St. Galler Kantonalbank

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St.Galler Kantonalbank AG
Abkürzung SGKB
Rechtsform Aktiengesellschaft
Branche Bankwesen
Gründung 1868
Umwandlung in eine AG 1. Januar 2000
Börsenkotierung 2. April 2001
Sitz St. Gallen
Hauptaktionär Kanton St. Gallen, 51 %
Verwaltungsratspräsident Roland Ledergerber
CEO Christian Schmid
Niederlassungen 38
Mitarbeitende 1'470 Personen im Konzern
Bilanzsumme 48,1 Milliarden Franken
Verwaltete Vermögen 71,8 Milliarden Franken
Geschäftsvolumen 106,6 Milliarden Franken
Konzerngewinn 227,0 Millionen Franken
Stand der Geschäftszahlen 31. Dezember 2025
Börse SIX Swiss Exchange
ISIN CH0011484067
Nennwert je Aktie 80 Franken
UID CHE-105.845.146
Bankenclearing 781
BIC KBSGCH22
Website sgkb.ch

Die St.Galler Kantonalbank AG (SGKB) ist die Kantonalbank des Kantons St. Gallen und eine der grösseren Regionalbanken der Schweiz. Sie wurde 1868 als St.Gallische Kantonalbank gegründet und hat ihren Hauptsitz in der Stadt St. Gallen. Seit dem Jahr 2000 ist sie als Aktiengesellschaft organisiert; ihre Namenaktien werden seit dem 2. April 2001 an der SIX Swiss Exchange gehandelt.[1][2]

Der Kanton St. Gallen hält 51 Prozent des Aktienkapitals und ist damit Mehrheitsaktionär. Das Kantonalbankgesetz schreibt vor, dass der Anteil des Kantons mindestens 51 Prozent betragen muss. Für einen grossen Teil der Verbindlichkeiten des schweizerischen Stammhauses besteht eine gesetzliche Staatsgarantie.[3][4]

Die SGKB ist als Universalbank tätig. Sie betreut Privatpersonen, kleine und mittlere Unternehmen, Grossunternehmen, institutionelle Anleger sowie öffentlich-rechtliche Körperschaften. Ihre wichtigsten Geschäftsfelder sind das Kredit- und Hypothekargeschäft, das Anlagegeschäft, das Private Banking, die Vermögensverwaltung, der Zahlungsverkehr und die Vorsorgeberatung.

Der traditionelle Heimmarkt umfasst die Kantone St. Gallen und Appenzell Ausserrhoden. In ausgewählten Geschäftsfeldern ist die Bank auch in der übrigen Deutschschweiz und in Deutschland tätig. Zum Konzern gehört die St.Galler Kantonalbank Deutschland AG mit Sitz in München und einer Niederlassung in Frankfurt am Main.[5]

Name

Die offizielle Schreibweise des Unternehmensnamens lautet St.Galler Kantonalbank, wobei zwischen «St.» und «Galler» kein Leerzeichen steht. Diese Schreibweise wird im Logo, in den Geschäftsberichten und in der offiziellen Unternehmenskommunikation verwendet.

Bei der Gründung trug das Institut den Namen St.Gallische Kantonalbank. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird die heutige Bank häufig auch als «St. Galler Kantonalbank» mit Leerzeichen geschrieben.

Geschichte

Gründung

Die St.Gallische Kantonalbank wurde 1868 gegründet. Ihr ursprünglicher Auftrag bestand darin, der Bevölkerung, der Landwirtschaft und dem Kleingewerbe des Kantons Spar- und Kreditmöglichkeiten anzubieten. Zugleich sollte sie die regionale Wirtschaftsentwicklung unterstützen.[1]

Die Entstehung der Bank fiel in eine Zeit des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandels. Die Industrialisierung erhöhte den Kapitalbedarf von Gewerbebetrieben, Textilunternehmen, Landwirtschaft und öffentlichen Körperschaften. Gleichzeitig verfügten viele Teile der Bevölkerung noch nicht über einen einfachen Zugang zu sicheren Sparmöglichkeiten und Krediten.

Als kantonales Institut sollte die Bank eine verlässliche Alternative zu privaten Geldgebern und kleineren lokalen Kreditinstituten schaffen. Der Kanton stellte ihr das notwendige Kapital zur Verfügung und übernahm die Verantwortung für ihre institutionelle Ausgestaltung.

