Tierpark Langenberg

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Tierpark Langenberg
Alternativer Name Wildnispark Zürich Langenberg
Frühere Bezeichnung Wildpark Langenberg
Ort Langnau am Albis
Kanton Zürich
Bezirk Horgen
Gründung 1869
Gründer Carl Anton Ludwig von Orelli
Charakter Wissenschaftlich geführter Tierpark
Schwerpunkt Einheimische und ehemals einheimische Wildtiere
Tierarten Rund 19 Säugetierarten
Trägerschaft Stiftung Wildnispark Zürich
Eintritt Kostenlos
Website wildnispark.ch

Der Tierpark Langenberg, offiziell auch Wildnispark Zürich Langenberg genannt, ist ein wissenschaftlich geführter Tierpark in Langnau am Albis im Kanton Zürich. Er wurde 1869 als Wildgarten gegründet und gilt als ältester Zoo der Schweiz. Gemessen an seiner Fläche wird er vom Betreiber zugleich als grösster Zoo des Landes bezeichnet.[1]

Der Tierpark liegt in einem weitläufigen Waldgebiet am westlichen Rand des Sihltals. Sein Schwerpunkt liegt auf einheimischen und ehemals in der Schweiz oder in Mitteleuropa vorkommenden Säugetieren. Zu den bekanntesten Tierarten gehören Europäische Braunbären, Eurasische Wölfe, Luchse, Wildkatzen, Wisente, Elche, Alpensteinböcke, Rothirsche und Wildschweine. Die Tiere leben in grosszügigen, naturnah gestalteten Anlagen, in denen sie sich vor den Besucherinnen und Besuchern zurückziehen können.

Seit 2009 bildet der Tierpark gemeinsam mit dem Naturerlebnispark Sihlwald den Wildnispark Zürich. Trägerin ist die Stiftung Wildnispark Zürich. Der Eintritt in den Tierpark ist kostenlos.[2]

Lage

Der Tierpark befindet sich auf dem bewaldeten Langenberg oberhalb von Langnau am Albis. Das Gelände liegt zwischen dem Siedlungsgebiet von Langnau, der Sihl und dem Höhenzug des Albis. Es ist von Zürich aus mit öffentlichen Verkehrsmitteln in ungefähr 30 Minuten erreichbar.[3]

Das Parkareal ist in die Bereiche Langenberg Ost und Langenberg West gegliedert. Eine Fussgängerbrücke verbindet die beiden Teile. Die Anlagen liegen in einem abwechslungsreichen Waldgelände mit unterschiedlich starken Steigungen.

Der östliche Bereich umfasst den historisch älteren Teil des Tierparks. Dort befinden sich unter anderem Anlagen für Braunbären, Wölfe, Luchse, Wildkatzen, Füchse, Wildschweine, Hirsche und verschiedene Kleinsäuger. Im westlichen Parkteil leben unter anderem Elche, Wisente und Przewalskipferde.

Die naturnahe Einbettung der Anlagen in den bestehenden Wald unterscheidet den Langenberg von einem klassischen städtischen Zoo. Die Tiere sind teilweise nur aus grösserer Entfernung oder nach längerem Beobachten zu sehen.

Geschichte

Wald der Stadt Zürich

Das Gebiet des Langenbergs wurde in den Jahren 1506, 1553 und 1557 schrittweise von der Stadt Zürich erworben. Der Wald diente über Jahrhunderte vor allem als Lieferant von Brenn- und Nutzholz für die städtische Bevölkerung.[4]

Im 19. Jahrhundert waren viele Wildtierbestände in der Schweiz infolge intensiver Jagd stark zurückgegangen. Grössere Säugetiere waren in weiten Teilen des Mittellands kaum noch zu beobachten. Gleichzeitig nahm in den Städten das Interesse an öffentlichen Grünanlagen, Naturbeobachtung und Erholungsgebieten zu.

Gründung des Wildgartens

Initiator des Tierparks war der Zürcher Stadtforstmeister Carl Anton Ludwig von Orelli. Er verfolgte die Idee, im Langenberg einen öffentlich zugänglichen Wildgarten einzurichten. Dieser sollte der Bevölkerung Erholung ermöglichen und Begegnungen mit einheimischen Wildtieren schaffen.

