Museum der Kulturen Basel

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Museum der Kulturen Basel
Ort Basel
Kanton Basel-Stadt
Adresse Münsterplatz 20, 4051 Basel
Art Ethnologisches Museum
Gründung 1893
Sammlung über 340'000 Objekte
Fotografische Sammlung rund 900'000 Fotografien
Architektur Vischer & Söhne; Herzog & de Meuron
Trägerschaft Kanton Basel-Stadt
Website www.mkb.ch

Das Museum der Kulturen Basel (MKB) ist ein ethnologisches Museum in Basel. Es befindet sich am Münsterplatz in unmittelbarer Nähe des Basler Münsters und gehört zu den fünf staatlichen Museen des Kantons Basel-Stadt. Mit mehr als 340'000 Objekten aus nahezu allen Regionen der Welt zählt es zu den bedeutendsten ethnologischen Museen Europas und ist das grösste Museum dieser Art in der Schweiz.[1]

Neben den materiellen Objekten besitzt das Museum eine umfangreiche audiovisuelle Sammlung mit rund 900'000 Fotografien sowie mehreren hundert Filmen und Tonaufnahmen.[1] Die Bestände reichen von historischen ethnografischen Sammlungen des 19. Jahrhunderts bis zu zeitgenössischen Objekten.

Das Museum beschäftigt sich nicht nur mit Kulturen ausserhalb Europas. Ein eigener Schwerpunkt liegt auf europäischen Alltags- und Festkulturen. Besonders eng ist das Haus mit der Basler Fasnacht verbunden, der eine eigene Dauerausstellung gewidmet ist.

Das heutige Erscheinungsbild des Museums wird wesentlich durch den 2011 eröffneten Umbau des Basler Architekturbüros Herzog & de Meuron geprägt. Besonders auffällig ist das gefaltete, mit grün schimmernden Keramikkacheln verkleidete Dach über dem historischen Museumsbau.[2]

Lage

Das Museum der Kulturen liegt auf dem Münsterhügel in der Basler Altstadt. Der Haupteingang befindet sich am Münsterplatz 20.

In unmittelbarer Umgebung liegen unter anderem:

Der Standort gehört zum historischen Zentrum Basels. Die Museumsgebäude sind in ein dichtes Ensemble mittelalterlicher und neuzeitlicher Bauten eingebettet.

Der heutige Zugang erfolgt vom Münsterplatz über einen Innenhof, den sogenannten Schürhof. Vor dem Umbau von 2011 teilte das Museum seinen Eingang an der Augustinergasse mit dem Naturhistorischen Museum.[2]

Geschichte

Vorgeschichte und Museum von 1849

Die Geschichte der Sammlungen reicht weiter zurück als die eigentliche Gründung des Museum der Kulturen.

1849 wurde auf dem Münsterhügel das damalige «Museum der Stadt Basel» eröffnet. Der klassizistische Bau war nach Plänen des Basler Architekten Melchior Berri an der Stelle des früheren Augustinerklosters entstanden.

Das Gebäude war als Universalmuseum konzipiert. Unter einem Dach wurden naturwissenschaftliche, historische, kunsthistorische und ethnografische Sammlungen präsentiert.

Bereits bei der Eröffnung gehörten ethnografische Objekte zu den Beständen. Von besonderer Bedeutung war die Altamerika-Sammlung des Basler Kaufmanns Lukas Vischer. Dadurch verfügte Basel bereits in der Mitte des 19. Jahrhunderts über eine der ersten öffentlich zugänglichen ethnologischen Sammlungen Europas.[3]

Gründung 1893

1892 beschloss die Basler Regierung, die ethnografischen Bestände organisatorisch von der historisch-antiquarischen Sammlung zu trennen.

Für die ethnografische Sammlung wurde eine eigene Kommission geschaffen. Diese sogenannte Ethnografische Kommission trat 1893 erstmals zusammen. Das Museum betrachtet deshalb 1893 als sein offizielles Gründungsjahr.[3]

Zu Beginn kamen viele Sammlungsobjekte durch Basler Kaufleute, Reisende und wohlhabende Privatpersonen in die Stadt. Sie brachten Gegenstände von Reisen in verschiedene Regionen der Welt mit.

