Bezirk March

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Bezirk March
Kanton Schwyz
Hauptort Lachen
Gemeinden 9
Fläche 187 km²
Einwohner 46'378
Stand 31. Dezember 2025
Bevölkerungsdichte rund 248 Einwohner je km²
Bevölkerungsreichste Gemeinde Schübelbach
Höchster Punkt Mutteristock, 2294 m ü. M.
Bedeutende Gewässer Obersee, Linthkanal, Wägitaler Aa und Wägitalersee
Bezirksammann Marco Minuz
Website www.bezirk-march.ch

Der Bezirk March ist einer der sechs Bezirke des Kantons Schwyz. Er umfasst neun politische Gemeinden am Südufer des Obersees, in der Linthebene und im Wägital. Hauptort und Sitz der Bezirksbehörden ist Lachen.

Der Bezirk reicht von den dicht besiedelten See- und Talgebieten auf rund 400 Metern Höhe bis zu den voralpinen und alpinen Landschaften des Wägitals. Sein höchster Punkt ist der 2294 Meter hohe Mutteristock. Die Landschaft wird durch den Obersee, die Wägitaler Aa, den Linthkanal, den Buechberg, die Ausläufer der Schwyzer Voralpen und den Wägitalersee geprägt.

Ende 2025 lebten 46'378 Personen im Bezirk. Die bevölkerungsreichsten Gemeinden sind Schübelbach, Lachen und Altendorf. Während Lachen und die Gemeinden entlang der Hauptverkehrsachsen zunehmend städtische und suburbane Merkmale aufweisen, sind Vorderthal und Innerthal weiterhin stark durch Berglandwirtschaft, Wald und Streusiedlungen geprägt.[1]

Anders als Bezirke in vielen anderen Schweizer Kantonen ist die March nicht bloss eine Verwaltungseinheit des Kantons. Sie bildet eine eigenständige öffentlich-rechtliche Gebietskörperschaft mit Bezirksversammlung, Bezirksrat, eigenem Steuerfuss und eigenen Aufgaben. Der Bezirk führt unter anderem die Sekundarstufe I, unterhält Bezirksstrassen, erfüllt Aufgaben im Wasserbau und betreibt verschiedene Verwaltungs- und Justizstellen.[2]

Name

Der Name «March» geht auf das althochdeutsche und mittellateinische Wort für eine Grenze oder ein Grenzgebiet zurück. Vergleichbare Begriffe sind «Mark», «Markung» und «Gemarkung».

Eine fränkische Urkunde aus dem Jahr 844 bezeichnete die Gegend um Tuggen als marcha tuccunie. Der Ausdruck kann sinngemäss als «Grenzgebiet von Tuggen» verstanden werden. Gemeint war wahrscheinlich die Grenzlandschaft zwischen dem alemannischen Siedlungsraum und dem rätischen beziehungsweise churrätischen Einflussgebiet.[3]

Der Name blieb über die mittelalterlichen Herrschaftswechsel hinweg erhalten. Er bezeichnete zunächst eine Landschaft und politische Gemeinschaft, später den modernen Bezirk.

Die Einwohner werden als Märchlerinnen und Märchler bezeichnet. Das Adjektiv lautet «Märchler», beispielsweise in den Ausdrücken «Märchler Rathaus», «Märchler Dialekt» oder «Märchler Landschaft».

Geographie

Lage und Grenzen

Der Bezirk March liegt im Nordosten des Kantons Schwyz. Er umfasst das südliche Ufer des Obersees, einen Teil der Linthebene sowie das nach Süden ansteigende Wägital.

Im Norden und Nordosten grenzt der Bezirk an den Kanton St. Gallen. Der Obersee und der Linthkanal bilden über längere Abschnitte die Kantonsgrenze. Im Osten stösst die March an den Kanton Glarus. Im Süden grenzen die Schwyzer Bezirke Schwyz und Einsiedeln an, im Westen der Bezirk Höfe.

Der Bezirk besitzt eine Fläche von rund 187 Quadratkilometern. Davon entfallen nach Angaben des Bezirks 7,5 Prozent auf Siedlungsflächen, 43,8 Prozent auf Kulturland, 32,3 Prozent auf Wald und 16,4 Prozent auf unproduktive Flächen.[4]

Die Landschaft lässt sich in vier grössere Räume gliedern:

  • das Seeufer zwischen Altendorf, Lachen, Nuolen und Tuggen;
  • die flache Linthebene im Raum Wangen, Tuggen, Schübelbach und Reichenburg;
  • die voralpinen Hanggebiete südlich der Talebene;
  • das von Vorderthal und Innerthal gebildete Wägital.

Obersee

Hauptartikel: Obersee (Zürichsee)

Der Obersee bildet den östlichen Teil des Zürichsees. Die Gemeinden Altendorf, Lachen, Wangen und Tuggen besitzen einen direkten oder unmittelbaren landschaftlichen Bezug zum See.

Lachen liegt auf dem Delta der Wägitaler Aa und besitzt einen Hafen, eine Quaianlage und ein weitgehend überbautes Gemeindegebiet. Altendorf erstreckt sich vom Seeufer über sanfte Hänge bis in die voralpine Höhenzone.

Zur Gemeinde Wangen gehört das Dorf Nuolen mit Hafenanlagen, Strandbereichen und dem Flugplatz Wangen-Lachen. Auch Tuggen lag historisch wesentlich näher an einer offenen Wasserfläche als heute. Der frühere Tuggenersee verlandete im Verlauf der Jahrhunderte und verschwand spätestens infolge der Linthkorrektion weitgehend aus der Landschaft.[5]

Der Obersee wird für Schifffahrt, Fischerei, Wassersport und Naherholung genutzt. Die Uferzonen enthalten neben dicht bebauten Abschnitten auch Riedflächen und ökologisch wertvolle Flachwasserbereiche.

Linthebene

Die Linthebene erstreckt sich östlich des Obersees zwischen den Kantonen Schwyz, St. Gallen und Glarus. Auf Märchler Gebiet gehören insbesondere Teile der Gemeinden Wangen, Tuggen, Schübelbach und Reichenburg zu dieser Ebene.

Vor der Regulierung der Linth war die Landschaft von Überschwemmungen, wechselnden Flussläufen, Sümpfen und stehenden Gewässern geprägt. Die wiederkehrenden Hochwasser erschwerten Landwirtschaft, Verkehr und dauerhafte Besiedlung.

