Coop

Aus Helvetia Wiki – Die Enzyklopädie der Schweiz
Version vom 3. August 2026, 18:07 Uhr von Nick Frei (Diskussion | Beiträge) (Die Seite wurde neu angelegt: «{| class="wikitable float-right" style="float:right; width:320px; margin:0 0 1em 1em;" ! colspan="2" | Coop |- | '''Unternehmen''' | Coop-Gruppe Genossenschaft |- | '''Rechtsform''' | Genossenschaft |- | '''Historischer Ursprung''' | 1864 |- | '''Gründung des Verbands''' | 1890 |- | '''Heutige Organisation''' | seit 1. Januar 2001 |- | '''Sitz''' | Basel, Kanton Basel-Stadt |- | '''Branchen''' | Detailhandel, Grosshandel und Lebensmittelproduktion…»)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Coop
Unternehmen Coop-Gruppe Genossenschaft
Rechtsform Genossenschaft
Historischer Ursprung 1864
Gründung des Verbands 1890
Heutige Organisation seit 1. Januar 2001
Sitz Basel, Kanton Basel-Stadt
Branchen Detailhandel, Grosshandel und Lebensmittelproduktion
Verwaltungsratspräsident Joos Sutter
Vorsitzender der Geschäftsleitung Philipp Wyss
Genossenschaftsmitglieder über 2,67 Millionen
Mitarbeitende 97'275 (2025)
Gesamtumsatz 35,5 Milliarden Franken (2025)
Nettoerlös 34,260 Milliarden Franken (2025)
Jahresergebnis 606 Millionen Franken (2025)
Verkaufsstellen und Märkte 2'606 (2025)
Website coop.ch

Coop ist eine Schweizer Genossenschaftsgruppe mit Sitz in Basel. Sie gehört zu den grössten Unternehmen des schweizerischen Detailhandels und ist zudem im europäischen Grosshandel sowie in der Lebensmittel- und Konsumgüterproduktion tätig. Das Kerngeschäft in der Schweiz bilden die Coop-Supermärkte, der Online-Supermarkt Coop.ch und zahlreiche Fachformate. Über die Transgourmet-Gruppe ist Coop auch in mehreren europäischen Ländern im Abhol- und Belieferungsgrosshandel vertreten.

Die Coop-Gruppe erzielte 2025 einen Gesamtumsatz von 35,5 Milliarden Franken und einen konsolidierten Nettoerlös von 34,260 Milliarden Franken. Das Jahresergebnis betrug 606 Millionen Franken. Ende 2025 beschäftigte die Gruppe 97'275 Personen und betrieb insgesamt 2'606 Verkaufsstellen und Grosshandelsmärkte.[1]

Die Unternehmensgruppe ist als Genossenschaft organisiert und gehörte Ende 2025 mehr als 2,67 Millionen Mitgliedern. Mitglied kann grundsätzlich jede Person mit Wohnsitz in der Schweiz oder im Fürstentum Liechtenstein werden.[2]

Name

Der Name Coop leitet sich von den Begriffen Kooperation und Genossenschaft ab. Bereits 1914 führte der Verband Schweizerischer Konsumvereine die Marke CO-OP ein. 1969 wurde der Verband in Coop Schweiz umbenannt.[3]

Im allgemeinen Sprachgebrauch bezeichnet Coop sowohl die gesamte Unternehmensgruppe als auch die schweizerischen Supermärkte. Die rechtliche Dachgesellschaft trägt den Namen Coop-Gruppe Genossenschaft.

Coop ist nicht mit gleichnamigen Konsumgenossenschaften und Handelsunternehmen in Deutschland, Italien, Skandinavien oder anderen Ländern gleichzusetzen. Diese verwenden zwar ebenfalls den international verbreiteten Namen Coop, gehören aber nicht zur Schweizer Coop-Gruppe.

Geschichte

Anfänge der Konsumgenossenschaften

Die Entstehung von Coop ist eng mit der schweizerischen Konsumgenossenschaftsbewegung verbunden. Während der Industrialisierung wuchs die städtische Arbeiterschaft, während Lebensmittel und andere Güter des täglichen Bedarfs häufig teuer und von schwankender Qualität waren.

Konsumvereine sollten ihren Mitgliedern unverfälschte Waren zu angemessenen Preisen anbieten. Sie beschafften grössere Mengen gemeinschaftlich und verkauften sie ohne die damals üblichen langen Zwischenhandelsketten.

1851 entstand in Zürich unter Mitwirkung von Karl Bürkli und Johann Jakob Treichler einer der ersten bedeutenden Schweizer Konsumvereine. In den folgenden Jahrzehnten wurden in zahlreichen Städten und Industriegemeinden ähnliche Vereinigungen gegründet.[4]

Als wichtiger unmittelbarer Vorläufer von Coop gilt der 1864 im glarnerischen Schwanden durch den Textilindustriellen Jean Jenny-Ryffel gegründete Konsumverein. Er orientierte sich an den Grundsätzen der Rochdaler Pioniere, die 1844 in England ein Modell für moderne Konsumgenossenschaften entwickelt hatten.[3]

Zu diesen Grundsätzen gehörten die offene Mitgliedschaft, demokratische Mitbestimmung, begrenzte Verzinsung des Genossenschaftskapitals, Rückvergütungen entsprechend den Einkäufen und die Förderung der Bildung.

Verband Schweizerischer Konsumvereine

Am 11. Januar 1890 beschlossen Vertreter mehrerer Konsumvereine in Olten die Bildung eines gemeinsamen Verbands. Am 1. Februar 1890 konstituierte sich der Verband Schweizerischer Konsumvereine (VSK). Zu seinen Gründungsmitgliedern gehörte auch der Konsumverein Schwanden.[5]

Der Verband vertrat die Interessen der angeschlossenen Genossenschaften und koordinierte zunehmend deren Warenbeschaffung. Ab 1892 vermittelte er Waren, ab 1894 betrieb er den Handel auf eigene Rechnung.