Später wurde der Sammlungsaufbau zunehmend durch wissenschaftliche Expeditionen und ethnologische Forschung geprägt.

Zu den Personen, die den Aufbau der Sammlungen wesentlich beeinflussten, gehörten unter anderem:

Fritz Sarasin war der erste Vorsitzende der Ethnografischen Kommission und später Direktor des Museums.[3]

Erweiterungsbau von 1917

Die Sammlungen wuchsen schnell. Als der Bestand ungefähr 40'000 Objekte erreicht hatte, reichten die bisherigen Räume nicht mehr aus.

1917 wurde deshalb ein eigener Erweiterungsbau für die ethnografischen Sammlungen eröffnet. Das Gebäude wurde vom Basler Architekturbüro Vischer & Söhne entworfen.[4]

Dieser sogenannte Vischerbau bildet bis heute einen wesentlichen Bestandteil des Museums.

Museum für Völkerkunde

1918 erhielt die ethnografische Sammlung offiziell die Bezeichnung Museum für Völkerkunde.[3]

Das Museum entwickelte sich im Verlauf des 20. Jahrhunderts zu einer international bekannten wissenschaftlichen Institution. Expeditionen, Forschungsreisen, Schenkungen, Nachlässe und gezielte Ankäufe vergrösserten die Bestände erheblich.

Viele der Sammlungen entstanden in einer Zeit des europäischen Kolonialismus. Herkunft und Erwerbungsumstände zahlreicher Objekte werden deshalb heute erneut wissenschaftlich untersucht.

Schweizerisches Museum für Volkskunde

Eine europäische Abteilung war bereits 1904 gegründet worden.

1944 verlieh der Bundesrat dieser Abteilung die Bezeichnung Schweizerisches Museum für Volkskunde. Der vollständige Name des Hauses lautete danach «Museum für Völkerkunde und Schweizerisches Museum für Volkskunde».[3]

Damit verband das Museum ethnologische Sammlungen aus anderen Teilen der Welt mit Sammlungen zur schweizerischen und europäischen Alltagskultur.

Zu den bedeutenden Themen der europäischen Bestände gehören unter anderem Brauchtum, Handwerk, Kleidung, religiöse Praktiken, Festkultur und die Basler Fasnacht.

Museum der Kulturen Basel

1996 erhielt die Institution ihren heutigen Namen Museum der Kulturen Basel.[3]

Die Namensänderung stand für eine inhaltliche Neuausrichtung. Im Mittelpunkt sollte nicht mehr eine starre Einteilung von Menschen in vermeintlich klar voneinander abgegrenzte «Völker» stehen, sondern die Vielfalt und Veränderbarkeit kultureller Ausdrucksformen.

Das Museum beschäftigt sich seither verstärkt mit kulturübergreifenden Themen und mit Fragen, die auch für die Gegenwart relevant sind.

Umbau und Neueröffnung 2011

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts umfasste die Sammlung bereits ungefähr 300'000 Objekte. Gleichzeitig benötigte das Museum zusätzliche Ausstellungsflächen und einen eigenen, deutlich erkennbaren Eingang.[4]

2001 wurde deshalb eine weitere bauliche Erweiterung beschlossen.

Mit der Planung wurde das international bekannte Basler Architekturbüro Herzog & de Meuron beauftragt.

Statt den historischen Innenhof mit einem zusätzlichen Gebäude zu überbauen, entschieden sich die Architekten dafür, den Vischerbau von 1917 nach oben zu erweitern.

Über dem bestehenden Gebäude entstand ein neues Ausstellungsgeschoss mit einem auffällig gefalteten Dach.

Nach dem Umbau wurde das Museum 2011 wiedereröffnet.[3]

Architektur

Das Museum besteht aus mehreren Gebäuden unterschiedlicher Epochen, die sich um einen Innenhof gruppieren.

Gerade dieser Kontrast gehört zu den architektonischen Besonderheiten des Komplexes. Mittelalterliche Gebäudeteile treffen auf Bauten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts sowie auf die moderne Erweiterung von Herzog & de Meuron.