Aufbau des Niederlassungsnetzes

Von St. Gallen aus baute die Kantonalbank schrittweise ein Netz von Niederlassungen in den verschiedenen Regionen des Kantons auf. Die Geschäftsstellen ermöglichten auch der Bevölkerung ausserhalb des kantonalen Hauptorts den Zugang zu Konten, Sparprodukten, Krediten und Zahlungsverkehrsdienstleistungen.

Die regionale Präsenz war angesichts der geografischen Vielfalt des Kantons besonders wichtig. Das Marktgebiet umfasst das Rheintal, das Toggenburg, das Linthgebiet, das Fürstenland, das Werdenberg, das Sarganserland und die Region Zürichsee-Linth.

Die Kantonalbank entwickelte sich zu einer bedeutenden Finanzierungspartnerin für Landwirtschaft, Gewerbe, Industrie, Wohnungsbau und Gemeinden. Hypotheken bildeten dabei früh einen wesentlichen Bestandteil des Geschäfts.

Entwicklung im 20. Jahrhundert

Im 20. Jahrhundert erweiterte die Bank ihr Dienstleistungsangebot. Neben dem Spar- und Kreditgeschäft gewannen der Zahlungsverkehr, das Wertschriftengeschäft, die berufliche und private Vorsorge sowie die Beratung von Unternehmen an Bedeutung.

Die wirtschaftliche Entwicklung des Kantons beeinflusste das Geschäft der Bank stark. Während die Textilindustrie in früheren Jahrzehnten eine zentrale Rolle gespielt hatte, wuchs später die Bedeutung des Maschinenbaus, der Metallindustrie, der Lebensmittelproduktion, des Baugewerbes, des Tourismus und des Dienstleistungssektors.

Mit der zunehmenden Motorisierung und der Ausdehnung der Siedlungsgebiete stieg der Bedarf an Wohn- und Gewerbeimmobilien. Die Kantonalbank wurde zu einer wichtigen Anbieterin von Hypotheken und Baufinanzierungen.

Gleichzeitig wurden interne Abläufe zunehmend automatisiert. Elektronische Datenverarbeitung, Geldautomaten, Bankkarten und später E-Banking veränderten sowohl den Bankbetrieb als auch den Kontakt zur Kundschaft.

Neues Kantonalbankgesetz

Im Jahr 1996 trat ein neues Kantonalbankgesetz in Kraft. Es schuf die rechtlichen Voraussetzungen für die spätere Teilprivatisierung und die Umwandlung der Bank in eine Aktiengesellschaft.[1]

Die Reform sollte der Bank mehr unternehmerische Flexibilität verschaffen und gleichzeitig den bestimmenden Einfluss des Kantons sichern. Das Gesetz legte deshalb fest, dass der Kanton dauerhaft mindestens 51 Prozent des Aktienkapitals halten muss.

Die öffentlich-rechtliche Anstalt wurde auf den 1. Januar 2000 in die St.Galler Kantonalbank AG umgewandelt.[6]

Börsengang

Am 2. April 2001 wurden die Aktien der St.Galler Kantonalbank erstmals an der Schweizer Börse gehandelt. Der Börsengang machte einen Teil des Kapitals privaten und institutionellen Anlegern zugänglich, während der Kanton Mehrheitsaktionär blieb.[2]

Die Teilprivatisierung veränderte die Führungs- und Kontrollstrukturen. Als börsenkotierte Aktiengesellschaft unterliegt die SGKB unter anderem den Rechnungslegungs-, Transparenz- und Corporate-Governance-Vorschriften des schweizerischen Aktien- und Börsenrechts.

Seit der Teilprivatisierung stützt sich die Unternehmensstrategie insbesondere auf zwei wirtschaftliche Pfeiler:

  • das Kredit- und Finanzierungsgeschäft,
  • das Anlage- und Vermögensverwaltungsgeschäft.

Die Verbindung dieser Geschäftsfelder soll die Ertragsbasis diversifizieren und die Abhängigkeit vom Zinsgeschäft verringern.

Übernahme der Hyposwiss

Im Jahr 2002 übernahm die SGKB die Hyposwiss Privatbank AG in Zürich. Damit baute sie ihr Private Banking und ihre Präsenz ausserhalb der Ostschweiz aus.[1]

2008 folgte die Übernahme der Anglo Irish Bank (Suisse) SA. Das Unternehmen wurde anschliessend in Hyposwiss Private Bank Genève SA umbenannt.

