Museum Aargau
| Museum Aargau | |
|---|---|
| Art | Historisches Museum und dezentraler Museumsverbund |
| Trägerschaft | Kanton Aargau |
| Organisation | Sektion der Abteilung Kultur im Departement Bildung, Kultur und Sport |
| Eröffnung | 1987 als Historisches Museum Aargau |
| Heutiger Name seit | 2007 |
| Direktor | Marco Sigg |
| Museumsstandorte | 10 |
| Sammlung | rund 50'000 Objekte |
| Zeitraum der Sammlung | frühe Eisenzeit bis Gegenwart |
| Hauptadresse | Schloss Wildegg, Effingerweg 5, 5103 Wildegg |
| Website | www.museumaargau.ch |
Museum Aargau ist der historische Museumsverbund des Kantons Aargau. Er umfasst vier Schlösser, zwei ehemalige Klosteranlagen, zwei Standorte zur römischen Geschichte von Vindonissa, ein Sammlungszentrum und einen virtuellen Museumsraum zur Industriegeschichte. Museum Aargau gehört nach eigenen Angaben zu den grössten historischen Museen der Schweiz und vermittelt an zehn Standorten rund 2000 Jahre Geschichte.[1]
Im Gegensatz zu einem klassischen Zentralmuseum befindet sich Museum Aargau nicht in einem einzigen Gebäude. Die Ausstellungen und Vermittlungsangebote sind auf historische Originalschauplätze im ganzen Kanton verteilt. Dazu gehören Schloss Lenzburg, Schloss Hallwyl, Schloss Habsburg, Schloss Wildegg, das Kloster Königsfelden, die Klosterhalbinsel Wettingen, der Legionärspfad Vindonissa, das Vindonissa-Museum, das Sammlungszentrum Egliswil und die IndustriekulTOUR Aabach.[2]
Museum Aargau ist eine Sektion der Abteilung Kultur im Departement Bildung, Kultur und Sport des Kantons Aargau. Direktor ist seit dem 1. Januar 2024 der Historiker Marco Sigg.[3]
Geschichte
Entstehung der kantonalen Sammlung
Die Wurzeln von Museum Aargau reichen in die frühen 1830er-Jahre zurück. Damals begann der junge Kanton Aargau, historische und kulturgeschichtlich bedeutende Objekte systematisch zu sammeln. Die Bestände wurden im Laufe der Jahrzehnte durch Übernahmen aus aufgehobenen Klöstern, Nachlässe von Schlössern, Schenkungen privater Sammlerinnen und Sammler sowie gezielte Ankäufe erweitert.
Zur kantonalen Sammlung gehörten zunächst sehr unterschiedliche Objektgruppen. Sie umfasste archäologische Funde, historische Waffen, Möbel, Textilien, Gemälde, Druckgrafiken, Alltagsgegenstände, kunsthandwerkliche Erzeugnisse und ethnografische Objekte.
Im Jahr 1958 wurden die historischen und archäologischen Bestände organisatorisch getrennt. Prähistorische, römische und frühmittelalterliche Funde gelangten in die Zuständigkeit des Vindonissa-Museums beziehungsweise der späteren Kantonsarchäologie. Die mittelalterlichen und neuzeitlichen Objekte bildeten die Grundlage der kantonalen Historischen Sammlung.[4]
Historisches Museum Aargau
Der Kanton Aargau und die Stadt Lenzburg erwarben 1956 gemeinsam Schloss Lenzburg und gründeten die Stiftung Schloss Lenzburg. Zwischen 1978 und 1986 wurde die Anlage umfassend restauriert und für eine öffentliche Nutzung eingerichtet.
Im Jahr 1987 wurden die kulturgeschichtlichen Sammlungen des Kantons auf Schloss Lenzburg zusammengeführt. Dort eröffnete das Historische Museum Aargau. Das Schloss war damit nicht nur ein historisches Baudenkmal, sondern zugleich der zentrale Ausstellungsort für die Geschichte und Wohnkultur des Kantons.[5]
Die Vermittlung auf Schloss Lenzburg entwickelte sich früh über die klassische Präsentation von Vitrinen und Einzelobjekten hinaus. Seit den 1970er-Jahren entstanden Angebote, bei denen Besucherinnen und Besucher Geschichte mit mehreren Sinnen erfahren konnten. Dazu gehörten historische Kochvorführungen, Werkstätten, Kostümführungen und Programme für Schulklassen.
