Kerns
| Kerns | |
|---|---|
| Dorfstrasse in Kerns | |
| Kanton | Obwalden |
| Bezirk | keiner |
| BFS-Nummer | 1404 |
| Postleitzahlen | 6064 Kerns 6066 St. Niklausen 6067 Melchtal 6068 Melchsee-Frutt |
| Koordinaten | 46.9028° N, 8.2764° E |
| Höhe | 563 m ü. M. |
| Fläche | 92,54 km² |
| Höchster Punkt | Rotsandnollen, 2700 m ü. M. |
| Einwohner | 6676 |
| Einwohnerstand | 31. Dezember 2025 |
| Einwohnerdichte | rund 72 Einwohner je km² |
| Ortsteile | Kerns, St. Niklausen, Melchtal und Melchsee-Frutt |
| Sprache | Deutsch |
| Website | www.kerns.ch |
Kerns ist eine politische Gemeinde im Kanton Obwalden in der Schweiz. Sie liegt auf einer Geländeterrasse östlich des Sarneraatals und erstreckt sich vom dicht besiedelten Hauptort Kerns über das Melchtal bis zum hochalpinen Feriengebiet Melchsee-Frutt.
Mit einer Fläche von rund 92,5 Quadratkilometern gehört Kerns zu den flächenmässig grössten Gemeinden Obwaldens. Das Gemeindegebiet umfasst neben dem Hauptdorf die Ortschaften St. Niklausen, Melchtal und Melchsee-Frutt sowie zahlreiche Weiler, Einzelhöfe, Alpen und ausgedehnte Wald- und Gebirgsflächen.
Die Gemeinde wies Ende 2025 insgesamt 6676 Einwohnerinnen und Einwohner aus. Der höchste Punkt ist der 2700 Meter hohe Rotsandnollen. Landwirtschaft, Gewerbe, Dienstleistungen und der Tourismus bilden die wichtigsten wirtschaftlichen Grundlagen. Besondere Bedeutung besitzt das Sommer- und Wintersportgebiet Melchsee-Frutt.[1]
Geographie
Lage
Kerns liegt im zentralen Teil des Kantons Obwalden. Der Hauptort befindet sich auf einer sonnigen Terrasse östlich des Talbodens von Sarnen und oberhalb der Sarneraa. Das Siedlungsgebiet ist durch die bewaldeten Hänge des Kernwalds, landwirtschaftlich genutzte Terrassen und den Einschnitt der Grossen Melchaa geprägt.
Das langgestreckte Gemeindegebiet reicht vom Sarneraatal nach Südosten durch das Melchtal bis an die Grenze zum Kanton Bern. Im Nordosten und Osten steigt das Gelände zum Arvigrat und zu den Gebirgszügen an der Grenze zum Kanton Nidwalden an.
Nachbargemeinden sind Alpnach, Sarnen, Sachseln, Lungern, Hasliberg, Innertkirchen, Dallenwil, Ennetmoos und Wolfenschiessen.
Landschaftsräume
Die Gemeinde lässt sich in mehrere unterschiedliche Landschaftsräume gliedern:
- die Siedlungs- und Landwirtschaftsterrasse des Hauptorts Kerns;
- das bewaldete Gebiet des Kernwalds;
- die Hang- und Streusiedlungen von Wisserlen, Siebeneich, Halten und Dietried;
- die Ortschaft St. Niklausen oberhalb der Schlucht der Grossen Melchaa;
- das enge und teilweise wilde Melchtal;
- das Hochtal von Melchsee-Frutt mit Melchsee, Tannensee und zahlreichen Alpen;
- die hochalpinen Gebiete an der Grenze zu Nidwalden und Bern.
Der Höhenunterschied innerhalb der Gemeinde beträgt mehr als 2100 Meter. Während der Hauptort auf rund 563 Metern liegt, erreichen die höchsten Erhebungen des südöstlichen Gemeindegebiets Höhen von ungefähr 2700 Metern.[1]
Gewässer
Das wichtigste Fliessgewässer ist die Grosse Melchaa. Sie entspringt im Gebiet von Melchsee-Frutt, durchquert das Melchtal und fliesst anschliessend durch eine tiefe Schlucht in Richtung Sarneraatal.
Auf der Melchsee-Frutt liegen mehrere Bergseen. Der bekannteste ist der Melchsee, der dem Ferienort einen Teil seines Namens gab. Weiter östlich befindet sich der Tannensee. Die Seen und ihre Zuflüsse werden teilweise für die Stromproduktion genutzt.
