Schweizerische Literaturarchiv

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Schweizerisches Literaturarchiv
Abkürzung SLA
Französischer Name Archives littéraires suisses
Italienischer Name Archivio svizzero di letteratura
Rätoromanischer Name Archiv svizzer da litteratura
Art Literaturarchiv
Gründung 1991
Trägerschaft Schweizerische Nationalbibliothek
Übergeordnete Behörde Bundesamt für Kultur
Standort Bern
Adresse Hallwylstrasse 15
3003 Bern
Leitung Lucas Marco Gisi
Sammlungsschwerpunkt Literarische Nachlässe, Archive und Autorenbibliotheken des 20. und 21. Jahrhunderts
Sprachen Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch
ISIL CH-000015-0
Website Schweizerisches Literaturarchiv

Das Schweizerische Literaturarchiv (SLA; französisch Archives littéraires suisses, italienisch Archivio svizzero di letteratura, rätoromanisch Archiv svizzer da litteratura) ist das nationale Archiv für literarische Nachlässe und Archive mit Bezug zur Schweiz. Es wurde 1991 auf Anstoss des Schriftstellers Friedrich Dürrenmatt gegründet und bildet eine Abteilung der Schweizerischen Nationalbibliothek in Bern. Diese gehört organisatorisch zum Bundesamt für Kultur.

Das Archiv sammelt, erschliesst, bewahrt und vermittelt literarische Dokumente aus den vier Sprach- und Literaturräumen der Schweiz. Im Zentrum stehen Nachlässe und Archive von Schriftstellerinnen und Schriftstellern des 20. und 21. Jahrhunderts. Hinzu kommen Unterlagen von Literaturkritikern, Philologinnen, Verlagen, Zeitschriften, literarischen Vereinigungen und weiteren kulturellen Institutionen.

Die Bestände umfassen unter anderem Manuskripte, Typoskripte, Notizbücher, Korrespondenzen, Tagebücher, Fotografien, Lebensdokumente, Ton- und Filmaufnahmen sowie persönliche Bibliotheken. Sie sind grundsätzlich öffentlich zugänglich und können für wissenschaftliche, literarische, journalistische und weitere Arbeiten konsultiert werden.[1]

Auftrag

Das Schweizerische Literaturarchiv versteht sich als literarisches Gedächtnis der Schweiz. Sein Auftrag besteht darin, bedeutende Quellen zur Entstehung, Verbreitung und Aufnahme von Literatur dauerhaft zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Anders als eine Bibliothek sammelt das SLA nicht in erster Linie veröffentlichte Bücher. Im Mittelpunkt stehen unveröffentlichte oder nur teilweise veröffentlichte Arbeits- und Lebensdokumente. Diese ermöglichen Einblicke in die Entstehung literarischer Werke, in persönliche und institutionelle Netzwerke sowie in die Bedingungen des Literaturbetriebs.

Zu den zentralen Aufgaben gehören:

  • die Übernahme literarischer Nachlässe und Archive;
  • die konservatorisch geeignete Aufbewahrung der Dokumente;
  • die Ordnung und archivische Erschliessung der Bestände;
  • die Bereitstellung für Forschung und Öffentlichkeit;
  • die Digitalisierung ausgewählter Dokumente;
  • die Durchführung und Unterstützung von Forschungsprojekten;
  • die Herausgabe wissenschaftlicher und literarischer Publikationen;
  • die Vermittlung der Bestände durch Ausstellungen, Lesungen und Veranstaltungen.

Das Archiv verfolgt einen gesamtschweizerischen und mehrsprachigen Ansatz. Es berücksichtigt die deutsche, französische, italienische und rätoromanische Literatur der Schweiz sowie Autorinnen und Autoren, deren Lebens- oder Wirkungsgeschichte eng mit dem Land verbunden ist.[2]

Geschichte

Handschriftensammlung der Nationalbibliothek

Bereits vor der Gründung des Schweizerischen Literaturarchivs besass die damalige Schweizerische Landesbibliothek Handschriften, Briefe und Nachlässe bedeutender Schriftstellerinnen und Schriftsteller.

Die Nationalbibliothek hatte seit ihrer Eröffnung im Jahr 1895 nicht nur gedruckte Helvetica gesammelt, sondern auch einzelne persönliche Archive und Manuskriptsammlungen übernommen. Eine eigenständige, auf literarische Nachlässe spezialisierte Institution bestand jedoch noch nicht.

Zu den historischen Beständen, die später in das Schweizerische Literaturarchiv übergingen, gehörten unter anderem Nachlässe oder Teilnachlässe von Hermann Hesse, Carl Albert Loosli, Rainer Maria Rilke, Annemarie Schwarzenbach und Carl Spitteler.[3]

Die wachsende Bedeutung literarischer Archive für Forschung und Editionswissenschaft führte im Verlauf des 20. Jahrhunderts zu Forderungen nach einer nationalen Institution. Zahlreiche wichtige Schweizer Nachlässe waren bereits an Bibliotheken, Universitäten oder Archive im Ausland gelangt. Andere wurden unter Familienmitgliedern aufgeteilt oder gingen verloren.

Friedrich Dürrenmatts Initiative

Den entscheidenden Anstoss zur Gründung gab Friedrich Dürrenmatt. Der Schriftsteller bot der Schweizerischen Eidgenossenschaft 1989 seinen umfangreichen literarischen Nachlass an. Er verband das Angebot mit der Forderung, ein gesamtschweizerisches Literaturarchiv zu schaffen.