Entstehung des Museumsverbunds
Im Jahr 2007 wurde das Historische Museum Aargau in Museum Aargau umbenannt. Die neue Bezeichnung stand für die Entwicklung von einem einzelnen Museum auf Schloss Lenzburg zu einem kantonsweiten Verbund historischer Schauplätze.[5]
Schloss Hallwyl wurde ebenfalls 2007 als Standort in die neue Museumsorganisation aufgenommen. Das Wasserschloss war 1994 von der Hallwil-Stiftung an den Kanton Aargau übertragen worden. Nach einer umfassenden Restaurierung entstanden Ausstellungen zur Geschichte der Familie von Hallwyl, zur Lebenswelt im Schloss und zur regionalen Wirtschafts- und Sozialgeschichte.[6]
Seit 2009 gehören Schloss Habsburg und das Kloster Königsfelden zu Museum Aargau. Beide Standorte waren zuvor der Kantonsarchäologie zugeordnet. Im Jahr 2011 kamen der Legionärspfad Vindonissa und Schloss Wildegg hinzu. Das zuvor vom Schweizerischen Landesmuseum betreute Schloss Wildegg ging damals in den Besitz einer kantonalen Stiftung über.
2017 übernahm Museum Aargau den Betrieb des Vindonissa-Museums von der Kantonsarchäologie. Auf diese Weise wurden der archäologische Erlebnispark im ehemaligen Legionslager und die Präsentation der Originalfunde in Brugg unter einem gemeinsamen Museumsdach verbunden.[7]
Seit 2022 betreibt Museum Aargau auf der Klosterhalbinsel Wettingen ein Museum mit Ausstellungen, Rundgängen, Führungen und Veranstaltungen. Das erweiterte Sammlungszentrum Egliswil wurde 2023 eröffnet.[8]
Mit der IndustriekulTOUR Aabach wurde zudem ein virtueller Museumsraum geschaffen. Er ergänzt die klassischen Baudenkmäler und Ausstellungen um eine digital vermittelte Route durch die Aargauer Industriegeschichte.
Museumsstandorte
| Standort | Gemeinde | Charakter und Schwerpunkte |
|---|---|---|
| Schloss Lenzburg | Lenzburg | Mittelalterliche Burg, Wohnmuseum, kantonale Geschichte, Kindermuseum und erlebnisorientierte Geschichtsvermittlung |
| Schloss Hallwyl | Seengen | Wasserschloss, Geschichte der Familie von Hallwyl, regionale Kultur-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte |
| Schloss Habsburg | Habsburg | Stammburg der Habsburger und Geschichte des Adelsgeschlechts im mittelalterlichen Aargau |
| Schloss Wildegg | Möriken-Wildegg | Barockes Schloss, Wohnkultur, Schlossdomäne, Gartenbau, Landwirtschaft und Geschichte der Familie Effinger |
| Kloster Königsfelden | Windisch | Habsburgischer Erinnerungsort, Klosterkirche und mittelalterliche Glasmalereien |
| Klosterhalbinsel Wettingen | Wettingen | Ehemaliges Zisterzienserkloster, Klosterkirche, Kreuzgang, Gärten und Ausstellungen zu Glaube, Macht und Wissen |
| Legionärspfad Vindonissa | Windisch | Archäologischer Erlebnispark im Gebiet des ehemaligen römischen Legionslagers Vindonissa |
| Vindonissa-Museum | Brugg | Archäologische Originalfunde aus Vindonissa und der römischen Besiedlung des Aargaus |
| Sammlungszentrum Egliswil | Egliswil | Depot, Forschungs-, Dokumentations- und Restaurierungszentrum der Historischen Sammlung |
| IndustriekulTOUR Aabach | Seetal und unteres Aabachtal | Virtueller Museumsraum zur Industriegeschichte entlang des Aabachs |
Schloss Lenzburg
Schloss Lenzburg ist der älteste zentrale Standort des Museumsverbunds. Die Burganlage gehört zu den bedeutendsten Höhenburgen der Schweiz und dokumentiert fast tausend Jahre Bau-, Herrschafts- und Nutzungsgeschichte.
Die Ausstellungen behandeln die mittelalterlichen Grafen von Lenzburg, die kyburgische und habsburgische Zeit, die bernischen Landvögte sowie die privaten Eigentümer des 19. und 20. Jahrhunderts. Historisch eingerichtete Räume zeigen die Wohnkultur verschiedener Epochen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Angeboten für Kinder und Familien. Der Schlossdrache Fauchi dient als Identifikationsfigur des Standorts. Im Kindermuseum können junge Besucherinnen und Besucher spielerisch Themen wie Rittertum, Burgenbau und höfisches Leben kennenlernen.