Die Bäche des Melchtals können nach starken Niederschlägen oder während der Schneeschmelze grosse Wassermengen führen. Hochwasserschutz, Gewässerunterhalt und die Sicherung von Verkehrswegen gehören deshalb zu den dauerhaften Aufgaben der Gemeinde und des Kantons.
Kernwald
Der Kernwald liegt zwischen Kerns, Alpnach und Sarnen. Er bildet ein wichtiges Naherholungsgebiet und besitzt zugleich eine Schutzfunktion für die umliegenden Siedlungen und Verkehrswege.
Der Name erinnert an die historische Bezeichnung Unterwaldens «ob und nid dem Kernwald». Der Wald trennte die beiden Landesteile Obwalden und Nidwalden nicht vollständig voneinander, bildete aber eine landschaftlich markante Grenze.
Heute wird der Kernwald von Wanderwegen, Forststrassen und Freizeiteinrichtungen erschlossen. Die Gemeinde bezeichnet ihn zusammen mit Melchsee-Frutt und dem Melchtal als einen ihrer wichtigsten Erholungsräume.[2]
Gemeindegliederung
Kerns
Der Hauptort Kerns bildet das politische, schulische, kirchliche und wirtschaftliche Zentrum der Gemeinde. Hier befinden sich die Gemeindeverwaltung, die Pfarrkirche, die wichtigsten Schulanlagen, Einkaufsmöglichkeiten, Gewerbebetriebe und Freizeiteinrichtungen.
Das Dorf ist mit den benachbarten Gemeinden Sarnen, Sachseln und Alpnach eng verflochten. In den vergangenen Jahrzehnten entstanden neue Wohnquartiere, wodurch sich die Siedlungsfläche insbesondere entlang der Strassen nach Sarnen, Stans und Melchtal vergrösserte.
St. Niklausen
St. Niklausen liegt südlich des Hauptorts oberhalb der Schlucht der Grossen Melchaa. Die Ortschaft besitzt eine eigene Kapelle und ist durch ihre Aussicht auf Flüeli-Ranft und die umliegende Berglandschaft bekannt.
Das Dorf liegt an der Strasse ins Melchtal. Seine Bewohner orientieren sich für Schule, Einkauf und öffentliche Dienstleistungen überwiegend nach Kerns.
Melchtal
Melchtal ist der Hauptort des gleichnamigen Tals. Das Dorf liegt beidseits der Grossen Melchaa und besitzt eine Pfarr- und Wallfahrtskirche, eine Schule sowie verschiedene touristische und gesellschaftliche Einrichtungen.
Zu den markantesten Gebäuden gehört das ehemalige Benediktinerinnenkloster Melchtal. Das Kloster wurde 1866 gegründet und bestand als religiöse Gemeinschaft bis 2019. Die Klosteranlage wird seither für Bildungs-, Kultur- und Beherbergungszwecke weiterentwickelt.[3]
Melchtal bildet zusammen mit der Stöckalp die Zufahrt zum Feriengebiet Melchsee-Frutt. Das Tal ist von Landwirtschaft, Waldwirtschaft und Tourismus geprägt.
Melchsee-Frutt
Melchsee-Frutt liegt auf einem Hochplateau auf knapp 2000 Metern über Meer. Die Siedlung ist ein wichtiger Sommer- und Wintersportort und wird von der Stöckalp aus durch eine Gondelbahn und eine Bergstrasse erschlossen.
Das Gebiet umfasst Hotels, Ferienwohnungen, Gaststätten, Bergbahnen und Sportanlagen. In der Sommersaison stehen Wandern, Bergsteigen, Fischen und Mountainbiken im Vordergrund. Im Winter wird das Gebiet für Skifahren, Snowboarden, Langlauf, Winterwandern und Schlitteln genutzt.
