Vindonissa
| Vindonissa | |
|---|---|
| Antiker Name | Vindonissa |
| Siedlungstyp | Keltische Siedlung, römischer Militärstützpunkt, Legionslager und Zivilsiedlung |
| Römische Provinz | zunächst Gallia Belgica, später Germania superior |
| Heutige Lage | Windisch, Brugg, Gebenstorf und Hausen |
| Kanton | Aargau |
| Geografische Lage | Auf einem Plateau beim Zusammenfluss von Aare, Reuss und Limmat |
| Früheste römische Präsenz | um 15 v. Chr. |
| Legionslager | etwa 14/15 bis 101 n. Chr. |
| Lagerfläche | rund 20 ha |
| Zivilsiedlung | rund 40 ha |
| Besatzung | Legio XIII Gemina, Legio XXI Rapax und Legio XI Claudia Pia Fidelis |
| Truppenstärke | rund 5500 bis 6000 Soldaten |
| Bedeutende Anlagen | Amphitheater, Lagerthermen, Lagerspital, Stabsgebäude, Tore, Wasserleitung und Abwasserkanäle |
| Museen | Vindonissa Museum und Legionärspfad Vindonissa |
Vindonissa war eine bedeutende keltische und römische Siedlung im Gebiet der heutigen Gemeinden Windisch, Brugg, Gebenstorf und Hausen im Kanton Aargau. Der Ort lag auf einem Plateau oberhalb des Zusammenflusses von Aare, Reuss und Limmat, dem sogenannten Wasserschloss der Schweiz. Aufgrund dieser Lage kontrollierte Vindonissa wichtige Wasser- und Landverbindungen durch das Schweizer Mittelland.
Im frühen 1. Jahrhundert n. Chr. entstand in Vindonissa das einzige dauerhaft von einer vollständigen römischen Legion belegte Legionslager auf dem Gebiet der heutigen Schweiz. Rund 5500 bis 6000 Soldaten lebten innerhalb der etwa 20 Hektaren grossen Befestigung. Ausserhalb der Lagermauern entwickelte sich eine ausgedehnte Zivilsiedlung mit Wohnhäusern, Werkstätten, Gasthäusern, Heiligtümern und Gräberfeldern.
Das Legionslager war nacheinander Standort der Legio XIII Gemina, der Legio XXI Rapax und der Legio XI Claudia Pia Fidelis. Nachdem die letzte Legion im Jahr 101 n. Chr. abgezogen war, blieb Vindonissa als zivile Siedlung bestehen. In der Spätantike wurde der strategisch wichtige Ort erneut militärisch gesichert und entwickelte sich später zu einem frühchristlichen Zentrum.
Vindonissa gehört zu den wichtigsten archäologischen Fundstätten der Schweiz. Sichtbare Überreste sind heute durch den Legionärspfad Vindonissa erschlossen. Bedeutende Funde werden im Vindonissa Museum in Brugg aufbewahrt und ausgestellt.[1]
Name
Der Name Vindonissa ist keltischen Ursprungs. Seine genaue Bedeutung ist nicht abschliessend geklärt.
Er wird häufig mit dem keltischen Wortstamm uindo- für «weiss» oder «hell» in Verbindung gebracht. Eine andere Deutung leitet den Namen von einem Personennamen wie Vindos ab.
Der römische Ortsname blieb in spätantiken und frühmittelalterlichen Quellen erhalten. Die heutige Bezeichnung Windisch entwickelte sich wahrscheinlich aus dem Namen Vindonissa.
Der Name erscheint unter anderem in:
- antiken Strassenverzeichnissen;
- römischen Inschriften;
- der Tabula Peutingeriana;
- spätantiken Verwaltungs- und Kirchenverzeichnissen;
- frühmittelalterlichen Urkunden.
Geografische Lage
Vindonissa lag auf einer erhöhten Terrasse südlich der Aare und westlich der Reuss.
Der Standort bot mehrere strategische Vorteile:
- gute Sicht über die Flusslandschaft;
- natürliche Sicherung durch steile Hänge;
- Kontrolle über wichtige Flussübergänge;
- Anschluss an Verkehrswege nach Gallien, Italien, Germanien und Rätien;
- Nähe zu fruchtbaren Landwirtschaftsgebieten;
- Zugang zu Holz, Stein, Ton und Wasser.
Die drei Flüsse bildeten einen der wichtigsten Verkehrsknoten des nördlichen Schweizer Mittellands.
Von Vindonissa führten Strassen unter anderem nach:
- Augusta Raurica;
- Aventicum;
- Aquae Helveticae;
- Salodurum;
- Vitudurum;
- an den Hochrhein;
- über die Alpen nach Italien;
- in das Gebiet des heutigen Süddeutschlands.