Dach von Herzog & de Meuron

Das markanteste Element des heutigen Museums ist das 2011 fertiggestellte Dachgeschoss.

Das Dach ist unregelmässig gefaltet und erinnert in seiner Form an eine Gebirgslandschaft. Die Oberfläche besteht aus grünlich bis schwarzgrün erscheinenden Keramikkacheln.[2]

Je nach Lichteinfall und Standort des Betrachters verändert sich ihre optische Wirkung. Die teilweise dreidimensional geformten Kacheln reflektieren das Licht unterschiedlich.

Nach Angaben der Architekten wurde die Gestaltung unter anderem von der historischen Dachlandschaft der Basler Altstadt und dem benachbarten Basler Münster beeinflusst.[2]

Unter dem Dach befindet sich eine grosse, weitgehend stützenfreie Ausstellungshalle. Eine Stahlkonstruktion ermöglicht die freie Überspannung des Raums.[4]

Das moderne Dach hebt sich deutlich von den umliegenden historischen Gebäuden ab, nimmt gleichzeitig aber deren kleinteilige Dachstrukturen auf.

= Innenhof

Ein weiteres charakteristisches Element ist der Innenhof des Museums.

Mit dem Umbau wurde der zuvor nicht öffentlich zugängliche Schürhof zum Haupteingang umgestaltet. Eine breite, leicht abfallende Fläche führt vom Münsterplatz zum Eingang des Museums.[2]

Der Innenhof dient zugleich als Aufenthalts- und Veranstaltungsort.

Die umliegenden Fassaden stammen aus verschiedenen Epochen und machen die historische Entwicklung des Gebäudekomplexes sichtbar.

Sammlung

Die Sammlung des Museum der Kulturen umfasst mehr als 340'000 Objekte aus nahezu allen Regionen der Erde.[1]

Hinzu kommen rund 900'000 Fotografien sowie etwa 400 Filme und Tonaufnahmen.[1]

Damit verfügt das Museum über eine der umfangreichsten ethnologischen Sammlungen Europas.

Die Bestände werden traditionell nach geografischen Regionen gegliedert. Dazu gehören unter anderem:

  • Afrika;
  • Nord-, Mittel- und Südamerika;
  • Arktis;
  • Europa;
  • Ozeanien;
  • Südasien;
  • Zentralasien;
  • Ostasien;
  • Südostasien;
  • Westasien.

Daneben bestehen historische und thematische Sammlungsbereiche.

Die geografische Zuordnung entspricht nicht in jedem Fall exakt der tatsächlichen Herkunft eines Objekts. Das Museum weist selbst darauf hin, dass ältere Ordnungssysteme historisch entstanden sind und heute teilweise neu bewertet werden.[5]

Sammlungsschwerpunkte

Im Lauf seiner Geschichte entstanden verschiedene besonders umfangreiche oder wissenschaftlich bedeutende Sammlungsschwerpunkte.

Dazu gehören Bestände aus:

  • dem Amazonasgebiet;
  • Melanesien;
  • Indonesien;
  • Tibet;
  • Mesoamerika und dem präkolumbischen Amerika;
  • verschiedenen Regionen Afrikas;
  • Europa und der Schweiz.

Einen besonderen Ruf besitzt das Museum auch für seine Textilsammlungen.

Viele Sammlungsbereiche entstanden durch langjährige Forschungsaktivitäten einzelner Ethnologen und Sammler.

Lukas Vischer und die Altamerika-Sammlung

Zu den ältesten und historisch wichtigsten Beständen gehört die Sammlung des Basler Kaufmanns Lukas Vischer.

Vischer hielt sich in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts längere Zeit in Mittelamerika auf und brachte zahlreiche archäologische und ethnografische Gegenstände nach Basel.

Diese Bestände bildeten einen wichtigen Grundstock der späteren ethnologischen Sammlung.

Da sie bereits 1849 öffentlich präsentiert wurden, zählt die Basler Sammlung zu den ältesten öffentlich zugänglichen ethnografischen Sammlungen Europas.[1]

Fotografische und audiovisuelle Sammlung

Fotografien wurden im Museum nicht nur als Dokumentation von Objekten gesammelt, sondern entwickelten sich selbst zu einem bedeutenden Sammlungsbestand.

