Bahnhof Niederweningen Dorf
| Bahnhof Niederweningen Dorf | |
|---|---|
| Bahnhofstyp | Haltestelle |
| Bauform | Durchgangsstation |
| Gemeinde | Niederweningen |
| Kanton | Zürich |
| Bezirk | Dielsdorf |
| Eröffnung | 12. August 1891 |
| Ursprünglicher Name | Niederweningen |
| Heutiger Name seit | 1938 |
| Eigentümerin | Schweizerische Bundesbahnen |
| Betreiberin | Schweizerische Bundesbahnen |
| Abkürzung | NWD |
| IBNR | 8503318 |
| Perrongleise | 1 |
| Strecke | Wehntalbahn |
| S-Bahn-Linie | S15 |
| Tarifverbund | Zürcher Verkehrsverbund |
| Höhe | 452 m ü. M. |
| Website | sbb.ch |
Der Bahnhof Niederweningen Dorf ist eine Bahnstation der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) in der Gemeinde Niederweningen im Kanton Zürich. Er liegt an der Wehntalbahn zwischen den Stationen Schöfflisdorf-Oberweningen und Niederweningen und wird von der Linie S15 der S-Bahn Zürich bedient.
Die Station befindet sich im historischen Siedlungszentrum von Niederweningen und erschliesst unter anderem die Gemeindeverwaltung, die Schulanlagen, das Mammutmuseum sowie die Wohn- und Gewerbegebiete im östlichen und mittleren Teil des Dorfes. Das Gemeindehaus liegt unmittelbar neben dem Bahnhof.[1]
Die Station wurde 1891 als Endbahnhof der von Dielsdorf verlängerten Wehntalbahn eröffnet und trug zunächst den Namen Niederweningen. Seit der Verlängerung der Bahnlinie zu einem neuen Endbahnhof an der Grenze zum Kanton Aargau im Jahr 1938 heisst die ursprüngliche Station Niederweningen Dorf.
Lage
Der Bahnhof liegt auf rund 452 Metern über Meer im Talboden des Wehntals. Die Gleisanlage verläuft ungefähr von Südost nach Nordwest durch das Siedlungsgebiet von Niederweningen.
Nördlich der Bahn befinden sich das Gemeindehaus, Schul- und Sportanlagen sowie ältere Wohngebiete. Südlich liegen die Alte Stationsstrasse, das Mammutmuseum, Gewerbebauten und weitere Wohnquartiere.
In der näheren Umgebung befinden sich:
- das Gemeindehaus Niederweningen,
- die Primarschul- und Sportanlagen,
- die Gemeindebibliothek,
- das Mammutmuseum Niederweningen,
- der Gemeindesaal,
- Geschäfte und Dienstleistungsbetriebe,
- historische Bauern- und Wohnhäuser des Dorfkerns,
- Fuss- und Velowege durch das Wehntal.
Die zweite Bahnstation der Gemeinde, der Bahnhof Niederweningen, liegt rund einen Kilometer nordwestlich beim Industriegebiet und nahe der Kantonsgrenze zu Schneisingen im Kanton Aargau.
Name
Bei seiner Eröffnung 1891 trug der Bahnhof den Namen Niederweningen, da er den damaligen Endpunkt der Wehntalbahn bildete.
Am 15. Mai 1938 wurde die Strecke um knapp einen Kilometer bis zum Gelände der Maschinenfabrik Bucher-Guyer verlängert. Der neue Endbahnhof erhielt den Namen Niederweningen. Zur Unterscheidung wurde die bisherige Station im Dorfzentrum in Niederweningen Dorf umbenannt.[2]
Die Bezeichnung «Dorf» verweist auf die zentrale Lage innerhalb des historischen Siedlungsgebiets. Der spätere Endbahnhof Niederweningen liegt dagegen ausserhalb des alten Dorfkerns beim Industriegebiet im nordwestlichen Teil der Gemeinde.
Geschichte
Bülach-Regensberg-Bahn
Die Vorgeschichte der Wehntalbahn reicht in die 1860er-Jahre zurück. Am 1. Mai 1865 eröffnete die Bülach-Regensberg-Bahn eine Bahnstrecke von Oerlikon über Oberglatt nach Bülach. Gleichzeitig nahm sie eine Zweigstrecke von Oberglatt nach Dielsdorf in Betrieb.