Die zwischen 1807 und 1823 verwirklichte Linthkorrektion leitete die Linth durch den Escherkanal in den Walensee und anschliessend durch den Linthkanal in den Obersee. Dadurch wurde der Wasserhaushalt der gesamten Ebene grundlegend verändert.

Spätere Meliorationen, Entwässerungen und Hochwasserschutzbauten schufen grosse landwirtschaftlich nutzbare Flächen. Heute wird die Linthebene von Äckern, Wiesen, Kanälen, Verkehrswegen, Siedlungen und Gewerbegebieten geprägt.

Trotz der technischen Eingriffe bestehen Feuchtgebiete und Naturschutzflächen. Sie bieten Lebensraum für Amphibien, Wasservögel, Insekten und spezialisierte Pflanzenarten.

Wägital

Hauptartikel: Wägital

Das Wägital bildet den südlichen, gebirgigen Teil des Bezirks. Es wird von den Gemeinden Vorderthal und Innerthal eingenommen und durch die Wägitaler Aa entwässert.

Vorderthal liegt auf der unteren Talstufe zwischen dem Grossen Aubrig und dem Gugelberg. Innerthal befindet sich am Wägitalersee und wird von hohen Kalkbergen umgeben. Die beiden Talkessel sind durch eine enge Schlucht miteinander verbunden.[6]

Das Tal war bis ins 19. Jahrhundert nur schwer erreichbar. An der Bezirkslandsgemeinde von 1830 wurde der Bau einer Fahrstrasse beschlossen. Die neue Verbindung durch die Schlucht konnte 1861 eröffnet werden.[7]

Die Landschaft ist durch steile Waldhänge, Alpweiden, Felsgebiete und zahlreiche Bergbäche geprägt. Wichtige Erhebungen sind:

  • Mutteristock, 2294 m ü. M.;
  • Zindlenspitz, 2097 m ü. M.;
  • Chöpfenberg, 1879 m ü. M.;
  • Bockmattli, 1932 m ü. M.;
  • Gross Aubrig, 1695 m ü. M.;
  • Fluebrig, 2092 m ü. M.

Das Wägital ist ein bedeutendes Wander-, Kletter- und Skitourengebiet. Besonders das Bockmattli ist als Kletterberg bekannt.

Wägitalersee

Hauptartikel: Wägitalersee

Der Wägitalersee ist ein künstlicher Stausee in der Gemeinde Innerthal. Er entstand zwischen 1922 und 1924 durch den Bau einer 66 Meter hohen Gewichtsmauer.

Der frühere Talboden mit Häusern, Strassen, landwirtschaftlichen Flächen und der alten Pfarrkirche wurde überflutet. Das Dorf Innerthal entstand an höherer Lage neu. Die alte Kirche wurde vor dem Aufstauen des Sees gesprengt.[8]

Das Wasser wird im Kraftwerk Wägital zur Stromproduktion genutzt. Die Kraftwerkszentrale befindet sich bei Rempen zwischen Siebnen und Vorderthal. Der Stausee dient ausserdem der Fischerei und dem Tourismus.

Fliessgewässer

Das wichtigste Fliessgewässer ist die Wägitaler Aa. Sie entspringt im Berggebiet von Innerthal, durchfliesst den Wägitalersee und erreicht über Vorderthal, Siebnen und Galgenen den Obersee bei Lachen.

Weitere Gewässer sind unter anderem:

  • Spreitenbach;
  • Rütibach;
  • Mühlebach;
  • Trepsenbach;
  • Rüteli- und Seitenbäche des Wägitals;
  • Linthkanal;
  • verschiedene Entwässerungs- und Meliorationskanäle der Linthebene.

Die Wägitaler Aa und ihre Zuflüsse verursachten wiederholt Überschwemmungen. Flussverbauungen, Geschieberückhalt, Dämme und Aufweitungen sollen Siedlungen und Verkehrswege schützen.

Im Juni 2026 stimmten die Märchler Stimmberechtigten einer Neuorganisation des Hochwasserschutzes und des Gewässerunterhalts zu. Der Bezirk soll dabei Aufgaben übernehmen, die zuvor teilweise durch mehrere Wuhrkorporationen erfüllt wurden.[9]

Natur und Schutzgebiete

Zu den bedeutenden Naturräumen gehören:

  • das Nuoler Ried;
  • die Flachwasser- und Uferbereiche des Obersees;
  • der Buechberg;
  • die Feuchtgebiete und Kanallandschaften der Linthebene;
  • die Wälder der voralpinen Hänge;
  • die Berglandschaft um den Wägitalersee;
  • die Felsgebiete des Bockmattli und des Mutteristocks.

Das Nuoler Ried in der Gemeinde Wangen ist ein bedeutendes Feuchtgebiet mit seltenen Pflanzen- und Vogelarten. Es bildet gemeinsam mit weiteren Ufer- und Riedflächen einen wichtigen Bestandteil des ökologischen Netzes am Obersee.[10]

Die tieferen Lagen stehen unter starkem Siedlungs- und Verkehrsdruck. In den Berggebieten entstehen Konflikte zwischen Tourismus, Forstwirtschaft, Alpwirtschaft und Naturschutz.

Gemeinden

Der Bezirk besteht aus neun politischen Gemeinden. Die Einwohnerzahlen entsprechen der offiziellen ständigen Wohnbevölkerung am 31. Dezember 2025.[1]

Gemeinde Einwohner Fläche Bedeutende Ortschaften und Gebiete
Lachen 9'380 4,3 km² Lachen, Bezirkshauptort und regionales Zentrum
Altendorf 7'467 24,6 km² Altendorf, Seestatt und Alt-Rapperswil
Galgenen 5'436 13,3 km² Galgenen und Siebnen-Galgenen
Vorderthal 1'007 28,0 km² Vorderthal und Streusiedlungen im unteren Wägital
Innerthal 191 50,2 km² Innerthal und Wägitalersee
Schübelbach 9'863 29,0 km² Schübelbach, Buttikon und Siebnen-Schübelbach
Tuggen 3'432 15,1 km² Tuggen, Grinau und Linthgebiet
Wangen 5'490 11,0 km² Wangen, Nuolen und Siebnen-Wangen
Reichenburg 4'112 11,6 km² Reichenburg und Teile der Linthebene
Bezirk March 46'378 rund 187 km²

Siebnen

Hauptartikel: Siebnen

Eine schweizweit ungewöhnliche Besonderheit ist die politische Aufteilung der Ortschaft Siebnen. Das zusammenhängende Dorfgebiet gehört zu drei Gemeinden:

  • Galgenen;
  • Schübelbach;
  • Wangen.

