Onex
| Onex | |
|---|---|
| Stadt und politische Gemeinde | |
| Staat | Schweiz |
| Kanton | Genf |
| Bezirk | keiner |
| BFS-Nummer | 6631 |
| Postleitzahl | 1213 |
| Koordinaten | 46° 11′ 00″ N, 6° 06′ 00″ O |
| Höhe | 413 m ü. M. |
| Höhenbereich | 369–433 m ü. M. |
| Fläche | 2,81 km² |
| Einwohner | 19'141 |
| Einwohnerstand | 31. Dezember 2025 |
| Bevölkerungsdichte | 6'805 Einwohner pro km² |
| Amtssprache | Französisch |
| Einwohnerbezeichnung | Onésiens und Onésiennes |
| Maire | Jean-Pierre Pasquier |
| Website | www.onex.ch |
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Lage von Onex im Kanton Genf
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Onex ist eine Stadt und politische Gemeinde im Kanton Genf in der Schweiz. Sie liegt am linken Ufer der Rhone westlich der Stadt Genf und gehört zum dicht bebauten Kern der grenzüberschreitenden Agglomeration Genf. Mit 19'141 Einwohnern Ende 2025 war Onex gemessen an der Bevölkerungszahl die sechstgrösste Gemeinde des Kantons.[1]
Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts war Onex ein kleines, von Landwirtschaft und Weinbau geprägtes Dorf. Durch den Bau der grossen Wohnsiedlung Cité-Nouvelle und weiterer Quartiere wandelte sich die Gemeinde innerhalb weniger Jahre in eine städtische Vorortsgemeinde. Die Einwohnerzahl stieg von 958 Personen im Jahr 1950 auf 13'524 im Jahr 1970.[2]
Das heutige Stadtbild ist durch den Gegensatz zwischen dem historischen Dorfkern, grossen Wohnüberbauungen der Nachkriegszeit, Einfamilienhausquartieren und ausgedehnten Grün- und Freizeiträumen geprägt. Die Route de Chancy bildet die wichtigste Verkehrs- und Entwicklungsachse. Über sie ist Onex mit dem Genfer Stadtzentrum und den westlich gelegenen Gemeinden Bernex und Confignon verbunden.
Geographie
Onex liegt südwestlich des Genfer Stadtzentrums auf einem Höhenrücken zwischen den Tälern der Rhone im Norden und der Aire im Süden. Die Gemeindefläche beträgt 281 Hektaren beziehungsweise 2,81 Quadratkilometer. Der tiefste Punkt liegt auf 369 Metern, der höchste auf 433 Metern über Meer.[3]
Der nördliche Rand des Gemeindegebiets wird weitgehend von der Rhone gebildet. Am gegenüberliegenden Flussufer liegt die Gemeinde Vernier. Weitere Nachbargemeinden sind Lancy im Osten, Plan-les-Ouates im Südosten, Confignon im Südwesten und Bernex im Westen. Die Siedlungsgebiete von Onex, Lancy, Confignon und Bernex gehen an mehreren Stellen nahezu ohne sichtbare Unterbrechung ineinander über.
Das Gelände fällt vom Höhenrücken entlang der Route de Chancy nach Norden steil zur Rhone ab. Dieser Bereich umfasst bewaldete Böschungen, Moränenlandschaften und Teile des Naherholungsgebiets an der Rhone. Nach Süden geht das Gelände in die Landschaft des Aire-Tals über. Trotz der hohen Bebauungsdichte besteht ungefähr ein Drittel des Gemeindegebiets aus Grünflächen.[4]
Stadtgliederung
Onex besitzt keinen einheitlich entstandenen Stadtkern. Die Gemeinde setzt sich aus mehreren räumlich und architektonisch unterschiedlichen Bereichen zusammen.
Der historische Dorfkern, häufig als Onex-Village oder Vieux-Onex bezeichnet, liegt südlich der Route de Chancy. Er umfasst die alte Kirche Saint-Martin, die protestantische Kapelle, historische Bauern- und Bürgerhäuser sowie das heutige Gemeindehaus. Schmale Strassen, Gärten und ältere Einzelbauten erinnern an die dörfliche Vergangenheit.
Nördlich der Route de Chancy entstand ab den späten 1950er Jahren die Cité-Nouvelle. Das Quartier wird von mehrgeschossigen Wohnblöcken, Hochhäusern, Schulen, Sportanlagen und grosszügig angelegten Freiräumen geprägt. Es bildet heute den bevölkerungsreichsten Teil der Gemeinde.
