  • Zugang zu europäischen Forschungsprogrammen.

Die Universität muss gleichzeitig ihre breite Fächerstruktur erhalten und wissenschaftliche Schwerpunkte ausbauen.

Bedeutung

Die Universität Freiburg besitzt eine besondere Stellung in der schweizerischen Hochschullandschaft.

Sie ist:

  • die einzige umfassend deutsch-französisch zweisprachige Universität der Schweiz;
  • eine wichtige Hochschule der Westschweiz;
  • ein Bindeglied zwischen deutscher und französischer Wissenschaftskultur;
  • ein bedeutendes Zentrum katholischer Theologie;
  • eine mittelgrosse Volluniversität;
  • eine der wichtigsten Institutionen des Kantons Freiburg.

Ihre Zweisprachigkeit, internationale Zusammensetzung und vergleichsweise persönliche Studienatmosphäre prägen ihr Profil.

Zeittafel

Jahr Ereignis
1763 Gründung einer Akademie für Rechtswissenschaften
4. Oktober 1889 Der Grosse Rat beschliesst die Eröffnung universitärer Fakultäten
4. November 1889 Beginn des Lehrbetriebs der Philosophischen und Juristischen Fakultät
1890 Aufnahme des Lehrbetriebs der Theologischen Fakultät
16. November 1896 Eröffnung der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät
1907 Immatrikulation der ersten drei Studentinnen
1910 Einweihung des Gebäudes der Kantons- und Universitätsbibliothek
1938 Institutionelle Förderung des Universitätssports
1941 Einweihung des Hauptgebäudes Miséricorde
1965 Eröffnung einer provisorischen Universitätsmensa
1971 Einrichtung einer universitären Kinderkrippe
1. August 1989 Bildung der selbstständigen Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät
1989 Feier des hundertjährigen Bestehens
1998/99 Erstmals studieren mehr Frauen als Männer an der Universität
2001 Einführung eines neuen universitären Erscheinungsbilds
2005 Eröffnung des Gebäudes Pérolles 2
2009 Einführung des dritten Bachelorjahrs in Humanmedizin
2019 Beginn des Masterstudiums in Humanmedizin
2024 Katharina Fromm wird Rektorin
2025 Gründung der Fakultät für Erziehungs- und Bildungswissenschaften durch Integration der Pädagogischen Hochschule

Siehe auch

Literatur

  • Urs Altermatt: Die Universität Freiburg auf der Suche nach Identität. Freiburg.
  • Urs Altermatt: 1889–1989. Geschichte der Universität Freiburg Schweiz. Freiburg 1991.
  • Universität Freiburg: Jahresbericht. Freiburg.
  • Universität Freiburg: Strategie 2030. Freiburg.
  • Kanton Freiburg: Gesetz über die Universität. Freiburg.
  • Denis Honegger und Frédéric Dumas: Die Universität Miséricorde in Freiburg. Freiburg.
  • Franz Xaver Bischof: Die Theologische Fakultät Freiburg und ihre Geschichte. Freiburg.

Einzelnachweise

  1. Universität Freiburg: Kurzportrait der Universität, abgerufen am 23. Juli 2026.
  2. Universität Freiburg: Sprachenpolitik, abgerufen am 23. Juli 2026.
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 Universität Freiburg: Geschichte der Universität, abgerufen am 23. Juli 2026.
  4. Theologische Fakultät der Universität Freiburg: Geschichte und Profil, abgerufen am 23. Juli 2026.
  5. Universität Freiburg: Geschichte der Abteilung Medizin, abgerufen am 23. Juli 2026.
  6. Universität Freiburg: Fakultät für Erziehungs- und Bildungswissenschaften, abgerufen am 23. Juli 2026.
  7. Kanton Freiburg: Gesetz über die Universität, abgerufen am 23. Juli 2026.
  8. Universität Freiburg: Rektorin Katharina Fromm, abgerufen am 23. Juli 2026.
  9. Universität Freiburg: Zahlen und Statistiken, abgerufen am 23. Juli 2026.
  10. Universität Freiburg: Departement für Mehrsprachigkeitsforschung und Fremdsprachendidaktik, abgerufen am 23. Juli 2026.
  11. Universität Freiburg: Schweizerisches Zentrum für Islam und Gesellschaft, abgerufen am 23. Juli 2026.
  12. Universität Freiburg: Die Bibliotheken an der Universität Freiburg, abgerufen am 23. Juli 2026.