Dürrenmatts Nachlass umfasste Manuskripte, Werkfassungen, Notizen, Korrespondenzen, Lebensdokumente und weitere Materialien zu seinem schriftstellerischen und künstlerischen Schaffen. Die Übernahme bot dem Bund die Möglichkeit, diesen bedeutenden Bestand in der Schweiz zu sichern und zugleich eine dauerhafte Institution für weitere literarische Archive aufzubauen.[4]

Friedrich Dürrenmatt starb am 14. Dezember 1990. Anfang 1991 wurde das Schweizerische Literaturarchiv in der damaligen Schweizerischen Landesbibliothek eröffnet. Es übernahm deren bestehende Handschriftenbestände und begann, die Sammlungen systematisch auszubauen.[5]

Aufbauphase

Erster Leiter des Archivs war der Literaturwissenschaftler und Bibliothekar Thomas Feitknecht. Er war bereits an der Vorbereitung der Institution beteiligt und leitete das SLA bis 2005.

In der Aufbauphase mussten Grundsätze für Erwerbung, Bewertung, Erschliessung und Benutzung entwickelt werden. Gleichzeitig übernahm das Archiv zahlreiche weitere Bestände. Neben abgeschlossenen Nachlässen verstorbener Personen kamen zunehmend Archive lebender Autorinnen und Autoren hinzu.

Diese Form der sogenannten Vorlass- oder Archivübernahme ermöglicht es, Unterlagen bereits während der aktiven Schaffenszeit zu sichern. Die Dokumente können in mehreren Ablieferungen an das Archiv gelangen und später ergänzt werden.

Das SLA entwickelte zudem Kontakte zu Hochschulen, Forschungsinstitutionen, Verlagen, literarischen Gesellschaften und verwandten Archiven im In- und Ausland.

Entwicklung seit 2006

Von 2006 bis Ende 2025 wurde das Schweizerische Literaturarchiv von der Literaturwissenschaftlerin Irmgard Wirtz Eybl geleitet. Während ihrer Amtszeit wurden die wissenschaftlichen Aktivitäten, die internationale Zusammenarbeit und die digitale Erschliessung wesentlich ausgebaut.

Das Archiv beteiligte sich an Editions- und Forschungsprojekten, organisierte Tagungen und entwickelte seine Publikationsreihen weiter. Zugleich wurden neue Sammlungsschwerpunkte gesetzt und bedeutende Archive aus allen vier Literaturen der Schweiz übernommen.

Am 1. Januar 2026 übernahm Lucas Marco Gisi die Leitung. Er hatte zuvor von 2009 bis 2018 das Robert Walser-Archiv geleitet und war seit 2018 Co-Leiter des Dienstes Forschung und Vermittlung im SLA.[6]

Organisation

Das Schweizerische Literaturarchiv ist keine selbstständige juristische Person. Es ist organisatorisch Teil der Schweizerischen Nationalbibliothek, die ihrerseits dem Bundesamt für Kultur untersteht.

Die Mitarbeitenden des SLA verfügen über fachliche Kompetenzen in Literaturwissenschaft, Archivwissenschaft, Bibliothekswesen, Editionsphilologie, Konservierung und digitaler Erschliessung. Einzelne Fachpersonen betreuen bestimmte Sprachräume, Sammlungsgruppen oder Nachlässe.

Die Arbeiten gliedern sich im Wesentlichen in folgende Bereiche:

  • Sammlung und Erwerbung;
  • Erschliessung und Katalogisierung;
  • Konservierung und Digitalisierung;
  • Benutzung und Auskunft;
  • Forschung und Edition;
  • Publikationen und Vermittlung.

Der Hauptsitz befindet sich im Gebäude der Schweizerischen Nationalbibliothek an der Hallwylstrasse 15 in Bern. Ein grosser Teil der Bestände wird in klimatisch kontrollierten Magazinen aufbewahrt.

Erwerbungspolitik

Das SLA sammelt literarische Nachlässe und Archive der vier Literaturen der Schweiz aus dem 20. und 21. Jahrhundert. Zeitliche Schwerpunkte bilden die Literatur der Zwischenkriegszeit sowie die Literatur seit den gesellschaftlichen und kulturellen Veränderungen um 1968.[2]

Das Archiv übernimmt Unterlagen von:

  • Schweizer Autorinnen und Autoren;
  • ausländischen Schriftstellerinnen und Schriftstellern mit engem Bezug zur Schweiz;
  • Personen aus Literaturkritik, Philologie und Literaturwissenschaft;
  • Verlagen und literarischen Zeitschriften;
  • Schriftstellerverbänden und literarischen Gesellschaften;
  • Personen der Exil- und Migrationsliteratur in der Schweiz;
  • weiteren Institutionen des Literaturbetriebs.

Nicht jeder angebotene Bestand wird übernommen. Die Auswahl richtet sich unter anderem nach literarischer Qualität, kulturhistorischer Bedeutung, nationaler und internationaler Rezeption sowie nach der Stellung einer Person oder Institution innerhalb der Literaturgeschichte.

Weitere Kriterien sind die Verbindung zu vorhandenen Beständen, der Erhalt zusammengehörender Dokumentgruppen und eine ausgewogene Vertretung unterschiedlicher Generationen, Sprachen und literarischer Formen.