Die Umgebung des antiken Vindonissa gehört heute zu einem dicht bebauten Siedlungsraum. Grosse Teile des Legionslagers und der Zivilsiedlung liegen unter modernen Gebäuden, Strassen und Anlagen.
Keltische Vorgängersiedlung
Vor der römischen Besetzung bestand auf dem Windischer Plateau eine keltische Siedlung.
Archäologische Funde weisen auf eine Besiedlung während der späten Eisenzeit hin. Die Siedlung gehörte wahrscheinlich zum Gebiet der Helvetier.
Die keltische Bevölkerung nutzte die strategisch günstige Lage zur Kontrolle von Handel und Verkehr.
Zu den archäologischen Zeugnissen gehören:
- Siedlungsgruben;
- Pfostenbauten;
- Keramik;
- Münzen;
- Werkzeuge;
- Spuren von Handwerk und Vorratshaltung;
- Reste einer Befestigung.
Die römische Militäranlage wurde teilweise über älteren keltischen Strukturen errichtet.
Die Kontinuität des Namens deutet darauf hin, dass die Römer die bestehende Ortsbezeichnung übernahmen.
Römische Besetzung
Alpenfeldzug
Im Jahr 15 v. Chr. unterwarfen die Römer während des Alpenfeldzugs unter Drusus und Tiberius grosse Teile des Alpenraums.
Auf dem Plateau von Vindonissa entstand in dieser Zeit wahrscheinlich ein erster römischer Militärposten.
Die frühe Anlage war kleiner als das spätere Legionslager. Sie diente vermutlich:
- der Sicherung der Verkehrswege;
- der Kontrolle der einheimischen Bevölkerung;
- dem Schutz des Flussübergangs;
- als Nachschub- und Etappenort;
- der Vorbereitung weiterer militärischer Unternehmungen.
Die genaue Grösse und Gestalt dieses ersten Stützpunkts sind noch Gegenstand der archäologischen Forschung.
Gründung des Legionslagers
Unter Kaiser Tiberius wurde Vindonissa um 14 oder 15 n. Chr. zu einem ständigen Legionsstandort ausgebaut.
Spätestens um 17 n. Chr. besass der Ort eine umfangreiche Lagerbefestigung aus Holz, Lehm und Erde.[2]
Das Lager nahm eine Fläche von ungefähr 20 Hektaren ein. Seine Form war an das Gelände angepasst und daher nicht vollständig rechteckig.
Eine vollständige Legion umfasste ungefähr 5500 bis 6000 Soldaten. Hinzu kamen Hilfskräfte, Sklaven, Händler, Handwerker und Familienangehörige in der Umgebung.
Legionen
Das Legionslager wurde während des 1. Jahrhunderts n. Chr. nacheinander von drei Legionen genutzt.
| Legion | Ungefähre Stationierung | Bedeutung für Vindonissa |
|---|---|---|
| Legio XIII Gemina | etwa 14/15 bis 44/45 n. Chr. | Errichtung und Ausbau des ersten Lagers aus Holz, Lehm und Erde |
| Legio XXI Rapax | etwa 44/45 bis 69 n. Chr. | Umbau zahlreicher Lagergebäude in Stein |
| Legio XI Claudia Pia Fidelis | etwa 70 bis 101 n. Chr. | Vollendung und Nutzung der steinernen Lageranlage |
Legio XIII Gemina
Die Legio XIII Gemina war die erste dauerhaft in Vindonissa stationierte Legion.
Sie errichtete Mannschaftsbaracken, Verwaltungsgebäude, Werkstätten und Befestigungsanlagen überwiegend aus Holz und Lehm.
Das frühe Lager war durch Wälle, Mauern und mehrere V-förmige Spitzgräben geschützt.
Die Soldaten der Legion beteiligten sich wahrscheinlich an militärischen Unternehmungen im Alpenraum und am Rhein.
Legio XXI Rapax
Um die Mitte des 1. Jahrhunderts wurde die Legio XIII Gemina durch die Legio XXI Rapax ersetzt.
Unter der 21. Legion begann der systematische Ausbau in Stein.
Zu den grossen Bauprojekten gehörten:
- steinerne Tore;
- Stabsgebäude;
- Lagerthermen;
- Offiziershäuser;
- Kasernen;
- Lagerhäuser;
- Werkstätten;
- Wasser- und Abwasseranlagen.
Die Legion betrieb Ziegeleien und versah zahlreiche Dach- und Mauerziegel mit Legionsstempeln.
Im Jahr 69 n. Chr., während des Vierkaiserjahrs, verliess die Legio XXI Rapax Vindonissa. Sie war in die militärischen Auseinandersetzungen um die römische Kaiserherrschaft verwickelt.
Legio XI Claudia Pia Fidelis
Die Legio XI Claudia Pia Fidelis übernahm das Lager um 70 n. Chr.
Sie setzte den steinernen Ausbau fort und erneuerte verschiedene Anlagen.
