Reinach BL

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Reinach
Wappen von Reinach
Amtlicher Name Reinach (BL)
Staat Schweiz
Kanton Basel-Landschaft
Bezirk Arlesheim
BFS-Nummer 2773
Postleitzahl 4153
Koordinaten 47° 29′ N, 7° 35′ E
Höhe 304 m ü. M.
Fläche 7,00 km²
Einwohner 21'174
Einwohnerstand 31. März 2026
Bevölkerungsdichte rund 3'025 Einwohner je km²
Sprache Deutsch
Gemeindepräsident Ferdinand Pulver
Website www.reinach-bl.ch

Reinach ist eine politische Gemeinde im Kanton Basel-Landschaft in der Schweiz. Der amtliche Name lautet Reinach (BL); die Bezeichnung Reinach BL dient insbesondere der Unterscheidung von der gleichnamigen Gemeinde Reinach AG im Kanton Aargau. Reinach gehört zum Bezirk Arlesheim und liegt im unteren Birstal unmittelbar südlich der Stadt Basel.

Mit 21'174 Einwohnerinnen und Einwohnern Ende März 2026 ist Reinach nach Allschwil die zweitgrösste Gemeinde des Kantons Basel-Landschaft.[1] Die ehemals ländliche Siedlung entwickelte sich während des 20. Jahrhunderts zu einer dicht bebauten Wohn-, Gewerbe- und Dienstleistungsgemeinde der Agglomeration Basel. Die Gemeinde verwendet deshalb den Leitspruch «Die Stadt vor der Stadt».

Das Siedlungsgebiet erstreckt sich von den Ausläufern des Bruderholzes im Westen bis zur Birs im Osten. Entlang des Flusses liegen mit der Reinacher Heide, dem Natur- und Erlebnisweiher sowie dem Birsuferweg bedeutende Natur- und Erholungsräume. Das Gewerbegebiet Kägen im Süden gehört zu den grösseren Arbeitsplatzgebieten der Region.

Geographie

Reinach liegt im südlichen Teil der Agglomeration Basel am Übergang vom Birstal zum Bruderholz. Das historische Dorfzentrum befindet sich auf einer leicht erhöhten Terrasse westlich der Birs. Von dort steigt das Gelände nach Westen und Nordwesten zum Bruderholz an. Der tiefste Teil des Gemeindegebiets liegt an der Birs, während die höchsten Punkte auf den bewaldeten und teilweise landwirtschaftlich genutzten Höhen im Westen erreicht werden.

Die Gemeindefläche beträgt rund sieben Quadratkilometer. Ein grosser Teil davon ist überbaut. Neben Wohnquartieren umfasst Reinach ausgedehnte Gewerbeflächen, öffentliche Anlagen, Wälder, Landwirtschaftsgebiete und Naturräume.

Nachbargemeinden sind Münchenstein und die Stadt Basel im Norden, Arlesheim im Osten, Dornach im Kanton Solothurn im Südosten, Aesch im Süden sowie Therwil, Oberwil und Bottmingen im Westen beziehungsweise Nordwesten.

Birs

Die Birs bildet einen grossen Teil der östlichen Gemeindegrenze. Der Fluss entspringt im Berner Jura und mündet in Basel in den Rhein. Im Raum Reinach wurde die Birs während des 19. und 20. Jahrhunderts stark begradigt und für Hochwasserschutz, Industrie und Verkehrswege genutzt.

Seit dem ausgehenden 20. Jahrhundert werden Teile des Flussraums ökologisch aufgewertet. Wege, Sitzplätze und Beobachtungsstellen machen das Birsufer gleichzeitig als Naherholungsgebiet zugänglich. Der rechtsufrige Birsuferweg informiert mit Thementafeln über die Geschichte, die Nutzung und die Naturwerte des Flusses.[2]

Reinacher Heide

Die Reinacher Heide liegt in der Ebene entlang der Birs. Sie umfasst trockene und feuchte Lebensräume, lichte Waldflächen, Kiesböden, Gebüsche und Wiesen. Das Gebiet ist für seine aussergewöhnliche Artenvielfalt bekannt und besitzt als Naturschutzgebiet nationale Bedeutung.

