Höngg
| Höngg | |
|---|---|
| Stadt | Zürich |
| Kanton | Zürich |
| Bezirk | Zürich |
| Stadtkreis | Kreis 10 |
| Quartiernummer | 101 |
| Postleitzahl | 8049 |
| Fläche | 6,98 km² |
| Einwohner | 24'810 |
| Einwohnerstand | 31. Dezember 2024 |
| Bevölkerungsdichte | rund 3'554 Einwohner/km² |
| Höhe | durchschnittlich etwa 457 m ü. M. |
| Erste Erwähnung | um 820 als «Hoinga» |
| Eingemeindung | 1. Januar 1934 |
Höngg ist ein Stadtquartier von Zürich und bildet zusammen mit Wipkingen den Stadtkreis 10. Das Quartier liegt auf der rechten Seite der Limmat an den südwestlichen Hängen von Hönggerberg und Käferberg. Es erstreckt sich vom Limmatufer bis auf das Plateau des Hönggerbergs, auf dem sich der grosse Campus der ETH Zürich befindet.
Höngg war bis Ende 1933 eine selbständige politische Gemeinde. Am 1. Januar 1934 wurde es im Rahmen der zweiten Zürcher Eingemeindung Teil der Stadt. Der historische Dorfkern, der Rebberg unterhalb der reformierten Kirche und mehrere ehemalige Bauern- und Winzerhäuser erinnern bis heute an die Vergangenheit als Weinbauerndorf.[1]
Heute ist Höngg überwiegend ein Wohnquartier mit einem vergleichsweise hohen Anteil an Wald- und Grünflächen. Gleichzeitig befindet sich mit dem ETH-Campus Hönggerberg einer der bedeutendsten Wissenschafts- und Forschungsstandorte der Schweiz im Quartier. Ende 2024 lebten 24'810 Personen in Höngg.[2]
Geografie
Höngg liegt im Nordwesten der Stadt Zürich. Das Quartier umfasst eine Fläche von rund 6,98 Quadratkilometern und gehört damit zu den flächenmässig grösseren Zürcher Stadtquartieren.
Im Süden bildet die Limmat über weite Strecken eine natürliche Grenze. Auf der gegenüberliegenden Flussseite liegen unter anderem Altstetten sowie Teile des westlichen Stadtgebiets.
Im Osten grenzt Höngg an Wipkingen. Im Norden reichen die Quartiergrenzen über den Hönggerberg bis in den Bereich des Käferbergwaldes und des ETH-Campus. Im Nordwesten grenzt Höngg an Affoltern, im Westen an die Gemeinde Oberengstringen.
Die Höhenunterschiede innerhalb des Quartiers sind beträchtlich. Während die Limmat auf rund 400 Metern über Meer liegt, steigt das Gelände in Richtung Hönggerberg und Käferberg auf deutlich über 500 Meter an.
Die südwestlich ausgerichteten Hänge sorgen für eine gute Besonnung. Diese Lage begünstigte über Jahrhunderte den Weinbau und macht Höngg heute zu einem bevorzugten Wohngebiet mit Aussicht über das Limmattal und Teile der Stadt Zürich.[1]
Name
Höngg gehört zu den ältesten urkundlich belegten Ortsnamen im Gebiet der heutigen Stadt Zürich.
Um 810 beziehungsweise 820 erscheint der Ort in einem Güterverzeichnis des Grossmünsters unter der Bezeichnung «Hoinga». Weitere historische Formen sind «Hohinco» aus dem 9. Jahrhundert, «Hoenka» aus dem Jahr 898 und «Höngge» aus dem Mittelalter.[3]
Die genaue sprachgeschichtliche Herkunft des Namens ist nicht abschliessend geklärt. Eine traditionelle Deutung verbindet ihn mit der erhöhten Lage des Dorfes am Hang über dem Limmattal.
Wappen
Das traditionelle Höngger Wappen verweist deutlich auf die lange Weinbautradition.
Es zeigt auf rotem Grund eine grüne Rebe mit drei blauen Trauben, die sich um einen goldenen Rebstickel rankt. Im oberen Bereich befinden sich ein silbernes Tatzenkreuz und ein silbernes Rebmesser mit goldenem Griff.