Die Gemeindegrenzen verlaufen teilweise mitten durch das Siedlungsgebiet. Kirchlich, postalisch und im alltäglichen Leben bildet Siebnen jedoch weitgehend eine Einheit.[11]

Der Bahnhof Siebnen-Wangen liegt auf Wangner Gemeindegebiet. Die reformierte Kirche, die katholische Herz-Jesu-Kirche, Schulen, Geschäfte und Gewerbebetriebe werden von Einwohnern aller drei Gemeindeteile genutzt.

Lachen als Hauptort

Lachen ist politischer, wirtschaftlicher und administrativer Hauptort des Bezirks. Hier befinden sich:

  • Bezirkskanzlei und Kassieramt;
  • Bezirksgericht;
  • Erbschaftsamt;
  • Notariat, Grundbuch- und Konkursamt;
  • zentrale Einrichtungen der Sek 1 March;
  • Spital Lachen;
  • Bezirks- und Regionalorganisationen.

Die sehr kleine Gemeindefläche ist nahezu vollständig überbaut. Lachen besitzt mit seinem Hafen, der Quaianlage, dem historischen Rathaus und der doppeltürmigen Pfarrkirche ein klar erkennbares Ortszentrum.[12]

Bevölkerung

Die March gehörte in den vergangenen Jahrzehnten zu den stark wachsenden Regionen des Kantons Schwyz. Das Wachstum konzentrierte sich vor allem auf Lachen, Altendorf, Galgenen, Schübelbach, Wangen und Reichenburg.

Jahr Einwohner
1850 rund 12'000
1900 rund 15'000
1950 rund 22'000
1980 rund 25'000
1990 27'764
2000 33'691
2009 37'614
2019 43'528
2024 46'101
2025 46'378

Die älteren Werte sind gerundet und beruhen auf historischen Volkszählungen und kantonalen Zahlenspiegeln. Neuere Werte stammen aus kantonalen Einwohnerregistern und der Bevölkerungsstatistik des Bundes.

Das Wachstum wird durch die Lage zwischen den Wirtschaftsräumen Zürich, Rapperswil-Jona, Pfäffikon und Glarus begünstigt. Viele Einwohner pendeln ausserhalb des Bezirks zur Arbeit. Gleichzeitig bieten Lachen, Altendorf, Siebnen, Buttikon, Tuggen und Reichenburg zahlreiche eigene Arbeitsplätze.

Der Anteil ausländischer Staatsangehöriger unterscheidet sich deutlich zwischen den Gemeinden. Ende 2025 lebten im Bezirk 11'825 ausländische Personen mit einer Aufenthaltsbewilligung von mindestens zwölf Monaten. Dies entsprach gut einem Viertel der ständigen Wohnbevölkerung.[1]

Sprache

Amtssprache ist Deutsch. Im Alltag wird überwiegend Schweizerdeutsch gesprochen.

Der traditionelle Dialekt der Region wird als Märchlerdeutsch, Märchlerisch oder im Dialekt als «Märchlertüütsch» bezeichnet. Er gehört zum hochalemannischen Dialektraum und weist Übergangsmerkmale zwischen den Mundarten der Zentralschweiz, des Zürichseegebiets, des Glarnerlands und der Ostschweiz auf.

Durch Zuwanderung und Mobilität haben sich die sprachlichen Verhältnisse verändert. Neben Deutsch werden unter anderem Albanisch, Italienisch, Portugiesisch, Englisch, Spanisch und südslawische Sprachen gesprochen.

Religion

Die March war historisch römisch-katholisch geprägt. Klöster wie Einsiedeln, Pfäfers und Rüti sowie die Bistümer Konstanz und Chur besassen zeitweise kirchliche und grundherrschaftliche Rechte.

Die Reformation konnte sich in der Landschaft nicht dauerhaft durchsetzen. Seit dem 19. Jahrhundert nahm der Anteil der reformierten Bevölkerung durch Industrialisierung und Zuwanderung zu. Die 1878 eingeweihte reformierte Kirche in Siebnen wurde zum Zentrum der evangelisch-reformierten Bevölkerung der Region.

Heute leben im Bezirk Angehörige verschiedener christlicher Kirchen, islamischer Gemeinschaften und weiterer Religionen sowie eine wachsende Zahl konfessionsloser Personen.

Politische Organisation

Rechtsstellung

Die Bezirke des Kantons Schwyz sind eigenständige Gebietskörperschaften. Der Bezirk March besitzt eigene Behörden, Vermögen, Steuereinnahmen und Verwaltungsaufgaben.

Diese Stellung unterscheidet ihn von Bezirken in Kantonen, die lediglich territoriale Einheiten der kantonalen Verwaltung oder der Gerichtsorganisation darstellen.

Die wichtigsten politischen Organe sind:

  • die Stimmberechtigten;
  • die Bezirksversammlung;
  • der Bezirksrat;
  • die Rechnungsprüfungskommission;
  • der Bezirksschulrat;
  • weitere Kommissionen und Behörden.

Bezirksversammlung

Die Bezirksversammlung findet gewöhnlich im April und im Dezember statt. Stimmberechtigt sind die im Bezirk wohnhaften Personen mit kantonalem Stimmrecht.

Die Versammlung behandelt insbesondere:

  • Jahresrechnung und Rechenschaftsbericht;
  • Budget und Finanzplan;
  • Festsetzung des Bezirkssteuerfusses;
  • Kredite und Investitionsvorlagen;
  • Reglemente;
  • grössere Sachgeschäfte.

Die Anwesenden können Vorlagen beraten, ändern oder ergänzen. Geschäfte, die eine Urnenabstimmung erfordern, werden anschliessend den Stimmberechtigten des gesamten Bezirks vorgelegt.[2]

Die heutige Bezirksversammlung ist nicht mit der historischen Landsgemeinde gleichzusetzen. Sie setzt jedoch die Tradition einer eigenständigen Märchler politischen Öffentlichkeit fort.