Weitere Quartiere sind Onex-Parc, Gros-Chêne, Bosson, Les Tattes, Belle-Cour und Teile von Cressy. Belle-Cour entstand hauptsächlich in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre. Cressy erstreckt sich über die Gemeindegebiete von Onex, Bernex und Confignon.
Geschichte
Frühzeit und Mittelalter
Die Lage zwischen Rhone und Aire begünstigte eine frühe Besiedlung. Archäologische Spuren aus römischer Zeit wurden 1972 und 1975 entdeckt. Sie weisen darauf hin, dass das Gebiet in der Antike landwirtschaftlich genutzt und von Verkehrswegen durchzogen wurde.[2]
Der Ort wurde 1292 erstmals unter dem Namen Onay urkundlich erwähnt. Der Ursprung des Ortsnamens ist nicht abschliessend geklärt. Eine volkstümliche Deutung stellt eine Verbindung zum französischen Wort aulne für Erle her. Auf diese Deutung nimmt auch das Gemeindewappen Bezug.
Zwischen 1061 und 1080 erhielt das Domkapitel von Genf einen grossen Teil des Gebiets als Schenkung des Grafen Gerold von Genf. Das Kapitel verfügte im Mittelalter über Grundbesitz und Herrschaftsrechte. Eine dem heiligen Martin von Tours geweihte Kapelle ist seit 1412 belegt.[2]
Während der Reformation gelangte Onex unter die Herrschaft der Republik Genf. Die Kirche wurde für den reformierten Gottesdienst genutzt. Im Jahr 1724 ersetzte ein Neubau die ältere Kapelle.
Durch den Turiner Vertrag von 1754 fiel Onex an das Königreich Sardinien beziehungsweise an das Haus Savoyen. Die Bevölkerung wurde wieder dem katholischen Glauben zugeführt und die Kirche Saint-Martin erneut für die katholische Messe verwendet.
Französische und sardische Zeit
Nach der Annexion Savoyens durch das revolutionäre Frankreich im Jahr 1792 gehörte Onex zum französischen Staatsgebiet. Bernex, Onex und Confignon wurden 1793 zu einer einzigen politischen Gemeinde zusammengeschlossen. Ab 1798 war das Gebiet Teil des französischen Départements Léman.
Nach dem Ende der napoleonischen Herrschaft trat das Königreich Sardinien Onex mit dem Turiner Vertrag vom 16. März 1816 an den neuen Schweizer Kanton Genf ab. Onex gehörte damit zu den sogenannten Communes réunies, die dem Genfer Kantonsgebiet nach dessen Beitritt zur Eidgenossenschaft angegliedert wurden.[2]
Die weitläufige Gemeinde Bernex-Onex-Confignon wurde im 19. Jahrhundert schrittweise aufgeteilt. Im November 1850 trennte sich Bernex von Onex und Confignon. Am 1. November 1851 wurde auch die Verbindung zwischen Onex und Confignon aufgelöst. Onex entstand damit als eigenständige politische Gemeinde.[5]
Im Jahr 2026 beging die Stadt mit verschiedenen kulturellen und gesellschaftlichen Veranstaltungen den 175. Jahrestag ihrer kommunalen Selbstständigkeit.
Entwicklung im 19. Jahrhundert
Nach der Trennung von Confignon entwickelte Onex eigene politische und öffentliche Einrichtungen. Zwischen 1853 und 1854 wurde eine protestantische Kapelle errichtet. Sie war das erste reformierte Gotteshaus, das nach der Restauration auf einem früher zum Königreich Sardinien gehörenden Gebiet des Kantons Genf entstand.[2]
Der Bau der neuen Strasse nach Chancy veränderte die räumliche Entwicklung. Das Siedlungszentrum verlagerte sich allmählich zur neuen Verkehrsachse. Ab 1884 verkehrte auf der Route de Chancy eine Strassenbahn, welche das Dorf mit Genf und den westlichen Gemeinden verband.
Von 1865 bis 1893 versorgte eine vom Ingenieur Charles Schmiedt konstruierte hydraulische Anlage Onex, Bernex, Confignon und Lancy mit Wasser. Die Maschine nutzte die Strömung der Rhone als Energiequelle.[2]
Die Bevölkerung wuchs zunächst nur langsam. 1860 lebten 261 Menschen in Onex, 1900 waren es 279. Landwirtschaft, Viehzucht, Weinbau und lokales Handwerk blieben bis weit ins 20. Jahrhundert die wichtigsten Erwerbszweige.