Der Lebensraum entstand teilweise auf ehemaligen Überschwemmungs- und Ablagerungsflächen der Birs. Die durchlässigen Kiesböden und die unterschiedlichen Feuchtigkeitsverhältnisse ermöglichen das Nebeneinander zahlreicher Pflanzen- und Tierarten. Das Gebiet wird durch Pflegemassnahmen vor Verbuschung, übermässiger Freizeitnutzung und der Ausbreitung gebietsfremder Pflanzen geschützt.

Natur- und Erlebnisweiher

Auf dem Gelände der ehemaligen Abwasserreinigungsanlage an der Birs entstand ein Natur- und Erlebnisweiher. Das Areal verbindet Naturschutz, Umweltbildung und Naherholung. Verschiedene Weiher, Uferbereiche, Ruderalflächen und Kleinstrukturen bieten Lebensraum für Amphibien, Insekten, Vögel und Wasserpflanzen.

Das Projekt gehört zum Aktionsplan Birspark Landschaft. Es wurde im Juni 2024 mit dem Binding Preis für Biodiversität ausgezeichnet.[3]

Wälder und Landschaftsräume

Zu den bewaldeten Gebieten gehören der Leiwald, der Kägenwald und weitere Waldflächen am Bruderholz. Sie dienen der Forstwirtschaft, dem Naturschutz und der Erholung. Im Leiwald befinden sich ein Waldlehrpfad und ein Skulpturenweg.

Die westlichen Teile des Gemeindegebiets bilden den Übergang zum Leimental. Trotz der dichten Bebauung sind dort noch landwirtschaftlich genutzte Flächen, Obstgärten, Hecken und Waldränder erhalten.

Name

Der Ortsname ist im 12. Jahrhundert in der Form Rinacho überliefert. Spätere Schreibweisen waren unter anderem Rinach, Rinacht und Rynecht. In der örtlichen baseldeutschen Mundart wird der Name als Rynach oder Riinech ausgesprochen.

Der Zusatz «BL» ist nicht Bestandteil des gebräuchlichen Gemeindenamens, wird jedoch in amtlichen Verzeichnissen, im Bahn- und Postverkehr sowie in Artikeltiteln verwendet, um Reinach von Reinach AG zu unterscheiden.

Geschichte

Vorgeschichte und Römerzeit

Das Gebiet von Reinach war bereits lange vor der Entstehung des mittelalterlichen Dorfes besiedelt. Archäologische Funde reichen bis in die mittlere Steinzeit zurück. Werkzeuge, Siedlungsspuren und Gräber belegen eine Nutzung während der Jungsteinzeit, der Bronzezeit und der Eisenzeit.

In der Ebene am Fuss des Bruderholzes wurden zahlreiche Fundstellen entdeckt. Dazu gehören Gräber, Keramik, Schmuckgegenstände und Werkzeuge. Eine 1973 gefundene steinerne Grabstele stammt vermutlich aus der Hallstattzeit.

Auch aus der Römerzeit sind Brandgräber, Münzen, Glasgefässe, Keramik und weitere Gegenstände bekannt. Das Gebiet lag nahe einer Verkehrsachse, die von Augusta Raurica und Basel durch das Birstal in Richtung Jura führte.

Mittelalter

Reinach wurde im 12. Jahrhundert erstmals schriftlich als Rinacho erwähnt. 1194 ist Besitz des Klosters Beinwil in Reinach belegt. Im Verlauf des Mittelalters gelangte das Dorf unter die weltliche Herrschaft des Basler Fürstbischofs.

Das schwere Basler Erdbeben von 1356 verursachte auch in Reinach grosse Schäden. Im späteren 14. Jahrhundert verpfändete das finanziell belastete Fürstbistum verschiedene Rechte im Birseck zeitweise an Adelsfamilien.

Die Bevölkerung lebte hauptsächlich von Ackerbau, Viehzucht, Weinbau und Waldnutzung. Die Nähe zu den Verkehrswegen durch das Birstal förderte den Handel und das Transportgewerbe.

Fürstbistum Basel

Von 1522 bis 1792 gehörte Reinach zur fürstbischöflichen Vogtei Birseck. Das Hochgericht übte der Vogt von Pfeffingen aus. Reinach entwickelte sich innerhalb der Vogtei zu einem Verwaltungs- und Wirtschaftsort. Im Dorf befanden sich unter anderem ein Zollamt sowie ein Frucht- und Salzmagazin.[4]

Kirchlich war Reinach zunächst Teil der Pfarrei Pfeffingen. Zwischen 1504 und 1511 erfolgte die Loslösung. 1511 wurde eine dem heiligen Nikolaus geweihte Kirche errichtet und Reinach zur eigenen Pfarrei erhoben.[5]

Unter dem Einfluss der Stadt Basel schloss sich die Gemeinde im frühen 16. Jahrhundert vorübergehend der Reformation an. Während der Gegenreformation führte der Basler Fürstbischof Jakob Christoph Blarer von Wartensee 1595 den katholischen Glauben wieder ein. Die historische Zugehörigkeit zum Fürstbistum erklärt den vergleichsweise hohen Anteil der katholischen Bevölkerung im Birseck.

