Graubündner Kantonalbank

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Graubündner Kantonalbank
Abkürzung GKB
Rechtsform Selbstständige Anstalt des kantonalen öffentlichen Rechts
Branche Bankwesen
Gründung 1870
Sitz Chur
Eigentümer Kanton Graubünden und Inhaber von Partizipationsscheinen
Stimmrechte 100 Prozent beim Kanton Graubünden
Bankpräsident Heinz Huber
CEO Daniel Fust
Personalbestand 925,7 Vollzeitstellen im Konzern
Geschäftsvolumen 78,8 Milliarden Franken
Konzerngewinn 224,6 Millionen Franken
Stand der Geschäftszahlen 31. Dezember 2025
Partizipationsschein SIX Swiss Exchange
Valor 134020
ISIN CH0001340204
Bankenclearing 774
BIC GRKBCH2270A
Website gkb.ch

Die Graubündner Kantonalbank (GKB; italienisch Banca Cantonale Grigione, rätoromanisch Banca Chantunala Grischuna) ist die Kantonalbank des Kantons Graubünden. Sie wurde 1870 gegründet und hat ihren Sitz in Chur. Die GKB ist als selbstständige Anstalt des kantonalen öffentlichen Rechts organisiert und verfügt über eine Staatsgarantie des Kantons.

Die Bank ist als Universalbank tätig und bietet Dienstleistungen für Privatpersonen, Unternehmen, institutionelle Kunden und die öffentliche Hand an. Ihr traditioneller Heimmarkt ist Graubünden, wo sie ein dichtes Netz von Geschäftsstellen und Beratungsstandorten unterhält. Über Mehrheitsbeteiligungen ist die GKB auch in der Vermögensverwaltung, im Private Banking und im spezialisierten Aktiengeschäft ausserhalb des Kantons tätig.

Der Kanton Graubünden hält sämtliche Stimmrechte und rund 84 Prozent des wirtschaftlichen Kapitals. Ein Teil des Eigenkapitals besteht aus Partizipationskapital. Die Partizipationsscheine der GKB werden seit 1985 an der SIX Swiss Exchange gehandelt.[1][2]

Rechtsform und öffentlicher Auftrag

Die Graubündner Kantonalbank ist keine Aktiengesellschaft, sondern eine selbstständige öffentlich-rechtliche Anstalt des Kantons Graubünden. Ihre Rechtsgrundlage bildet das Gesetz über die Graubündner Kantonalbank.

Gemäss dem gesetzlichen Auftrag bietet die Bank die üblichen Dienstleistungen einer Universalbank an. Sie soll dabei die Bedürfnisse aller Bevölkerungskreise, der privaten Wirtschaft und der öffentlichen Hand berücksichtigen. Innerhalb ihrer Geschäftstätigkeit soll sie zu einer ausgewogenen Entwicklung der Bündner Wirtschaft beitragen.[3]

Der öffentliche Auftrag bedeutet nicht, dass die Bank ihre Dienstleistungen unabhängig von wirtschaftlichen Kriterien erbringen muss. Das Kantonalbankgesetz verpflichtet sie zugleich zu einer betriebswirtschaftlichen Geschäftsführung und zur Erwirtschaftung eines angemessenen Ertrags.

Die GKB darf auch ausserhalb des Kantons tätig sein, mit anderen Banken und Gemeinschaftsinstitutionen zusammenarbeiten sowie Beteiligungen erwerben. Die ausserkantonalen Aktivitäten dienen unter anderem der Diversifikation von Erträgen und Risiken.

Staatsgarantie

Der Kanton Graubünden haftet für die Verbindlichkeiten der Bank, soweit deren eigene Mittel nicht ausreichen. Diese gesetzliche Staatsgarantie stärkt die Stellung der GKB am Kapitalmarkt und trägt zu ihrer hohen Bonität bei.

Nicht von der Staatsgarantie erfasst sind das Partizipationskapital und nachrangige Verbindlichkeiten, die aufsichtsrechtlich als Eigenmittel gelten. Die Garantie stellt somit keinen Schutz vor Kursverlusten auf den börsenkotierten Partizipationsscheinen dar.[3]

Als Gegenleistung für die Staatsgarantie entrichtet die Bank dem Kanton eine jährliche Abgeltung. Deren Berechnung richtet sich nach dem Kantonalbankgesetz und den dazugehörigen Ausführungsbestimmungen.