Während ihrer Stationierung erreichte Vindonissa den Höhepunkt seiner militärischen und wirtschaftlichen Entwicklung.
Kaiser Trajan liess die Legion im Jahr 101 n. Chr. an die untere Donau verlegen. Da die römische Reichsgrenze inzwischen weiter nach Norden und Osten vorgeschoben worden war, lag Vindonissa nun im weitgehend gesicherten Hinterland.
Aufbau des Legionslagers
Das Lager war nach den üblichen Grundsätzen römischer Militärarchitektur gegliedert.
Zwei Hauptstrassen kreuzten sich im Zentrum:
- die via principalis;
- die via praetoria.
Weitere wichtige Strassen waren:
- die via decumana;
- die via sagularis entlang der Befestigung;
- Lagergassen zwischen den Kasernen.
Im Zentrum befanden sich die wichtigsten Verwaltungs- und Repräsentationsbauten.
| Anlage | Lateinische Bezeichnung | Funktion |
|---|---|---|
| Stabsgebäude | principia | Verwaltung, Kult und Aufbewahrung der Feldzeichen |
| Haus des Legionskommandanten | praetorium | Wohn- und Repräsentationssitz des Legionslegaten |
| Lagerspital | valetudinarium | Medizinische Versorgung der Soldaten |
| Lagerthermen | thermae | Körperpflege, Erholung und gesellschaftlicher Treffpunkt |
| Mannschaftsbaracken | centuriae | Unterbringung der Legionäre |
| Getreidespeicher | horrea | Lagerung von Getreide und Lebensmitteln |
| Werkstätten | fabricae | Herstellung und Reparatur von Waffen, Werkzeugen und Ausrüstung |
| Tore | portae | Kontrollierte Zugänge zum Lager |
Befestigung und Tore
Das frühe Lager war von einer Konstruktion aus Holz, Erde und Lehm umgeben.
Später entstand eine steinerne Umfassungsmauer mit Türmen und Toranlagen. Vor der Mauer lagen mehrere Spitzgräben.
Das Lager besass vier Haupttore:
- Westtor;
- Nordtor;
- Osttor;
- Südtor.
Westtor
Das Westtor war besonders aufwendig gestaltet.
Durch dieses Tor führten wichtige Fernstrassen aus Gallien, Italien und Germanien in das Lager.
Zwei achteckige Türme flankierten die Durchfahrt. Sie erreichten wahrscheinlich eine Höhe von rund 20 Metern.
Neben dem breiten Hauptdurchgang für Wagen bestanden schmalere Durchgänge für Fussgänger.
Die Grundmauern wurden 1919 ausgegraben und konserviert.
Nordtor
Das Nordtor lag am Rand des Plateaus über dem Aaretal.
Seine freigelegten Grundmauern vermitteln einen Eindruck von der Stärke der Lagerbefestigung.
Von dort führten Wege zu Flussübergängen, Hafenanlagen und nördlich gelegenen Strassen.
Südtor
Das Südtor, die porta praetoria, war mit der Hauptstrasse via praetoria verbunden.
Ein Teil der antiken Strasse und der Toranlage ist heute in einer archäologischen Schutzanlage sichtbar.
Metallkonstruktionen zeigen die vermuteten Dimensionen des Tores während der Zeit der 21. und 11. Legion.
Mannschaftsbaracken
Die gewöhnlichen Legionäre lebten in langen Kasernenbauten.
Je acht Soldaten bildeten eine Stubengemeinschaft, das sogenannte contubernium.
Ein Contubernium bestand gewöhnlich aus:
- einem Schlaf- und Aufenthaltsraum;
- einem kleineren Vorraum zur Aufbewahrung von Ausrüstung.
Eine Mannschaftsbaracke umfasste mehrere solcher Einheiten. Am Kopfende befand sich das grössere Wohnhaus des Zenturios.
Im Legionärspfad wurden Teile zweier Mannschaftsbaracken rekonstruiert. In diesen Unterkünften können Gruppen unter Bedingungen übernachten, die an den Alltag römischer Legionäre erinnern.
Stabsgebäude und Fahnenheiligtum
Das Stabsgebäude, die principia, lag an der Kreuzung der beiden Hauptstrassen.
Es war der grösste und politisch wichtigste Bau des Lagers.
Die Anlage umfasste:
- einen grossen Innenhof;
- Säulenhallen;
- Verwaltungsräume;
- Versammlungsräume;
- Schreibstuben;
- den Lagerkultbereich;
- die Legionskasse;
- das Fahnenheiligtum.
Im Fahnenheiligtum wurden die Feldzeichen, Standarten und der Legionsadler aufbewahrt.
Dort befand sich auch ein Bildnis des Kaisers. Opferhandlungen und militärische Zeremonien stärkten die Bindung der Soldaten an Rom, die Legion und den Kaiser.