Schloss Hallwyl
Schloss Hallwyl liegt auf zwei Inseln im Aabach nahe dem Hallwilersee. Es war über Jahrhunderte der Stammsitz der Familie von Hallwyl. Die Ausstellungen erzählen die Geschichte einzelner Familienmitglieder und behandeln Themen wie Politik, Militärdienst, Wissenschaft, häusliches Leben und gesellschaftliche Stellung.
Neben der Schlossgeschichte werden die Seetaler Strohindustrie, die regionale Lebenswelt und internationale Verbindungen der Familie dargestellt. Neuere Ausstellungen greifen auch Themen wie Kolonialismus und Solddienst auf.[6]
Schloss Habsburg
Schloss Habsburg ist der namensgebende Stammsitz der Habsburger. Die Burg entstand im frühen 11. Jahrhundert auf dem Wülpelsberg über dem Aaretal.
Der Museumsstandort vermittelt die Anfänge des Adelsgeschlechts, seinen Aufstieg im Aargau und seine Entwicklung zu einer der bedeutendsten Herrscherdynastien Europas. Ein Rundgang verbindet die erhaltenen mittelalterlichen Bauteile mit Informationen über Burgenbau, Herrschaft und Alltagsleben.
Schloss Habsburg gehört seit 2009 zu Museum Aargau und ist im Gegensatz zu mehreren saisonal betriebenen Standorten grundsätzlich ganzjährig zugänglich.[9]
Schloss Wildegg
Schloss Wildegg war von 1483 bis 1912 im Besitz der Familie Effinger. Die weitgehend erhaltenen Wohnräume, Möbel, Porträts, Haushaltsgegenstände und Archive ermöglichen einen umfassenden Einblick in die Lebenswelt einer Aargauer Patrizierfamilie.
Zur Schlossdomäne gehören Gärten, Rebberge, Landwirtschaftsflächen, Wald und Nebengebäude. Der barocke Nutz- und Lustgarten bewahrt historische Kulturpflanzen und vermittelt Wissen über Ernährung, Gartenbau, Arzneipflanzen und landwirtschaftliche Selbstversorgung.
Schloss Wildegg ist seit 2011 ein Standort von Museum Aargau. Die Anlage wird von der Stiftung Schlossdomäne Wildegg getragen und vom Museum betrieben.
Kloster Königsfelden
Das Kloster Königsfelden wurde 1309 von der Habsburger Königin Elisabeth gegründet. Die Stiftung erinnerte an ihren Gemahl König Albrecht I., der 1308 in der Nähe ermordet worden war.
Die Klosterkirche ist besonders für ihren Zyklus mittelalterlicher Glasmalereien bekannt. Die im 14. Jahrhundert entstandenen Fenster gehören zu den bedeutendsten erhaltenen Werken dieser Art in Europa. Die Ausstellungen behandeln die Geschichte der Habsburger, das Klosterleben und die Funktion Königsfeldens als dynastischen Erinnerungsort.
Nach der Aufhebung des Klosters während der Reformation wurden die Gebäude unterschiedlich genutzt. Teile der ehemaligen Klosteranlage gehören heute zur Psychiatrischen Klinik Königsfelden.
Klosterhalbinsel Wettingen
Das ehemalige Zisterzienserkloster Wettingen wurde 1227 gestiftet. Nach der Aufhebung des Klosters im Jahr 1841 wurden die Gebäude für Bildungszwecke genutzt. Heute befinden sich dort unter anderem die Kantonsschule Wettingen und der Museumsstandort von Museum Aargau.
Besichtigt werden können die Klosterkirche, der Kreuzgang, historische Räume, Gärten und wechselnde Ausstellungen. Das Museum behandelt die religiöse, politische und wirtschaftliche Bedeutung des Klosters sowie seine spätere Nutzung als Lehrerbildungsanstalt und Kantonsschule.