Die gemeinsame Beschaffung ermöglichte günstigere Einkaufskonditionen und einheitlichere Qualitätsanforderungen. Gleichzeitig entstanden eigene Lagerhäuser, Verteilstrukturen und Produktionsbetriebe.

1902 erschien erstmals das Genossenschaftliche Volksblatt. Aus dieser Mitgliederpublikation entwickelte sich später die Coopzeitung. Das Blatt informierte über Genossenschaftsfragen, Lebensmittelpreise, Haushaltsführung und gesellschaftspolitische Themen.[3]

1914 wurde die Marke CO-OP eingeführt. Sie vereinheitlichte den Marktauftritt der zuvor weitgehend selbstständig auftretenden Konsumvereine.

Eigene Produktionsbetriebe

Um die Versorgung sicherzustellen und die Abhängigkeit von privaten Herstellern zu verringern, baute der Verband eigene Produktionskapazitäten auf. Dazu gehörten unter anderem Mühlen, Bäckereien, Schokoladefabriken, Getränkeabfüllungen und Betriebe zur Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse.

Die eigene Produktion ermöglichte die Entwicklung von Handelsmarken und eine stärkere Kontrolle über Rohstoffe, Rezepturen, Preise und Qualität. Ein Teil dieser Tradition besteht in den heutigen Produktionsunternehmen der Coop-Gruppe fort.

Die Konsumgenossenschaften spielten zudem eine wichtige Rolle bei der Einführung verpackter und standardisierter Lebensmittel. Sie förderten Qualitätskontrollen und eine genauere Kennzeichnung der Waren.

Selbstbedienung und Supermärkte

Nach dem Zweiten Weltkrieg veränderten steigende Einkommen, Kühlschränke, private Motorisierung und die wachsenden Agglomerationen das Einkaufsverhalten. Bedienungsläden wurden zunehmend durch Selbstbedienungsgeschäfte ersetzt.

Der VSK eröffnete 1948 einen seiner ersten Selbstbedienungsläden. Die Kundinnen und Kunden konnten die Waren selbst aus den Regalen nehmen und an einer zentralen Kasse bezahlen.

In den folgenden Jahrzehnten entstanden grössere Supermärkte und Einkaufszentren. Das Sortiment wurde um Frischprodukte, Tiefkühlwaren, Haushaltsartikel, Kosmetik, Textilien und weitere Non-Food-Waren erweitert.

Die regionalen Genossenschaften behielten zunächst eine weitgehende Selbstständigkeit. Sie führten ihre eigenen Verkaufsstellennetze und passten das Angebot an regionale Bedürfnisse an. Gleichzeitig sorgte die Verbandszentrale für Beschaffung, Produktion, Werbung und strategische Koordination.

Umbenennung in Coop Schweiz

1969 wurde der Verband Schweizerischer Konsumvereine in Coop Schweiz umbenannt. Die einzelnen Konsumgenossenschaften verwendeten zunehmend einen gemeinsamen Marktauftritt.

Die zunehmende Konkurrenz durch Migros, Warenhäuser, private Supermarktketten und später Discounter erforderte eine stärkere Vereinheitlichung. Viele kleine regionale Genossenschaften konnten ihre Verwaltung, Logistik und Verkaufsstellen nicht mehr selbstständig wirtschaftlich betreiben.

Es kam deshalb zu zahlreichen Zusammenschlüssen. Die Zahl der regionalen Coop-Genossenschaften sank von mehreren Hundert auf 40 im Jahr 1983 und auf 14 im Jahr 1999.[5]

Neuorganisation im Jahr 2001

1999 beschlossen die Verwaltungsräte der 14 verbliebenen regionalen Genossenschaften und von Coop Schweiz eine grundlegende Neuordnung. Am 1. Januar 2001 wurden sie zur heutigen gesamtschweizerischen Coop-Genossenschaft zusammengeführt.[3]

Die neue Struktur vereinheitlichte Geschäftsleitung, Beschaffung, Logistik, Marketing, Informatik und Investitionsplanung. Gleichzeitig wurden das heutige Logo und eine gemeinsame Marktstrategie eingeführt.

Die Fusion erleichterte die Modernisierung des Verkaufsstellennetzes und stärkte Coop gegenüber der Migros und internationalen Handelsunternehmen. Regionale Interessen werden seither innerhalb der gesamtschweizerischen Genossenschaft durch Regionalräte und Delegierte vertreten.

Ausbau des Detailhandels

Nach der Fusion erweiterte Coop seine Marktstellung durch organisches Wachstum und Unternehmensübernahmen. 2003 übernahm Coop einen grossen Teil der Waro-Warenhauskette. Die Wettbewerbskommission genehmigte den Zusammenschluss unter Auflagen.[6]

2008 übernahm Coop die Schweizer Verkaufsstellen des französischen Handelsunternehmens Carrefour. Auch dieser Zusammenschluss wurde von der Wettbewerbskommission geprüft und mit Bedingungen zugelassen.[7]

Die übernommenen grossflächigen Märkte wurden überwiegend in Coop Megastores umgewandelt. Damit stärkte Coop seine Stellung bei grossen Wocheneinkäufen und in Einkaufszentren.

Einstieg in den Grosshandel

2005 stieg Coop gemeinsam mit der deutschen Rewe Group in das Unternehmen Transgourmet ein. Transgourmet war im Abhol- und Belieferungsgrosshandel für Gastronomie, Hotellerie, Gemeinschaftsverpflegung und Gewerbe tätig.