Der eigentliche Ferienort ist weitgehend autofrei. Der Verkehr auf der Bergstrasse zwischen Stöckalp und Melchsee-Frutt wird während der Hauptsaison zeitlich geregelt.[4]
Bevölkerung
Die Gemeinde Kerns wuchs besonders seit der Mitte des 20. Jahrhunderts deutlich. 1850 lebten 2509 Menschen in der Gemeinde. Nach einem vorübergehenden Rückgang um 1900 stieg die Einwohnerzahl auf rund 3400 im Jahr 1950 und auf mehr als 6400 im Jahr 2020.[1]
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1850 | 2509 |
| 1900 | 2375 |
| 1950 | 3400 |
| 1970 | 3881 |
| 1990 | 4764 |
| 2000 | 5205 |
| 2010 | 5569 |
| 2020 | 6406 |
| 2025 | 6641 |
Die Gemeindestatistik unterscheidet zwischen der längerfristigen Bevölkerungsreihe und der gesamten Zahl der registrierten Einwohnerinnen und Einwohner. Ende 2025 betrug die Gesamtzahl einschliesslich bestimmter Kurzaufenthalter und Schutzbedürftiger 6676 Personen.[1]
Die Mehrheit der Bevölkerung spricht Deutsch. Im Alltag wird hauptsächlich ein Obwaldner Dialekt gesprochen. Ende 2025 gehörten 4352 Einwohnerinnen und Einwohner der römisch-katholischen Kirche an, 364 der evangelisch-reformierten Kirche. Weitere 1960 Personen waren konfessionslos oder gehörten einer anderen Religionsgemeinschaft an.[1]
Geschichte
Name und erste Erwähnung
Kerns wurde 1036 erstmals urkundlich erwähnt. Überlieferte ältere Schreibweisen sind Chernz, Chernes, Cherns und Chernis.[5]
Die Herkunft des Namens ist nicht eindeutig geklärt. Die volkstümliche Verbindung mit Getreidekörnern beeinflusste später die Gestaltung des Gemeindewappens, gilt jedoch nicht als gesicherte sprachgeschichtliche Erklärung.
Das Gebiet war schon vor dem Mittelalter besiedelt. Archäologische Schutzzonen befinden sich unter anderem beim Dorfkern, bei Wisserlen, St. Niklausen und auf der Melchsee-Frutt. Sie weisen auf prähistorische Siedlungs-, Grab- und Nutzungsplätze hin.[6]
Mittelalter und frühe Neuzeit
Die Pfarrkirche St. Gallus wird 1173 erstmals erwähnt. Das kirchliche Gebiet umfasste ursprünglich auch Teile der später selbstständig organisierten Talschaften und Kaplaneien.[7]
Landwirtschaft, Viehzucht, Alpwirtschaft und die Nutzung der Wälder bildeten während Jahrhunderten die wirtschaftliche Grundlage. Die gemeinschaftlichen Wälder, Alpen und Allmenden wurden durch bäuerliche Genossenschaften und die späteren Korporationen verwaltet.
Kerns gehörte zum Land Obwalden und war an dessen Landsgemeinde und politischen Institutionen beteiligt. In Wisserlen befanden sich ein historischer Versammlungsplatz und eine Richtstätte. Dort fanden zeitweise gemeinsame Beratungen und Gerichtstage von Ob- und Nidwalden statt.
18. und 19. Jahrhundert
Das Dorf entwickelte sich um die Pfarrkirche, den Postplatz und die wichtigsten Verkehrswege. 1813 wurde ein grosser Teil der Pfarrkirche durch einen Brand zerstört. Chor und Turm wurden von 1814 bis 1816 im klassizistischen Stil wiederaufgebaut.[7][8]
Im 19. Jahrhundert verbesserten neue Strassen die Verbindung nach Sarnen, Stans und ins Melchtal. Dennoch blieb die Gemeinde stark landwirtschaftlich geprägt. Viele Einwohner ergänzten ihr Einkommen durch Handwerk, Heimarbeit, Waldarbeit oder saisonale Beschäftigungen.
Die Gründung des Klosters Melchtal im Jahr 1866 stärkte die religiöse und schulische Bedeutung des Tals. Die Benediktinerinnen führten während langer Zeit ein Mädcheninternat und wirkten in Bildung, Hauswirtschaft und kirchlichem Leben.
20. Jahrhundert
Mit der Verbesserung der Verkehrsverbindungen entwickelte sich Kerns zunehmend zu einer Wohn- und Gewerbegemeinde. Die Nähe zu Sarnen, Luzern und den Arbeitsplätzen der Zentralschweiz förderte das Bevölkerungswachstum.
Eine besondere Bedeutung erhielt die touristische Erschliessung von Melchsee-Frutt. 1935 baute der Hotelier Otto Reinhard von der Stöckalp auf die Frutt eine 3500 Meter lange Luftseilbahn, die damals als längste Anlage dieser Art in der Schweiz galt. Gleichzeitig begann der regelmässige Wintertourismus.[9]
Weitere Bergbahnen, Skilifte, Hotels und Ferienhäuser folgten nach dem Zweiten Weltkrieg. Melchsee-Frutt entwickelte sich zu einem der wichtigsten Tourismusorte des Kantons Obwalden.