Bezirksrat

Der Bezirksrat ist die Exekutive des Bezirks und besteht aus sieben nebenamtlich tätigen Mitgliedern.[13]

Bezirksammann für die Amtsperiode 2026 bis 2028 ist Marco Minuz. Er wurde am 19. April 2026 gewählt und trat sein Amt am 1. Juli 2026 an.[14]

Dem Bezirksrat gehören im August 2026 an:

Mitglied Funktion
Marco Minuz Bezirksammann
Yvonne Dobler Statthalterin
Kurt Bruhin Säckelmeister
Beatrice Lucchini Bezirksrätin
Janine Bodmer Bezirksrätin
Alexandra Zahner-Marty Bezirksrätin
Armin Züger Bezirksrat

Janine Bodmer wurde am 14. Juni 2026 in einer Ersatzwahl gewählt.[15]

Aufgaben des Bezirks

Zu den Hauptaufgaben gehören:

  • Führung der Sekundarstufe I;
  • Bau und Unterhalt der Bezirksstrassen;
  • Wasserbau und Aufsicht über Fliessgewässer;
  • Bezirksgericht und Einzelrichteramt;
  • Erbschaftsamt;
  • Notariat und Grundbuchamt;
  • Konkursamt;
  • mobiles Rettungswesen;
  • Kinder- und Jugendförderung;
  • Beteiligung an regionalen Gesundheitsinstitutionen;
  • Verwaltung eigener Liegenschaften und Anlagen.

Der Bezirk führt damit Aufgaben aus, die in anderen Kantonen häufig von Gemeinden, Gemeindeverbänden oder kantonalen Stellen erfüllt werden.

Bezirksgericht

Das Bezirksgericht March hat seinen Sitz in Lachen. Es ist die erstinstanzliche Gerichtsbehörde für Zivil- und Strafsachen im Rahmen der kantonalen Gerichtsorganisation.

Zum gerichtlichen Bereich gehören auch Einzelrichterfunktionen und das Erbschaftsamt. Das Gericht ist in seiner Rechtsprechung unabhängig und organisatorisch von der politischen Bezirksverwaltung getrennt.

Bezirkssteuer

Der Bezirk erhebt einen eigenen Steuerfuss. Die Einnahmen dienen insbesondere der Finanzierung der Sekundarstufe, der Bezirksverwaltung, der Justiz, der Strassen, des Gewässerunterhalts und weiterer regionaler Aufgaben.

Über den Steuerfuss wird im Rahmen des jährlichen Voranschlags entschieden. Die Bezirkssteuer kommt zu den kantonalen, kommunalen und gegebenenfalls kirchlichen Steuern hinzu.

Wappen

Das Wappen des Bezirks March zeigt:

«In Rot einen schwarzen Ring.»

Der Ring ist seit Jahrhunderten als Zeichen der Landschaft March belegt. Auf historischen Siegeln erscheint er teilweise gemeinsam mit dem Schwyzer Kantonswappen.

Ein Kanzleisiegel aus dem 19. Jahrhundert zeigt das Märchler Wappen mit schwarzem Ring neben dem roten Schwyzer Schild mit weissem Kreuz.[16]

Die genaue ursprüngliche Bedeutung des Rings ist nicht abschliessend geklärt. Er wird häufig als Zeichen der politischen Geschlossenheit der Landschaft interpretiert. Eine sichere mittelalterliche Deutung ist jedoch nicht überliefert.

Geschichte

Frühgeschichte und frühes Mittelalter

Die Ufer des Obersees und die erhöhten Lagen am Rand der Linthebene waren bereits in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt. Archäologische Funde weisen auf Verkehrs- und Siedlungsaktivitäten in der Bronze- und Eisenzeit hin.

In römischer Zeit lag die Gegend zwischen wichtigen Verkehrswegen durch das Zürichseegebiet, das Linthgebiet und die Alpenpässe. Der See und die Flüsse dienten als Transportwege.

Nach dem Rückzug der römischen Verwaltung entwickelte sich die March zu einem Grenzraum zwischen alemannischer und rätischer Kultur. Der Name «marcha tuccunie» aus dem Jahr 844 erinnert an diese Lage.

Nach kirchlicher Überlieferung kamen die irischen Missionare Columban und Gallus zu Beginn des 7. Jahrhunderts nach Tuggen. Die Bewohner sollen ihre heidnischen Bräuche zunächst beibehalten haben, worauf die Missionare weiterzogen. Die Erzählung gehört zur frühen Überlieferung der Christianisierung der Ostschweiz.[3]

Tuggen entwickelte sich zu einem frühen kirchlichen Mittelpunkt. Von seiner Grosspfarrei wurden im Verlauf des Mittelalters und der frühen Neuzeit mehrere spätere Pfarreien abgetrennt.

Herrschaft der Rapperswiler

Im Hochmittelalter gehörten grosse Teile der March zum Herrschaftsbereich der Grafen von Rapperswil. Ihr älterer Herrschaftsmittelpunkt befand sich bei Alt-Rapperswil auf dem heutigen Gemeindegebiet von Altendorf.

Nach der Gründung der neuen Stadt Rapperswil auf der gegenüberliegenden Seeseite wurde die ältere Siedlung als «altes Dorf» bezeichnet. Daraus entwickelte sich der heutige Name Altendorf.

Nach dem Aussterben der Rapperswiler gingen Rechte und Besitzungen an die Grafen von Homberg, die Habsburger, die Toggenburger, das Kloster Einsiedeln und weitere geistliche oder weltliche Grundherren über.

Übergang an Schwyz

Die Eingliederung der March in den Herrschaftsbereich des Landes Schwyz erfolgte in mehreren Schritten.

1358 kam der grösste Teil der Landschaft an die Herzöge von Österreich. Nach der Schlacht bei Sempach mussten die Habsburger 1386 Altendorf und Lachen an Schwyz abgeben.

Während der Appenzellerkriege gelangten weitere Teile der mittleren March unter Schwyzer Einfluss. 1414 kam der grösste Teil der Landschaft endgültig an Schwyz.

Wangen, Tuggen und der strategisch wichtige Linthübergang bei Grinau blieben zunächst im Besitz der Grafen von Toggenburg. Nach dem Tod des letzten Toggenburger Grafen im Jahr 1436 übernahm Schwyz auch diese Gebiete.[17]

Die konkurrierenden Ansprüche auf das Toggenburger Erbe trugen zum Alten Zürichkrieg bei. Die Kontrolle über die March, die Grafschaft Uznach und die Verkehrswege zwischen Zürichsee und Walensee besass grosse strategische Bedeutung.