Die Expansion im grenzüberschreitenden Vermögensverwaltungsgeschäft erhöhte jedoch auch die Komplexität und die regulatorischen Risiken. 2013 verkaufte die SGKB die Hyposwiss in Genf sowie wesentliche Teile des grenzüberschreitenden Geschäfts der Hyposwiss Zürich.

Das verbleibende schweizerische Geschäft wurde als Niederlassung der St.Galler Kantonalbank in Zürich weitergeführt. Die Zürcher Niederlassung konzentriert sich insbesondere auf Private Banking, institutionelle Kunden und ausgewählte vermögende Privatkunden.

Übernahme der Vadian Bank

2014 übernahm die St.Galler Kantonalbank die Vadian Bank AG. Diese war aus der früheren Ersparnisanstalt der Stadt St. Gallen hervorgegangen und besass eine lange lokale Tradition.[1]

Durch die Übernahme wurden Kundschaft, Mitarbeitende und Geschäftsvolumen der Vadian Bank in die SGKB integriert. Die Transaktion stärkte die Marktstellung der Kantonalbank in der Stadt und Region St. Gallen.

M.M.Warburg Bank Schweiz

2017 übernahm die SGKB die M.M.Warburg Bank (Schweiz) AG. Mit der Akquisition erweiterte sie insbesondere ihr Geschäft mit vermögenden Privatpersonen und professionellen Anlegern.[1]

Die übernommenen Aktivitäten wurden später in die bestehenden Strukturen der Bank integriert. Damit setzte die SGKB ihre Strategie fort, das Anlage- und Private-Banking-Geschäft als zweite Ertragssäule neben dem Kreditgeschäft auszubauen.

150-jähriges Bestehen

2018 beging die St.Galler Kantonalbank ihr 150-jähriges Bestehen. Das Jubiläum wurde mit Veranstaltungen und Projekten in verschiedenen Regionen des Marktgebiets begleitet.

Die Bank stellte dabei ihre historische Verbindung mit der Ostschweiz und ihren Wandel von einer kantonalen Spar- und Kreditbank zu einer börsenkotierten Finanzgruppe in den Mittelpunkt.

Führungswechsel im 21. Jahrhundert

Roland Ledergerber war von 2008 bis Ende April 2021 Präsident der Geschäftsleitung. Anschliessend wechselte er in den Verwaltungsrat. Seit 2022 ist er dessen Präsident.[7]

Christian Schmid übernahm am 1. Mai 2021 das Präsidium der Geschäftsleitung. Er hatte bereits seit 2008 der Geschäftsleitung angehört und zuvor den Bereich Corporate Center geführt.[7]

Rechtsform und Eigentumsverhältnisse

Die SGKB ist eine Aktiengesellschaft schweizerischen Rechts. Sie ist im Handelsregister des Kantons St. Gallen eingetragen und wird von der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht beaufsichtigt.[8]

Das Kantonalbankgesetz enthält besondere Bestimmungen, die über das gewöhnliche Aktienrecht hinausgehen. Der Kanton muss mindestens 51 Prozent des Aktienkapitals halten. Damit bleibt die Bank unter kantonaler Mehrheitskontrolle, obwohl fast die Hälfte des Kapitals im Besitz weiterer Aktionärinnen und Aktionäre sein kann.

Per 31. Dezember 2025 waren 34'661 Aktionärinnen und Aktionäre im Aktienregister eingetragen. Insgesamt bestanden 5'993'666 Namenaktien. Der Kanton St. Gallen war mit 51 Prozent der einzige Aktionär mit einer Beteiligung von mindestens drei Prozent.[3]

Der Nennwert einer Aktie beträgt 80 Franken. Die Aktie trägt die ISIN CH0011484067.[6]

Staatsgarantie

Der Kanton St. Gallen haftet gemäss Kantonalbankgesetz für die Verbindlichkeiten des schweizerischen Stammhauses, soweit die eigenen Mittel der Bank nicht ausreichen.[4]

Die Garantie gilt beispielsweise für:

  • Guthaben auf Privat- und Sparkonten,
  • Freizügigkeits- und Säule-3a-Konten,
  • Kassenobligationen,
  • von der Bank ausgegebene Anleihensobligationen,
  • weitere nicht ausdrücklich ausgenommene Verbindlichkeiten des Stammhauses.