Die Verbindung nach Dielsdorf war als erste Etappe einer späteren Erschliessung des Wehntals gedacht. Wegen der Bedeutung der Landwirtschaft und insbesondere des Kartoffelanbaus erhielt die Strecke im Volksmund den Übernamen «Herdöpfelbahn».
Die Bülach-Regensberg-Bahn wurde 1877 von der Schweizerischen Nordostbahn (NOB) übernommen. Eine Verlängerung nach Niederweningen blieb vorgesehen, verzögerte sich jedoch wegen finanzieller Schwierigkeiten, unterschiedlicher Interessen der Gemeinden und langwieriger Diskussionen über die Linienführung.
Verlängerung nach Niederweningen
In den 1880er-Jahren nahmen die Bestrebungen für eine Verlängerung erneut zu. Die Gemeinden des Wehntals erwarteten von der Bahn bessere Absatzmöglichkeiten für landwirtschaftliche Erzeugnisse sowie einen einfacheren Zugang zu Zürich und den regionalen Märkten.
Im Sommer 1890 begann die Nordostbahn mit den Bauarbeiten zwischen Dielsdorf und Niederweningen.[3]
Die Strecke führte über Steinmaur, Schöfflisdorf und Oberweningen in den westlichen Teil des Wehntals. Die weitgehend flache Topografie ermöglichte eine Linienführung ohne grössere Tunnel oder Viadukte. Notwendig waren jedoch Dämme, Durchlässe, Bachquerungen und zahlreiche Bahnübergänge.
Am 12. August 1891 eröffnete die Nordostbahn den Abschnitt von Dielsdorf nach Niederweningen. Der heutige Bahnhof Niederweningen Dorf war damit zunächst Endstation der Wehntalbahn.[2]
Ursprüngliche Bahnhofsanlage
Der ursprüngliche Bahnhof war umfangreicher als die heutige Haltestelle. Neben dem Hauptgleis bestanden Nebengleise für das Abstellen und Umsetzen von Fahrzeugen sowie für den örtlichen Güterverkehr.
Zur Anlage gehörten:
- ein Aufnahmegebäude,
- ein Wartsaal,
- Billett- und Gepäckschalter,
- Diensträume,
- eine Wohnung für Bahnpersonal,
- ein Güterschuppen,
- Lade- und Abstellgleise,
- Einrichtungen für den Dampfbetrieb.
Da Niederweningen Endstation war, mussten Lokomotiven für die Rückfahrt umgesetzt oder die Züge auf andere Weise neu zusammengestellt werden.
Der Bahnhof diente nicht nur dem Personenverkehr. Landwirtschaftliche Produkte, Vieh, Holz, Baustoffe und Erzeugnisse örtlicher Gewerbebetriebe wurden über die Bahn transportiert.
Mammutfunde beim Bahnbau
Beim Bau der Wehntalbahn stiessen Arbeiter 1890 in einer Materialgrube in Niederweningen auf zahlreiche Knochen und Stosszähne eiszeitlicher Tiere.
Die Funde stammten von mindestens sieben Mammutindividuen, darunter einem sehr jungen Tier. Die Knochen wurden wissenschaftlich untersucht und machten Niederweningen zu einem der bedeutendsten Mammutfundorte der Schweiz.[4]
Weitere bedeutende Mammutknochen wurden 2003 bei Bauarbeiten entdeckt. Diese Funde führten zur Gründung des Mammutmuseums Niederweningen, das 2005 in der Nähe des Bahnhofs eröffnet wurde.
Die Geschichte der Bahn und jene der paläontologischen Entdeckungen sind dadurch eng miteinander verbunden.
Übergang an die SBB
Die Schweizerische Nordostbahn wurde 1902 verstaatlicht. Ihre Strecken, Bahnhöfe und Fahrzeuge gingen an die neu gegründeten Schweizerischen Bundesbahnen über.
Die SBB führten den Betrieb der Wehntalbahn weiter. Die Station Niederweningen blieb zunächst Endpunkt der Strecke und behielt ihre Bedeutung für den Personen-, Post- und Güterverkehr.
Nicht verwirklichte Surbtalbahn
Bereits im 19. Jahrhundert bestand die Idee, die Wehntalbahn über Niederweningen hinaus durch das Surbtal nach Döttingen zu verlängern.