Reichenburg blieb als besondere Herrschaft länger mit dem Kloster Einsiedeln verbunden. Erst im 19. Jahrhundert wurde es vollständig und rechtlich gleichgestellt in den Bezirk March eingegliedert.

Angehörige Landschaft von Schwyz

Unter Schwyzer Oberhoheit bildete die March eine sogenannte angehörige Landschaft. Sie war dem alten Land Schwyz politisch nicht vollständig gleichgestellt, besass jedoch weitgehende innere Selbstverwaltungsrechte.

Die Märchler verfügten über:

  • eine eigene Landsgemeinde;
  • einen Landrat;
  • einen Ammann;
  • ein eigenes Gericht;
  • eine Kanzlei;
  • ein Banner und eigenes Wappen;
  • lokale Verwaltungs- und Nutzungsrechte.

Die Landsgemeinde versammelte die stimmberechtigten Landleute und entschied über Ämter, Finanzen, Strassen, Waldnutzung und andere Angelegenheiten.

Die politische Selbstständigkeit blieb durch die Oberhoheit von Schwyz begrenzt. Das alte Land beanspruchte insbesondere Rechte in der Aussenpolitik, im Militärwesen, in der hohen Gerichtsbarkeit und bei wichtigen politischen Entscheidungen.

Märchler Rathaus

Das Rathaus in Lachen wurde 1507 fertiggestellt. Es diente der Landschaft March als politischer, gerichtlicher und administrativer Mittelpunkt.

Der Bau symbolisierte die beträchtliche Autonomie und das Selbstbewusstsein der Märchler. Im historischen Rats- und Gerichtssaal befinden sich Kopien der Standesscheiben von 1507 sowie weitere Zeugnisse der Bezirksgeschichte.[18]

Das Gebäude wurde im Verlauf der Jahrhunderte mehrfach verändert. Es gehört heute zu den wichtigsten historischen Verwaltungsbauten im Kanton Schwyz.

Frühe Neuzeit

Die Bevölkerung lebte vor allem von Landwirtschaft, Viehzucht, Alpwirtschaft, Fischerei, Handwerk und regionalem Handel. Der Obersee und die Linth bildeten wichtige Transportwege.

Die Grinau bei Tuggen war ein bedeutender Übergang über die Linth. Dort bestanden eine Burg, eine Brücke beziehungsweise Fähre, eine Zollstelle und ein Gasthaus.

Die Wälder und Allmenden wurden gemeinschaftlich genutzt. Konflikte entstanden insbesondere um Holzschlag, Weiderechte, Alpen, Fischerei und die Verteilung der gemeinschaftlichen Erträge.

1841 wurden die bisherigen Landeswaldungen zu besonderem Korporationsgut erklärt. Später wurden grosse Teile des Besitzes auf Gemeindekorporationen verteilt.[19]

Helvetische Republik

1798 brach die alte Eidgenossenschaft unter dem Druck französischer Truppen zusammen. Die bisherigen Untertanen- und Angehörigenverhältnisse wurden aufgehoben.

Die March wurde dem neu gebildeten Kanton Linth der Helvetischen Republik zugeteilt. Dieser umfasste unter anderem Glarus, Uznach, Gaster, Rapperswil, Sargans, Werdenberg, die Höfe und Teile des Toggenburgs.

Die französische Besetzung brachte politische Gleichheit, belastete die Bevölkerung jedoch durch Einquartierungen, Abgaben, Truppendurchzüge und Kriegshandlungen.

Mediationszeit und Bezirk March

Mit der Mediationsakte von 1803 wurde der Kanton Linth aufgelöst. Die March kehrte als Bezirk zum Kanton Schwyz zurück.[20]

Aus der früheren angehörigen Landschaft wurde damit der moderne Bezirk March. Die Gleichstellung mit dem alten Land Schwyz blieb jedoch politisch umstritten.

Reichenburg gehörte ab 1803 zunächst ebenfalls zum Bezirk, stellte sich 1814 aber erneut unter den Schutz des Klosters Einsiedeln. Die endgültige rechtliche Gleichstellung mit den übrigen Marchgemeinden erfolgte 1831.[21]

Kanton Schwyz äusseres Land

In der Regenerationszeit verlangten die äusseren Bezirke des Kantons eine angemessene politische Vertretung und volle Gleichberechtigung mit dem alten Land Schwyz.

1831 trennten sich March, Einsiedeln, Küssnacht und die Höfe vom inneren Landesteil. Sie bildeten das kurzlebige Staatswesen Kanton Schwyz äusseres Land.

Lachen war zunächst Hauptort und zeitweise Regierungssitz. 1832 erhielt das äussere Land eine eigene Verfassung, Verwaltung und Rechtsprechung.

Nach bewaffneten Auseinandersetzungen und dem Eingreifen der eidgenössischen Tagsatzung wurden beide Landesteile 1833 wieder vereinigt. Eine neue Kantonsverfassung sicherte den Bezirken eine stärkere politische Stellung.

Sonderbund und Bundesstaat

Der katholisch-konservative Kanton Schwyz gehörte 1845 zu den Mitgliedern des Sonderbunds. Im November 1847 marschierten eidgenössische Truppen in den Kanton ein.

Am 23. November 1847 wurde in Lachen eine Kapitulationsurkunde unterzeichnet. Das Dokument wird im historischen Bezirksrats- und Gerichtssaal aufbewahrt.[2]

Die Kantonsverfassung von 1848 bestätigte den Bezirk March in seiner heutigen Gestalt mit den neun Gemeinden Altendorf, Lachen, Galgenen, Vorderthal, Innerthal, Schübelbach, Tuggen, Wangen und Reichenburg.[2]

Industrialisierung

Die Industrialisierung begann in der March in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Wasserkraft der Wägitaler Aa und weiterer Bäche wurde für Spinnereien, Webereien, Sägereien und mechanische Werkstätten genutzt.

Siebnen entwickelte sich zu einem wichtigen Industrie- und Gewerbeort. Auch in Lachen, Altendorf, Wangen, Tuggen, Buttikon und Reichenburg entstanden Betriebe.

Der Eisenbahnbau verbesserte die Verkehrsverbindungen. Die Strecke Zürich–Ziegelbrücke erschloss die March ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Bahnhöfe entstanden in Altendorf, Lachen, Siebnen-Wangen, Schübelbach-Buttikon und Reichenburg.