Praetorium
Das praetorium war der Wohn- und Amtssitz des Legionskommandanten.
Der Legionslegat gehörte gewöhnlich dem römischen Senatorenstand an.
Das Gebäude war wesentlich komfortabler als die Mannschaftsbaracken. Es besass:
- Wohnräume;
- Empfangssäle;
- Innenhöfe;
- Küchen;
- Bäder;
- Diensträume;
- Räume für Bedienstete und Sklaven.
Teile des Praetoriums wurden im 20. Jahrhundert archäologisch untersucht.
Lagerspital
Das römische Lagerspital von Vindonissa gehört zu den frühesten nachgewiesenen Spitalanlagen auf dem Gebiet der Schweiz.
Das etwa 4500 Quadratmeter grosse Gebäude lag nahe einer Hauptstrasse im Zentrum des Lagers.
Es besass rund 60 Krankenzimmer. Bis zu 300 Soldaten konnten gleichzeitig behandelt werden.[3]
Die Räume lagen entlang von Korridoren um einen grossen Innenhof.
Militärärzte und Sanitäter behandelten:
- Kampfverletzungen;
- Knochenbrüche;
- Infektionen;
- Arbeitsunfälle;
- Erkrankungen des täglichen Lebens.
Archäologische Funde von medizinischen Instrumenten geben Einblick in den römischen Sanitätsdienst.
Lagerthermen
Die Lagerthermen dienten der Körperpflege, Erholung und gesellschaftlichen Begegnung.
Die Anlage besass vermutlich:
- Umkleideräume;
- Kaltwasserbad;
- Warmwasserbad;
- Heissbad;
- Schwitzräume;
- beheizte Fussböden;
- Wasserbecken und Latrinen.
Die Räume wurden durch Hypokausten beheizt. Dabei strömte warme Luft unter den Böden und teilweise durch Hohlziegel in den Wänden.
Ein ausreichender Badebetrieb erforderte grosse Mengen Wasser und Brennmaterial.
Wasserversorgung
Da das Grundwasser unter dem Windischer Plateau nur in grosser Tiefe erreichbar war, wurde Wasser aus dem Gebiet von Hausen zum Lager geleitet.
Die Fassung lag ungefähr 2,4 Kilometer südlich des Lagers.
Das Wasser floss durch eine gemauerte Freispiegelleitung mit geringem Gefälle nach Vindonissa.
Innerhalb des Lagers wurde es vermutlich über Leitungen aus:
- Holz;
- Blei;
- gebranntem Ton
verteilt.
Teile der römischen Wasserleitung sind bis heute funktionsfähig. Sie gilt als ältestes Wasserversorgungsbauwerk der Schweiz, das seinen ursprünglichen Zweck noch teilweise erfüllt.[4]
Bis 1898 versorgte die Leitung Teile von Windisch mit Trinkwasser. Heute speist sie einen Springbrunnen im Park von Königsfelden.
Abwasserkanalisation
Vindonissa besass ein ausgebautes System von Abwasserkanälen.
Regenwasser und Schmutzwasser aus Thermen, Werkstätten, Küchen und Latrinen wurden aus dem dicht besiedelten Lager abgeleitet.
Der grösste bekannte Sammelkanal wird als Cloaca Maxima von Vindonissa bezeichnet.
Der gemauerte Kanal ist stellenweise ungefähr zwei Meter hoch und begehbar.
Er wurde 1907 entdeckt und später erneut untersucht und konserviert.[5]
Die Kanalisation war für Hygiene und Seuchenschutz von grosser Bedeutung.
Amphitheater
Das Amphitheater lag ausserhalb des Legionslagers.
Ein erster Bau entstand zwischen 14 und 37 n. Chr. vollständig aus Holz.
Nach einem Brand um die Mitte des 1. Jahrhunderts wurde die Anlage mit steinernen Fundamenten und hölzernen Tribünen erneuert.
Das Amphitheater von Vindonissa gilt als ältestes bekanntes Amphitheater der Schweiz.
Es bot ungefähr 11'000 Zuschauerinnen und Zuschauern Platz. Die Arena war etwa 64 Meter lang und 52 Meter breit und damit die grösste bekannte Amphitheaterarena auf dem Gebiet der heutigen Schweiz.[6]
Dort fanden wahrscheinlich statt:
- Gladiatorenkämpfe;
- Tierhetzen;
- öffentliche Vorführungen;
- militärische Zeremonien;
- Versammlungen und Festveranstaltungen.
Nach der Antike blieb die Geländesenke sichtbar. Sie war unter dem Namen Berlisgruob bekannt.
Otto Hauser führte 1897 und 1898 die ersten grossflächigen Ausgrabungen durch.
Seit 1898 befindet sich das Amphitheater im Eigentum der Schweizerischen Eidgenossenschaft.