Heute umfasst die fotografische Sammlung rund 900'000 Aufnahmen.[1]

Die Fotografien dokumentieren unter anderem:

  • Forschungsreisen und Expeditionen;
  • Lebens- und Arbeitswelten;
  • Zeremonien und Feste;
  • Landschaften;
  • Architektur;
  • Herstellung und Verwendung von Gegenständen;
  • Geschichte der eigenen Museumssammlungen.

Historische Fotografien sind zugleich wichtige Quellen für die Provenienz- und Sammlungsgeschichte.

Zur audiovisuellen Sammlung gehören ausserdem Filme und Tonaufnahmen.

Provenienzforschung

Die Erforschung der Herkunft der Sammlungsobjekte gehört zu den zentralen Aufgaben des Museums.

Dabei wird untersucht, wann, wo, von wem und unter welchen Bedingungen Gegenstände erworben wurden.

Die Erwerbungswege reichen von Schenkungen, Käufen, Tauschgeschäften und archäologischen Ausgrabungen bis zu problematischen Formen der Aneignung wie Plünderung oder Raub.[6]

Eine besondere Rolle spielt die Untersuchung kolonialer Zusammenhänge. Zahlreiche ethnologische Sammlungen Europas entstanden während der kolonialen Expansion europäischer Staaten im 19. und frühen 20. Jahrhundert.

Obwohl die Schweiz selbst keine formalen Kolonien besass, waren Schweizer Kaufleute, Wissenschaftler, Missionare, Unternehmen und Reisende in koloniale Netzwerke eingebunden.

Das Museum untersucht deshalb sowohl die unmittelbaren Erwerbungsumstände einzelner Gegenstände als auch die gesellschaftlichen und politischen Strukturen, innerhalb derer Sammlungen entstanden.

Die Ergebnisse fliessen in Ausstellungen, Publikationen und die Zusammenarbeit mit Herkunftsgesellschaften ein.[7]

Restitutionen

Die Provenienzforschung kann auch zu Forderungen nach Rückgabe beziehungsweise Restitution von Kulturgütern führen.

Das Museum berücksichtigt bei der wissenschaftlichen Bewertung nicht nur rechtliche Eigentumsfragen, sondern auch kulturelle Bedeutungen und Ansprüche von Herkunftsgesellschaften.[6]

In den Bestandeslisten werden auch Objekte dokumentiert, die sich nicht mehr im Museum befinden, beispielsweise aufgrund von Restitutionen, aufgelösten Deposita, Tauschgeschäften oder dem Zerfall organischer Materialien.[5]

Ausstellungen

Das Museum präsentiert nur einen kleinen Teil seiner umfangreichen Sammlung gleichzeitig.

Die Ausstellungen sind heute überwiegend thematisch aufgebaut. Statt Kulturen ausschliesslich geografisch voneinander getrennt darzustellen, werden häufig kulturübergreifende Fragen behandelt.

Themen können beispielsweise sein:

  • Religion und Spiritualität;
  • Erinnerung;
  • Tod und Jenseits;
  • menschliche Beziehungen zur Natur;
  • Herstellung und Gestaltung;
  • Körper und Kleidung;
  • gesellschaftliche Rituale;
  • Feste;
  • Migration und kultureller Austausch;
  • Kolonialismus und Sammlungsgeschichte.

Das Museum verbindet dabei historische Objekte mit zeitgenössischen Fragestellungen.

Dauerausstellungen

Neben wechselnden Sonderausstellungen zeigt das Museum mehrere längerfristig angelegte Ausstellungen.

Zu den Dauerausstellungen gehören 2026 unter anderem «Alles lebt – Mehr als menschliche Welten», «Memory – Momente des Erinnerns und Vergessens» sowie die Ausstellung zur Basler Fasnacht.[8]

Das Ausstellungsprogramm wird regelmässig verändert, weshalb auch Dauerausstellungen überarbeitet oder ersetzt werden können.

Basler Fasnacht

Eine besondere Stellung besitzt die Dauerausstellung Basler Fasnacht.