1943 errichteten Angehörige der Schweizer Armee die heutige Hohe Brücke über die Melchaaschlucht. Sie ersetzte eine erste Brücke von 1893 und erleichterte die Verbindung zwischen Kerns, Flüeli-Ranft und dem Melchtal.[10]
Politik
Gemeindeversammlung
Kerns besitzt als oberstes Gemeindeorgan eine Gemeindeversammlung. Sie findet üblicherweise zweimal jährlich im Frühling und Herbst statt.
Die Stimmberechtigten entscheiden unter anderem über:
- das Budget und die Jahresrechnung;
- den kommunalen Steuerfuss;
- grössere Kredite und Investitionen;
- die Zahl der Mitglieder des Gemeinderates;
- die Wahl des Gemeindepräsidiums;
- Reglemente, Initiativen und Referenden;
- kommunale Einbürgerungen.
Die Abstimmung erfolgt an der Versammlung grundsätzlich durch das Handmehr. Kommunale und übergeordnete Sachvorlagen können ausserdem an der Urne entschieden werden.[11]
Gemeinderat und Verwaltung
Der Einwohnergemeinderat bildet die Exekutive. Seine Mitglieder leiten verschiedene Departemente und sind für die strategische Führung der Gemeinde zuständig.
Die Gemeindeverwaltung befindet sich an der Sarnerstrasse 5 im Hauptort. Zu ihren Aufgaben gehören Einwohnerkontrolle, Finanzen, Bauwesen, Infrastruktur, Bildung, Sozialwesen, Sicherheit und politische Dienste.
Neben der Einwohnergemeinde bestehen in Kerns weitere öffentlich-rechtliche oder genossenschaftliche Körperschaften. Dazu gehört insbesondere die Korporation Kerns, welche gemeinschaftliche Wälder, Alpen, Grundstücke und weitere Vermögenswerte verwaltet.
Wirtschaft
Landwirtschaft
Die Landwirtschaft prägt grosse Teile des Gemeindegebiets. Im Tal- und Terrassenbereich werden Viehzucht, Milchwirtschaft, Futterbau und teilweise Ackerbau betrieben. In den höheren Lagen dominieren Alp- und Weidewirtschaft.
Zahlreiche Landwirtschaftsbetriebe bewirtschaften steile Hanglagen und abgelegene Alpen. Sie leisten damit auch einen Beitrag zur Pflege der Kulturlandschaft und zum Schutz vor Verbuschung.
Die Verarbeitung von Milch zu Käse und anderen regionalen Produkten besitzt wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung. Während der Alpsaison werden die Tiere auf die Weiden des Melchtals und der Melchsee-Frutt gebracht.
Gewerbe und Dienstleistungen
Im Hauptort bestehen Betriebe des Baugewerbes, der Holzverarbeitung, des Detailhandels, der Fahrzeugbranche und verschiedener handwerklicher Berufe. Hinzu kommen Banken, Versicherungen, Gesundheitsangebote, Gastronomie und persönliche Dienstleistungen.
Viele Erwerbstätige pendeln nach Sarnen, Alpnach, Stans, Luzern oder in andere Gemeinden der Zentralschweiz. Gleichzeitig bietet die Tourismuswirtschaft saisonale und ganzjährige Arbeitsplätze.
Tourismus
Der Tourismus besitzt für Kerns einen hohen Stellenwert. Die Gemeinde nennt Melchsee-Frutt und das Aquacenter Obwalden als ihre touristischen Hauptangebote.[2]
Melchsee-Frutt verfügt über:
- ein Ski- und Snowboardgebiet;
- Langlaufloipen;
- Winterwanderwege;
- Schlittelstrecken;
- Wander- und Bergwege;
- Fischereimöglichkeiten;
- Hotels, Restaurants und Ferienwohnungen;
- Bergbahnen und Sportanlagen.
Die Stöckalp bildet den wichtigsten Ausgangspunkt für das Hochplateau. Die moderne Gondelbahn ersetzt mehrere frühere Generationen von Luftseilbahnen.
Auch das Melchtal, der Kernwald und die Hohe Brücke sind beliebte Ziele für Wandernde, Velofahrende und Ausflugsgäste.