Wirtschaft und Versorgung
Eine Legion benötigte grosse Mengen an Nahrung, Kleidung, Waffen, Baumaterial und Brennstoff.
Vindonissa war deshalb nicht nur eine Militäranlage, sondern auch ein bedeutendes Wirtschaftszentrum.
Benötigt wurden unter anderem:
- Getreide;
- Fleisch;
- Wein;
- Olivenöl;
- Fischsauce;
- Leder;
- Holz;
- Metall;
- Keramik;
- Ziegel;
- Textilien;
- Tiere und Futtermittel.
Die Versorgung erfolgte teilweise aus der näheren Umgebung. Hochwertige Produkte wurden aus weit entfernten Regionen importiert.
Funde von Amphoren belegen Lieferungen aus:
- Italien;
- Spanien;
- Gallien;
- dem östlichen Mittelmeerraum;
- Nordafrika.
Militärische Werkstätten stellten Waffen, Werkzeuge, Beschläge, Schuhe und andere Ausrüstungsgegenstände her oder reparierten sie.
Ziegeleien und Töpfereien
Der steinerne Ausbau des Lagers erforderte grosse Mengen an Dach-, Mauer- und Heizungsziegeln.
Die Legionen betrieben eigene Ziegeleien, unter anderem im Gebiet von Hunzenschwil und Rupperswil.
Viele Ziegel tragen Stempel der 21. oder 11. Legion.
Solche Stempel erlauben es, Gebäude und Bauphasen zeitlich einzuordnen.
In der Zivilsiedlung bestanden auch Töpfereien. Westlich des Lagers wurden mehrere Brennöfen freigelegt.
Produziert wurden:
- Kochgeschirr;
- Vorratsgefässe;
- Becher;
- Teller;
- Lampen;
- Baumaterialien.
Zivilsiedlung
Ausserhalb des Lagers entstand eine ungefähr 40 Hektaren grosse Zivilsiedlung.
Sie wird häufig als canabae legionis bezeichnet.
Dort lebten:
- Händler;
- Handwerker;
- Wirte;
- Fuhrleute;
- Veteranen;
- Frauen und Kinder;
- Bedienstete;
- Sklavinnen und Sklaven.
Die zivile Bevölkerung war wirtschaftlich eng mit der Legion verbunden.
Entlang der Ausfallstrassen entstanden Häuser mit Werkstätten, Verkaufsräumen und Wohnbereichen.
Zu den nachgewiesenen oder vermuteten Einrichtungen gehörten:
- Gasthäuser;
- Läden;
- Töpfereien;
- Schmieden;
- Bäckereien;
- Ställe;
- kleinere Bäder;
- Heiligtümer.
Obwohl römischen Soldaten während ihrer aktiven Dienstzeit eine rechtlich anerkannte Ehe zeitweise nicht gestattet war, lebten viele mit Partnerinnen und Kindern in der Nähe des Lagers.
Alltag der Legionäre
Der Alltag war streng geregelt.
Zu den Aufgaben gehörten:
- Wachdienst;
- Waffenübungen;
- Marschtraining;
- Bauarbeiten;
- Strassenbau;
- Unterhalt der Befestigungen;
- Holz- und Materialbeschaffung;
- Herstellung und Reparatur von Ausrüstung;
- Verwaltungsarbeiten;
- religiöse Zeremonien.
Die Soldaten erhielten regelmässigen Sold. Ein Teil wurde für Verpflegung, Kleidung und Ausrüstung abgezogen.
Die Stubengemeinschaft von acht Männern kochte und lebte weitgehend gemeinsam.
Archäologische Funde zeigen, dass die Soldaten neben einfacher Alltagskost auch importierte Lebensmittel konsumierten.
Schriftlichkeit
Vindonissa ist für seine aussergewöhnlich zahlreichen hölzernen Schreibtafeln bekannt.
Rund 600 Tafeln beziehungsweise Fragmente blieben im feuchten Boden erhalten.[7]
Sie enthalten unter anderem:
- Briefe;
- Verträge;
- Quittungen;
- Abrechnungen;
- Namenslisten;
- militärische Mitteilungen;
- persönliche Nachrichten.
Geschrieben wurde mit einem Griffel in eine dünne Wachsschicht. Teilweise blieben eingeritzte Spuren im darunterliegenden Holz erhalten.
Die Tafeln geben seltene Einblicke in Sprache, Verwaltung, Handel und persönliche Beziehungen.
Religion
Die religiöse Welt Vindonissas war vielfältig.
Verehrt wurden unter anderem:
- Jupiter;
- Juno;
- Minerva;
- Mars;
- Merkur;
- Mithras;
- der Kaiser und die kaiserliche Familie;
- lokale keltische Gottheiten;
- Schutzgötter einzelner Truppenteile.
