Weinegg
Weinegg ist ein Quartier der Stadt Zürich im Kreis 8. Es liegt am südöstlichen Rand des inneren Stadtgebiets zwischen Mühlebach, Hirslanden, Witikon und der Gemeinde Zollikon. Charakteristisch sind die lockere Wohnbebauung, grosszügige Grünflächen, der Botanische Garten sowie eine aussergewöhnlich hohe Konzentration medizinischer Einrichtungen.
Zu den bedeutenden Institutionen gehören die Psychiatrische Universitätsklinik Zürich auf dem Burghölzli, die Universitätsklinik Balgrist, die Schulthess Klinik, die Klinik Hirslanden, die Klinik Lengg und das seit 2024 in der Lengg gelegene Universitäts-Kinderspital Zürich. Die Stadt Zürich bezeichnet Weinegg deshalb auch als das «Quartier der Kliniken».[1]
Trotz seiner innenstadtnahen Lage gehört Weinegg zu den vergleichsweise grünen und locker bebauten Quartieren Zürichs. Der Burghölzlihügel, der Botanische Garten, der Quartierhof Weinegg und verschiedene historische Villen- und Gartenanlagen prägen das Erscheinungsbild.
| Weinegg | |
|---|---|
| Stadt | Zürich |
| Stadtkreis | Kreis 8 |
| Kanton | Zürich |
| Land | Schweiz |
| Fläche | rund 1,75 km² |
| Einwohner | 5'635 |
| Einwohnerstand | 31. Dezember 2024 |
| Ausländische Wohnbevölkerung | 36,1 % |
| Beschäftigte | rund 11'700 |
| Beschäftigtenstand | 2023 |
| Postleitzahl | 8008 |
Geografie
Weinegg bildet den südöstlichen Teil des Kreises 8. Das Quartier erstreckt sich vom Bereich des Kreuzplatzes und der Zollikerstrasse bis in die höher gelegenen Gebiete bei Burghölzli, Lengg, Balgrist und Rehalp.
Im Westen grenzt Weinegg an Mühlebach, im Norden an Hirslanden und teilweise an Hottingen. Im Osten schliessen Witikon und die bewaldeten Höhenzüge an, im Süden bildet die Stadtgrenze zu Zollikon einen Teil der Quartiergrenze.
Zu den wichtigen natürlichen beziehungsweise landschaftlichen Elementen gehören der Burghölzlihügel, der Burghölzliwald, der Wehrenbach und der Wildbach.
Im Vergleich zu den dichter bebauten Quartieren Seefeld und Mühlebach ist Weinegg deutlich lockerer bebaut. Neben Wohngebieten nehmen Kliniken, Bildungs- und Forschungseinrichtungen, Sportanlagen, Gärten und Grünflächen einen beträchtlichen Teil des Quartiers ein.
Name
Der Name Weinegg geht auf einen Hügel nordwestlich des Burghölzli zurück.[1]
Die Bezeichnung des heutigen Quartiers ist vergleichsweise jung. Der Kreis 8 wurde zunächst statistisch in einen unteren, mittleren und oberen Teil gegliedert.
In den 1950er-Jahren wurden diese rein geografischen Bezeichnungen durch die Quartiernamen Seefeld, Mühlebach und Weinegg ersetzt.
Weinegg bezeichnete dabei den früheren «oberen Teil» des Kreises 8.
Der Name erinnert zugleich an die frühere landwirtschaftliche Nutzung des Gebiets. An den sonnigen Hängen wurde über Jahrhunderte auch Weinbau betrieben.
Geschichte
Zugehörigkeit zu Riesbach
Das Gebiet des heutigen Weinegg gehörte ursprünglich zur Gemeinde Riesbach.
Riesbach bestand aus verschiedenen Siedlungs- und Landwirtschaftsgebieten am rechten Zürichseeufer. Während die tiefer gelegenen Gebiete entlang des Sees bereits früh dichter besiedelt wurden, blieb das spätere Weinegg lange ländlich geprägt.