Das SLA versucht auch, Lücken des überlieferten Kanons zu schliessen. Besondere Aufmerksamkeit gilt deshalb unter anderem Archiven von Autorinnen, Lyrikerinnen und Lyrikern, Vertretern der konkreten Poesie, Chansonniers sowie weniger stark institutionalisierten literarischen Strömungen.

Die Übernahme erfolgt als Schenkung, Depositum, Vermächtnis oder Ankauf. Dabei werden Eigentums-, Urheber- und Benutzungsrechte vertraglich geregelt.

Bestände

Die Sammlungen des Schweizerischen Literaturarchivs bilden keine vollständige Dokumentation sämtlicher Schweizer Literatur. Sie stellen vielmehr eine gezielt aufgebaute Auswahl bedeutender persönlicher und institutioneller Archive dar.

Ein Bestand kann wenige Dokumente oder mehrere hundert Archivschachteln umfassen. Neben vollständig erhaltenen Nachlässen bestehen Teilnachlässe, Sammlungen, Deposita und einzelne Erwerbungen.

Werkmanuskripte

Werkmanuskripte gehören zu den wichtigsten Quellen eines Literaturarchivs. Dazu zählen handschriftliche Entwürfe, Typoskripte, Druckfahnen, Korrekturexemplare und digitale Dateien.

Verschiedene Fassungen eines Textes dokumentieren die Entstehung eines Werkes. Streichungen, Ergänzungen, Umstellungen und Kommentare lassen erkennen, wie eine Autorin oder ein Autor sprachliche und inhaltliche Entscheidungen traf.

Solche Dokumente bilden eine wichtige Grundlage für historisch-kritische Editionen, textgenetische Untersuchungen und die Erforschung literarischer Schreibprozesse.

Korrespondenzen

Die Bestände enthalten zahlreiche persönliche und berufliche Briefe, Postkarten, Telegramme und elektronische Nachrichten.

Korrespondenzen dokumentieren Beziehungen zwischen Schriftstellern, Verlegerinnen, Übersetzern, Kritikern, Theaterleuten, Familienmitgliedern und politischen oder kulturellen Institutionen. Sie können Auskunft über Werkentstehung, Publikationsbedingungen, literarische Netzwerke und gesellschaftliche Debatten geben.

Bei der Benutzung jüngerer Korrespondenzen müssen Persönlichkeitsrechte, Datenschutz und urheberrechtliche Schutzfristen berücksichtigt werden.

Lebensdokumente

Zu den Lebensdokumenten gehören Tagebücher, Kalender, persönliche Notizen, Ausweise, Verträge, Zeugnisse, Fotografien, Reiseunterlagen und finanzielle Dokumente.

Sie ermöglichen die Rekonstruktion biografischer Zusammenhänge, müssen jedoch im Kontext ihrer Entstehung interpretiert werden. Ein literarischer Nachlass bildet das Leben einer Person nicht vollständig oder neutral ab. Er ist immer das Ergebnis von Aufbewahrung, Auswahl und späterer archivischer Ordnung.

Sammlungen und Dokumentationen

Viele Autorinnen und Autoren sammelten Zeitungsausschnitte, Rezensionen, Programmhefte, Fotografien und Materialien zu eigenen Veröffentlichungen.

Solche Dokumentationen zeigen, wie Werke aufgenommen, inszeniert, übersetzt oder öffentlich diskutiert wurden. Bei Dramatikern können zusätzlich Regiebücher, Bühnenbilder, Aufführungsfotografien und Theaterprogramme vorhanden sein.

Digitale Unterlagen

Neuere Archive enthalten zunehmend digitale Dokumente. Dazu gehören Textdateien, E-Mails, Datenbanken, Fotografien, Tonaufnahmen und Inhalte älterer Speichermedien.

Die Sicherung solcher Unterlagen ist technisch anspruchsvoll. Dateiformate, Programme und Datenträger können rasch veralten. Das Archiv muss deshalb Daten übertragen, dokumentieren und in geeigneten Langzeitformaten erhalten.

Gleichzeitig sind die ursprüngliche Ordnerstruktur, Dateiversionen und Metadaten wichtige Bestandteile des Entstehungszusammenhangs. Die digitale Archivierung beschränkt sich daher nicht auf das Kopieren einzelner Dateien.

Bestände in deutscher Sprache

Die deutschsprachigen Sammlungen bilden aufgrund der Bevölkerungs- und Literaturgeschichte der Schweiz einen umfangreichen Teil des SLA.

Bei der Gründung übernahm das Archiv historische Bestände der Nationalbibliothek. Dazu gehören Unterlagen von Hermann Hesse, Carl Albert Loosli, Rainer Maria Rilke, Annemarie Schwarzenbach und Carl Spitteler.[3]

Zu den weiteren bedeutenden Beständen gehören Nachlässe oder Archive von:

Das SLA betreut ausserdem Archive zeitgenössischer Autorinnen und Autoren. Diese können bereits zu Lebzeiten übergeben und in späteren Ablieferungen erweitert werden.

Die deutschsprachigen Bestände dokumentieren unterschiedliche literarische Milieus: bürgerliche Literatur, Exilliteratur, Avantgarde, politische Literatur, neue Frauenbewegung, Mundartliteratur, konkrete Poesie und Gegenwartsliteratur.