Das Fahnenheiligtum in den Principia bildete das religiöse Zentrum der Legion.
Altäre und Weihinschriften wurden von Offizieren, Soldaten, Veteranen und Zivilpersonen gestiftet.
Religion war eng mit Militärdienst, Loyalität und Gemeinschaft verbunden.
Gräberfelder
Nach römischem Recht lagen Friedhöfe ausserhalb der bewohnten Gebiete.
Entlang der Ausfallstrassen entstanden mehrere Gräberfelder.
Die Bestattungsformen veränderten sich im Lauf der Zeit. Im 1. Jahrhundert dominierten Brandbestattungen, später nahmen Körperbestattungen zu.
Grabbeigaben umfassten:
- Keramik;
- Glasgefässe;
- Schmuck;
- Münzen;
- Öllampen;
- Salbgefässe;
- persönliche Gegenstände.
Im Jahr 2012 wurde beim Remigersteig in Brugg ein zuvor unbekanntes Gräberfeld entdeckt.
Dort kamen mehr als 140 Gräber sowie ein gut erhaltenes Grabmonument zum Vorschein.[8]
Abzug der Legion
Im Jahr 101 n. Chr. wurde die Legio XI Claudia Pia Fidelis an die untere Donau verlegt.
Das Lager wurde planmässig geräumt.
Ein Teil der militärischen Gebäude wurde weitergenutzt, umgebaut oder als Quelle für Baumaterial verwendet.
Die zivile Siedlung bestand zunächst weiter. Ohne die Kaufkraft und Nachfrage der Legion verlor Vindonissa jedoch einen grossen Teil seiner wirtschaftlichen Bedeutung.
Das ehemalige Lagerareal wurde ab der Mitte des 2. Jahrhunderts nur langsam zivil überbaut.[9]
Spätantike
Nach dem Fall des obergermanisch-rätischen Limes im 3. Jahrhundert gewann der Raum Vindonissa wieder militärische Bedeutung.
Der Rhein wurde erneut zur Reichsgrenze. Im Gebiet des früheren Legionslagers oder seiner Umgebung entstanden spätantike Befestigungen.
In schriftlichen Quellen erscheint der Ort als Castrum Vindonissense.
Militärische Einheiten sicherten:
- Strassen;
- Flussübergänge;
- Nachschubwege;
- das Hinterland der Rheingrenze.
Die spätantike Siedlung war kleiner als das Legionslager des 1. Jahrhunderts.
Frühchristliches Zentrum
Vindonissa entwickelte sich in der Spätantike zu einem christlichen Zentrum.
Für das 5. und 6. Jahrhundert sind Bischöfe von Vindonissa überliefert beziehungsweise durch kirchliche Quellen erschliessbar.
Der Bischofssitz wurde wahrscheinlich um 600 nach Konstanz verlegt.
Kirchen und Gräberfelder im Raum Windisch und Königsfelden bezeugen die Bedeutung des Orts beim Übergang von der römischen zur frühmittelalterlichen Welt.
Aus der antiken Siedlung entwickelte sich das mittelalterliche Windisch.
Mittelalterliche Nutzung
Nach dem Ende der römischen Herrschaft wurden die Ruinen weitergenutzt.
Steine aus römischen Gebäuden dienten als Baumaterial für:
- Wohnhäuser;
- Kirchen;
- Klosterbauten;
- Mauern;
- Strassen.
Die römische Wasserleitung versorgte auch im Mittelalter und in der Neuzeit die lokale Bevölkerung.
Auf Teilen des früheren Lagergebiets entstanden später das Kloster Königsfelden, landwirtschaftliche Betriebe und das heutige Siedlungsgebiet.
Viele antike Mauern verschwanden oberirdisch, blieben jedoch im Boden erhalten.
Wiederentdeckung und Forschung
Einzelne römische Ruinen waren der Bevölkerung stets bekannt.
Das Amphitheater blieb als Senke im Gelände sichtbar. Andere Anlagen wurden bei Bauarbeiten, in Kellern oder auf Feldern entdeckt.
Im 16. Jahrhundert wurde die antike Bedeutung des Amphitheaters erneut erkannt.
Systematische archäologische Forschungen begannen im späten 19. Jahrhundert.
Gesellschaft Pro Vindonissa
Die Gesellschaft Pro Vindonissa wurde 1897 gegründet.
Ihr Ziel war die Erforschung der Geschichte und Topografie von Vindonissa.
Sie unterstützte:
- Ausgrabungen;
- Konservierungen;
- wissenschaftliche Publikationen;
- den Aufbau einer Sammlung;
- die Vermittlung an die Öffentlichkeit.
Ihre Jahresberichte gehören zu den wichtigsten Publikationsreihen zur römischen Archäologie in der Schweiz.
Vindonissa Museum
Das Vindonissa Museum wurde 1912 in Brugg eröffnet.