Vom Dorf zur Stadt
Nach dem Zweiten Weltkrieg litt der Kanton Genf unter einem starken Wohnungsmangel. Das Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum führte zu einer grossen Nachfrage nach preisgünstigen Wohnungen in der Umgebung der Stadt Genf.
Im Jahr 1960 stimmte die Gemeinde dem Verkauf eines ungefähr 110'000 Quadratmeter grossen Grundstücks an die öffentlich-rechtliche Fondation Cité-Nouvelle zu. Auf dem Gelände wurden Sozialwohnungen in mehrgeschossigen Wohnblöcken sowie neun- bis fünfzehnstöckigen Hochhäusern gebaut. Die Cité-Nouvelle gehörte zu den ersten grossen Wohnsiedlungen am Genfer Stadtrand.[2]
Der Bau der neuen Quartiere führte zu einem aussergewöhnlich schnellen Bevölkerungswachstum. 1950 hatte Onex 958 Einwohner, 1960 bereits 2'128. Im Jahr 1965 wurde die Grenze von 10'000 Einwohnern überschritten, wodurch Onex den Status einer Stadt erhielt. 1970 lebten 13'524 Menschen in der Gemeinde.[4]
Neben den Wohngebäuden entstanden Schulen, Kindergärten, soziale Einrichtungen, Kirchen, Sportanlagen, Geschäfte und Verwaltungsbauten. In den folgenden Jahrzehnten wurden die bestehenden Quartiere ergänzt und verdichtet. Mit Belle-Cour kam in den 1990er Jahren ein weiteres grösseres Wohngebiet hinzu.
Der rasche Wandel führte zu einem Nebeneinander sehr unterschiedlicher Stadträume. Während der alte Dorfkern einen Teil seines historischen Charakters bewahrte, wird der Norden der Gemeinde von der Architektur und Stadtplanung der 1960er und 1970er Jahre geprägt.
Bevölkerung
Ende 2025 zählte Onex 19'141 Einwohner. Mit einer Bevölkerungsdichte von 6'805 Personen pro Quadratkilometer gehört die Gemeinde zu den am dichtesten besiedelten Gemeinden des Kantons Genf und der Schweiz.[1]
Die Bevölkerungsentwicklung verlief bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts langsam. Erst mit dem Bau der Cité-Nouvelle setzte ein sprunghaftes Wachstum ein.
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1860 | 261 |
| 1900 | 279 |
| 1950 | 958 |
| 1960 | 2'128 |
| 1970 | 13'524 |
| 2000 | 16'419 |
| 2025 | 19'141 |
Französisch ist die Amtssprache und die wichtigste Alltagssprache. Aufgrund der starken Zuwanderung aus anderen Teilen der Schweiz und aus dem Ausland besitzt Onex eine kulturell und sprachlich vielfältige Bevölkerung. Neben Französisch werden unter anderem Portugiesisch, Italienisch, Spanisch, Albanisch, Englisch und Deutsch gesprochen.
Die Bevölkerungsstruktur ist eng mit dem sozialen Wohnungsbau der Nachkriegszeit verbunden. Ein grosser Teil der Einwohner lebt in Mietwohnungen. Die Gemeinde verfolgt verschiedene Programme zur Förderung der gesellschaftlichen Teilhabe, der Integration, der Kinder- und Jugendbetreuung sowie der Unterstützung älterer Menschen.
Politik und Verwaltung
Die kommunale Exekutive ist der dreiköpfige Conseil administratif. Seine Mitglieder werden nach dem Majorzsystem für eine Amtsdauer von fünf Jahren gewählt. Die laufende Legislaturperiode begann am 1. Juni 2025 und endet am 31. Mai 2030.[6]
Dem Conseil administratif gehören in der Legislaturperiode 2025–2030 folgende Personen an:
- Anne Kleiner
- Jean-Pierre Pasquier
- Maryam Yunus Ebener
Das Amt des Maire rotiert jährlich zwischen den Mitgliedern des Conseil administratif. Jean-Pierre Pasquier übernahm das Amt am 1. Juni 2026 und übt es bis zum 31. Mai 2027 aus.[7]
Die Legislative bildet der Conseil municipal mit 31 Mitgliedern. Er berät das Gemeindebudget, genehmigt Ausgaben und kommunale Projekte, erlässt Reglemente und kontrolliert die Tätigkeit der Exekutive. Die öffentlichen Plenarsitzungen finden in der Regel etwa zehnmal jährlich statt.[8]
Onex arbeitet in zahlreichen Bereichen mit den Nachbargemeinden und dem Kanton zusammen. Dazu gehören der öffentliche Verkehr, die Schul- und Sozialpolitik, der Zivilschutz, die Abfallentsorgung, Sportanlagen, Gewässerschutz und Raumplanung.