Ackerbau, Viehwirtschaft und Weinbau bestimmten die Landschaft. Einzelne Höfe und Landsitze lagen zwischen Wiesen, Rebbergen und Waldflächen.
Im 19. Jahrhundert begann sich die Bebauung von der Stadt Zürich aus zunehmend nach Südosten auszudehnen.
Eingemeindung 1893
Riesbach wurde auf den 1. Januar 1893 gemeinsam mit zehn weiteren Aussengemeinden in die Stadt Zürich eingemeindet.
Das Gebiet bildete fortan den Kreis 8.
Die Eingemeindung beschleunigte die infrastrukturelle Erschliessung. Strassen, Tramverbindungen, Schulen und weitere öffentliche Einrichtungen wurden ausgebaut.
Gleichzeitig blieb das höher gelegene Gebiet des heutigen Weinegg wesentlich weniger dicht bebaut als das Seefeld.
Entstehung des Quartiers Weinegg
Der Kreis 8 wurde statistisch zunächst in drei Bereiche gegliedert, die als unterer, mittlerer und oberer Teil bezeichnet wurden.
In den 1950er-Jahren erhielten diese Bereiche die heutigen Namen Seefeld, Mühlebach und Weinegg.
Das Quartier Weinegg entspricht im Wesentlichen dem früheren oberen Teil des Kreises 8.
Bevölkerungsentwicklung
Ende 2024 lebten 5'635 Personen in Weinegg.[2]
Gegenüber 2014 nahm die Wohnbevölkerung um rund 11,9 Prozent zu.
Der Anteil der ausländischen Wohnbevölkerung betrug 2024 36,1 Prozent. Das Medianalter lag mit 40,1 Jahren über dem gesamtstädtischen Wert.
Trotz seiner relativ grossen Fläche besitzt Weinegg eine deutlich geringere Bevölkerungsdichte als viele andere innenstadtnahe Quartiere.
Ein Grund dafür ist der hohe Anteil an Klinikarealen, öffentlichen Einrichtungen, Grünflächen, Wald und grosszügigen Grundstücken.
Siedlungsstruktur
Weinegg weist eine sehr unterschiedliche Bebauungsstruktur auf.
In den tiefer gelegenen Gebieten nahe Kreuzplatz und Zollikerstrasse stehen mehrgeschossige Wohnhäuser in einer vergleichsweise städtischen Struktur.
Weiter hangaufwärts nimmt die Bebauungsdichte ab. Villen, freistehende Mehrfamilienhäuser, Kliniken und grosse Gartenanlagen prägen dort das Bild.
Im Gebiet der Oberen Weinegg finden sich zudem genossenschaftliche und kommunale Wohnsiedlungen.
Die Kombination aus Wohnbebauung, Klinikarealen und Grünflächen unterscheidet Weinegg deutlich von den unmittelbar angrenzenden Quartieren Mühlebach und Seefeld.
Quartier der Kliniken
Weinegg besitzt eine aussergewöhnlich hohe Konzentration medizinischer Einrichtungen.
Nach Angaben der Stadt Zürich gibt es in keinem anderen Zürcher Quartier eine vergleichbare Dichte an Kliniken und medizinischen Institutionen.[1]
Zu den bedeutenden Einrichtungen gehören:
- Psychiatrische Universitätsklinik Zürich
- Universitätsklinik Balgrist
- Schulthess Klinik
- Klinik Hirslanden
- Klinik Lengg
- Schweizerisches Epilepsie-Zentrum
- Universitäts-Kinderspital Zürich
Dadurch ist das Gesundheitswesen der mit Abstand wichtigste Arbeitsplatzbereich des Quartiers.
2023 wurden insgesamt rund 11'700 Beschäftigte in Weinegg gezählt, also mehr als doppelt so viele Arbeitsplätze wie Einwohnerinnen und Einwohner.[2]
Burghölzli
Das Burghölzli ist ein Hügel und historischer Landschaftsraum im Zentrum des Quartiers.