Im Jahr 2025 liess die Bündner Regierung das mit der Garantie verbundene Haftungsrisiko durch Ernst & Young untersuchen. Der veröffentlichte Risiko- und Haftungsbericht stufte einen Haftungsfall unter den geprüften Annahmen weiterhin als sehr unwahrscheinlich ein. Die Untersuchung war Teil einer umfassenderen Überprüfung der rechtlichen und strategischen Grundlagen der Kantonalbank.[4]

Die Höhe und Ausgestaltung der Abgeltung waren wiederholt Gegenstand politischer Diskussionen. Im Grossen Rat wurden unter anderem eine stärkere Ausrichtung der Entschädigung an den tatsächlichen Risiken und eine regelmässige Überprüfung des Modells verlangt.

Eigentums- und Kapitalstruktur

Das nominelle Eigenkapital der GKB beträgt 250 Millionen Franken. Es setzt sich aus einem Dotationskapital von 175 Millionen Franken und einem Partizipationskapital von 75 Millionen Franken zusammen.[5]

Das Dotationskapital wurde vollständig vom Kanton Graubünden zur Verfügung gestellt. Zusätzlich hält der Kanton einen erheblichen Teil der Partizipationsscheine. Sein gesamter wirtschaftlicher Kapitalanteil liegt deshalb bei rund 84 Prozent. Die übrigen Partizipationsscheine befinden sich bei privaten und institutionellen Anlegern.

Partizipationsscheine gewähren einen Anteil am wirtschaftlichen Erfolg und am Partizipationskapital, vermitteln jedoch keine Stimmrechte. Sämtliche Stimmrechte verbleiben beim Kanton Graubünden.

Der Kanton nimmt seine Eigentümerfunktion insbesondere durch die Wahl der Mitglieder des Bankrats, die Festlegung von Eignerzielen und die Genehmigung des Geschäftsberichts wahr.

Geschichte

Gründung

Die Entstehung der Graubündner Kantonalbank stand im Zusammenhang mit dem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel des 19. Jahrhunderts. In Graubünden bestand ein wachsender Bedarf an einer öffentlich getragenen Bank, die Spargelder entgegennahm und Kredite zu verlässlichen Bedingungen bereitstellte.

Die Bündner Stimmberechtigten genehmigten die Schaffung einer kantonalen Staatsbank in einer Volksabstimmung. Am 5. Dezember 1870 nahm die Graubündner Kantonalbank ihren Geschäftsbetrieb im Grauen Haus in Chur auf.[6]

Die Bank sollte alle wesentlichen Sparten des Bankgeschäfts abdecken. Ihre Aufgaben umfassten insbesondere die Förderung des Sparwesens, die Finanzierung von Landwirtschaft und Gewerbe sowie die Bereitstellung von Kapital für öffentliche und private Vorhaben.

Aufbau des Geschäftsstellennetzes

Graubünden stellte die junge Bank wegen seiner grossen Fläche, der dünnen Besiedlung und der schwierigen Verkehrsverhältnisse vor besondere Herausforderungen. Ein zentral geführtes Institut in Chur hätte einen grossen Teil der Bevölkerung nur schwer erreichen können.

Ab 1876 richtete die GKB deshalb erste Agenturen in den Bündner Regionen ein. Diese Stellen nahmen Einlagen entgegen, vermittelten Kredite und wickelten weitere Bankgeschäfte ab. Das dezentrale Netz wurde in den folgenden Jahrzehnten kontinuierlich ausgebaut.[6]

Die Geschäftsstellen waren für viele Täler von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung. Sie ermöglichten der Bevölkerung den Zugang zu Bankdienstleistungen, ohne dafür lange Reisen nach Chur unternehmen zu müssen.

Dotationskapital und Notenausgabe

Die Bank besass zunächst noch nicht das ursprünglich vorgesehene Dotationskapital. Erst 1881 stellte der Kanton ein Dotationskapital von zwei Millionen Franken zur Verfügung. Anlass war unter anderem die bundesrechtliche Neuordnung der Ausgabe von Banknoten.

Wie andere Kantonalbanken gab die GKB im 19. und frühen 20. Jahrhundert eigene Banknoten heraus. Mit der Errichtung der Schweizerischen Nationalbank verlor sie dieses Recht.