Wirtschaft
Bis in die 1950er Jahre war die Wirtschaft von Landwirtschaft und Gartenbau geprägt. Mit der Urbanisierung verschwanden die meisten landwirtschaftlichen Betriebe. Gleichzeitig nahm die Bedeutung des Dienstleistungssektors stark zu. Bereits 2005 entfielen fast 90 Prozent der Arbeitsplätze in der Gemeinde auf den dritten Sektor.[2]
Nach Angaben der Stadt bestanden 2026 rund 605 Unternehmen mit insgesamt ungefähr 3'928 Vollzeitstellen. Der lokale Wirtschaftsbestand setzt sich überwiegend aus kleinen und mittleren Unternehmen zusammen.[4]
Zu den wichtigen Bereichen gehören Detailhandel, Gesundheits- und Sozialwesen, Bildung, Baugewerbe, Gastronomie, persönliche Dienstleistungen und öffentliche Verwaltung. Geschäfte und Dienstleistungsbetriebe konzentrieren sich insbesondere entlang der Route de Chancy, der Avenue des Grandes-Communes und in den Zentren der grösseren Wohnquartiere.
Onex ist zugleich eine ausgeprägte Wohngemeinde. Ein grosser Teil der erwerbstätigen Bevölkerung pendelt zur Arbeit in die Stadt Genf, nach Lancy, Meyrin, Plan-les-Ouates oder in andere Gemeinden der Agglomeration. Umgekehrt bieten die Schulen, sozialen Einrichtungen, kommunalen Dienste und lokalen Betriebe Arbeitsplätze für Beschäftigte aus der Region.
Verkehr
Öffentlicher Verkehr
Onex ist vollständig in das Netz der Transports publics genevois eingebunden. Die wichtigste Achse des öffentlichen Verkehrs verläuft auf der Route de Chancy.
Die Tramlinie 14 bedient unter anderem die Haltestellen Onex, Salle communale und Onex, Bandol. Sie verbindet die Gemeinde in östlicher Richtung mit Petit-Lancy, der Jonction, dem Genfer Stadtzentrum, dem Bahnhof Genève-Cornavin und Meyrin. In westlicher Richtung führt sie über Confignon nach Bernex.[9]
Mehrere städtische und regionale Buslinien erschliessen die Wohnquartiere und stellen Verbindungen nach Lancy, Bernex, Confignon, Plan-les-Ouates, zum Bahnhof Lancy-Pont-Rouge sowie in weitere Teile des Kantons her. Wichtige Umsteigepunkte sind Onex, Salle communale, Onex, Bandol und Onex, Cité.
Onex besitzt keinen eigenen Bahnhof. Die nächstgelegenen Stationen des Eisenbahnnetzes sind Lancy-Pont-Rouge, Lancy-Bachet und Genève-Cornavin. Sie sind mit Tram und Bus erreichbar.
Strassenverkehr
Die Route de Chancy ist die wichtigste Strassenverbindung. Sie führt von Genf über Lancy und Onex nach Bernex und weiter in Richtung Chancy. Weitere bedeutende Achsen sind die Avenue des Grandes-Communes, die Route du Grand-Lancy, die Route de Loëx und die Route de Base.
Die Autobahn A1 und die Genfer Umfahrungsautobahn sind über Anschlüsse in Bernex, Lancy und Plan-les-Ouates erreichbar. Wegen der hohen Siedlungsdichte setzt die Gemeinde zunehmend auf Verkehrsberuhigung, sichere Schulwege sowie die Förderung des Fuss- und Veloverkehrs.