2011 übernahm Coop die Transgourmet-Gruppe vollständig. Damit entwickelte sich die zuvor hauptsächlich schweizerische Detailhandelsgruppe zu einem international tätigen Grosshandelsunternehmen.[3]

Transgourmet wurde in den folgenden Jahren durch weitere Übernahmen und den Ausbau der Belieferungslogistik vergrössert. Die Gruppe ist heute in Deutschland, der Schweiz, Frankreich, Spanien, Polen, Rumänien und Österreich tätig.[8]

Übernahme von Jumbo

2021 übernahm Coop die Schweizer Baumarktkette Jumbo mit damals 40 Verkaufsstellen von der Maus Frères SA. Die Wettbewerbskommission genehmigte die Transaktion ohne Auflagen.[9]

Die bisherige Coop-Marke Bau+Hobby wurde anschliessend mit Jumbo vereinigt. Seit 2022 treten die Baumärkte der Gruppe einheitlich unter dem Namen Jumbo auf.[10]

Organisation

Genossenschaft

Die Coop-Gruppe Genossenschaft besitzt keine privaten Mehrheitsaktionäre. Das Unternehmen gehört seinen Genossenschaftsmitgliedern. Ende 2025 waren mehr als 2,67 Millionen Personen angeschlossen.[2]

Das Genossenschaftsgebiet ist in sechs Regionen gegliedert:

  • Suisse Romande;
  • Bern;
  • Nordwestschweiz;
  • Zentralschweiz-Zürich;
  • Ostschweiz und Liechtenstein;
  • Tessin.

Die Mitglieder wählen in ihren Regionen die Regionalräte. Aus diesen werden die Delegierten für die gesamtschweizerische Delegiertenversammlung bestimmt.

Die Organe der Coop-Gruppe Genossenschaft sind:

  • die Regionalräte;
  • die Delegiertenversammlung;
  • der Verwaltungsrat;
  • die Geschäftsleitung;
  • die Revisionsstelle.

Die Delegiertenversammlung genehmigt unter anderem die Jahresrechnung, entlastet den Verwaltungsrat und entscheidet über Änderungen der Statuten.

Verwaltungsrat

Der Verwaltungsrat ist für die Oberleitung und die strategische Ausrichtung der Unternehmensgruppe verantwortlich. Er besteht aus zehn Mitgliedern und berücksichtigt neben fachlichen Anforderungen auch die Vertretung der Genossenschaftsregionen und der Mitarbeitenden.

Präsident des Verwaltungsrats ist seit 2021 Joos Sutter. Vizepräsidentin ist die frühere Bundesrätin Doris Leuthard.[11]

Geschäftsleitung

Die operative Führung liegt bei einer siebenköpfigen Geschäftsleitung. Vorsitzender ist Philipp Wyss, der diese Funktion 2021 von Joos Sutter übernahm.[11]

Die Geschäftsleitung ist in Direktionen gegliedert, die unter anderem den Detailhandel, den Grosshandel, die Logistik, die Produktion, das Trading, die Finanzen, das Personal und die Informatik verantworten.

Geschäftsfelder

Die Coop-Gruppe gliedert ihre Tätigkeit in zwei Hauptbereiche:

Geschäftsbereich Tätigkeit Gesamtumsatz 2025
Detailhandel Supermärkte, Onlinehandel sowie Food- und Non-Food-Fachformate in der Schweiz 21,2 Milliarden Franken
Grosshandel und Produktion Transgourmet, Lebensmittelproduktion und weitere Produktionsbetriebe 17,2 Milliarden Franken

Die Umsätze der Bereiche können wegen konzerninterner Lieferungen und unterschiedlicher Abgrenzungen nicht direkt zum konsolidierten Gruppenumsatz addiert werden.

Supermärkte

Die Coop-Supermärkte bilden das wichtigste Geschäftsfeld des Unternehmens. Sie führen Lebensmittel, Getränke, Haushaltswaren, Körperpflegeprodukte, Tiernahrung und weitere Artikel des täglichen Bedarfs.

Das Verkaufsstellennetz reicht von kleinen Quartier- und Dorfläden bis zu grossen Megastores. Die Sortimentsgrösse, Verkaufsfläche und Zahl der Bedienungstheken unterscheiden sich entsprechend dem Standort.

Ende 2025 umfassten die Supermärkte und Food-Formate 982 Verkaufsstellen. Der Nettoerlös der Coop-Supermärkte einschliesslich Coop.ch betrug 12,4 Milliarden Franken. Im Laufe des Jahres wurden 25 neue Verkaufsstellen eröffnet.[12]

Coop bezeichnet sein Netz als das dichteste Supermarkt-Verkaufsstellennetz der Schweiz. Die Geschäfte befinden sich in Innenstädten, Wohnquartieren, Dörfern, Einkaufszentren, Bahnhöfen und touristischen Orten.

Verkaufsstellengrössen

Kleinere Coop-Läden konzentrieren sich auf Grundnahrungsmittel, Frischprodukte und den täglichen Bedarf. Mittelgrosse Supermärkte führen zusätzlich breitere Sortimente an Getränken, Tiefkühlprodukten, Haushaltswaren und Kosmetik.

Die grössten Verkaufsstellen treten häufig als Coop Megastores auf. Sie besitzen umfangreiche Frischwarenabteilungen, Bedienungstheken, Weinabteilungen und ein grösseres Non-Food-Angebot.

Viele Supermärkte werden nach dem Ladenbaukonzept 2025+ modernisiert. Ende 2025 entsprachen 399 Verkaufsstellen diesem Konzept. Es umfasst unter anderem offenere Frischwarenbereiche, neue Beleuchtung, digitale Informationen und eine energieeffizientere Gebäudetechnik.[12]

Frischwaren und Bedienung

Früchte und Gemüse, Brot, Milchprodukte, Fleisch, Fisch, Käse und verzehrfertige Gerichte sind zentrale Bestandteile des Sortiments. Grössere Filialen verfügen über Metzgereien, Käsetheken, Fischabteilungen und Hausbäckereien.

Coop betreibt eigene oder gruppeninterne Produktions- und Verarbeitungsunternehmen, die einen Teil der Frisch- und Eigenmarkenprodukte herstellen. Markenartikel und Produkte unabhängiger Schweizer Lieferanten bleiben ebenfalls ein wichtiger Bestandteil des Angebots.

Food-Formate

Neben den klassischen Supermärkten führt Coop mehrere spezialisierte Verkaufs- und Gastronomieformate.

Coop to go

Coop to go richtet sich an Pendlerinnen, Berufstätige und andere Personen, die unterwegs einkaufen. Die Verkaufsstellen befinden sich überwiegend an Bahnhöfen, in Stadtzentren und an stark frequentierten Verkehrslagen.