Sie befindet sich in historischen Räumen eines Nebengebäudes und dokumentiert die Geschichte und Gegenwart der Basler Fasnacht.[9]

Gezeigt werden unter anderem:

  • Fasnachtskostüme;
  • Larven;
  • Laternen;
  • Trommeln;
  • Piccolos;
  • historische Dokumente;
  • weitere Gegenstände aus dem Umfeld der Fasnacht.

Eine nachgebildete Fasnachtsbeiz und multimediale Elemente vermitteln zusätzlich die Atmosphäre des Grossanlasses.[9]

Die Sammlung zur Basler Fasnacht ist zugleich Teil der historischen europäischen und volkskundlichen Bestände des Museums.

Forschung

Forschung ist neben Sammeln, Bewahren, Ausstellen und Vermitteln eine zentrale Aufgabe des Museum der Kulturen.

Wissenschaftliche Projekte beschäftigen sich unter anderem mit:

  • Herkunft und Erwerbungsgeschichte von Objekten;
  • Geschichte der Sammlungen;
  • kolonialen Zusammenhängen;
  • materieller Kultur;
  • kultureller Bedeutung einzelner Objekte;
  • historischen Fotografien;
  • Beziehungen zwischen Museen und Herkunftsgesellschaften.

Das Museum arbeitet dabei mit Universitäten, anderen Museen und wissenschaftlichen Institutionen zusammen.[7]

Im Rahmen des MKB-Fellowship-Programms können auch externe Forschende Projekte mit den Sammlungen durchführen.

Sammlungsdatenbank

Ein Teil der Museumsbestände kann über eine öffentliche Online-Sammlungsdatenbank recherchiert werden.

Die Digitalisierung ist aufgrund des Umfangs der Bestände ein langfristiger Prozess.

Das Museum stellt ausserdem Bestandeslisten zu einzelnen geografischen Sammlungsbereichen zur Verfügung.[5]

Bei historischen Inventareinträgen weist das Museum darauf hin, dass ältere Bezeichnungen fehlerhaft, veraltet oder diskriminierend sein können. Die historischen Daten werden deshalb schrittweise wissenschaftlich überarbeitet.

Bildung und Vermittlung

Das Museum bietet ein umfangreiches Vermittlungsprogramm für verschiedene Altersgruppen.

Dazu gehören:

  • öffentliche Führungen;
  • thematische Rundgänge;
  • Workshops;
  • Veranstaltungen für Familien;
  • Angebote für Schulen;
  • Vorträge;
  • Gespräche mit Forschenden und Kuratorinnen und Kuratoren;
  • kreative Angebote.

Für Schulklassen werden altersgerechte Führungen und Workshops angeboten, die an die jeweiligen Ausstellungen anknüpfen.

Das Museum versteht sich dabei nicht nur als Ort zur Aufbewahrung historischer Gegenstände, sondern als Raum für die Auseinandersetzung mit gegenwärtigen gesellschaftlichen und kulturellen Fragen.

Aufgabe und Selbstverständnis

Das Museum der Kulturen versteht seine Aufgabe darin, kulturelle Dimensionen des menschlichen Lebens sichtbar zu machen und Gemeinsamkeiten ebenso wie Unterschiede zwischen Gesellschaften zu vermitteln.

Dabei sollen Besucherinnen und Besucher vertraute Vorstellungen hinterfragen und andere Perspektiven kennenlernen.

Das Museum formuliert dafür das Leitmotiv, die Welt «mit anderen Augen» zu sehen.[10]

Neben der Vermittlung gehören das Sammeln, Bewahren, Erforschen und wissenschaftliche Neubewerten der Bestände zu den Kernaufgaben.

Das Museum arbeitet nach den Grundsätzen des International Council of Museums und auf Grundlage des Museumsgesetzes des Kantons Basel-Stadt.[10]

Bedeutung

Das Museum der Kulturen gehört zu den bedeutendsten Kulturinstitutionen Basels.

Seine internationale Bedeutung beruht vor allem auf dem Umfang und der Qualität seiner Sammlungen, die über mehr als anderthalb Jahrhunderte aufgebaut wurden.