Die Staatsgarantie geht damit über die allgemeine schweizerische Einlagensicherung hinaus, welche gesicherte Einlagen grundsätzlich bis zu einem gesetzlich festgelegten Höchstbetrag schützt.

Nicht von der kantonalen Garantie erfasst sind insbesondere:

  • das Aktienkapital,
  • nachrangige Darlehen und nachrangige Anleihen,
  • Geschäftsbeziehungen mit der St.Galler Kantonalbank Deutschland AG,
  • Wertschriften und andere Depotwerte, die rechtlich Eigentum der Kundschaft bleiben.

Die Bank entrichtet dem Kanton als Gegenleistung eine jährliche Abgeltung. Sie beträgt gemäss Kantonalbankgesetz zwischen 0,3 und 0,8 Prozent der gesetzlich erforderlichen Eigenmittel.[4]

Die Beibehaltung und Ausgestaltung der Staatsgarantie ist wiederholt Gegenstand politischer Diskussionen. Änderungen würden eine Anpassung des Kantonalbankgesetzes voraussetzen und könnten dem Referendum unterliegen.

Unternehmensführung

Verwaltungsrat

Der Verwaltungsrat ist für die Oberleitung, strategische Ausrichtung und Aufsicht über die Geschäftsleitung verantwortlich. Präsident ist seit 2022 Roland Ledergerber. Vizepräsident ist Ivo Wechsler.[7]

Ein Mitglied wird von der Regierung des Kantons St. Gallen in den Verwaltungsrat entsandt. Im Jahr 2026 nahm Regierungsrat Marc Mächler diese Funktion wahr. Er vertritt den Kanton als Mehrheitsaktionär.

Die übrigen Mitglieder werden grundsätzlich von der Generalversammlung gewählt. Der Verwaltungsrat verfügt über Ausschüsse, die sich unter anderem mit Prüfung, Risiko, Personal und Vergütung befassen.

Geschäftsleitung

Die operative Leitung liegt bei einer fünfköpfigen Geschäftsleitung. Präsident der Geschäftsleitung und CEO ist Christian Schmid.

Weitere Mitglieder sind:

  • Patrick Graf, Leiter Corporate Center,
  • Falk Kohlmann, Leiter Marktleistungen,
  • René Walser, Leiter Privat- und Geschäftskunden,
  • Hanspeter Wohlwend, Leiter Private Banking.

Die Aufgaben der Geschäftsleitung umfassen die Umsetzung der Strategie, die operative Steuerung, das Risikomanagement, die Personalführung und die Organisation der Markt- und Unterstützungsbereiche.

Geschäftstätigkeit

Privatkundengeschäft

Für Privatpersonen bietet die SGKB unter anderem Konten, Karten, Zahlungsverkehr, Sparprodukte, Hypotheken, Konsumkredite, Anlageberatung und Vorsorgelösungen an.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der umfassenden Finanzberatung. Dabei werden Finanzierung, Vermögensanlage, Vorsorge, Steuern, Pensionierung und Nachlassplanung gemeinsam betrachtet.

Das Hypothekargeschäft gehört zu den wichtigsten Bereichen der Bank. Es umfasst Finanzierungen für selbstgenutztes Wohneigentum, Renditeobjekte, Bauprojekte und Renovationen.

Geschäftskundengeschäft

Die Bank betreut kleine und mittlere Unternehmen, Gewerbebetriebe, Landwirtschaftsbetriebe, Immobilienunternehmen und Grossunternehmen.

Zu den angebotenen Dienstleistungen gehören:

  • Betriebsmittelkredite,
  • Investitionsfinanzierungen,
  • Immobilienfinanzierungen,
  • Handelsfinanzierungen und Garantien,
  • Zahlungsverkehr,
  • Liquiditätsmanagement,
  • Devisen- und Zinsabsicherung,
  • berufliche Vorsorge,
  • Unternehmensnachfolge,
  • Anlage- und Vermögensverwaltung.

Die regionale Wirtschaftsstruktur führt zu einer breiten Kundschaft aus Industrie, Gewerbe, Bauwirtschaft, Gesundheitswesen, Tourismus, Landwirtschaft und Dienstleistungen.

Private Banking

Das Private Banking richtet sich an vermögende Privatpersonen, Unternehmerfamilien und ausgewählte institutionelle Kunden.

Die Leistungen umfassen Vermögensverwaltung, Anlageberatung, Finanzplanung, Nachlassplanung und Betreuung komplexer Vermögensstrukturen.