Das Dotationskapital wurde mit dem Wachstum des Geschäfts mehrfach erhöht. Im Jahr 1921 erreichte es 30 Millionen Franken.[6]

Bankgebäude am Postplatz

Im Jahr 1911 bezog die GKB ihr neues Bankgebäude am Postplatz in Chur. Das repräsentative Bauwerk wurde zum wichtigsten öffentlichen Erscheinungsbild der Bank.

Der Hauptsitz wurde später wiederholt erweitert und modernisiert. Zwischen 2003 und 2006 erfolgte ein umfassender Umbau, bei dem historische Bauteile restauriert und die Kundenbereiche neu gestaltet wurden. Das Gebäude dient weiterhin als Kundenhaus und zentrale Adresse der Bank.[6]

Neben dem historischen Gebäude am Postplatz nutzt die GKB weitere Verwaltungs- und Betriebsgebäude in Chur. Ein 1981 eröffnetes Verwaltungsgebäude an der Engadinstrasse schuf zusätzliche Arbeitsplätze und Raum für zentrale Abteilungen.

Erster Weltkrieg und Tourismuskrise

Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs im Jahr 1914 traf Graubünden besonders stark. Der internationale Tourismus brach weitgehend zusammen, wodurch Hotels, Bergbahnen, Handelsunternehmen und zahlreiche Zulieferbetriebe in finanzielle Schwierigkeiten gerieten.

Der Kanton gründete unter Mitwirkung der Kantonalbank die Bündnerische Kreditgenossenschaft. Sie gewährte betroffenen Unternehmen Überbrückungs- und Nachgangskredite. Die GKB beteiligte sich damit an einer frühen kantonalen Krisenmassnahme zur Stabilisierung der regionalen Wirtschaft.[6]

1919 beteiligte sich die Bank auf Wunsch der Regierung mit 2,5 Millionen Franken an der AG Bündner Kraftwerke. Das Unternehmen geriet jedoch in Schwierigkeiten und brach 1923 zusammen. Das Engagement gehörte zu den Faktoren, die die Bank in den folgenden Jahren belasteten.

Krise und Sanierung

In den 1930er-Jahren verschlechterte sich die finanzielle Lage der GKB. Problematische Kreditengagements, wirtschaftliche Krisen und strukturelle Schwächen führten zu einem erheblichen Sanierungsbedarf.

Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs ordnete die Eidgenössische Bankenkommission eine umfassende Prüfung der Bankbilanz an. 1941 konnte ein Konkurs durch eine Solidaritätsaktion des Verbands Schweizerischer Kantonalbanken verhindert werden. Der Verband unterstützte die GKB mit 20 Millionen Franken und ermöglichte damit ihre finanzielle und organisatorische Sanierung.[6]

Die Bank blieb während zwölf Jahren unter besonderer Aufsicht der Eidgenössischen Bankenkommission. 1953 wurde sie aus dieser Oberaufsicht entlassen.

Die Krise prägte die spätere Risikopolitik der Bank nachhaltig. Eine hohe Eigenkapitalausstattung und die Sicherung der langfristigen Existenz gehören seither zu den zentralen strategischen Grundsätzen der GKB.

Nachkriegszeit

Der wirtschaftliche Aufschwung nach dem Zweiten Weltkrieg führte zu einer starken Ausweitung des Bankgeschäfts. Neue Statuten erweiterten ab 1945 die Möglichkeiten der Kreditvergabe.

Die GKB finanzierte neben privaten Unternehmen zunehmend auch Gemeinden und öffentliche Infrastrukturprojekte. In einem Gebirgskanton mit zahlreichen kleinen Gemeinden spielte sie eine wichtige Rolle bei der Finanzierung von Strassen, Wasserversorgungen, Schulhäusern, Kraftwerken, touristischen Anlagen und Wohnbauten.

Mit dem wachsenden Wohlstand stiegen die Spareinlagen, Hypothekarforderungen und Kundenausleihungen. Die Bank eröffnete zusätzliche Geschäftsstellen und entwickelte sich zu einer der grössten Arbeitgeberinnen im Kanton.

Automatisierung und Partizipationsscheine

1980 stellte die GKB ihre ersten Geldautomaten in Chur, Davos, St. Moritz, Domat/Ems, Ilanz und Landquart auf. Vier Jahre später wurden diese an das schweizerische Bancomat-Netz angeschlossen.[6]

1985 gab die Bank erstmals Partizipationsscheine aus. Die Ausgabe eröffnete ihr eine neue Möglichkeit zur Beschaffung von Eigenmitteln, ohne die Kontrolle des Kantons über die Bank einzuschränken.