Das Projekt gewann während des Ersten Weltkriegs erneut an Bedeutung. 1916 beschloss die Bundesversammlung den Bau einer Bahnlinie von Niederweningen über Schneisingen, Ehrendingen, Endingen und Lengnau nach Döttingen. Das Vorhaben wurde 1917 in einer eidgenössischen Volksabstimmung bestätigt.
Wirtschaftliche Schwierigkeiten, veränderte Verkehrsbedürfnisse und die zunehmende Konkurrenz des Strassenverkehrs verhinderten die Ausführung. Das entsprechende Bundesgesetz wurde 1937 aufgehoben.
Die geplante Surbtalbahn wurde durch Postauto- und Busverbindungen ersetzt. Der Bahnhof Niederweningen blieb somit Endpunkt des Schienennetzes.
Verlängerung von 1938
Obwohl die Surbtalbahn nicht gebaut wurde, verlängerten die SBB die Wehntalbahn 1938 um knapp einen Kilometer in Richtung Kantonsgrenze.
Der neue Endpunkt lag beim Industrieareal der Maschinenfabrik Bucher-Guyer, der heutigen Bucher Industries. Die Verlängerung erleichterte den Arbeiterverkehr und den Transport von Maschinen, Rohstoffen und Fertigprodukten.
Für den Bau musste im Dorfkern ein Gebäude abgebrochen werden. Die neue Strecke führte vom bisherigen Bahnhof durch den westlichen Teil Niederweningens bis zum heutigen Endbahnhof.
Am 15. Mai 1938 ging der Abschnitt Niederweningen Dorf–Niederweningen in Betrieb.[2]
Der bisherige Bahnhof wurde zu einer Zwischenstation. Das alte Aufnahmegebäude verlor seine ursprüngliche Funktion für den Personenverkehr und wurde noch längere Zeit für den örtlichen Güter- und Bahnbetrieb genutzt.
Elektrifizierung
Die Wehntalbahn gehörte zu den letzten im regulären Personenverkehr noch mit Dampflokomotiven betriebenen Strecken der SBB.
Nachdem zeitweise sogar eine Stilllegung diskutiert worden war, beschlossen die SBB, die Strecke zu modernisieren. Der Oberbau wurde verstärkt und die Bahn mit dem schweizerischen Stromsystem von 15 Kilovolt und 16,7 Hertz Wechselstrom ausgerüstet.
Am 28. Mai 1960 wurde der elektrische Betrieb zwischen Oberglatt und Niederweningen aufgenommen.[5]
Mit der Elektrifizierung verschwanden die regelmässigen Dampfzüge. Elektrische Triebwagen und Pendelzüge ermöglichten einen wirtschaftlicheren Betrieb, bessere Beschleunigungswerte und kürzere Fahrzeiten.
Vereinfachung der Station
Mit dem Rückgang des örtlichen Güterverkehrs verlor die historische Bahnhofsanlage zunehmend an Bedeutung. Nebengleise und betriebliche Einrichtungen wurden schrittweise entfernt.
Niederweningen Dorf wurde zu einer einfachen Haltestelle mit einem Perrongleis. Die Bedienung durch örtliches Bahnpersonal und der Billettverkauf wurden eingestellt.
Ein kleineres Haltestellengebäude wurde 1991 abgebrochen. Das ehemalige Aufnahmegebäude der ursprünglichen Endstation blieb noch einige Jahre erhalten, wurde jedoch 2005 ebenfalls beseitigt.
An die frühere Bahnhofsanlage erinnern heute vor allem:
- der Verlauf der Alten Stationsstrasse,
- die Lage der heutigen Haltestelle,
- historische Fotografien,
- einzelne Spuren früherer Güter- und Nebengleise,
- die Bezeichnung des umliegenden Gebiets.
Zürcher S-Bahn
Am 27. Mai 1990 wurde die Wehntalbahn in das Netz der Zürcher S-Bahn und des Zürcher Verkehrsverbunds integriert.
Die Station wurde zunächst von der Linie S5 bedient. Diese verband Niederweningen über Oberglatt, Zürich und das rechte Zürichseeufer mit Pfäffikon SZ.