Es zeigt Funde aus mehr als einem Jahrhundert archäologischer Forschung.
Zu den Sammlungsbereichen gehören:
- militärische Ausrüstung;
- Waffen;
- Keramik;
- Münzen;
- Glas;
- Schmuck;
- Schuhe und Leder;
- Schreibtafeln;
- medizinische Instrumente;
- religiöse Gegenstände;
- Alltagsobjekte.
Das Museum gehört heute zum Museum Aargau.
Kantonsarchäologie
Die Kantonsarchäologie Aargau untersucht und schützt den Fundplatz.
Da Windisch und Brugg dicht bebaut sind, finden häufig Rettungsgrabungen vor Bauprojekten statt.
Hunderttausende Funde und umfangreiche Grabungsdokumentationen werden in Depots und Archiven aufbewahrt.
Neue Untersuchungen verändern laufend das Bild der antiken Siedlung.
Legionärspfad Vindonissa
Der Legionärspfad Vindonissa wurde 2009 eröffnet.
Er verbindet erhaltene und rekonstruierte Schauplätze auf dem Gebiet des ehemaligen Lagers.
Zu den Stationen gehören:
| Schauplatz | Bedeutung |
|---|---|
| Contubernia | Rekonstruierte Mannschaftsunterkünfte |
| Westtor | Repräsentatives Lagertor mit sichtbaren Grundmauern |
| Cloaca Maxima | Begehbarer römischer Abwasserkanal |
| Nordtor | Überreste der nördlichen Lagerbefestigung |
| Offiziersküche | Einblick in die gehobene Ernährung von Offizieren |
| Südtor und Via Praetoria | Konservierte Lagerstrasse und Toranlage |
| Wasserleitung | Teil der noch funktionsfähigen römischen Wasserversorgung |
| Amphitheater | Älteste und grösste bekannte Anlage ihrer Art in der Schweiz |
| Lagerspital | Vermittlung des römischen Militärsanitätswesens |
| Fahnenheiligtum | Kultzentrum der Legion |
Der Legionärspfad ist ein archäologischer Erlebnis- und Lernort.
Er bietet:
- selbstständige Rundgänge;
- Führungen;
- Workshops;
- Veranstaltungen;
- Programme für Schulklassen;
- Übernachtungen in rekonstruierten Legionärsunterkünften.
Der Legionärspfad und das Vindonissa Museum bilden gemeinsam den Museumsstandort Vindonissa innerhalb des Museums Aargau.[10]
Bedeutende Funde
Zu den bedeutenden Fundgruppen aus Vindonissa gehören:
- hölzerne Schreibtafeln;
- Lederschuhe und andere Lederobjekte;
- Waffen und Rüstungsteile;
- medizinische Instrumente;
- Münzen;
- Legionsziegel;
- Keramik und Glas;
- Schmuck;
- Tier- und Pflanzenreste;
- Altäre und Inschriften;
- Werkzeuge;
- Öllampen.
Die Erhaltungsbedingungen waren in feuchten Bodenschichten teilweise aussergewöhnlich gut.
Organische Materialien wie Holz, Leder und Pflanzenreste liefern Informationen, die an trockenen Fundorten gewöhnlich verloren gehen.
Naturwissenschaftliche Untersuchungen ermöglichen Erkenntnisse zu:
- Ernährung;
- Umwelt;
- Tierhaltung;
- Landwirtschaft;
- Herkunft von Waren;
- Krankheiten;
- Bautechnik.
Bedeutung
Vindonissa besitzt herausragende Bedeutung für die Erforschung der Römerzeit in der Schweiz.
Der Fundplatz dokumentiert:
- die römische Eroberung des Alpenraums;
- die Organisation einer Legion;
- militärische Architektur;
- Versorgung und Logistik;
- die Entstehung einer Zivilsiedlung;
- Kontakte zwischen römischer und einheimischer Bevölkerung;
- die wirtschaftliche Entwicklung des Mittellands;
- den Wandel nach dem Abzug der Armee;
- die spätantike Grenzverteidigung;
- die Ausbreitung des Christentums.
Die lange Forschungsgeschichte und die zahlreichen erhaltenen Funde machen Vindonissa zu einem der am besten untersuchten Legionsstandorte nördlich der Alpen.
