Holderbank AG
|
Holderbank |
|
|---|---|
|
Holderbank zwischen der Aare und dem Chestenberg
|
|
|
Gemeindedaten |
|
|
Staat |
|
|
Kanton |
|
|
Bezirk |
|
|
BFS-Nummer |
4199 |
|
Postleitzahl |
5113 |
|
Koordinaten |
47.43138° N, 8.16682° E |
|
Höhe |
365 m ü. M. |
|
Fläche |
2.33 km² |
|
Einwohner |
1609
|
|
Website |
|
Holderbank, zur Unterscheidung von der gleichnamigen Gemeinde im Kanton Solothurn häufig als Holderbank AG bezeichnet, ist eine Einwohnergemeinde im Kanton Aargau. Sie gehört zum Bezirk Lenzburg und liegt an der Aare zwischen Möriken-Wildegg und Brugg. Die langgestreckte Siedlung wird auf der einen Seite vom Fluss und auf der anderen Seite vom bewaldeten Chestenberg begrenzt.
Holderbank war über Jahrhunderte ein kleines, von Landwirtschaft und Weinbau geprägtes Dorf. Im 19. und 20. Jahrhundert entwickelte es sich zu einem Industriestandort. Besondere Bekanntheit erlangte die Gemeinde als Ursprungsort des Baustoffkonzerns Holcim, dessen Vorgängerunternehmen 1912 als Aargauische Portlandcement-Fabrik in Holderbank gegründet wurde.
Geographie
Holderbank liegt im nördlichen Teil des Bezirks Lenzburg, ungefähr auf halbem Weg zwischen den regionalen Zentren Lenzburg und Brugg. Das Dorf erstreckt sich auf einem schmalen Geländestreifen am rechten Ufer der Aare. Östlich der Siedlung erhebt sich der bewaldete Chestenberg, ein Ausläufer des Kettenjuras. Die offizielle Höhenlage der Gemeinde beträgt 365 Meter über Meer.[1]
Der Chestenberg beginnt südlich von Holderbank beim Schloss Wildegg und zieht sich als schmaler, stellenweise felsiger Höhenzug nach Norden und Osten. Zwischen seinen Ausläufern befinden sich ehemalige und teilweise noch erkennbare Steinbruch-, Kiesabbau- und Industrieflächen. Diese haben die Landschaft und die Siedlungsentwicklung der Gemeinde wesentlich mitgeprägt.
Das Gemeindegebiet umfasst rund 2,33 Quadratkilometer. Ein beträchtlicher Teil davon besteht aus Wald. Wegen der Aare, des steilen Berghangs und der früheren Abbaugebiete ist die für Wohn- und Gewerbebauten verfügbare Fläche vergleichsweise begrenzt.
Die Aare bildet einen wichtigen Bestandteil des Landschaftsbildes. Wege entlang des Flusses und des Aaredamms dienen der Naherholung. Die Uferbereiche bieten Lebensräume für Wasservögel und andere an Flusslandschaften gebundene Tier- und Pflanzenarten.
Nachbargemeinden sind Brugg und Schinznach im Norden, Lupfig im Osten, Möriken-Wildegg im Süden sowie Veltheim auf der gegenüberliegenden Seite der Aare im Westen.
Siedlungsstruktur
Holderbank entwickelte sich als Strassendorf entlang der historischen Verbindung von Wildegg nach Brugg und Schinznach. Der ältere Dorfkern liegt im südlichen Teil des Gemeindegebiets in der Umgebung der reformierten Kirche. Nördlich davon schliessen sich Wohnquartiere, Gewerbebauten und frühere Industrieareale an.
Die Siedlung bestand lange aus zwei räumlich voneinander getrennten Teilen. Dazwischen befand sich das ehemalige Steinbruchgebiet Schümel. Die Einwohnergemeinde kaufte das Areal 1988 von der damaligen Cementfabrik Holderbank. Ab 1990 wurde die Grube unter anderem mit Aushub- und Ausbruchmaterial aus dem Bözbergtunnel aufgefüllt. Damit entstand die Möglichkeit, die beiden Dorfteile baulich stärker miteinander zu verbinden und neue Flächen für die Gemeindeentwicklung zu gewinnen.[2]
Seit Beginn des 21. Jahrhunderts wurden mehrere neue Wohnbauten erstellt. Das starke Bevölkerungswachstum veränderte Holderbank von einer kleinen Industrie- und Arbeitergemeinde zunehmend zu einer Wohngemeinde im Einzugsgebiet von Aarau, Brugg und Lenzburg.