Entlang der Rhone und durch die Grünräume bestehen Wander- und Velowege. Eine neue Fuss- und Velopasserelle über die Rhone soll Onex mit Vernier verbinden und die Verbindungen zwischen den Naherholungsgebieten auf beiden Seiten des Flusses verbessern.[10]
Bildung
Auf dem Gemeindegebiet befinden sich sieben Primarschulen und zwei Orientierungsschulen. Insgesamt besuchten 2026 ungefähr 3'551 Schülerinnen und Schüler diese Einrichtungen.[4]
Zu den Primarschulstandorten gehören:
- École de Belle-Cour
- Écoles du Bosson
- École du Gros-Chêne
- École d’Onex-Parc
- École d’Onex-Village
- École des Racettes
- École des Tattes
Hinzu kommen der Cycle d’orientation du Marais und ein weiterer Standort der Sekundarstufe I. Die Schulen werden vom Kanton Genf geführt, während die Gemeinde insbesondere für Schulgebäude, ausserschulische Betreuung, Verpflegung, Sportanlagen und verschiedene Unterstützungsangebote zuständig ist.[11]
Die Gemeinde bietet zudem Integrationskurse, Berufsberatung, familienergänzende Betreuung und sozialpädagogische Angebote an. Der mit der Cité des métiers verbundene Standort in Onex informiert Jugendliche und Erwachsene über Ausbildung, Berufsorientierung und Arbeitsmarktfragen.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Historischer Dorfkern
Der historische Kern von Onex liegt südlich der Route de Chancy. Er umfasst mehrere geschützte oder kulturhistorisch bedeutende Gebäude.
Die alte Kirche Saint-Martin wurde 1724 auf den Fundamenten einer Kapelle aus dem 15. Jahrhundert errichtet. Das schlichte rechteckige Gebäude diente zunächst dem reformierten und nach 1754 wieder dem katholischen Gottesdienst. Es steht seit 1921 unter kantonalem Schutz. Seit 1975 wird es als Sitzungssaal des Conseil municipal verwendet.[12]
Die protestantische Kapelle wurde 1853 und 1854 erbaut. Sie erinnert an die konfessionelle Geschichte der Gemeinde nach ihrer Eingliederung in den Kanton Genf.
Die heutige katholische Kirche Saint-Martin an der Route de Chancy ist wegen ihres runden Grundrisses als Église ronde bekannt. Sie gehört zu den charakteristischen modernen Sakralbauten der Genfer Agglomeration.
Gemeindehaus und historische Gebäude
Das heutige Gemeindehaus wurde zwischen 1711 und 1720 als herrschaftliches Wohnhaus errichtet. Die Gemeinde erwarb das Gebäude in den 1950er Jahren und richtete darin ihre Verwaltung ein. Es bildet gemeinsam mit dem Park, der alten Kirche und weiteren historischen Häusern ein wichtiges Ensemble im alten Dorfkern.
Die Maison Rochette ist ein weiteres bedeutendes Gebäude. Sie wird für kulturelle Aktivitäten und von der kommunalen Kulturverwaltung genutzt. Der Name erinnert an die Familie Rochette, die im 19. Jahrhundert zu den prägenden Grundeigentümern des Ortes gehörte.
Die 1909 nach Plänen des Genfer Architekten Maurice Braillard errichtete Mairie-École war das erste eigens von der Gemeinde gebaute öffentliche Gebäude. Sie verband ursprünglich Verwaltungs- und Schulräume.[4]
Cité-Nouvelle
Die Cité-Nouvelle besitzt als eines der frühen grossen Wohnbauprojekte der Genfer Nachkriegszeit städtebauliche und sozialgeschichtliche Bedeutung. Die Siedlung umfasst Wohnblöcke und Hochhäuser, die in grosszügige Grünanlagen eingebettet wurden.
Das Quartier steht beispielhaft für die damalige Vorstellung einer funktional gegliederten Stadt mit räumlich getrennten Wohn-, Verkehrs-, Schul- und Freizeitanlagen. Im 21. Jahrhundert werden zahlreiche Gebäude energetisch saniert und die öffentlichen Räume schrittweise aufgewertet.
Kulturleben
Unter dem Namen Spectacles Onésiens organisiert die Stadt seit den 1980er Jahren ein regelmässiges Kulturprogramm. Dieses umfasst Theater, Musik, Tanz, Kabarett und Veranstaltungen für Familien. Wichtigster Veranstaltungsort ist die Salle communale.[13]
Weitere kulturelle Aktivitäten finden in der Maison Rochette, der Maison Onésienne, im Manège und auf öffentlichen Plätzen statt. Die Gemeinde unterstützt Vereine, Kunstschaffende und soziokulturelle Projekte.
Zu den regelmässigen Veranstaltungen gehören Quartierfeste, Konzerte, Ausstellungen, Märkte und die Veranstaltung Vous (f)êtes Onex. Im Jahr 2026 ergänzten die Feierlichkeiten zum 175-jährigen Bestehen der politischen Gemeinde das Kulturprogramm.