Bestände in französischer Sprache

Die französischsprachigen Sammlungen beziehen sich vor allem auf die Literatur der Romandie, umfassen jedoch auch Personen mit internationalen Lebenswegen und engen Beziehungen zur Schweiz.

Zu den betreuten Autorinnen, Autoren und Gelehrten gehören unter anderem:

Besonders umfangreich können neben literarischen Manuskripten auch wissenschaftliche Arbeitsunterlagen und Korrespondenzen sein. Der Bestand des Literaturkritikers, Medizin- und Ideenhistorikers Jean Starobinski dokumentiert beispielsweise ein internationales Netzwerk aus Literatur, Philosophie, Kunstgeschichte und Medizin.

Französischsprachige Verlags- und Institutionsarchive ergänzen die persönlichen Nachlässe. Dazu gehören Unterlagen, die Aufschluss über die Vermittlung der Schweizer Literatur im französischsprachigen Raum und im internationalen Buchhandel geben.

Bestände in italienischer Sprache

Die italienischsprachigen Bestände dokumentieren insbesondere das literarische Leben des Kantons Tessin und der italienischsprachigen Regionen Graubündens.

Zu den vertretenen Autorinnen und Autoren gehören unter anderem:

Die Unterlagen zeigen die engen Beziehungen der italienischsprachigen Schweizer Literatur zu Italien und zugleich ihre besondere Stellung innerhalb der mehrsprachigen Schweiz.

Korrespondenzen, Zeitschriftenarchive und Verlagsunterlagen dokumentieren, wie literarische Texte über Kantons- und Landesgrenzen hinweg veröffentlicht und aufgenommen wurden. Sie sind daher nicht nur für die Literaturgeschichte des Tessins, sondern auch für die Erforschung des italienischsprachigen Kulturraums von Bedeutung.

Bestände in rätoromanischer Sprache

Seit seiner Gründung baut das SLA eine repräsentative Sammlung zur rätoromanischen Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts auf. Sie berücksichtigt verschiedene Idiome, Regionen und literarische Gruppierungen.[7]

Zu den vertretenen Autorinnen und Autoren gehören:

Die Bestände besitzen eine besondere sprach- und kulturgeschichtliche Bedeutung. Rätoromanische Literatur entsteht in einem kleinen, regional gegliederten Sprachraum und wird häufig mehrsprachig veröffentlicht.

Manuskripte und Korrespondenzen können verschiedene Idiome sowie deutsche, italienische oder französische Fassungen enthalten. Dadurch dokumentieren sie auch Übersetzung, Sprachwechsel und kulturelle Vermittlung innerhalb der Schweiz.

Friedrich-Dürrenmatt-Nachlass

Der Nachlass Friedrich Dürrenmatts bildet den Gründungsbestand des Schweizerischen Literaturarchivs. Er dokumentiert die Entstehung seiner Dramen, Prosawerke, Essays, Reden und weiteren Texte.

Zum Bestand gehören Manuskripte, Typoskripte, Notizhefte, Werkpläne, Korrespondenzen, Aufführungsunterlagen, Lebensdokumente und Materialien zur öffentlichen Rezeption.

Dürrenmatt arbeitete häufig über lange Zeit an seinen Stoffen und verfasste zahlreiche Fassungen. Sein Nachlass ist deshalb für textgenetische Untersuchungen besonders ergiebig.

Sein bildnerisches Werk wird hauptsächlich im Centre Dürrenmatt Neuchâtel betreut, das ebenfalls zur Schweizerischen Nationalbibliothek gehört. Literaturarchiv und Centre Dürrenmatt arbeiten bei Forschung, Ausstellungen und Publikationen zusammen.

Autorenbibliotheken

Neben Manuskripten und Korrespondenzen bewahrt das SLA persönliche Bibliotheken von Autorinnen, Autoren und Gelehrten auf.

Eine Autorenbibliothek ist mehr als eine Sammlung von Büchern. Widmungen, handschriftliche Anmerkungen, Unterstreichungen, eingelegte Zettel und Gebrauchsspuren können zeigen, welche Texte eine Person las und wie sie mit ihnen arbeitete.

Die Bücher werden deshalb nicht nur bibliografisch katalogisiert. Auch exemplarspezifische Merkmale werden beschrieben. Die Erfassung erfolgt in Verbindung mit der Archivdatenbank HelveticArchives.[8]

Zu den bedeutenden Autoren- und Gelehrtenbibliotheken gehören Bestände von Friedrich Dürrenmatt, Jean Starobinski und Jonas Fränkel.

Die Bibliothek des Philologen Jonas Fränkel enthält neben Büchern zahlreiche Notizen, Briefe, Zeitungsausschnitte und weitere Einlagen. Sie bildet deshalb zugleich ein Arbeitsinstrument und ein ergänzendes Archiv.

Verlags- und Institutionsarchive

Literatur entsteht nicht allein durch die Tätigkeit einzelner Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Verlage, Zeitschriften, Vereinigungen, Literaturgesellschaften und Förderinstitutionen beeinflussen Auswahl, Herstellung, Verbreitung und Rezeption von Texten.

Das SLA sammelt deshalb auch Archive solcher Einrichtungen. Dazu gehören oder gehörten unter anderem Unterlagen von:

  • Ammann Verlag;
  • Arche Verlag;
  • Benziger Verlag;
  • La Dogana;
  • Librairie de l’Université de Fribourg;
  • Gruppe Olten;
  • Autorinnen und Autoren der Schweiz;
  • Schweizerischer Schriftstellerverband;
  • Schweizerische Schillerstiftung;
  • literarischen Zeitschriften und Gesellschaften.