Ein Teil der Ausstellungen entstand in Zusammenarbeit mit Schülerinnen und Schülern der Kantonsschule Wettingen. Das Projekt verbindet historische Forschung mit partizipativer Kulturvermittlung.[8]
Legionärspfad Vindonissa
Der Legionärspfad Vindonissa ist ein archäologischer Erlebnispark im Gebiet des einzigen römischen Legionslagers auf dem Gebiet der heutigen Schweiz. Das Lager Vindonissa bestand im 1. Jahrhundert n. Chr. und war zeitweise Standort mehrerer römischer Legionen.
Ein Rundweg verbindet erhaltene und rekonstruierte Schauplätze. Dazu gehören die Reste der Thermen, die römische Wasserleitung, Tore, Unterkünfte und weitere Anlagen des Legionslagers. Hörspiele, Inszenierungen und interaktive Stationen vermitteln den Alltag der Legionäre.
Zu den bekanntesten Angeboten gehören die rekonstruierten Mannschaftsunterkünfte, in denen Schulklassen und Gruppen nach Voranmeldung übernachten können. Der Legionärspfad verbindet archäologische Originalsubstanz mit erlebnisorientierter Vermittlung.
Vindonissa-Museum
Das Vindonissa-Museum in Brugg wurde 1912 eröffnet. Das Gebäude und ein grosser Teil der Sammlung gehören der Gesellschaft Pro Vindonissa. Der Museumsbetrieb liegt bei Museum Aargau.
Gezeigt werden Funde aus mehr als hundert Jahren archäologischer Forschung in Vindonissa und seiner Umgebung. Dazu gehören Waffen, Werkzeuge, Keramik, Glasgefässe, Münzen, Schmuck, medizinische Instrumente und Alltagsgegenstände.
Von besonderer Bedeutung sind die zahlreichen römischen Schriftdokumente. Schreibtafeln, Inschriften und beschriftete Gegenstände geben Einblick in das Leben einzelner Soldaten und Zivilpersonen.
Sammlungszentrum Egliswil
Das Sammlungszentrum Egliswil ist das zentrale Depot der Historischen Sammlung von Museum Aargau. Hier werden die Objekte inventarisiert, dokumentiert, konserviert, restauriert und wissenschaftlich bearbeitet.
Das Gebäude ist kein regulär täglich geöffnetes Museum. Die Sammlung kann im Rahmen angekündigter Führungen und Veranstaltungen besichtigt werden. Das Zentrum stellt ausserdem Objekte für Ausstellungen anderer Museen zur Verfügung und bearbeitet Fach-, Leih- und Reproduktionsanfragen.[10]
IndustriekulTOUR Aabach
Die IndustriekulTOUR Aabach ist der erste virtuelle Museumsraum des Kantons Aargau. Sie erschliesst historische Industrieanlagen und ehemalige Produktionsstandorte entlang des Aabachs mit digitalen Mitteln.
Besucherinnen und Besucher können die Touren mit einem Smartphone absolvieren. Digitale Rekonstruktionen, historische Bilder, Filme, Tonaufnahmen und Rätsel machen auch nicht mehr erhaltene Gebäude und Arbeitswelten sichtbar.
Das Projekt ist eine Zusammenarbeit von Museum Aargau, dem Museum Burghalde in Lenzburg und dem Verein Industriekultur Aabach.[11]
Sammlung
Die Historische Sammlung von Museum Aargau umfasst rund 50'000 Objekte aus der Zeit von etwa 1000 v. Chr. bis in die Gegenwart. Sie dokumentiert die politische, wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Entwicklung des Kantons.[12]
Zu den Beständen gehören unter anderem:
- Möbel und Einrichtungsgegenstände aus Schlössern und Klöstern;
- Waffen, Uniformen und militärgeschichtliche Objekte;
- Textilien, Kleidung und Accessoires;
- Werkzeuge, Maschinen und Erzeugnisse Aargauer Unternehmen;
- Gemälde, Grafiken, Fotografien und Skulpturen;
- Keramik, Glas, Metall- und Holzgegenstände;
- religiöse und kirchengeschichtliche Objekte;
- Alltagsgegenstände aus Haushalt, Arbeit, Freizeit und Vereinsleben;
- Nachlässe und Objektgruppen zur Geschichte einzelner Persönlichkeiten und Familien.
Ein bedeutender Teil der Sammlung stammt aus den historischen Schloss- und Klosterbeständen des Kantons. Hinzu kommen private Schenkungen, Übernahmen aus Firmenarchiven und gezielte Ankäufe. Die Sammlung wird laufend ergänzt, um auch die Geschichte des 20. und 21. Jahrhunderts zu dokumentieren.