Geschichte
Frühzeit und römische Epoche
Einzelfunde aus der Jungsteinzeit und der Bronzezeit weisen auf eine frühe Anwesenheit von Menschen im Gebiet des heutigen Holderbank hin. Zudem wurden römisches Mauerwerk und Keramik sowie alemannische Gräber mit Beigaben entdeckt. Eine durchgehende Besiedlung lässt sich daraus jedoch nicht sicher ableiten.[3]
Die Lage an der Aare und an regionalen Verkehrswegen begünstigte die Nutzung des Gebiets. Die dauerhafte mittelalterliche Siedlung entwickelte sich vermutlich aus einem grundherrschaftlichen Hof.
Mittelalter
Die erste bekannte urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1259. Der Ort wurde damals als Halderwange bezeichnet. Weitere historische Schreibweisen waren Halderwanch, Halderwank und Holderwang. Der Name wird aus den althochdeutschen Wörtern holuntar für Holunder und wang für einen Hang oder Abhang erklärt. Er bedeutet somit ungefähr «Holunderhang».[2]
In der Urkunde von 1259 liessen Graf Rudolf von Habsburg, der spätere römisch-deutsche König Rudolf I., und Graf Gottfried von Habsburg-Laufenburg ihre Lehen der elsässischen Abtei Murbach aufzeichnen. Dazu gehörte die Vogtei über den Hof Holderbank, der mit dem Kloster im Hof in Luzern verbunden war.
Der Hof und die damit verbundenen Rechte wechselten später mehrmals den Besitzer. Die niedere Gerichtsbarkeit gelangte an die jeweiligen Inhaber von Schloss Wildegg. Besonders prägend war die Familie Effinger, die während mehrerer Jahrhunderte auf Wildegg herrschte und auch die Entwicklung Holderbanks beeinflusste.
Eine Kirche in Holderbank ist erstmals 1275 bezeugt. Ob Holderbank damals bereits als selbstständige Gemeinde oder weiterhin hauptsächlich als grundherrschaftlicher Hof galt, blieb noch bis ins späte 16. Jahrhundert umstritten.
Berner Herrschaft
Im Jahr 1415 eroberten die Eidgenossen den bis dahin habsburgischen Aargau. Holderbank kam unter die Herrschaft der Stadt Bern und gehörte fortan zum Berner Aargau. Innerhalb der bernischen Verwaltung war das Dorf dem Amt Lenzburg und dem Gerichtsbezirk Möriken zugeordnet.
Die lokale Verwaltung und Gerichtsbarkeit lagen während mehr als drei Jahrhunderten weitgehend in den Händen der Familie Effinger. 1528 führte Bern in seinem Herrschaftsgebiet die Reformation ein. Damit wurde auch die Kirchgemeinde Holderbank reformiert.
Holderbank blieb eine kleine Siedlung. Im Jahr 1559 wurden lediglich zehn Feuerstätten gezählt, was ungefähr zehn Haushaltungen entsprach. 1764 lebten 155 Personen im Dorf. Die Bevölkerung ernährte sich hauptsächlich von Landwirtschaft, Viehhaltung und Weinbau. Wiederkehrende Hochwasser der Aare konnten landwirtschaftlich genutzte Flächen beschädigen oder abtragen.[3]
Helvetik und Kantonsgründung
Mit dem Zusammenbruch der alten bernischen Herrschaft im Jahr 1798 endete die politische Zugehörigkeit zum Berner Aargau. Während der Helvetischen Republik gehörte Holderbank zum kurzlebigen Kanton Aargau und zeitweise zu neu geschaffenen Verwaltungsbezirken.
Durch die Mediationsakte von 1803 entstand der heutige Kanton Aargau. Holderbank wurde eine selbstständige Gemeinde im Bezirk Lenzburg. Bei der Kantonsgründung wurden im Ort 46 Haushaltungen und 252 Einwohnerinnen und Einwohner gezählt.[2]
Landwirtschaft und frühe Industrialisierung
Bis weit ins 19. Jahrhundert dominierten Landwirtschaft und Weinbau das Wirtschaftsleben. 1764 umfassten die Rebflächen ungefähr zehn Hektaren; gegen Ende des 19. Jahrhunderts waren es zeitweise noch mehr. Danach ging der Weinbau stark zurück und verschwand schliesslich vollständig aus dem Gemeindegebiet.