Die Linthkorrektion und die Entwässerung der Ebene ermöglichten eine intensivere Landwirtschaft und erleichterten den Bau von Verkehrswegen und Siedlungen.

20. und 21. Jahrhundert

Der Bau des Wägitaler Kraftwerks in den 1920er-Jahren veränderte Innerthal und das gesamte Tal tiefgreifend. Neben der Energieproduktion entstanden neue Strassen, technische Anlagen und Arbeitsplätze.

Nach dem Zweiten Weltkrieg beschleunigte sich das Bevölkerungswachstum. Die Region wurde stärker in die Wirtschaftsräume Zürich und Rapperswil-Jona eingebunden.

Die Autobahn A3 verstärkte diese Entwicklung. Entlang der Verkehrsachsen entstanden Wohnquartiere, Industriegebiete, Einkaufszentren und Dienstleistungsbetriebe.

Seit dem späten 20. Jahrhundert arbeiten March und Höfe in zahlreichen Bereichen zusammen. Gleichzeitig bewahrte die March ihre politische Eigenständigkeit als Bezirk.

Wirtschaft

Landwirtschaft

Die Landwirtschaft besitzt vor allem in der Linthebene, an den Hängen von Altendorf und Galgenen sowie in Vorderthal und Innerthal Bedeutung.

In der Ebene werden Ackerbau, Milchwirtschaft, Viehzucht und Futterbau betrieben. Entwässerungskanäle und Meliorationsstrassen prägen die Nutzflächen.

In den Berggebieten stehen Viehhaltung, Forstwirtschaft und Alpwirtschaft im Vordergrund. Zahlreiche Betriebe nutzen mehrere Höhenstufen und treiben das Vieh im Sommer auf Alpen.

Der Strukturwandel führte zu einer sinkenden Zahl landwirtschaftlicher Betriebe. Gleichzeitig vergrösserten sich viele verbleibende Betriebe und spezialisierten sich stärker.

Industrie und Gewerbe

Die March besitzt eine vielfältige Gewerbe- und Industriestruktur. Vertreten sind unter anderem:

  • Maschinen- und Metallbau;
  • Bau- und Ausbaugewerbe;
  • Holzverarbeitung;
  • Fahrzeug- und Transportgewerbe;
  • Umwelt- und Energietechnik;
  • Lebensmittelproduktion;
  • Druck- und Verpackungsbetriebe;
  • Kiesabbau und Baustoffproduktion;
  • Logistik und Grosshandel.

Grössere Gewerbegebiete befinden sich in Altendorf, Lachen, Galgenen, Siebnen, Buttikon, Tuggen, Wangen und Reichenburg.

Dienstleistungen

Lachen ist das wichtigste Dienstleistungszentrum. Dort befinden sich Banken, Versicherungen, Arztpraxen, das Spital, öffentliche Verwaltungen, Schulen, Geschäfte und Gastronomiebetriebe.

Auch Siebnen erfüllt für die Obermarch eine zentrale Funktion. Die Ortschaft bietet Einkaufsmöglichkeiten, Schulen, kirchliche Einrichtungen und zahlreiche Gewerbebetriebe.

Die Nähe zum Kanton Zürich und zum Wirtschaftsraum Pfäffikon führt zu einem hohen Anteil an Pendlern. Besonders Altendorf und Lachen entwickelten sich zu attraktiven Wohngemeinden für Beschäftigte ausserhalb des Bezirks.

Energie

Das Kraftwerk Wägital gehört zu den bedeutendsten technischen Anlagen der Region. Der Wägitalersee speichert Wasser für die Stromerzeugung in den Zentralen Rempen und Siebnen.

In Altendorf befindet sich eine Zentrale des Etzelwerks, das Wasser aus dem Sihlsee nutzt. Hinzu kommen kleinere Wasserkraftanlagen, Photovoltaikanlagen und regionale Elektrizitätsunternehmen.

Verkehr

Eisenbahn

Die Hauptbahnstrecke Zürich–Pfäffikon–Ziegelbrücke–Chur durchquert den Bezirk in Ost-West-Richtung.

Bahnhöfe und Haltestellen befinden sich in:

  • Altendorf;
  • Lachen;
  • Siebnen-Wangen;
  • Schübelbach-Buttikon;
  • Reichenburg.

Die Bahn verbindet die March direkt mit Zürich, Pfäffikon, Rapperswil-Jona, Ziegelbrücke, Glarus und der Ostschweiz. Regional-, S-Bahn- und Fernverkehrszüge nutzen den Korridor.

Der Bahnhof Siebnen-Wangen ist der wichtigste Zugang zum öffentlichen Verkehr für Siebnen und das Wägital.

Strassenverkehr

Die Autobahn A3 verläuft durch den nördlichen Teil des Bezirks und verbindet die Region mit Zürich, dem Walensee und Chur.

Anschlüsse bestehen unter anderem bei Lachen, Wangen und Reichenburg. Die Autobahn, die Hauptstrasse und die Bahnlinie beanspruchen in der schmalen Talebene erhebliche Flächen.

Die Kantons- und Bezirksstrassen erschliessen die Gemeinden und Ortsteile. Eine zentrale Verbindung führt von Siebnen durch Vorderthal nach Innerthal.

Busverkehr

Buslinien ergänzen das Bahnnetz und verbinden:

  • Lachen mit Altendorf und Pfäffikon;
  • Siebnen mit Galgenen, Schübelbach und Buttikon;
  • Siebnen mit Vorderthal und Innerthal;
  • Reichenburg mit den umliegenden Gemeinden;
  • Bahnhöfe mit Wohn- und Gewerbegebieten.

Der Ausbau des öffentlichen Verkehrs ist ein gemeinsames Anliegen des Bezirks, der Gemeinden und des Kantons. Im Hauptkorridor Pfäffikon–Altendorf–Lachen–Siebnen wird eine Verdichtung des Angebots angestrebt.

Flugplatz Wangen-Lachen

Bei Nuolen befindet sich der Flugplatz Wangen-Lachen. Er wird vor allem von der allgemeinen Luftfahrt, Flugschulen, Vereinen und für Trainingsflüge genutzt.

Der Flugplatz liegt in unmittelbarer Nähe des Obersees und des Nuoler Rieds. Sein Betrieb erfordert deshalb eine Abstimmung zwischen Luftfahrt, Lärmschutz und Naturschutz.