International bekannt wurde der Name vor allem durch die dort gelegene Psychiatrische Universitätsklinik Zürich.
Die kantonale psychiatrische Klinik wurde 1870 eröffnet. Im allgemeinen Sprachgebrauch wurde «Burghölzli» über lange Zeit zum Synonym für die Institution selbst.
Die Klinik spielte eine bedeutende Rolle in der Geschichte der Psychiatrie und Psychologie.
Zu den bekannten Persönlichkeiten, die dort tätig waren, gehören unter anderem Eugen Bleuler, Carl Gustav Jung und August Forel.
Die Klinik entwickelte sich zu einem wichtigen Zentrum psychiatrischer Forschung und Lehre.
Heute gehört der Standort zur Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich.
Stephansburg
Auf dem Burghölzlihügel befindet sich die Stephansburg.
Das markante Gebäude wurde 1843 errichtet und ist von verschiedenen Teilen des Quartiers sichtbar.
Seit 1879 gehört die Stephansburg zum Areal der psychiatrischen Klinik.
Der historische Bau und seine Umgebung gehören zu den charakteristischen Elementen der Landschaft rund um das Burghölzli.
Universitätsklinik Balgrist
Die Universitätsklinik Balgrist liegt im südöstlichen Teil des Quartiers.
Sie ist auf die Behandlung von Erkrankungen und Verletzungen des Bewegungsapparats spezialisiert und gehört zu den bedeutenden orthopädischen Kliniken der Schweiz.
Die Klinik ist mit der Universität Zürich verbunden und besitzt neben der Patientenversorgung eine wichtige Funktion in Forschung und Lehre.
Der Standort wird durch die Forchstrasse und die Haltestelle Balgrist der Forchbahn erschlossen.
Schulthess Klinik
Die Schulthess Klinik befindet sich ebenfalls in der Lengg.
Sie ist auf Orthopädie, Neurologie und die Behandlung des Bewegungsapparats spezialisiert.
Die Klinik geht auf eine im 19. Jahrhundert gegründete medizinische Institution zurück und entwickelte sich im 20. Jahrhundert zu einer der bekannten orthopädischen Kliniken der Schweiz.
Der heutige Standort liegt in unmittelbarer Nähe weiterer medizinischer Einrichtungen.
Klinik Hirslanden
Die Klinik Hirslanden liegt trotz ihres Namens im Quartier Weinegg.
Sie wurde 1932 eröffnet und gehört heute zur Hirslanden-Gruppe.
Das medizinische Angebot umfasst zahlreiche Fachgebiete. Durch ihre Lage am nordöstlichen Rand von Weinegg bildet die Klinik einen Übergang zum benachbarten Quartier Hirslanden.
Klinik Lengg und Epilepsie-Zentrum
Im Gebiet Lengg befindet sich die Klinik Lengg mit dem Schweizerischen Epilepsie-Zentrum.
Der Standort besitzt eine lange Tradition in der Behandlung von Menschen mit Epilepsie.
Heute arbeitet die Klinik unter anderem mit dem Universitätsspital Zürich und dem Kinderspital Zürich im Bereich Epileptologie und Epilepsiechirurgie zusammen.
Die Konzentration verschiedener hoch spezialisierter medizinischer Einrichtungen macht die Lengg zu einem bedeutenden Gesundheits- und Forschungsstandort.
Kinderspital Zürich
Seit November 2024 befindet sich das Universitäts-Kinderspital Zürich an einem neuen Standort in der Lengg.
Der Neubau liegt an der Lenggstrasse und ersetzte den früheren Standort im Quartier Hottingen.
Am 2. November 2024 wurden die stationären Patientinnen und Patienten in den Neubau verlegt.[3]
Mit dem Kinderspital wurde der bereits bedeutende Gesundheitscluster in der Lengg nochmals wesentlich erweitert.