Im 18. und 19. Jahrhundert bot die Verarbeitung von Textilien einen zusätzlichen Erwerbszweig. 1835 wurde eine Baumwollfabrik gegründet. Nachdem diese ihren Betrieb eingestellt hatte, nutzte man die vorhandenen Gebäude für die Herstellung von hydraulischem Kalk. Damit begann die Entwicklung Holderbanks zu einem Standort der Baustoffindustrie.
Die natürlichen Kalkstein-, Kies- und Tonvorkommen sowie die Nähe zur Eisenbahn und zu regionalen Absatzmärkten boten günstige Voraussetzungen für industrielle Betriebe. Steinbrüche und Abbauflächen wurden zu einem charakteristischen Bestandteil der lokalen Landschaft.
Zementindustrie und Holcim
Am 15. Februar 1912 gründete der Unternehmer Adolf Gygi in Holderbank die Aargauische Portlandcement-Fabrik. Das Unternehmen produzierte Zement für den Schweizer Binnenmarkt und entwickelte sich innerhalb weniger Jahre von einem regionalen Werk zu einem international tätigen Baustoffunternehmen.[4]
1914 schloss sich die Holderbanker Fabrik mit der Rheintalischen Cementfabrik Rüti des Industriellen Ernst Schmidheiny zusammen. Der Erste Weltkrieg führte vorübergehend zu Produktionsunterbrüchen, doch in den 1920er Jahren begann eine rasche internationale Expansion. Das Unternehmen errichtete ein Beteiligungsnetz in Europa und engagierte sich ab 1927 auch in Ägypten.
1930 wurden die Fabrikation und die internationalen Beteiligungen organisatorisch voneinander getrennt. Die Holdinggesellschaft Holderbank Financière Glarus AG entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten zu einem weltweit tätigen Konzern. Der Name des kleinen Aargauer Dorfes wurde dadurch in der internationalen Zementindustrie bekannt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg profitierte das Unternehmen vom Bauboom, vom Ausbau der Wasserkraft und vom Bau des schweizerischen Nationalstrassennetzes. Die Konzernaktivitäten wurden auf Nord- und Südamerika, Afrika, Asien und den pazifischen Raum ausgeweitet.
Die eigentliche Zementproduktion am Ursprungsort wurde ab den 1970er Jahren schrittweise reduziert und nach Rekingen verlagert. Im Jahr 2001 änderte der Konzern seinen Namen von Holderbank zu Holcim. Die Bezeichnung wurde aus dem Ortsnamen Holderbank und dem französischen Wort ciment für Zement gebildet.[4]
Weitere Industriebetriebe
Neben der Zementproduktion bestanden in Holderbank weitere Betriebe der Baustoffindustrie. Eine Tonwarenfabrik stellte Dachziegel und Mauersteine her. Holderbanker Ton wurde zudem als Dichtungsmaterial verwendet, unter anderem beim Bau des Staudamms auf der Göscheneralp. Später diente aufbereiteter Ton auch als Rohstoff für andere industrielle Produkte.
Die Tonwarenfabrik stellte ihren Betrieb 1974 ein. Der Rückgang der Zementproduktion führte ebenfalls zum Verlust zahlreicher Arbeitsplätze und Steuereinnahmen. Für die Gemeinde bedeutete dieser Strukturwandel eine erhebliche finanzielle Belastung.
1982 siedelte sich die Gipsunion AG in Holderbank an. Das später in FIXIT AG umbenannte Unternehmen stellt Baustoffe und Systeme für Fassaden, Wände, Böden und den Tiefbau her. Holderbank ist weiterhin Standort der Verwaltung sowie eines Produktions- und Logistikbetriebs des Unternehmens.[5]
Bevölkerung
Holderbank wuchs bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts vor allem im Zusammenhang mit der Industrialisierung. Nach einer längeren Phase mit vergleichsweise stabilen Einwohnerzahlen setzte im 21. Jahrhundert erneut ein deutliches Wachstum ein. Zwischen 2000 und 2025 hat sich die Einwohnerzahl mehr als verdoppelt.
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1900 | 303 |
| 1920 | 550 |
| 1980 | 784 |
| 2000 | 803 |
| 2010 | 920 |
| 2020 | 1'408 |
| 2024 | 1'571 |
| 2025 | 1'609 |
Die Angaben für die jüngere Zeit beruhen auf der kommunalen Bevölkerungsstatistik.[1] Das Wachstum führte zu einer Ausdehnung der Wohnquartiere und zu steigenden Anforderungen an die kommunale Infrastruktur. Trotz der industriellen Vergangenheit besitzt Holderbank heute auch den Charakter einer Pendler- und Wohngemeinde.