Verlagsarchive enthalten beispielsweise Autorenkorrespondenzen, Lektoratsunterlagen, Verträge, Kalkulationen, Werbematerialien und Dokumente zur Programmplanung.

Sie ermöglichen die Erforschung wirtschaftlicher und institutioneller Bedingungen des Literaturbetriebs. Zugleich ergänzen sie persönliche Nachlässe, da dieselbe Korrespondenz oder Publikationsgeschichte häufig in mehreren Archiven überliefert ist.

Einzeldokumente

Neben geschlossenen Nachlässen und Archiven besitzt das SLA Sammlungen einzelner Dokumente.

Dazu gehören Briefe, Manuskripte, Widmungsexemplare und kleinere Dokumentgruppen, die keinem bereits bestehenden Bestand zugeordnet werden können. Solche Stücke können durch Schenkung, Ankauf oder Übernahme aus älteren Sammlungen in das Archiv gelangen.[9]

Einzeldokumente werden nach ihrer Herkunft und Erwerbungsgeschichte erschlossen. Wenn später ein zugehöriger Nachlass übernommen wird, kann geprüft werden, ob eine archivische Zusammenführung sinnvoll ist.

Audiovisuelle Bestände

Das Schweizerische Literaturarchiv bewahrt Ton-, Film- und Videodokumente zu Schweizer Autorinnen und Autoren der vier Landessprachen.

Dazu gehören Lesungen, Interviews, Gespräche, Radioaufnahmen, Theaterdokumentationen und private Aufzeichnungen. Audiovisuelle Quellen vermitteln Stimme, Aussprache, Vortrag und körperliche Präsenz einer Person und ergänzen dadurch die schriftlichen Bestände.

Ältere Tonbänder, Kassetten, Filmrollen und Videobänder sind besonders gefährdet. Abspielgeräte werden selten, während Trägermaterialien altern und beschädigt werden können. Die Dokumente müssen deshalb fachgerecht digitalisiert und langfristig gespeichert werden.

Ein Teil der audiovisuellen Sammlung entstand im Rahmen des Projekts Images et voix de la culture suisse. Dabei wurden Bestände des SLA, des Max-Frisch-Archivs und von Radio- und Fernseharchiven der SRG zusammengeführt oder nachgewiesen.

Erschliessung

Nach der Übernahme wird ein Bestand zunächst gesichtet und konservatorisch beurteilt. Die ursprüngliche Ordnung wird soweit möglich dokumentiert und bewahrt.

Anschliessend werden die Unterlagen in sinnvolle Gruppen gegliedert. Häufig verwendete Hauptbereiche sind:

  • Werke;
  • Korrespondenzen;
  • Lebensdokumente;
  • Sammlungen;
  • Fotografien und audiovisuelle Dokumente;
  • Unterlagen Dritter.

Die genaue Gliederung hängt vom Bestand ab. Ein Verlagsarchiv erfordert eine andere Struktur als der Nachlass einer Lyrikerin oder die Bibliothek eines Literaturwissenschaftlers.

Die Bestände werden in der Archivdatenbank HelveticArchives beschrieben. Für zahlreiche Nachlässe stehen zusätzlich detaillierte Online-Inventare im Format EAD beziehungsweise als HTML-Seiten zur Verfügung.

Ein Inventar enthält Angaben zur Herkunft, zum Umfang, zur Laufzeit, zur Ordnung und zu den Benutzungsbedingungen. Auf tieferen Ebenen werden einzelne Dossiers, Dokumentgruppen oder Dokumente beschrieben.

Die Erschliessung eines umfangreichen Nachlasses kann mehrere Jahre beanspruchen. Vor einer vollständigen Bearbeitung kann ein Bestand unter Umständen nur eingeschränkt oder nach besonderer Absprache benutzt werden.

Konservierung

Literarische Archive enthalten sehr unterschiedliche Materialien. Papier, Fotografien, Klebstoffe, Schreibmaschinenfarbbänder, Tonträger und digitale Speichermedien stellen jeweils andere Anforderungen an ihre Erhaltung.

Metallklammern, säurehaltige Umschläge und ungeeignete Verpackungen können Dokumente beschädigen. Bei der Bearbeitung werden solche Materialien nach Möglichkeit entfernt oder ersetzt.

Die Unterlagen werden in alterungsbeständigen Mappen und Archivschachteln gelagert. Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Licht und Schädlingsbefall werden kontrolliert.

Besonders fragile oder häufig benutzte Dokumente können digitalisiert werden. Die Digitalisierung ersetzt jedoch nicht die Erhaltung des Originals. Papier, Tinte, Korrekturen und materielle Gebrauchsspuren können selbst wichtige Forschungsinformationen enthalten.

Digitalisierung

Die Schweizerische Nationalbibliothek digitalisiert ausgewählte Dokumente aus den Beständen des SLA und macht sie, soweit rechtlich möglich, online zugänglich.