Das Gebäude wurde vom Architekturbüro Herzog & de Meuron entworfen.
Neben dem Akutspital entstand ein separates Gebäude für Forschung und Lehre.
Gesundheitscluster Lengg
Die Lengg gehört zu den bedeutendsten medizinischen Standorten der Schweiz.
Auf vergleichsweise engem Raum befinden sich mehrere hoch spezialisierte Kliniken und Forschungseinrichtungen.
Kanton und Stadt Zürich verfolgen deshalb eine koordinierte Gebietsplanung für die zukünftige Entwicklung.
Dabei sollen die Bedürfnisse der Kliniken mit Verkehr, Grünräumen, Landschaftsschutz und den Interessen der Wohnbevölkerung abgestimmt werden.
Die zunehmende Zahl an Beschäftigten, Patientinnen, Patienten und Besuchenden stellt insbesondere hohe Anforderungen an den öffentlichen Verkehr.
Botanischer Garten
Der Botanische Garten der Universität Zürich gehört zu den wichtigsten Grünanlagen Weineggs.
Er befindet sich an der Zollikerstrasse und wurde in den 1970er-Jahren als Ersatz beziehungsweise Ergänzung zum Alten Botanischen Garten in der Innenstadt angelegt.
Die Anlage wurde 1977 eröffnet.
Besonders bekannt sind die drei kuppelförmigen Schauhäuser, die tropische und subtropische Pflanzen beherbergen.
Der Garten umfasst Pflanzen aus verschiedenen Klimazonen und dient sowohl der universitären Forschung und Lehre als auch der Öffentlichkeit.
Die Anlage ist frei zugänglich und bildet einen wichtigen Erholungsraum im Quartier.
Quartierhof Weinegg
Nördlich des Botanischen Gartens liegt der Quartierhof Weinegg.
Der Hof wurde im Zusammenhang mit der Schweizerischen Landesausstellung von 1939 errichtet.
Bis 1995 wurde er von einer Pächterfamilie landwirtschaftlich bewirtschaftet.
Als die traditionelle Nutzung aufgegeben wurde, setzte sich die Quartierbevölkerung für den Erhalt des Hofs und der umliegenden Kulturlandschaft ein.
1997 entstand der Trägerverein Quartierhof Weinegg.[4]
Der Hof wird heute unter Einbezug der Quartierbevölkerung bewirtschaftet und verbindet Landwirtschaft, Umweltbildung und soziale Aktivitäten.
Er erinnert an die frühere ländliche Nutzung des Kreises 8.
Siedlung Weinegg
Die Siedlung Weinegg gehört zu den bedeutenden historischen Wohnanlagen des Quartiers.
Sie wurde von 1924 bis 1926 nach Plänen des Architekten Adolf Carl Müller errichtet.
Die Siedlung entstand in unmittelbarer Nachbarschaft zu Angestelltenhäusern der Klinik Burghölzli und weiteren Wohnbauten der 1920er-Jahre.
Die Anlage ist ein wichtiges Beispiel für den Zürcher Wohnungsbau der Zwischenkriegszeit.
Wegen ihrer architektonischen und städtebaulichen Bedeutung steht die Siedlung unter Schutz.
Obere Weinegg
Die Obere Weinegg bezeichnet den höher gelegenen Bereich zwischen Botanischem Garten, Burghölzli und Forchstrasse.
Das Gebiet besitzt bis heute einen besonders grünen Charakter.
Neben Wohnhäusern befinden sich hier der Quartierhof, landwirtschaftlich genutzte Flächen, Gärten und historische Gebäude.
Die Erhaltung dieser offenen Landschaft war wiederholt Gegenstand stadtplanerischer und politischer Auseinandersetzungen.
Ein grosser Teil der Fläche wurde langfristig als Freihaltezone gesichert.
Weinbau
Der Name Weinegg erinnert an die frühere Bedeutung des Weinbaus an den sonnigen Hängen des rechten Zürichseeufers.