In einer Darstellung des Chronisten Gerold Edlibach aus dem späten 15. Jahrhundert wurde Höngg noch durch den heiligen Mauritius dargestellt. Nach der Reformation wurde dieses Motiv durch die Rebe ersetzt.
Die Weinrebe ist bis heute das bekannteste historische Symbol des Quartiers.
Geschichte
Frühe Besiedlung
Das Gebiet von Höngg war bereits lange vor dem Mittelalter besiedelt. Archäologische Funde, darunter Grabhügel im Gebiet Heizenholz, weisen auf menschliche Aktivitäten während der Eisenzeit hin.
Die Entstehung einer alemannischen Siedlung wird in das frühe Mittelalter datiert. Höngg entwickelte sich an einem sonnigen Hang oberhalb der Limmat, wo Landwirtschaft und Weinbau günstige Bedingungen vorfanden.
Bereits um 800 verfügte das Grossmünster über Grundbesitz in Höngg. Auch eine frühe Kirche bestand wahrscheinlich schon im 8. Jahrhundert. Im Jahr 870 gelangten kirchliche Rechte an das Kloster St. Gallen.[3]
Mittelalter
Im Mittelalter bestanden in Höngg verschiedene Herrschafts- und Besitzverhältnisse. Kirchliche Institutionen und Adelsfamilien besassen Grundstücke, Zehntenrechte und andere Herrschaftsrechte.
Im 14. Jahrhundert gelangten wichtige Rechte an das Kloster Wettingen. Die Stadt Zürich erwarb 1384 die Vogtei Höngg und verstärkte damit ihren Einfluss auf das Dorf.[3]
Nach der Reformation wurden die kirchlichen und politischen Strukturen neu geordnet. Höngg blieb jedoch eine eigenständige ländliche Gemeinde ausserhalb der Stadt Zürich.
Landwirtschaft und Weinbau
Während Jahrhunderten bestimmten Landwirtschaft und insbesondere Weinbau das Leben in Höngg.
Die südlich ausgerichteten Hänge waren für Reben besonders geeignet. Historische Darstellungen zeigen ausgedehnte Rebflächen zwischen dem Dorfkern und der Limmat.
Auch Ackerbau, Viehzucht und Obstbau spielten eine wichtige Rolle. Höngg bestand aus einem kompakten Dorfkern rund um Kirche und heutige Limmattalstrasse sowie einzelnen Höfen und kleineren Siedlungen.
Zum früheren Gemeindegebiet gehörte auch der Weiler Rütihof, der heute vollständig in das Stadtquartier integriert ist.
Der Weinbau blieb trotz der späteren Verstädterung erhalten. Der auffälligste Rebberg liegt unmittelbar unterhalb der reformierten Kirche am Chillesteig. Er gehört heute zum städtischen Gutsbetrieb Juchhof.[4]
Industrialisierung
Anders als mehrere unmittelbar an Zürich angrenzende Gemeinden entwickelte sich Höngg zunächst relativ langsam.
Eine wichtige Rolle spielte jedoch die Wasserkraft der Limmat. Im frühen 19. Jahrhundert entstanden am Fluss industrielle Anlagen.
1817 wurde mit der späteren Spinnerei Strickler der erste grössere Fabrikbau in Höngg errichtet. Die Textilindustrie prägte den Ort noch bis in das 20. Jahrhundert hinein.[5]
Die Industriebetriebe konzentrierten sich vor allem am Limmatufer, während das eigentliche Dorf am Hang weiterhin stark landwirtschaftlich geprägt blieb.
Eine entscheidende Verbesserung der Verkehrsverbindungen brachte 1898 die Eröffnung der elektrischen Strassenbahn Zürich–Höngg. Dadurch rückte das Dorf zeitlich näher an die Stadt und wurde zunehmend als Wohnort für Personen attraktiv, die in Zürich arbeiteten.[1]
Eingemeindung in Zürich
Bis 1933 war Höngg eine selbständige politische Gemeinde.