Französische Herrschaft

1792 besetzten französische Truppen das Fürstbistum Basel. Nach der kurzlebigen Raurachischen Republik wurde das Gebiet 1793 als Département Mont-Terrible in die Französische Republik eingegliedert.

Die ehemaligen Vogteien Birseck und Pfeffingen wurden zum Kanton Reinach zusammengefasst. Reinach war dessen Hauptort. Der Kanton war keine eigenständige staatliche Einheit, sondern ein Verwaltungs- und Gerichtsbezirk innerhalb des französischen Départements.

1800 wurde das Département Mont-Terrible aufgelöst und dem Département Haut-Rhin angegliedert. Der bisherige Kanton Reinach verlor seine Funktion und wurde dem Kanton Laufen zugeteilt.

Anschluss an den Kanton Basel

Nach dem Ende der napoleonischen Herrschaft sprach der Wiener Kongress das Birseck 1815 dem Kanton Basel und damit der Schweizerischen Eidgenossenschaft zu. Reinach gehörte fortan gemeinsam mit acht weiteren ehemaligen fürstbischöflichen Gemeinden zum Kanton Basel.

Während der Auseinandersetzungen um die Basler Kantonstrennung stand ein bedeutender Teil der Reinacher Bevölkerung auf der Seite der Stadt Basel. Am 3. August 1833 wurde der Reinacher Gemeindepräsident Franz Feigenwinter von zurückkehrenden basellandschaftlichen Milizen erschossen. Das Dorf wurde geplündert und teilweise verwüstet.[4]

Nach der endgültigen Trennung des Kantons im August 1833 wurde Reinach Teil des neuen Kantons Basel-Landschaft.

Landwirtschaftliches Dorf

Während des 19. Jahrhunderts blieb Reinach überwiegend landwirtschaftlich geprägt. Ackerbau, Viehzucht und Weinbau bildeten die wirtschaftliche Grundlage. Ein grosser Rebberg erstreckte sich über die sonnigen Hänge westlich des Dorfes.

Die zunehmende Industrialisierung Basels eröffnete neue Erwerbsmöglichkeiten. Zunächst blieb Reinach jedoch abseits der 1875 eröffneten Jurabahn durch das Birstal, deren Bahnhöfe in Münchenstein, Arlesheim und Dornach lagen.

1828 wurde in Reinach ein Postbüro eröffnet, das während mehrerer Jahrzehnte auch umliegende Gemeinden bediente. Strassenverbesserungen erleichterten den Personen- und Warenverkehr nach Basel.

Tram und Bevölkerungswachstum

Einen entscheidenden Entwicklungsschub brachte 1907 die Eröffnung der Trambahn Basel–Aesch. Sie verband das Dorf direkt mit Basel und machte Reinach für Pendlerinnen und Pendler attraktiv.

Neue Wohnhäuser entstanden zunächst entlang der Hauptstrasse und der Tramlinie. Mit der zunehmenden Motorisierung und dem Ausbau des regionalen Strassennetzes wuchs das Siedlungsgebiet weiter.

Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte ein besonders starkes Bevölkerungswachstum ein. Reinach wandelte sich innerhalb weniger Jahrzehnte vom Bauerndorf zu einer städtisch geprägten Agglomerationsgemeinde. Zwischen 1950 und 1980 stieg die Einwohnerzahl von rund 3'500 auf mehr als 17'000.

Neue Quartiere entstanden unter anderem im Mischeli, in den Weiermatten, in Fiechten, Aumatten und Surbaum. Gleichzeitig wurden Schulen, Kirchen, Sportanlagen, Einkaufszentren und öffentliche Einrichtungen gebaut.

Entwicklung seit dem ausgehenden 20. Jahrhundert

Seit den 1980er-Jahren verlangsamte sich das Bevölkerungswachstum. Die Gemeinde konzentrierte sich verstärkt auf die Erneuerung bestehender Quartiere, die Verdichtung geeigneter Standorte und die Aufwertung des Ortszentrums.