Bis ins 19. Jahrhundert waren grosse Teile von Riesbach und den angrenzenden Gemeinden mit Rebbergen bedeckt.
Mit der zunehmenden Verstädterung verschwanden die meisten Rebflächen.
Einzelne landschaftliche Strukturen und Flurnamen erinnern jedoch bis heute an diese Vergangenheit.
Auch im Bereich des Burghölzlihügels sind noch offene Grünflächen erhalten, die einen Eindruck vom früheren Landschaftscharakter vermitteln.
Wohnquartier
Neben den grossen medizinischen Einrichtungen ist Weinegg ein attraktives Wohnquartier.
In den tiefer gelegenen Bereichen dominieren Mehrfamilienhäuser, während an den Hängen zahlreiche Villen und freistehende Wohngebäude stehen.
Die grossen Grundstücke, Gärten und die Nähe zu Grünflächen verleihen vielen Wohngebieten einen ruhigen Charakter.
Der Anteil gemeinnütziger Wohnungen ist vergleichsweise gering. 2024 gehörten rund zehn Prozent der Wohnungen Wohnbaugenossenschaften oder der öffentlichen Hand.[2]
Im gesamtstädtischen Durchschnitt betrug dieser Anteil etwa 25 Prozent.
Forchstrasse
Die Forchstrasse gehört zu den wichtigsten Verkehrsachsen Weineggs.
Sie führt vom Gebiet Kreuzplatz beziehungsweise Hegibachplatz in südöstlicher Richtung über Balgrist und Rehalp weiter nach Zollikon und ins Zürcher Oberland.
Auf einem grossen Teil der Strecke verlaufen die Gleise der Forchbahn.
Entlang der Forchstrasse befinden sich zahlreiche Wohnhäuser sowie wichtige medizinische Einrichtungen.
Forchbahn
Die Forchbahn besitzt für Weinegg eine besondere Bedeutung.
Sie verbindet Zürich mit Forch, Egg und Esslingen.
Im Zürcher Stadtgebiet verkehrt sie teilweise nach Art einer Strassenbahn und benutzt gemeinsam mit den VBZ das Tramnetz.
Wichtige Haltestellen für Weinegg sind unter anderem:
- Burgwies
- Balgrist
- Rehalp
Dadurch sind die Kliniken und Wohngebiete des Quartiers direkt mit dem Zürcher Stadtzentrum verbunden.
Rehalp
Rehalp liegt am südöstlichen Rand von Zürich an der Grenze zu Zollikon.
Der Ort ist ein bedeutender Knoten des öffentlichen Verkehrs.
Hier befindet sich die Endhaltestelle einer städtischen Tramlinie, während die Forchbahn weiter in Richtung Forch und Zürcher Oberland führt.
Mehrere Buslinien ergänzen das Angebot.
Rehalp ist ausserdem Ausgangspunkt verschiedener Fuss- und Wanderwege in Richtung Wehrenbachtobel, Zollikerberg und Pfannenstielgebiet.
Burgwies
Das Gebiet Burgwies liegt am östlichen Rand Weineggs beim Wehrenbach.
Historisch befanden sich hier gewerbliche Anlagen, die die Wasserkraft des Baches nutzten.
Heute ist Burgwies vor allem als Verkehrsknoten an der Forchstrasse bekannt.
In unmittelbarer Nähe befindet sich das Tram-Museum Zürich, das in einem historischen Tramdepot untergebracht ist.
Tram-Museum Zürich
Das Tram-Museum Zürich befindet sich im ehemaligen Tramdepot Burgwies.
Die Sammlung dokumentiert die Geschichte des öffentlichen Nahverkehrs in Zürich.
Zu sehen sind historische Tramwagen, technische Einrichtungen, Uniformen, Fahrscheine und weitere Objekte.
Das historische Depot selbst ist Teil der Geschichte des Zürcher Tramnetzes.