Private-Banking-Dienstleistungen werden sowohl im Ostschweizer Heimmarkt als auch über die Niederlassung in Zürich und die deutsche Tochtergesellschaft angeboten.

Institutionelle Kunden

Die SGKB betreut Pensionskassen, Stiftungen, Versicherungen, Unternehmen und andere institutionelle Anleger. Zu den Dienstleistungen gehören Vermögensverwaltung, Anlageberatung, Wertschriftenverwahrung und Global Custody.

Im Jahr 2025 verzeichnete die Bank insbesondere im Global-Custody-Geschäft mit Pensionskassen einen hohen Zufluss neuer Vermögen.[9]

Anlageprodukte

Die Bank bietet eigene Anlagefonds, Vermögensverwaltungsmandate, Vorsorgefonds und strukturierte Anlagepakete an.

Ihre Anlageberatung stützt sich auf eine eigene Marktmeinung und strategische Anlagestrategien. Die Kundschaft kann zwischen unterschiedlichen Risikoprofilen und Beratungsmodellen wählen.

Neben klassischen Anlagen werden auch Produkte angeboten, bei denen ökologische, soziale und unternehmerische Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigt werden.

Marktgebiet und Niederlassungen

Das Stammhaus verfügte Ende 2025 über 38 Niederlassungen in den Kantonen St. Gallen, Appenzell Ausserrhoden und Zürich.[5]

Im Kanton St. Gallen unterhält die Bank Standorte unter anderem in:

  • St. Gallen,
  • Gossau,
  • Rorschach,
  • St. Margrethen,
  • Heerbrugg,
  • Altstätten,
  • Buchs,
  • Sevelen,
  • Sargans,
  • Bad Ragaz,
  • Wattwil,
  • Wil,
  • Uznach,
  • Rapperswil-Jona,
  • Schänis.

Im Kanton Appenzell Ausserrhoden bestehen ebenfalls Beratungsstandorte. Die Zürcher Niederlassung befindet sich an der Stauffacherstrasse und konzentriert sich vor allem auf Anlage- und Private-Banking-Dienstleistungen.[10]

Die Bank ergänzt das physische Netz durch Geldautomaten, ein telefonisches Beratungszentrum, E-Banking, eine Mobile-Banking-App und digitale Beratungsangebote.

St.Galler Kantonalbank Deutschland

Die St.Galler Kantonalbank Deutschland AG wurde 2009 gegründet. Sie ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der St.Galler Kantonalbank AG und besitzt eine deutsche Banklizenz.[11]

Der Sitz befindet sich in München; eine weitere Niederlassung besteht in Frankfurt am Main. Das Unternehmen konzentriert sich auf Vermögensverwaltung und Anlageberatung für vermögende Privatpersonen sowie institutionelle Kunden mit Domizil in Deutschland.

Die Tochtergesellschaft verfolgt kein klassisches Filialbankmodell und vergibt grundsätzlich keine Hypotheken oder gewöhnlichen Konsumkredite im Umfang einer Universalbank.

Die deutsche Tochtergesellschaft ist nicht durch die Staatsgarantie des Kantons St. Gallen gedeckt.[4]

Aktie und Börsenkotierung

Die Namenaktien der SGKB werden seit dem 2. April 2001 an der SIX Swiss Exchange gehandelt.[2]

Die Bank verfolgt nach eigenen Angaben eine langfristige und ergebnisorientierte Dividendenpolitik. Ein Teil des Konzerngewinns wird an die Aktionärinnen und Aktionäre ausgeschüttet, während ein weiterer Teil zur Stärkung des Eigenkapitals einbehalten wird.

Für das Geschäftsjahr 2025 genehmigte die Generalversammlung eine Dividende von 20 Franken je Aktie. Dem Kanton St. Gallen flossen dadurch rund 61,1 Millionen Franken an Dividenden zu.[9][12]

Der Kanton profitiert neben der Dividende auch von der Abgeltung für die Staatsgarantie und von den Steuern der Bank.

Geschäftszahlen

Geschäftsjahr 2025

Im Geschäftsjahr 2025 erzielte der SGKB-Konzern einen Konzerngewinn von 227,0 Millionen Franken. Dies entsprach einer Steigerung von 5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.[9]

Der Geschäftsertrag erhöhte sich um 7,7 Prozent auf 604,7 Millionen Franken. Sämtliche wichtigen Ertragspfeiler lagen über dem Vorjahreswert.