Das Sortiment konzentriert sich auf Sandwiches, Salate, warme Speisen, Getränke, Backwaren, Snacks und kleinere Lebensmittelpackungen.

Coop Pronto

Coop Pronto ist ein Convenience-Format an Tankstellen und anderen gut erreichbaren Standorten. Die Verkaufsstellen werden innerhalb der Coop-Gruppe im Umfeld von Coop Mineraloel betrieben.

Coop-Pronto-Shops verfügen häufig über längere Öffnungszeiten als klassische Supermärkte und sind vielerorts auch sonntags geöffnet. Neben Lebensmitteln und Getränken führen sie Produkte für den Reise- und Sofortbedarf.

Coop Restaurant

Coop betreibt Restaurants in Einkaufszentren, Warenhäusern und bei grösseren Supermärkten. Das Angebot umfasst warme Mahlzeiten, Salate, Desserts und Getränke.

Die Restaurants arbeiten teilweise mit Selbstbedienung und richten sich an Familien, Berufstätige und die Kundschaft der angrenzenden Verkaufsstellen.

Marché Restaurants

Zur Coop-Gruppe gehören ausserdem gastronomische Betriebe unter der Marke Marché. Sie befinden sich unter anderem an Autobahnraststätten, Flughäfen und anderen Verkehrslagen.

Coop.ch

Der Online-Supermarkt Coop.ch liefert Lebensmittel und Haushaltsartikel direkt an private Haushalte. Das Sortiment umfasst mehr als 20'000 Artikel.[13]

Die Kundschaft kann Lieferfenster wählen oder bestimmte Bestellungen an Abholstellen entgegennehmen. Frisch-, Kühl- und Tiefkühlprodukte werden unter Einhaltung der jeweiligen Temperaturanforderungen transportiert.

Coop.ch ging aus dem 2001 gegründeten Online-Supermarkt LeShop und dem Coop-Angebot remote shopping hervor. Coop übernahm den eigenen Online-Lebensmittelhandel später vollständig unter die Marke Coop.ch.

Fachformate

Neben dem Lebensmittelgeschäft betreibt Coop zahlreiche spezialisierte Detailhandelsunternehmen. Die 15 Non-Food-Fachformate erzielten 2025 einen Nettoerlös von 7,8 Milliarden Franken und umfassten 1'412 Verkaufsstellen und Betriebe.[12]

Zu den wichtigsten Formaten gehören:

Format Geschäftsfeld
Coop City Warenhäuser mit Mode, Kosmetik, Haushalt, Papeterie und teilweise Lebensmitteln
Jumbo Baumarkt, Garten, Heimwerken und Freizeit
Interdiscount Unterhaltungselektronik, Informatik und Telekommunikation
Fust Haushaltsgeräte, Küchen, Badezimmer, Elektronik und Dienstleistungen
Livique Möbel und Wohnaccessoires
Lumimart Leuchten und Beleuchtung
Import Parfumerie Parfümerie, Kosmetik und Pflegeprodukte
Christ Uhren & Schmuck Uhren und Schmuck
Coop Vitality Apotheken
Update Fitness Fitnesszentren

Die Fachformate verfolgen eine Omnichannel-Strategie. Stationäre Verkaufsstellen werden mit Onlineshops, mobilen Anwendungen, Heimlieferung, Abholung und digitalen Beratungsdiensten verbunden.

Coop City

Coop City ist das Warenhausformat der Gruppe. Die Häuser befinden sich überwiegend in zentralen Stadtlagen und führen Mode, Kosmetik, Haushalt, Papeterie, Spielwaren und weitere Non-Food-Artikel.

Ein Teil der Standorte besitzt zusätzlich eine Lebensmittelabteilung oder ein Coop-Restaurant. Coop City entstand unter anderem aus früheren Coop-Warenhäusern und übernommenen EPA-Standorten.

Interdiscount und Fust

Interdiscount ist auf Unterhaltungselektronik, Computer, Mobiltelefone und Haushaltsgeräte ausgerichtet. Fust verbindet den Geräteverkauf mit Reparaturen, Installationen sowie der Planung von Küchen und Badezimmern.

Coop übernahm die Mehrheit an Fust 2007. Die Transaktion wurde von der Wettbewerbskommission geprüft und unter Auflagen genehmigt.

Der frühere Coop-Onlineshop Microspot wurde 2024 in Interdiscount integriert. Damit bündelte die Gruppe ihre Elektronikangebote unter einer gemeinsamen Marke.

Jumbo

Jumbo ist nach der Zusammenführung mit Coop Bau+Hobby das schweizweit grösste Baumarktformat der Coop-Gruppe. Das Angebot umfasst Baumaterial, Werkzeuge, Gartenartikel, Pflanzen, Farben, Haushaltsprodukte und Freizeitausrüstung.

Eigenmarken und Gütesiegel

Eigenmarken besitzen bei Coop eine wichtige strategische Bedeutung. Sie ermöglichen es dem Unternehmen, Produktqualität, Rezepturen, Verpackungen und Preise stärker selbst zu beeinflussen.

Naturaplan

Naturaplan wurde 1993 eingeführt und ist die wichtigste Bio-Eigenmarke von Coop. Die Lebensmittel erfüllen grundsätzlich die Anforderungen der Knospe von Bio Suisse.[14]

Naturaplan umfasst Frischprodukte, Milchprodukte, Fleisch, Backwaren, Getränke, Tiefkühlwaren und verarbeitete Lebensmittel. Coop bezeichnet Naturaplan als grösste Bio-Marke der Schweiz.[12]

Naturafarm

Unter der Marke Naturafarm verkauft Coop Fleisch und Eier aus Programmen mit zusätzlichen Anforderungen an Tierhaltung und Auslauf.

Die Standards werden in Zusammenarbeit mit unabhängigen Kontroll- und Tierschutzorganisationen überprüft.