Öffentlicher Verkehr
Weinegg ist trotz seiner teilweise lockeren Bebauung gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erschlossen.
Die wichtigste Achse verläuft entlang der Forchstrasse.
Tram- und Forchbahnverbindungen führen über Hegibachplatz und Kreuzplatz in Richtung Innenstadt.
Zusätzlich erschliessen Buslinien die Klinikgebiete, die Lengg und die angrenzenden Quartiere.
Durch den Ausbau des Gesundheitsstandorts Lengg gewinnt der öffentliche Verkehr weiter an Bedeutung.
Strassenverkehr
Zu den wichtigsten Strassen gehören:
- Zollikerstrasse
- Forchstrasse
- Lenggstrasse
- Witellikerstrasse
- Balgriststrasse
Die Forchstrasse bildet eine bedeutende Verbindung zwischen Zürich und den südöstlich gelegenen Gemeinden.
Die Zollikerstrasse führt vom Stadtzentrum entlang der unteren Quartierbereiche in Richtung Zollikon.
Die starken Pendler- und Klinikverkehre führen insbesondere während der Hauptverkehrszeiten zu einer hohen Belastung einzelner Achsen.
Fuss- und Veloverkehr
Die grossen Grünflächen und die relativ ruhigen Wohnstrassen machen Teile Weineggs für Fussgängerinnen, Fussgänger und Velofahrende attraktiv.
Verbindungen führen unter anderem durch den Botanischen Garten, über den Burghölzlihügel und entlang des Wehrenbachs.
Die Hauptverkehrsachsen Forch- und Zollikerstrasse stellen dagegen teilweise Barrieren dar.
Im Rahmen der Weiterentwicklung des Gesundheitsclusters Lengg sollen auch Fuss- und Veloverbindungen verbessert werden.
Sport
Weinegg verfügt über verschiedene Sportanlagen.
Im Bereich Lengg, Balgrist und Rehalp befinden sich unter anderem Fussball- und Tennisanlagen sowie Einrichtungen des Hochschul- und Klinikbetriebs.
Die Nähe zu Waldgebieten und zum Wehrenbachtobel bietet zusätzliche Möglichkeiten für Jogging und andere Freizeitaktivitäten.
Wehrenbach
Der Wehrenbach fliesst am östlichen Rand des Quartiers.
Er entspringt in den höher gelegenen Gebieten bei Witikon und Zollikerberg und fliesst in Richtung Zürichsee.
Das Wehrenbachtobel bildet einen wertvollen Natur- und Erholungsraum.
Historisch wurde die Wasserkraft des Baches für Mühlen und andere Gewerbebetriebe genutzt.
Heute besitzen Bach und Tobel vor allem ökologische und landschaftliche Bedeutung.
Grünräume
Weinegg gehört zu den grünsten innenstadtnahen Quartieren Zürichs.
Zu den wichtigsten Grünräumen zählen:
- Botanischer Garten
- Burghölzlihügel
- Burghölzliwald
- Obere Weinegg
- Quartierhof Weinegg
- Wehrenbachtobel
- zahlreiche private Gärten und Klinikparks
Diese Flächen bilden wichtige Lebensräume für Tiere und Pflanzen und tragen zur Verbesserung des Stadtklimas bei.
Die Kombination von medizinischen Grossanlagen und wertvollen Landschaftsräumen stellt gleichzeitig besondere Anforderungen an die Stadtplanung.
Wirtschaft
Die Wirtschaftsstruktur Weineggs wird aussergewöhnlich stark vom Gesundheitswesen geprägt.
2023 bestanden im Quartier rund 11'700 Arbeitsplätze.[2]
Damit zählt Weinegg zu den Zürcher Quartieren mit einem besonders hohen Verhältnis von Arbeitsplätzen zur Wohnbevölkerung.
Neben den Kliniken bestehen Arbeitsplätze in Forschung, Bildung, Pflege, Verwaltung, Gastronomie und medizinischen Dienstleistungen.