Der Partizipationsschein wurde am 10. September 1985 an der Schweizer Börse kotiert. Sein Nennwert beträgt 100 Franken. Das gesamte Partizipationskapital ist in 750'000 Scheine eingeteilt.[7]

Neues Kantonalbankgesetz

1998 nahm die Bündner Stimmbevölkerung ein neues Gesetz über die Graubündner Kantonalbank an. Dieses verankerte die Staatsgarantie ausdrücklich und verpflichtete die Bank zur Entrichtung einer Abgeltung an den Kanton.

Eine weitere Gesetzesrevision führte 2008 zu Veränderungen in der Corporate Governance. Die fachlichen Anforderungen an den Bankrat wurden verstärkt und seine Wahl stärker von parteipolitischen Überlegungen getrennt.[6]

Digitalisierung

1999 führte die GKB ein modernes E-Banking-Angebot ein. Im folgenden Jahrzehnt wurden zentrale Geschäftsprozesse und die Informatik grundlegend erneuert.

2007 schloss die Bank eines ihrer grössten Technologieprojekte ab. Teile der Informatik wurden ausgelagert und das bisherige Kernbankensystem durch die Software Finnova ersetzt.

2011 lancierte die GKB ihre erste Mobile-Banking-App. Seither wurden digitale Kontoführung, Zahlungsverkehr, Vermögensübersichten, Beratung und Vorsorgelösungen kontinuierlich erweitert.[6]

Die Digitalisierung führte gleichzeitig zu Veränderungen im Geschäftsstellennetz. Seit 2017 setzt die Bank vermehrt auf schalterlose Beratungsstandorte, automatisierte Bargeldangebote und digitale Dienstleistungen.

Entwicklung zur Finanzgruppe

Seit den 2000er-Jahren ergänzte die GKB ihr traditionelles Kredit- und Hypothekargeschäft durch Beteiligungen an spezialisierten Finanzunternehmen.

2005 erwarb sie zunächst eine Beteiligung an der damaligen Private Client Bank in Zürich. Diese Beteiligung wurde 2016 wieder veräussert.

Ebenfalls 2016 beteiligte sich die GKB mit 25 Prozent an der Vermögensverwaltungsgesellschaft Albin Kistler AG. 2018 erhöhte sie ihren Anteil und übernahm die Kapitalmehrheit.[6]

Durch weitere Beteiligungen entstand eine Finanzgruppe mit spezialisierten Angeboten in der Vermögensverwaltung, im Private Banking und im Aktiengeschäft.

2019 übernahm Daniel Fust die Funktion des CEO von Alois Vinzens, der die Bank während 17 Jahren geführt hatte.

Geschäftstätigkeit

Die GKB ist als Universalbank tätig. Zu ihren wichtigsten Geschäftsbereichen zählen:

  • Konten, Karten und Zahlungsverkehr,
  • Spar- und Vorsorgelösungen,
  • Hypotheken und Immobilienfinanzierungen,
  • Privat- und Konsumkredite,
  • Finanzierung von kleinen und mittleren Unternehmen,
  • Dienstleistungen für grössere Unternehmen und institutionelle Kunden,
  • Anlageberatung und Vermögensverwaltung,
  • Finanzplanung und Nachlassberatung,
  • Handels- und Kapitalmarktgeschäfte,
  • Dienstleistungen für Gemeinden und öffentlich-rechtliche Körperschaften.

Das Zinsengeschäft, insbesondere das Hypothekar- und Firmenkundengeschäft, bildet traditionell eine tragende Ertragssäule. In den vergangenen Jahren baute die GKB das Anlage- und Vorsorgegeschäft gezielt als zweite Hauptsäule aus.[8]

Das Kreditgeschäft ist eng mit der Bündner Wirtschaftsstruktur verbunden. Bedeutende Kundengruppen stammen aus dem Tourismus, dem Bau- und Immobiliensektor, der Energiewirtschaft, dem Gewerbe, der Landwirtschaft, dem Gesundheitswesen und der öffentlichen Verwaltung.

Marktgebiet und Geschäftsstellennetz

Die Bank ist in allen Regionen Graubündens vertreten. Ihr Geschäftsstellennetz reicht vom Bündner Rheintal über die Surselva und Mittelbünden bis ins Engadin, Val Müstair, Prättigau, Puschlav und Misox.