Die ausgestellten Objekte bilden nur einen kleinen Teil des Gesamtbestands. Der grössere Teil wird unter kontrollierten klimatischen Bedingungen im Sammlungszentrum Egliswil aufbewahrt.
Aufgaben
Zu den Kernaufgaben von Museum Aargau gehören das Sammeln, Bewahren, Erforschen, Dokumentieren und Vermitteln des historischen Kulturerbes. Neu aufgenommene Objekte werden inventarisiert, fotografiert, fachgerecht verpackt und in einer Datenbank erfasst. Bei Bedarf werden sie konserviert oder restauriert.[12]
Das Museum entwickelt Dauer- und Sonderausstellungen, veröffentlicht Forschungsergebnisse und stellt Objekte für externe Ausstellungen zur Verfügung. Ausgewählte Bestände sind über eine digitale Sammlungsdatenbank öffentlich zugänglich.
Eine weitere Aufgabe ist die Betreuung der historischen Originalschauplätze. Die Arbeit umfasst daher nicht nur bewegliche Sammlungsobjekte, sondern auch die Vermittlung von Burgen, Schlössern, Klosteranlagen, Gärten und archäologischen Fundstellen.
Vermittlung
Museum Aargau verfolgt den Leitsatz «Geschichte am Schauplatz erleben». Die Vermittlung verbindet historische Gebäude und Originalobjekte mit Führungen, Hörspielen, Theaterszenen, Werkstätten und praktischen Tätigkeiten.
Zu den Angeboten gehören:
- öffentliche und private Führungen;
- Workshops für Schulen und Gruppen;
- historische Koch- und Handwerksprogramme;
- Ferienangebote für Kinder und Familien;
- Living-History- und Reenactment-Veranstaltungen;
- Mittelalter-, Römer-, Garten- und Genussmärkte;
- digitale Rundgänge, Podcasts und Online-Ausstellungen;
- Übernachtungsprogramme im Legionärspfad Vindonissa.
Viele Programme sind auf bestimmte Altersgruppen und Lehrpläne abgestimmt. Schulklassen können unter anderem römische Schreibtechniken ausprobieren, mittelalterliche Speisen zubereiten, historische Kleidung kennenlernen oder archäologische Arbeitsweisen untersuchen.
Museum Aargau arbeitet seit vielen Jahren mit Freiwilligen. Diese wirken als Gastgeberinnen und Gastgeber, unterstützen Veranstaltungen, kochen nach historischen Rezepten oder beteiligen sich an Archiv- und Dokumentationsprojekten.
Forschung und Publikationen
Die wissenschaftliche Arbeit stützt sich auf die Historische Sammlung, die Archive der Schloss- und Klosterstandorte sowie die Zusammenarbeit mit der Kantonsarchäologie, Hochschulen und externen Fachpersonen.
Museum Aargau veröffentlicht Ausstellungskataloge, Museumsführer, historische Studien und populärwissenschaftliche Publikationen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Aargauer Industriegeschichte. In der Reihe Aargauer Industriegeschichten werden Unternehmen, Unternehmerfamilien, Produkte und Arbeitswelten des Kantons untersucht.[13]
Der Museumsblog vermittelt Forschungsergebnisse in kürzerer Form. Er behandelt unter anderem Schlossgeschichten, römische Funde, historische Rezepte, Kleidung, Klosterleben, Gärten, Industriegeschichte und Objekte aus der Sammlung.
Organisation
Museum Aargau ist Teil der kantonalen Verwaltung. Innerhalb des Departements Bildung, Kultur und Sport gehört es zur Abteilung Kultur. Die Direktion koordiniert die verschiedenen Standorte und zentralen Fachbereiche.
Zur Organisation gehören insbesondere die Bereiche:
- Sammlung und Konservierung;
- Ausstellungen und Programm;
- Bildung und Vermittlung;
- Gästeservice;
- Betrieb und Administration;
- Marketing und Kommunikation;
- digitale Kuration und Innovation;
- Veranstaltungsmanagement;
- Freiwilligenprogramm.
Eine vom Regierungsrat gewählte Kommission Museum Aargau berät die Museumsleitung bei der Weiterentwicklung der Sammlung, der Ausstellungstätigkeit und der Vermittlung.[14]
Die Öffnungszeiten unterscheiden sich je nach Standort. Mehrere Schlösser, Klöster und der Legionärspfad sind saisonal geöffnet, während Schloss Habsburg und das Vindonissa-Museum grundsätzlich ganzjährig besucht werden können. Das Sammlungszentrum ist nur im Rahmen von Führungen und Veranstaltungen zugänglich.