Die Bilanzsumme stieg auf 48,1 Milliarden Franken. Die Kundenausleihungen nahmen um rund eine Milliarde Franken auf 34,7 Milliarden Franken zu. Der grösste Anteil des Neugeschäfts entfiel auf Hypotheken für Privatpersonen.

Die verwalteten Vermögen erhöhten sich um 11,3 Prozent auf 71,8 Milliarden Franken. Das Nettoneugeld betrug rund 4,2 Milliarden Franken.

Das Geschäftsvolumen, bestehend aus Kundenausleihungen und verwalteten Vermögen, erreichte 106,6 Milliarden Franken. Das ausgewiesene Eigenkapital belief sich auf rund 3,1 Milliarden Franken.

Kennzahl 2024 2025 Veränderung
Geschäftsertrag 561,7 Mio. CHF 604,7 Mio. CHF +7,7 %
Geschäftserfolg 253,9 Mio. CHF 266,2 Mio. CHF +4,8 %
Konzerngewinn 215,1 Mio. CHF 227,0 Mio. CHF +5,5 %
Bilanzsumme 45,6 Mrd. CHF 48,1 Mrd. CHF +5,6 %
Kundenausleihungen 33,8 Mrd. CHF 34,7 Mrd. CHF +2,9 %
Verwaltete Vermögen 64,5 Mrd. CHF 71,8 Mrd. CHF +11,3 %
Geschäftsvolumen 98,3 Mrd. CHF 106,6 Mrd. CHF +8,5 %

Personalbestand

Ende 2025 beschäftigte der Konzern 1'470 Personen. Der teilzeitbereinigte Personalbestand entsprach 1'235 Vollzeitstellen.[5]

Die Mitarbeitenden verteilen sich auf das Stammhaus, die Zürcher Niederlassung, die deutsche Tochtergesellschaft und zentrale Dienstleistungsbereiche.

Die SGKB bildet regelmässig Lernende, Praktikantinnen, Praktikanten und Hochschulabsolventen aus. Zu den Ausbildungsrichtungen gehören Bank, Informatik und kaufmännische Berufe.

Risikomanagement

Als Bank ist die SGKB insbesondere Kredit-, Markt-, Zins-, Liquiditäts-, operationellen und rechtlichen Risiken ausgesetzt.

Ein grosser Teil des Kreditportfolios besteht aus grundpfandgesicherten Ausleihungen. Die Bank prüft bei Hypotheken unter anderem den Wert der Immobilie, die Tragbarkeit und die finanzielle Situation der Kreditnehmenden.

Für Unternehmen werden Bonität, Geschäftsmodell, Branche, Verschuldung und Sicherheiten beurteilt. Für erkennbare Ausfallrisiken werden Wertberichtigungen und Rückstellungen gebildet.

Das starke Wachstum des Immobilien- und Hypothekarmarkts erfordert eine laufende Überwachung der regionalen Preisentwicklung. Die Bank verfolgt zudem Konzentrationsrisiken, die sich aus ihrer starken Verankerung in der Ostschweiz ergeben können.

Die Eigenmittel- und Liquiditätsanforderungen richten sich nach den Vorschriften der FINMA und der schweizerischen Bankenregulierung. Ende 2025 betrug die harte Kernkapitalquote 15,8 Prozent, die Gesamtkapitalquote 18,8 Prozent.[5]

Rating

Die Ratingagentur Moody’s bewertet die St.Galler Kantonalbank regelmässig. Im Jahr 2025 verfügte die Bank über ein langfristiges Rating von Aa1 mit stabilem Ausblick.[13]

Das Rating berücksichtigt unter anderem die Kapitalisierung, Ertragskraft, Qualität des Kreditportfolios, Liquidität, Marktstellung und die Staatsgarantie.

Digitalisierung

Die Digitalisierung veränderte das Geschäftsmodell und die Kundenbeziehungen der SGKB grundlegend. Ein grosser Teil des Zahlungsverkehrs und der alltäglichen Bankgeschäfte wird heute elektronisch abgewickelt.

Über das E-Banking und die SGKB-App können Kundinnen und Kunden unter anderem:

  • Kontostände und Transaktionen prüfen,
  • Rechnungen bezahlen,
  • Wertschriftengeschäfte ausführen,
  • Karten verwalten,
  • Dokumente abrufen,
  • Vermögenswerte und Vorsorgeprodukte überwachen,
  • mit der Bank kommunizieren.