Zeittafel
| Zeit | Ereignis |
|---|---|
| Späte Eisenzeit | Keltische Siedlung auf dem Windischer Plateau |
| 15 v. Chr. | Römische Besetzung während des Alpenfeldzugs |
| Um 14/15 n. Chr. | Ausbau zum Legionslager unter Kaiser Tiberius |
| Spätestens 17 n. Chr. | Bestehen einer umfangreichen Lagerbefestigung |
| Etwa 14/15–44/45 | Stationierung der Legio XIII Gemina |
| Etwa 44/45–69 | Stationierung der Legio XXI Rapax und Beginn des steinernen Ausbaus |
| Um 50 | Brand und Wiederaufbau des Amphitheaters |
| 69 | Abzug der Legio XXI Rapax während des Vierkaiserjahrs |
| Etwa 70–101 | Stationierung der Legio XI Claudia Pia Fidelis |
| 101 | Verlegung der 11. Legion an die untere Donau |
| 2. Jahrhundert | Fortbestand der Zivilsiedlung bei abnehmender Bedeutung |
| 3. Jahrhundert | Erneute militärische Sicherung des strategisch wichtigen Orts |
| 4. Jahrhundert | Vindonissa erscheint als spätantikes Castrum |
| 5./6. Jahrhundert | Vindonissa ist frühchristliches Zentrum und wahrscheinlich Bischofssitz |
| Um 600 | Verlegung des Bischofssitzes nach Konstanz |
| Mittelalter | Nutzung römischer Ruinen und der antiken Wasserleitung |
| 1897 | Gründung der Gesellschaft Pro Vindonissa |
| 1897–1898 | Erste grossflächige Ausgrabung des Amphitheaters |
| 1907 | Entdeckung der Cloaca Maxima |
| 1912 | Eröffnung des Vindonissa Museums in Brugg |
| 1919 | Ausgrabung und Konservierung des Westtors |
| 1936 | Entdeckung des Lagerspitals |
| 1966 | Untersuchung eines Abschnitts der römischen Wasserleitung |
| 2009 | Eröffnung des Legionärspfads Vindonissa |
| 2012 | Entdeckung eines grossen römischen Gräberfelds am Remigersteig |
| 2014 | Lokalisierung des östlichen Lagertors |
| 21. Jahrhundert | Fortlaufende Ausgrabungen, Forschungen und museale Vermittlung |
Siehe auch
- Windisch AG
- Brugg
- Kanton Aargau
- Legio XIII Gemina
- Legio XXI Rapax
- Legio XI Claudia Pia Fidelis
- Augusta Raurica
- Aventicum
- Aquae Helveticae
- Römische Schweiz
- Römisches Reich
- Wasserschloss der Schweiz
- Kloster Königsfelden
- Liste der Kulturgüter in Windisch
Literatur
- Regine Fellmann: Vindonissa. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
- Rudolf Fellmann: Das römische Vindonissa. Das Legionslager und seine Umgebung. Gesellschaft Pro Vindonissa, Brugg.
- Michael Alexander Speidel: Die römischen Schreibtafeln von Vindonissa. Gesellschaft Pro Vindonissa, Brugg 1996.
- Christian Meyer-Freuler: Vindonissa. Militärlager und Zivilsiedlung. Brugg.
- Jürgen Trumm: Vindonissa – Stand der Erforschung. In: Jahresbericht der Gesellschaft Pro Vindonissa.
- Kantonsarchäologie Aargau: Archäologische Forschungen in Vindonissa. Brugg.
- Gesellschaft Pro Vindonissa: Jahresberichte. Brugg.
- Museum Aargau: Vindonissa. Alltag und Leben im römischen Legionslager. Brugg und Windisch.
- Matthias Flück: Zu Gast bei Offizieren in Vindonissa. Brugg 2022.
Weblinks
- Vindonissa auf der Website des Kantons Aargau
- Legionärspfad Vindonissa
- Vindonissa Museum
- Archäologie und Museen in Vindonissa
- Archäologische Forschung in Vindonissa
- Gesellschaft Pro Vindonissa
- Artikel «Vindonissa» im Historischen Lexikon der Schweiz
- Römische Schauplätze des Legionärspfads
Einzelnachweise
- ↑ Kanton Aargau: Vindonissa, abgerufen am 23. Juli 2026.
- ↑ Kanton Aargau: Legionslager Vindonissa 2000 Jahre alt?, abgerufen am 23. Juli 2026.
- ↑ Kanton Aargau: Das erste Spital der Schweiz stand in Vindonissa, abgerufen am 23. Juli 2026.
- ↑ Martin Illi: Wasserversorgung, in: Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 23. Juli 2026.
- ↑ Kanton Aargau: Cloaca Maxima von Vindonissa, abgerufen am 23. Juli 2026.
- ↑ Museum Aargau: Amphitheater Vindonissa, abgerufen am 23. Juli 2026.
- ↑ Kanton Aargau: Persönliche Nachrichten aus der Vergangenheit, abgerufen am 23. Juli 2026.
- ↑ Kanton Aargau: Archäologische Forschung in Vindonissa, abgerufen am 23. Juli 2026.
- ↑ Regine Fellmann: Vindonissa, in: Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 23. Juli 2026.
- ↑ Museum Aargau: Legionärspfad Vindonissa, abgerufen am 23. Juli 2026.