Verkehr
Kerns besitzt keinen eigenen Bahnhof. Der nächstgelegene Bahnhof befindet sich in Sarnen an der Brünigbahn zwischen Luzern und Interlaken.
Postautolinien verbinden Kerns mit Sarnen, Stans, St. Niklausen, Melchtal und der Stöckalp. In der Tourismuszeit bestehen zusätzliche Angebote für die Erschliessung von Melchsee-Frutt.
Die Sarnerstrasse führt vom Hauptort nach Sarnen und zur Autobahn A8. Weitere Strassen verbinden Kerns mit Stans, Alpnach, Sachseln und dem Melchtal.
Die Bergstrasse Stöckalp–Melchsee-Frutt ist schmal und weist zahlreiche Kehren auf. Während der Sommersaison wird der motorisierte Verkehr teilweise durch zeitlich wechselnde Fahrtrichtungen geregelt. Im Winter ist die Strasse für den allgemeinen Verkehr geschlossen.
Bildung
Die Gemeinde führt Kindergarten-, Primar- und Orientierungsschulangebote. Die grössten Schulanlagen befinden sich im Hauptort Kerns.
Im Melchtal besteht eine Aussenschule für die Kinder der Talschaft. Die langfristige Sicherung des Schulstandorts wird aufgrund kleiner Schülerzahlen und hoher Anforderungen an Personal und Infrastruktur regelmässig diskutiert.
Weiterführende Schulen befinden sich hauptsächlich in Sarnen. Berufsfachschulen, Gymnasien und weitere Bildungseinrichtungen der Zentralschweiz sind mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar.
Die Gemeinde baut ihre Schulinfrastruktur aufgrund des Bevölkerungswachstums aus. Bis 2027 soll im Hauptort zusätzlicher Schulraum entstehen.
Kultur und Brauchtum
Das kulturelle Leben wird von zahlreichen Vereinen, Musikformationen, Sportvereinen, kirchlichen Gruppen und lokalen Veranstaltern geprägt.
Zu den bekannten kulturellen Institutionen gehören die Kernser Singbuben. Der 1949 gegründete Knabenchor pflegt geistliche Musik, Volkslieder und Jodelgesang und trat auch ausserhalb der Schweiz auf.
Die Fasnacht besitzt wie in vielen Gemeinden der Zentralschweiz eine wichtige gesellschaftliche Bedeutung. Weitere Traditionen sind Alpaufzüge, Älplerfeste, kirchliche Prozessionen, Jodlerveranstaltungen und Schwingfeste.
Das offizielle Informationsblatt Kerns informiert erscheint viermal jährlich und berichtet über Gemeindepolitik, Schule, Vereine, Kultur und lokale Projekte.[12]
Sehenswürdigkeiten
Pfarrkirche St. Gallus und Magdalena
Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Gallus und Magdalena steht im Zentrum des Hauptorts. Ihre Geschichte reicht mindestens bis ins 12. Jahrhundert zurück.
Der heutige Bau enthält Teile verschiedener Bauphasen. Nach dem Brand von 1813 wurden Chor und Turm im klassizistischen Stil erneuert. Die Kirche besitzt eine bedeutende Ausstattung und prägt das Ortsbild von Kerns.[8]
Hohe Brücke
Die Hohe Brücke überspannt die Schlucht der Grossen Melchaa zwischen Kerns und Flüeli-Ranft. Die gedeckte Holzbrücke liegt ungefähr 100 Meter über dem Fluss.
Die heutige Brücke wurde 1943 innerhalb von 36 Tagen durch Militärangehörige gebaut. Sie ersetzte eine 1893 errichtete Vorgängerbrücke und gilt als eine der höchsten gedeckten Holzbrücken Europas.[10]
Kapelle St. Katharina in Wisserlen
Die Kapelle St. Katharina liegt im Gebiet Wisserlen. In ihrer Umgebung befanden sich ein historischer Versammlungs- und Gerichtsplatz sowie der ehemalige Galgen.
Der Ort erinnert an die gemeinsame politische und gerichtliche Geschichte von Obwalden und Nidwalden.
St. Niklausen
Die Kapelle St. Nikolaus und die traditionelle bäuerliche Bebauung prägen das Ortsbild von St. Niklausen. Von der Geländeterrasse bietet sich ein weiter Blick über die Melchaaschlucht nach Flüeli-Ranft.