Die Ansiedlung des neuen Kinderspitals hat die Bedeutung des Gesundheitssektors weiter erhöht.
Bildung und Forschung
Mehrere Einrichtungen im Quartier sind eng mit der Universität Zürich und anderen Forschungsinstitutionen verbunden.
Die Universitätsklinik Balgrist und die Psychiatrische Universitätsklinik betreiben medizinische Forschung und beteiligen sich an der Ausbildung von Ärztinnen und Ärzten.
Auch das Kinderspital besitzt umfangreiche Forschungs- und Lehrbereiche.
Der Botanische Garten dient der Universität Zürich für Forschung, Lehre und Vermittlung in den Pflanzenwissenschaften.
Dadurch besitzt Weinegg neben seiner medizinischen auch eine bedeutende wissenschaftliche Funktion.
Stadtentwicklung
Die weitere Entwicklung Weineggs wird wesentlich durch den Gesundheitscluster Lengg bestimmt.
Die medizinischen Institutionen benötigen zusätzliche Flächen für Behandlung, Forschung und Infrastruktur.
Gleichzeitig sollen die charakteristischen Grünräume und Landschaftsqualitäten erhalten bleiben.
Stadt und Kanton Zürich koordinieren die Entwicklung deshalb im Rahmen der Gebietsplanung Lengg.
Zentrale Themen sind:
- Ausbau der medizinischen Einrichtungen
- Verbesserung des öffentlichen Verkehrs
- Fuss- und Veloverbindungen
- Erhalt von Grünflächen
- Landschafts- und Naturschutz
- Abstimmung mit den Wohngebieten
Die Herausforderung besteht darin, einen der wichtigsten Gesundheitsstandorte der Schweiz weiterzuentwickeln, ohne den vergleichsweise grünen Charakter des Quartiers grundlegend zu verändern.
Charakter des Quartiers
Weinegg unterscheidet sich deutlich von den anderen Quartieren des Kreises 8.
Während Seefeld durch die Nähe zum Zürichsee und eine dichte urbane Bebauung geprägt ist und Mühlebach einen klassischen innerstädtischen Wohncharakter besitzt, wird Weinegg wesentlich durch Kliniken, Forschungseinrichtungen und grosse Grünräume bestimmt.
Der Burghölzlihügel und der Botanische Garten bilden dabei einen landschaftlichen Gegenpol zu den grossen medizinischen Arealen.
Historische Villen, genossenschaftliche Siedlungen, der Quartierhof und die Reste der früheren Kulturlandschaft erinnern an die Zeit, als das Gebiet noch weitgehend ausserhalb der Stadt lag.
Mit der wachsenden Lengg entwickelt sich Weinegg zugleich zu einem der bedeutendsten Gesundheits- und Forschungsstandorte Zürichs.
Siehe auch
- Kreis 8 (Zürich)
- Riesbach
- Seefeld (Zürich)
- Mühlebach (Zürich)
- Hirslanden
- Burghölzli
- Psychiatrische Universitätsklinik Zürich
- Universitätsklinik Balgrist
- Schulthess Klinik
- Klinik Hirslanden
- Universitäts-Kinderspital Zürich
- Botanischer Garten Zürich
- Forchbahn
- Rehalp
- Tram-Museum Zürich
- Stadtkreise der Stadt Zürich
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 Quartierspiegel Weinegg, Statistik Stadt Zürich, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 2,3 Weinegg – Statistik und Daten, Stadt Zürich, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ Eine Zügelaktion wie keine andere – Umzug ins neue Kinderspital, Stadt Zürich, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ Natur und Landschaft – Burghölzli und Weinegg, Stadt Zürich, abgerufen am 8. August 2026.
Weblinks
- Weinegg bei Statistik Stadt Zürich
- Quartierspiegel Weinegg
- Botanischer Garten der Universität Zürich
- Quartierhof Weinegg
Wikimedia Commons: Medien zu Weinegg