Ab Dezember 2006 ergänzte die S55 das Angebot zwischen Oberglatt und Niederweningen. Zusammen ermöglichten die beiden Linien auf einem grossen Teil des Tages zwei Verbindungen pro Stunde.
Im Rahmen der vierten Teilergänzungen der Zürcher S-Bahn wurden die Stationen der Wehntalbahn für längere Züge ausgebaut. Perrons, Zugänge, Fahrgastinformationen und Sicherungsanlagen wurden erneuert.
Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2015 übernahm die S15 die Bedienung des Wehntals. Seither besteht eine durchgehende Verbindung von Niederweningen über Zürich und Uster nach Rapperswil SG.
Bahnhofsanlage
Niederweningen Dorf ist heute eine einfache Haltestelle an der eingleisigen Wehntalbahn. Sie besitzt ein Perrongleis mit einem seitlich angeordneten Bahnsteig.
Zur Ausstattung gehören:
- ein teilweise gedeckter Wartebereich,
- Sitzgelegenheiten,
- ein Billettautomat,
- elektronische Fahrgastinformationen,
- Lautsprecheranlagen,
- eine Personenunterführung,
- gedeckte Veloabstellplätze,
- eine P+Rail-Anlage.
Ein bedienter Billettschalter, ein Reisezentrum und Schliessfächer bestehen nicht.[6]
Die Station liegt auf einem eingleisigen Streckenabschnitt. Zugkreuzungen finden daher an entsprechend ausgebauten Bahnhöfen der Wehntalbahn statt.
Personenunterführung und Barrierefreiheit
Eine Personenunterführung verbindet die beiden Seiten der Bahnlinie. Sie ist für das örtliche Fusswegnetz wichtig, da die Bahn das Siedlungsgebiet in einen nördlichen und einen südlichen Teil trennt.
Die bestehende Unterführung weist nach Angaben der Gemeinde insbesondere wegen ihrer steilen Rampe und der begrenzten Platzverhältnisse Defizite beim hindernisfreien Zugang auf.[7]
Die kommunale Verkehrsplanung sieht vor, Möglichkeiten für einen Ausbau zu untersuchen. Dabei sollen insbesondere folgende Ziele berücksichtigt werden:
- hindernisfreie Nutzung,
- sicherere und bequemere Fussverbindungen,
- bessere Befahrbarkeit mit Kinderwagen und Rollstühlen,
- mögliche Freigabe für den Veloverkehr,
- Einbindung in das kommunale Fuss- und Velowegnetz.
Eine umfassende Anpassung ist wegen der engen Platzverhältnisse nur unter Einbezug angrenzender Grundstücke möglich.
Bahnverkehr
S15
Im Fahrplanjahr 2026 wird Niederweningen Dorf von der Linie S15 der Zürcher S-Bahn bedient.[8]
Die Linie verkehrt von Niederweningen über:
- Niederweningen Dorf,
- Schöfflisdorf-Oberweningen,
- Steinmaur,
- Dielsdorf,
- Niederhasli,
- Oberglatt ZH,
- Rümlang,
- Glattbrugg,
- Zürich Oerlikon,
- Zürich Hardbrücke,
- Zürich Hauptbahnhof,
- Zürich Stadelhofen,
- Uster,
- Wetzikon ZH,
- Rüti ZH,
- Jona
nach Rapperswil SG.
Die S15 fährt grundsätzlich im Halbstundentakt. Dadurch bestehen umsteigefreie Verbindungen in das Zürcher Stadtzentrum, ins Glattal, ins Zürcher Oberland und an den oberen Zürichsee.
Wichtige direkte Ziele sind:
- Dielsdorf,
- Oberglatt,
- Zürich Oerlikon,
- Zürich Hardbrücke,
- Zürich Hauptbahnhof,
- Zürich Stadelhofen,
- Uster,
- Wetzikon,
- Rüti,
- Rapperswil.
Fahrzeiten
Die Fahrt von Niederweningen Dorf nach Zürich Hauptbahnhof dauert je nach Verbindung ungefähr 35 bis 40 Minuten.
Der Endbahnhof Niederweningen ist in wenigen Minuten erreichbar. Nach Dielsdorf beträgt die Fahrzeit ungefähr zehn Minuten, nach Oberglatt rund zwanzig Minuten.