Die Entwicklung Zürichs und seiner Vororte führte im frühen 20. Jahrhundert zu immer engeren wirtschaftlichen und infrastrukturellen Verbindungen. Wie andere Vorortgemeinden musste Höngg erhebliche Investitionen in Schulen, Strassen, Wasserversorgung und andere öffentliche Einrichtungen finanzieren.
Nach mehreren politischen Anläufen wurde die zweite Zürcher Eingemeindung beschlossen.
Am 1. Januar 1934 wurden
- Affoltern,
- Albisrieden,
- Altstetten,
- Höngg,
- Oerlikon,
- Schwamendingen,
- Seebach und
- Witikon
in die Stadt Zürich eingemeindet.[6]
Höngg wurde mit Wipkingen zum neu geschaffenen Kreis 10 vereinigt. Wipkingen hatte bereits seit der ersten Eingemeindung von 1893 zur Stadt Zürich gehört und war zuvor Teil des Kreises 6.[7]
Diese Einteilung besteht bis heute.
Entwicklung zum Wohnquartier
Zur Zeit der Eingemeindung lebten rund 6000 Menschen in Höngg. Grosse Teile des ehemaligen Gemeindegebiets waren noch unbebaut.
Bereits Ende der 1920er-Jahre hatten neue Strassen die attraktiven Hanglagen erschlossen. Dort entstanden vor allem Einfamilien- und Doppelhäuser.[1]
Den stärksten Wachstumsschub erlebte Höngg nach dem Zweiten Weltkrieg. Die grosse Wohnungsnachfrage in Zürich führte zur Überbauung weiter Teile der früheren Landwirtschafts- und Rebflächen.
Private Bauträger und Wohnbaugenossenschaften errichteten zahlreiche neue Wohnsiedlungen. Besonders stark entwickelte sich der westliche und obere Teil des Quartiers.
Trotz der Verstädterung blieb der historische Dorfkern deutlich erkennbar. Die Stadt erliess 1981 für Höngg ihre erste kommunale Kernzone, um die charakteristische Bebauungsstruktur zu schützen.[1]
Heute gilt Höngg weitgehend als Wohnquartier. Klassische Industrie besitzt nur noch geringe Bedeutung.
Historischer Dorfkern
Das Zentrum des alten Höngg liegt rund um die reformierte Kirche, den Meierhofplatz, die Limmattalstrasse und die angrenzenden Gassen.
Hier ist die kleinteilige Struktur des früheren Weinbauerndorfs teilweise erhalten geblieben. Zu sehen sind ehemalige Bauern- und Winzerhäuser, Ökonomiegebäude und historische Wohnhäuser.
Einzelne Gebäude reichen in ihrer Substanz bis ins 16. Jahrhundert zurück. Zu den wichtigen historischen Zeugnissen gehört das Wohnhaus mit Scheune am Chorherrenweg 3 und 5.[1]
Der Dorfkern unterscheidet sich deutlich von den grossflächigen Wohnsiedlungen der Nachkriegszeit und den modernen Bauten auf dem Hönggerberg.
Der Meierhofplatz bildet heute einen der wichtigsten Verkehrsknoten und Versorgungsorte des Quartiers.
Reformierte Kirche Höngg
Die Reformierte Kirche Höngg steht an besonders markanter Lage oberhalb des historischen Rebbergs.
Von weiten Teilen des Limmattals ist die Kirche am Hang sichtbar und bildet zusammen mit dem Rebberg eines der bekanntesten Ortsbilder des Quartiers.
Der Standort blickt auf eine sehr lange kirchliche Tradition zurück. Bereits im frühen Mittelalter bestand in Höngg eine Kirche. Die heutige Anlage entstand durch mehrere Umbauten und Erweiterungen früherer Kirchenbauten.
Die Kirche war während Jahrhunderten Zentrum einer ausgedehnten Kirchgemeinde. Auch benachbarte Orte gehörten zeitweise kirchlich zu Höngg. Oberengstringen wurde beispielsweise erst 1977 kirchlich vollständig selbständig.
Weinbau
Obwohl Höngg heute Teil einer Grossstadt ist, wird im Quartier weiterhin Wein angebaut.