Am 4. September 1869 stellte Orelli 20'000 Franken für die Einrichtung und den Unterhalt des Wildgartens bereit. Der Zürcher Stadtrat, die kantonale Direktion des Innern und der Grosse Stadtrat stimmten dem Vorhaben zu. Auch die Gemeinden Langnau am Albis und Adliswil unterstützten das Projekt.

Die Stiftungsurkunde wurde am 11. Dezember 1869 ausgestellt. Als erste Tierart wurde der Rothirsch gehalten. Zur ursprünglichen Anlage gehörten ausserdem Damhirsche, Rehe und Gämsen. Teile des Geheges konnten von den Besucherinnen und Besuchern betreten werden.[4]

Der Wildgarten sollte nach den Worten Orellis eine «bleibende Stätte des Genusses» für die Bevölkerung werden. Damit verband die Gründung bereits im 19. Jahrhundert Tierhaltung, Naturvermittlung und öffentliche Erholung.

Ausbau im frühen 20. Jahrhundert

1873 wurde das Orelli-Haus errichtet. Nach der Pensionierung Orellis im Jahr 1875 übernahm Hans Ulrich Meister seine Aufgaben. Orelli starb 1890.

In den folgenden Jahrzehnten wurde der Tierbestand erweitert. 1914 entstand ein Bärengraben, 1921 ein Wildschweingehege und 1924 eine Anlage für Alpenmurmeltiere.

Zeitweise hielt der Wildgarten auch exotische Tiere wie Lamas, Zebras und Antilopen. Ab 1929 wurde auf solche Arten zunehmend verzichtet. Der Tierpark konzentrierte sich fortan auf Wildtiere, die in der Schweiz oder im weiteren mitteleuropäischen Raum heimisch waren oder früher dort vorkamen.[4]

1944 wurde nach Plänen des Architekten Heinrich Steiner ein neues Restaurant errichtet. Zwei Jahre später folgte eine Steinbockanlage. In den 1950er-Jahren wurden die Wildschwein- und Bärenanlagen erneuert.

Entwicklung zum modernen Tierpark

Zum hundertjährigen Bestehen wurden 1969 Anlagen für Elche und Wisente eröffnet. 1975 folgte die erste Luchsanlage. Eine Wildkatzenanlage entstand 1983.

Im selben Jahr wurde die bisherige Stiftung Wildpark Langenberg in den Wildparkfonds der Stadt Zürich überführt. Weitere wichtige Erweiterungen waren:

Jahr Entwicklung
1984 Eröffnung der Sikahirschanlage und Erneuerung der Murmeltieranlage
1987 Eröffnung der Przewalskipferdanlage
1993 Eröffnung einer Feldhasenanlage
1994 Eröffnung einer Rentieranlage und Gründung der Gesellschaft zur Förderung des Langenberg
1995 Eröffnung einer grossen Waldanlage für Wildschweine und einer Wolfsanlage
1998 Eröffnung der Waldanlage für Braunbären
2001 Neubau der Luchs- und Wildkatzenanlagen sowie Eröffnung des Tierparkshops
2002 Aufgabe der Rentierhaltung
2007 Eröffnung einer neuen Fuchsanlage

Die Entwicklung der Anlagen folgte zunehmend wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Bedürfnisse der Tiere. Kleine oder stark künstlich gestaltete Gehege wurden schrittweise durch grössere Wald-, Wiesen- und Gewässeranlagen ersetzt.

Stiftung Wildnispark Zürich

2009 wurde die Stiftung Wildnispark Zürich gegründet. Sie vereinigte den Tierpark Langenberg organisatorisch mit dem Naturerlebnispark Sihlwald. Gleichzeitig wurden der Parkbereich Langenberg West und die verbindende Fussgängerbrücke eröffnet.[4]

2014 nahm das Müsli-Hüsli seinen Betrieb auf. Es vermittelt Einblicke in das Leben kleiner Säugetiere, die häufig in unmittelbarer Umgebung des Menschen vorkommen, aber nur selten bewusst beobachtet werden.