Auf der Plattform e-manuscripta stehen unter anderem Handschriften von Rainer Maria Rilke sowie Manuskripte und Briefe von Friedrich Glauser zur Verfügung. Von Glauser wurden mehrere hundert Dokumente mit mehreren tausend Seiten digitalisiert.[10]

Digitalisierung dient mehreren Zwecken:

  • dem Schutz empfindlicher Originale;
  • dem ortsunabhängigen Zugang zu gemeinfreien Dokumenten;
  • der Sicherung gefährdeter Ton- und Filmträger;
  • der Unterstützung von Forschungs- und Editionsprojekten;
  • der besseren Vernetzung verteilter Bestände.

Urheber- und Persönlichkeitsrechte begrenzen den freien Zugang. Manche Digitalisate können deshalb nur in den Räumen der Nationalbibliothek oder nach besonderer Genehmigung konsultiert werden.

Benutzung

Die Bestände des Schweizerischen Literaturarchivs sind grundsätzlich öffentlich zugänglich. Die Konsultation ist nicht auf Hochschulangehörige beschränkt.

Nutzerinnen und Nutzer können die Dokumente beispielsweise für wissenschaftliche Arbeiten, Editionen, Biografien, journalistische Recherchen, Ausstellungen, Theaterprojekte oder literarische Vorhaben einsehen.[11]

Die Konsultation erfolgt in den Lesesälen der Schweizerischen Nationalbibliothek. Da Archivalien nicht frei zugänglich in Regalen stehen, müssen sie im Voraus bestellt werden.

Die Benutzung der Nachlässe ist kostenlos. Für Reproduktionen, besondere Dienstleistungen oder umfangreiche Aufträge können Gebühren anfallen.[12]

Je nach Bestand können Einschränkungen bestehen. Gründe dafür sind unter anderem:

  • konservatorischer Zustand;
  • fehlende oder noch nicht abgeschlossene Erschliessung;
  • Datenschutz und Persönlichkeitsschutz;
  • vertragliche Sperrfristen;
  • Urheberrechte;
  • Schutz privater Korrespondenz.

Die Einsicht in ein Dokument bedeutet nicht automatisch, dass es veröffentlicht werden darf. Für Zitate, Abbildungen und Editionen können Genehmigungen der Rechteinhaber oder des Archivs erforderlich sein.

Recherche

Die wichtigste übergreifende Recherchemöglichkeit ist HelveticArchives, die Archivdatenbank der Schweizerischen Nationalbibliothek.

Sie enthält Beschreibungen der Bestände, Informationen zu Personen und Institutionen sowie Verknüpfungen zwischen Archivgut und Herkunftsstellen.

Für zahlreiche Bestände stellt das SLA zusätzliche Online-Inventare bereit. Diese sind meist hierarchisch aufgebaut und ermöglichen eine gezielte Suche nach Werkfassungen, Briefpartnern, Dokumentgruppen und Laufzeiten.

Veröffentlichte Bücher aus Autorenbibliotheken und ergänzende Literatur können über die Kataloge der Nationalbibliothek recherchiert werden. Digitalisierte Handschriften sind teilweise über e-manuscripta zugänglich.

Die Mitarbeitenden des Archivs unterstützen bei der Vorbereitung eines Besuchs und beantworten Fragen zu Beständen und Benutzungsbedingungen.

Forschung

Das Schweizerische Literaturarchiv ist nicht nur eine bewahrende, sondern auch eine forschende Institution.

Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen bei:

  • Textgenese und Schreibprozessen;
  • Editionsphilologie;
  • historisch-kritischen Ausgaben;
  • Materialität literarischer Dokumente;
  • Praktiken und Theorie des Archivs;
  • Autorenbibliotheken;
  • literarischen Netzwerken;
  • Mehrsprachigkeit und Übersetzung.

Forschungsprojekte werden allein oder gemeinsam mit Universitäten, Fachhochschulen, Archiven und weiteren Institutionen durchgeführt. Der Schweizerische Nationalfonds unterstützt einzelne langfristige Vorhaben.

Ein Beispiel ist das von 2023 bis 2027 laufende Projekt Kryptophilologie. Jonas Fränkels «unterirdische Wissenschaft» im historischen Kontext. Es wird in Zusammenarbeit mit der ETH Zürich und unter Einbindung der Universität Bern durchgeführt.[13]

Forschungsprojekte führen häufig zu Editionen, Monografien, Ausstellungen, Tagungen oder digital erschlossenen Quellen.

Publikationen

Das SLA veröffentlicht regelmässig Zeitschriften, Bulletins, wissenschaftliche Sammelbände, Editionen und Ausstellungspublikationen.

Quarto

Quarto ist die Zeitschrift des Schweizerischen Literaturarchivs. Sie erscheint gewöhnlich ein- bis zweimal jährlich.

Die Ausgaben widmen sich wechselnden Autorinnen, Autoren oder Themen aus den vier Literaturen der Schweiz. Sie enthalten unveröffentlichte literarische Texte, wissenschaftliche Essays und umfangreiche Bildteile mit Dokumenten aus den Archivbeständen.[14]

Die mehrsprachige Ausrichtung macht Quarto zugleich zu einer Plattform für den Austausch zwischen den verschiedenen Schweizer Literaturräumen.

Passim

Passim ist das Bulletin des Schweizerischen Literaturarchivs. Es informiert über Neuerwerbungen, Forschungsprojekte, Veranstaltungen und neu zugängliche Inventare.