Melchtal
Zu den Sehenswürdigkeiten des Melchtals gehören die Pfarr- und Wallfahrtskirche, das ehemalige Benediktinerinnenkloster, traditionelle Bauernhäuser und die Berglandschaft entlang der Grossen Melchaa.
Die Wallfahrtskirche besitzt ein verehrtes Marienbild und entwickelte sich im 19. und frühen 20. Jahrhundert zu einem regional bedeutenden Pilgerziel.[8]
Melchsee-Frutt
Melchsee-Frutt ist nicht nur ein Sportgebiet, sondern auch eine charakteristische alpine Kulturlandschaft. Zu ihren Merkmalen gehören der Melchsee, die Kapelle, die historischen Gasthäuser, Alphütten und die Tannalp.
Wanderwege führen von der Frutt zum Tannensee, zur Tannalp, zum Bonistock und in Richtung Engstlenalp und Hasliberg.
Wappen
Das Gemeindewappen zeigt in Blau drei goldene Korngarben. Die beiden unteren Garben sind schräg nach aussen geneigt, die obere steht senkrecht darüber.
Das Wappen entstand vermutlich um die Mitte des 18. Jahrhunderts. Es ist ein sogenanntes sprechendes Wappen, da die Korngarben auf eine volkstümliche Deutung des Ortsnamens Kerns verweisen.
Das Motiv befand sich bereits am 1768 geweihten Hochaltar der Pfarrkirche. Nach dem Kirchenbrand von 1813 erschien es auf Darstellungen, Fahnen und weiteren Gegenständen der Gemeinde.[13]
Persönlichkeiten
Mit Kerns verbunden sind unter anderem:
- Franz Abart (1769–1863), Bildhauer;
- Ignaz von Ah (1834–1896), katholischer Geistlicher und Schriftsteller;
- Josef Windlin, Zimmermeister und Erbauer der ersten Hohen Brücke;
- Otto Reinhard, Hotelier und Pionier der touristischen Erschliessung von Melchsee-Frutt;
- Beat von Deschwanden (* 1992), Schwinger;
- Matthias Glarner (* 1985), Schwingerkönig, zeitweise in Kerns wohnhaft.
Siehe auch
- Kanton Obwalden
- Geschichte des Kantons Obwalden
- Melchtal
- Melchsee-Frutt
- Kernwald
- Hohe Brücke (Obwalden)
- Sarneraatal
- Liste der Gemeinden des Kantons Obwalden
Literatur
- Niklaus von Flüe: Kerns. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
- Robert Durrer: Die Kunstdenkmäler des Kantons Unterwalden. Zürich 1899–1928.
- Karl Imfeld: Melchtaler Klostergeschichte. Melchtal 2010.
- Kulturkommission Kerns: Kunst- und Kulturgüter in der Gemeinde Kerns. Kerns.
- Angelo Garovi: Obwaldner Geschichte. Staatsarchiv Obwalden, Sarnen 2000.
- Peter Ming: Kerns und seine Geschichte. Kerns.
Weblinks
- Offizielle Website der Gemeinde Kerns
- Melchsee-Frutt
- Obwalden Tourismus
- Korporation Kerns
- Kerns im Historischen Lexikon der Schweiz
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 Gemeinde in Zahlen, Einwohnergemeinde Kerns, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 2,0 2,1 Vielfältiges Freizeitangebot, Einwohnergemeinde Kerns, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Einblicke ins Klosterleben: Drei Highlights aus dem Archiv des Klosters Melchtal, Kanton Obwalden, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Das Dorf Melchsee-Frutt, Tourismusverein Melchsee-Frutt, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Gemeindenamen, Einwohnergemeinde Kerns, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Baureglement der Einwohnergemeinde Kerns, Anhang zu den Kultur- und Archäologieobjekten, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 7,0 7,1 Niklaus von Flüe: Kerns. In: Historisches Lexikon der Schweiz, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 8,0 8,1 8,2 Kunst- und Kulturgüter in der Gemeinde Kerns, Kulturkommission Kerns, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Chronik von Melchsee-Frutt, Tourismusverein Melchsee-Frutt, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 10,0 10,1 Hohe Brücke, Einwohnergemeinde Sachseln, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Gemeindeversammlungen, Einwohnergemeinde Kerns, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Kerns informiert, Einwohnergemeinde Kerns, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Kernser Wappen, Einwohnergemeinde Kerns, abgerufen am 3. August 2026.
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