Zum 150-jährigen Bestehen des Tierparks wurden 2019 die Informationstafeln zu den Tierarten erneuert. Im selben Jahr wurde die Feldhasenhaltung aufgegeben.

Seit 2024 beteiligt sich der Wildnispark am internationalen Netzwerk Linking Lynx. Im Rahmen dieses Programms werden im Langenberg aufgezogene oder vorbereitete Luchse für Wiederansiedlungsprojekte in geeigneten europäischen Lebensräumen zur Verfügung gestellt.[4]

Tierhaltung

Der Tierpark verfolgt das Ziel, die Tiere in grosszügigen und möglichst naturnahen Anlagen zu halten. Waldflächen, Wiesen, Teiche, Felsen, Höhlen, Suhlen und Rückzugsbereiche sollen es ihnen ermöglichen, einen grossen Teil ihres natürlichen Verhaltens auszuleben.

Dazu gehören:

  • die selbstständige Suche nach Futter;
  • die Partnerwahl und Fortpflanzung;
  • die Aufzucht von Jungtieren;
  • das Zusammenleben in Rudeln, Herden oder Familiengruppen;
  • das Graben, Klettern, Schwimmen und Ruhen;
  • der zeitweilige Rückzug vor Artgenossen und Menschen.

Die weiträumigen Anlagen führen dazu, dass einzelne Tiere nicht jederzeit sichtbar sind. Der Tierpark empfiehlt deshalb, genügend Zeit für die Beobachtung einzuplanen. Ferngläser können besonders bei Luchsen, Wölfen, Rehen und Wildkatzen hilfreich sein.

Der Schweizer Tierschutz bezeichnete den Langenberg in seinem Zoobericht von 2020 als wissenschaftlich geführten Tierpark mit nachgewiesenem Engagement in Artenschutz und Bildung. Besonders positiv beurteilt wurden unter anderem die Anlagen für Braunbären, Luchse, Wölfe, Wildschweine, Elche, Füchse und Rehe.[5]

Tierbestand

Im Langenberg leben rund 19 Säugetierarten. Der Schwerpunkt liegt auf einheimischen oder ehemals einheimischen Wildtieren. Einzelne Arten stehen in einem besonderen Zusammenhang mit der europäischen Tiergeschichte oder mit internationalen Erhaltungszuchtprogrammen.[6]

Tiergruppe Im Tierpark vertretene Arten
Grossraubtiere Europäischer Braunbär, Eurasischer Wolf, Eurasischer Luchs
Kleinere Raubtiere Europäische Wildkatze, Rotfuchs
Hirschartige Rothirsch, Damhirsch, Sikahirsch, Reh, Europäischer Elch
Wildrinder und Ziegenartige Wisent, Alpensteinbock
Pferdeartige Przewalskipferd
Schweineartige Wildschwein
Nagetiere und Kleinsäuger Alpenmurmeltier, Gartenschläfer, Hausmaus und Wanderratte

Braunbären

Braunbären werden im Langenberg seit 1914 gehalten. Die ursprüngliche Haltung im Bärengraben entsprach dem damaligen zoologischen Verständnis, bot den Tieren jedoch nur begrenzte Bewegungs- und Rückzugsmöglichkeiten.

1998 wurde eine grossflächige Waldanlage eröffnet. Sie umfasst Wald, offenen Boden, Klettermöglichkeiten, einen Schwimmteich und natürliche Strukturen. Die Bären können im Boden graben und selbstständig Höhlen für ihre Winterruhe anlegen.[7]

Die Haltung veranschaulicht zugleich die Geschichte des Braunbären in der Schweiz. Die Art wurde im 19. und frühen 20. Jahrhundert ausgerottet. Seit Beginn des 21. Jahrhunderts wandern gelegentlich einzelne Tiere aus Italien in die Schweiz ein.

Wölfe

Die Wolfsanlage wurde 1995 eröffnet. Sie besteht aus einem grossen bewaldeten Areal, das den Tieren Rückzugsmöglichkeiten und Raum für das Leben im Rudel bietet.