Die Hauptstrasse wurde im Zentrum neu gestaltet. Durch breitere Fussgängerbereiche, Plätze, Bäume und Sitzgelegenheiten sollte der öffentliche Raum trotz Tram-, Bus- und Autoverkehr attraktiver werden.

Seit 2023 zählt Reinach wieder mehr als 20'000 Einwohnerinnen und Einwohner. Das Wachstum steht unter anderem mit der Erstellung neuer Wohnüberbauungen und der Verdichtung bereits erschlossener Gebiete in Verbindung.[6]

Reinach gehört zu den Mitgliedsgemeinden des Vereins Birsstadt. Für die gemeindeübergreifende Zusammenarbeit bei Siedlungsentwicklung, Landschaftsschutz und Baukultur wurde der Verein Birsstadt 2024 mit dem Wakkerpreis des Schweizer Heimatschutzes ausgezeichnet.[7]

Bevölkerung

Ende März 2026 lebten 21'174 Personen in Reinach. Davon besassen 15'307 die Schweizer Staatsangehörigkeit, während 5'867 Personen ausländische Staatsangehörige waren. Der Ausländeranteil betrug 27,7 Prozent.[1]

Die Bevölkerung wuchs in drei besonders ausgeprägten Phasen. Ein erster Anstieg erfolgte im 18. Jahrhundert. Der zweite setzte nach der Eröffnung der Tramlinie Basel–Aesch ein. Den stärksten Schub erlebte Reinach während der Nachkriegszeit, als innerhalb von rund 30 Jahren etwa 14'000 zusätzliche Einwohnerinnen und Einwohner hinzukamen.[6]

Jahr Einwohner
1960 5'244
1970 13'194
1980 17'658
1990 18'181
2000 18'689
2010 18'694
2020 19'227

Die Umgangs- und Amtssprache ist Deutsch. Im Alltag wird neben Schweizer Hochdeutsch vorwiegend eine Variante des Baseldeutschen gesprochen. Durch die Zuwanderung sind ausserdem Italienisch, Französisch, Englisch, Portugiesisch, Spanisch, Albanisch, Türkisch und weitere Sprachen verbreitet.

Historisch war die Bevölkerung aufgrund der Zugehörigkeit zum Fürstbistum Basel mehrheitlich römisch-katholisch. Mit dem starken Zuzug im 20. Jahrhundert wuchs die reformierte Gemeinde. Heute leben in Reinach Angehörige zahlreicher christlicher und nichtchristlicher Religionsgemeinschaften sowie viele Personen ohne Konfession.

Politik und Verwaltung

Reinach besitzt als eine der grösseren Baselbieter Gemeinden ein Gemeindeparlament. Die politischen Organe sind der Einwohnerrat als Legislative und der Gemeinderat als Exekutive.

Einwohnerrat

Der Einwohnerrat besteht aus 40 Mitgliedern. Sie werden alle vier Jahre nach dem Verhältniswahlverfahren gewählt. Das Präsidium und das Vizepräsidium wechseln jährlich.

Zu seinen wichtigsten Aufgaben gehören der Erlass kommunaler Reglemente, die Festsetzung des Steuerfusses, die Genehmigung des Budgets und der Jahresrechnung sowie die Oberaufsicht über Gemeinderat und Verwaltung. Die Sitzungen sind grundsätzlich öffentlich.

Im Einwohnerrat sind in der Amtsperiode 2024–2028 die Parteien FDP, SP, SVP, Grüne, GLP und Die Mitte sowie die lokale Gruppierung «Salz» vertreten. Mehrere Parteien bilden gemeinsame Fraktionen.[8]

Der Einwohnerrat wurde 1972 eingeführt. Zuvor bildete die Gemeindeversammlung das gesetzgebende Organ.

Gemeinderat

Der Gemeinderat besteht aus sieben Mitgliedern. Er führt die Gemeindeverwaltung, bereitet die Geschäfte des Einwohnerrats vor und vollzieht dessen Beschlüsse.

Gemeindepräsident der Amtsperiode 2024–2028 ist Ferdinand Pulver. Die Aufgaben des Gemeinderats sind auf die Ressorts Präsidiales und Stadtentwicklung, Sicherheit und Gesundheit, Sport und Mobilität, Kultur und Jugend, Bildung, Soziales sowie Umwelt und Versorgung verteilt.[9]

Die Gemeindeverwaltung befindet sich an der Hauptstrasse 10 im Ortszentrum.