Die Bank investiert laufend in die Erneuerung ihres Kernbankensystems, die Informationssicherheit, digitale Beratungsprozesse und Schnittstellen zu externen Finanzdienstleistern.

Trotz der Digitalisierung hält sie an einem vergleichsweise dichten Niederlassungsnetz fest. Die Geschäftsstellen werden zunehmend als Beratungsstandorte genutzt, während einfache Transaktionen auf digitale Kanäle und Selbstbedienungsgeräte verlagert werden.

Nachhaltigkeit

Die SGKB berücksichtigt wirtschaftliche, soziale und ökologische Aspekte in ihrer Geschäftstätigkeit. Die Bank veröffentlicht neben dem Geschäftsbericht einen Nachhaltigkeits- und einen Klimabericht.[14]

Im Finanzierungsgeschäft bietet sie unter anderem Lösungen für energieeffiziente Neubauten, Gebäudesanierungen und erneuerbare Energien an.

Im Anlagegeschäft werden Fonds und Mandate mit Nachhaltigkeitsmerkmalen angeboten. Die Kundschaft kann ökologische und soziale Präferenzen in die Anlageberatung einbeziehen.

Für den eigenen Betrieb verfolgt die Bank Ziele in den Bereichen:

  • Energieeffizienz,
  • Reduktion von Treibhausgasemissionen,
  • erneuerbare Energien,
  • nachhaltige Mobilität,
  • Ressourcen- und Papierverbrauch,
  • umweltgerechte Sanierung von Bankgebäuden.

Bereits im Jahr 2000 vereinbarte die SGKB mit der Energie-Agentur der Wirtschaft Ziele zur Reduktion des Energieverbrauchs und der Emissionen.[15]

Gesellschaftliches Engagement

Die Bank unterstützt wirtschaftliche, kulturelle, sportliche und soziale Projekte in der Ostschweiz. Das Engagement umfasst Sponsoring, gemeinnützige Beiträge und Freiwilligenarbeit.[16]

Öffentlichkeitsfonds

Die SGKB äufnet jährlich einen Öffentlichkeitsfonds mit ungefähr 0,2 Prozent des Jahresgewinns des Stammhauses. Aus dem Fonds werden gemeinnützige Vorhaben mit Bezug zur Ostschweiz unterstützt.

Im Jahr 2025 erhielten 43 Projekte Beiträge von insgesamt 453'000 Franken.[17]

Gefördert werden insbesondere Projekte aus den Bereichen:

  • Soziales,
  • Kultur,
  • Sport,
  • Bildung,
  • Natur und Umwelt,
  • regionale Infrastruktur.

Freiwilligentage

Seit 2011 organisiert die Bank Freiwilligentage. Mitarbeitende und Pensionierte können während eines Arbeitstags gemeinnützige Institutionen, soziale Projekte, Vereine oder Naturschutzvorhaben unterstützen.[18]

Die Einsätze werden in Zusammenarbeit mit Organisationen in den Kantonen St. Gallen und Appenzell Ausserrhoden durchgeführt.

Sponsoring

Die Bank unterstützt zahlreiche Veranstaltungen und Institutionen aus Sport, Kultur, Wirtschaft und Gesellschaft. Zu den bekannten Engagements gehören Partnerschaften mit regionalen Sportvereinen, Kulturveranstaltungen und Wirtschaftsorganisationen.

Die Bezeichnung St.Galler Kantonalbank Halle wird für eine Veranstaltungshalle auf dem Gelände der Olma Messen in St. Gallen verwendet.

Bedeutung für die Region

Die SGKB besitzt als grösste Bank mit Hauptsitz im Kanton St. Gallen eine bedeutende volkswirtschaftliche Stellung. Sie finanziert private Wohnbauten, Gewerbe, Industrieunternehmen, Landwirtschaft, Gemeinden und öffentliche Infrastruktur.

Der Kanton profitiert als Mehrheitsaktionär von Dividenden, Steuern und der Abgeltung für die Staatsgarantie. Gleichzeitig trägt er das mit der Garantie verbundene finanzielle Restrisiko.

Die Bank gehört zu den grösseren Arbeitgeberinnen der Region und bietet Arbeits- und Ausbildungsplätze in zahlreichen Gemeinden.