Da sich Wölfe häufig im Wald oder in entfernteren Teilen der Anlage aufhalten, sind sie nicht immer sofort sichtbar. Beobachtungsplattformen ermöglichen Einblicke in verschiedene Bereiche des Geheges.

Die Haltung dient auch der Vermittlung des Zusammenlebens zwischen Menschen und frei lebenden Wölfen. Seit der natürlichen Rückkehr der Art in die Schweiz werden ihre Ausbreitung, der Schutz von Nutztieren und die Regulierung von Beständen gesellschaftlich und politisch intensiv diskutiert.

Luchse

Die erste Luchsanlage wurde 1975 eröffnet und 2001 durch eine grosszügigere Waldanlage ersetzt. Die Tiere können hohe Bäume, Felsen, erhöhte Liegeplätze und dichten Bewuchs nutzen.

Der Tierpark beteiligt sich an der Erhaltung und Wiederansiedlung des Eurasischen Luchses. Seit 2024 arbeitet die Stiftung mit dem Netzwerk Linking Lynx zusammen. Dieses unterstützt den genetischen Austausch und die Wiederansiedlung von Luchsen in europäischen Regionen, in denen geeignete Lebensräume vorhanden sind.

Wisente und Elche

Wisente und Elche werden seit dem Jubiläumsjahr 1969 im Langenberg gehalten. Die Anlagen befinden sich im westlichen Parkteil.

Der Wisent war in Mitteleuropa in freier Wildbahn weitgehend ausgerottet. Die heutige Weltpopulation geht zu einem wesentlichen Teil auf Tiere aus zoologischen Einrichtungen und anschliessende Wiederansiedlungsprojekte zurück.

Elche benötigen abwechslungsreiche Anlagen mit Wald, Wiesen, feuchten Bereichen und Gewässern. Im Langenberg stehen ihnen entsprechend strukturierte Flächen und ein Teich zur Verfügung.

Przewalskipferde

Die Przewalskipferdanlage wurde 1987 eröffnet. Das Przewalskipferd stammt aus den Steppen Zentralasiens und ist keine ursprünglich schweizerische Tierart. Es wird im Langenberg als letzter erhaltener Vertreter des Wildpferdes und als Vergleich zur ausgestorbenen europäischen Wildpferdeform, dem Tarpan, gezeigt.

Der Tierpark beteiligt sich an internationalen Erhaltungszucht- und Wiederansiedlungsprogrammen. Nach Angaben des Schweizer Tierschutzes wurden 2018 im Langenberg gezüchtete oder aus dem Bestand stammende Przewalskipferde für eine Auswilderung in der Wüste Gobi eingesetzt.[5]

Kleine Säugetiere

Im Müsli-Hüsli werden kleinere Säugetiere gezeigt, die häufig verborgen in Häusern, Kellern, Gärten oder Wäldern leben. Dazu gehören Gartenschläfer, Hausmäuse und Wanderratten.

Die Anlage soll deutlich machen, dass auch kleine und wenig auffällige Tierarten wichtige ökologische Funktionen erfüllen. Sie thematisiert zugleich Konflikte, die durch das Zusammenleben von Menschen und synanthropen Tierarten entstehen können.

Arten- und Naturschutz

Der Tierpark beteiligt sich an europäischen Erhaltungszuchtprogrammen der European Association of Zoos and Aquaria (EAZA). Ziel solcher Programme ist es, genetisch vielfältige und langfristig stabile Populationen bedrohter Arten in menschlicher Obhut zu erhalten.[1]

Die Zucht wird nach überregional koordinierten Empfehlungen geplant. Dabei kann entschieden werden, welche Tiere sich fortpflanzen, zwischen welchen Einrichtungen Tiere ausgetauscht werden und ob Nachzuchten für Wiederansiedlungsprojekte geeignet sind.

Beispiele für den praktischen Artenschutz des Langenbergs sind die Beteiligung an Programmen für Przewalskipferde, Wisente, Europäische Wildkatzen und Luchse.