Natur, Sport und Freizeit
Der Parc des Evaux ist der wichtigste Freizeit- und Erholungsraum der Gemeinde. Das insgesamt rund 55 Hektaren grosse Gelände liegt auf den Gebieten von Onex, Confignon und Bernex. Ungefähr 20 Hektaren bestehen aus öffentlich zugänglichen Grünflächen.[14]
Der Park umfasst Fussballfelder, Tennis- und Padelanlagen, Spielplätze, Laufstrecken, einen Skatepark, Picknickplätze und grosse Wiesen. Teile des Areals werden naturnah bewirtschaftet. Die Fondation des Evaux führt den interkommunalen Sport-, Freizeit- und Naturpark.
Weitere Grünanlagen sind der Parc Brot, der Parc de la Mairie, der Parc du 150e und die Freiräume innerhalb der Cité-Nouvelle. An der Rhone bestehen Waldflächen, Spazierwege und naturnahe Uferbereiche.
Die Gemeinde verfügt ausserdem über Sporthallen, Fussballplätze, Basketballfelder, Pétanqueanlagen und eine Zone sportive du Rhône. Sportvereine und kommunale Programme bieten Aktivitäten für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und ältere Menschen an.
Wappen
Das Wappen von Onex zeigt auf rotem Grund zwei silberne Wellenbalken, von denen der obere schmaler ist. Darüber steht eine natürlich dargestellte, entwurzelte Erle.
Die französische Blasonierung lautet: De gueules à deux fasces ondées d’argent, celle en chef diminuée, à l’aulne arraché au naturel, brochant sur le tout.
Die beiden Wellenbalken stehen für die Aire und die Rhone, welche die historische Landschaft von Onex im Süden und Norden begrenzten. Die Erle verweist auf eine traditionelle Deutung des Ortsnamens als Gelände, das mit Erlen bewachsen ist.[15]
Persönlichkeiten
- Jean Aimé Gaudy-Le Fort (1773–1850), Politiker und Schriftsteller
- Aloïs Humbert (1829–1887), Naturforscher
- Charles Borgeaud (1861–1940), Historiker und Jurist
- Edmond Chavaz (1905–2000), Mathematiker und Politiker
- Nelly Wicky (1923–2020), Lehrerin und Politikerin
- Raymond Meylan (1924–2022), Musikethnologe und Flötist
Literatur
- Jacques Barrelet: Onex. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 2. Dezember 2010.
- Pierre Baertschi u. a.: Onex: du village à la ville. Onex 2002.
- Eric Golay: Onex 1851–2002. Onex 2002.
- Histoire d’Onex. 2. Auflage, Onex 1984.
Weblinks
- Offizielle Website der Stadt Onex
- Jacques Barrelet: Onex. In: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS).
- Statistisches Porträt von Onex
- Onex im Verzeichnis der geografischen Namen des Kantons Genf
- Parc des Evaux
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 Onex – Chiffres clés, Office cantonal de la statistique Genève, abgerufen am 6. August 2026.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 2,6 2,7 Jacques Barrelet: Onex. In: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS).
- ↑ Geographische Kennzahlen der Schweizer Gemeinden, Bundesamt für Statistik, abgerufen am 6. August 2026.
- ↑ 4,0 4,1 4,2 4,3 4,4 La Ville d’Onex en quelques mots, Stadt Onex, abgerufen am 6. August 2026.
- ↑ Onex – Noms géographiques du canton de Genève, Republik und Kanton Genf, abgerufen am 6. August 2026.
- ↑ Conseil administratif, Stadt Onex, abgerufen am 6. August 2026.
- ↑ Jean-Pierre Pasquier assure la fonction de maire, Stadt Onex, 1. Juni 2026.
- ↑ Séance du Conseil municipal, Stadt Onex, abgerufen am 6. August 2026.
- ↑ Linie 14, Transports publics genevois, abgerufen am 6. August 2026.
- ↑ Passerelle sur le Rhône, Stadt Onex, abgerufen am 6. August 2026.
- ↑ Etablissements scolaires, Stadt Onex, abgerufen am 6. August 2026.
- ↑ Ancienne église Saint-Martin, Office du patrimoine et des sites des Kantons Genf, abgerufen am 6. August 2026.
- ↑ Spectacles Onésiens, Stadt Onex, abgerufen am 6. August 2026.
- ↑ Parc des Evaux, Stadt Onex, abgerufen am 6. August 2026.
- ↑ Onex – Armoiries et histoire, Republik und Kanton Genf, abgerufen am 6. August 2026.
Wikimedia Commons: Medien zu Onex