Besonders charakteristisch ist der städtische Rebberg am Chillesteig unmittelbar unterhalb der reformierten Kirche. Die Reben wachsen auf dem warmen Südhang mit Blick über das Limmattal.
Der Rebberg wird vom städtischen Gutsbetrieb Juchhof bewirtschaftet. Die dort gewonnenen Trauben werden für Zürcher Stadtwein verwendet.[8]
Neben dem städtischen Rebberg bestehen private Weinbaubetriebe. Veranstaltungen rund um den Weinbau und das traditionelle Wümmetfäscht erinnern an die Geschichte Hönggs als Weinbauerndorf.
ETH Hönggerberg
Hauptartikel: ETH Hönggerberg
Auf dem Plateau des Hönggerbergs befindet sich der zweite grosse Zürcher Campus der ETH Zürich.
Als die Hochschule in den 1950er-Jahren zusätzlichen Raum benötigte, wurde der Hönggerberg als Standort für eine neue Aussenstation ausgewählt. 1959 kaufte die ETH rund 46 Hektaren Land auf dem Plateau.[9]
Der erste Spatenstich erfolgte 1961. Die erste Bauetappe wurde unter Leitung des ehemaligen Zürcher Stadtbaumeisters und ETH-Professors Albert Heinrich Steiner geplant.
1964 entstand das Gebäude für Kernphysik. In den folgenden Jahrzehnten wurden weitere Institute und Lehrgebäude errichtet.[10]
Weitere grosse Bauphasen folgten in den 1970er-, 1990er- und 2000er-Jahren. Heute befinden sich auf dem Hönggerberg unter anderem Einrichtungen der Bereiche:
- Architektur,
- Bauingenieurwissenschaften,
- Physik,
- Chemie,
- Materialwissenschaften,
- Biologie und verwandte Forschungsgebiete.
Mit dem Masterplan Science City wurde ab 2005 die Entwicklung von einer reinen Hochschulanlage zu einem lebendigen Campus mit Wohnraum, Gastronomie, Sport- und Freizeitangeboten vorangetrieben.
Seit 2015 arbeiten ETH, Stadt und Kanton Zürich an der langfristigen Entwicklung unter dem Leitbild Campus Hönggerberg 2040. Die dazugehörigen Sonderbauvorschriften traten am 31. Januar 2022 in Kraft.[10]
Heute studiert und arbeitet ein erheblicher Teil der Angehörigen der ETH Zürich auf dem Hönggerberg.[11]
Rütihof
Der Rütihof liegt im nordwestlichen Teil Hönggs und war ursprünglich ein vom Hauptdorf getrennter Weiler.
Bis weit ins 20. Jahrhundert war das Gebiet ländlich geprägt. In der zweiten Hälfte des Jahrhunderts entstanden dort grössere Wohnsiedlungen.
Insbesondere ab den 1970er- und 1980er-Jahren entwickelte sich Rütihof zu einem bedeutenden Wohngebiet. In späteren Jahrzehnten kamen weitere Überbauungen hinzu.
Rütihof liegt nahe der Stadtgrenze zu Oberengstringen und den Wald- und Landwirtschaftsgebieten am Hönggerberg. Dadurch besitzt das Gebiet trotz seiner dichten Wohnbebauung einen ausgeprägten Stadtrandcharakter.
Werdinsel
Die Werdinsel liegt im südwestlichen Teil Hönggs zwischen der Limmat und einem künstlich angelegten Kanal.
Der Kanal wurde in den 1890er-Jahren für die Nutzung der Wasserkraft angelegt. Dadurch entstand die heutige Inselstruktur.[12]
Die ungefähr acht Hektaren grosse Werdinsel ist heute eines der beliebtesten Naherholungsgebiete im westlichen Zürich. Spazierwege, Liegewiesen, Grillstellen und naturnahe Uferbereiche machen sie besonders im Sommer zu einem stark besuchten Ausflugsziel.[5]
Am westlichen Inselspitz ist ein Bereich für FKK-Baden vorgesehen.
Flussbad Au-Höngg
Auf der Werdinsel befindet sich das Flussbad Au-Höngg.