Bürgergemeinde

Neben der Einwohnergemeinde besteht die Bürgergemeinde Reinach. Sie verwaltet das Bürgergut und besitzt unter anderem Waldflächen und Liegenschaften. Zu ihren Aufgaben gehören die Pflege des Waldes und die Wahrnehmung bürgergemeindlicher Traditionen.

Wirtschaft

Reinach ist ein bedeutender Wirtschaftsstandort innerhalb der Agglomeration Basel. Die lokale Wirtschaft umfasst Industrie, Gewerbe, Handel, Dienstleistungen, Gesundheitswesen, Bildung und öffentliche Verwaltung.

Ein grosser Teil der Arbeitsplätze konzentriert sich im Gewerbegebiet Kägen im Süden der Gemeinde. Das Gebiet liegt nahe der Autobahn A18 und grenzt an Aesch. Dort befinden sich Produktionsbetriebe, Logistikunternehmen, Handelsfirmen, technische Dienstleister und Bürogebäude.

Mit dem Entwicklungsprogramm «Kägen 2035» will die Gemeinde den Wirtschaftsstandort weiterentwickeln. Zu den vorgesehenen Massnahmen gehören eine bessere Erschliessung mit dem öffentlichen Verkehr, neue Fuss- und Veloverbindungen, die Begrünung des Strassenraums, eine effizientere Nutzung der Gewerbeflächen und der Ausbau des Business Parc.[10]

Der Business Parc unterstützt junge Unternehmen während und nach der Firmengründung. Die kommunale und regionale Wirtschaftsförderung arbeitet zudem mit der Interessenorganisation KMU Reinach zusammen, der rund 300 Unternehmen und Selbstständigerwerbende angehören.[11]

Im Ortszentrum befinden sich Detailhandelsgeschäfte, Restaurants, Banken, Arztpraxen und persönliche Dienstleistungen. Einkaufszentren und Fachmärkte ergänzen das Angebot.

Viele Einwohnerinnen und Einwohner pendeln nach Basel, Allschwil, Münchenstein oder in andere Arbeitsorte der trinationalen Agglomeration. Gleichzeitig zieht das Gewerbegebiet Kägen Beschäftigte aus der gesamten Region an.

Verkehr

Öffentlicher Verkehr

Die wichtigste öffentliche Verkehrsverbindung ist die Tramlinie 11 der Baselland Transport. Sie durchquert Reinach von Norden nach Süden und verbindet die Gemeinde mit Aesch, Münchenstein und dem Zentrum von Basel.

Auf Gemeindegebiet liegen unter anderem die Haltestellen Surbaum, Reinacherhof, Landererstrasse, Reinach Dorf, Lochacker, Weiermatt, Landhof, Reinach Süd und Vogesenstrasse. Die Linie bildet das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs und erschliesst einen grossen Teil der Wohn- und Geschäftszonen.

Die Buslinien 62 und 64 verbinden Reinach unter anderem mit Therwil, Oberwil, Arlesheim und dem Bahnhof Dornach-Arlesheim. Dort besteht Anschluss an die S-Bahn-Linie S3 in Richtung Basel, Laufen, Delsberg und Porrentruy.

Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2025 verkehrt zusätzlich die Buslinie 58. Sie verbindet den Bahnhof Münchenstein über mehrere Reinacher Wohnquartiere und das Ortszentrum mit dem Gewerbegebiet Kägen. Die Linie verbessert insbesondere die Erschliessung der westlichen und nördlichen Quartiere.[12]

Strassenverkehr

Reinach liegt an der Autobahn A18, die Basel mit dem Laufental und dem Jura verbindet. Die Anschlüsse Reinach Nord und Reinach Süd erschliessen die Wohn- und Gewerbegebiete.

Die Hauptstrasse bildet die historische Nord-Süd-Achse durch das Gemeindegebiet. Weitere wichtige Verbindungen sind die Bruggstrasse nach Dornach und Arlesheim, die Therwilerstrasse in Richtung Leimental sowie die Birsigtalstrasse nach Aesch und Therwil.

Die Gemeinde fördert den Fuss- und Veloverkehr durch verkehrsberuhigte Quartierstrassen, neue Velowege und gemeindeübergreifende Routen. Geplant sind unter anderem bessere Verbindungen zwischen dem Leimental, Reinach, der Birs und dem Bahnhof Dornach-Arlesheim.