Die Beiträge werden grundsätzlich in ihrer Originalsprache veröffentlicht. Dadurch erhalten die deutsche, französische, italienische und rätoromanische Literatur jeweils ein eigenes Sprachfenster.[15]

Die bisherigen Ausgaben sind online zugänglich und bilden zugleich eine fortlaufende Dokumentation der Arbeit des Archivs.

Editionen und Sammelbände

Forschungsprojekte und Tagungen bilden häufig den Ausgangspunkt für wissenschaftliche Publikationen. Dazu gehören Briefeditionen, Werkkommentare, Tagungsbände und Studien zu einzelnen Beständen.

Das SLA arbeitet dabei mit Hochschulen, Fachverlagen und internationalen Literaturarchiven zusammen. Archivmaterialien werden nicht nur als Quellen veröffentlicht, sondern auch hinsichtlich ihrer Entstehung, Überlieferung und späteren Ordnung untersucht.

Ausstellungen und Veranstaltungen

Das Schweizerische Literaturarchiv vermittelt seine Sammlungen durch Lesungen, Gespräche, Vorträge, Tagungen und Ausstellungen.

Ausstellungen zeigen Manuskripte, Briefe, Fotografien, Bücher und audiovisuelle Dokumente. Sie machen sichtbar, dass literarische Werke nicht ausschliesslich als gedruckte Endfassungen bestehen, sondern aus längeren Schreib-, Korrektur- und Vermittlungsprozessen hervorgehen.

In der Reihe Einsichten – Aussichten stellen Mitarbeitende besondere Funde aus den Nachlässen vor. Die Beiträge erläutern einzelne Dokumente und ordnen sie in ihren literarischen oder historischen Zusammenhang ein.[16]

Literarische Soiréen und Gedenkveranstaltungen bringen Schriftstellerinnen, Wissenschaftler, Übersetzerinnen und Leser miteinander ins Gespräch. Das SLA beteiligt sich ausserdem an Veranstaltungen der Nationalbibliothek und kooperiert mit Museen, Theatern und Literaturhäusern.

Verein zur Förderung des Schweizerischen Literaturarchivs

Der Verein zur Förderung des Schweizerischen Literaturarchivs wurde 1992 gegründet. Er unterstützt die Sammlung, Erschliessung und öffentliche Vermittlung der Bestände.

Der Verein vergibt Stipendien an jüngere Forschende, die während mehrerer Monate mit Quellen des SLA arbeiten. Er fördert zudem Ausstellungen, Lesungen, Publikationen und weitere Projekte.[17]

Die Gründung des Vereins beruhte auf der Überzeugung, dass das literarische Erbe nicht allein durch staatliche Institutionen bewahrt werden kann. Auch Autorinnen, Leser, Forschende und weitere kulturinteressierte Personen sollen sich an seiner Sicherung und Vermittlung beteiligen.

Zusammenarbeit mit anderen Institutionen

Die literarische Archivlandschaft der Schweiz ist dezentral organisiert. Neben dem SLA bewahren zahlreiche Kantons-, Stadt-, Universitäts- und Spezialarchive bedeutende literarische Bestände.

Dazu gehören unter anderem:

  • das Max-Frisch-Archiv an der ETH Zürich;
  • das Robert Walser-Archiv in Bern;
  • die Zentralbibliothek Zürich;
  • die Universitätsbibliothek Basel;
  • die Bibliothèque de Genève;
  • die Kantonsbibliotheken;
  • Archive von Verlagen und Literaturgesellschaften.

Das SLA erhebt deshalb keinen Anspruch, sämtliche bedeutenden literarischen Nachlässe der Schweiz selbst zu übernehmen. Es stimmt Erwerbungen und Forschungsprojekte nach Möglichkeit mit anderen Institutionen ab.

Internationale Partner sind unter anderem Literaturarchive in Deutschland, Österreich, Frankreich und Italien. Gemeinsame Projekte können grenzüberschreitende Korrespondenzen und verstreute Nachlassteile virtuell oder wissenschaftlich zusammenführen.

Bedeutung

Das Schweizerische Literaturarchiv besitzt eine zentrale Bedeutung für die Erforschung der Literatur- und Kulturgeschichte der Schweiz.

Seine Bestände dokumentieren nicht nur das Werk einzelner Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Sie zeigen auch Beziehungen zwischen Sprachregionen, Verlagen, politischen Bewegungen, Medien, Theatern und wissenschaftlichen Institutionen.

Die Mehrsprachigkeit ist dabei ein wesentliches Merkmal. Die Literaturen der Schweiz entwickelten sich in unterschiedlichen Sprachräumen und stehen zugleich in enger Verbindung mit Deutschland, Frankreich, Italien und weiteren Ländern.

Das SLA ermöglicht es, diese Literaturen in einem gemeinsamen institutionellen Rahmen zu betrachten, ohne ihre sprachlichen und regionalen Besonderheiten aufzuheben.

Nachlässe von Personen der Migration und des Exils erweitern den nationalen Literaturbegriff. Sie zeigen die Schweiz als Aufenthalts-, Arbeits-, Flucht- und Vermittlungsort internationaler Schriftstellerinnen und Schriftsteller.

Herausforderungen

Literaturarchive stehen vor technischen, rechtlichen und wissenschaftlichen Herausforderungen.

Die zunehmende digitale Produktion verändert die Form literarischer Nachlässe. Entwürfe entstehen nicht mehr ausschliesslich auf Papier, sondern in Textverarbeitungsprogrammen, E-Mail-Konten, Cloud-Diensten und mobilen Geräten.