Oecoplan

Oecoplan wurde 1989 eingeführt und gilt nach Angaben von Coop als älteste schweizerische Nachhaltigkeits-Eigenmarke. Sie umfasst umweltfreundlichere Produkte für Haushalt, Garten, Bauen und Heimwerken.[15]

Zum Sortiment gehören Reinigungsmittel, Recyclingpapier, Farben, Gartenprodukte, Leuchtmittel und Baustoffe.

Prix Garantie

Prix Garantie ist die 2005 eingeführte Preiseinstiegslinie von Coop. Die Produkte werden in auffälligen pinkfarbenen Verpackungen angeboten.

Im Jubiläumsjahr 2025 umfasste die Linie rund 1'500 Produkte. Coop bezeichnete sie als grösstes Preiseinstiegssortiment unter den Schweizer Vollsortimentern.[16]

Prix Garantie dient insbesondere dem Wettbewerb mit Discountern wie Denner, Aldi Suisse und Lidl Schweiz.

Miini Region

Das Gütesiegel Miini Region kennzeichnet Lebensmittel und Spezialitäten mit einem festgelegten regionalen Bezug. Mindestens zwei Drittel der Wertschöpfung und die charakteristischen Produktions- oder Verarbeitungsschritte müssen in der jeweiligen Region stattfinden.[17]

Das Angebot umfasst rund 3'200 lokale Produkte. In der Westschweiz wird die Bezeichnung Ma région, im Tessin La mia Terra verwendet.

Pro Montagna

Pro Montagna umfasst Produkte aus den Schweizer Berggebieten. Ein Teil des Verkaufspreises fliesst an die Coop Patenschaft für Berggebiete.[18]

Weitere Marken

Weitere Eigenmarken und Sortimentslinien sind unter anderem:

  • Coop Qualité & Prix;
  • Fine Food;
  • Karma;
  • Betty Bossi;
  • Free From;
  • Délicorn;
  • JaMaDu;
  • Primary;
  • Naturaline;
  • Qualité & Prix Miini Region;
  • Ünique.

Die Marke Ünique wird für Früchte und Gemüse verwendet, die geschmacklich und qualitativ einwandfrei sind, aber wegen ihrer Form oder Grösse nicht den üblichen Handelsnormen entsprechen.

Fairer Handel

Coop arbeitet seit den frühen 1990er-Jahren mit der Max-Havelaar-Stiftung zusammen. Zahlreiche Produkte wie Bananen, Kaffee, Kakao, Reis, Blumen, Baumwolle und Fruchtsäfte tragen das Fairtrade-Gütesiegel.

Nach eigenen Angaben ist Coop weltweit eine der grössten Anbieterinnen fair gehandelter Produkte im Detailhandel. Bei Textilien wird Fairtrade-Baumwolle insbesondere unter der Marke Naturaline verwendet.[12]

Bei Naturaplan-Produkten aus Ländern des globalen Südens wird eine Fairtrade-Zertifizierung verwendet, sofern dies für die betreffende Produktgruppe verfügbar und umsetzbar ist.

Supercard

Die Supercard ist das Kundenbindungsprogramm der Coop-Gruppe. Sie wurde im Jahr 2000 eingeführt.[3]

Kundinnen und Kunden sammeln bei Einkäufen sogenannte Superpunkte. Diese können für Prämien, Rabatte oder als Zahlungsmittel bei bestimmten Angeboten eingesetzt werden.

Die Supercard ist als physische Karte und innerhalb der Coop-App verfügbar. Die App bündelt digitale Bons, Aktionen, Einkaufslisten, Zahlungsfunktionen und elektronische Kassenbelege.

Die im Rahmen des Programms erhobenen Daten werden zur Abwicklung der Punktegutschriften, für Marktforschung und für personalisierte Angebote verwendet. Die Datenbearbeitung unterliegt dem schweizerischen Datenschutzrecht.

Grosshandel

Die Coop-Gruppe ist über die Transgourmet-Gruppe im europäischen Abhol- und Belieferungsgrosshandel tätig. Zu den Kundengruppen gehören Restaurants, Hotels, Spitäler, Heime, Kantinen, Bäckereien und unabhängige Detailhändler.

Transgourmet betreibt Cash-and-Carry-Märkte und liefert Waren direkt an gewerbliche Kunden. Das Sortiment umfasst Lebensmittel, Getränke, Küchenausstattung, Verbrauchsmaterial und weitere Gastronomieprodukte.

Im Jahr 2025 erzielte Transgourmet einen Gesamtumsatz von 11,9 Milliarden Franken und beschäftigte 31'212 Personen.[8]

Die Gruppe ist in folgenden Ländern tätig:

  • Deutschland;
  • Schweiz;
  • Frankreich;
  • Spanien;
  • Polen;
  • Rumänien;
  • Österreich.

In der Schweiz gehören die Grosshandelsmarken Transgourmet und Prodega zur Gruppe. Prodega betreibt Abholmärkte für Gastronomie- und Gewerbekunden.

Produktionsunternehmen

Coop ist nicht nur Händler, sondern auch Hersteller zahlreicher Lebensmittel und Konsumgüter. Die eigenen Produktionsbetriebe erzielten 2025 ohne die Bell Food Group einen Nettoerlös von 977 Millionen Franken. Die mehrheitlich kontrollierte Bell Food Group erreichte einen Nettoerlös von 4,9 Milliarden Franken.[8]

Zu den wichtigsten Produktionsunternehmen und -bereichen gehören:

Unternehmen oder Betrieb Produkte
Bell Food Group Fleisch, Geflügel, Charcuterie, Meeresfrüchte, Salate und Convenience-Produkte
Chocolats Halba Schokolade, Pralinés, Snacks und Backzutaten
Swissmill Mehl, Getreideprodukte und Spezialmischungen
Reismühle Nutrex Reis, Hülsenfrüchte, Essig und weitere Grundnahrungsmittel
Steinfels Swiss Wasch-, Reinigungs- und Körperpflegeprodukte
Pearlwater Mineralquellen Mineralwasser und Erfrischungsgetränke
Cave Weinabfüllung und Weinhandel

Bell Food Group

Die Bell Food Group mit Sitz in Basel gehört zu den grössten europäischen Fleisch- und Convenience-Herstellern. Coop hält die Aktienmehrheit.