Die Stadt Zürich erwarb 1954 einen Teil des Inselgeländes, um dort ein öffentliches Flussbad einzurichten. Seit 1974 befinden sich die Insel und ihre Gebäude vollständig in städtischem Eigentum.[12]
Das Bad verfügt über eine etwa 200 Meter lange Schwimmstrecke im Flusskanal, Liegewiesen, Planschbecken, einen Spielplatz und Grillstellen. Der Eintritt ist kostenlos.[13]
Das Schwimmen in der Strömung ist nur für geübte Schwimmerinnen und Schwimmer geeignet.
Limmat und Kraftwerke
Die Limmat prägt den südlichen Rand Hönggs. Sie war während Jahrhunderten Verkehrsweg, Fischereigebiet und Energiequelle.
Mit der Industrialisierung wurde ihre Wasserkraft zunehmend technisch genutzt. Kanäle, Wehre und Kraftwerksanlagen veränderten die ursprüngliche Flusslandschaft.
Heute besitzt der Fluss neben der Energiegewinnung vor allem eine grosse Bedeutung für Freizeit, Naturschutz und Naherholung.
Der Limmatuferweg ermöglicht Fuss- und Veloverbindungen in Richtung Wipkingen, Innenstadt, Altstetten und Limmattal.
Bevölkerung
Die Bevölkerungsentwicklung Hönggs zeigt besonders deutlich den Wandel vom Bauerndorf zum städtischen Wohnquartier.
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1634 | 629 |
| 1900 | 3'085 |
| 1910 | ca. 3'700 |
| 1934 | rund 5'900 |
| 1954 | rund 11'000 |
| 2000 | rund 20'400 |
| 2014 | rund 21'800 |
| 2024 | 24'810 |
Besonders stark war das Wachstum in den ersten Jahrzehnten nach der Eingemeindung. Nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden zahlreiche neue Wohnsiedlungen, wodurch sich die Einwohnerzahl innerhalb relativ kurzer Zeit stark erhöhte.[2]
Zwischen 2014 und 2024 wuchs die Bevölkerung erneut um rund 13,7 Prozent. Ende 2024 betrug der Anteil der ausländischen Wohnbevölkerung 26,5 Prozent.[14]
Das Medianalter lag 2024 bei 40,9 Jahren und damit über dem städtischen Durchschnitt.[14]
Wohnen
Höngg ist heute überwiegend ein Wohnquartier.
Die Bebauung ist aussergewöhnlich vielfältig. Im historischen Zentrum stehen ehemalige Bauern- und Winzerhäuser. An den Hängen finden sich zahlreiche Einfamilien- und Doppelhäuser aus dem frühen und mittleren 20. Jahrhundert. In anderen Gebieten dominieren grössere Mehrfamilienhaus- und Genossenschaftssiedlungen.
Rund 22 Prozent der Wohnungen gehörten 2024 der öffentlichen Hand oder Wohnbaugenossenschaften. Der Anteil selbst bewohnten Wohneigentums lag mit knapp 14 Prozent deutlich über dem Zürcher Durchschnitt.[14]
Die attraktive Hanglage, die Nähe zu grossen Grünräumen und die Aussicht tragen zu einem vergleichsweise hohen Preisniveau auf dem privaten Wohnungsmarkt bei.
Verkehr
Höngg ist durch Tram- und Buslinien mit der Zürcher Innenstadt, Altstetten, Oerlikon und weiteren Stadtteilen verbunden.
Tram
Die Geschichte des öffentlichen Verkehrs reicht bis 1898 zurück, als die elektrische Strassenbahn Zürich–Höngg eröffnet wurde.[1]
Im regulären Liniennetz wird die Hauptachse entlang der Limmattalstrasse durch die Tramlinie 13 bedient. Die Strecke führt über den Meierhofplatz bis zur Endstation Frankental.
Wichtige Haltestellen sind unter anderem:
- Wartau,
- Zwielplatz,
- Meierhofplatz,
- Schwert,
- Winzerstrasse,
- Frankental.
Wegen der umfassenden Sanierung der Haltestelle Bahnhofquai/HB gilt vom 14. Dezember 2025 bis 12. Dezember 2026 ein besonderes Bauliniennetz. Während dieser Zeit übernimmt die Linie 50 auf dem Abschnitt Frankental–Sihlquai/HB die Funktion der Linie 13 in Höngg.[15]
Busverkehr
Mehrere Buslinien ergänzen das Tramangebot.