Die geografischen Verhältnisse des Kantons machen ein dezentrales Netz besonders wichtig. Zahlreiche Regionen liegen weit vom Hauptsitz in Chur entfernt und sind durch Gebirgspässe oder lange Talachsen voneinander getrennt.

Die Bank trägt der sprachlichen Vielfalt Graubündens Rechnung. Kundeninformationen, Beratung und Unternehmenskommunikation werden je nach Region auf Deutsch, Italienisch oder Rätoromanisch angeboten.

Neben den Bündner Standorten verfügt die GKB über eine Präsenz in Zürich. Die ausserkantonalen Tochtergesellschaften der Finanzgruppe haben ihre Sitze in Zürich und im Kanton Schwyz.

Beteiligungen und Tochtergesellschaften

Die GKB bildet zusammen mit drei mehrheitlich kontrollierten Unternehmen eine aufsichtsrechtliche Finanzgruppe.[9]

Privatbank Bellerive

Die Privatbank Bellerive AG mit Sitz in Zürich ist auf Private Banking und Vermögensverwaltung für vermögende Privatkunden ausgerichtet. Die GKB hält 63 Prozent des Aktienkapitals.

Die Privatbank verfolgt einen eigenständigen Anlageansatz. Sie tritt mit einer eigenen Marke auf und besitzt eine vom Stammhaus getrennte operative Positionierung.

Albin Kistler

Die Albin Kistler AG ist eine unabhängige Vermögensverwalterin mit Sitz in Zürich. Sie betreut private und institutionelle Kunden und konzentriert sich auf langfristig ausgerichtete Vermögensverwaltung.

Die GKB hält 55 Prozent des Aktienkapitals. Die übrigen Anteile befinden sich bei Partnern und Mitarbeitenden des Unternehmens.

BZ Bank

Die BZ Bank Aktiengesellschaft hat ihren Sitz in Wilen bei Wollerau im Kanton Schwyz. Sie ist auf Schweizer Aktien, Unternehmensanalysen, Beteiligungen und ausgewählte Kapitalmarkttransaktionen spezialisiert.

Die GKB besitzt 100 Prozent der BZ Bank. Seit 2022 wird das Unternehmen vollständig in der Konzernrechnung der GKB konsolidiert.

Die Beteiligungen ergänzen das Stammhaus insbesondere im Anlagegeschäft. Sie ermöglichen der Finanzgruppe, unterschiedliche Kundengruppen und Anlagestrategien mit spezialisierten Einheiten abzudecken.[10]

Organisation

Die strategische Führung und Aufsicht über die Bank obliegt dem Bankrat. Er besteht aus sieben Mitgliedern und wird von der Bündner Regierung gewählt.

Der Bankrat legt die Strategie fest, überwacht die Geschäftsleitung, bestimmt die grundlegende Organisation und erlässt die notwendigen Reglemente. Seine Arbeit wird durch einen Strategieausschuss sowie einen Prüf- und Risikoausschuss unterstützt.

Seit Juli 2025 ist Heinz Huber Präsident des Bankrats. Vizepräsident ist Christoph Caviezel.[11]

Die operative Führung liegt bei einer fünfköpfigen Geschäftsleitung. Daniel Fust ist seit dem 1. Oktober 2019 CEO. Er trat 1985 in die Bank ein und leitete vor seiner Ernennung unter anderem das Treasury, das Cash Management und das Risikomanagement.[12]

Die bankengesetzliche Aufsicht erfolgt durch die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht. Die gesetzliche Staatsaufsicht und die Wahrnehmung der Eigentümerrechte liegen beim Kanton Graubünden.

Geschäftsergebnis 2025

Im Geschäftsjahr 2025 erzielte die GKB-Finanzgruppe einen Konzerngewinn von 224,6 Millionen Franken. Das Ergebnis lag 2,1 Prozent unter dem Vorjahreswert von 229,5 Millionen Franken.[13]

Das Geschäftsvolumen stieg um 3,5 Prozent auf 78,8 Milliarden Franken. Es umfasst die Kundenausleihungen und die betreuten Kundenvermögen. Die Kundenausleihungen nahmen um rund 458 Millionen Franken beziehungsweise 1,5 Prozent zu.

Die Kundenvermögen erhöhten sich einschliesslich Marktveränderungen um 4,5 Prozent. Gleichzeitig verzeichnete der Konzern aufgrund von Abflüssen einzelner institutioneller Kunden ein negatives Nettoneugeld von rund 683 Millionen Franken.