Zur Gruppe gehören neben Bell Schweiz verschiedene europäische Unternehmen für Geflügel, Charcuterie, Meeresfrüchte, Salate, Sandwiches und Fertiggerichte.

Chocolats Halba

Chocolats Halba produziert Schokolade für Coop-Eigenmarken, Industrie- und Drittkunden. Der Betrieb legt einen Schwerpunkt auf zertifizierten Kakao und rückverfolgbare Lieferketten.

Die Produktion befindet sich im Coop-Produktionszentrum in Pratteln.

Swissmill

Swissmill in Zürich gehört zu den grössten Getreidemühlen der Schweiz. Der Betrieb verarbeitet Weizen, Dinkel, Roggen, Mais und weitere Getreidearten.

Die Mühle liegt beim Sihlquai und ist durch den markanten Swissmill-Silo geprägt.

Steinfels Swiss

Steinfels Swiss produziert Wasch-, Reinigungs-, Hygiene- und Kosmetikartikel. Das Unternehmen stellt sowohl Coop-Eigenmarken als auch Produkte für gewerbliche und externe Kunden her.

Logistik

Coop betreibt ein schweizweites Netz von Verteilzentren, Lagerhäusern, Produktionsstätten und regionalen Transportplattformen. Die Logistik versorgt Supermärkte, Fachformate, Restaurants und Onlinekunden.

Zu den bedeutenden Logistikstandorten gehören:

  • Schafisheim im Kanton Aargau;
  • Pratteln im Kanton Basel-Landschaft;
  • Wangen bei Olten im Kanton Solothurn;
  • Aclens im Kanton Waadt;
  • Castione im Kanton Tessin;
  • Gossau im Kanton St. Gallen.

Das Verteilzentrum Schafisheim umfasst ein automatisiertes Hochregallager, eine Grossbäckerei, Tiefkühlbereiche und eine nationale Verteilplattform.

Railcare

Mit Railcare besitzt Coop ein eigenes Eisenbahnverkehrs- und Logistikunternehmen. Railcare verbindet Bahn- und Strassentransporte nach dem System des unbegleiteten kombinierten Verkehrs.

Wechselbehälter werden auf der Langstrecke per Bahn transportiert und an regionalen Terminals für die letzte Strecke auf Lastwagen umgeladen.

Seit 2025 werden neben Genf auch zahlreiche Coop-Supermärkte in der Stadt Zürich über ein kombiniertes Bahn- und Strassensystem beliefert.[19]

Immobilien

Coop Immobilien plant, entwickelt und bewirtschaftet Verkaufsstellen, Einkaufszentren, Produktionsanlagen, Lagerhäuser und weitere Liegenschaften.

2025 besass die Gruppe rund 360 Liegenschaften in der Schweiz. Sie verwaltete ungefähr 7'000 Mietverträge und 2'200 Verträge für selbst angemietete Flächen.[20]

Zu den Aufgaben gehören die Suche nach neuen Standorten, Umbauten, energetische Sanierungen und die Entwicklung gemischt genutzter Areale mit Detailhandel, Wohnungen, Büros und Gastronomie.

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist seit den späten 1980er-Jahren ein wichtiger Bestandteil der Coop-Unternehmensstrategie. 1989 wurde Oecoplan, 1993 Naturaplan lanciert.

Der Nettoerlös mit nachhaltigen Sortimenten erreichte 2025 rund 6,9 Milliarden Franken. Das Angebot umfasste mehr als 21'600 nachhaltigkeitsbezogene Artikel im Detail- und Grosshandel.[21]

Die Nachhaltigkeitsstrategie ist in drei Hauptbereiche gegliedert:

  • nachhaltige Sortimente;
  • Umwelt- und Klimaschutz;
  • Mitarbeitende und gesellschaftliches Engagement.

Klima und Energie

Coop investiert in energieeffiziente Kühlanlagen, Wärmerückgewinnung, Gebäudesanierungen, Fotovoltaik und erneuerbare Elektrizität.

Bei neuen und modernisierten Supermärkten werden vermehrt natürliche Kältemittel eingesetzt. Türen an Kühlmöbeln und optimierte Beleuchtung sollen den Energieverbrauch senken.

Auch Transporte sollen durch Bahnlogistik, effizientere Routen und Fahrzeuge mit alternativen Antrieben klimaverträglicher werden.

Verpackungen

Das Unternehmen reduziert nach eigenen Angaben Verpackungsmaterial, ersetzt problematische Kunststoffe und verwendet mehr Recyclingmaterial.

Bei einigen Produkten können Kundinnen und Kunden eigene Mehrwegbehälter an Bedienungstheken verwenden. Wiederverwendbare Transportgebinde spielen innerhalb der Logistik eine wichtige Rolle.

Lebensmittelverluste

Coop versucht, Lebensmittelverluste durch genauere Bestellungen, Preisreduktionen kurz vor Ablauf des Datums und die Weitergabe geniessbarer Waren zu vermindern.

Nicht verkaufte Lebensmittel werden unter anderem an Organisationen wie Tischlein deck dich und Schweizer Tafel abgegeben. Für bestimmte Produkte bestehen Verwertungswege als Tierfutter, Biogas oder Kompost.

Gesellschaftliches Engagement

Coop Patenschaft für Berggebiete

Die Coop Patenschaft für Berggebiete unterstützt seit 1942 Projekte von Bergbauernfamilien, Genossenschaften und Gemeinden.

Finanziert werden unter anderem Stallbauten, Wasserversorgungen, Käsereien, Alpverbesserungen und gemeinschaftliche Einrichtungen. Die administrativen Kosten der Patenschaft werden von Coop getragen, sodass Spendengelder vollständig den Projekten zugutekommen sollen.

2025 wurden 8,5 Millionen Franken für 212 Projekte vergeben.[21]

Kultur und Sport

Coop unterstützt nationale und regionale Veranstaltungen, Sportprojekte, Festivals und Familienangebote. Das Sponsoring dient zugleich der Markenkommunikation.