Bildung

Reinach verfügt über mehrere Kindergärten und Primarschulstandorte. Zu den grösseren Schulanlagen gehören Bachmatten, Fiechten, Surbaum und Weiermatten. Die Gemeinde ist für Kindergarten, Primarschule, Tagesstrukturen und Musikschule zuständig.

Die Sekundarschulen werden vom Kanton Basel-Landschaft geführt. Weiterführende Schulen und Berufsbildungszentren befinden sich in Münchenstein, Muttenz, Liestal und Basel.

Die Musikschule Reinach bietet Unterricht für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. 2026 nahm sie das umgebaute Haus der Musik im Ortszentrum in Betrieb.

In Reinach befindet sich zudem ein Standort der International School Basel. Die Nähe zur Universität Basel, zur Fachhochschule Nordwestschweiz und zu weiteren Bildungseinrichtungen der Region erweitert das Bildungsangebot.

Kultur und gesellschaftliches Leben

Reinach besitzt ein vielfältiges Vereins- und Kulturleben. Mehr als 100 Vereine sind in den Bereichen Sport, Musik, Theater, Fasnacht, Jugend, Natur, Soziales und Wirtschaft tätig.[13]

Heimatmuseum

Das Heimatmuseum befindet sich im sogenannten Schambädischdähuus an der Kirchgasse 9. Das Gebäude gehört der Gemeinde, während die Sammlungen Eigentum der Zunft zu Rebmessern sind.

Die Zunft wurde 1958 gegründet. Eine Museumskommission begann 1961 mit dem Sammeln und Restaurieren historischer Gegenstände. Die Gemeinde erwarb das heutige Museumsgebäude 1979; 1988 wurde das Heimatmuseum offiziell eröffnet.

Die Ausstellung behandelt das frühere bäuerliche und handwerkliche Leben, die Ortsgeschichte, den Weinbau, das Vereinswesen und die Entwicklung Reinachs zur Agglomerationsgemeinde.[14]

Traditionelle Veranstaltungen

Die Reinacher Fasnacht gehört zu den grösseren Fasnachtsveranstaltungen der Region. Am Umzug nehmen Cliquen, Guggenmusiken, Wagen und Gruppen aus Reinach und umliegenden Gemeinden teil.

Am Samstag nach der Fasnacht findet der Brauch des Funggefüürs statt. Die «Chäppelihäx» zieht gemeinsam mit Fackel- und Chienbäseträgern zum Feuer im Leywald. Der ältere Frühlingsbrauch wurde 2013 wiederbelebt.

Weitere regelmässige Veranstaltungen sind das Jazz-Weekend, die Open-Air-Filmtage, die Ausstellung «Kunst in Reinach», der Warenmarkt, der Weihnachtsmarkt und der Lichtzauber zur Eröffnung der Weihnachtsbeleuchtung.[6]

Bauwerke und Sehenswürdigkeiten

Kirche St. Nikolaus

Die römisch-katholische Kirche St. Nikolaus steht im historischen Ortszentrum. Die erste selbstständige Pfarrkirche Reinachs wurde 1511 errichtet. Das Gotteshaus wurde im Verlauf der Jahrhunderte mehrfach verändert und erweitert.

Die Kirche und der frühere Friedhof erinnern an die lange Zugehörigkeit Reinachs zum Fürstbistum Basel. Der alte Friedhof wurde nach der Eröffnung des Friedhofs Fiechten im Jahr 1982 in einen öffentlichen Park umgewandelt.[15]

Mischeli-Kirche

Die evangelisch-reformierte Mischeli-Kirche wurde zu Beginn der 1960er-Jahre nach Plänen des Schweizer Architekten Ernst Gisel errichtet. Der markante Sichtbetonbau entstand als geistliches Zentrum eines damals neuen Wohnquartiers.

Die Kirche, das Pfarrhaus und die zugehörigen Gemeinschaftsbauten bilden ein bedeutendes Beispiel der Schweizer Nachkriegsmoderne. Die Anlage ist im kantonalen Inventar der geschützten Kulturdenkmäler verzeichnet.[16]

Siedlung In den Gartenhöfen

Die Anfang der 1960er-Jahre errichtete Siedlung «In den Gartenhöfen» ist ein frühes Beispiel verdichteten Wohnungsbaus in der Schweiz. Eingeschossige Atriumhäuser verbinden eine hohe bauliche Dichte mit privaten Innenhöfen und Gärten.