Gleichzeitig dokumentiert die Geschichte des Museums einen grundlegenden Wandel der Ethnologie und der europäischen Museumslandschaft.

Im 19. Jahrhundert stand zunächst das möglichst umfassende Sammeln und Klassifizieren von Gegenständen aus unterschiedlichen Regionen der Erde im Vordergrund. Später gewannen wissenschaftliche Feldforschung und vergleichende Ethnologie an Bedeutung.

Heute stehen stärker die Entstehungsbedingungen der Sammlungen, unterschiedliche Perspektiven auf die Objekte, die Zusammenarbeit mit Herkunftsgesellschaften und die Folgen des Kolonialismus im Mittelpunkt.

Damit ist das Museum selbst Gegenstand historischer und kulturwissenschaftlicher Forschung.

Gebäudeensemble am Münsterplatz

Das Museum ist eng mit der Geschichte des Basler Münsterhügels verbunden.

An der Stelle des ursprünglichen Museumsbaus befand sich früher das Augustinerkloster. Der 1849 eröffnete klassizistische Bau Melchior Berris war das erste eigens als Museum errichtete Gebäude Basels.[4]

Der ethnologische Erweiterungsbau von 1917 ergänzte dieses Ensemble.

Mit dem Umbau durch Herzog & de Meuron entstand zu Beginn des 21. Jahrhunderts eine weitere architektonische Schicht.

Das Gebäudeensemble zeigt dadurch unmittelbar die Entwicklung der Basler Museumsarchitektur vom 19. bis ins 21. Jahrhundert.

Öffnungszeiten und Besuch

Das Haupthaus ist 2026 in der Regel von Dienstag bis Sonntag von 10.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Am ersten Mittwoch jedes Monats ist es bis 20.00 Uhr geöffnet. Montags bleibt das Museum geschlossen.[11]

Für das Nebengebäude mit der Dauerausstellung «Basler Fasnacht» gelten teilweise andere Öffnungszeiten.

Der reguläre Eintritt für Erwachsene ab 19 Jahren beträgt 2026 16 Franken. Kinder bis zwölf Jahre haben freien Eintritt. Für Jugendliche, Studierende und weitere Besuchergruppen gelten reduzierte Tarife.[11]

Mit verschiedenen Museumspässen und Vergünstigungskarten ist der Eintritt kostenlos.

Die Öffnungszeiten und Eintrittspreise können sich ändern.

Erreichbarkeit

Das Museum liegt in der weitgehend verkehrsberuhigten Basler Altstadt.

Vom Bahnhof Basel SBB und vom Badischen Bahnhof ist das Museum mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Eine nahegelegene Tramhaltestelle ist Kunstmuseum.

Von dort führt der Weg über Rittergasse und Münsterplatz zum Museum.

Aufgrund seiner zentralen Lage lässt sich ein Besuch gut mit weiteren Sehenswürdigkeiten der Basler Altstadt verbinden.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 Sammlung, Museum der Kulturen Basel, abgerufen am 25. August 2026.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 Architektur, Museum der Kulturen Basel, abgerufen am 25. August 2026.
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 3,5 3,6 Geschichte, Museum der Kulturen Basel, abgerufen am 25. August 2026.
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 Herzog & de Meuron – Museum der Kulturen Basel, Museum der Kulturen Basel, abgerufen am 25. August 2026.
  5. 5,0 5,1 5,2 Bestandeslisten, Museum der Kulturen Basel, abgerufen am 25. August 2026.
  6. 6,0 6,1 Provenienzforschung, Museum der Kulturen Basel, abgerufen am 25. August 2026.
  7. 7,0 7,1 Forschung, Museum der Kulturen Basel, abgerufen am 25. August 2026.
  8. Museum der Kulturen Basel – Ausstellungen, abgerufen am 25. August 2026.
  9. 9,0 9,1 Basler Fasnacht, Museum der Kulturen Basel, abgerufen am 25. August 2026.
  10. 10,0 10,1 Über uns, Museum der Kulturen Basel, abgerufen am 25. August 2026.
  11. 11,0 11,1 Ihr Besuch, Museum der Kulturen Basel, abgerufen am 25. August 2026.