Die genauen Fahrzeiten richten sich nach dem jeweils gültigen Fahrplan.
Busverkehr
Unmittelbar an der Bahnstation besteht kein bedeutender regionaler Busknoten. Die Buslinien aus dem angrenzenden Kanton Aargau bedienen vor allem den rund einen Kilometer entfernten Bahnhof Niederweningen.
Dort bestehen Verbindungen:
- über Schneisingen und Ehrendingen nach Baden,
- über Endingen nach Döttingen,
- zu weiteren Gemeinden des Surbtals.
Die Station Niederweningen Dorf dient deshalb hauptsächlich dem Bahn-, Fuss- und Veloverkehr innerhalb der Gemeinde.
Kombinierte Mobilität
Beim Bahnhof stehen 44 gedeckte Veloabstellplätze zur Verfügung.[6]
Die P+Rail-Anlage besitzt:
- 30 reguläre Parkplätze,
- einen Parkplatz für Menschen mit eingeschränkter Mobilität.
Ausserdem besteht ein Standort des Carsharing-Unternehmens Mobility.
Die Angebote dienen insbesondere Pendlerinnen und Pendlern aus den höher gelegenen Wohngebieten und den landwirtschaftlich geprägten Teilen der Gemeinde.
Fahrgastaufkommen
Niederweningen Dorf gehört trotz seiner Bezeichnung als einfache Haltestelle zu den gut genutzten Zugängen der Wehntalbahn.
Für das Jahr 2018 wies die kommunale Verkehrsplanung durchschnittlich rund 920 Ein- und Aussteigende pro Tag aus. Am Endbahnhof Niederweningen wurden im selben Zeitraum rund 1100 tägliche Ein- und Aussteigende gezählt.[9]
Die hohe Nutzung erklärt sich durch die zentrale Lage im Dorf, die Nähe zu Schulen und Gemeindeverwaltung sowie die direkte Verbindung nach Zürich.
Bedeutung für Niederweningen
Die Station ist einer der wichtigsten öffentlichen Verkehrszugänge der Gemeinde. Sie erschliesst einen grossen Teil des zusammenhängenden Siedlungsgebiets in Fussdistanz.
Für Niederweningen besitzt sie Bedeutung als:
- Pendlerstation,
- Schulwegverbindung,
- Zugang zur Gemeindeverwaltung,
- Verbindung zu Einkaufs- und Dienstleistungsangeboten,
- Ausgangspunkt für Wanderungen und Velotouren,
- Zugang zum Mammutmuseum.
Die beiden Stationen Niederweningen Dorf und Niederweningen ergänzen einander. Der Dorfhalt erschliesst das historische Zentrum und die Wohngebiete, während der Endbahnhof vor allem das Industriegebiet, den nordwestlichen Gemeindeteil und die Busverbindungen in den Kanton Aargau bedient.
Siedlungsentwicklung
Die Eröffnung der Eisenbahn beeinflusste die Entwicklung Niederweningens erheblich. Der ursprüngliche Endbahnhof schuf einen neuen Verkehrsschwerpunkt im Dorf.
In der Umgebung entstanden Wohnhäuser, Gewerbebetriebe, Lagerflächen und öffentliche Einrichtungen. Die Bahn erleichterte zugleich das tägliche Pendeln nach Dielsdorf, Zürich und in andere regionale Zentren.
Nach der Verlängerung von 1938 verteilte sich die Siedlungsentwicklung auf zwei Stationsbereiche:
- das historische Zentrum bei Niederweningen Dorf,
- das Industrie- und Gewerbegebiet beim neuen Endbahnhof Niederweningen.
Die Gemeindeplanung betrachtet beide Bahnhöfe weiterhin als wichtige Entwicklungsschwerpunkte des öffentlichen Verkehrs und der kombinierten Mobilität.
Mammutmuseum
Das Mammutmuseum Niederweningen liegt wenige Gehminuten von der Station entfernt.
Es dokumentiert die eiszeitliche Tierwelt des Wehntals und die bedeutenden Mammutfunde von 1890 und 2003. Die Ausstellung zeigt unter anderem:
- Mammutknochen und Stosszähne,
- die Rekonstruktion eines Mammutskeletts,
- Funde weiterer eiszeitlicher Tiere,
- Informationen zur Geologie des Wehntals,
- die Geschichte der Ausgrabungen,
- die Entstehung der Landschaft während der Eiszeiten.