Digitale Dateien können leicht verändert oder gelöscht werden. Gleichzeitig entstehen sehr grosse Datenmengen, in denen private und berufliche Inhalte miteinander vermischt sind.

Weitere Herausforderungen sind:

  • die dauerhafte Finanzierung von Erschliessung und Konservierung;
  • der Umgang mit urheberrechtlich geschützten Dokumenten;
  • der Schutz persönlicher Daten;
  • die ausgewogene Vertretung aller Sprachregionen;
  • die Sicherung schwer zugänglicher oder gefährdeter Bestände;
  • die Verbindung von analoger und digitaler Forschung;
  • die öffentliche Vermittlung komplexer Archivmaterialien.

Das Archiv muss zwischen Offenheit und Schutz abwägen. Einerseits sollen Quellen möglichst breit zugänglich sein. Andererseits müssen die Rechte von Autorinnen, Briefpartnern und weiteren betroffenen Personen gewahrt bleiben.

Leitung

Leitung des Schweizerischen Literaturarchivs
Amtszeit Person Bemerkung
1991–2005 Thomas Feitknecht Aufbau und erste Leitung des Archivs
2006–2025 Irmgard Wirtz Eybl Ausbau von Forschung, Edition und internationaler Zusammenarbeit
seit 2026 Lucas Marco Gisi Amtsantritt am 1. Januar 2026

Standort und Zugang

Das Schweizerische Literaturarchiv befindet sich im Gebäude der Schweizerischen Nationalbibliothek südlich der Berner Altstadt.

Die Adresse lautet:

Schweizerische Nationalbibliothek
Schweizerisches Literaturarchiv
Hallwylstrasse 15
3003 Bern

Die Nationalbibliothek ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln über die Haltestellen Helvetiaplatz und Aegertenstrasse erreichbar.[18]

Für die Konsultation von Archivgut wird eine vorgängige Recherche und Anmeldung empfohlen. Die gewünschten Dokumente müssen aus den Magazinen bereitgestellt werden.

Siehe auch

Literatur

  • Schweizerisches Literaturarchiv: Quarto. Zeitschrift des Schweizerischen Literaturarchivs. Bern, seit 1993.
  • Schweizerisches Literaturarchiv: Passim. Bulletin des Schweizerischen Literaturarchivs. Bern.
  • Magnus Wieland, Irmgard M. Wirtz: Literaturarchiv – Literarisches Archiv. Zur Poetik literarischer Archive. Wallstein, Göttingen 2013.
  • Schweizerische Nationalbibliothek: SLA ALS ASL. 25 Jahre Schweizerisches Literaturarchiv. Bern 2016.
  • Peter Erismann, Irmgard M. Wirtz: Wirklichkeit als Fiktion – Fiktion als Wirklichkeit. Friedrich Dürrenmatt. Wallstein, Göttingen 2024.

Einzelnachweise

  1. Schweizerische Nationalbibliothek: Schweizerisches Literaturarchiv, abgerufen am 3. August 2026.
  2. 2,0 2,1 Schweizerische Nationalbibliothek: Erwerbspolitik des SLA, abgerufen am 3. August 2026.
  3. 3,0 3,1 Schweizerische Nationalbibliothek: Literarische Nachlässe und Archive in deutscher Sprache, abgerufen am 3. August 2026.
  4. Schweizerische Nationalbibliothek: Friedrich Dürrenmatt im SLA, abgerufen am 3. August 2026.
  5. Schweizerische Nationalbibliothek: Schweizerische Nationalbibliothek – Schweizerisches Literaturarchiv, ISIL-Verzeichnis, abgerufen am 3. August 2026.
  6. Schweizerische Nationalbibliothek: Lucas Marco Gisi wird der neue Leiter des Schweizerischen Literaturarchivs, Medienmitteilung vom 23. September 2025.
  7. Schweizerische Nationalbibliothek: Literarische Nachlässe und Archive in rätoromanischer Sprache, abgerufen am 3. August 2026.
  8. Schweizerische Nationalbibliothek: Autorenbibliotheken, abgerufen am 3. August 2026.
  9. Schweizerische Nationalbibliothek: Einzeldokumente im SLA, abgerufen am 3. August 2026.
  10. Schweizerische Nationalbibliothek: Digitalisierte Nachlässe und Archive, abgerufen am 3. August 2026.
  11. Schweizerische Nationalbibliothek: Benutzung des SLA, abgerufen am 3. August 2026.
  12. Schweizerische Nationalbibliothek: Angebot und Zugang, abgerufen am 3. August 2026.
  13. Schweizerische Nationalbibliothek: SNF-Projekt: Jonas Fränkels Kryptophilologie, abgerufen am 3. August 2026.
  14. Schweizerische Nationalbibliothek: Quarto, abgerufen am 3. August 2026.
  15. Schweizerische Nationalbibliothek: Passim. Bulletin des Schweizerischen Literaturarchivs, abgerufen am 3. August 2026.
  16. Schweizerische Nationalbibliothek: Einsichten – Aussichten, abgerufen am 3. August 2026.
  17. Schweizerische Nationalbibliothek: Verein zur Förderung des SLA, abgerufen am 3. August 2026.
  18. Schweizerische Nationalbibliothek: Kontakt, abgerufen am 3. August 2026.