Der Geschäftsertrag betrug 513,2 Millionen Franken, der Geschäftsaufwand 258,6 Millionen Franken. Die Cost/Income-Ratio I lag bei 48,0 Prozent. Der Personalbestand der Finanzgruppe entsprach am Jahresende 925,7 Vollzeitstellen.[14]

Die anrechenbaren Eigenmittel beliefen sich auf rund 2,8 Milliarden Franken. Mit einer Kernkapitalquote von 20,0 Prozent lag die Bank innerhalb ihres strategischen Zielbands von 17,5 bis 22,5 Prozent.

Ausschüttung an Kanton und Partizipanten

Für das Geschäftsjahr 2025 wurde eine unveränderte Dividende von 47,50 Franken pro Partizipationsschein beschlossen.

Über die Dividende auf dem Dotations- und Partizipationskapital flossen insgesamt 118,8 Millionen Franken an den Kanton und die übrigen Partizipanten. Einschliesslich der Abgeltung für die Staatsgarantie erhielt der Kanton Graubünden 103,6 Millionen Franken.[13]

Die Ausschüttungen der GKB stellen eine bedeutende Einnahmequelle des kantonalen Finanzhaushalts dar. Die Bank weist ihren finanziellen Beitrag regelmässig auch als Betrag pro Einwohnerin und Einwohner aus. Für 2025 entsprach die kantonale Leistung rund 503 Franken pro Person.

Neben den direkten Ausschüttungen entsteht regionale Wertschöpfung durch Löhne, Aufträge an Bündner Unternehmen, Steuern der Mitarbeitenden, Ausbildungsplätze und die Finanzierung von privaten und öffentlichen Investitionen.

Partizipationsschein

Der Partizipationsschein der GKB ist seit 1985 an der SIX Swiss Exchange kotiert. Er trägt die Valorennummer 134020 und die ISIN CH0001340204.

Die Inhaber der Scheine sind am Partizipationskapital und an der Gewinnausschüttung beteiligt. Sie besitzen jedoch keine Mitwirkungs- oder Stimmrechte gegenüber der Bank. Die Dividende entspricht anteilmässig der Ausschüttung auf dem Dotationskapital des Kantons.

Eine jährliche Versammlung dient der Information und dem Austausch zwischen Bankleitung und Partizipanten. Sie besitzt nicht die rechtlichen Kompetenzen einer Generalversammlung einer Aktiengesellschaft.

Am 31. Dezember 2025 betrug der Börsenkurs eines Partizipationsscheins 1'835 Franken.[5]

Ratings und Risikopolitik

Die GKB verfolgt das Ziel einer hohen Krisenresistenz. Dazu gehören eine starke Eigenkapitalbasis, eine breite Refinanzierung, ausreichende Liquidität und eine vorsichtige Kreditpolitik.

Standard & Poor’s bewertete die Bank im Geschäftsbericht 2025 mit «AA» und stabilem Ausblick. Als wichtige Faktoren nannte die GKB ihre Kapitalisierung, das diversifizierte Geschäftsmodell und die Staatsgarantie.[15]

Ein erheblicher Teil der Kreditrisiken stammt aus dem Hypothekargeschäft. Zur geografischen Diversifikation vergibt die Bank auch Hypotheken ausserhalb Graubündens. Ende 2025 lag der Anteil ausserkantonaler Hypotheken bei 27,8 Prozent.

Die Bank bildet neben Einzelwertberichtigungen zusätzliche Wertberichtigungen und Rückstellungen für inhärente Risiken. Diese Reserven sollen Verluste abdecken, die im Kreditportfolio grundsätzlich vorhanden, aber noch nicht einzelnen Forderungen zugeordnet sind.

Gesellschaftliches Engagement

Die GKB unterstützt über Sponsoring und ihren Engagement-Fonds Projekte in den Bereichen Kultur, Sport, Wirtschaft, Soziales sowie Natur und Umwelt.

Der Fonds fördert Vereine, Veranstaltungen und Organisationen, deren Tätigkeit einen erkennbaren Nutzen für die Bündner Bevölkerung besitzt. Nach Angaben der Bank werden jährlich mehr als 600 Projekte unterstützt.[16]

Zu den weiteren Aktivitäten gehören Partnerschaften mit Sport- und Kulturveranstaltungen, die Förderung des Nachwuchssports sowie eine bankeigene Kunstsammlung. Die Sammlung umfasst rund 1'700 Werke und konzentriert sich auf Kunstschaffende mit Bezug zu Graubünden.