Die Alltagssprache ist überwiegend Deutsch. Durch Zuwanderung aus anderen Regionen der Schweiz und aus dem Ausland ist die Bevölkerung sprachlich und kulturell vielfältiger geworden.
Politik und Verwaltung
Die gesetzgebende Gewalt der Einwohnergemeinde wird durch die Gemeindeversammlung ausgeübt. Die stimmberechtigten Einwohnerinnen und Einwohner entscheiden dort unter anderem über das Budget, die Gemeinderechnung, den Steuerfuss, Reglemente und grössere Investitionen.
Die Exekutive bildet der fünfköpfige Gemeinderat. Er leitet die Gemeinde, vollzieht die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und nimmt die vom Kanton übertragenen Aufgaben wahr. Die Amtsperiode 2026–2029 wird von Gemeindeammann Urs Pfründer geführt.[6]
Holderbank gehört für kantonale Verwaltungs- und Gerichtsaufgaben zum Bezirk Lenzburg. Das zuständige erstinstanzliche Gericht ist das Bezirksgericht Lenzburg.
Die Gemeindeverwaltung befindet sich an der Talstrasse 5. Als amtliches Publikationsorgan dient unter anderem der Lenzburger Bezirksanzeiger.
Wirtschaft
Die wirtschaftliche Geschichte Holderbanks ist eng mit der Gewinnung und Verarbeitung mineralischer Rohstoffe verbunden. Kalkstein, Kies, Ton, Gips und andere Baustoffe bildeten während langer Zeit die Grundlage der lokalen Industrie.
Die industrielle Nutzung hinterliess grosse Fabrik-, Steinbruch- und Lagerflächen. Nach der Einstellung oder Verlagerung einzelner Produktionszweige wurden Teile dieser Areale umgenutzt, aufgefüllt oder für neue Gewerbe- und Wohnbauten erschlossen.
Ein bedeutender Arbeitgeber und Gewerbesteuerzahler ist die FIXIT AG. Das Unternehmen unterhält in Holderbank seine Schweizer Verwaltung sowie Anlagen für Produktion, Lagerung und Auslieferung. Daneben bestehen kleinere Unternehmen aus den Bereichen Bau, Handwerk, Handel und Dienstleistungen.
Die Landwirtschaft spielt heute nur noch eine geringe wirtschaftliche Rolle. Im Gemeindegebiet bestehen einzelne Ackerbaubetriebe, während der früher bedeutende Weinbau vollständig verschwunden ist.
Viele Einwohnerinnen und Einwohner arbeiten ausserhalb der Gemeinde. Gute Bahn- und Strassenverbindungen ermöglichen das Pendeln in Richtung Brugg, Aarau, Lenzburg, Baden und Zürich.
Verkehr
Holderbank liegt an der Hauptstrasse 5, die von Aarau über Wildegg und Brugg in Richtung Koblenz und Waldshut führt. Der Anschluss Aarau-Ost an die Autobahn A1 befindet sich wenige Kilometer südlich der Gemeinde.
Durch Holderbank verläuft die Eisenbahnstrecke von Aarau über Rupperswil und Brugg nach Baden. Obwohl die Bahnlinie bereits im 19. Jahrhundert gebaut worden war, erhielt das Dorf erst 1999 eine eigene Haltestelle. Gleichzeitig wurde die frühere Busverbindung nach Wildegg und Lenzburg aufgehoben.[2]
Die Haltestelle Holderbank AG wird von Zügen der Aargauer S-Bahn bedient. Sie bietet direkte regionale Verbindungen nach Aarau und Brugg sowie Anschlüsse an den nationalen Bahnverkehr.[7]
Entlang der Aare verlaufen Fuss- und Velowege. Brücken in den benachbarten Gemeinden verbinden Holderbank mit den Ortschaften auf der westlichen Flussseite.
Bildung
In Holderbank bestehen ein Kindergarten und eine Primarschule. Die Schule erfüllt neben ihrer Bildungsfunktion auch eine wichtige Rolle im gesellschaftlichen Leben der Gemeinde.
Die höheren Stufen der obligatorischen Schule werden regional organisiert. Schülerinnen und Schüler besuchen die Real-, Sekundar- oder Bezirksschule in umliegenden Gemeinden, insbesondere in Möriken-Wildegg. Kantonsschulen befinden sich unter anderem in Aarau und Baden.