Die Tiere dienen zugleich als Botschafter ihrer frei lebenden Artgenossen. Informationstafeln, Führungen und Veranstaltungen vermitteln Kenntnisse über Lebensräume, Gefährdungen und Schutzmassnahmen.

Bildung und Forschung

Natur- und Umweltbildung gehören neben Tierhaltung, Artenschutz, Forschung und Erholung zu den zentralen Aufgaben des Wildnisparks.

Für Schulklassen, Familien, Vereine und andere Gruppen werden Führungen und thematische Veranstaltungen angeboten. Dabei werden biologische Zusammenhänge, Tierverhalten, Nahrungsketten, Lebensräume und das Verhältnis zwischen Menschen und Wildtieren behandelt.

Sogenannte Wildnisbotinnen und Wildnisboten stehen zeitweise an verschiedenen Anlagen und beantworten Fragen der Besucherinnen und Besucher. Der Tierpark verfügt ausserdem über eigene Informationstafeln und Rundwege.

Die Stiftung unterstützt wissenschaftliche Forschungs- und Monitoringprojekte. Untersucht werden können unter anderem das Sozialverhalten, die Fortpflanzung, die Nutzung von Anlagen, die Tiergesundheit und Methoden zur Verbesserung der Haltung.

Organisation und Trägerschaft

Seit 2009 wird der Tierpark von der Stiftung Wildnispark Zürich geführt. Diese ging aus der 1994 gegründeten Stiftung Naturlandschaft Sihlwald hervor.[8]

Zur Trägerschaft gehören:

  • die Stadt Zürich;
  • der Kanton Zürich;
  • die Gemeinden des Bezirks Horgen;
  • Pro Natura Zürich.

Die strategische Leitung liegt beim Stiftungsrat. Die Trägerorganisationen sind in einer Stifterversammlung vertreten, welche den Stiftungsrat wählt und beaufsichtigt sowie die mehrjährigen Leistungsvereinbarungen genehmigt.

Der Stiftungszweck umfasst die Erhaltung natürlicher und naturnaher Lebensräume, die Haltung und Förderung bedrohter Tierarten, die Vermittlung von Naturerlebnissen, wissenschaftliche Forschung und eine naturverträgliche Erholungsnutzung.

Der Betrieb wird durch Beiträge der Trägerorganisationen, Sponsorengelder, Spenden, Einnahmen aus Führungen und Kursen, Gastronomie sowie Parkgebühren finanziert. Dadurch kann der allgemeine Eintritt in den Tierpark kostenlos bleiben.[9]

Verbindung mit dem Sihlwald

Der Tierpark Langenberg und der Naturerlebnispark Sihlwald bilden gemeinsam den Wildnispark Zürich. Beide Standorte verfolgen ein zusammenhängendes Bildungs- und Naturschutzkonzept, besitzen jedoch unterschiedliche Aufgaben.

Im Langenberg stehen Begegnungen mit Wildtieren in naturnahen Anlagen im Mittelpunkt. Der Sihlwald zeigt dagegen die weitgehend ungesteuerte Entwicklung eines ehemaligen Nutzwaldes zu einem Naturwald.

Der Sihlwald trägt das eidgenössische Label eines Naturerlebnisparks von nationaler Bedeutung. Das Besucherzentrum in Sihlwald beherbergt eine Ausstellung, ein Naturmuseum und ein Aquarium mit einheimischen Fischen und Krebsen. In seiner Nähe befindet sich auch die vom Tierpark betreute Fischotteranlage.

Zwischen beiden Standorten bestehen markierte Wanderwege. Eine Waldroute führt vom Besucherzentrum Sihlwald durch den Wald und über Wohngebiete zum Langenberg.

Besuch

Öffnungszeiten und Eintritt

Der Eintritt in den Tierpark Langenberg ist kostenlos. Der grösste Teil der Tieranlagen im Bereich Langenberg Ost ist ganzjährig frei zugänglich.