Eine besonders wichtige Verbindung besteht über den Hönggerberg nach Oerlikon und Altstetten. Die Buslinien erschliessen auch Gebiete abseits der Limmattalstrasse, darunter Rütihof, Hönggerberg, ETH-Campus und Waidspital.
Die Haltestelle ETH Hönggerberg gehört aufgrund der grossen Zahl von Studierenden und Mitarbeitenden zu den wichtigsten Busknoten im oberen Quartierbereich.
Strassen
Die wichtigste historische Verkehrsachse Hönggs ist die Limmattalstrasse. Sie verläuft parallel zum Hang und war bereits vor der Verstädterung Teil der Verbindung von Zürich über Höngg und Weiningen in Richtung Baden.[1]
Weitere wichtige Strassen sind:
- Regensdorferstrasse,
- Frankentalerstrasse,
- Winzerstrasse,
- Riedhofstrasse,
- Gsteigstrasse,
- Am Wasser,
- Emil-Klöti-Strasse.
Die Europabrücke verbindet den westlichen Teil des Quartiers über die Limmat und die grossen Eisenbahnanlagen mit Altstetten.
Natur und Naherholung
Höngg besitzt innerhalb der Stadt Zürich einen hohen Anteil an Wald-, Landwirtschafts- und Grünflächen.
Zu den wichtigsten Erholungsräumen gehören:
- Werdinsel und Limmatufer,
- Hönggerberg,
- Käferbergwald,
- Waldgebiete bei Rütihof,
- Höngger Allmend,
- Rebberge am Dorfkern.
Das Wegenetz auf Hönggerberg und Käferberg wird intensiv zum Spazieren, Wandern, Joggen und Velofahren genutzt.
Die Nähe zwischen Wohngebieten und Landschaftsräumen gehört zu den wesentlichen Merkmalen des Quartiers.
Bildung
In Höngg befinden sich mehrere städtische Schulhäuser. Dazu gehören unter anderem:
- Schulhaus Bläsi,
- Schulhaus Vogtsrain,
- Schulhaus Rütihof,
- Schulhaus Riedhof,
- Schulhaus Am Wasser,
- Schulhaus Lachenzelg.
Die Schulen gehören zum Schulkreis Waidberg.
Eine weit über das Quartier hinausgehende Bedeutung besitzt der ETH-Campus Hönggerberg. Er macht Höngg zu einem der wichtigsten Hochschul- und Forschungsstandorte der Schweiz.
Wirtschaft und Arbeitsplätze
Im Gegensatz zu seiner industriellen Vergangenheit ist Höngg heute überwiegend ein Wohn- und Bildungsstandort.
2023 wurden im Quartier rund 9'846 Beschäftigte gezählt.[14]
Ein erheblicher Teil der Arbeitsplätze entfällt auf Bildung, Forschung und die damit verbundenen Dienstleistungen am ETH-Campus.
Daneben bestehen lokale Detailhandels-, Gastronomie-, Gesundheits- und Dienstleistungsbetriebe, die sich vor allem rund um den Meierhofplatz und entlang der Limmattalstrasse konzentrieren.
Ortsmuseum Höngg
Das Ortsmuseum Höngg dokumentiert die Geschichte der ehemaligen Gemeinde und des heutigen Stadtquartiers.
Es befindet sich in einem historischen Gebäude am Vogtsrain. Die Sammlung umfasst Gegenstände, Dokumente und Bilder zur Landwirtschaft, zum Weinbau, zum Gewerbe, zum Vereinsleben und zur Entwicklung des Quartiers.
Nach einer umfassenden Erneuerung ist die Wiedereröffnung des Museums für das Wümmetfäscht vom 25. bis 27. September 2026 vorgesehen.[16]
Kultur und Quartierleben
Höngg besitzt eine ausgeprägte lokale Identität. Die Vergangenheit als selbständige Gemeinde ist im Quartierleben bis heute spürbar.