Die Mitarbeitenden können jährlich einen Arbeitstag für Freiwilligeneinsätze verwenden. Bei einer breiten Beteiligung entstehen dadurch nach Angaben der Bank mehr als 8'000 Stunden Freiwilligenarbeit pro Jahr.

Nachhaltigkeit

Die Nachhaltigkeitsstrategie der GKB umfasst ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte. Sie betrifft den eigenen Bankbetrieb sowie das Kredit-, Anlage- und Vorsorgegeschäft.

Im Anlagegeschäft berücksichtigt die Bank Nachhaltigkeitskriterien bei der Entwicklung eigener Fonds, in der Vermögensverwaltung und bei der Beratung. Kundinnen und Kunden können ihre Nachhaltigkeitspräferenzen erfassen lassen und in ihre Anlagestrategie einbeziehen.

Im Kreditgeschäft untersucht die Bank insbesondere Klima- und Umweltrisiken bei Immobilien und Unternehmen. Über Green Bonds beschaffte Mittel werden für die Finanzierung energieeffizienter Gebäude verwendet.

Die GKB berichtet über direkte betriebliche Emissionen, eingekaufte Energie und ausgewählte indirekte Emissionen. Langfristig orientiert sie sich am Ziel von Netto-Null-Treibhausgasemissionen bis 2050.[17]

Sprachliche und regionale Bedeutung

Als kantonales Institut ist die GKB eng mit der sprachlichen Vielfalt Graubündens verbunden. Der Kanton besitzt mit Deutsch, Rätoromanisch und Italienisch drei kantonale Amtssprachen.

Die Bank verwendet je nach Region unterschiedliche Sprachen in der persönlichen Beratung, bei Publikationen und in der Unternehmenskommunikation. Ihre italienische Bezeichnung lautet Banca Cantonale Grigione, die rätoromanische Bezeichnung Banca Chantunala Grischuna.

Das Geschäftsstellennetz trägt dazu bei, Bankdienstleistungen auch in peripheren Regionen verfügbar zu halten. Aufgrund der Digitalisierung und veränderter Kundengewohnheiten wurden klassische Schalterdienste teilweise durch Beratung, Selbstbedienungsgeräte und digitale Angebote ersetzt.

Bedeutung für die Bündner Wirtschaft

Die GKB nimmt im Kanton eine besondere Stellung zwischen öffentlichem Auftrag und marktwirtschaftlicher Tätigkeit ein. Sie ist Kreditgeberin zahlreicher Haushalte, Unternehmen, Gemeinden und öffentlich-rechtlicher Institutionen.

Ihre wirtschaftliche Bedeutung ist besonders gross in Bereichen, die für Graubünden prägend sind:

  • Tourismus und Hotellerie,
  • Bergbahnen und Freizeitanlagen,
  • Bau- und Immobilienwirtschaft,
  • Wasserkraft und Energieversorgung,
  • Gewerbe und Detailhandel,
  • Landwirtschaft,
  • Gesundheits- und Sozialwesen,
  • kommunale Infrastruktur.

Die starke Marktstellung der Bank führt zugleich zu einer besonderen Verantwortung. Kreditentscheide können erhebliche Auswirkungen auf einzelne Unternehmen, Gemeinden und regionale Wirtschaftsräume besitzen.

Die GKB gehört mit rund 1'000 Mitarbeitenden im Stammhaus und seinen Beteiligungen zu den bedeutenden Arbeitgeberinnen des Kantons. Sie bildet regelmässig Lernende und Praktikantinnen und Praktikanten in kaufmännischen, informatischen und weiteren Berufen aus.

Kontroversen und öffentliche Diskussionen

Sanierung in den 1940er-Jahren

Die schwere Krise der Bank in den 1930er- und frühen 1940er-Jahren gehört zu den einschneidendsten Ereignissen ihrer Geschichte. Die notwendige Unterstützung durch andere Kantonalbanken zeigte, dass auch eine Bank mit öffentlicher Trägerschaft erhebliche wirtschaftliche Risiken eingehen kann.

Die damaligen Ereignisse beeinflussten die spätere Ausgestaltung von Aufsicht, Risikomanagement und Eigenkapitalpolitik.