Für Langenberg West, das Wildkatzenhaus, das Müsli-Hüsli, den Shop und weitere Gebäude gelten begrenzte beziehungsweise saisonal wechselnde Öffnungszeiten. Vor einem Besuch sollten deshalb die aktuellen Angaben des Wildnisparks beachtet werden.[10]

Das Restaurant Langenberg liegt beim zentralen Parkbereich und bietet Sicht auf die Bärenanlage. Zusätzlich stehen Spielplätze, Picknickplätze, gedeckte Sitzgelegenheiten und offizielle Feuerstellen zur Verfügung.

Rundwege

Ein ausgeschilderter Langenberg-Rundweg führt auf einer Strecke von rund 2,4 Kilometern durch einen grossen Teil des Parks. Für die Route werden ungefähr eine Stunde und 90 Höhenmeter angegeben.[11]

Daneben bestehen kürzere Themenrouten, darunter ein Raubtier-Rundweg. Wegen der teilweise steilen Waldwege sind nicht alle Abschnitte gleich gut für Rollstühle oder Kinderwagen geeignet.

Anreise

Die nächstgelegene Bushaltestelle ist Langnau am Albis, Schwerzi-Wildpark. Von dort beträgt der Fussweg zum Haupteingang ungefähr fünf bis zehn Minuten.

Vom Bahnhof Langnau-Gattikon führt ein steigender, jedoch weitgehend kinderwagen- und rollstuhltauglicher Weg zum Park. Von den Haltestellen Wildpark-Höfli und Sihlau bestehen steilere Waldwege.

Für Besucherinnen und Besucher, die mit dem Auto anreisen, stehen kostenpflichtige Parkplätze zur Verfügung. Die Stiftung empfiehlt grundsätzlich die Anreise mit dem öffentlichen Verkehr.[3]

Parkregeln

Die Regeln des Tierparks dienen dem Schutz der Tiere, der Besucher und des Waldgebiets. Tiere dürfen weder gefüttert noch gestreichelt werden. Radfahren und Reiten sind auf dem Tierparkgelände untersagt.

Hunde müssen an der Leine geführt werden. Im Parkteil Langenberg West, im Müsli-Hüsli und im Wildkatzenhaus sind Hunde nicht zugelassen.

Feuer dürfen nur an den offiziellen Feuerstellen entzündet werden. Bei erhöhter Waldbrandgefahr können zeitweilige Feuerverbote gelten. Abfälle sind mitzunehmen oder in den vorgesehenen Behältern zu entsorgen.[12]

Bedeutung

Der Tierpark Langenberg nimmt in der Geschichte der schweizerischen Zoologischen Gärten eine besondere Stellung ein. Er wurde fünf Jahre vor dem Zoo Basel und rund sechzig Jahre vor dem Zoo Zürich gegründet.

Sein Konzept unterscheidet sich von Zoos mit einem geografisch breit gefächerten Tierbestand. Statt möglichst viele exotische Arten zu zeigen, konzentriert sich der Langenberg auf die Tierwelt der Schweiz und Europas sowie auf die Geschichte verschwundener und zurückgekehrter Arten.

Die grosszügigen Waldanlagen ermöglichen eine Tierbeobachtung, die in manchen Bereichen einer Begegnung in freier Natur ähnelt. Gleichzeitig muss das Publikum akzeptieren, dass die Tiere nicht jederzeit sichtbar sind.

Als kostenlos zugängliches Naherholungsgebiet besitzt der Tierpark grosse Bedeutung für die Stadt Zürich, das Sihltal und den Bezirk Horgen. Er verbindet Tierhaltung, Artenschutz, Umweltbildung, Forschung und Erholung in einem zusammenhängenden Landschaftsraum.

Siehe auch

Literatur

  • Stiftung Wildnispark Zürich: Bildungskonzept 2020. Sihlwald 2020.
  • Stiftung Wildnispark Zürich: Jahresberichte. Sihlwald, fortlaufend.
  • Schweizer Tierschutz: STS-Zoobericht 2020 – Wildnispark Zürich, Langenberg. Basel 2020.

Einzelnachweise

Wikimedia Commons Wikimedia Commons: Medien zu Tierpark Langenberg