Ihre Marktdaten, Konjunkturbeobachtungen und Studien zum Immobilienmarkt werden auch von Unternehmen, Behörden und Medien als Informationsgrundlage genutzt.

Öffentliche Diskussionen

Staatsgarantie

Die Staatsgarantie wird regelmässig politisch diskutiert. Befürworter verweisen auf die Stabilität, das Vertrauen der Kundschaft und die günstigeren Refinanzierungsmöglichkeiten der Bank.

Kritiker sehen darin eine mögliche Haftung der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler und einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Banken ohne kantonale Garantie.

Der Kanton und die Bank verweisen darauf, dass die SGKB für die Garantie eine Entschädigung entrichtet und über eine starke Eigenkapitalbasis sowie eine unabhängige Bankenaufsicht verfügt.

Expansion ausserhalb des Kantons

Auch die Tätigkeit ausserhalb des traditionellen Heimmarkts war Gegenstand öffentlicher Diskussionen. Besonders die früheren Beteiligungen im grenzüberschreitenden Private Banking führten zu Fragen nach der Vereinbarkeit mit der regionalen Ausrichtung und dem Risikoprofil einer Kantonalbank.

Mit dem Verkauf der Hyposwiss Genf und grosser Teile des grenzüberschreitenden Geschäfts im Jahr 2013 reduzierte die Bank diese Aktivitäten. Die heutige Strategie konzentriert sich auf die Ostschweiz, ausgewählte Märkte in der Deutschschweiz und das regulierte Anlagegeschäft in Deutschland.

Literatur

  • St.Galler Kantonalbank: Geschäftsbericht 2025. St. Gallen 2026.
  • St.Galler Kantonalbank: Nachhaltigkeitsbericht 2025. St. Gallen 2026.
  • St.Galler Kantonalbank: 150 Jahre St.Galler Kantonalbank. St. Gallen 2018.
  • Kanton St. Gallen: Kantonalbankgesetz. St. Gallen.
  • Verband Schweizerischer Kantonalbanken: Die Kantonalbanken in Geschichte und Gegenwart. Basel.
  • Werner Vogt: Wirtschafts- und Bankgeschichte der Ostschweiz. St. Gallen.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 St.Galler Kantonalbank: Porträt und Geschichte der St.Galler Kantonalbank, abgerufen am 3. August 2026.
  2. 2,0 2,1 2,2 St.Galler Kantonalbank: Die Aktie der St.Galler Kantonalbank, abgerufen am 3. August 2026.
  3. 3,0 3,1 St.Galler Kantonalbank: Aktionärsstruktur, Stand 31. Dezember 2025, abgerufen am 3. August 2026.
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 St.Galler Kantonalbank: Einlagensicherung und Staatsgarantie, abgerufen am 3. August 2026.
  5. 5,0 5,1 5,2 5,3 St.Galler Kantonalbank: Geschäftsbericht 2025, St. Gallen 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  6. 6,0 6,1 St.Galler Kantonalbank: Häufig gestellte Fragen zur St.Galler Kantonalbank, abgerufen am 3. August 2026.
  7. 7,0 7,1 7,2 St.Galler Kantonalbank: Organisation der St.Galler Kantonalbank, abgerufen am 3. August 2026.
  8. St.Galler Kantonalbank: Impressum und rechtliche Angaben, abgerufen am 3. August 2026.
  9. 9,0 9,1 9,2 St.Galler Kantonalbank: St.Galler Kantonalbank steigert Gewinn, 11. Februar 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  10. St.Galler Kantonalbank: Niederlassungen, abgerufen am 3. August 2026.
  11. St.Galler Kantonalbank: Porträt und Tochtergesellschaft, abgerufen am 3. August 2026.
  12. St.Galler Kantonalbank: Generalversammlung 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  13. St.Galler Kantonalbank: Rating der St.Galler Kantonalbank, abgerufen am 3. August 2026.
  14. St.Galler Kantonalbank: Nachhaltigkeit bei der St.Galler Kantonalbank, abgerufen am 3. August 2026.
  15. St.Galler Kantonalbank: Umweltmanagement, abgerufen am 3. August 2026.
  16. St.Galler Kantonalbank: Gesellschaftliches Engagement, abgerufen am 3. August 2026.
  17. St.Galler Kantonalbank: Öffentlichkeitsfonds, abgerufen am 3. August 2026.
  18. St.Galler Kantonalbank: Freiwilligenarbeit, abgerufen am 3. August 2026.