Eine wichtige Rolle spielen der Quartierverein, der Verschönerungsverein, Sportvereine, Kirchen, kulturelle Organisationen und zahlreiche weitere lokale Vereinigungen.
Zu den traditionellen Veranstaltungen gehört das Wümmetfäscht. Der Name leitet sich vom schweizerdeutschen Begriff «Wümmet» für die Weinlese ab und verweist auf die historische Bedeutung des Weinbaus.
Auch lokale Weinbaubetriebe und der Weinweg Höngg tragen dazu bei, die Weinbaugeschichte des Quartiers sichtbar zu halten.
Ortsbild und Charakter
Höngg unterscheidet sich von vielen anderen Zürcher Aussenquartieren durch das Nebeneinander sehr verschiedener Strukturen.
Der historische Dorfkern mit Kirche, Rebberg und ehemaligen Bauernhäusern steht in deutlichem Kontrast zu den grossen Wohnüberbauungen der Nachkriegszeit und zum modernen Wissenschaftscampus auf dem Hönggerberg.
Die Stadt Zürich beschreibt Höngg heute als nahezu reines Wohnquartier mit einem hohen Anteil an Wald- und Freiflächen in den oberen Lagen.[1]
Gleichzeitig verändert der Ausbau der ETH den nördlichen Teil des Quartiers kontinuierlich. Der geplante Campus Hönggerberg 2040 soll zusätzliche Flächen für Forschung und Lehre schaffen, wobei die Entwicklung vorwiegend durch Verdichtung innerhalb des bestehenden Campus erfolgen soll und die umgebende Landschaft möglichst geschont werden soll.[10]
Damit verbindet Höngg drei sehr unterschiedliche Elemente: das historische Zürcher Weinbauerndorf, ein grossflächiges Wohnquartier und einen international bedeutenden Hochschulstandort.
Siehe auch
- Kreis 10 (Zürich)
- Wipkingen
- Hönggerberg
- ETH Hönggerberg
- Käferberg
- Werdinsel
- Limmat
- Oberengstringen
- Affoltern (Zürich)
- Altstetten
- Stadtkreise der Stadt Zürich
Weblinks
- Statistik Stadt Zürich – Höngg
- Statistik Stadt Zürich – Quartierspiegel Höngg
- ETH Zürich – Campus Hönggerberg
- Stadt Zürich – Werdinsel
- Quartierverein Zürich-Höngg
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 1,6 1,7 1,8 Stadt Zürich: Bauten, Gärten und Anlagen im Ortsbild Stadt Zürich – Höngg, 2026, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ 2,0 2,1 Statistik Stadt Zürich: Quartierspiegel Höngg, Ausgabe 101/2026, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ 3,0 3,1 3,2 Reformierte Kirche Zürich, Kirchenkreis zehn: Geschichte von Höngg, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ Stadt Zürich: Tag der offenen Rebberge und Weinkeller in Höngg, 22. April 2015, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ 5,0 5,1 Stadt Zürich: Werdinsel, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ Stadt Zürich: Digitale Zeitreise – Eingemeindungen, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ Statistik Stadt Zürich: Zürich wächst – in die Breite und in die Höhe, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ Stadt Zürich: Tag der offenen Weinkeller im städtischen Rebberg in Höngg, 25. April 2014, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ ETH Zürich: Geschichte des Hönggerbergs, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ 10,0 10,1 10,2 ETH Zürich: Meilensteine der Entwicklung des Campus Hönggerberg, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ ETH Zürich: Hönggerberg campus, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ 12,0 12,1 Stadt Zürich: Kioskanbau auf der Werdinsel, 18. Juni 2008, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ Stadt Zürich: Flussbad Au-Höngg, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ 14,0 14,1 14,2 14,3 Stadtentwicklung Zürich: Bevölkerungsbefragung 2025 – Quartierbericht Höngg, veröffentlicht 2026, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ Verkehrsbetriebe Zürich: Gleisbau und Sanierung Bahnhofquai/HB, abgerufen am 8. August 2026.
- ↑ Verschönerungsverein Höngg: Ortsmuseum, abgerufen am 8. August 2026.
Wikimedia Commons: Medien zu Höngg