Die von den Architekten Ulrich Löw und Theodor Manz entworfene Siedlung steht unter kantonalem Schutz.[17]

Weitere Ziele

Zu den weiteren Freizeit- und Ausflugszielen gehören der Tierpark Reinach, der Generationenpark Mischeli, das Gartenbad, der Skulpturenweg im Leiwald, der Birsuferweg und der Natur- und Erlebnisweiher.

Der Tierpark beherbergt unter anderem Ziegen, Damhirsche, Enten, Gänse, Hühner, Kaninchen und Ziervögel. Er ist ganzjährig zugänglich.

Sport

Die Gemeinde verfügt über zahlreiche Turnhallen, Fussballplätze, Tennisanlagen und weitere Sporteinrichtungen. Das Gartenbad besitzt ein 50-Meter-Becken, ein Mehrzweckbecken, Sprunganlagen, ein Planschbecken und grosse Liegewiesen.

Zu den bekannten Sportvereinen gehören der FC Reinach, der Turnverein STV Reinach, der Reinacher Sportverein, mehrere Tennisclubs sowie Vereine für Schwimmen, Faustball, Kampfsport, Schiessen und Radsport.

Die Wälder, die Reinacher Heide und die Wege entlang der Birs werden zum Wandern, Joggen und Velofahren genutzt.

Persönlichkeiten

In Reinach geboren oder aufgewachsen

Mit Reinach verbunden

  • Franz Feigenwinter († 1833), Gemeindepräsident während der Basler Kantonstrennung
  • Ernst Gisel (1922–2021), Architekt der Mischeli-Kirche
  • Melchior Buchs, Gemeindepräsident von 2016 bis 2024

Siehe auch

Literatur

  • Heimatmuseum Reinach: Reinacher Schriftenreihe. Reinach.
  • Reinhard Straumann: Kantonstrennung und Kulturkampf. In: Birs Magazin, 2015.
  • Rolf Küfer, René Salathé, Guido Schneider: 50 Jahre Zunft zu Rebmessern Reinach. Reinach 2007.
  • Franz Wirth: Einhundert Jahre Engagement für ein attraktives Reinach, 1908–2008. Reinach 2008.
  • Hans-Rudolf Heyer: Die Kunstdenkmäler des Kantons Basel-Landschaft. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte, Basel.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Aktuelle Bevölkerungszahlen, Amt für Daten und Statistik des Kantons Basel-Landschaft, abgerufen am 6. August 2026.
  2. Sehenswürdigkeiten, Gemeinde Reinach, abgerufen am 6. August 2026.
  3. Natur- und Erlebnisweiher, Gemeinde Reinach, abgerufen am 6. August 2026.
  4. 4,0 4,1 Reinhard Straumann: Reinach (BL), in: Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 6. August 2026.
  5. Zur Geschichte der Pfarrei St. Nikolaus, Römisch-katholische Kirchgemeinde Reinach, abgerufen am 6. August 2026.
  6. 6,0 6,1 6,2 Porträt der Gemeinde Reinach, Gemeinde Reinach, abgerufen am 6. August 2026.
  7. Wakkerpreis 2024, Verein Birsstadt, abgerufen am 6. August 2026.
  8. Einwohnerrat, Gemeinde Reinach, abgerufen am 6. August 2026.
  9. Gemeinderat, Gemeinde Reinach, abgerufen am 6. August 2026.
  10. Kägen 2035, Gemeinde Reinach, abgerufen am 6. August 2026.
  11. Wirtschaftsstandort Reinach, Gemeinde Reinach, abgerufen am 6. August 2026.
  12. Neue ÖV-Verbindungen für Reinach, Gemeinde Reinach, 9. September 2025, abgerufen am 6. August 2026.
  13. Vereinsverzeichnis, Gemeinde Reinach, abgerufen am 6. August 2026.
  14. Heimatmuseum, Gemeinde Reinach, abgerufen am 6. August 2026.
  15. Kirchen und Friedhöfe, Gemeinde Reinach, abgerufen am 6. August 2026.
  16. Evangelisch-reformierte Kirche Reinach, Kanton Basel-Landschaft, abgerufen am 6. August 2026.
  17. Siedlung In den Gartenhöfen, Kanton Basel-Landschaft, abgerufen am 6. August 2026.

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