Sehenswürdigkeiten
Reformierte Kirche
Die reformierte Kirche ist das bedeutendste historische Bauwerk Holderbanks. Ein Vorgängerbau wurde bereits 1275 erwähnt. Die heutige Kirche entstand 1701 und 1702 als Stiftung eines Mitglieds der Familie Effinger. Baumeister war der Berner Münsterwerkmeister Samuel Jenner, einer der führenden Vertreter des bernischen Hochbarocks.[8]
Der schlichte Saalbau besitzt einen polygonalen Chor, einen Frontturm und ein barockes Portal. Im Innern befinden sich Grabplatten und Gedenktafeln der Familie Effinger, die die Kirche als Begräbnisstätte nutzte.
Besonders wertvoll ist ein spätgotischer Taufstein aus Sandstein von 1475. Er trägt das Wappen von Hans Heinrich von Ballmoos, der Herr zu Wildegg und Wartenstein war. Der Taufstein wurde 2016 restauriert. Die Kirche steht seit 1960 unter kantonalem Denkmalschutz.
Pfarrhaus und historische Bauten
In der Umgebung der Kirche befinden sich das historische Pfarrhaus und weitere Gebäude, die an den früheren Dorfkern erinnern. Zusammen mit der Kirche bilden sie ein Ensemble, das den Übergang vom landwirtschaftlich geprägten Dorf zur späteren Industriegemeinde dokumentiert.
Auch einzelne Schul-, Wohn- und Gewerbebauten aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert sind für die Ortsgeschichte von Bedeutung. Zu den charakteristischen Anlagen gehört die 1924 errichtete Turnhalle mit Theatersaal.
Industrie- und Kulturlandschaft
Die ehemaligen Steinbrüche, Produktionsflächen und Arbeitersiedlungen sind Teil der industriellen Kulturlandschaft Holderbanks. Sie erinnern an die Zeit, in der die Zement-, Kalk- und Tonindustrie den Ort wirtschaftlich und gesellschaftlich bestimmte.
Die aufgefüllte Schümel-Grube verdeutlicht den späteren Wandel von einem Abbau- und Industrieareal zu einem Gebiet für die Siedlungsentwicklung. Auch wenn zahlreiche ältere Anlagen verschwunden oder umgenutzt worden sind, bleibt die industrielle Vergangenheit im Ortsbild erkennbar.
Wappen
Das Gemeindewappen zeigt in einem roten Feld einen grünen Holunderbusch mit fünf weissen Blütendolden, der von einer weissen Rundbank umgeben ist.
Es handelt sich um ein redendes Wappen, das den Ortsnamen bildlich als «Holunder auf einer Bank» darstellt. Sprachgeschichtlich beruht diese Deutung jedoch auf einem Missverständnis. Der zweite Bestandteil des historischen Namens bezeichnet keinen Sitz, sondern einen Hang oder Abhang. Das heutige Wappen ist seit dem 19. Jahrhundert auf Gemeindesiegeln nachweisbar.
Persönlichkeiten
- Jakob Friedrich Ehrhart (1742–1795), Apotheker und Botaniker, in Holderbank geboren
Literatur
- Georg Boner: 700 Jahre Holderbank 1259–1959. Einwohnergemeinde Holderbank, Holderbank 1959.
- Anne-Marie Dubler: Holderbank (AG). In: Historisches Lexikon der Schweiz.
- Urs Frick: Reformierte Kirche Holderbank: Hofkirche der Effinger. Reformierte Landeskirche Aargau, Aarau 2018.
Weblinks
- Offizielle Website der Gemeinde Holderbank
- Holderbank im Historischen Lexikon der Schweiz
- Gemeindeporträt bei Statistik Aargau
- Reformierte Kirche Holderbank
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 Gemeinde Holderbank: In Kürze, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 2,0 2,1 2,2 2,3 Gemeinde Holderbank: Geschichte von Holderbank, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ 3,0 3,1 Anne-Marie Dubler: Holderbank (AG). In: Historisches Lexikon der Schweiz, Version vom 6. Mai 2008.
- ↑ 4,0 4,1 Holcim Schweiz: Unsere Geschichte – eine Zeitreise durch mehr als ein Jahrhundert, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ FIXIT AG: Verwaltung Holderbank, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Gemeinde Holderbank: Behörden und Gemeinderat, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Schweizerische Bundesbahnen: Bahnhof Holderbank AG, abgerufen am 3. August 2026.
- ↑ Reformierte Kirchen Aargau: Kirchen- und Baugeschichte Holderbank, abgerufen am 3. August 2026.
Wikimedia Commons: Medien zu Holderbank AG