Bildung

Sek 1 March

Der Bezirk ist Träger der öffentlichen Sekundarstufe I. Die Sek 1 March führt Schulstandorte in:

  • Lachen;
  • Siebnen;
  • Buttikon.

Sie umfasst die siebte bis neunte Klasse und bietet die im Kanton Schwyz vorgesehenen Leistungszüge und Förderangebote an.[22]

Die strategische Aufsicht liegt beim Bezirksschulrat. Der Bezirksrat ist für Finanzen, Bauten und übergeordnete Entscheide zuständig.

Das starke Bevölkerungswachstum führte wiederholt zu Erweiterungen der Schulräume. In Lachen wird das Schulhaus am Park durch einen Neubau ergänzt.

Weitere Schulen

Die Gemeinden führen Kindergärten und Primarschulen. Weiterführende Schulen befinden sich unter anderem in Nuolen und Pfäffikon.

Das ehemalige Badhotel in Nuolen beherbergt einen Bildungsstandort. Die Kantonsschule Ausserschwyz bietet gymnasiale und weitere Mittelschulausbildungen für Jugendliche aus March, Höfe und angrenzenden Regionen an.

Gesundheitswesen und Soziales

Das Spital Lachen ist das wichtigste Akutspital der Region. Der Bezirk March und der Bezirk Höfe halten bedeutende Beteiligungen an der Spital Lachen AG.[23]

Der Bezirk ist ausserdem für Teile des mobilen Rettungswesens verantwortlich. Weitere soziale und gesundheitliche Aufgaben werden gemeinsam mit Gemeinden, kantonalen Stellen und privaten Organisationen erfüllt.

Die Kinder- und Jugendförderung March betreibt regionale Angebote und ein Jugendbüro. Im Juni 2026 genehmigten die Stimmberechtigten eine Weiterentwicklung der Jugendförderung und eine Anpassung des finanziellen Rahmens.[9]

Kultur

Marchmuseum

Das Marchmuseum befindet sich in der historischen Kraftwerkzentrale Rempen zwischen Siebnen und Vorderthal.

Die Ausstellung dokumentiert die Geschichte der Landschaft March, des Wägitals und des Kraftwerkbaus. Zu den Themen gehören Landwirtschaft, Handwerk, Industrie, Energiegewinnung, Wohnen und Alltagsleben.[24]

Marchring

Der Marchring ist eine kulturhistorische Vereinigung, die das historische und volkskundliche Erbe der Region erforscht und vermittelt.

Der Verein organisiert Vorträge und Exkursionen und veröffentlicht die sogenannten Marchring-Hefte. Diese behandeln Ortsgeschichte, Archäologie, Kunst, Brauchtum, Landschaft und bedeutende Persönlichkeiten.

March-Anzeiger

Der 1860 gegründete March-Anzeiger ist die traditionelle Regionalzeitung der March. Er berichtet über Politik, Wirtschaft, Kultur, Vereine und Sport.

Die Zeitung erscheint gemeinsam mit dem Höfner Volksblatt mit weitgehend übereinstimmendem Inhalt, behält jedoch ihren eigenen Titel und ihre regionale Ausrichtung.

Brauchtum

Das regionale Brauchtum umfasst:

  • Fasnachtsfiguren und Narrengesellschaften;
  • Alp- und Viehbräuche;
  • kirchliche Prozessionen;
  • Chilbi- und Dorffeste;
  • Schützenwesen;
  • Jodel, Blasmusik und Chorgesang;
  • Vereinsfeste und Märkte.

Bekannt sind unter anderem der Rölli von Reichenburg und verschiedene lokale Fasnachtsgruppen. Die Traditionen unterscheiden sich zwischen den Seegemeinden, der Obermarch und dem Wägital.

Sehenswürdigkeiten

Rathaus der March

Das 1507 vollendete Rathaus in Lachen ist das politische Symbol des Bezirks. Sein historischer Ratssaal enthält Wappendarstellungen, Kopien der Standesscheiben und Zeugnisse der früheren Landsgemeindedemokratie.

Pfarrkirche Lachen

Die katholische Pfarrkirche Heilig Kreuz besitzt zwei Türme und eine reiche spätbarocke Ausstattung. Gemeinsam mit dem Rathaus, Bürgerhäusern und dem Hafen prägt sie das Ortsbild von Lachen.

Alt-Rapperswil

Auf dem Burghügel von Altendorf befindet sich die St.-Johann-Kapelle. Sie erinnert an den älteren Herrschaftssitz der Rapperswiler und enthält bedeutende spätgotische Altäre.

Schloss Grinau

Hauptartikel: Schloss Grinau

Der mittelalterliche Turm der Grinau steht bei Tuggen am historischen Übergang über die Linth. Die Anlage kontrollierte einst Schifffahrt, Strasse, Fähre und Zoll.

Pfarrkirche Tuggen

Die Pfarrkirche St. Erhard und Viktor besitzt archäologisch nachgewiesene Vorgängerbauten. Der Standort gehört zu den ältesten kirchlichen Zentren der Region.

Innerthal und Wägitalersee

Das neu errichtete Dorf Innerthal und der Stausee bilden ein bedeutendes Ensemble der schweizerischen Energie- und Landschaftsgeschichte. Informationstafeln und das Marchmuseum dokumentieren die Überflutung des alten Dorfes.

Nuoler Ried

Das Nuoler Ried ist ein bedeutendes Natur- und Erholungsgebiet am Obersee. Es bietet Lebensraum für seltene Vögel und Pflanzen.

Reichenburg

Die Pfarrkirche St. Laurentius steht weithin sichtbar auf dem Reichenburger Burghügel. Weitere historische Bauten sind die Friedenskapelle und das Pfarrhaus.

Regionale Zusammenarbeit

March und Höfe werden häufig unter dem Begriff Ausserschwyz zusammengefasst. Beide Bezirke arbeiten in Verkehr, Gesundheitswesen, Bildung, Tourismus, Raumplanung und Wirtschaftsförderung zusammen.

Weitere regionale Beziehungen bestehen zu:

  • Rapperswil-Jona und der Region Zürichsee-Linth;
  • dem Glarnerland;
  • dem Bezirk Einsiedeln;
  • dem Zürcher Oberland;
  • dem Wirtschaftsraum Pfäffikon;
  • den Gemeinden der Linthebene.