Zu den bekannten Engagements gehören Laufveranstaltungen, Wintersportangebote, Open-Air-Kinos und Projekte für Kinder und Jugendliche.

Mitarbeitende und Ausbildung

Ende 2025 beschäftigte die Coop-Gruppe 97'275 Personen. Davon arbeitete ein erheblicher Teil im schweizerischen Detailhandel, während mehr als 45'000 Mitarbeitende dem Bereich Grosshandel und Produktion zugeordnet waren.[1]

Coop gehört zu den grössten privaten Arbeitgebern der Schweiz. Die Tätigkeitsbereiche reichen vom Verkauf und der Logistik über Lebensmittelproduktion und Gastronomie bis zu Informatik, Immobilien, Marketing und Unternehmensführung.

Ende 2025 befanden sich 3'636 Lernende in Ausbildung. Allein im Jahr 2025 begannen 1'270 Personen eine Lehre in 37 verschiedenen Berufen.[22]

Zu den Ausbildungsberufen gehören:

  • Detailhandelsfachfrau und Detailhandelsfachmann;
  • Logistikerin und Logistiker;
  • Kauffrau und Kaufmann;
  • Informatikerin und Informatiker;
  • Bäckerin-Konditorin und Bäcker-Konditor;
  • Fleischfachfrau und Fleischfachmann;
  • Köchin und Koch;
  • Gebäudetechnik- und Produktionsberufe.

Für verschiedene Unternehmensbereiche bestehen Gesamtarbeitsverträge und interne Weiterbildungssysteme.

Medien und Kommunikation

Coopzeitung

Die Coopzeitung geht auf das 1902 gegründete Genossenschaftliche Volksblatt zurück. Sie erscheint in deutscher, französischer und italienischer Sprache.

Das Magazin enthält Reportagen, Konsumthemen, Rezepte, Interviews und Informationen über Coop-Angebote. Es wird an Genossenschaftsmitglieder und weitere abonnierte Haushalte verteilt.

Betty Bossi

Die Marke Betty Bossi entstand 1956 als fiktive Ratgeberfigur des Speiseölunternehmens Astra. Bekannt wurde sie durch Rezeptzeitungen, Kochbücher und Küchenprodukte.

Coop beteiligte sich ab 2001 an Betty Bossi und übernahm das Unternehmen 2012 vollständig.[23]

Betty-Bossi-Produkte werden in Coop-Supermärkten verkauft. Daneben betreibt das Unternehmen redaktionelle Angebote, Kochbücher, digitale Rezeptdienste und einen Versandhandel für Küchenartikel.

Fooby

Fooby ist eine digitale Koch- und Rezeptplattform von Coop. Sie verbindet redaktionelle Rezepte, Einkaufslisten, Videoanleitungen und Bestellmöglichkeiten im Online-Supermarkt.

Wettbewerb und Marktstellung

Der schweizerische Lebensmitteldetailhandel wird hauptsächlich von Coop und Migros geprägt. Daneben bestehen mit Denner, Aldi Suisse, Lidl Schweiz, Volg und SPAR weitere grössere Anbieter.

Eine Marktbeobachtung der eidgenössischen Preisüberwachung bezeichnete den Schweizer Lebensmitteldetailhandel 2026 als stark konzentriert. Ausserhalb des Discountsegments werde der Markt weiterhin von Coop und Migros dominiert.[24]

Die Behörde konnte nicht ausschliessen, dass Coop und Migros gemeinsam über eine marktmächtige oder kollektiv marktbeherrschende Stellung verfügen. Sie fand jedoch keine ausreichenden Hinweise auf missbräuchlich überhöhte Unternehmensgewinne. Die Nettomargen seien mit jenen vergleichbarer europäischer Lebensmittelhändler ungefähr vergleichbar.[24]

Coop konkurriert mit Migros insbesondere bei Vollsortiment, Filialnetz, Eigenmarken, Bio-Lebensmitteln, regionalen Produkten und Online-Lieferdiensten. Mit Prix Garantie reagiert das Unternehmen auf den Preiswettbewerb der Discounter.

Bei Unternehmensübernahmen wie Waro, Carrefour, Fust und Jumbo prüfte die Wettbewerbskommission mögliche Auswirkungen auf den Wettbewerb. Einzelne Transaktionen wurden nur unter Auflagen zugelassen.

Kritik

Marktkonzentration

Kritiker sehen die starke Stellung von Coop und Migros als Hindernis für neue Anbieter und kleinere Lieferanten. Die beiden Unternehmen verfügen über grosse Einkaufsvolumen, dichte Verkaufsstellennetze und umfangreiche Eigenmarkensortimente.

Lieferanten sind teilweise in hohem Mass von den beiden Grossverteilern abhängig. Umgekehrt stehen Coop und Migros bei international verbreiteten Markenartikeln grossen multinationalen Herstellern gegenüber, die ebenfalls erhebliche Verhandlungsmacht besitzen.

Preise

Lebensmittel und andere Konsumgüter sind in der Schweiz häufig teurer als in den Nachbarländern. Neben den Margen der Händler beeinflussen Löhne, Mieten, Logistik, Zölle, Agrarschutz, Regulierungen und die kleine Grösse des Schweizer Markts das Preisniveau.

Coop verweist auf Investitionen in die Preiseinstiegslinie Prix Garantie und regelmässige Preissenkungen. Konsumentenorganisationen und Preisvergleichsdienste kritisieren dennoch einzelne Preisunterschiede zum Ausland.

Verkaufsstellenausbau

Neue Supermärkte und Einkaufszentren können zusätzlichen Verkehr erzeugen und den Druck auf unabhängige Detailhändler erhöhen. Gleichzeitig sichern kleine Coop-Filialen in manchen Gemeinden eine lokale Einkaufsmöglichkeit.

Bei Bauprojekten entstehen regelmässig Diskussionen über Ortsbildschutz, Verkaufsflächen, Parkplätze, Lärmbelastung und Verkehrserschliessung.