Der ursprüngliche Fund von 1890 erfolgte beim Bau der Wehntalbahn. Der Bahnhof bildet deshalb einen passenden Ausgangspunkt für einen Museumsbesuch.
Freizeitverkehr
Vom Bahnhof führen Wander- und Velowege durch das Wehntal und zur Lägern.
Beliebte Ziele sind:
- der Höhenzug der Lägern,
- der Burghorn- und Hochwachtbereich,
- das Surbtal,
- Schneisingen und Ehrendingen,
- die Dörfer Oberweningen und Schöfflisdorf,
- landwirtschaftliche Wege im Wehntal,
- das Mammutmuseum.
Regionale Routen verbinden Niederweningen mit Dielsdorf, Regensberg, Baden und dem Aargauer Surbtal.
Die Bahn ermöglicht Wanderungen mit unterschiedlichen Ausgangs- und Endstationen entlang der Wehntalbahn.
Ausbauperspektiven
Der kantonale Richtplan sieht langfristig einen Ausbau der Strecke Oberglatt–Niederweningen vor. Ziel ist eine höhere Kapazität und eine bessere Stabilität des S-Bahn-Betriebs.
Da die Wehntalbahn grösstenteils eingleisig ist, bestehen Abhängigkeiten von den vorhandenen Kreuzungsstellen. Verspätungen können sich dadurch leichter auf entgegenkommende Züge übertragen.
Diskutierte beziehungsweise langfristig vorgesehene Massnahmen umfassen:
- zusätzliche Doppelspurabschnitte,
- leistungsfähigere Kreuzungsstellen,
- Anpassungen der Sicherungsanlagen,
- hindernisfreie Stationszugänge,
- Verbesserungen für den Fuss- und Veloverkehr,
- dichtere beziehungsweise beschleunigte S-Bahn-Angebote.
Konkrete Ausbauten bei Niederweningen Dorf müssten wegen der dichten Bebauung und der bestehenden Unterführung sorgfältig geplant werden.
Literatur
- R. Wanner: Vor 50 Jahren: Bahnverlängerung bei Niederweningen. In: Eisenbahn Amateur, Nr. 10, 1988, S. 705–710.
- R. Wanner, St. Frei: Die SBB im Wehntal und im Surbtal. Teil 1: Wehntal. In: Eisenbahn Amateur, Nr. 5, 2010, S. 250–259.
- Hans-Peter Christener: 100 Jahre Wehntalbahn 1891–1991. Niederweningen 1991.
- Gemeinde Niederweningen: Ortsgeschichte Niederweningen. Niederweningen.
- Mammutmuseum Niederweningen: Mammute im Wehntal. Niederweningen.
Weblinks
- Bahnhof Niederweningen Dorf auf der Website der SBB
- Fahrplan der S15
- Offizielle Website der Gemeinde Niederweningen
- Geschichte der Gemeinde Niederweningen
- Mammutmuseum Niederweningen
- Historische Bahnhofbilder bei SBB Historic
Einzelnachweise
- ↑ Gemeinde Niederweningen: Wir als Arbeitgeber – Lage des Gemeindehauses beim Bahnhof Niederweningen Dorf, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 Schienenverkehr Schweiz: Streckenchronik der Wehntalbahn, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Gemeinde Niederweningen: Geschichte von Niederweningen, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Mammutmuseum Niederweningen: Geschichte der Mammutfunde und des Museums, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ SBB Historic: Fotografien und Dokumente zur Elektrifizierungsfeier Oberglatt–Niederweningen vom 28. Mai 1960, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 6,0 6,1 Schweizerische Bundesbahnen: Bahnhof Niederweningen Dorf, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Gemeinde Niederweningen: Verkehrsplan – Optimierung der Unterführung Bahnhof Dorf, 1. Juli 2024, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Zürcher Verkehrsverbund: Linienfahrplan S15, gültig vom 14. Dezember 2025 bis 12. Dezember 2026, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Gemeinde Niederweningen: Verkehrsplan – Bericht nach Artikel 47 RPV, 1. Juli 2024, S. 29, abgerufen am 3. August 2026.
Wikimedia Commons: Medien zu Bahnhof Niederweningen Dorf