Die Zusammenarbeit ist besonders wichtig, weil Siedlung, Pendlerverkehr, Gewässer, Spitalversorgung und öffentliche Verkehrssysteme die politischen Grenzen überschreiten.

Gegenwärtige Entwicklung

Zu den wichtigsten Herausforderungen gehören:

  • das starke Bevölkerungswachstum;
  • die Verdichtung bestehender Siedlungen;
  • Erhalt von Kulturland und Naturräumen;
  • Hochwasserschutz an der Wägitaler Aa;
  • Ausbau von Bahn- und Busangeboten;
  • Kapazitäten der Sekundarschulen;
  • steigender Strassenverkehr;
  • Schutz der Ufer- und Riedlandschaften;
  • Anpassung an Klimawandel und Naturgefahren.

In Lachen, Altendorf und entlang des Korridors bis Siebnen sind grössere bauliche Entwicklungen zu erwarten. In der Obermarch stehen die Aufwertung der Bahnhöfe und die Sicherung guter Bahnverbindungen im Vordergrund.

Im Wägital sind die Erhaltung der Berglandwirtschaft, der Schutz vor Naturgefahren und ein landschaftsverträglicher Tourismus zentrale Themen.

Chronologie

Jahr Ereignis
um 610 Überlieferte Missionstätigkeit der Mönche Columban und Gallus bei Tuggen
844 Erste bekannte Erwähnung der Landschaft als «marcha tuccunie»
13. Jahrhundert Grosse Teile der March stehen unter der Herrschaft der Rapperswiler
1358 Der grösste Teil der March gelangt an die Habsburger
1386 Altendorf und Lachen kommen an Schwyz
1405–1414 Weitere Teile der mittleren March gelangen unter Schwyzer Herrschaft
1412 Lachen erhält das Marktrecht
1436 Wangen, Tuggen und Grinau kommen nach dem Ende der Toggenburger Herrschaft an Schwyz
1507 Fertigstellung des Märchler Rathauses in Lachen
1798 Eingliederung der March in den helvetischen Kanton Linth
1803 Entstehung des Bezirks March im wiederhergestellten Kanton Schwyz
1831 Trennung der äusseren Bezirke und Entstehung des Kantons Schwyz äusseres Land
1832 Annahme einer Verfassung des äusseren Landes
1833 Wiedervereinigung der beiden Schwyzer Landesteile
1841 Ausscheidung der Märchler Korporationswälder aus dem Bezirksvermögen
1847 Kapitulation im Sonderbundskrieg
1848 Bildung des Bezirks in seiner heutigen Gestalt
1860 Erste Ausgabe des March-Anzeigers
1861 Eröffnung der Fahrstrasse ins Wägital
1870er-Jahre Ausbau der Eisenbahnverbindungen durch die March
1878 Einweihung der reformierten Kirche in Siebnen
1922–1924 Bau des Wägitaler Kraftwerks und Aufstauung des Wägitalersees
zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts Starkes Wachstum der See- und Talgemeinden
2001 Zustimmung zur Überführung des Regionalspitals Lachen in eine Aktiengesellschaft
2026 Neuorganisation von Hochwasserschutz und Jugendförderung durch Volksentscheide

Siehe auch

Literatur

  • Josef Wiget: March. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  • Kaspar Michel: Der Landsgemeindeplatz der March. Arena zwischen Autonomie und Abhängigkeit. In: Mitteilungen des Historischen Vereins des Kantons Schwyz. Band 100, 2008.
  • Regula Hegner: Geschichte der March unter schwyzerischer Oberhoheit. Lachen 1942.
  • Joachim Salzgeber: Die March im Wandel der Zeit. Marchring, Lachen.
  • Marchring (Hrsg.): Marchring-Hefte. Schriftenreihe zur Geschichte und Kultur der Landschaft March.
  • Bezirk March: Das Märchler Rathaus ist 500 Jahre alt. Lachen 2007.
  • Linthkommission (Hrsg.): Die Linthkorrektion und das Linthwerk. Lachen und Uznach.
  • Kraftwerk Wägital AG: Das Wägitaler Kraftwerk und seine Geschichte. Siebnen.

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Amt für Wirtschaft des Kantons Schwyz: Wohnbevölkerung im Kanton Schwyz per 31. Dezember 2025, Schwyz 2026.
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 Bezirk March: Der Bezirk March heute, abgerufen am 2. August 2026.
  3. 3,0 3,1 Gemeinde Tuggen: Geschichte, abgerufen am 2. August 2026.
  4. Bezirk March: Geographisches, abgerufen am 2. August 2026.
  5. Bezirk March: Tuggen, abgerufen am 2. August 2026.
  6. Josef Wiget: Wägital. In: Historisches Lexikon der Schweiz, Version vom 20. August 2013.
  7. Bezirk March: Vorderthal, abgerufen am 2. August 2026.
  8. Bezirk March: Innerthal, abgerufen am 2. August 2026.
  9. 9,0 9,1 Bezirk March: Resultate der Abstimmungen vom 14. Juni 2026, 14. Juni 2026.
  10. Bezirk March: Wangen, abgerufen am 2. August 2026.
  11. Bezirk March: Galgenen, abgerufen am 2. August 2026.
  12. Bezirk March: Lachen, abgerufen am 2. August 2026.
  13. Bezirk March: Bezirksrat March, abgerufen am 2. August 2026.
  14. Bezirk March: Resultate der Bezirkswahlen vom 19. April 2026, 19. April 2026.
  15. Bezirk March: Ersatzwahl Bezirksrat March vom 14. Juni 2026, 14. Juni 2026.
  16. Staatsarchiv St. Gallen: Kanzleisiegel des Bezirks March, Digitaler Lesesaal.
  17. Bezirk March: Die March in der Feudalzeit bis zum Anschluss an Schwyz, abgerufen am 2. August 2026.
  18. Kaspar Michel: Das Märchler Rathaus ist 500 Jahre alt. Bezirk March, Lachen 2007.
  19. Bezirk March: Die Geschichte der Marchkorporationen, Lachen.
  20. Josef Wiget: March. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  21. Bezirk March: Reichenburg, abgerufen am 2. August 2026.
  22. Bezirk March: Rektorat Sek 1 March, abgerufen am 2. August 2026.
  23. Bezirk March: Spital Lachen AG, abgerufen am 2. August 2026.
  24. Bezirk March: Marchmuseum, abgerufen am 2. August 2026.