Umweltwirkungen

Die umfangreiche Warenproduktion und Logistik verursacht Treibhausgasemissionen, Verpackungsabfälle und Flächenverbrauch. Besonders tierische Lebensmittel, Flugtransporte und beheizte Gewächshäuser weisen teilweise hohe Umweltbelastungen auf.

Coop versucht, diese Auswirkungen durch Bio- und Nachhaltigkeitssortimente, Energieeffizienz und klimafreundlichere Transporte zu reduzieren. Umweltorganisationen fordern zugleich weitergehende Massnahmen und eine schnellere Verringerung ressourcenintensiver Sortimente.

Kennzahlen

Kennzahl 2024 2025
Gesamtumsatz 34,9 Milliarden CHF 35,5 Milliarden CHF
Nettoerlös 33,870 Milliarden CHF 34,260 Milliarden CHF
Betriebsergebnis EBIT 836 Millionen CHF 840 Millionen CHF
Jahresergebnis 585 Millionen CHF 606 Millionen CHF
Eigenkapital 12,483 Milliarden CHF 12,972 Milliarden CHF
Mitarbeitende 97'040 97'275
Verkaufsstellen und Märkte 2'629 2'606
Genossenschaftsmitglieder über 2,6 Millionen über 2,67 Millionen

Die Zahlen beziehen sich auf die gesamte Coop-Gruppe einschliesslich des internationalen Grosshandels und der Produktionsunternehmen.[1]

Siehe auch

Literatur

  • Bernard Degen: Coop. In: Historisches Lexikon der Schweiz, 8. März 2004.
  • Hans Handschin: Von der Konsumgenossenschaft zur Coop-Gruppe. Basel 1990.
  • Sibylle Obrecht: Konsumgenossenschaften in der Schweiz. Chronos Verlag, Zürich 2000.
  • Coop-Gruppe Genossenschaft: Die Geschichte der Coop-Gruppe – ein Unternehmen in Bewegung. Basel.
  • Coop-Gruppe Genossenschaft: Geschäftsbericht 2025. Basel 2026.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Coop-Gruppe in Zahlen. In: Geschäftsbericht 2025. Hrsg.: Coop-Gruppe Genossenschaft. Abgerufen am 2026-08-03.
  2. 2,0 2,1 Corporate Governance. In: Geschäftsbericht 2025. Hrsg.: Coop-Gruppe Genossenschaft. Abgerufen am 2026-08-03.
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 3,4 3,5 Geschichte der Coop-Gruppe. Hrsg.: Coop-Gruppe Genossenschaft. Abgerufen am 2026-08-03.
  4. Konsumvereine. In: Historisches Lexikon der Schweiz. Abgerufen am 2026-08-03.
  5. 5,0 5,1 Coop. In: Historisches Lexikon der Schweiz. Abgerufen am 2026-08-03.
  6. Coop/Waro. In: Recht und Politik des Wettbewerbs 2003/3. Hrsg.: Wettbewerbskommission. Abgerufen am 2026-08-03.
  7. Coop/Carrefour. In: Recht und Politik des Wettbewerbs 2008/4. Hrsg.: Wettbewerbskommission. Abgerufen am 2026-08-03.
  8. 8,0 8,1 8,2 Geschäftsbereich Grosshandel und Produktion. In: Geschäftsbericht 2025. Hrsg.: Coop-Gruppe Genossenschaft. Abgerufen am 2026-08-03.
  9. Coop übernimmt Jumbo von Maus Frères SA. Hrsg.: Coop-Gruppe Genossenschaft. 2021-04-01. Abgerufen am 2026-08-03.
  10. Coop setzt auf Jumbo. Hrsg.: Coop-Gruppe Genossenschaft. 2021-08-27. Abgerufen am 2026-08-03.
  11. 11,0 11,1 Verwaltungsrat und Geschäftsleitung. Hrsg.: Coop-Gruppe Genossenschaft. Abgerufen am 2026-08-03.
  12. 12,0 12,1 12,2 12,3 12,4 Geschäftsbereich Detailhandel. In: Geschäftsbericht 2025. Hrsg.: Coop-Gruppe Genossenschaft. Abgerufen am 2026-08-03.
  13. Der Online-Supermarkt von Coop. Hrsg.: Coop Genossenschaft. Abgerufen am 2026-08-03.
  14. Naturaplan. Hrsg.: Coop Genossenschaft. Abgerufen am 2026-08-03.
  15. Oecoplan. Hrsg.: Coop Genossenschaft. Abgerufen am 2026-08-03.
  16. Wichtige Stationen 2025. In: Geschäftsbericht 2025. Hrsg.: Coop-Gruppe Genossenschaft. Abgerufen am 2026-08-03.
  17. Miini Region. Hrsg.: Coop Genossenschaft. Abgerufen am 2026-08-03.
  18. Pro Montagna. Hrsg.: Coop Genossenschaft. Abgerufen am 2026-08-03.
  19. Starkes Geschäftsjahr 2025: Coop wächst in allen Bereichen. Hrsg.: Coop-Gruppe Genossenschaft. Abgerufen am 2026-08-03.
  20. Immobilien. In: Geschäftsbericht 2025. Hrsg.: Coop-Gruppe Genossenschaft. Abgerufen am 2026-08-03.
  21. 21,0 21,1 Mit Nachhaltigkeit in die Zukunft. In: Geschäftsbericht 2025. Hrsg.: Coop-Gruppe Genossenschaft. Abgerufen am 2026-08-03.
  22. Wichtige Kennzahlen. In: Geschäftsbericht 2025. Hrsg.: Coop-Gruppe Genossenschaft. Abgerufen am 2026-08-03.
  23. Betty Bossi. In: Historisches Lexikon der Schweiz. Abgerufen am 2026-08-03.
  24. 24,0 24,1 Stefan Meierhans; Matthias Gehrig; Jennifer Pullen: Schweizer Lebensmittel-Detailhandel – Ergebnisse der Marktbeobachtung. Hrsg.: Preisüberwachung. 2026-06-05. Abgerufen am 2026-08-03.

Wikimedia Commons Wikimedia Commons: Medien zu Coop