Besucherzahlen und Veranstaltungen
Museum Aargau gehört zu den meistbesuchten Kulturinstitutionen des Kantons. Im Museumsjahr 2025 verzeichnete der Verbund nach eigenen Angaben 293'600 Besucherinnen und Besucher.
Im gleichen Jahr führte Museum Aargau 230 Veranstaltungen, 489 öffentliche Führungen und 885 private Gruppenangebote durch. Mehr als 1'530 Schulklassen besuchten einen der Standorte.[15]
Zu den publikumsstärksten Veranstaltungen gehören der Mittelaltermarkt auf Schloss Lenzburg, Märkte und Gartenveranstaltungen auf Schloss Wildegg sowie thematische Römeranlässe im Legionärspfad Vindonissa.
Bedeutung
Museum Aargau verbindet bedeutende Baudenkmäler und archäologische Schauplätze mit einer gemeinsamen musealen Organisation. Dadurch können unterschiedliche Epochen der Kantonsgeschichte an ihren ursprünglichen Orten vermittelt werden.
Die vier Schlösser repräsentieren verschiedene Formen adeliger Herrschaft und Wohnkultur. Königsfelden und Wettingen dokumentieren die religiöse und politische Bedeutung der Klöster. Vindonissa steht für die römische Geschichte, während die IndustriekulTOUR und die Historische Sammlung die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung bis in die Gegenwart behandeln.
Der Museumsverbund erfüllt zugleich eine touristische Funktion. Seine Standorte liegen in verschiedenen Regionen des Kantons und tragen zur Bekanntheit des Aargaus als Kultur- und Geschichtsregion bei.
Siehe auch
- Liste der Museen im Kanton Aargau
- Geschichte des Kantons Aargau
- Kantonsarchäologie Aargau
- Schloss Lenzburg
- Schloss Hallwyl
- Schloss Habsburg
- Schloss Wildegg
- Kloster Königsfelden
- Klosterhalbinsel Wettingen
- Vindonissa
Weblinks
- Offizielle Website von Museum Aargau
- Übersicht der zehn Museumsstandorte
- Digitale Sammlung von Museum Aargau
- Museum Aargau auf der Website des Kantons Aargau
- Blog von Museum Aargau
- Publikationen von Museum Aargau
Einzelnachweise
- ↑ Museum Aargau: Kontakt und Über uns, abgerufen am 28. Juli 2026.
- ↑ Museum Aargau: Übersicht der zehn Museumsstandorte, abgerufen am 28. Juli 2026.
- ↑ Museum Aargau: Geschäftsleitung, abgerufen am 28. Juli 2026.
- ↑ Kanton Aargau: Funde und Archäologische Sammlung, abgerufen am 28. Juli 2026.
- ↑ 5,0 5,1 Kanton Aargau: Schloss- und Baugeschichte von Schloss Lenzburg, abgerufen am 28. Juli 2026.
- ↑ 6,0 6,1 Museum Aargau: Schloss Hallwyl und seine Geschichte, abgerufen am 28. Juli 2026.
- ↑ Kanton Aargau: Statistisches Jahrbuch 2024, Kultur und Museen, abgerufen am 28. Juli 2026.
- ↑ 8,0 8,1 Museum Aargau: Klosterhalbinsel Wettingen und Geschichte, abgerufen am 28. Juli 2026.
- ↑ Museum Aargau: Geschichte von Schloss Habsburg, abgerufen am 28. Juli 2026.
- ↑ Museum Aargau: Sammlungszentrum Egliswil, abgerufen am 28. Juli 2026.
- ↑ Museum Aargau: Porträt der IndustriekulTOUR Aabach, abgerufen am 28. Juli 2026.
- ↑ 12,0 12,1 Museum Aargau: Die Historische Sammlung, abgerufen am 28. Juli 2026.
- ↑ Museum Aargau: Publikationen, abgerufen am 28. Juli 2026.
- ↑ Museum Aargau: Organisation und Kommission Museum Aargau, abgerufen am 28. Juli 2026.
- ↑ Museum Aargau: Rückblick auf das Museumsjahr 2025, Medienmitteilung vom 6. Januar 2026, abgerufen am 28. Juli 2026.
Wikimedia Commons: Medien zu Museum Aargau