Steuerstreit mit den Vereinigten Staaten

Im Jahr 2015 schloss die GKB im Rahmen des Programms des US-Justizministeriums zur Bereinigung des Steuerstreits mit Schweizer Banken eine Vereinbarung ab. Die Bank zahlte eine Busse von 3,6 Millionen US-Dollar beziehungsweise einen entsprechenden Betrag in Franken.[6]

Die Vereinbarung beendete die strafrechtlichen Risiken im Zusammenhang mit unversteuerten Vermögen von US-Kunden aus früheren Jahren.

Staatsgarantie und Governance

Die Staatsgarantie wird einerseits als wichtiger Stabilitätsfaktor betrachtet, andererseits als mögliches finanzielles Risiko für den Kanton diskutiert.

Politische Vorstösse verlangten unter anderem eine höhere Abgeltung, eine stärkere Orientierung an der tatsächlichen Risikosituation und eine Überprüfung der Beteiligungsstrategie. Die Regierung leitete 2024 eine umfassende Auslegeordnung ein, die das Kantonalbankgesetz, die Eignerziele und das Aufsichtskonzept einbezieht.[4]

Die Diskussion betrifft auch die Frage, in welchem Umfang eine Kantonalbank ausserhalb ihres Heimmarkts wachsen und spezialisierte Finanzunternehmen übernehmen soll.

Literatur

  • Graubündner Kantonalbank: Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2025. Chur 2026.
  • Graubündner Kantonalbank: Geschichte der GKB – Meilensteine 1870–2025. Chur 2025.
  • Christian Rathgeb: Die Graubündner Kantonalbank und ihre rechtlichen Grundlagen. Chur.
  • Kantonsbibliothek Graubünden: Die wirtschaftliche Entwicklung Graubündens und das kantonale Bankwesen. Chur.
  • Verband Schweizerischer Kantonalbanken: Die Kantonalbanken in Geschichte und Gegenwart. Basel.

Einzelnachweise

  1. Graubündner Kantonalbank: GKB im Porträt, abgerufen am 3. August 2026.
  2. Graubündner Kantonalbank: Regulatorische Unterlagen und Eigentümerstruktur, abgerufen am 3. August 2026.
  3. 3,0 3,1 Kanton Graubünden: Gesetz über die Graubündner Kantonalbank, BR 938.200, abgerufen am 3. August 2026.
  4. 4,0 4,1 Kanton Graubünden: Graubündner Kantonalbank: Haftungsrisiko für den Kanton bleibt sehr gering, 19. Juni 2025, abgerufen am 3. August 2026.
  5. 5,0 5,1 Graubündner Kantonalbank: Über die Graubündner Kantonalbank und Kapitalstruktur, Geschäftsbericht 2025, abgerufen am 3. August 2026.
  6. 6,00 6,01 6,02 6,03 6,04 6,05 6,06 6,07 6,08 6,09 6,10 Graubündner Kantonalbank: Geschichte der GKB – Meilensteine von 1870 bis 2025, abgerufen am 3. August 2026.
  7. Graubündner Kantonalbank: Partizipationsschein der GKB, abgerufen am 3. August 2026.
  8. Graubündner Kantonalbank: Geschäftsmodell der GKB, Geschäftsbericht 2025, abgerufen am 3. August 2026.
  9. Graubündner Kantonalbank: Konzernstruktur und Eigentümer, Geschäftsbericht 2025, abgerufen am 3. August 2026.
  10. Graubündner Kantonalbank: Beteiligungen und Partnerschaften, abgerufen am 3. August 2026.
  11. Graubündner Kantonalbank: Bankrat der GKB, Stand 30. Juni 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  12. Graubündner Kantonalbank: Geschäftsleitung der GKB, Stand 1. Mai 2026, abgerufen am 3. August 2026.
  13. 13,0 13,1 Graubündner Kantonalbank: Jahresabschluss 2025, abgerufen am 3. August 2026.
  14. Graubündner Kantonalbank: Kennzahlen 2025, abgerufen am 3. August 2026.
  15. Graubündner Kantonalbank: Ratings der GKB, abgerufen am 3. August 2026.
  16. Graubündner Kantonalbank: Engagement-Fonds, abgerufen am 3. August 2026.
  17. Graubündner Kantonalbank: Nachhaltigkeitsstrategie, Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht 2025, abgerufen am 3. August 2026.